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Kommt die Kochertalbahn?

Öffentliche Infoveranstaltung am 21. Januar 2026

Eine Bahn fährt durch das grün.
Die neue Kochertalbahn wird nichts mehr mit alten, lauten Dieselloks zu tun haben. Geplant ist ein moderner S-Bahn-Betrieb: elektrisch, komfortabel und leise. Dieses Bild ist KI-generiert.

Wie könnte die Zukunft der Kochertalbahn aussehen? Am 21. Januar 2026 lädt die Stadtverwaltung Künzelsau gemeinsam mit den Gemeinden Kupferzell und Waldenburg zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Vertreter der Kommunen, der beteiligten Planungsbüros, des Verkehrsministeriums und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH berichten über den aktuellen Stand und geben einen Ausblick auf die nächsten Schritte. Beginn ist um 18.30 Uhr in der in der Carl-Julius-Weber-Halle in Kupferzell.

Projektteam stellt Planungen und Umfrageergebnisse vor

Die Reaktivierung der Kochertalbahn beschäftigt Politik, Wirtschaft und Bevölkerung seit Jahren. Nach einer europaweiten Ausschreibung hat die Stadtverwaltung Künzelsau 2025 eine Bietergemeinschaft der Büros Obermeyer, Schüßler-Plan und Transport Technologie-Consult Karlsruhe GmbH (TTK) mit den Planungsleistungen beauftragt. Seither laufen die Arbeiten, nun werden die Ergebnisse erstmals öffentlich vorgestellt. Auch die Resultate der großen Befragung, an der sich mehr als 2.700 Einwohnerinnen und Einwohner beteiligt haben, werden präsentiert. „Die hohe Beteiligung an der Umfrage zur Kochertalbahn zeigt, wie wichtig das Projekt den Menschen ist“, betont Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann. „Uns ist es ein Anliegen, die Einwohnerinnen und Einwohner eng mitzunehmen und transparent über den Fortschritt zu informieren. Die Reaktivierung der Kochertalbahn ist eine große Chance für die gesamte Region.“

In einer anschließenden Podiumsrunde erläutern die Projektbeteiligten unter anderem, welches Potenzial die Kochertalbahn für die Region bietet, welche Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten einfließen und wie die Finanzierung gestaltet sein kann. Die Voraussetzungen sind günstig: Der Bund und das Land übernehmen bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, das Land Baden-Württemberg finanziert zusätzlich die ersten hundert reaktivierten Streckenkilometer.

Mitreden, nachfragen, Ideen einbringen

Nach den Präsentationen haben Besucherinnen und Besucher an Themenständen die Möglichkeit, direkt mit den verantwortlichen Fachleuten ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und Hinweise zu geben. Auch die Bürgermeister der Kommunen Kupferzell, Waldenburg und Künzelsau stehen für Gespräche bereit.

Anmelden

Für eine bessere Planbarkeit wird um Anmeldung gebeten unter mitmachen.kuenzelsau.de/de/kochertalbahn

Im März 2026 folgen weitere Beteiligungswerkstätten in den drei Kommunen, mit erneutem Raum für Austausch und Impulse der Einwohnerinnen und Einwohner.




Ohne Gerichtsverfahren direkt in den Knast – Der unglaubliche Fall der Anette W.

Gnadengesuch vor Weihnachten – Mutter sitzt im Gefängnis ohne Prozess

Eine Mutter sitzt in Niedersachsen wegen eines Sorgerechtsstreits für 150 Tage in Haft. Sie hatte kein Gerichtsverfahren. Wie kann das sein?

In diesem Jahr lässt Niedersachsens Justiz 56 Menschen im Rahmen der „Weihnachtsgnade“ aus der Haft. Bisher nicht dabei ist die Mutter Anette W., die seit November im Frauengefängnis Hildesheim sitzt, weil das Amtsgericht Hannover für sie 150 Tage Ordnungshaft verhängte. Der Beschluss war ungewöhnlich, weil er nach Familienrecht erging und es kein Gerichtsverfahren gab, das sonst bei einer langen Freiheitsstrafe üblich ist.

Der Heidelberger Professor für Strafrecht Christian Laue vertritt Anette W. und reichte für sie am Donnerstag ein „Gnadengesuch“ beim Niedersächsischen Justizministerium ein. Gleichzeitig beantragte er beim Amtsgericht Hannover, die Ordnungshaft aufzuheben. Der Fall ist mittlerweile auch ein Politikum und steht dafür, wie die Justiz mit Müttern und Kindern umgeht.

