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Hund mit Pfefferspray abgewehrt – 4 Polizisten verletzt

Eigentlich sollte die Polizei am Montag, den 30. Juni 2020, das Veterinäramt in Kupferzell-Bauersbach bloß bei einer Kontrolle unterstützen. Zwei Streifen begleiteten am Abend die Amtstierärztinnen auf ein landwirtschaftliches Gehöft, um dort die Tierhaltung eines 59-Jährigen zu überprüfen. Der Mann und ein 43-Jähriger, der sich ebenfalls auf dem Hof befand, waren mit den Maßnahmen jedoch nicht einverstanden und zeigten sich von Beginn an aggressiv, störten die Kontrolle und verwehrten den Zutritt zu den Stallungen. Außerdem filmte der Ältere die Beamten.

Als er dies auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht unterließ, wurde sein Handy beschlagnahmt. Der Jüngere schnappte sich daraufhin das Mobiltelefon und versuchte damit zu flüchten. Ihm wurden Handschellen angelegt und der Gewahrsam erklärt. Der 59-Jährige holte daraufhin seinen Hund aus dem Haus und wollte diesen loslassen. Da die Androhung, den Hund im Zweifelsfall mit Pfefferspray abwehren zu müssen, nicht fruchtete, wurde das Abwehrspray gegen das Tier eingesetzt. Bei dem Einsatz wurden vier Polizisten verletzt.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Opa soll Enkelin jahrelang sexuell missbraucht haben

Am Montag, den 06. Juli 2002, 14 Uhr, beginnt vor der großen Jugendkammer als Jugendschutzkammer der Prozess gegen einen Mann, dem zur Last gelegt wird, seine Enkelin über Jahre sexuell missbraucht zu haben.

Dem Angeklagten liegt zur Last, er habe die Nebenklägerin, seine Enkelin, im Zeitraum von November 2008 bis Dezember 2013 zwischen sechs und elf Jahre alt, in Dörzbach  monatlich sexuell missbraucht, indem er Analverkehr mit ihr vollzogen habe. Beim letzten der 63 Fälle habe die Nebenklägerin ihn von sich weggestoßen, der Angeklagte habe sein Verlangen dann gewaltsam befriedigt. Dieser letzte Fall ist tateinheitlich als Vergewaltigung angeklagt.

Seit dem 16. Januar 2020 befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft.

Weitere Prozesstermine für diesen Fall sind anberaumt auf:

 

Mittwoch, den 8. Juli 2020, 09 Uhr

Freitag, den 10. Juli 2020, 09 Uhr

Dienstag, 28. Juli 2020, 09 Uhr

Donnerstag, den 30. Juli 2020, 09 Uhr

Montag, den 3. August 2020, 09 Uhr

Mittwoch, den 5. August 2020, 09 Uhr

           

Die Kammer hat den Angeklagten, seinen Verteidiger, die Nebenklägerin, ihren anwaltlichen Vertreter, zehn Zeugen und zwei Sachverständige geladen.

 

 

 

 




Möglicherweise Brandstifung

Am frühen Donnerstagmorgen, den 02. Juli 2020, drangen Flammen aus einem landwirtschaftlichen Nutzgebäude in Sonnhofen. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte der Brand unter Kontrolle und letztendlich gelöscht werden. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf zirka 70.000 Euro. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Feuerwehr war mit über 60 Einsatzkräften und elf Fahrzeugen vor Ort. Darüber hinaus waren Notarzt, Rettungsdienst sowie die Polizei im Einsatz. Das Polizeirevier Künzelsau hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach den derzeitigen Ermittlungen ist die Brandursache noch unbekannt. Eine Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




31-Jähriger in Klinik verstorben

Anwohner wurden in der Nacht auf Mittwoch, den 01. Juli 2020, auf einen 31-Jährigen aufmerksam, da er auf einem Garagendach in Leingarten-Großgartach stand und herumbrüllte. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor. Die daraufhin gegen 1.45 Uhr über Notruf alarmierte Polizei traf den Mann auf dem Dach einer Garage in der Güldigstraße an. Der 31-Jährige befand sich offensichtlich in einem psychischen Ausnahmezustand und schien unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol zu stehen. Da er sich nicht ausweisen konnte und seine Identität vor Ort nicht festzustellen war, sollte der Mann zum Polizeirevier Lauffen a.N. gebracht werden. Hierbei leistete der Mann Widerstand und griff im Dienstfahrzeug die eingesetzten Polizeibeamten an. Deshalb musste er mit Hand- und Fußfesseln fixiert werden.

