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Mann in Asylunterkunft schwer verletzt

Nach bisherigen Ermittlungen wurde ein 35-Jähriger bei einer Auseinandersetzung in Öhringen schwer verletzt. Der Mann kam am Samstagmorgen gegen 2.20 Uhr mit schweren Verletzungen zum Polizeirevier Öhringen.

Vermutlich wurde er von zwei bis drei anderen Personen in der Unterkunft „Im Brenntenstock“ geschlagen und getreten. Eine Person soll ihm eine Flasche auf dem Kopf zerschlagen haben. Der Mann wurde aufgrund seiner Verletzungen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Die Ermittlung dauern an.




Was der Iran-Angriff auf Israel für uns bedeutet

Mit Drohnen und Raketen mischte sich nun auch der Iran in den Gazakrieg ein und bombardierte Israel. Israel antwortet vorerst – nicht. Die Welt scheint aufzuatmen. Denn eine militärische Antwort hätte vor allem eines bedeutet: eine Ausweitung des Krieges. Auch die Vereinigten Staaten als quasi „großer Bruder“ hätten dann reagieren müssen, ein Flächenbrand vermutlich nicht mehr aufzuhalten gewesen.

Daher die Botschaft der USA: es müsse eine harte diplomatische Antwort erfolgen. Diplomatisch ist hier das Schlüsselwort. An einem Dritten Weltkrieg scheint dann doch keiner Interesse zu haben. Bereits jetzt sind so viele Länder wie nie zuvor in diesen Krieg involviert. Mit seiner amerikanischen Botschaft möchte die USA auch Israel zügeln. Noch immer tagt das israelische Kriegskabinett, um einen  möglichen Vergeltungsschlag zu besprechen.

Der Angriff Irans war die Antwort auf eine militärische Operation Israels gegen den Iran, bei welcher ein hochrangiger iranischer Offizier gestorben ist.

Israel muss sich angesichts der wachsenden weltweiten Kritik an seinem Kriegsgebahren und seinem Verhalten gegenüber den in Gaza lebenden Menschen dringend fragen, welchen Weg das Land weiterhin beschreiten möchte, um nicht noch mehr Verbündete zu verlieren. Die USA jedenfalls steht für einen Gegenangriff aktuell nicht zur Verfügung.




Gartenbox brennt ab

Aus bisher unbekannter Ursache brannte in der Nacht auf Donnerstag eine Gartenbox in Bretzfeld-Schwabbach. Eine Zeugin bemerkte das Feuer im Lupinenweg gegen 0.45 Uhr und wählte den Notruf.

Im Garten des Grundstücks befand sich eine Box mit Utensilien für den Garten, die zu brennen begann. Das Feuer konnte durch die Feuerwehr gelöscht werden. Durch den Brand wurde neben der Box auch eine Liege beschädigt und die Fassade verrußt. Der Schaden wird auf rund 2.200 Euro geschätzt. Zeugenhinweise nimmt das Polizeirevier Öhringen unter der Telefonnummer 07941 9300 entgegen.




Girls off – mit dem Campervan auf ladies tour

Noch haben Frauen am Steuer eines Campers Seltenheitswert – und in der Regel gibt es diesen Anblick auch nur in Kombination mit einem Mann auf dem Beifahrersitz, der ausnahmsweise mal nicht am Steuer sitzt und instruiert, wie Frau am besten zu fahren hat.

Mit dem Campercan Grand California von VW waren wir unterwegs. Foto: GSCHWÄTZ

Wir haben es dennoch gewagt und haben als Mädchen einen Campervan gemietet, um damit ein wenig Klein-Europa zu erkunden.  Bei der Auswahl war es uns wichtig, wegen des Handlings kein allzu großes Modell für den Start zu wählen, sondern am liebsten einen umgebauten Bus, einen Multivan California etwa, die derzeit sehr beliebt bei jungen Pärchen auf Reisen sind. Da aber auch eine Dusche und ein WC mit an Bord sein sollten, wurde es letztendlich ein VW Grand California – mit immerhin knapp 6 Metern Länge und stattlichen 3,20 Meter in der Höhe. Wir mieteten das Modell übers Internet bei Off Campers (früher: Camper boys), die mehrere Standorte haben, unter anderem in Ostfildern (Stuttgart). Camper off hat eine eigene App mit zahlreichen Erklärvideos zu den einzelnen Fahrzeugen und deren Technik und Benutzung (Toilette, Markise, Herd, Heizung, Wasser etc.). Damit fühlte man sich schon vorab als technischer Anfänger, was Wohnmobile angeht, gut vorbereitet.