Frau W. hat zwei Töchter. Dem Vater war vor fünf Jahren das Sorgerecht übertragen worden, nachdem eine Betreuung im Wechselmodell nicht funktioniert hatte. Im Sommer 2021 fuhr die ältere Tochter mit der Straßenbahn zu ihrer Mutter und weigerte sich, zum Vater zurückzukehren. Dann tauchten Mutter und Tochter gemeinsam unter und zogen nach Frankfurt. Da wurde Anette W. am 6. November verhaftet. Ihre Tochter wurde vom Jugendamt anonym in einer Einrichtung untergebracht. Eine Bekannte, die mit der heute 13-Jährigen zuletzt noch Kontakt hatte, sagt, das Jugendamt hätte ihr eigentlich zugesichert, dass genau das nicht passiert. „Sie hatte große Angst, dass sie weggebracht und isoliert wird, ohne Kontakt zu ihren liebsten Menschen.“

Infolge der Haft schon die Wohnung verloren

Doch auch für die Mutter ist die nun schon sieben Wochen dauernde Haft hart – und sie hat Folgen. Sie musste bereits ihre Wohnung kündigen und bangt um ihren Job. „Meiner Mandantin droht der Verlust ihrer bürgerlichen Existenz, im schlimmsten Fall Obdachlosigkeit“, sagt Anwalt Laue.

Seine Anträge hat er ausführlich begründet. Ein wichtiger Punkt: Anette W. hatte kein Gerichtsverfahren. Sie wurde nicht nach Strafrecht verurteilt. In dem Fall, schreibt der Anwalt, hätte sie ein faires Verfahren gehabt, in dem das Gericht ihre Schuld hätte beweisen müssen. Auch müsse die Justiz beim Strafrecht berücksichtigen, welche schädlichen Folgen ein Freiheitsentzug hat und dem entgegenwirken.

Stattdessen wurde ihre Haft aber als „Ordnungsmittel“ nach Familienrecht verhängt, konkret nach dem schon bei der Einführung 2009 arg umstrittenen Paragraf 89 des Gesetzes über Verfahren in Familiensachen und in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG). Die Haft soll zum einen „Erzwingungsfunktion“ zur Herausgabe des Kindes haben, zum anderen auch „Sanktionscharakter“.

Erzwingen müsse das Gericht mit der Haft nichts mehr, da das Kind nicht mehr bei der Mutter ist, argumentiert Laue. Aber auch eine Ordnungshaft zur Sanktionierung eines Menschen müsse verfassungsrechtlichen Vorgaben genügen, die der Jurist hier nicht erfüllt sieht.

Anette W. hatte kein Gerichtsverfahren. Sie wurde nicht nach Strafrecht verurteilt. In dem Fall, schreibt der Anwalt, hätte sie ein faires Verfahren gehabt, in dem das Gericht ihre Schuld hätte beweisen müssen.

Vor allem sei die Schuld nicht bewiesen. Das Gericht fällte den Beschluss im Januar 2025 in Abwesenheit der Mutter und schrieb, sie verantworte „massive Schäden“ für ihr Kind, da es nicht zur Schule gehe. Dem widerspricht ihr Anwalt. „Tatsächlich hat meine Mandantin aber für eine Beschulung ihrer Tochter gesorgt“, sagt Laue. „Sie hatte einen Freundeskreis und war gut in einen Sportverein integriert.“

In England hilft der Staat Müttern aus der Illegalität

Ungewöhnlich findet den Fall auch der Rechtswissenschaftler Ludwig Salgo. „Eine Ordnungshaft von 150 Tagen in dieser Größenordnung ist äußerst selten“, sagt er. Die Maßnahme sei in ihrer Wirkung enorm und ihre Aufrechterhaltung unverhältnismäßig. „Es zielt auf die Mutter, trifft aber das Kind im erschütternden Ausmaß“, so der Wissenschaftler. Natürlich dürfe es keine Selbstjustiz geben. „Aber es gilt stets, die für das Kind am wenigsten schädliche Alternative zu finden. Und da das Kind nicht zum Vater möchte, wäre ein Leben bei der Mutter eine solche“. Der Staat müsse mit seiner Macht umsichtig umgehen, sagt Salgo. „Man muss sich fragen, was treibt Mütter in die Illegalität? Dem ging meist eine höchst problematische Gerichtsentscheidung voraus“.

Salgo zieht den Vergleich mit Großbritannien. Da bietet man Müttern in solchen Fällen „Undertakings“ an, also rechtliche Zusagen, um sie aus der Illegalität zu holen. Dabei wird dem mit Kind untergetauchten Elternteil zugesagt, dass das Kind nicht von ihm getrennt wird, wenn sie aus der Illegalität auftauchen und dies dem Wohl des Kindes entspricht. „Soweit ich es in diesem Fall gehört habe, hat das Kind diese Zeit gut überstanden, wurde beschult und war im Sportverein aktiv.“

Auch Miriam Hoheisel vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) übt Kritik: „Der Fall Frau W. zeigt eindrücklich, dass das Zwangsmittel Ordnungshaft keinen Platz bei der Durchsetzung von familiengerichtlichen Entscheidungen haben darf.“ So eine Haft greife tief und „weiter eskalierend“ in Familiendynamiken ein und führe dazu, dass der Kindeswille missachtet wird. Der VAMV fordert, die Ordnungshaft aus dem Gesetz zu streichen.

Stand Freitagmittag erklärt der Sprecher des Justizministeriums, das Gnadengesuch sei noch nicht eingegangen. Er werde aber am Montag noch einmal nachfragen. Das Amtsgericht Hannover bestätigt der taz immerhin, dass Laues Antrag zur Freilassung seiner Mandantin dort einging. Man werde, so ein Sprecher, „zeitnah“ entscheiden.