Dennoch hatte der Mann weiterhin Wutausbrüche, beleidigte die Beamten und versuchte, sie anzugreifen. Kurz vor dem Polizeirevier verstummte der Mann plötzlich und kollabierte. Die Beamten begannen sofort mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen und reanimierten den Mann. Die angeforderten Rettungskräfte und der Notarzt stabilisierten ihn. Anschließend wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht. Einige Stunden später verstarb der 31-Jährige am Morgen in der Klinik.

Zur Klärung der genauen Todesursache hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn und die Kriminalpolizei Heilbronn ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Einschätzung des behandelnden Arztes besteht der Verdacht einer Drogenintoxikation als Todesursache. Eine genaue Todesursache soll die von der Staatsanwaltschaft Heilbronn angeordnete Obduktion hervorbringen.

 




Timo benötigt Stammzellenspende

 

Typisierungsaktion für Timo in Kupferzell. Flyer zur Verfügung gestellt von Ziehl-Abegg




Das 16-Millionen-Euro-Lächeln

Auf einen „großen Bahnhof“ hatte Ziehl-Abegg (ZA) wegen der Corona-Beschränkungen verzichtet, und so traf man sich am 01. Juli 2020 „im kleinen Kreis“ zum symbolischen ersten Spatenstich für das neue Produktionsgebäude im Gewerbepark Hohenlohe. „Wir haben versprochen, dass wir was tun – und wir tun was“, wendet sich ZA-Vorstandschef Peter Fenkl an Christoph Spieles, den Vorsitzenden des Zweckverbands Gewerbepark Hohenlohe.

Fast 10.000 Quadratmeter Fläche

8.400qm Fläche wird die neue Fertigungshalle haben, in der modernste energieeffiziente Ventilatoren produziert werden sollen. Das Investitionsvolumen liegt bei 16 Millionen Euro, 200 neue Arbeitsplätze sollen dort geschaffen werden. Fenkl stellt sich selber die Frage: „Wahnsinn, Ignoranz, Dummheit oder unternehmerische Weitsicht?“ und geht natürlich von Letzterem aus, denn ZA habe „immer in Krisen investiert, damit wir, wenn der Markt zurückkommt, dem Markt folgen können“. Zwar spricht Fenkl von einer Wette auf die Zukunft, ist aber überzeugt: „Wir glauben, dass das die Produkte sind, die die Welt braucht.“

„Wahnsinn, Ignoranz, Dummheit oder unternehmerische Weitsicht?“

Bereits vor zwei Jahren war die Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg, Dr.Nicole Hoffmeister-Kraut, bei der Eröffnung der Werkshalle im Gewerbepark. Fenkl sieht das als gutes Zeichen: „Wenn Sie uns bei der neuen Halle wieder so viel Glück bringen, dann ist das perfekt.“

Folgen der Pandemie enorm

„2018 war der Wachstumsmotor Baden-Württemberg in voller Fahrt“, schaut die Ministerin auf damalige Probleme wie Fachkräftemangel zurück. 2 Jahre später seien die Folgen der Pandemie enorm. Sie verweist auf die hohe Exportquote Baden-Württembergs und weiß genau, dass die Maßnahmenpakete von Bundes- und Landesregierung wenig Einfluß auf den Export haben können. Daher hätte sie sich von der Bundesregierung noch mehr Anreize für die Industrie gewünscht. Insbesondere eine Prämie für den Kauf von Autos mit modernsten und CO2-armen Verbrennungsmotoren vermißt sie: Damit wäre auch eine Unterstützung der Zulieferindustrie gewährleistet gewesen. Trotz allem geht sie davon aus, dass die Pakete der Regierungen greifen werden: Nicht nur der Konsum der Bürger, sondern auch die Investitionsbereitschaft der Industrie würden durch die Programme unterstützt – im Endeffekt sei der Erfolg aber eine auch eine Frage der Psychologie.