Technische Angelegenheiten wie die Bedienung von Strom, Gas, Heizung, Herd und Kühlschrank sind bei dem umgebauten Bulli ein Selbstläufer. Foto: GSCHWÄTZ

Bei der Übergabe ging ein Mitarbeiter nochmal alle technischen Dinge mit einem durch. Dabei haben wir noch ein zusätzliches Versicherungspaket für 179 Euro mit 0 Euro Selbstbeteiligung anstatt 1.500 Euro (im Falle eines Totalschadens etwa) gebucht – was wir aber letzten Endes nicht gebraucht haben, da alles problemlos lief – keine abgefahrener Spiegel, Streifspuren oder ähnliches. Falls wir unterwegs technische Probleme oder einen Unfall gehabt hätten, hatten wir eine Notfallnummer von Off Camper mit an Bord. Das Fahrzeug ließ sich leicht fahren, durch die insgesamt vier Spiegel an der Fahrer- und Beifahrertüre und die Rückfahrkameras hatte man stets einen guten Überblick. Selten gab es Situationen, bei denen man sich ein kleineres Fahrzeug herbeigewünscht hätte – aber drei davon haben auch wir erlebt.

Der Klöntalersee ist ein Besuchermagnet in der Schweiz wegen seiner beeindruckenden landschaftlichen Kulisse. Foto: GSCHWÄTZ

Unser Urlaubsziel war die Schweiz – und hier ist ja bekanntlich alles etwas kleiner und schnuckeliger. Im Internet wurde von anderen Campern (!) der Klöntaler See angepriesen – ein Geheimtipp für Naturcamping. Die Landschaft dort ist wirklich beeindruckend vielfältig, da der See in einer Senke umringt von Berggipfeln liegt. Auf der einen Seite waren die Berggipfel bestückt mit grünen Tannen, auf der anderen Seite taten sich weiße Gletscherzipfel vor einem auf. Die Anfahrt zu diesem See war weniger erstrebenswert. Ohne Vorwarnung wurden die Straßen an dem immer steiler werdenden Bergmassiv immer kleiner. Knapp 6 Kilometer fuhr man teils mit Gegenverkehr auf einer Straße, die eigentlich nur Platz für ein Fahrzeug bot. Jedes Mal, wenn sich eine Kurve auftat und man um einen Bergvorsprung herumfahren musste, beteten wir, dass kein anderes Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit entgegenkam und uns erst zu spät sah, denn ausweichen war aufgrund der Größe unseres Campers eigentlich unmöglich. Zum Aneinandervorbeikommen gab es an verschiedenen Stellen lediglich Ausweichbuchten.

Geheimtipp: das autofreie Weindörfchen Quinten liegt auf der mediterranen Sonnenseite der Schweiz am Walensee. Foto: GSCHWÄTZ

Der See selbst hatte bestimmt schon mal mehr Wasser gesehen. Wir waren Anfang April dort. Der Wasserstand war um mehr als die Hälfte niedriger als sonst. Wir blieben hier eine Nacht autark stehen und genossen die Stille um uns herum, da die Tourismus-Saison hier noch nicht eingeläutet war. Beeindruckende Wanderwege taten sich vor uns auf. Die Autobatterie hielt insgesamt zwei Tage problemlos durch. Um den See herum oder daran vorbei konnte man nicht fahren, da die Straße wegen Bauarbeiten zwar nicht gesperrt, aber so eng war, dass man mit einem Camper unserer Größe nicht durchkam. Also hieß es: Dasselbe enge Bergsträßchen wieder zurück. Die zwei weiteren kleinen Hindernisse, die mit unserem Campervan kein Durchkommen ermöglichten, waren einmal eine kleine Unterführung zu einem Campingplatz direkt am Schweizer Walensee. Aber hier war eine Umfahrung über eine andere Straße problemlos möglich. Dann scheiterten wir noch an einer Schranke auf einer Autobahnraststätte mit einer Durchfahrtshöhe von 2,50 Meter. Also mussten wir hier zurücksetzen und unser Fahrzeug auf den Lkw-Parkplätzen abstellen.

