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Frischer Wind am Campus Künzelsau

Bei den laufenden Hochschul-Prüfungen müssen die Räume ohne Lüftung oder Klimatisierung wegen möglichen Coronaviren sehr gut manuell belüftet werden. Der Künzelsauer Ventilatorenbauer Ziehl-Abegg hat deshalb laut einer Pressemitteilung diese Woche die Hochschule Heilbronn am Campus Künzelsau kurzfristig kostenfrei mit vier großen, transportablen Industrieventilatoren unterstützt.

„Coronaviren reichern sich in geschlossenen Räumen an, daher müssen wir vor und nach den Prüfungen an der Hochschule regelmäßig lüften“, sagt Prof. Dr.-Ing. Anke Ostertag, Dekanin der Reinhold-Würth-Hochschule, in der Mitteilung. Doch nicht jeder Raum ist mit einer Lüftungsanlage ausgestattet. “Da wir die Experten sind, wenn es ums Bewegen von Luft geht, freut es mich, dass die Hochschule auf uns zukam”, sagt Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg. „Natürlich ist eine moderne Lüftungsanlage, wie sie unsere Kunden einbauen, die beste Lösung“, so Fenkl weiter. „Doch jetzt geht es darum, kurzfristig und schnell für eine sichere Belüftung zu sorgen.“

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg




Versuchter Einbruch bei Lidl

Einbrecher versuchten am Wochenende in einen Discounter in der Würzburger Straße in Künzelsau-Nagelsberg zu gelangen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor. Da es in dieser Straße nur einen Discounter gibt, wird es sich um Lidl handeln.

Im Zeitraum zwischen 23 Uhr am Samstag, den 04. Juli 2020, und 6 Uhr am Montagmorgen, den 06. Juli 2020, drückten die unbekannten Täter zunächst mit Gewalt die Schiebetür des Haupteingangs auf. Im Vorraum des Ladens versuchten die Einbrecher, die inneren Zugangstüren aufzubrechen, scheiterten jedoch an diesen. Mehrere Glaselemente an den inneren Türen wurden bei dem Versuch beschädigt, so dass ein Schaden von rund 2.000 Euro entstand. Als die Täter hier nicht weiterkamen, brachen sie ihren Einbruchsversuch wohl ab und flüchteten unerkannt. Da der Vorraum der Discounter-Filiale auch nachts hell erleuchtet und auch von einem angrenzenden Fast-Food-Lokal gut einsehbar ist, hofft die Polizei auf Zeugen. Diese werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07940 9400 beim Polizeirevier in Künzelsau zu melden.

 




Bei Anton ist alles anders

Flora Meinhardt* aus Künzelsau überlegt seit geraumer Zeit, wie sie die Dosis wieder sanft herunterfahren kann. Seit der ersten Klasse bekommt ihr Sohn Anton* Ritalin. Der Grund für Flora damals: „Er sollte lesen und schreiben lernen.“ Flora hat noch mehr Kinder, die alle mühelos durch die Schule marschieren, nur bei Anton ist alles anders.

„Er sollte lesen und schreiben lernen“

Anton* war unruhig und konnte sich schlecht konzentrieren, Antons Arzt schickte ihn zu einer Psychologin zwecks eines IQ- und Konzentrationstestes nach Schwäbisch Hall. Die Diagnose: ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung). Ritalin sollte ihm helfen, in der Schule, die nun für den Siebenjährigen begann, gleich gut beziehungsweise besser mitzukommen, so die Mutter damals. Flora ist Lehrerin, sie hatte damals die Sorge, wenn sie ihm nicht Ritalin gäbe, käme ihr Sohn von Beginn an nicht mit in der Schule. Das wollte sie in keinem Fall. Sie wollte für ihn das Beste und nahm die empfohlene Dosis in Absprache mit Antons Arzt und der Lehrerin. Über die Jahre wurde die Dosis nicht viel, aber dennoch schrittweise erhöht. Nun will Flora die Medikation reduzieren, denn Ritalin hat auch Nebenwirkungen. Anton ist ruhiger, hat weniger Hunger, ist konzentriert. Aber dafür ist Anton nicht mehr so lebhaft, zumindest bis sich das Mittel langsam im Körper abgebaut hat. Anton wird so dosiert, dass es in der Schule und gerade noch so für die Hausaufgaben wirkt. In den Ferien bekommt er es nicht.

Die Medikation hat auch Nebenwirkungen

Anton ist nicht der einzige, der als ADHS-Kind eingestuft wurde und Ritalin oder ein anderes Medikament bekommt, um konzentrierter zu arbeiten. Offizielle Zahlen hierzu sind aber nicht leicht zu bekommen – und widersprechen sich teilweise. So verzeichnet die kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg sogar rückläufige Zahlen, was das Krankheitsbild betrifft: „Was wir aus den uns vorliegenden Daten erkennen können, ist, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Hohelohekreis, bei denen AD(H)S diagnostiziert wurde, in den letzten Jahren rückläufig ist. Sie ist von 2012 zu 2018 von 672 auf 616 gefallen“, so Kai Sonntag, Leiter der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der kassenärztlichen Vereinigung. Allerdings weist Sonntag darauf hin, dass es sich hier nur um Daten von Kassenpatienten handelt, Daten von Privatpatienten lägen nicht vor. Des Weiteren: „Wenn eine Diagnose von einem Hausarzt bei einem Kind erstellt wird, bei dem die Eltern in das Hausarztmodell eingeschrieben sind, wird die Behandlung nicht mehr über die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet.“ Auch in diesen Fällen gibt es demnach keine Zahlen. Sonntag betont darüber hinaus: „Einmal unabhängig davon: Ein Rückgang der Zahlen bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Krankheitsbild weniger häufig auftritt. Nur als Beispiel: Die Eltern könnten auch aus irgendwelchen Gründen weniger zum Arzt gehen. Ich würde es daher als gefährlich erachten, wenn daraus der Schluss gezogen wird: AD(H)S bei Kindern/Jugendlichen ist im Hohenlohekreis rückläufig.“

Seit 2013 steigen die Zahlen bei der AOK leicht an

Die AOK Baden-Württemberg hat wiederum ganz andere Zahlen. Sie verzeichnet unter ihren Versicherten 32.729 Betroffene, die allein im Jahr 2017 wegen ADHS in Behandlung waren. Das zeigt eine Auswertung der AOK. Kinder seien dabei „über ein normales Maß hinaus unaufmerksam, impulsiv und übermäßig aktiv. Seit 2013 steigen die Zahlen leicht an. Vor allem Jungen zwischen 10 und 14 Jahren sind betroffen. Auch in anderen Altersgruppen trifft die Krankheit Männer häufiger als Frauen.“

Laut einer Studie des Robert Koch-Insituts, die im Journal of Health Monitoring 2018 erschien und auf einer Umfrage bei Eltern basiert, erhielten im Durchschnitt 4,4 Prozent der drei-bis 17-jährigen Kinder eine ADHS-Diagnose – sprich von 100 Kindern/Jugendlichen erhielten vier bis fünf von ihnen bislang die Diagnose ADHS.

Medikamente die einzige Lösung?

Auch Julia aus dem Kochertal hat ein Kind, das Ritalin bekommt. Daniela geht auf die Realschule, aber ohne die Medikamente wäre es ungewiss gewesen, ob sie es geschafft hätte, sagt Julia. Sie sagt: „Bevor wir unserem Kind etwas verbauen, geben wir ihm das nötige Mittel, das ihm hilft, gut durch die Schule zu kommen.“ Sie sieht ADHS als Krankheit an, bei der eine Medikation erforderlich ist, will man dem Kind helfen, das, was ihm an Botenstoffen für die nötige Konzentration fehlt (siehe Infokasten), auszugleichen.

Andere Ansätze

So ähnlich sieht es auch eine Psychiaterin aus Schwäbisch Hall. Sie sagt Eltern ihrer Patienten nach einer ADHS-Diagnose, die sie gestellt hat, Sätze wie: Medikamente seien ihrer Meinung nach die einzige Lösung, das Kind gut durch die Schule zu bringen. Der Ergotherapeut Klaus Weißenberger aus Bad Mergentheim sieht das etwas anders. Er arbeitet viel verhaltenstherapeutisch. Weißenberger sagt: „Die sozialen Strukturen spielen eine große Rolle und können dazu führen, dass ein Kind strukturierter oder chaotischer ist.“ Seine These: Ordnung, klare Regeln und eine klare Tagesstruktur dienen dazu, ein Kind, das auffällig im Verhalten ist, wieder auf Kurs zu bringen, dass es sich besser konzentrieren kann. Das heißt aber auch: In hohem Maße müssen die Eltern für ein dementsprechend ruhiges, gleich bleibendes Umfeld mit gleichen Tagesstrukturen, klaren Regeln und Konsequenzen sorgen. Seit vielen Jahren arbeitet Weißenberger verhaltenstherapeutisch.

Kein Thema beim Kaffeeklatsch

Das Thema ADHS und Ritalin ist im Hohenlohekreis noch immer kein Thema, über das beim Kaffeeklatsch offen gesprochen wird. Aber spricht man Eltern offen an, antworten viele Mütter auch offen, die sich schon mal mit dem Thema ADHS/Ritalin auseinandersetzen mussten. Katrins mittlerer Sohn wurde von seinem Arzt ebenfalls zu einem Konzentrations- und IQ-Test nach Schwäbisch Hall geschickt. Er ging damals in die erste Klasse. Sein IQ ist überdurchschnittlich hoch, sein Wesen war lediglich etwas zerstreut. Katrin wurde von der Psychiaterin in Schwäbisch Hall dennoch nahegelegt, Ritalin zu geben, damit er noch besser werden würde in der Schule. Für Katrin nicht nachvollziehbar. Das war vor rund drei Jahren. Sie gab ihm keine Medikamente, er schreibt auch ohne Ritalin Einser und Zweier und kommt vermutlich auf das Gymnasium.

 „Schwer unterrichtbar“

Bei Florian (10) und Niko (6) wurden die Eltern von der Schule angesprochen wegen ihres auffällig unruhigen beziehungswiese unkonzentrierten Verhaltens im Unterricht. Daraufhin sah sich ein schuleigener Psychologe die Kinder an. Florians Eltern wurde bereits vor der Diagnose seitens der Schule zu verstehen gegeben, dass man bei einer ADHS-Diagnose auf die Kooperation der Eltern auch hinsichtlich der Medikation hoffe. Ansonsten sei der Schüler an dieser Schule schwer unterrichtbar. Aber der schuleigne Psychologe diagnostizierte letztendlich kein ADHS. Das war vor zwei Jahren. Florian schreibt derzeit so gute Noten, dass er, wenn er so weitermacht, gute Chancen auf einen gymnasialen Abschluss hat.

Zusätzlicher Stress für die ganze Familie

Niko hingegen erhielt von der Psychologin in Schwäbisch Hall die Diagnose ADS. Das ist ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ohne Hyperaktivität. Früher wurden solche Kinder als „Träumer“ bezeichnet. Eine Medikation wurde angeraten, die Eltern lehnten ab. Sie gehen seither mit ihrem Sohn in Ergotherapie. Niko bekommt auch Förderunterricht. Der Stundenplan von Niko und seinen Eltern ist außerhalb des Unterrichts dementsprechend voll, was wiederum zusätzlichen Stress für die gesamte vierköpfige Familie bedeutet. Eine endgültige Entscheidung, ob Niko nicht doch irgendwann mit Medikamenten unterstützt wird, ist noch nicht gefallen.

Reduzierung der Medikamente schwerer als gedacht

Die Reduzierung der Medikation von Anton ist schwerer als gedacht. Erhöhen ist leichter, man bekommt die nötige empfohlene Tagesmenge. Aber auch fürs Reduzieren braucht man ärztliche und schulische Partner, die einen dabei unterstützen. Denn: In der Schule wird Anton eventuell erstmal wieder mehr Probleme haben beziehungsweise mehr auffallen als mit Medikation. Flora hat sich in den vergangenen Jahren nach alternativen Methoden erkundigt, wie ihr Sohn sich besser konzentrieren kann. Sie geht mit ihm nun alle acht Wochen nach Stuttgart zu einem so genannten INDD-Training. Bei diesem Training sollen sich Blockaden lösen, die während der Geburt entstanden sind. Er soll dadurch relativ schnell ruhiger geworden sein, berichtet Flora. Sie will mit dem Training weitermachen.

* Alle Namen betroffener Familien wurden von der Redaktion in diesem Artikel aus Rücksicht auf das Persönlichkeitsrecht geändert.

ADS/ADHS

ADHS heißt übersetzt Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Sie äußert sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Selbstregulation (Typ „Zappelphilipp“); ADS bedeutet Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (Typ „Träumer“). Wenn Eltern, Lehrer oder Kinderärzte ein auffälliges Verhalten bei Kindern beobachten, besonders die Schulzeit ist dafür prädestiniert, gibt es im Hohenlohekreis vorrangig zwei Adressen, die Eltern an die Hand bekommen, um einen ADS-/ADHS-Test zu machen. In Bad Mergentheim und in Schwäbisch Hall. Eine ärztliche Überweisung ist hier notwendig. Laut den offiziellen Zahlen sind mehr Jungen als Mädchen von ADHS betroffen.

Woran erkenne ich ADHS?

Das ist eine sehr schwierige Frage, auf die es keine pauschale Antwort gibt. Aber es gibt im Internet diverse Fragebögen, die man beantworten kann, um danach Dinge besser einordnen zu können. Allein ein aktives oder verträumtes Kind ist an sich noch kein AD(H)S-Kind. Vor allem Jungen brauchen viel Bewegung, um etwa einen Ausgleich für das stundenlange Sitzen in der Schule zu haben.
Mehr Informationen zu ADHS gibt es etwa auf: https://www.adhs-infoportal.de




HK – In geheimer Mission

Am 09. Dezember 2019 hat der Kreistag des Hohenlohekreises den Beschluss gefasst, den kurz vorher beschlossenen „Sitzdienst“ eines Notarztes im Künzelsauer Krankenhaus kurzfristig zu evaluieren. Kriterien für die Evaluierung wurden keine festgelegt, „das ist dann eine politische Entscheidung“, bemerkte damals Landrat Dr. Matthias Neth. Das nennt man wohl Hohenloher Landrecht. Beschlossen, um es kurze Zeit später ohne weitere Erklärung wieder zu streichen.

Notarzt-Sitzdienst kommt nach kürzester Zeit wieder weg

Inzwischen wurde anscheinend Evaluierung abgeschlossen und es wurde wohl beschlossen, den Sitzdienst nach kurzer Zeit schon wieder zu beenden. Das mag ja durchaus eine sinnvolle Entscheidung gewesen sein, allerdings kann das niemand so wirklich beurteilen, denn die Informationspolitik des Landrats Dr. Neth lässt zum wiederholten Male sehr zu wünschen übrig. Auf welchen Zahlen, Daten und Fakten diese Entscheidung beruht und von wem sie getroffen wurde (Kreistag, Landrat/samt oder BBT-Gruppe) ist nicht bekannt.

Offenbar wurde „exklusiv“ die Hohenloher Zeitung über diesen Beschluss informiert, die Bürger wurden wieder einmal vom Landrat gar nicht erst angesprochen, nicht einmal durch eine „NEWS“ im Internetangebot des Landratsamts. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Landrat die Hohenloher Zeitung als sein persönliches Verlautbarungsorgan ansieht und die Hohenloher Zeitung das ähnlich sieht.

Auf welcher Grundlage werden hier Entscheidungen von wem getroffen?

Über die Entscheidungsgrundlagen und vor allem, wer und wie die Entscheidung mit welcher Mehrheit getroffen hat, ist dort allerdings nichts zu lesen. Dabei forderte der Antragsteller, Niederrnhalls Bürgermeister Achim Beck, im Dezember mit klaren Worten Transparenz, als er beantragte, daß der Kreistag „in einer nachfolgenden öffentlichen Sitzung im März oder April 2020 zur Entscheidung bezüglich der weiteren Fortführung“ abstimmen sollte. Ein kürzlicher Termin einer Kreistagssitzung ist nicht bekannt. Sollte es einen Beschluss ohne Sitzung im Umlaufverfahren gegeben haben, würde man doch wenigstens eine Bekanntmachung auf den Internetseiten des Landkreises erwarten.

Einmal mehr ist daher die bekannt intransparente Informationspolitik von Landrat Dr. Neth zu beklagen.

Verlautbaren ließ Dr. Neth übrigens auch, dass in das Krankenhausgebäude ein Hospiz einziehen soll und dass das MVZ Gestalt annehmen würde. Dasselbe MVZ, das den Künzelsauer Bürgern bereits 2018 versprochen wurde und von dem zwei Jahre später noch immer nichts zu sehen ist. Ob es  inzwischen Arztsitze gibt, die an die BBT übertragen wurden? Nein, auch darüber erfährt man nichts. Ohne Arztsitze kann es aber kein funktionierendes und breit aufgestelltes MVZ geben – der Bürger wird auch hierzu im Dunklen gelassen.

Auch hierzu wird der Bürger im Dunkeln gelassen

Erstaunlich ist auch der zeitliche Zusammenhang der Verlautbarung mit dem Brief der Stadt Künzelsau an die Ärzte, in dem den Ärzten und den Bürgern in Aussicht gestellt wird, dass die Stadt Künzelsau mit dem Gedanken spiele, das Krankenhausgebäude zu kaufen, um hier Praxisräume für Ärzte zu schaffen – zwar laut Neumann „eine Option von vielen“, aber dennoch eine Option.

Man bekommt den Eindruck, als ob es nicht nur mit der Offenheit gegenüber den Bürgern, sondern auch mit der Kommunikation zwischen Landratsamt und der Stadt Künzelsau nicht zum Besten steht. Wenn die Stadt Künzelsau die Ärzte darüber informiert, dass sie das Krankenhausgebäude möglicherweise kaufen und dort eventuell Raum für Arztpraxen schaffen würde, dann muss man davon ausgehen, dass die Grundlage für so eine Anfrage bereits einigermaßen abgeklärt ist. Es sollte zum Beispiel eine erklärte Verkaufsabsicht des Eigentümers vorhanden sein und es sollte auch abgeklärt sein, dass der Verkäufer auch tatsächlich an die Stadt Künzelsau verkaufen würde. Wenn der Verkäufer, in dem Fall das Landratsamt, danach mitteilt, vor einem eventuellen Verkauf einen großen Mieter in das Gebäude zu setzen, dann ist das doch recht unüblich.

„Diese Summe halte ich für überzogen“

Auch mit den Zahlen, die in Bezug auf das ehemalige Krankenhausgebäude immer wieder genannt werden, wird umgegangen, wie wenn es sich dabei lediglich um lapidare Cent-Beträge handelt. Betonte Landrat Neth auf der Kreistagssitzung im Rahmen der zukünftigen Gesundheitsversorgung Künzelsau, noch die Summe von rund 30 Millionen Euro, die zur Sanierung des Krankenhausgebäudes benötigt werde – sagte Bürgermeister Stefan Neumann nun vor kurzem hierzu: „Diese Summe halte ich für überzogen.“ Der Landrat und der Bürgermeister scheinen in diesem Punkt uneins zu sein. Da fragt man sich wieder mal, auf welcher Grundlage hier Zahlen auf den Tisch geworfen und darauf basierend Entscheidungen gefällt werden. Wie sagte Arnulf von Eyb doch einst: „Wir sind doch hier nicht in Bananien.“

Aber man muss sich zum Schutz von Bürgermeister Neumann schon fragen, wie denn ein Hospiz nun auf einmal ohne Weiteres in das Gebäude einziehen soll, wenn doch zuvor diese teure Renovierung / Sanierung der Räumlichkeiten immer wieder im Raum stand – oder beabsichtigt man das Gebäude gar nicht zu renovieren / zu sanieren für das Hospiz, das angeblich kommen soll?

Man fragt sich, welche Strategie hinter einer derartigen Informationspolitik steckt, in der offensichtlich sowohl die Bürger als auch die Gremien der Kreisstadt, Gemeinderat und Bürgermeister, entweder im Unklaren gelassen oder schlicht falsch informiert werden.

Künzelsaus Bürgermeister Neumann hat das Jahr 2020 unter das Leitmotiv „Zukunft Gesundheit“ gestellt. Auch er muß langsam liefern – das Jahr ist schließlich halb vorbei.

Das Krankenhaus und die Folgen der Schließung des Standorts Künzelsau werden den Hohenlohekreis noch lange beschäftigen.

Ein Kommentar von Matthias Lauterer




Künzelsau: Sommerschule & kreative Malwerkstatt

Die Stadtverwaltung Künzelsau bietet aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr eine durchgängige Betreuung in den Sommerferien für Kindergarten- und Schulkinder bis zur sechsten Klasse an: Die ersten drei Ferienwochen sind laut der Pressemitteilung der Stadtverwaltung neu im Betreuungsangebot. In diesen Wochen findet eine Ferienbetreuung an der Georg-Wagner-Schule am Kocher in Künzelsau von 7.30 Uhr bis 14 Uhr statt. Die Kosten pro Woche belaufen sich auf 20 Euro. Anmeldungen hierfür nimmt Barbara Schütz an der Georg-Wagner-Schule unter Telefon 07940/98 290 53 oder per E-Mail Barbara.Schuetz@gewas-kuenzelsau.de entgegen.

In der Sommerschule den Lernstoff erschließen

Daran schließt sich die Sommerschule in den letzten drei Ferienwochen an. Die Sommerschule findet von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr ebenfalls an der Georg-Wagner-Schule am Kocher statt. Neben Spaß und Betreuung gibt es hier auch die Möglichkeit, Lernstoff anders als im Schulalltag zu erschließen. Praktisches Alltagswissen wird erworben und Gemeinschaft mit anderen Kindern erlebt. Altersgerecht und spielerisch werden dabei auch die sozialen Kompetenzen wie Motivation, Kommunikationsfähigkeit und Teamarbeit gefördert. Eine Woche kostet inklusive Mahlzeiten und Ausflüge 60 Euro. Dieses günstige Angebot der Stadtverwaltung Künzelsau ist nur durch die finanzielle Unterstützung der Albert Berner-Stiftung möglich. Anmelden können Eltern ihre Kinder ab sofort bei Jessica Rudolph von der Stadtverwaltung unter Telefon 07940/129 209 oder per E-Mail jessica.rudolph@kuenzelsau.de sowie bei Barbara Schütz unter Telefon 07940/982 9053 oder per E-Mail Barbara.Schuetz@gewas-kuenzelsau.de.

Fast 40 Termine im Sommerferienprogramm

Das klassische Sommerferienprogramm enthält fast 40 Programmpunkte von der Kreativen Malwerkstatt über den Kinofilm „Die Eiskönigin“ bis hin zu Drei Tage auf dem Pferdehof. Die meisten Angebote sind kostenlos und richten sich an Kinder und Jugendliche zwischen vier und siebzehn Jahren. Zum ersten Mal finden im Rahmen des Ferienprogramms auch Space Days in Kooperation mit der experimenta Heilbronn statt. Eine Woche lang dreht sich für die Teilnehmer im Alter von acht bis elf Jahren alles um Astronomie, Weltraum und Wissenschaft. Die Teilnahme kostet für die gesamte Woche 60 Euro. Anmeldungen nimmt Milen Fuchs von der Stadtverwaltung Künzelsau unter Telefon 07940/129 109 oder per E-Mail milen.fuchs@kuenzelsau.de entgegen.

Termine Sommerferienprogramm:
#1 Kreative Malwerkstatt, Montag, 3. August
#2 Töpfern (drei Termine, vormittags), Montag, 3. August, Dienstag, 4. August, Dienstag, 18. August
#3 Töpfern (drei Termine, nachmittags), Montag, 3. August, Dienstag, 4. August, Dienstag, 18. August
#4 Eine kleine Bewegungsschule, Nordic Walking, Montag, 3. August
#5 Das perfekte Rezept für deine Fotografien, Dienstag, 4. August
#6 Wanderung mit dem Zeichenblock, Mittwoch, 5. August
#7 Kinofilm: Der König der Löwen (2019), Mittwoch, 5. August
#8 Bücherschätze entdecken in Künzelsau, Mittwoch, 5. August
#9 Mi-Ma-Mä-Mi-Mu – Das Mit Mach Märchen Mit Musik. Lesereisen in der Bibliothek Frau Holle für Kinder. Mit-Mach-Abenteuer – „Komm‘ wir spielen Indianer“, Donnerstag, 6. August
#10 Taste dich ran, Montag, 10. August
#11 Space Days, Montag, 10. bis Freitag, 14. August (mit täglicher Heimkehr)
#12 Kreative Malwerkstatt, Montag, 10. August
#13 Wanderung mit dem Zeichenblock, Dienstag, 11. August

#14 Kinofilm: Die Eiskönigin, Mittwoch, 12. August
#15 Mit der Hand oder doch mit dem Pinsel? Mittwoch, 12. August
#16 Mi-Ma-Mä-Mi-Mu – Das Mit Mach Märchen Mit Musik. Lesereisen in der Bibliothek Frau Holle für Kinder. Mit-Mach-Abenteuer – „Komm‘ wir spielen Indianer“, Donnerstag, 13. August
#17 Sicheres Radfahren, Donnerstag, 13. August
#18 Zwei Tage auf dem Pferdehof, von Montag, 17. August bis Dienstag, 18. August (zwei Tage am Stück mit Übernachtung)
#19 Luftballonmodellage, Illusions-, Zauber-, und Feuershows, Dienstag, 18. August, vormittags
#20 Luftballonmodellage, Illusions-, Zauber-, und Feuershows, Dienstag, 18. August, nachmittags
#21 Bücherschätze entdecken in Künzelsau, Mittwoch, 19. August
#22 Kreative Malwerkstatt, Mittwoch, 19. August
#23 Kinofilm: Trolls World Tour, Mittwoch, 19. August
#24 Wanderung mit dem Zeichenblock, Donnerstag, 20. August
#25 Naturfreunde aufgepasst, Donnerstag, 20. August
#26 Mi-Ma-Mä-Mi-Mu – Das Mit Mach Märchen Mit Musik. Lesereisen in der Bibliothek Frau Holle für Kinder. „Die Bremer Stadtmusikanten“, Donnerstag, 20. August
#27 Drei Tage auf dem Pferdehof, von Montag, 24. August bis Mittwoch, 26. August (drei Tage am Stück mit Übernachtung)
#28 Kinofilm: Lassie – eine abenteuerliche Reise, Mittwoch, 26. August
#29 Ist es wirklich „nur“ Natur! Mittwoch, 26. August
#30 Mi-Ma-Mä-Mi-Mu – Das Mit Mach Märchen Mit Musik. Lesereisen in der Bibliothek Frau Holle für Kinder. „Die Bremer Stadtmusikanten“, Donnerstag, 27. August
#31 D`Artagnan und die Musketiere – Einführung in die Sportart Fechten, Donnerstag, 27. August
#32 Kreative Malwerkstatt, Montag, 31. August
#33 Kinofilm: Shaun das Schaf – Ufo Alarm, Mittwoch, 2.September
#34 Wanderung mit dem Zeichenblock, Donnerstag, 3. September
#35 Selbstbehauptung und Selbstverteidigung mit Wendo (für Mädchen von 10 bis 12 Jahren), Montag, 7. September
#36 Selbstbehauptung und Selbstverteidigung mit Wendo (für Mädchen/junge Frauen von 14 bis 17 Jahren), Montag, 7. September
#37 Puppenspiel und Puppenbau, Mittwoch, 9. September
#38 Kinofilm: Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen, Mittwoch, 9. September
#39 Pony-Pferd-Kuh-Runde auch für die Kleinen, Samstag, 12. September

Schriftliche Anmeldung

Die Betreuungsangebote sind für Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet sowie den Teilorten. Das Anmeldeformular und weitere Informationen gibt es online unter http://www.kuenzelsau.de/tagesbetreuung. Anmeldungen müssen schriftlich an die Stadtverwaltung Künzelsau, Stuttgarter Straße 7, 74653 Künzelsau gerichtet werden. Für alle Aktionen und Veranstaltungen gilt: Die Auflagen und Einschränkungen der Corona-Verordnungen müssen eingehalten werden.

Durchgängiger Ferienkindergarten

Ferienkindergarten und Sommervorschule: Die Einrichtungen haben normalerweise 25 feste Schließtage. Die längste Zeitstrecke ist drei Wochen in den Sommerferien. Zum Ausgleich für die lange Schließzeit durch Corona bietet die Stadtverwaltung einen durchgängigen Ferienkindergarten für Kindergartenkinder in elf Kindergärten und drei Krippen vom 3. bis 21. August 2020 an. Erstmalig speziell für Vorschulkinder, die nach den Kindergartenferien keine Betreuung mehr haben, gibt es in den letzten drei Sommerferienwochen bis zum Schulstart, von 24. August bis 11. September 2020, die Sommervorschule mit spielerischer Schulvorbereitung und Ausflügen am Schulstandort der Georg-Wagner-Schule am Kocher. Die Kosten pro Woche Schulvorbereitung betragen 60 Euro, inklusive Frühstück und Mittagessen. Die Abfrage der Eltern zur Buchung der einzelnen Wochen erfolgte über die Kita-Info-App in den jeweiligen Einrichtungen direkt und ist bereits abgeschlossen. 

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Namibia-Luxus-Lodge auf Kosten der Steuerzahler

Gegen den Schwäbisch Haller Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim hat das Amtsgericht Schwäbisch Hall einen Strafbefehl erlassen. Das geht aus einer Meldung des SWR hervor. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/schwaebisch-hall-pelgrim-vorwuerfe-100.htmlEs geht um eine Dienstreise nach Namibia im Jahr 2018.

 Im Frühjahr 2018 war er auf Dienstreise nach Namibia, wo Schwäbisch Hall eine Partnerstadt hat: Okahandja. Mit dabei auf dieser Reise waren Pelgrims Lebensgefährtin und deren Sohn. Die Stadtverwaltung weigerte sich später, rund 800 Euro Reisekosten für die Begleitung des Oberbürgermeisters zu übernehmen. Pelgrim bezahlte schließlich aus eigener Tasche. 

Bürgermeister soll nun fünfstellige Summe zahlen

Knackpunkt scheint zu sein, dass Pelgrim, seine Lebensgefährtin und der Sohn sich anschließend noch zwei Tage auf eine Luxus-Lodge einladen ließen. Das, so meinten Teile des Gemeinderates, gehe nicht.

Die Gemeinderätin Monika Jörg-Unfried, damals noch SPD, wird im Haller Tagblatt zitiert: „Sie haben eine Zuwendung angenommen, die sie als Beamter nicht hätten annehmen dürfen.“

Die Strafanzeige wegen Vorteilsnahme und Untreue stammt wohl von ihr. Wie Pelgrims Rechtsanwalt inzwischen bestätigte, ist der Einspruch gegen den Strafbefehl über eine fünfstellige Strafsumme bereits erfolgt.

Pelgrim erhebt Einspruch – Er sieht keine Vorteilsnahme

Der Strafbefehl trifft laut dem SWR Hermann-Josef Pelgrim in einer Zeit, in der er auch auf anderen Ebenen viel Gegenwind erfährt. So habe ihn seine Aufsichtsbehörde, das Regierungspräsidium Stuttgart, darauf hingewiesen, dass er bei der Verlagerung des Baucontrollings der Stadt aus der Revision nicht einfach ohne Gemeinderatsbeschluss handeln darf.

Im Hintergrund steht auch immer noch der Konflikt um den unveröffentlichten Revisionsbericht 2018 – der offenbar Unangenehmes für die Verwaltung enthält.

Allerdings berichten Gemeinderatsmitglieder auch von einer Art Kleinkrieg von Teilen des Gremiums mit Pelgrim. Wie die Auseinandersetzungen weitergehen, sei offen so der SWR. Fakt sei, dass Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim vor Kurzem bekräftigt hat, nicht mehr für eine weitere Kandidatur zur Verfügung zu stehen.

Bürgermeister will für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen

Der Schwäbisch Haller Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe in seinem Amt einen Vorteil angenommen, der im nicht zustehe. Die beiden Begleiter Pelgrims waren nach Einschätzung der Behörden nicht dienstlich, sondern privat unterwegs. Untreue und Vorteilsannahme lauten die Vorwürfe, es gehe um insgesamt rund 1.000 Euro. Aus den Reihen des Gemeinderats kam eine Anzeige. Gemeinderätin Damiana Koch von der Bunten Liste hat ihre Anzeige bestätigt und gegenüber dem SWR begründet: „Eigentlich habe ich persönlich nichts gegen den OB. Es geht nur um die Sache, um seine Amtsausübung. Dieser Anschein von Vorteilsnahme, -gewährung, Korruption – das darf hier in Hall nicht sein (…) Ich denke, das muss einfach geklärt werden.“

Oberbürgermeister Pelgrim sieht in seiner Dienstreise mit Begleitung keine Vorteilsnahme.Er hat bereits Einspruch gegen den Strafbefehl des Schwäbisch Haller Amtsgerichts eingelegt.




Künzelsau: Falsche Polizisten erbeuten 25.000 Euro von Seniorin


Falsche Polizeibeamte betrogen am Donnerstag, den 02. Juli 2020, in Künzelsau eine 75-Jährige um viel Geld. Die Betrüger hatten die Frau angerufen, sich als Kriminalpolizisten ausgegeben und ihr berichtet, dass sie im Fokus von Verbrechern stehen würde. Zur Sicherheit sollte die Frau Geld abheben und es zur Abholung deponieren. Am selben Tag sollte die Frau dann das Geld zurückerhalten. Das Bargeld wurde abgeholt, jedoch dachten die Betrüger gar nicht daran, ihre Beute wieder zurückzubringen. Der Seniorin entstand dadurch ein Schaden von 25.000 Euro. Der Abholer wird als zirka 1,70m großer Mann beschrieben. Er war schlank, hatte wuschelige, braune Haare und trug vermutlich eine Blue Jeans. Zeugen, die Hinweise auf den Abholer geben können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Künzelsau unter der Telefonnummer 07940 9400 zu melden. Außerdem gibt die Polizei nochmals folgende Sicherheitshinweise:

// Die Polizei ruft nie unter der Polizeinotrufnummer 110 an.

/ Sprechen sie mit Unbekannten nie über ihre persönlichen und
finanziellen Verhältnisse

// Lassen sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen
// Verständigen Sie, wenn sie sich unsicher sind oder bei
verdächtigen Anrufen die Polize
Diese ist unter der Nummer 110 rund um die Uhr erreichbar



Hohenloher Schweinehalter befürchten das Ende ihrer Zunft

Der Bundesrat hatte am Freitag, dem 3. Juli beschlossen, dass alle Sauenhalter in Übergangszeiträumen von 8 Jahren für den Deckbereich und 15 Jahren im Abferkelbereich weitreichende Umbaumaßnahmen treffen müssen. Der Bundesrat reagiert damit auf den Fleischskandal um den Fall Tönnies, der bundesweit für Entsetzen gesorgt hat https://www.spiegel.de/panorama/toennies-soll-produktion-erhoeht-haben-trotz-corona-a-00000000-0002-0001-0000-000171875083

Der Beschluss sei ein „unverständlicher Fehlbeschluss“, urteilte der Bauernverband Schwäbisch Hall Hohenlohe Rems e.V. in einer Pressemitteilung. Der Verband befürchtet das Ende der Sauenhaltung in Hohenlohe: „Nicht der Kastenstand für Sauen wurde abgeschafft, sondern die Sauenhaltung in Hohenlohe.“

„Sauenhaltung in Hohenlohe wurde abgeschafft“

Insbesondere das Platzangebot und die Vorschrift Sauen nur noch fünf Tage im Abferkelbereich und allein für den Deckvorgang fixieren zu dürfen, löst Kopfschütteln aus. Schwere Verletzungen der Sauen durch Rangkämpfe während der Rausche und totgelegene Ferkel nach dem Abferkeln sind für die Landwirte ein unkalkulierbares Betriebs- und für die Tiere ein Gesundheits- und Todesrisiko. Hinzu kommt, dass vorhandene Ställe komplett vergrößert werden müssen. Hierfür fehlt in den meisten Fällen der Platz, von den Kosten ganz zu schweigen. Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass fast keine Baugenehmigungen erteilt werden können. Jetzt Neubauten zu fordern, ist nach Ansicht der Bauernvertreter purer Hohn. Vergrößerungen zur Refinanzierung der immensen Kosten sind undenkbar.

Auslandsimport von Schweinen werde weiter zunehmen

Geschäftsführer Helmut Bleher: „Bereits heute kommen 12 Millionen Ferkel von Dänemark und Holland nach Deutschland, auch nach Hohenlohe. Dies wird sich steigern, solange bis auch der letzte Schweinemäster das Handtuch geworfen hat. Denn warum sollen in Deutschland Schweine gemästet werden, wenn es keine deutschen Ferkel mehr gibt ?“  Bleher verweist auf die zutiefst fachfremden Äußerungen von maßgeblichen grünen Politikern, die „… die Wildschweinrotte als Vorbild für die bäuerliche Schweinehaltung“ sehen wollen. „Wenn unter solchen irrationalen Traumvorstellungen Landwirtschaftspolitik gemacht wird,  dann gute Nacht Bauerntum in Hohenlohe“ , so der Geschäftsführer des hiesigen Bauernverbands. „Dieser Beschluss widerspricht sämtlichen politischen Beteuerungen zur regionalen Landwirtschaft“ ergänzt der Vorsitzende Jürgen Maurer. „Die aktuelle politische Haltung aller Regierungsparteien zur Landwirtschaft ist unsäglich“.




Ziehl-Abegg will mit einem blauen Auge aus der Coronakrise kommen und 200 neue Mitarbeiter einstellen

Ziehl-Abegg (ZA) bezeichnete den Spatenstich für den 16-Millionen Euro teuren Bau der neuen Fertigungshalle für weitere Kunststoffspritzmaschinen als „Spatenstich light“ wegen der Corona-Auflagen. Dennoch ließ sich ZA nicht lumpen und bereitete allen lokalen Prominenten ein angenehmes Stelldichein bei strahlendem Sonnenschein. Hier nun die besten Schnappschüsse der Veranstaltung, geschossen von GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer.

Das Hohenloher Industrieunternehmen ist auch global von der Corona-Krise betroffen: Die Umsätze liegen leicht unter Vorjahr. „Ein branchenweit überdurchschnittliches Umsatzplus von 8,6 Prozent im Jahr 2019 ist allerdings eine solide Basis“, erklärt Unternehmens-Chef Fenkl in einer Pressemitteilung von ZA.

Im neuen Gebäude wird weitere Produktionsfläche von rund 8.400 Quadratmetern für den Bau der, so ZA, „modernsten Generation energieeffizienter Elektromotoren“ geschaffen. „Wir benötigen unbedingt mehr Raum für weitere Kunststoffspritzmaschinen“, so Fenk und erinnert auch angesichts der derzeitigen Coronakrise an die Weltwirtschaftskrise 2008/2009: „In der weltweiten Wirtschaftskrise 2008 sind wir 17 Prozent im Umsatz gesunken und haben im Folgejahr um mehr als 20 Prozent zugelegt – das ging nur, weil wir sehr gute Produkte und motivierte wie qualifizierte Mitarbeiter haben“, so Firmenchef Fenkl. Vor diesem Hintergrund investiere Ziehl-Abegg jetzt bewusst antizyklisch. „Wenn Corona und die daraus resultierende Wirtschaftskrise vorbei ist, können wir wieder voll durchstarten.“

Der Neubau biete die Möglichkeit, die derzeitige Beschäftigtenzahl bei Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe von gut 800 auf über 1.000 zu erhöhen.

Eckdaten/ Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe

Bausumme: 16 Millionen Euro (Gebäude mit 10 Verladerampen)

112 weitere Stellplätze für Mitarbeiter

Nutzfläche zusätzlich: 8.400 Quadratmeter, davon 1.000 für Büros

Produktionsfläche insgesamt im Gewerbepark bisher: 44.240 Quadratmeter

Mitarbeiter insgesamt im Gewerbepark: zirka 850 (2.400 in Hohenlohe gesamt, 4.300 weltweit) 

Über Ziehl-Abegg

 Ziehl-Abegg (Künzelsau, Baden-Württemberg, Deutschland) gehört laut eigenen Aussagen zu den international führenden Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel und Antriebstechnik. Beispiele für Einsatzgebiete der Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen. Ziehl-Abegg hat schon in den fünfziger Jahren die Basis für moderne Ventilatorenantriebe gesetzt: Außenläufermotoren, die auch noch heute weltweit Stand der Technik sind. Ein weiterer Bereich sind elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen, medizinischen Anwendungen (Computertomographen) oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen für Antrieb sorgen. Das Thema Elektromobilität im Straßenverkehr wurde 2012 bei Ziehl-Abegg Automotive angesiedelt.  

Ziehl-Abegg (alle Angaben sind bezogen auf das Jahr 2019) beschäftigt laut eigenen Angaben 2.400 Mitarbeiter in süddeutschen Produktionswerken. Weltweit arbeiten für das Unternehmen 4.300 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 16 Produktionswerke, 29 Gesellschaften und 113 Vertriebsstandorte. Die rund 30.000 Artikel werden in mehr als 100 Ländern verkauft. Der Umsatz liegt bei 633 Millionen Euro. Etwa 80 Prozent der Umsätze werden im Export erzielt.

Emil Ziehl hat die Firma 1910 in Berlin als Hersteller von Elektromotoren gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Firmensitz nach Süddeutschland verlegt. Die Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert und befindet sich in Familienbesitz.

Weitere Informationen auf http://www.ziehl-abegg.de

 

Dr Alexander Beck, Architekt des Gebäudes. Foto: GSCHWÄTZ

Uwe Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

ZA-Vorstandschef Peter Fenkl. Foto: GSCHWÄTZ

Dennis Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

Der obligatorische Spatenstich. Foto: GSCHWÄTZ

für ein Gespräch mit Uwe Ziehl wirft die Ministerin ihren Zeitplan über den Haufen. Foto: GSCHWÄTZ

Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth (rechts) ergreift das Wort- Foto: GSCHWÄTZ

Reservierte Plätze für jeden einzelnen Besucher

Uwe Ziehl. Foto: GSCHWÄTZ

Alles in blau. Foto: GSCHWÄTZ

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Foto: GSCHWÄTZ

Reservierte Plätze für jeden einzelnen Besucher

Sindia Ziehl und Peter Fenkl. Foto: GSCHWÄTZ




17-jähriger soll seinen Bruder erstochen haben

Am Samstag, den 25. Januar 2020, hat sich in Güglingen ein tragischer Fall ereignet: Vermutlich hat ein 17-jähriger Jugendlicher seinen zwei Jahre jüngeren Bruder erstochen und den gemeinsamen Vater lebensgefährlich verletzt. Das Verfahren ist der Ersten Großen Jugendkammer des Landgerichts Heilbronn zugeteilt worden. Im Falle einer Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den angeklagten 17-Jährigen ist ab Oktober 2020 mit Terminen zu rechnen.

Sollte es so kommen, wird das Verfahren jedoch entsprechend der gesetzlichen Vorschriften zum Schutze der minderjährigen Beteiligten nicht-öffentlich stattfinden. Um einen möglichst schonenden Ausgleich zwischen den verfassungsmäßig garantierten Rechten der Presse und dem ebenfalls mit Verfassungsrang ausgestatteten Schutz der jugendlichen Persönlichkeitsrechte zu gewährleisten, wird Lutz Hilfs, Pressesprecher des Landgerichts, in über den Fortgang des Verfahrens berichten.

Quelle: Pressemitteilung des Landgerichts Heilbronn