„Sie setzen um“

Hoffmeister-Kraut sieht Baden Württembergs Stärke in den Familienunternehmen, die regional verwurzelt sind und langfristige Verantwortung übernehmen und sich in die Region einbringen, das sei keine Selbstverständlichkeit.

„Sie setzen eine positive Botschaft – und nicht nur eine Botschaft: Sie setzen um“, wendet sie sich anerkennend zu Familie Ziehl und dem Vorstand der Firma. „Das ist beispielhaft für andere Unternehmen in diesem Land.“

Landrat Neth bedankt sich für den Mut des Unternehmens

Landrat Dr.Matthias Neth sieht Wirtschaft und Politik in einer gemeinsamen Verantwortung für die Raumschaft. Er bedankt sich für den Mut des Unternehmens und freut sich, dass die Investition nicht wegen Corona zurückgehalten wurde: „Das ist gelebte Verantwortung.“  Das Thema Verantwortung nutzt Neth und bedankt sich nicht nur bei ZA, sondern bei allen Unternehmen für die Unterstützung in der Hochphase der Corona-Pandemie. 20.000 Masken und Visiere seien dem Kreis von vielen Unternehmen zur Verfügung gestellt worden, ZA habe zum Beispiel die 3D-Drucker auf die Produktion von Visieren umgestellt. Außerdem habe ZA im Campus Künzelsau und in der Grundschule Bieringen für eine neue Lüftung gesorgt, s odaß Prüfungen und Unterricht möglich gemacht wurden. Er bedankt sich bei allen Unternehmen, die den Kreis in der Krise unterstützt haben und bittet die Ministerin, kurz wegzuhören: „Auf Zuruf Dinge hinzubekommen, das geht bei uns. Es gilt halt das Hohenloher Landrecht.“

„Es gilt das Hohenloher Recht“

ZA konnte im Jahr 2019 ein Umsatzplus von 8,6 Prozent erreichen. „Von einer Steigerung sprechen wir dieses Jahr nicht“, sagt Rainer Grill, Pressesprecher des Unternehmens. Trotz Corona wirdZA die Zahl der Ausbildungsplätze nicht reduzieren und sieht sich auch an dieser Stelle in der Verantwortung.

Text: Matthias Lauterer

 

 ZA im Gewerbepark Hohenlohe (gemäß Angaben von ZA)

Bausumme: 16 Mio Euro (Gebäude mit 10 Verladerampen)

112 weitere Stellplätze für Mitarbeiter

Nutzfläche zusätzlich: 8.400 Quadratmeter, davon 1.000 für Büros

Produktionsfläche insgesamt im Gewerbepark bisher: 44.240 Quadratmeter

Mitarbeiter insgesamt im Gewerbepark: ca. 850 (2.400 in Hohenlohe gesamt, 4.300 weltweit)

 

Über Ziehl-Abegg (Angaben stammen von ZA)

 Ziehl-Abegg (Künzelsau, Baden-Württemberg, Deutschland) gehört laut eigenen Angaben zu den international führenden Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel und Antriebstechnik. Beispiele für Einsatzgebiete der Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen. Ziehl-Abegg hat schon in den fünfziger Jahren die Basis für moderne Ventilatorenantriebe gesetzt: Außenläufermotoren, die auch noch heute weltweit Stand der Technik sind. Ein weiterer Bereich sind elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen, medizinischen Anwendungen (Computertomographen) oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen für Antrieb sorgen. Das Thema Elektromobilität im Straßenverkehr wurde 2012 bei Ziehl-Abegg Automotive angesiedelt.

Das High-Tech-Unternehmen besticht durch eine hohe Innovationskraft. Ziehl-Abegg (alle Angaben sind bezogen auf das Jahr 2019) beschäftigt 2.400 Mitarbeiter in süddeutschen Produktionswerken. Weltweit arbeiten für das Unternehmen 4.300 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 16 Produktionswerke, 29 Gesellschaften und 113 Vertriebsstandorte. Die rund 30.000 Artikel werden in mehr als 100 Ländern verkauft. Der Umsatz liegt bei 633 Mio. Euro. Etwa 80 Prozent der Umsätze werden im Export erzielt.