So lässt sich’s campen: direkt am Wasser des Walensees in der Schweiz. Foto: GSCHWÄTZ

Alles andere war kein Problem, auch in der Schweiz nicht. Bei unseren Campingplätzen suchten wir uns naturnahe Plätze entweder direkt am Waldrand oder am Wasser aus. Die Preise lagen dabei zwischen 30 und 65 Euro – jeweils mit Strom. Der Campingplatz direkt am Strand des Walensees in der Schweiz im Kanton Sankt Gallen kostete 50 Euro pro Nacht. Das Anstöpseln des Stroms an den Plätzen war kein Problem. Das mitgelieferte Kabel mi Verlängerung passte immer und in der Schweiz gab es Adapter dazu. Zum Entleeren der Abwassertanks genügt es, einen Hebel umzulegen. Entweder gab es Schächte, über die man darüber fahren musste, um das Wasser abzulassen oder Schläuche mit einem Trichter am Ende. Beide Methoden waren mühelos machbar.

Wer schon mal in Sankt Gallen ist, der darf die Tamina Therme in keinem Fall verpassen: Baden bei 39 Grad mit Ausblick auf weiße Gletscherwände. Foto: GSCHWÄTZ

Unser VW Camper war relativ neu und hatte einen kleinen Bordcomputer, bei dem man alle Füllstände (Wasser, Abwasser) abrufen konnte. Mit eine Klick konnte die Heizung mit der gewünschten Innentemperatur angeschaltet werden. Diese lief fast geräuschlos und heizte das Fahrzeug schnell auf. Man musste keine Angst haben, dass die Gasflasche irgendwann leer war, da die Standheizung über den Dieseltank lief. Da es bei uns noch relativ frisch in der Nacht war, ließen wir die Heizung die ganze Nach über laufen. Sie verbrauchte dabei so wenig Diesel, dass sich der Tankfüllstand auf dem Tacho kaum verändert hat. Die Gasflasche, die sich im Kofferraum befindet, benötigten wir lediglich für den Gasherd, der ebenfalls mit einem Knopfdruck ohne Feuerzeug angeschaltet werden konnte. Das Auf- und Zudrehen des Gashahnes wie früher war bei unserem Modell nicht mehr nötig, da die Gasflasche einen speziellen Auffahrschutz hat und bei einem Unfall dadurch nichts passieren kann.

Speziell für Hundebesitzer ist dieser Campingplatz mit Einzäunung gemacht. Direkt von dort läuft man direkt in die wundersamen Wälder des Schwarzwaldes. Foto: GSCHWÄTZ

Wir benutzten fast ausschließlich die Dusche und die Toilette im Camper. Das Frischwasser haben wir in der Urlaubswoche einmal nach zwei Tagen wieder komplett aufgefüllt, nachdem er halb leer war nach dem Duschen. Das Abwasser haben wir lediglich am Ende vor der Rückgabe komplett entleert. Die Toilette haben wir zweimal leeren müssen. Alles in allem waren die technischen Dinge absolut machbar und insgesamt wenig zeitaufwändig.