Gnadengesuche eingegangen

Am Montagmittag teilte Niedersachsens Justizministerium der taz dann mit, dass dort sogar zwei Gnadengesuche eingingen. Ein handschriftliches von Anette W. selber und jenes von Rechtsanwalt Christian Laue. „Beide werden unter Beachtung der Gnadenordnung bearbeitet“, sagt der Sprecher. Es solle natürlich „so schnell wie möglich entschieden“ werden.

Die Gnadenordnung sehe vor, dass von den beteiligten Gerichten, hier konkret vom Amtsgericht Hannover und vom Oberlandesgericht Celle, Stellungnahmen eingeholt werden. „Das geschieht jetzt“, sagt der Ministeriumssprecher. Sollte die Entscheidung noch vor Weihnachten fallen, werde man dies mitteilen. Und das Amtsgericht Hannover stellte Montagnachmittag in Aussicht, dass ein Beschluss noch an diesem Tag ergeht.

Spendenkampagne für Mutter und Tochter

Unter anderem Christina Mundlos, Sonja Howard und Elke Friedrich riefen bereits zu Spendenkampagnen auf. Wer ebenfalls Anette W. und ihre Tochter unterstützen möchte, kann dies über folgenden Link tun:

Spendenaktion von Sonja Howard: Aus Liebe zu ihrem Kind im Gefängnis, Hilfe für Anette&Julia

