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Hohenloher Schweinehalter befürchten das Ende ihrer Zunft

Der Bundesrat hatte am Freitag, dem 3. Juli beschlossen, dass alle Sauenhalter in Übergangszeiträumen von 8 Jahren für den Deckbereich und 15 Jahren im Abferkelbereich weitreichende Umbaumaßnahmen treffen müssen. Der Bundesrat reagiert damit auf den Fleischskandal um den Fall Tönnies, der bundesweit für Entsetzen gesorgt hat https://www.spiegel.de/panorama/toennies-soll-produktion-erhoeht-haben-trotz-corona-a-00000000-0002-0001-0000-000171875083

Der Beschluss sei ein „unverständlicher Fehlbeschluss“, urteilte der Bauernverband Schwäbisch Hall Hohenlohe Rems e.V. in einer Pressemitteilung. Der Verband befürchtet das Ende der Sauenhaltung in Hohenlohe: „Nicht der Kastenstand für Sauen wurde abgeschafft, sondern die Sauenhaltung in Hohenlohe.“

„Sauenhaltung in Hohenlohe wurde abgeschafft“

Insbesondere das Platzangebot und die Vorschrift Sauen nur noch fünf Tage im Abferkelbereich und allein für den Deckvorgang fixieren zu dürfen, löst Kopfschütteln aus. Schwere Verletzungen der Sauen durch Rangkämpfe während der Rausche und totgelegene Ferkel nach dem Abferkeln sind für die Landwirte ein unkalkulierbares Betriebs- und für die Tiere ein Gesundheits- und Todesrisiko. Hinzu kommt, dass vorhandene Ställe komplett vergrößert werden müssen. Hierfür fehlt in den meisten Fällen der Platz, von den Kosten ganz zu schweigen. Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass fast keine Baugenehmigungen erteilt werden können. Jetzt Neubauten zu fordern, ist nach Ansicht der Bauernvertreter purer Hohn. Vergrößerungen zur Refinanzierung der immensen Kosten sind undenkbar.

Auslandsimport von Schweinen werde weiter zunehmen

Geschäftsführer Helmut Bleher: „Bereits heute kommen 12 Millionen Ferkel von Dänemark und Holland nach Deutschland, auch nach Hohenlohe. Dies wird sich steigern, solange bis auch der letzte Schweinemäster das Handtuch geworfen hat. Denn warum sollen in Deutschland Schweine gemästet werden, wenn es keine deutschen Ferkel mehr gibt ?“  Bleher verweist auf die zutiefst fachfremden Äußerungen von maßgeblichen grünen Politikern, die „… die Wildschweinrotte als Vorbild für die bäuerliche Schweinehaltung“ sehen wollen. „Wenn unter solchen irrationalen Traumvorstellungen Landwirtschaftspolitik gemacht wird,  dann gute Nacht Bauerntum in Hohenlohe“ , so der Geschäftsführer des hiesigen Bauernverbands. „Dieser Beschluss widerspricht sämtlichen politischen Beteuerungen zur regionalen Landwirtschaft“ ergänzt der Vorsitzende Jürgen Maurer. „Die aktuelle politische Haltung aller Regierungsparteien zur Landwirtschaft ist unsäglich“.




Ziehl-Abegg will mit einem blauen Auge aus der Coronakrise kommen und 200 neue Mitarbeiter einstellen

Ziehl-Abegg (ZA) bezeichnete den Spatenstich für den 16-Millionen Euro teuren Bau der neuen Fertigungshalle für weitere Kunststoffspritzmaschinen als „Spatenstich light“ wegen der Corona-Auflagen. Dennoch ließ sich ZA nicht lumpen und bereitete allen lokalen Prominenten ein angenehmes Stelldichein bei strahlendem Sonnenschein. Hier nun die besten Schnappschüsse der Veranstaltung, geschossen von GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer.

Das Hohenloher Industrieunternehmen ist auch global von der Corona-Krise betroffen: Die Umsätze liegen leicht unter Vorjahr. „Ein branchenweit überdurchschnittliches Umsatzplus von 8,6 Prozent im Jahr 2019 ist allerdings eine solide Basis“, erklärt Unternehmens-Chef Fenkl in einer Pressemitteilung von ZA.