Unsere Stellplätze, die wir alle sehr empfehlen können, in einem kurzen Überblick:

# Camping mit Hund Deluxe. Im kleinen aber feinen Lynx Camp im Schwarzwald kann der Vierbeiner auch ohne Leine außerhalb vom Camper spazieren gehen, da jeder Stellplatz eingezäunt ist. Zudem gibt es einen Freilauf-Spielplatz mit Parcours für alle Hunde. Direkt am Waldrand mit Wanderwegen im Schwarzwald gelegen. Preis für uns pro Nacht an Ostern: 65 Euro. Anmeldung und Check-in geht nur online beziehungsweise autark, ist aber sehr einfach und problemlos. Ohne Vorreservierung ist eine spontane Anfahrt laut der Homepage nicht möglich. Da wir eine Toilette und eine Dusche an Bord hatten, hat es uns nichts ausgemacht. Andere Reisende bemängeln aber, dass es nur eine Dusche und eine Toilette an dem Campingplatz gibt. Es gibt hier aber einen Duschplan, in dem man sich dann einfach eintragen kann. Zu dem Zeitpunkt, an dem wir dort waren, waren auch relativ wenige Camper dort.

# Camping Murg am Walensee im Kanton Sankt Gallen. Direkt am Wasser darf man hier seinen Camper parken. Einen Strand und einen Hundestrand gibt es ebenfalls. Die Aussicht ist daher grandios. Die Plätze sind alle groß genug, um neben dem Camper noch eine Markise auszufahren und Tisch und Stühle hinzustellen. Vom Walensee hat man diverse Ausflugsmöglichkeiten. Wir waren unter anderem in der Tamina Therme mit Quellwasser und atemberaubender Aussicht. Mit einem kleinen Boot konnte man vom Campingplaz auf die andere Seite des Walensees gefahren werden. Dort wartet das autofreie Weindörfchen Quinten. Hier ist das Mikroklima mediterran, was den Weinanbau und das Wachsen von Feigen- und Kiwibäumen fördert. Auch dieser Besuch hat sich in jedem Fall gelohnt. Darüber hinaus gibt es noch diverse Wandergebiete, unter anderem durch einen der größten Kastanienwälder der Schweiz. Wir haben 50 Euro pro Nacht auf diesem Campingplatz bezahlt.

# Schwarzwald Camping Altensteig. Interessant für alle Hohenloher: Begrüßt wird man, wenn man Glück hat, von einem Öhringer, der in den Schwarzwald „ausgewandert“ ist und seitdem auf dem Campingplatz arbeitet. Hier gibt es sehr viele Langzeitcamper. Die, die wie wir nur spontan und kurz quasi als Durchfahrtsetappe vorbeischneien, haben die Auswahl zwischen diversen Abstellmöglichkeiten direkt am Fluss und angrenzend an Wald- und Wanderwegen durch den Schwarzwald. Es gibt hier keine abgesteckten Parzellen, sondern große Wiesen. Der Platz kostete uns 31 Euro pro Nacht. Auch von diesem Standort kann man zahlreiche Ausflüge machen, unter anderem zu einer Rodelbahn und zum Adventure Golf. Ein netter Biergarten am Wasser und zwei Riesentrampoline für Kinder befinden sich direkt auf dem Campingplatz.

 

 




24-Jähriger beleidigt Polizisten und leistet massiven Widerstand

Zwei Beamte verletzt Polizeibeamte mussten am Sonntagmorgen einen 24-Jährigen in Gewahrsam nehmen, nachdem er mehrere Beamte beleidigte und Widerstand leistet. Der Mann verständigte gegen 8 Uhr selbst die Polizei per Notruf aufgrund einer angeblichen Schlägerei im August-Beyer-Weg. Beim Eintreffen der Beamten, teilte er mit, dass eine andere Person stark betrunken sei. Als eine Beamtin nach seinem Ausweis fragte, beleidigte er sie.

Als der 24-Jährige immer wieder auf den anderen angeblich betrunkenen Mann zuging und nicht stehen blieb, musste er durch die Beamten festgehalten werden. Dabei leistete er sofort massiv Widerstand und musste zu Boden gebracht werden. Daraufhin trat er nach den Polizisten und erwischte die eingesetzte Beamtin. Durch insgesamt vier Beamte wurde der Mann in Gewahrsam genommen.