Den Spendentext hierzu mit Hintergrundinformationen möchten wir Euch ebenfalls nicht vorenthalten:
150 Tage Ordnungshaft für eine Mutter.
Ein fast 14-jähriges Mädchen in Isolation.
Ist das Kinderschutz?
Anette W. sitzt seit Anfang November in Haft.
Ihr „Vergehen“: Sie hat es nicht geschafft, ihre Tochter Julia (Name geändert) dazu zu bewegen, gegen Julias Willen zu ihrem Vater zurückzukehren.
Julia lebt nun in einem Kinderheim – anonym, isoliert, ohne Kontakt zu ihren Freunden, ohne ihren Sport, ohne Handy. Vor allem: ohne ihre Mutter.
Dabei wollte Julia seit Jahren immer nur eines: bei ihrer Mama bleiben.
Eine Geschichte wiederholter Traumatisierung
Seit 2018 wurden Anettes Töchter mehrfach gewaltsam, unter Polizeieinsatz, gegen ihren Willen von ihrer Mutter getrennt. Die Kinder wurden durch diese Maßnahmen nachweislich traumatisiert.
In einer Gerichtsverhandlung 2020 stellte das Amtsgericht Hannover fest, dass beide Mädchen in Obhut des Vaters „verwahrlost, ungepflegt und massiv gestresst waren“ Zudem hatten beide Mädchen bei der Verhandlung Knochenbrüche. Dennoch wurde Ende 2020 das alleinige Sorgerecht dem Vater übertragen und die Kinder blieben in seiner Obhut.
Im Frühjahr 2021 liefen beide Mädchen eigenmächtig von ihrem Vater weg und suchte Schutz bei ihrer Mutter.
Auch jetzt wurde ihr Wille missachtet und sie wurden erneut unter Polizeigewalt zurück zum Vater gebracht.
Die damals sechs Jährige jüngere Tochter verblieb nach dieser gewaltsamen Rückführung bei ihm und darf seither keinen Kontakt zu ihrer Mutter und weiteren Bezugspersonen haben. Dieses Schicksal drohte auch Julia.
Julia lief in der Folge noch zwei weitere male weg. Der letzte Herausgabeversuch im Juli 2021 wurde durch die Polizei abgebrochen. Seitdem blieb Julia bei ihrer Mutter.
Sowohl das Jugendamt als auch die vom Gericht bestellte Kinderanwältin stellten Julias eindeutigen Willen fest, bei ihrer Mutter bleiben zu wollen. Dennoch blieb das Sorgerecht beim Vater. Anfang 2023 folgte schließlich der schockierende Beschluss: Ordnungshaft für die Mutter.
Ein Stück Normalität
Aus Sorge vor einer weiteren Traumatisierung ihrer Tochter traf Anette W. die schwere Entscheidung, Julia zunächst selbst zu schützen und ihr Stabilität zu geben, während sie weiterhin eine rechtliche Klärung anstrebte.
In Frankfurt baute sie mit Julia ein neues, geschütztes Leben auf. Julia fand Freunde, Halt und Perspektive – insbesondere im Sport. Sie integrierte sich erfolgreich in einen Verein, trainierte später für den Landeskader und vertrat Hessen bei Wettkämpfen.
2 ½ Jaher später am 06.11.2025 wurde Anette W. völlig unerwartet nach der Arbeit auf offener Straße verhaftet.
Isolation statt Schutz für Julia
Die Behörden verhaftet die Mutter ohne die Sicherheit und Versorgung Julias zu gewährleisten. Sie blieb also zunächst allein zurück. Am folgenden Tag fand sie Schutz bei einer befreundeten Familie, die bereit war, sie längerfristig aufzunehmen.
Sechs Tage später wurde Julia jedoch unvorbereitet, gegen ihren Willen, weinend aus diesem Umfeld herausgerissen. Sie konnte sich weder von der Familie, noch ihren Freuden oder gar ihrer Katze verabschieden. Nicht einmal persönliche Dinge oder einen Rucksack mit ihrer Kleidung, Haarbürste etc. durfte sie mitnehmen. In der Nacht wurde sie von einem ihr unbekannten Mann über mehrere Stunden nach Niedersachsen gefahren. Die Fahrt ins Ungewisse verlief schweigend; kein Wort des Trostes, keine Erklärung, keine Beruhigung.
Seitdem lebt Julia, auf Wunsch des Vaters, anonym in einem Kinderheim – vollständig isoliert von ihrem bisherigen Umfeld. Ihr Handy wurde ihr abgenommen.
Wer Anette W. wirklich ist
Anette W. ist keine Kriminelle.
Sie ist eine gebildete, berufstätige und sozial integrierte, sanfte Frau. Sie trinkt keinen Alkohol, nimmt keine Drogen, ist tierlieb und in ihrem Umfeld sehr geschätzt.
Zu keinem Zeitpunkt gab es Anzeichen dafür, dass ihre liebevolle Fürsorge für ihre Kinder infrage stand.
Der einzige Vorwurf: dass sie ihre Kinder nicht dazu bringen konnte, gegen ihren Willen zu ihrem Vater zurückzugehen.
Warum wir eure Hilfe brauchen
Anette W. gehört nicht ins Gefängnis.
Und Julia gehört nicht in ein Heim.
Julia gehört in ein liebevolles Umfeld – zu Menschen, die sie kennt und denen sie vertraut.
Zu ihrer Mutter, ihren Freunden, ihrem Sport.
Zu einem ganz normalen Teenagerleben.
Und selbst für den Fall, dass Julia vorübergehend nicht bei ihrer Mutter sein kann, gäbe es in ihrem vertrauten sozialen Umfeld genügend Menschen und Familien, die bereit wären, sie aufzunehmen – ihr Sicherheit, Geborgenheit und Kontinuität zu geben. Stattdessen wurde sie aus genau diesem Umfeld herausgerissen und isoliert untergebracht.
Niemand sollte in einem Land leben, in dem der Wille eines Kindes nichts zählt und eine Mutter, die diesen Willen respektiert, im Gefängnis landet.
Es ist naheliegend, selbstverständlich und zutiefst menschlich, dass ein Kind bei seiner Mutter sein möchte. Und doch wird genau das hier verwehrt.
Es geht uns alle an. Es geht um soziale Gerechtigkeit – um das Recht eines Kindes auf Liebe, Schutz und Stabilität und um das Recht aber vor allem die Pflicht einer Mutter, ihr Kind schützen zu dürfen.
Manchmal braucht es Menschen, die hinschauen und helfen – damit Ungerechtigkeiten nicht zur Normalität werden.
Wie ihr helfen könnt
Um diesen Zustand schnellstmöglich zu beenden, sammeln wir Spenden für dringend benötigte Anwalts- und Gerichtskosten. Jeder Euro zählt.
Wer nicht spenden kann, hilft ebenfalls – durch Teilen, Weiterverbreiten und Hinsehen.
Auch Hinweise, Kontakte oder andere Formen der Unterstützung können helfen und sind willkommen.
Von Herzen danken wir euch für euer Mitgefühl, eure Anteilnahme und eure Unterstützung in jeder Form.
Sonja Howard Im Namen von Anette.
Und vor allem: im Namen von Julia.
Weitere Hintergrundinformationen:
https://www.youtube.com/watch?v=WPTW6oNTyqI&t=1s
https://www.change.org/p/stoppen-sie-kindeswohlgef%C3%A4hrdungen-durch-das-olg-celle
https://taz.de/Sorgerechtsstreit-in-Hannover/!6132891/



Große Glücksmomente für kleine Helden

Vor drei Jahren führte GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann ein Interview mit dem damals 20-jährigen Marcel Klisan. Er kam mit einem schweren Herzfehler auf die Welt, sein Leben war geprägt von ständigen Arztbesuchen, Infusionen und starken Medikamenten. Eine Therapie in den USA sollte sein Leiden ein wenig lindern. Doch dazu kam es nicht mehr. Er verstarb nur wenige Wochen nach de Interview im Januar 2023.

Weihnachtsspende von Hohenloher Landrat geht an herausragenden Verein in Niedernhall

Seinen Eltern ist wohl das Schlimmste widerfahren, was man sich nur vorstellen kann. Sie mussten ihren Sohn beerdigen. Wenig später gründeten sie den Verein Marcels Wunschmomente, im Rahmen dessen sie schwer kranken Kindern kleine und große Wünsche erfüllen – wie etwa ein besonderes Spielzeug oder ein E-Bike für einen herzkranken Jungen, ein Besuch bei den Ehrlich Brothers oder im Legoland.