Im neuen Gebäude wird weitere Produktionsfläche von rund 8.400 Quadratmetern für den Bau der, so ZA, „modernsten Generation energieeffizienter Elektromotoren“ geschaffen. „Wir benötigen unbedingt mehr Raum für weitere Kunststoffspritzmaschinen“, so Fenk und erinnert auch angesichts der derzeitigen Coronakrise an die Weltwirtschaftskrise 2008/2009: „In der weltweiten Wirtschaftskrise 2008 sind wir 17 Prozent im Umsatz gesunken und haben im Folgejahr um mehr als 20 Prozent zugelegt – das ging nur, weil wir sehr gute Produkte und motivierte wie qualifizierte Mitarbeiter haben“, so Firmenchef Fenkl. Vor diesem Hintergrund investiere Ziehl-Abegg jetzt bewusst antizyklisch. „Wenn Corona und die daraus resultierende Wirtschaftskrise vorbei ist, können wir wieder voll durchstarten.“

Der Neubau biete die Möglichkeit, die derzeitige Beschäftigtenzahl bei Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe von gut 800 auf über 1.000 zu erhöhen.

Eckdaten/ Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe

Bausumme: 16 Millionen Euro (Gebäude mit 10 Verladerampen)

112 weitere Stellplätze für Mitarbeiter

Nutzfläche zusätzlich: 8.400 Quadratmeter, davon 1.000 für Büros

Produktionsfläche insgesamt im Gewerbepark bisher: 44.240 Quadratmeter

Mitarbeiter insgesamt im Gewerbepark: zirka 850 (2.400 in Hohenlohe gesamt, 4.300 weltweit) 

Über Ziehl-Abegg

 Ziehl-Abegg (Künzelsau, Baden-Württemberg, Deutschland) gehört laut eigenen Aussagen zu den international führenden Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel und Antriebstechnik. Beispiele für Einsatzgebiete der Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen. Ziehl-Abegg hat schon in den fünfziger Jahren die Basis für moderne Ventilatorenantriebe gesetzt: Außenläufermotoren, die auch noch heute weltweit Stand der Technik sind. Ein weiterer Bereich sind elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen, medizinischen Anwendungen (Computertomographen) oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen für Antrieb sorgen. Das Thema Elektromobilität im Straßenverkehr wurde 2012 bei Ziehl-Abegg Automotive angesiedelt.  

Ziehl-Abegg (alle Angaben sind bezogen auf das Jahr 2019) beschäftigt laut eigenen Angaben 2.400 Mitarbeiter in süddeutschen Produktionswerken. Weltweit arbeiten für das Unternehmen 4.300 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 16 Produktionswerke, 29 Gesellschaften und 113 Vertriebsstandorte. Die rund 30.000 Artikel werden in mehr als 100 Ländern verkauft. Der Umsatz liegt bei 633 Millionen Euro. Etwa 80 Prozent der Umsätze werden im Export erzielt.

Emil Ziehl hat die Firma 1910 in Berlin als Hersteller von Elektromotoren gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Firmensitz nach Süddeutschland verlegt. Die Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert und befindet sich in Familienbesitz.

Weitere Informationen auf http://www.ziehl-abegg.de

 

Dr Alexander Beck, Architekt des Gebäudes. Foto: GSCHWÄTZ

Uwe Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

ZA-Vorstandschef Peter Fenkl. Foto: GSCHWÄTZ

Dennis Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

Der obligatorische Spatenstich. Foto: GSCHWÄTZ

für ein Gespräch mit Uwe Ziehl wirft die Ministerin ihren Zeitplan über den Haufen. Foto: GSCHWÄTZ

Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth (rechts) ergreift das Wort- Foto: GSCHWÄTZ

Reservierte Plätze für jeden einzelnen Besucher

Uwe Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

Alles in blau. Foto: GSCHWÄTZ

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Foto: GSCHWÄTZ

Reservierte Plätze für jeden einzelnen Besucher

Sindia Ziehl und Peter Fenkl. Foto: GSCHWÄTZ




17-jähriger soll seinen Bruder erstochen haben

Am Samstag, den 25. Januar 2020, hat sich in Güglingen ein tragischer Fall ereignet: Vermutlich hat ein 17-jähriger Jugendlicher seinen zwei Jahre jüngeren Bruder erstochen und den gemeinsamen Vater lebensgefährlich verletzt. Das Verfahren ist der Ersten Großen Jugendkammer des Landgerichts Heilbronn zugeteilt worden. Im Falle einer Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den angeklagten 17-Jährigen ist ab Oktober 2020 mit Terminen zu rechnen.