Ein Alkoholtest ergab einen Wert von rund 1,7 Promille, weshalb dem Mann durch einen Arzt Blut abgenommen wurde. Anschließend wurde er in eine Zelle auf dem Polizeirevier gebracht. Auch dort sperrte er sich weiterhin gegen die Maßnahmen. Zwei Beamte erlitten Verletzungen. Der 24-Jährige muss nun mit mehreren Anzeigen rechnen.




Die Akte Kasia Lenhardt – Warum Jeroame Boateng niemals mehr in der Nationalelf spielen dürfte

Jung, schön. Begehrt. Nicht mehr am Leben. Vor drei Jahren wird Kasia Lenhardt leblos in ihrem Apartment in Berlin-Charlottenburg, aufgefunden. Vorausgegangen war eine mediale Hetzjagd, unter anderem angefeuert durch die Berichterstattung der BILD, gegen die damals 25-Jährige.

Der Hintergrund: Öffentlich wurde das Model damals so dargestellt, als ob sie die Prominenz des Fußballstars für sich (aus-)nutzen wollte und sie ihn genötigt habe, eine Beziehung mit ihm zu führen. So zumindest stellt es Jérôme Boateng in einem Interview mit der Bild-Zeitung dar, nachdem unter anderem Vorwürfe wegen häuslicher Gewalt gegen ihn im Raum standen.

Nach dem Interview, das Der Fußballstar der BILD gibt, erhält Kasia Lenhardt einen öffentlichen Shitstorm, unter anderem Hassmails von Boateng-Anhängern. Wenige Tage später ist sie tot. Es wird nach wie vor davon ausgegangen, dass sie sich umgebracht hat.

Das ist nicht das Mittelalter und das Infernal einer Hexenverbrennung. Das ist Deutschland im 21. Jahrhundert. Kein Bedauern über ein ausgelöschtes Menschenleben. Kasia war vermutlich eine verkappte Hexe, die den Weltfußballer Boateng genötigt, zu tun, wie ihm geheißen. Oder war alles doch ganz anders?

In einer aufwändig recherchierten Spiegel-Reportage namens „Die Akte Kasia Lenhardt“ gehen nun die Autorinnen Maike Backhaus und Nora Gantenbrink der Akte Kasia Lenhardt nach – mit erschütternden Ergebnissen.

In Folge 2 der Podcastserie mit dem Titel: „Der Ohrring“ rekonstruieren die Spiegel-Journalistinnen unter anderem ein Treffen der beiden in der gemeinsamen Wohnung in Charlottenburg Ende Januar, die Boateng für sie gemietet hatte. Er besucht sie und hat eine Verschwiegenheitserklärung dabei, die sie verpflichtet, niemals in der Öffentlichkeit über ihre Beziehung zu sprechen. Laut den Recherchen hat Kasia nach dem Besuch ein zerrissenes Ohrläppchen. Die Verschwiegenheitserklärung ist von ihr unterzeichnet worden.

Anfang Februar möchte sich Kasia endgültig von ihm trennen. Boateng gibt zur selben Zeit der BILD ein Interview. Darin spricht er über das Ende der Beziehung mit Kasia Lenhardt. Er behauptet darin unter anderem, Kasia Lenhardt habe ihn erpresst. Er habe nie eine Beziehung mit ihr führen wollen. Danach beginnt eine Schlammschlacht in den Boulevardmedien. Kasia Lenhardt glaubt, dass die Verschwiegenheitserklärung ihr verbiete, ihre Sicht auf die Beziehung öffentlich zu machen. Damit bleiben Boatengs Behauptungen weitgehend unwidersprochen.

Kasia Lenhardt wird nach dem »Bild«-Interview von Jérôme Boateng das Zentrum einer Hetzkampagne im Netz und sucht Hilfe bei Anwälten. Sie will die Verschwiegenheitsvereinbarung anfechten. Unseren Informationen nach habe sie überlegt, eine Anzeige wegen Körperverletzung und übler Nachrede zu erstatten. Dazu wird es nicht mehr kommen: Am 9. Februar wird Kasia Lenhardt tot aufgefunden. Kurz vor ihrem Tod nimmt sie zwei Anrufe auf ihrem Handy an.