Emil Ziehl hat die Firma 1910 in Berlin als Hersteller von Elektromotoren gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Firmensitz nach Süddeutschland verlegt. Die Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert und befindet sich in Familienbesitz.

Weitere Informationen auf www.ziehl-abegg.de

 

Ein Unternehmer, wie er im Buche steht: Uwe Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

Christoph Spieles, Bürgermeister von Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Der obligatorische Spatenstich. Foto: GSCHWÄTZ

Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth (2. von rechts) hatte nur lobende Worte. Foto: GSCHWÄTZ

Der Erweiterungsbau. Foto: GSCHWÄTZ

ZA-Vorstandschef Peter Fenkl. Foto: GSCHWÄTZ

Dennis Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

Sindia Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

Baden-Württembergs Wirtschafstministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Foto: GSCHWÄTZ




Chaos auf der A6

Am Dienstagmorgen, den 30. Juni 2020, gegen 06.30 Uhr, sind bei Schwäbisch Hall auf der Westumgehung ein Auto und ein Linienbus zusammengestoßen. Das geht aus einer Meldung der Polizei hervor. Das ist schon der zweite Unfall in kürzester Zeit, bei dem ein Linienbus verwickelt war. Vergangene Woche gab es bereits einen großen Unfall bei Niedernhall (wir berichteten). In Niedernhall stand der Busfahrer unter Schock, die Pkw-Fahrerin wurde ins Krankenhaus gebracht. Bei diesem Unfall nun war der Busfahrer eingeklemmt.

Bei beiden Unfällen waren die Busse extrem an der Frontseite eingedrückt worden. Bei beiden Unfällen waren relativ junge Autofahrer beteiligt. Bei dem sich nun bei Schwäbisch Hall ereigneten Unfall kam ein 31-jähriger Fahrer kam mit seinem Wagen immer wieder laut Zeugen auf die Gegenspur. Auf Höhe der Heimbach-Siedlung kam der Wagen dann soweit nach links, dass er mit einem Lininbus kollidierte. Der Golf-Fahrer wurde schwer verletzt von Rettungskräften in ein Krankenhaus verbracht. Die 57-jährige Busfahrerin wurde von der Feuerwehr aus dem Bus befreit und kam schwer verletzt, ins Krankenhaus. Der Sachschaden geht nach ersten Schätzungen in einen oberen fünfstelligen Euro-Bereich.

Die Straße ist ein Zubringer zur A6, auf der A6 gab es an diesem Tag weitere große Unfälle. Am Nachmittag sind kurz nach der Ausfahrt Schwäbisch Hall und noch vor der Ausfahrt Kupferzell 24 Tonnen Pflanzenöl auf die Fahrbahn gelaufen. Auslöser war ein Stau, bei dem 2 Lkw miteinander kollidiert sind.
Bei Bretzfeld sind indes an demselben Tag vier Lkw, darunter ein Gefahrguttransport ineinandergefahren. Ein Lkw ist ausgebrannt, dessen Fahrer ist verstorben.  Vier weitere Personen wurden laut der Polizei verletzt. Durch die hohe Rauchentwicklung, wurde die Bevölkerung zwischenzeitlich aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der LKW-Unfall, der am Dienstag auf der A6 bei Bretzfeld einen Mann das Leben kostete, wird Autofahrer auch noch die kommenden Tage beschäftigen. Die Autobahn blieb in Fahrtrichtung Mannheim elfeinhalb Stunden, bis Dienstagabend, 20.15 Uhr, gesperrt. An den Sattelzügen entstanden Schäden, die die Polizei auf etwa 330.000 Euro schätzt. Auch die Fahrbahn wurde durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen. An dieser Stelle bleibt die Geschwindigkeit bis zum Ende der Reparaturmaßnahmen auf 80 km/h begrenzt. Während der Bergungsmaßnahmen wurden zahlreiche Gaffer, die von der Gegenfahrbahn filmten oder Bilder fertigten, beobachtet. Es wurden 85 Anzeigen wegen Handyverstößen von Fahrzeuglenkern gefertigt.
Problemkind A6. Immer wieder und immer häufiger knallt es auf der A6. Die Unfälle sind nicht selten schwer. Bereits im Februar 2020 haben wir Carsten Diemer, Pressesprecher der Polizeidirektion Heilbronn, zu dem Brennpunkt A6 befragt und was die Polizei tut, um die Unfallgefahren zu minimieren (siehe Video oben). 