Sollte es so kommen, wird das Verfahren jedoch entsprechend der gesetzlichen Vorschriften zum Schutze der minderjährigen Beteiligten nicht-öffentlich stattfinden. Um einen möglichst schonenden Ausgleich zwischen den verfassungsmäßig garantierten Rechten der Presse und dem ebenfalls mit Verfassungsrang ausgestatteten Schutz der jugendlichen Persönlichkeitsrechte zu gewährleisten, wird Lutz Hilfs, Pressesprecher des Landgerichts, in über den Fortgang des Verfahrens berichten.

Quelle: Pressemitteilung des Landgerichts Heilbronn




Hund mit Pfefferspray abgewehrt – 4 Polizisten verletzt

Eigentlich sollte die Polizei am Montag, den 30. Juni 2020, das Veterinäramt in Kupferzell-Bauersbach bloß bei einer Kontrolle unterstützen. Zwei Streifen begleiteten am Abend die Amtstierärztinnen auf ein landwirtschaftliches Gehöft, um dort die Tierhaltung eines 59-Jährigen zu überprüfen. Der Mann und ein 43-Jähriger, der sich ebenfalls auf dem Hof befand, waren mit den Maßnahmen jedoch nicht einverstanden und zeigten sich von Beginn an aggressiv, störten die Kontrolle und verwehrten den Zutritt zu den Stallungen. Außerdem filmte der Ältere die Beamten.

Als er dies auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht unterließ, wurde sein Handy beschlagnahmt. Der Jüngere schnappte sich daraufhin das Mobiltelefon und versuchte damit zu flüchten. Ihm wurden Handschellen angelegt und der Gewahrsam erklärt. Der 59-Jährige holte daraufhin seinen Hund aus dem Haus und wollte diesen loslassen. Da die Androhung, den Hund im Zweifelsfall mit Pfefferspray abwehren zu müssen, nicht fruchtete, wurde das Abwehrspray gegen das Tier eingesetzt. Bei dem Einsatz wurden vier Polizisten verletzt.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Opa soll Enkelin jahrelang sexuell missbraucht haben

Am Montag, den 06. Juli 2002, 14 Uhr, beginnt vor der großen Jugendkammer als Jugendschutzkammer der Prozess gegen einen Mann, dem zur Last gelegt wird, seine Enkelin über Jahre sexuell missbraucht zu haben.

Dem Angeklagten liegt zur Last, er habe die Nebenklägerin, seine Enkelin, im Zeitraum von November 2008 bis Dezember 2013 zwischen sechs und elf Jahre alt, in Dörzbach  monatlich sexuell missbraucht, indem er Analverkehr mit ihr vollzogen habe. Beim letzten der 63 Fälle habe die Nebenklägerin ihn von sich weggestoßen, der Angeklagte habe sein Verlangen dann gewaltsam befriedigt. Dieser letzte Fall ist tateinheitlich als Vergewaltigung angeklagt.

Seit dem 16. Januar 2020 befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft.

Weitere Prozesstermine für diesen Fall sind anberaumt auf:

 

Mittwoch, den 8. Juli 2020, 09 Uhr

Freitag, den 10. Juli 2020, 09 Uhr

Dienstag, 28. Juli 2020, 09 Uhr

Donnerstag, den 30. Juli 2020, 09 Uhr

Montag, den 3. August 2020, 09 Uhr

Mittwoch, den 5. August 2020, 09 Uhr

           

Die Kammer hat den Angeklagten, seinen Verteidiger, die Nebenklägerin, ihren anwaltlichen Vertreter, zehn Zeugen und zwei Sachverständige geladen.

 

 

 

 




Möglicherweise Brandstifung

Am frühen Donnerstagmorgen, den 02. Juli 2020, drangen Flammen aus einem landwirtschaftlichen Nutzgebäude in Sonnhofen. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte der Brand unter Kontrolle und letztendlich gelöscht werden. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf zirka 70.000 Euro. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Feuerwehr war mit über 60 Einsatzkräften und elf Fahrzeugen vor Ort. Darüber hinaus waren Notarzt, Rettungsdienst sowie die Polizei im Einsatz. Das Polizeirevier Künzelsau hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach den derzeitigen Ermittlungen ist die Brandursache noch unbekannt. Eine Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




31-Jähriger in Klinik verstorben

Anwohner wurden in der Nacht auf Mittwoch, den 01. Juli 2020, auf einen 31-Jährigen aufmerksam, da er auf einem Garagendach in Leingarten-Großgartach stand und herumbrüllte. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor. Die daraufhin gegen 1.45 Uhr über Notruf alarmierte Polizei traf den Mann auf dem Dach einer Garage in der Güldigstraße an. Der 31-Jährige befand sich offensichtlich in einem psychischen Ausnahmezustand und schien unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol zu stehen. Da er sich nicht ausweisen konnte und seine Identität vor Ort nicht festzustellen war, sollte der Mann zum Polizeirevier Lauffen a.N. gebracht werden. Hierbei leistete der Mann Widerstand und griff im Dienstfahrzeug die eingesetzten Polizeibeamten an. Deshalb musste er mit Hand- und Fußfesseln fixiert werden.

Dennoch hatte der Mann weiterhin Wutausbrüche, beleidigte die Beamten und versuchte, sie anzugreifen. Kurz vor dem Polizeirevier verstummte der Mann plötzlich und kollabierte. Die Beamten begannen sofort mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen und reanimierten den Mann. Die angeforderten Rettungskräfte und der Notarzt stabilisierten ihn. Anschließend wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht. Einige Stunden später verstarb der 31-Jährige am Morgen in der Klinik.

Zur Klärung der genauen Todesursache hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn und die Kriminalpolizei Heilbronn ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Einschätzung des behandelnden Arztes besteht der Verdacht einer Drogenintoxikation als Todesursache. Eine genaue Todesursache soll die von der Staatsanwaltschaft Heilbronn angeordnete Obduktion hervorbringen.

 




Timo benötigt Stammzellenspende

 

Typisierungsaktion für Timo in Kupferzell. Flyer zur Verfügung gestellt von Ziehl-Abegg




Das 16-Millionen-Euro-Lächeln

Auf einen „großen Bahnhof“ hatte Ziehl-Abegg (ZA) wegen der Corona-Beschränkungen verzichtet, und so traf man sich am 01. Juli 2020 „im kleinen Kreis“ zum symbolischen ersten Spatenstich für das neue Produktionsgebäude im Gewerbepark Hohenlohe. „Wir haben versprochen, dass wir was tun – und wir tun was“, wendet sich ZA-Vorstandschef Peter Fenkl an Christoph Spieles, den Vorsitzenden des Zweckverbands Gewerbepark Hohenlohe.

Fast 10.000 Quadratmeter Fläche

8.400qm Fläche wird die neue Fertigungshalle haben, in der modernste energieeffiziente Ventilatoren produziert werden sollen. Das Investitionsvolumen liegt bei 16 Millionen Euro, 200 neue Arbeitsplätze sollen dort geschaffen werden. Fenkl stellt sich selber die Frage: „Wahnsinn, Ignoranz, Dummheit oder unternehmerische Weitsicht?“ und geht natürlich von Letzterem aus, denn ZA habe „immer in Krisen investiert, damit wir, wenn der Markt zurückkommt, dem Markt folgen können“. Zwar spricht Fenkl von einer Wette auf die Zukunft, ist aber überzeugt: „Wir glauben, dass das die Produkte sind, die die Welt braucht.“

„Wahnsinn, Ignoranz, Dummheit oder unternehmerische Weitsicht?“

Bereits vor zwei Jahren war die Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg, Dr.Nicole Hoffmeister-Kraut, bei der Eröffnung der Werkshalle im Gewerbepark. Fenkl sieht das als gutes Zeichen: „Wenn Sie uns bei der neuen Halle wieder so viel Glück bringen, dann ist das perfekt.“

Folgen der Pandemie enorm

„2018 war der Wachstumsmotor Baden-Württemberg in voller Fahrt“, schaut die Ministerin auf damalige Probleme wie Fachkräftemangel zurück. 2 Jahre später seien die Folgen der Pandemie enorm. Sie verweist auf die hohe Exportquote Baden-Württembergs und weiß genau, dass die Maßnahmenpakete von Bundes- und Landesregierung wenig Einfluß auf den Export haben können. Daher hätte sie sich von der Bundesregierung noch mehr Anreize für die Industrie gewünscht. Insbesondere eine Prämie für den Kauf von Autos mit modernsten und CO2-armen Verbrennungsmotoren vermißt sie: Damit wäre auch eine Unterstützung der Zulieferindustrie gewährleistet gewesen. Trotz allem geht sie davon aus, dass die Pakete der Regierungen greifen werden: Nicht nur der Konsum der Bürger, sondern auch die Investitionsbereitschaft der Industrie würden durch die Programme unterstützt – im Endeffekt sei der Erfolg aber eine auch eine Frage der Psychologie.

„Sie setzen um“

Hoffmeister-Kraut sieht Baden Württembergs Stärke in den Familienunternehmen, die regional verwurzelt sind und langfristige Verantwortung übernehmen und sich in die Region einbringen, das sei keine Selbstverständlichkeit.

„Sie setzen eine positive Botschaft – und nicht nur eine Botschaft: Sie setzen um“, wendet sie sich anerkennend zu Familie Ziehl und dem Vorstand der Firma. „Das ist beispielhaft für andere Unternehmen in diesem Land.“

Landrat Neth bedankt sich für den Mut des Unternehmens

Landrat Dr.Matthias Neth sieht Wirtschaft und Politik in einer gemeinsamen Verantwortung für die Raumschaft. Er bedankt sich für den Mut des Unternehmens und freut sich, dass die Investition nicht wegen Corona zurückgehalten wurde: „Das ist gelebte Verantwortung.“  Das Thema Verantwortung nutzt Neth und bedankt sich nicht nur bei ZA, sondern bei allen Unternehmen für die Unterstützung in der Hochphase der Corona-Pandemie. 20.000 Masken und Visiere seien dem Kreis von vielen Unternehmen zur Verfügung gestellt worden, ZA habe zum Beispiel die 3D-Drucker auf die Produktion von Visieren umgestellt. Außerdem habe ZA im Campus Künzelsau und in der Grundschule Bieringen für eine neue Lüftung gesorgt, s odaß Prüfungen und Unterricht möglich gemacht wurden. Er bedankt sich bei allen Unternehmen, die den Kreis in der Krise unterstützt haben und bittet die Ministerin, kurz wegzuhören: „Auf Zuruf Dinge hinzubekommen, das geht bei uns. Es gilt halt das Hohenloher Landrecht.“

„Es gilt das Hohenloher Recht“

ZA konnte im Jahr 2019 ein Umsatzplus von 8,6 Prozent erreichen. „Von einer Steigerung sprechen wir dieses Jahr nicht“, sagt Rainer Grill, Pressesprecher des Unternehmens. Trotz Corona wirdZA die Zahl der Ausbildungsplätze nicht reduzieren und sieht sich auch an dieser Stelle in der Verantwortung.

Text: Matthias Lauterer

 

 ZA im Gewerbepark Hohenlohe (gemäß Angaben von ZA)

Bausumme: 16 Mio Euro (Gebäude mit 10 Verladerampen)

112 weitere Stellplätze für Mitarbeiter

Nutzfläche zusätzlich: 8.400 Quadratmeter, davon 1.000 für Büros

Produktionsfläche insgesamt im Gewerbepark bisher: 44.240 Quadratmeter

Mitarbeiter insgesamt im Gewerbepark: ca. 850 (2.400 in Hohenlohe gesamt, 4.300 weltweit)

 

Über Ziehl-Abegg (Angaben stammen von ZA)

 Ziehl-Abegg (Künzelsau, Baden-Württemberg, Deutschland) gehört laut eigenen Angaben zu den international führenden Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel und Antriebstechnik. Beispiele für Einsatzgebiete der Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen. Ziehl-Abegg hat schon in den fünfziger Jahren die Basis für moderne Ventilatorenantriebe gesetzt: Außenläufermotoren, die auch noch heute weltweit Stand der Technik sind. Ein weiterer Bereich sind elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen, medizinischen Anwendungen (Computertomographen) oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen für Antrieb sorgen. Das Thema Elektromobilität im Straßenverkehr wurde 2012 bei Ziehl-Abegg Automotive angesiedelt.

Das High-Tech-Unternehmen besticht durch eine hohe Innovationskraft. Ziehl-Abegg (alle Angaben sind bezogen auf das Jahr 2019) beschäftigt 2.400 Mitarbeiter in süddeutschen Produktionswerken. Weltweit arbeiten für das Unternehmen 4.300 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 16 Produktionswerke, 29 Gesellschaften und 113 Vertriebsstandorte. Die rund 30.000 Artikel werden in mehr als 100 Ländern verkauft. Der Umsatz liegt bei 633 Mio. Euro. Etwa 80 Prozent der Umsätze werden im Export erzielt.

Emil Ziehl hat die Firma 1910 in Berlin als Hersteller von Elektromotoren gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Firmensitz nach Süddeutschland verlegt. Die Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert und befindet sich in Familienbesitz.

Weitere Informationen auf www.ziehl-abegg.de

 

Ein Unternehmer, wie er im Buche steht: Uwe Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

Christoph Spieles, Bürgermeister von Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Der obligatorische Spatenstich. Foto: GSCHWÄTZ

Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth (2. von rechts) hatte nur lobende Worte. Foto: GSCHWÄTZ

Der Erweiterungsbau. Foto: GSCHWÄTZ

ZA-Vorstandschef Peter Fenkl. Foto: GSCHWÄTZ

Dennis Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

Sindia Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

Baden-Württembergs Wirtschafstministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Foto: GSCHWÄTZ




Chaos auf der A6

Am Dienstagmorgen, den 30. Juni 2020, gegen 06.30 Uhr, sind bei Schwäbisch Hall auf der Westumgehung ein Auto und ein Linienbus zusammengestoßen. Das geht aus einer Meldung der Polizei hervor. Das ist schon der zweite Unfall in kürzester Zeit, bei dem ein Linienbus verwickelt war. Vergangene Woche gab es bereits einen großen Unfall bei Niedernhall (wir berichteten). In Niedernhall stand der Busfahrer unter Schock, die Pkw-Fahrerin wurde ins Krankenhaus gebracht. Bei diesem Unfall nun war der Busfahrer eingeklemmt.

Bei beiden Unfällen waren die Busse extrem an der Frontseite eingedrückt worden. Bei beiden Unfällen waren relativ junge Autofahrer beteiligt. Bei dem sich nun bei Schwäbisch Hall ereigneten Unfall kam ein 31-jähriger Fahrer kam mit seinem Wagen immer wieder laut Zeugen auf die Gegenspur. Auf Höhe der Heimbach-Siedlung kam der Wagen dann soweit nach links, dass er mit einem Lininbus kollidierte. Der Golf-Fahrer wurde schwer verletzt von Rettungskräften in ein Krankenhaus verbracht. Die 57-jährige Busfahrerin wurde von der Feuerwehr aus dem Bus befreit und kam schwer verletzt, ins Krankenhaus. Der Sachschaden geht nach ersten Schätzungen in einen oberen fünfstelligen Euro-Bereich.

Die Straße ist ein Zubringer zur A6, auf der A6 gab es an diesem Tag weitere große Unfälle. Am Nachmittag sind kurz nach der Ausfahrt Schwäbisch Hall und noch vor der Ausfahrt Kupferzell 24 Tonnen Pflanzenöl auf die Fahrbahn gelaufen. Auslöser war ein Stau, bei dem 2 Lkw miteinander kollidiert sind.
Bei Bretzfeld sind indes an demselben Tag vier Lkw, darunter ein Gefahrguttransport ineinandergefahren. Ein Lkw ist ausgebrannt, dessen Fahrer ist verstorben.  Vier weitere Personen wurden laut der Polizei verletzt. Durch die hohe Rauchentwicklung, wurde die Bevölkerung zwischenzeitlich aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der LKW-Unfall, der am Dienstag auf der A6 bei Bretzfeld einen Mann das Leben kostete, wird Autofahrer auch noch die kommenden Tage beschäftigen. Die Autobahn blieb in Fahrtrichtung Mannheim elfeinhalb Stunden, bis Dienstagabend, 20.15 Uhr, gesperrt. An den Sattelzügen entstanden Schäden, die die Polizei auf etwa 330.000 Euro schätzt. Auch die Fahrbahn wurde durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen. An dieser Stelle bleibt die Geschwindigkeit bis zum Ende der Reparaturmaßnahmen auf 80 km/h begrenzt. Während der Bergungsmaßnahmen wurden zahlreiche Gaffer, die von der Gegenfahrbahn filmten oder Bilder fertigten, beobachtet. Es wurden 85 Anzeigen wegen Handyverstößen von Fahrzeuglenkern gefertigt.
Problemkind A6. Immer wieder und immer häufiger knallt es auf der A6. Die Unfälle sind nicht selten schwer. Bereits im Februar 2020 haben wir Carsten Diemer, Pressesprecher der Polizeidirektion Heilbronn, zu dem Brennpunkt A6 befragt und was die Polizei tut, um die Unfallgefahren zu minimieren (siehe Video oben). 

Busunfall bei Schwäbisch Hall am 30. Juni 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Busunfall bei Schwäbisch Hall am 30. Juni 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Brennende Lkw auf der A6 am 30.06.2020.