Die Faktenlage gegen den ehemaligen Weltfußballer ist in dem Podcast erdrückend schwer. Häusliche Gewalt, eine stark toxische Beziehung, eine Täter-Opfer-Umkehr (nach einer Trennung), soziale Ächtung. Das wirklich Beklemmende daran ist, dass diese Konstellationen nach wie vor nicht selten ein Deutschland sind. Kasia Lenhardt steht damit stellvertretend für viele Betroffene. Diesem Druck standzuhalten, ist unglaublich schwer. Viele Menschen haben sich nun hinter Kasia gestellt. Manche fordern, dass Boateng dadurch nie wieder für die Nationalelf spielen dürfte. Da Fußball auch eng verbandelt ist mit dem Lebensgefühl und der Moral eines Landes täte Deutschland gut daran, dieses Verhalten nicht zu belohnen, sondern stattdessen ein Zeichen zu setzen – für ein gewaltfreies Miteinander, für die gleichen Rechte für Männer und Frauen und für ein vehementeres Eintreten gegen jede Form von psychischer und physischer Gewalt.

Den ganzen Podcast gibt es hier.




Kehrt am 01. April der größte deutsche Entertainer aller Zeiten zurück?

Elton rudert auf einem kleinen auf einem einsamen See herum und schreit nach seinem Meister Stefan Raab, im Hintergrund singt Stefan Raab ein entspanntes Angler-Lied. Dann endlich, sieht Elton ihn, wie er tatsächlich am See sitzt und angelt. Die suchen dich schon alle, sagt Elton an den vermeintlichen Stefan Raab gerichtet, dessen Gesicht man jedoch in dem kurzen Videoclip nicht sieht. Der wohl erfolgreichste Entertainer im deutschen Fernsehen in den 1990er und 2000er Jahren lässt sich zu einem Comeback am 01. April überreden, wenn Elton es schafft, ihm innerhalb von drei Tagen bis zum 01. April 2024 9 Millionen Insta-Follower zu verschaffen. Das ist der Deal.

Derzeit dümpelt Raabs Instagram-Account bei 2,3 Millionen herum. Aber es ist auch nur ein Foto von ihm bislang dort veröffentlicht worden. Das stammt von 2016. Nun das Video, das fast 10 Millionen Aufrufe bis Samstag, den 30. März 2024, zu verzeichnen hat. Aber ob das mit den 9 Millionen bis Ostermontag, den 01. April klappt, bleibt dahingestellt, da bereits jetzt einige zweifeln an einem wirklichen Comeback. Laut Bild-Zeitung soll es auch mit 9 Millionen Followern kein Comeback zurück auf die Bühne für den Showstar geben. Derzeit ist er als Producer für mehrere erfolgreiche Fernsehshows- und -sendungen unterwegs. Auch ein Sendung zur EM 2024 mit Elton sei geplant.

Die Fans jedenfalls reagieren begeistert auf diese Ankündigung. „Der einzige Mann bei dem ich mir wünsche dass er möglichst schnell kommt“, schreibt etwa „Wastarasagt“. „Kitiskitchen“ schwärmt: „Wie nostalgisch kann eine Stimme sein 😭 Das kann Gen Z niemals verstehen.“ Der bekannte Hundeprofi Martin Rütter kommentierte: „Ok, Leute ich sag wie es ist: der Plan ist, dass Stefan mit mir gemeinsam als Hundeprofi auf Tour geht…“ Daniela Katzenberger schreibt begeistert: „Oh yes…“




Politisch motivierte Tat?

Eine Würth-Stele im Öhringer Hofgarten wurde vermutlich mutwillig komplett zerstört. Das berichtet die Heilbronner Stimme. Eine Mitarbeiterin der Zeitung hatte die kaputte Stele entdeckt und der Polizei gemeldet.