Busunfall bei Schwäbisch Hall am 30. Juni 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Busunfall bei Schwäbisch Hall am 30. Juni 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Brennende Lkw auf der A6 am 30.06.2020.




1.500 Euro geschenkt? Appell an die Landesregierung

Der Senat der Hochschule Heilbronn (HHN) appelliert laut einer Pressemitteilung an das Wissenschaftsministerium und die Landesregierung, in Anbetracht der besonderen finanziellen Notlage und der zu erwartenden Nachwirkungen für die Non-EU-Studierenden in der Corona-Krise, die Studiengebühr in Höhe von 1.500 Euro pro Semester für das laufende Sommersemester (SS) und das Wintersemester (WS) 2020/21 auszusetzen.

Sonderweg in Baden-Württemberg

Seit dem Jahr 2017 erhebt das Land Baden-Württemberg (als einziges Bundesland in Deutschland) von internationalen (Nicht-EU) Studierenden eine Studiengebühr in Höhe von 1.500,- Euro pro Semester. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, hätten sich die beiden Leitungsgremien der Hochschule Heilbronn – Senat und Hochschulrat – vor der geplanten Einführung in einem Appell an die Landesregierung vor allem aus entwicklungspolitischen Gründen und im Sinne der Bildungsgerechtigkeit gegen diesen baden-württembergischen Sonderweg ausgesprochen und auch vor den Folgen im Hinblick auf die Internationalisierungsziele der HHN gewarnt.

Zahl der Studierenden aus Nicht-EU-Ländern sinkt um 53 Prozent

Diese Befürchtungen seien nach Auswertung der Fakten nicht nur bestätigt, sondern noch übertroffen worden: Vor Einführung der Studiengebühren waren im Jahr 2017 an der Hochschule Heilbronn insgesamt 326 Studierende aus Nicht-EU-Ländern immatrikuliert – seit Einführung der Studiengebühren ist diese Zahl auf aktuell 153 immatrikulierte Studierende gesunken, was einen Rückgang um 53 Prozent bedeutet. Dass insbesondere Studierende aus den ärmsten Ländern der Welt betroffen sind, wird am Beispiel des Entwicklungslandes Kamerun – jahrelang die zahlenmäßig größte Ländergruppe an der HHN – besonders deutlich – hier ist sogar ein Rückgang um 75 Prozent seit der Einführung der Studiengebühren bis heute zu verzeichnen. Das heißt in absoluten Zahlen: von 121 Studierenden 2017 auf 31 Studierende im Jahr 2020.

Prekäre finanzielle Lage

Die Folgen der Corona-Epidemie und der damit einhergehenden globalen Finanzkrise treffen die internationalen Studierenden – und wie oben dargelegt in besonderem Maße diejenigen aus Entwicklungsländern – besonders hart. Diese Studierenden – weit weg von ihren Familien, sozialen Netzwerken und organisierten Hilfen – waren bisher in hohem Maße auf schlecht bezahlte Mini-Jobs angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Aufgrund der Arbeits-und Bewegungseinschränkungen haben die meisten ihr ohnehin geringes Einkommen, zum Beispiel bei Jobs in der Gastronomie, verloren. Beim Wegfall dieser Beschäftigungsverhältnisse können sie auf keine sozialen Sicherheitsstrukturen zurückgreifen, weil diese in ihren Herkunftsländern häufig nicht existieren. Wenn auch noch ihre Familien zu Hause aufgrund der Corona-Pandemie ihr Einkommen verlieren, fallen auch die familiären Hilfen weg. Die aktuelle Situation, die auch studienzeitverlängernde Auswirkungen haben kann, wird sich finanziell weit in das kommende Wintersemester erstrecken.