Ian Schölzel, der Landrat des Hohenlohekreises, hat nun seine diesjährige Weihnachtsspende eben diesem ganz besonderen Verein gewidmet. Anbei veröffentlichen wir die Pressemitteilung hierzu:

 

Die diesjährige Weihnachtsspende des Landrats des Hohenlohekreises geht an Marcels Wunschmomente e.V. Am Dienstag, 16. Dezember 2025, überreichte Landrat Ian Schölzel den symbolischen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro persönlich an den Verein.

„Marcels Wunschmomente e. V. setzt sich mit Herzblut dafür ein, schwerkranken Kindern und ihren Familien besondere Momente zu schenken. Diese einfühlsame und wertvolle Arbeit verdient höchste Anerkennung. Mit der Weihnachtsspende möchten wir den Verein unterstützen und unsere Wertschätzung für dieses außergewöhnliche Engagement ausdrücken“, betonte Landrat Ian Schölzel bei der Übergabe.

Der Verein „Marcels Wunschmomente e. V.“ aus Niedernhall begleitet Familien mit schwer erkrankten Kindern, erfüllt Herzenswünsche und schenkt ihnen unvergessliche Momente in schwierigen Lebensphasen. Gegründet wurde der Verein von der Niedernhaller Familie Klisan, die mit ihrem Engagement anderen Betroffenen Unterstützung bieten und zugleich an ihren Sohn Marcel erinnern möchte. Marcel, Namensgeber des Vereins, verstarb am 25. Januar 2023 im Alter von 20 Jahren an den Folgen eines schweren Herzfehlers. In seinem Sinne setzt sich der Verein dafür ein, Familien, Kindern und ihren Geschwistern, den „Schattenkindern“, besondere Momente der Freude zu ermöglichen.
Von der Eröffnungsfeier über Familiennachmittage bis hin zum Basteln für den guten Zweck bietet der Verein im Hohenlohekreis vielfältige Möglichkeiten, zusammenzukommen und wertvolle Begegnungen zu erleben.

Der Verein bedankte sich für die Spende: „Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung. Jede Spende hilft uns, schwerkranken Kindern und ihren Familien unvergessliche Wunschmomente zu schenken und ihnen in schwierigen Zeiten Freude und Zuversicht zu geben. Inmitten von Krankenhausaufenthalten, Behandlungen und der oft belastenden Zeit des Krankseins bieten wir eine Auszeit vom Alltag. Jeder erfüllte Wunsch ist mehr als nur ein Geschenk – er schenkt Hoffnung und neue Kraft. Wir sagen von Herzen Danke – auch im Namen des gesamten Wunschmomente-Teams“, so Manuela Klisan, 1. Vorsitzende des Vereins.

„Es ist bemerkenswert, wie vielfältig und aktiv sich unterschiedlichste Initiativen in unserer Region und darüber hinaus für andere einsetzen. Das macht mich stolz und zeigt, wie stark der Zusammenhalt und das ehrenamtliche Engagement in unserem Landkreis sind“, ergänzte Landrat Schölzel.

Quelle und Foto: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises

 




Dr. Sandra Hartmann: „Das Gehirn einer Frau ist offensichtlich nicht für Führung ausgelegt“

„Um die internationale Ausrichtung und Kundenzentrierung der GEMÜ Gruppe weiter zu stärken, hat der Hohenloher Ventilspezialist seine Geschäftsführung im November 2025 neu aufgestellt. Stephan Gehrig erweitert als neuer Geschäftsführer Vertrieb und Marketing die Geschäftsführung der GEMÜ Gruppe“, heißt es in einer Pressemitteilung von Gemü vom 08. Dezember.

Gehrig ist damit der vierte Geschäftsführer im Konzern. Bei anderen Unternehmen in der Region, ist der Anteil von Frauen in der Führungsebene ebenfalls verschwindend gering.

„Vermutlich liegt das daran, dass das Gehirn von Frauen für die Komplexität kaufmännischer Aufgaben, denen sich Geschäftsführer und Vorstände gegenübersehen, nicht ausgelegt ist“, so GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann in ihrem Video-Kommentar.

Eine Frau unter vielen Männern: Bettina Würth (Wirtschaft) und Angela Merkel (Politik). Aber wir wissen alle: Eine Schwalbe macht eben doch noch lange keinen Sommer.

 

! Achtung: Satire 😉

Mann oh Mann, GEMÜ

Quelle: Pressemitteilung Gemü

Fotos: Screenshots von Pressemitteilungen der hiesigen Unternehmen




„Nun benötigen die Menschen in Sri Lanka unsere Hilfe und ich freue mich sehr, dass wir zumindest einen kleinen Beitrag leisten können.“

Wer erinnert sich nicht an das verheerende Unwetter 2016, welches das Kochertal flutete und insbesondere Braunsbach, aber auch die Künzelsauer Innenstadt förmlich wegspülte?

Zyklon zerstört Sri Lanka und niemand schaut hin

Anfang Dezember nun erlebt aktuell Sri Lanka eine derartige Überschwemmung seiner Städte. In dem Katastrophengebiet starben bislang rund 1.000 Menschen, zahlreiche Menschen haben ihre Häuser verloren. Ein Zyklon verwüstete Anfang Dezember 2025 einen ganzen Landstrich. GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann konnte mit Menschen vor Ort via Videoschalte sprechen.

Dringend gebraucht werden aktuell Lebensmittel, Wasser, Kleidung, Medikamente und Schulmaterial. Die Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, sind aktuell in Kirchen und Gemeinderäumen sowie Schulen untergebracht.

Auf Spendenpakete sollte man jedoch verzichten, da die hohen Zollgebühren ab der Grenze zur Hälfte von den Menschen in Sri Lanka getragen werden müssen.

Wer dennoch die Bevölkerung unterstützen möchte, kann dies gerne auch mit Kleinstbeträgen mit einer 1- oder 2-Euro-Spende tun. Wir leiten die Spenden dann 1:1 weiter. Ehrenamtliche vor Ort, wie etwa Michael, kaufen davon dann das, was aktuell am meisten gebraucht wird und übergeben es den Einsatzteams, die in die Katastrophengebiete fahren.

„Wir danken jedem Spendenden für die Unterstützung.“ so Dr. Sandra Hartmann. „Auch wir im Kochertal wissen, was es heißt, förmlich geflutet zu werden von Wassermassen und beinahe unterzugehen. Auch wir haben den Wiederaufbau von zahlreichen beschädigten Häusern nur gemeinsam geschafft. Nun benötigen die Menschen in Sri Lanka unsere Hilfe und ich freue mich sehr, dass wir zumindest einen kleinen Beitrag leisten können.“

paypal-Konto: info@gschwaetz.de

Verwendungszweck: „Spende Sri Lanka“

 




Öhringens Klinikneubau öffnet seine Pforten im Januar – und Künzelsauer erinnern sich dabei an ihren großen Verlust

Eigentlich sollte der Klinikneubau früher an den Start gehen, aber ganz so spät dran wie die Fertigstellung des Stuttgarter Bahnhofs ist er dann auch nicht. Im Januar 2026 öffnet der Neubau seine Pforten für Besucher, bevor es dann im Frühjahr losgehen soll mit den ersten Patient:innen.

Der 100-Millionen-Deal

Während die Öhringer sich freuen über ihr neues Krankenhaus, bleibt bei den Künzelsauern ein schaler Nachgeschmack, erinnern sie sich doch an ihr Krankenhaus, das vor sieben Jahren geschlossen wurde – als der Hohenloher Kreistag beschloss, das Angebot des Landes Baden-Württemberg anzunehmen: 50 Prozent finanzielle Beteiligung am Öhringer Klinikneubau (knapp 52 Millionen Euro) – im Gegenzug Schließung des Krankenhauses.

Hunderte Künzelsauer:innen demonstrierten monatelang für ihr Krankenhaus

Fast ein Jahr lang demonstrierten zuvor jede Woche hunderte Künzelsauer für den Erhalt ihres Krankenhauses. Eine Bürgerinitiative formierte sich, die auch auf die Folgen einer solchen Schließung hinwies, unter anderem längere Anfahrtswege in das nächste Krankenhaus. das bindet auch Rettungswägen, welche sowieso bereits eine extrem dünne Personaldecke aufweisen. Der Standort Künzelsau ist damit längst nicht mehr so attraktiv für Ärzte.

Eine Kreisstadt ohne Krankenhaus – Geht gar nicht, finden nach wie vor viele Einwohner:innen

Viele zogen mit ihren Praxen 2011 in das damals neu gebaute Künzelsauer Ärztehaus, um direkt angebunden zu sein an das  daneben stehende Krankenhaus. Das ist nun nicht mehr existent. Das Ärztehaus schon. Diverse Ärzte würden gerne in Rente gehen, doch Nachfolger finden sich nur schwerlich für ihre Praxen. Eine Kreisstadt ohne Krankenhaus? Geht gar nicht, finden nach wie vor viele Einwohner:innen.

Wartezeiten von bis zu 7 Stunden in den Notfallambulanzen der umliegenden Krankenhäuser

Das Versorgungsproblem zieht sich derweil auch bis zu den umliegenden Krankenhäusern, wo sich die Künzelsauer Patient:innen nun ebenfalls einfinden. War der Anstieg der akutstationären Patientenversorgung bereits beim Beschluss der Krankenhaus-Schließung auffallend hoch, ist er durch den Wegfall eines Krankenhaus für die anderen verbliebenen Häuser dementsprechend noch höher. Wartezeiten in Notfallambulanzen zwischen 3 und 7 Stunden sind daher heutzutage keine Seltenheit.

Indes schreiben auch die umliegenden Krankenhäuser Rote Zahlen. Die Schließung eines kleinen Künzelsauer  Krankenhauses hat damit auch nicht für eine entsprechende finanzielle Entlastung gesorgt, wie damals so manch ein Hohenloher Kreisrat vollmundig getönt hat.

Insgesamt wurden in den vergangenen 30 Jahren rund 100 Krankenhäuser in Baden-Württemberg mit dem Argument des Kostendrucks geschlossen. Angesichts der Milliarden, die nun für die Rüstungsindustrie derzeit locker gemacht werden können, wirkt das fast wie blanker Hohn für das deutsche Gesundheitssystem, das mittlerweile mehr krank, als gesund ist.

Eröffnung Klinik Öhringen – ein Krankenhaus musste sterben, damit ein anderes leben kann




Neujahrsempfang in Künzelsau: Bundesgesundheitsministerin spricht

Bundesministerin für Gesundheit MdB Nina Warken zu Gast im Künzelsauer Rathaus

Der Neujahrsempfang am Freitag, 23. Januar 2026 um 19 Uhr im Rathaus Künzelsau schafft erneut Raum für Begegnungen und einen zuversichtlichen Jahresauftakt. „Wir laden die Einwohnerinnen und Einwohner von Künzelsau ein, mit uns ins Gespräch zu kommen und gemeinsam auf das neue Jahr anzustoßen“, sagt Bürgermeister Stefan Neumann. Der Einlass beginnt ab 18 Uhr.

Leidenschaftliche Tennisspielerin

Seit dem 6. Mai 2025 bringt Bundesministerin für Gesundheit MdB Nina Warken ihre umfangreichen Erfahrungen aus Bundes- und Landespolitik sowie ihre kommunalpolitische Expertise aus der Region Odenwald-Tauber in ihr verantwortungsvolles Amt ein. In ihrem Impulsvortrag wird die Ministerin, dreifache Mutter, Juristin und leidenschaftliche Tennisspielerin, persönliche Einblicke in ihren politischen Alltag, ihre Motivation sowie ihr Engagement für eine starke Region und ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem geben.

Unterhaltsames Rahmenprogramm

Im Rahmen des Neujahrsempfangs öffnen die Mitarbeitenden ihre Bürotüren im Rathaus und stellen ihre Aufgabenbereiche vor. Ein unterhaltsames Rahmenprogramm, leckere Häppchen und Getränke runden den Abend genussvoll ab.

Anmeldungen

Zum Neujahrsempfang sind ausschließlich Künzelsauer Einwohnerinnen und Einwohner eingeladen. Ab dem 2. Dezember 2025 sind Anmeldungen möglich. In der Reihenfolge der Anmeldungen werden die Plätze zunächst im Sitzungssaal und, wenn diese alle vergeben sind, im Rathausfoyer reserviert. Der offizielle Teil mit dem Impulsvortrag von Bundesministerin für Gesundheit MdB Nina Warken wird hierfür per Video auf eine Leinwand im Foyer übertragen. Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ins Rathaus um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich online unter www.kuenzelsau.de/neujahrsempfang. Wer keinen Internetzugang hat kann sich auch telefonisch bei der Stadtverwaltung anmelden unter 07940 129-123.

Quelle: Pressmitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Foto: Tobias Koch




Nena singt auf Würth Open Air 2026

Würth hat das Line Up des Würth Open Airs bekannt gegeben.

Am Freitag, 26. Juni 2026, stehen Zucchero, Nena und Anastacia auf der Bühne des Festivalgeländes am Carmen Würth Forum in Künzelsau. Der Vorverkauf beginnt am 26. November 2025.

Der italienische Sänger und Songwriter Zucchero ist der Headliner des Abends und bekannt für seine unverwechselbare Mischung aus Blues, Rock und Soul, die ihn auf die größten Bühnen der Welt geführt hat. Außerdem teilte er die Bühne mit Legenden wie Eric Clapton, Sting, Bono und Luciano Pavarotti. Sein viertes Studioalbum “Oro incenso & birra” (1989) brachte den internationalen Durchbruch und verkaufte sich weltweit mehr als acht Millionen Mal.

Seit den 1980er Jahren ist Nena mit ihrer unverwechselbaren Stimme als deutsche Pop-Ikone ein Synonym für Lebensfreude und Energie und eine feste Größe in der deutschen Musiklandschaft. Ihre zweite Single „99 Luftballons“ machte sie 1983 über die deutschen Grenzen hinaus bekannt und ist einer der erfolgreichsten Titel der Neuen Deutschen Welle. Mit über 25 Millionen verkauften Tonträgern gilt Nena als eine der erfolgreichsten deutschen Künstlerinnen.

Den Festivaltag eröffnen wird die Amerikanerin Anastacia. Sie zählt mit ihrer kraftvollen Stimme und unverkennbaren Timbre seit Anfang der 2000er-Jahre weltweit zu den erfolgreichsten Popstars ihrer Zeit. Obwohl der große Erfolg in ihrer Heimat, den USA, ausblieb, landete Anastacia zahlreiche Hits wie „I’m Outta Love“ (2000), „Paid My Dues“ (2001) und „Left Outside Alone“ (2004). 2025 feierte ihr Debütalbum „Not That Kind“ sein 25-jähriges Jubiläum.

Einlass zum Konzert ist ab 17 Uhr, Beginn um 18 Uhr.

Die Karten sind im Vorverkauf ab Mittwoch, 26. November 2025, 11 Uhr, für 80 Euro erhältlich unter www.KunstKultur.wuerth.com, in den Vorverkaufsstellen der Museen Würth in Künzelsau-Gaisbach sowie in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall, unter www.eventim.de, bei den Eventim-VVK-Stellen oder telefonisch unter der Eventim-Tickethotline 01806-570070. Kinder bis einschließlich 6 Jahre können das Festival kostenfrei besuchen, benötigen aber ein Ticket und es werden beim Einlass Ausweiskontrollen durchgeführt.

Würth Open Air 2026

Seit dem ersten Festival im Jahr 1997 ist das Würth Open Air zu einem beliebten Treffpunkt in der Region Hohenlohe geworden. An zwei Tagen, am 26. und 27. Juni, erwartet die jeweils bis zu 10.000 Besucherinnen und Besucher Live-Musik für alle Generationen in familiärer Atmosphäre. Am Samstagabend, 27. Juni, sind Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys, ClockClock und Paula Carolina zu Gast. Die Karten sind ebenfalls an den genannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

 




Warum Künzelsau wieder an das Bahnnetz angeschlossen werden sollte

Während im benachbarten Öhringen täglich Züge nach Karlsruhe, Schwäbisch Hall und Heilbronn fahren, ist der Bahnhof in Künzelsau seit den 1980er Jahren stillgelegt. Statt einer Bahn verkehren hier lediglich Radfahrer. Am Bahnhof kann man hier zwar lecker Pizza essen. Doch die Kreisstadt des Hohenlohekreises befindet sich seit rund 40 Jahren abgeschottet vom öffentlichen Bahnsystem.

Künzelsau I Reaktivierung der Kochertalbahn

Dabei war die Trasse, auf welcher die Kochertalbahn fuhr einst eine Strecke inmitten einer beeindruckenden Landschaft. Sie schlängelte sich durch Wälder, vorbei an Wiesen und Feldern, wo sich Hase und Igel Gute nacht sagen, mit sagenhaften Ausblicken auf das Kochertal – und mit  einer der damals steilsten Steigungen.

Billig würde der Ausbau, der nun konkret im Raum steht mit 200 bzw. 300 Millionen Euro (letztere Kostenschätzung bei einer Tunnelvariante), nicht werden. Aber noch nie wurde die Reaktivierung alter Bahntrassen von Bund und Land derart bezuschusst wie aktuell.

Die Bürger:innen und Bürger täten daher gut daran, dieses Projekt zu unterstützen, wäre es doch sowohl für den Tourismus als auch für die 10.000 tagtäglichen Berufspendler nach Künzelsau wie auch für die Student:innen ein Sprung in die Neuzeit.

Die Umfrage zur Kochertalbahn läuft noch bis 07. Januar: www.kochertalbahn.info

 

 




Verkehrsministerium Ba-Wü mehr als deutlich: „Offenbar ist die Bahn mit diesem Großprojekt überfordert“

Wann die ersten Fahrgäste am Tiefbahnhof Stuttgart 21 ein- und aussteigen werden, ist wieder völlig offen. Die für Ende 2026 geplante Teileröffnung ist wohl vom Tisch. Neues Datum? Fehlanzeige.

Nun kritisierte auch das baden-württembergische Verkehrsministerium in einer Pressemitteilung die Deutsche Bahn.

Verkehrsminister Winfried Hermann erklärt zu den Berichten über eine mögliche Verschiebung der Eröffnung von Stuttgart 21 auf unbestimmte Zeit: „Die erneute Verschiebung von Stuttgart 21 auf unbestimmte Zeit ist für Region, Stadt und Land und vor allem für die Fahrgäste eine fatale Nachricht. Die Fahrgäste ächzen seit Jahren unter den Folgen der Großbaustelle und es ist einfach kein Ende des angeblich „best geplanten“ Bauprojekts absehbar. Das letzte bisschen Vertrauen in die Bahn wird mit dieser Ankündigung verspielt. Noch vor einem Monat hat uns die Bahn den Eröffnungstermin im nächsten Jahr bestätigt – auch auf Rückfragen. Diese Zusagen waren offensichtlich windig oder falsch. Wir fühlen uns getäuscht.

Es bestätigt sich abermals, dass die Bahn politisch in ein unfassbar kompliziertes und teures Mega-Projekt getrieben wurde. Stuttgart 21 zeigt seit Jahren ein Muster: Die Deutsche Bahn vertröstet, beschönigt, verzögert und die Kosten steigen. Offenbar ist die Bahn mit diesem Großprojekt überfordert. Sie hat Schwierigkeiten beim Bauen und beim Digitalisieren. Beides gemeinsam zu organisieren, gelingt ihr noch weniger. Jetzt scheint die Digitalisierung das Problem zu sein. Dabei ist schon seit vielen Jahren klar, dass dieser Knoten und die Schiene in Deutschland digitalisiert werden müssen. Eine mögliche Verschiebung auf unbestimmte Zeit kann nicht das letzte Wort sein. Wir fordern von der neuen Bahnchefin Evelin Palla echte Transparenz. Wir wollen keine neuen Termine ohne Substanz. Wir erwarten Ehrlichkeit statt weiterer Vertröstungen. Deshalb ist ein Sonderlenkungskreis zu Stuttgart 21 dringlich erforderlich.“

Quelle: Pressemitteilung des Verkehrsministeriums vom 19. November 2025