Bei der Stele handelt es sich laut dem Bericht um eine Stele aus Sandstein mit der Aufschrift „Reinhold-Würth-Allee“. Viel ist von ihr nicht mehr übrig. Sie wurde wohl aus dem Sockel gerissen und auf den Boden geworden. Dabei zerbrach sie in mehrere Teile.

Die Polizei ermittelt. Bislang gibt es jedoch noch keine Tatverdächtigen. Der Unternehmer Reinhold Würth hat vor einigen Tagen für Aufsehen gesorgt mit einem offenen Brief an seine Mitarbeiter, bei den kommenden Wahlen nicht die AfD zu wählen. Ob es sich bei der Zerstörungstat um eine politisch motivierte Aktion handelt, ist derzeit jedoch nicht bekannt.




Pinke Party

5 Minuten vor dem Schlusspfiff fährt Füllkrugs Schulter gestern den zweiten Sieg gegen eine großen EM-Mannschaft ein. Nach Frankreich nun gegen die Niederlande. Mit 2:1 geht die Nationalmannschaft denn auch euphorisch vom Feld und Deutschland jubelt. Deutschland schafft das, was in den vergangenen Jahren oft nicht möglich war: Ein Spiel im Rückstand souverän mit astreinem Können zu drehen.

Dieses junge Team entfacht, was in Deutschland angesichts der allumfassenden Tristesse mit Krisen und Kriegen kaum mehr möglich geglaubt: Euphorie.

Euphorie für eine junge Mannschaft, die alles gibt, klug spielt, scheinbar in kürzestes Zeit gelernt hat, bei ihrem schnellen Passspiel perfekt ineinanderzugreifen. Die älteren wie Kroos und Gündogan strahlen Ruhe aus, die jungen neuen Spieler folgen und verwandeln. Der Wille, eine ganze Nation zu begeistern, ist da – und gelingt auch. Deutschland ist zurück im großen Fußball. So scheint es zumindest aktuell.

Während die EM-Trikots bislang noch müde in den Regalen herumhängen, wird sich das nun ändern. Die Stimmung im Ländle kippt – ins Positive. A propos Trikots. Was musste sich Adidas Kritik anhören ob dieser pinken Farbgebung bei den Auswärtstrikots. Wie könne man nur, das seien Frauenfarben. Das sei doch kein Trikot für eine National-Elf. Doch, ist es. Es ist zwar eben so gar nicht good old german, so gar nicht one colour, so gar nicht old fashioned. Und genau das macht es so furios. Weil es eben genau dieses altbekannte Deutschland mit seinen Traditionen völlig konterkariert und aussagt: Wir können auch jung und hip sein. Und natürlich tragen in Deutschland die Männer nicht nur Bierbauch und Lederhosen, sondern auch mal die Farbe pink. So what? We love it. Und die Legenden des Fußballs, wie Rudi Völler, ebenso, wie der lustige Videoclip von Adidas beweist, der vermutlich schon voraussahnte, was ihm da an pink Protestlern entgegenschlägt. Auf humorvolle Weise lässt der Ausstatter darin die Mannschaft und Größen des Fußballs, aber auch Lena Gercke zu Wort kommen und sagt damit: Yes, we can.

Ebenso ein Novum: Gegen die Niederlande spielte die Nationaelf nicht nur beeindruckend in diesen pinken Shirts. Sondern es wurde zum ersten Mal der von vielen Fans per Petition geforderte Song „Völlig losgelöst“ von Major Tom bei den Toren der deutschen Mannschaft gespielt. Dieses Lied lief übrigens in dem Adidas-Video über die Vorstellung der neuen Trikots als Hintergrundmusik.

Deutschland kann auch anders. Wie schön zu sehen. Diese Stimmung erinnert in Ansätzen ein wenig an ein bereits da gewesenes Sommermärchen. 2006. Bei der WM in Deutschland.