Zeichen der Solidarität

Die Studiengebühren in Höhe von 3.000 Euro pro Jahr belasten internationale Studierende – auch im Vergleich zu den übrigen Studierenden aus der EU – auf eine Weise, die von diesen als existentiell und strukturell diskriminierend empfunden wird. Der Senat appelliert deshalb an das Wissenschaftsministerium und die Landesregierung, in dieser Situation ein Zeichen der Solidarität und der Mitmenschlichkeit von weltoffenen Hochschulen gegenüber unseren internationalen Studierenden zu beschließen und die Studiengebühren für internationale (Nicht-EU) Studierende mindestens für das laufende Sommersemester 2020 und das WS 2020/21 auszusetzen. Antragsteller sind Roland Schweizer und folgende Mitunterzeichnern des Senats: Uwe Feder, Dr. Ruth Fleuchaus, Nina Bastian, Susanne Hannss, Dr. Elena Dickert, Dr. Sabine Boos, Dr. Rolf Bendl, Dr. Ansgar Meroth, Dr. Thomas Pospiech, Dr. Priska Jahnke sowie Dr. Martina Shakya.

Überbrückungsangebote der Bundesregierung

Auch die Mitglieder des Hochschulrates beobachten laut der Mitteilung seit der Schließung der Hochschulen die Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie. Die Situation vieler Studierender war beziehungsweise ist aufgrund verlorengegangener Einkommensquellen schwierig und auch prekär geworden. Sie begrüßen, dass es mittlerweile seitens der Bundesregierung Überbrückungsangebote gibt, auch wenn hier mehr erwartet wurde, und möchten das frühe und nachdrückliche Engagement der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin ausdrücklich hervorheben. Umso unverständlicher war beziehungsweise ist das Festhalten an den Studiengebühren für internationale (Non-EU) Studierende. Die Mitglieder begrüßen, dass es auch hier mittlerweile ein Entgegenkommen gibt und die Hochschulen über den Verzicht auf einen Teil der Studiengebühren selbst entscheiden können.

Vollständiger Verzicht auf Studiengebühren

Dennoch unterstützen sie den Beschluss des Senats und fordern das Wissenschaftsministerium und die Landesregierung auf, ein Zeichen der Solidarität und der Mitmenschlichkeit gegenüber internationalen Studierenden zu zeigen und vollständig auf die Studiengebühren für das SS 2020 und das WS 2020/21 zu verzichten. Auch wenn erhebliche (finanzielle) Belastungen auf Baden-Württemberg aufgrund der Corona-Pandemie zukommen, sind die Mitglieder des Hochschulrats der Ansicht, dass Baden-Württemberg diese Belastungen leichter tragen könne als die Herkunftsländer der internationalen Studierenden. Die Entwicklung der Einnahmen aus den Studierendengebühren internationaler Studierender zeige, dass Baden-Württemberg eine hohe Reputation genießt. Ein vollständiger Verzicht könne dieses Ansehen nur verbessern.

Quelle: Mitteilung der Pressestelle der Hochschule Heilbronn




Rotzen, pöbeln, stänkern, drohen – auch manch ein Hohenloher vergisst seine guten Manieren im Netz

Sprachliche Verrohung scheint gesellschaftlicher Standard zu werden

Am Samstag, den 27. Juni 2020,  teilt das Staatsministerium Baden-Württemberg mit, dass es die Facebook-Seite von Ministerpräsident Winfried Kretschmann vorübergehend geschlossen habe. Grund sei, dass Nutzer „zahlreiche Falschaussagen, Verschwörungserzählungen, Drohungen, Beleidigungen und andere strafrechtlich relevante Inhalte“ gepostet hätten. Über 4.000 derartige Kommentare innerhalb weniger Stunden hätten das Staatsministerium zu dieser Maßnahme veranlaßt, „Ein normaler zivilisierter Austausch war nicht möglich.“, so die Pressemeldung.  Aber nicht nur digital erlebte Kretschmann einen Shitstorm, auch sein Briefkasten quoll über – da ihm viele Menschen eine Maske mit Aufschriften jenseits von Gut und Böse zuschickten. Auslöser war ein Foto, das veröffentlicht wurde und den Ministerpräsidenten ohne Maske am Flughafen zeigte.