So fallen denn auch die internationalen Pressestimmen zu den Freundschaftsspielen, bevor es dann am 14. Juni richtig los geht mit der EM, durchweg positiv aus:

„Pinke Party“ titelt etwa die Bild.: „Jetzt sehen wir PINK für die EM! Die deutsche Nationalmannschaft dreht nach dem Sieg gegen Frankreich einen 0:1-Rückstand gegen Holland noch in einen 2:1-Erfolg – die Heim-Europameisterschaft kann kommen!“

Süddeutsche Zeitung: „Dem Sieg gegen Frankreich folgt ein Sieg gegen die Niederlande. Die Nationalelf beweist beim 2:1 in Frankfurt, dass sie dank der Handgriffe von Bundestrainer Julian Nagelsmann zu Klasse und Substanz zurückgefunden hat.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Schlechte Stimmung rund um die Nationalmannschaft? Das scheint lange her – nach dem 2:1 gegen die Niederlande und dem zweiten Sieg in vier Tagen könnte die EM sofort beginnen.“

Spiegel: „Die deutsche Nationalmannschaft feiert gegen die Niederlande den zweiten Sieg in Folge. Und plötzlich entsteht rund um dieses Team, das seit Jahren gegen den Bedeutungsverlust ankämpft, EM-Euphorie. Mittendrin: Major Tom.“

NRC-Handelsblad: „Fußball ist ein einfaches Spiel, …, und am Ende gewinnen die Deutschen.“

L’Équipe:„Deutschland dominiert die Niederlande und holt sich Selbstvertrauen für seine Heim-EM“
Krone Zeitung: „Deutschland dreht Hit gegen ÖFB-Gegner Niederlande“
Kleine Zeitung: „DFB-Elf schlägt auch die Niederlande. Deutschland hat auch seinen zweiten Fußball-Testspielschlager im EM-Jahr gewonnen. Der EURO-Gastgeber besiegte nach dem 2:0 über Frankreich die Niederlande am Dienstag in Frankfurt mit 2:1 und damit einen weiteren EM-Gruppengegner Österreichs.“
Laola1.at: „Nächster Sieg! DFB-Team schlägt Niederlande: Der EURO-Gastgeber geht in Frankfurt früh in Rückstand, gewinnt am Ende aber.“



Der Anschlag von Moskau ist auch eine Chance

Der Anschlag von Moskau ist auch eine Chance – eine Chance, dass angesichts der drohenden Gefahren ausgehend vom IS der Westen und Russland wieder näher zusammenrücken. Anna-Lena Baerbock und Olaf Scholz verurteilten die Anschläge scharf und sprachen Russland Ihr Mitgefühl aus – eine groteske Situation angesichts des parallel verlaufenden Zweifrontenkrieges in der Ukraine, in welchem Russland Deutschlands „Gegner“ ist.

Deutschlands Außenministerin schrieb auf Twitter: „Wir trauern mit den Familien der Opfer des Anschlags bei #Moskau. Unschuldige Menschen, die einfach nur zu einem Rockkonzert gehen wollten, wurden kaltblütig ermordet. Wir verurteilen feigen, unmenschlichen Terror – an jedem Ort. Den Menschen in Russland gilt unser Mitgefühl.“

Daher, so schlimm es sich auch anhört, hätte dieser Anschlag auch eine Chance sein können, einen drohenden Weltkrieg abzuwenden. Nach zwei Jahren Krieg in der Ukraine mischen so viele Staaten unter der NATO-Haube mit wie niemals zuvor auf dem europäischen Kontinent – seit dem Zweiten Weltkrieg. Noch nie war die Gefahr eines Flächenbrandes, der ganz Europa erfassen könnte so real wie vor 100 Jahren. Die hohe Inflation, die steigende Arbeitslosigkeit angesichts der Pleitewelle vieler Unternehmen in Deutschland und die hohe Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik begünstigen ein weiterer Rechtsruck bei den anstehenden Wahlen.

Der Anschlag zeigt: Der IS kämpft gegen Russland und auch gegen den so genannten „Westen“ – also auch gegen Deutschland. Wichtig war hier, ein klares Signal der Mitmenschlichkeit zu senden, denn wir sind alle nur Menschen. Über 130 haben ihr Leben in der russischen Konzerthalle verloren – abertausende im Krieg in der Ukraine.