Der Shitstorm ging nicht nur digital weiter

Am Sonntag, den 28. Juni 2020, machte ein Video die Runde, das zeigt, wie der bekannte Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann einen Journalisten  beschimpft und ihm offen damit droht, seinen Namen herauszufinden „und dann gucken wir mal weiter“. Auch das dürfte kaum ein „normaler zivilisierter Austausch“ sein.

Es scheint ein gesellschaftliches Phänomen zu sein, andere mit Beschimpfungen und wilden Drohungen unter Druck setzen zu wollen. Weitere Beispiele lassen sich selbst bei oberflächlicher Google-Suche im Handumdrehen finden.

Und so mag es kaum verwundern, dass auch unsere Redaktion diese Situationen kennt. Was vor ein paar Jahren noch kaum vorkam, scheint in Zeiten von Corona gesellschaftlicher Standard zu werden. So richtig angefangen hat es mit kritischen Artikeln über homeschooling, die wir geschrieben und veröffentlicht haben und woraufhin wir massiv anggangen worden sind – teilweise auch bis in den privaten Bereich hinein.

Eine Unterscheidung zwischen Beruf und Privatleben scheint manch ein gebildeter Leser nicht mehr machen zu können. Auch nicht, dass, wer jegliche Etikette und Anstand im digitalen Netz verliert, nicht selten dies mit seinem Namen tut. Das scheint aber mittlerweile egal zu sein. Vor allem in dem sozialen Netzwerk Facebook werden Kommentare geschrieben, die vermutlich nie so als Leserbrief mit Stift und Papier verfasst worden sind.

Auch bedroht wurden wir – und das war erst diese Woche. Nachdem die Redaktionsräume am 17.Mai 2020 mit rechtsextremen Aufklebern beklebt wurden ( https://www.gschwaetz.de/2020/05/17/gschwaetz-schaufenster-mit-rechtsradikalen-aufklebern-beschmiert/) , reiht sich nun ein lokaler Geschäftsmann* nahtlos in die Phalanx derer, die keinen normalen zivilisierten Austausch wünschen, ein:

Wenn jemand, nachdem wir die Berichterstattung nicht nach seinem Gutdünken geändert haben, sagt, dass er ja wisse, wo unsere Chefredakteurin wohnt, dann kann man das schon als Drohung auffassen. Auch dieser Geschäftsmann bezog die Familie unserer Chefredakteurin mit in die Angelegenheit hinein mit Aussagen, die wir an dieser Stelle nicht zitieren möchten, weil sie weit unter der Gürtellinie und eigentlich anzeigenpflichtig sind.

Es wird wohl daran liegen, dass die gesellschaftliche Hemmschwelle inzwischen sehr tief liegt, wenn selbst Menschen, deren Geschäft Seriosität und Integrität erfordert, sich auf ein derartiges Niveau begeben und sich auf solcherlei offene Drohgebärden verlegen.

*Der Name ist der Redaktion bekannt

Text: Matthias Lauterer

Quelle:

Pressemiteilung Kretschmann: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/staatsministerium-schliesst-voruebergehend-facebook-seite-des-ministerpraesidenten/

 

Hildmann Video: zB https://www.focus.de/politik/berlin-attila-hildmann-bedraengt-journalisten-auf-demo-und-ignoriert-mindestabstand_id_12151349.html

 

 




Scheune in Brand geraten

Am Dienstag, den 30. Juni 2020, geriet gegen 03.40 Uhr morgens eine Scheune in der Weißbacher Straße in Forchtenberg in Brand. Der Dachstuhl wurde dabei zerstört. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr wurden angrenzende Gebäude, darunter auch Wohnhäuser, nicht beschädigt. Gegen 04.30 Uhr war der Brand gelöscht. Der Schaden an der Scheune wird auf rund 40.000 Euro beziffert. Es wird von einem Inventarschaden, darunter auch zwei E-Bikes, von etwa 10.000 Euro ausgegangen. Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt.

Über die Brandursache liegen noch keine Erkenntnisse vor. Neben der Polizei war die Feuerwehr mit fünf Fahrzeugen und 50 Kräften am Brandort eingesetzt. Der Rettungsdienst war mit einem Fahrzeug und vier Personen am Einsatzort tätig.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn