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Jetzt sind Eltern gefragt – Landesweite Umfrage zum homeschooling

Viele Eltern werden erleichtert sein, denn die Sommerferien in Baden-Württemberg rücken in greifbare Nähe und damit hat das homeschooling erst einmal ein Ende. Der Landeselternverband weist indes darauf hin, dass es nach den Ferien immer mal wieder zu homeschooling-Phasen kommen kann.

In einer landesweiten Umfrage, die sich an die Eltern richtet, möchte der Verband nun wissen, wie die Eltern das homeschooling, das sich im Groben über das vergangene halbe Schuljahr erstreckt hat, rückblickend bewerten. Ziel sei es anhand der Auswertungen Verbesserungen für zukünftige homeschooling-Phasen zu bekommen, so der Verband.

Mitmachen darf jeder, der Schulkinder hat. Der Fragebogen ist standardisiert, individuelle Antworten sind nicht möglich. Das erleichtert die Auswertung, vernachlässigt aber dadurch auch einzelne Aspekte. Abgefragt wird etwa, wie oft und in welcher Form die Kinder die Schulaufgaben übermittelt bekommen haben, wie der Kontakt zu den Lehrern war und ob zu viele oder zu wenige Aufgaben an die Kinder verteilt wurden. Klar ist: Hier werden keine objektiven Ergebnisse am Ende herauskommen, sondern subjektive Erlebnisse und Eindrücke der Eltern, die sich vermutlich auch stark von Schule zu Schule und Lehrer zu Lehrer unterscheiden.

Dennoch darf man gespannt sein auf die Ergebnisse und die Rückschlüsse, die daraus gezogen werden.

Wer mitmachen möchte, hat hierzu noch bis Ende zum Ende des Schuljahres, also bis Ende Juli 2020, Gelegenheit. Die Teilnahme ist anonym. Hier geht’s zur Umfrage:

https://leb-bw.de/umfrage




Mehr als nur Gemüse

Nach mehrjähriger Planungs- und Abstimmungsphase des Landratsamtes Hohenlohekreis und des Kompetenzzentrums Vermögen und Bau des Landes Baden-Württemberg wurden jetzt die Pläne für einen Schul- und Erholungsgarten an der Akademie in Kupferzell – mit tatkräftiger Unterstützung der Fachlehrerinnen Sigrun Vogt-Brück und Valentina Schulz – umgesetzt. Landrat Dr. Matthias Neth und Frank Berkenhoff, der stellvertretende Leiter von Vermögen und Bau Heilbronn, und weitere Vertreter des Landratsamtes schauten sich vor Ort die Resultate der ersten Umbaumaßnahmen und der bereits angebauten Gemüsepracht an, hieß es in einer Pressemitteilung. Alle waren beeindruckt von der Produktvielfalt im Garten, die durch die Fachlehrerinnen der Akademie und des Landwirtschaftsamtes im Rahmen des Unterrichts angebaut wurde.

Bedeutung von Kulturpflanzen

Im Fach Gartenbau erhalten die Fachschülerinnen der Akademie und des Landwirtschaftsamtes Einblicke in die Bedeutung von Kulturpflanzen: Gemüse, Kräuter und Beeren, Ziergarten und -pflanzen. Alle Themen können nun im Garten in der Fachpraxis handlungsorientiert umgesetzt und im Nutz- und Ziergarten der Schule geübt werden. Die Schülerinnen sind in ihrem späteren Berufsalltag überwiegend als Führungspersonen in Großhaushalten eingesetzt. Das erworbene Wissen im Gartenbau kann in jeder Einrichtung zum Beispiel in der Gestaltung des Eingangs- oder Außenbereiches eingesetzt werden.

Offen für Gartenliebhaber

In den regelmäßig angebotenen Gartenführungen des Landwirtschaftsamtes haben auch Gartenliebhaber die Gelegenheit, sich fachlich weiterzubilden. Aktuelle Themen sind derzeit gezielte Düngung, biologischer Pflanzenschutz, schonende Bodenbearbeitung, Sorten- und Artenvielfalt sowie sparsame Bewässerung. Gerade junge Familien haben wieder Interesse am eigenen Garten. Der Schulgarten bietet hier in den Bereichen Gemüsegarten, Gewächshaus, Ziergarten, Beerenobst und Streuobstwiese reichlich Fortbildungsthemen. Ganz nebenbei lernen die Teilnehmer  die Bedeutung der Gärten als Biotope für Pflanzen, Tiere und Menschen kennen, die unser Kleinklima positiv beeinflussen.

Frisches für Tagungsgäste

Neben der Vermittlung von Wissen an die Schülerinnen und im Rahmen von Veranstaltungen zur Erwachsenenbildung profitieren auch die Tagungsgäste der Akademie vom hauseigenen Garten. Die Gäste erhalten je nach Saison von dort frisches Obst und Gemüse. In der Mittagspause bieten der Schulgarten und der Park Raum für Regeneration. Im Garten sind Infotafeln aufgestellt, so dass sich Gäste bei einem erholsamen Rundgang informieren können, was gerade wächst.

Nicht zuletzt ist der Garten auch eine Attraktion für die Gemeinde Kupferzell, die das Projekt unterstützt. Park und Schulgarten gelten als beliebter Naherholungsraum für die Bürger der Gemeinde.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

 




K 2348 gesperrt

Wegen Fahrbahnerhaltungsarbeiten der Straßenmeisterei Öhringen wird die Kreisstraße K 2348 zwischen der Einmündung zur L 1050 und Tiefensall von Dienstag, den 14. Juli 2020, bis Mittwoch, den 15. Juli 2020, für den gesamten Verkehr gesperrt.

Der überörtliche Verkehr wird über die K 2354 – Kleinhirschbach – Stolzeneck – Metzdorf und umgekehrt umgeleitet.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis




Misshandelte er sein zweijähriges Kind?

Zu einem größeren Polizeieinsatz kam es am Dienstagnachmittag, den 07. Juli 2020, am Klinikum Am Gesundbrunnen in Heilbronn. Hintergrund war, dass dort ein Mann drohte, sich und sein zweijähriges Kind umzubringen. Die Polizei hatte zuvor Hinweise erhalten, die auf eine Misshandlung des Zweijährigen hindeuteten. Aus diesem Grund wurde der Beschuldigte am Dienstagnachmittag an seiner Wohnanschrift aufgesucht.
Schnitt im Bereich des Handgelenks
Er zeigte sich kooperativ und erklärte sich bereit, zu einer medizinischen Abklärung mit seinem Sohn in die Kinderklinik zu kommen. Während der Untersuchung ergriff der 32-Jährige jedoch plötzlich eine Schere und drohte damit, sich umzubringen, fügte sich selbst einen Schnitt im Bereich des Handgelenks zu und deutete überdies auch die Tötung des Kindes an, um so die Klinik verlassen zu können. Daher wurden weitere Polizeikräfte alarmiert. Nach kurzer Zeit konnte der 32-Jährige überwältigt werden, ohne dass andere Personen zu Schaden kamen.
Aufgrund der Ereignisse wurde das Kind vom Jugendamt in Obhut genommen und in ärztliche Behandlung übergeben. Der Beschuldigte wurde in die Gewahrsamseinrichtung des Polizeireviers Heilbronn gebracht. Im Rahmen polizeilicher Ermittlungen soll nun auch ermittelt werden, ob der Mann seinen Sohn körperlich misshandelt hat. Außerdem wird er wegen des Verdachts der Geiselnahme noch heute dem Haftrichter vorgeführt



Polizei bestätigt Strafverfahren gegen Michael Bauer

Nach dem tödlichen Angriff auf eine Katze (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/07/08/der-katzenkiller-hund/ liegt nun eine Strafanzeige gegen Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer vor. Das bestätigte Daniel Fessler, Pressesprecher am Polizeipräsidium Heilbronn auf GSCHWÄTZ-Nachfrage. Bauers Jagdhund hatte die Katze auf einem Privatgrundtsück derart attackiert, dass die Katze wenig später ihren Verletzungen erlag beziehungsweise aufgrund der Schwere der Verletzungen eingeschläferte werden musste. Der Hund war nicht angeleint.

Der Vorfall ereignete sich laut Fessler am 28. Juni 2020, gegen 16 Uhr. Fessler: „Der  Hund des Bürgermeisters Herrn Michael Bauer esoll ine Katze im Elsbeerenweg gerissen haben. In diesem Zusammenhang wurde ein Strafverfahren eröffnet. Die Ermittlungen hierzu dauern an und sind noch nicht abgeschlossen.“

Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen wird sich eventuell die Staatsanwaltschaft damit befassen.

Der Straftatbestand Sachbeschädigung könnte bei der Tötung eines Tieres angewendet werden. Eine Sachbeschädigung kann mit einer Geldstrafe geahndet werden, bei einer schwerwiegenden Sachbeschädigung sei sogar eine Gefängnisstrafe laut dem Deutschen Gesetz möglich.

Auch Bürgermeister Bauer soll zu dem Vorfall befragt werden. Er hat aber das Recht zu schweigen.

Symbolfoto Hund Deutsch Drahthaar. Foto: adobe stock

 




Freie Ausbildungsplätze zur Pflegefachkraft

Die Karoline-Breitinger-Schule in Künzelsau (KBS) bietet noch Ausbildungsplätze für die neue Ausbildung zur Pflegefachfrau oder Pflegefachmann ab September an. Dabei lernt man, Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen zu pflegen, heißt es in einer Pressemitteilung. Da die Absolventen nach der Ausbildung in allen systemrelevanten Versorgungsbereichen der Pflege arbeiten können, stehen ihnen vielfältige Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten offen. Zudem wird der Berufsabschluss automatisch EU-weit anerkannt. Damit besteht die Möglichkeit, auch im EU-Ausland als Pflegefachkraft zu arbeiten. Eigens für diese neue Ausbildungsform ging die Homepage http://www.kbs-generalistik.de ans Netz. Hier gibt es neben einem Jobboard für Ausbildungsinterressierte alle wichtigen Informationen rund um die neue Ausbildung in der Pflege.

Die KBS ist eine öffentliche Schule mit langjähriger Erfahrung im Bereich Pflege und verfügt über ein gutes Netzwerk. Zu ihren Kooperationspartnern zählen Kinderkrankenhäuser, Krankenhäuser und Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege. Qualifizierte Lehrkräfte vermitteln die Lerninhalte und fördern und fordern die Auszubildenden gleichermaßen. Für Fachkräfte in der Pflege steht an der KBS außerdem ein umfangreiches kostenloses Weiterbildungsprogramm zur Verfügung. Noch in diesem Jahr gibt es die Möglichkeit, sich kostenneutral zur Praxisanleiterin, zur gerontopsychiatrischen Fachkraft oder zur Leitung einer Funktionseinheit weiterzubilden.

Weitere Informationen unter http://www.kbs-generalistik.de. Eine Beratung ist auch telefonisch möglich unter Telefon 07940/939 040.

Quelle: Pressemitteilung der KBS

 




Auf Schnäppchenjagd in Öhringen

Nur noch Samstag, der 11. Juli 2020, von zehn bis 16 Uhr bleibt kauflustigen Hohenlohern, etwas Passendes für den Strand, die Wandertour oder zum Ausgehen am Abend zu finden, auch wenn der Sommerurlaub dieses Jahr sicher anders als gewohnt ausfällt. Oder steht noch eine kleine Grillparty mit Freunden an? Auch dafür findet sich sicher das ein oder andere Schnäppchen in den Öhringer Geschäften, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Öhringen.

Neu dabei ist Toni Tänzer, jeden Samstag zu finden an der Ecke Poststraße/Markplatz. Er und sein markanter silberner Streetfood-Wagen warten mit leckeren Burgern und Getränken. Auch die Innenstadt-Geschäfte bauen wieder ihren großen Außen-Sonderverkauf auf. Mit Pavillons, Tischen und Warenständern vor ihren Türen locken sie mit einer riesigen Auswahl an Einzelteilen, Restposten und vielem mehr aus allen Sortimentsbereichen. „Alle teilnehmenden Geschäfte bieten Waren zu deutlich vergünstigten Preisen an“, versprechen die Organisatoren Diana Rossmann von Modewelt Rossmann, Claudia Brunner vom Modehaus Frank, Renate Rau-Maier von der Buchhandlung Rau, Ulrike Eheim von Intersport Groß und Petra Häffner von Zeitgeist in der Mitteilung. „Es gibt vieles zu absoluten Sonderpreisen.“ Zusätzlich zur Schnäppchenmeile gibt es in vielen Geschäften noch Extra-Rabatte auf das normale Sortiment.

Die Schnäppchenmeile zieht sich von der Bahnhofstraße über die Poststraße in den Marktplatz und von dort die Markstraße hinunter. Und nicht nur für den Urlaubskoffer gibt es einiges: Von Sportartikeln über Bücher, Deko- und Geschenkartikel, Damen- und Herrenkleidung, Bademoden, Schuhen, Kinder- und Babykleidung, Spielwaren bis hin zu Haushaltswaren können allerlei Schnäppchen ergattert werden.

Quelle: Pressemitteilung des Handels- und Gewerbevereins Öhringen




Frischer Wind am Campus Künzelsau

Bei den laufenden Hochschul-Prüfungen müssen die Räume ohne Lüftung oder Klimatisierung wegen möglichen Coronaviren sehr gut manuell belüftet werden. Der Künzelsauer Ventilatorenbauer Ziehl-Abegg hat deshalb laut einer Pressemitteilung diese Woche die Hochschule Heilbronn am Campus Künzelsau kurzfristig kostenfrei mit vier großen, transportablen Industrieventilatoren unterstützt.

„Coronaviren reichern sich in geschlossenen Räumen an, daher müssen wir vor und nach den Prüfungen an der Hochschule regelmäßig lüften“, sagt Prof. Dr.-Ing. Anke Ostertag, Dekanin der Reinhold-Würth-Hochschule, in der Mitteilung. Doch nicht jeder Raum ist mit einer Lüftungsanlage ausgestattet. “Da wir die Experten sind, wenn es ums Bewegen von Luft geht, freut es mich, dass die Hochschule auf uns zukam”, sagt Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg. „Natürlich ist eine moderne Lüftungsanlage, wie sie unsere Kunden einbauen, die beste Lösung“, so Fenkl weiter. „Doch jetzt geht es darum, kurzfristig und schnell für eine sichere Belüftung zu sorgen.“

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg




Versuchter Einbruch bei Lidl

Einbrecher versuchten am Wochenende in einen Discounter in der Würzburger Straße in Künzelsau-Nagelsberg zu gelangen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor. Da es in dieser Straße nur einen Discounter gibt, wird es sich um Lidl handeln.

Im Zeitraum zwischen 23 Uhr am Samstag, den 04. Juli 2020, und 6 Uhr am Montagmorgen, den 06. Juli 2020, drückten die unbekannten Täter zunächst mit Gewalt die Schiebetür des Haupteingangs auf. Im Vorraum des Ladens versuchten die Einbrecher, die inneren Zugangstüren aufzubrechen, scheiterten jedoch an diesen. Mehrere Glaselemente an den inneren Türen wurden bei dem Versuch beschädigt, so dass ein Schaden von rund 2.000 Euro entstand. Als die Täter hier nicht weiterkamen, brachen sie ihren Einbruchsversuch wohl ab und flüchteten unerkannt. Da der Vorraum der Discounter-Filiale auch nachts hell erleuchtet und auch von einem angrenzenden Fast-Food-Lokal gut einsehbar ist, hofft die Polizei auf Zeugen. Diese werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07940 9400 beim Polizeirevier in Künzelsau zu melden.

 




Bei Anton ist alles anders

Flora Meinhardt* aus Künzelsau überlegt seit geraumer Zeit, wie sie die Dosis wieder sanft herunterfahren kann. Seit der ersten Klasse bekommt ihr Sohn Anton* Ritalin. Der Grund für Flora damals: „Er sollte lesen und schreiben lernen.“ Flora hat noch mehr Kinder, die alle mühelos durch die Schule marschieren, nur bei Anton ist alles anders.

„Er sollte lesen und schreiben lernen“

Anton* war unruhig und konnte sich schlecht konzentrieren, Antons Arzt schickte ihn zu einer Psychologin zwecks eines IQ- und Konzentrationstestes nach Schwäbisch Hall. Die Diagnose: ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung). Ritalin sollte ihm helfen, in der Schule, die nun für den Siebenjährigen begann, gleich gut beziehungsweise besser mitzukommen, so die Mutter damals. Flora ist Lehrerin, sie hatte damals die Sorge, wenn sie ihm nicht Ritalin gäbe, käme ihr Sohn von Beginn an nicht mit in der Schule. Das wollte sie in keinem Fall. Sie wollte für ihn das Beste und nahm die empfohlene Dosis in Absprache mit Antons Arzt und der Lehrerin. Über die Jahre wurde die Dosis nicht viel, aber dennoch schrittweise erhöht. Nun will Flora die Medikation reduzieren, denn Ritalin hat auch Nebenwirkungen. Anton ist ruhiger, hat weniger Hunger, ist konzentriert. Aber dafür ist Anton nicht mehr so lebhaft, zumindest bis sich das Mittel langsam im Körper abgebaut hat. Anton wird so dosiert, dass es in der Schule und gerade noch so für die Hausaufgaben wirkt. In den Ferien bekommt er es nicht.

Die Medikation hat auch Nebenwirkungen

Anton ist nicht der einzige, der als ADHS-Kind eingestuft wurde und Ritalin oder ein anderes Medikament bekommt, um konzentrierter zu arbeiten. Offizielle Zahlen hierzu sind aber nicht leicht zu bekommen – und widersprechen sich teilweise. So verzeichnet die kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg sogar rückläufige Zahlen, was das Krankheitsbild betrifft: „Was wir aus den uns vorliegenden Daten erkennen können, ist, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Hohelohekreis, bei denen AD(H)S diagnostiziert wurde, in den letzten Jahren rückläufig ist. Sie ist von 2012 zu 2018 von 672 auf 616 gefallen“, so Kai Sonntag, Leiter der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der kassenärztlichen Vereinigung. Allerdings weist Sonntag darauf hin, dass es sich hier nur um Daten von Kassenpatienten handelt, Daten von Privatpatienten lägen nicht vor. Des Weiteren: „Wenn eine Diagnose von einem Hausarzt bei einem Kind erstellt wird, bei dem die Eltern in das Hausarztmodell eingeschrieben sind, wird die Behandlung nicht mehr über die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet.“ Auch in diesen Fällen gibt es demnach keine Zahlen. Sonntag betont darüber hinaus: „Einmal unabhängig davon: Ein Rückgang der Zahlen bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Krankheitsbild weniger häufig auftritt. Nur als Beispiel: Die Eltern könnten auch aus irgendwelchen Gründen weniger zum Arzt gehen. Ich würde es daher als gefährlich erachten, wenn daraus der Schluss gezogen wird: AD(H)S bei Kindern/Jugendlichen ist im Hohenlohekreis rückläufig.“

Seit 2013 steigen die Zahlen bei der AOK leicht an

Die AOK Baden-Württemberg hat wiederum ganz andere Zahlen. Sie verzeichnet unter ihren Versicherten 32.729 Betroffene, die allein im Jahr 2017 wegen ADHS in Behandlung waren. Das zeigt eine Auswertung der AOK. Kinder seien dabei „über ein normales Maß hinaus unaufmerksam, impulsiv und übermäßig aktiv. Seit 2013 steigen die Zahlen leicht an. Vor allem Jungen zwischen 10 und 14 Jahren sind betroffen. Auch in anderen Altersgruppen trifft die Krankheit Männer häufiger als Frauen.“

Laut einer Studie des Robert Koch-Insituts, die im Journal of Health Monitoring 2018 erschien und auf einer Umfrage bei Eltern basiert, erhielten im Durchschnitt 4,4 Prozent der drei-bis 17-jährigen Kinder eine ADHS-Diagnose – sprich von 100 Kindern/Jugendlichen erhielten vier bis fünf von ihnen bislang die Diagnose ADHS.

Medikamente die einzige Lösung?

Auch Julia aus dem Kochertal hat ein Kind, das Ritalin bekommt. Daniela geht auf die Realschule, aber ohne die Medikamente wäre es ungewiss gewesen, ob sie es geschafft hätte, sagt Julia. Sie sagt: „Bevor wir unserem Kind etwas verbauen, geben wir ihm das nötige Mittel, das ihm hilft, gut durch die Schule zu kommen.“ Sie sieht ADHS als Krankheit an, bei der eine Medikation erforderlich ist, will man dem Kind helfen, das, was ihm an Botenstoffen für die nötige Konzentration fehlt (siehe Infokasten), auszugleichen.

Andere Ansätze

So ähnlich sieht es auch eine Psychiaterin aus Schwäbisch Hall. Sie sagt Eltern ihrer Patienten nach einer ADHS-Diagnose, die sie gestellt hat, Sätze wie: Medikamente seien ihrer Meinung nach die einzige Lösung, das Kind gut durch die Schule zu bringen. Der Ergotherapeut Klaus Weißenberger aus Bad Mergentheim sieht das etwas anders. Er arbeitet viel verhaltenstherapeutisch. Weißenberger sagt: „Die sozialen Strukturen spielen eine große Rolle und können dazu führen, dass ein Kind strukturierter oder chaotischer ist.“ Seine These: Ordnung, klare Regeln und eine klare Tagesstruktur dienen dazu, ein Kind, das auffällig im Verhalten ist, wieder auf Kurs zu bringen, dass es sich besser konzentrieren kann. Das heißt aber auch: In hohem Maße müssen die Eltern für ein dementsprechend ruhiges, gleich bleibendes Umfeld mit gleichen Tagesstrukturen, klaren Regeln und Konsequenzen sorgen. Seit vielen Jahren arbeitet Weißenberger verhaltenstherapeutisch.

Kein Thema beim Kaffeeklatsch

Das Thema ADHS und Ritalin ist im Hohenlohekreis noch immer kein Thema, über das beim Kaffeeklatsch offen gesprochen wird. Aber spricht man Eltern offen an, antworten viele Mütter auch offen, die sich schon mal mit dem Thema ADHS/Ritalin auseinandersetzen mussten. Katrins mittlerer Sohn wurde von seinem Arzt ebenfalls zu einem Konzentrations- und IQ-Test nach Schwäbisch Hall geschickt. Er ging damals in die erste Klasse. Sein IQ ist überdurchschnittlich hoch, sein Wesen war lediglich etwas zerstreut. Katrin wurde von der Psychiaterin in Schwäbisch Hall dennoch nahegelegt, Ritalin zu geben, damit er noch besser werden würde in der Schule. Für Katrin nicht nachvollziehbar. Das war vor rund drei Jahren. Sie gab ihm keine Medikamente, er schreibt auch ohne Ritalin Einser und Zweier und kommt vermutlich auf das Gymnasium.

 „Schwer unterrichtbar“

Bei Florian (10) und Niko (6) wurden die Eltern von der Schule angesprochen wegen ihres auffällig unruhigen beziehungswiese unkonzentrierten Verhaltens im Unterricht. Daraufhin sah sich ein schuleigener Psychologe die Kinder an. Florians Eltern wurde bereits vor der Diagnose seitens der Schule zu verstehen gegeben, dass man bei einer ADHS-Diagnose auf die Kooperation der Eltern auch hinsichtlich der Medikation hoffe. Ansonsten sei der Schüler an dieser Schule schwer unterrichtbar. Aber der schuleigne Psychologe diagnostizierte letztendlich kein ADHS. Das war vor zwei Jahren. Florian schreibt derzeit so gute Noten, dass er, wenn er so weitermacht, gute Chancen auf einen gymnasialen Abschluss hat.

Zusätzlicher Stress für die ganze Familie

Niko hingegen erhielt von der Psychologin in Schwäbisch Hall die Diagnose ADS. Das ist ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ohne Hyperaktivität. Früher wurden solche Kinder als „Träumer“ bezeichnet. Eine Medikation wurde angeraten, die Eltern lehnten ab. Sie gehen seither mit ihrem Sohn in Ergotherapie. Niko bekommt auch Förderunterricht. Der Stundenplan von Niko und seinen Eltern ist außerhalb des Unterrichts dementsprechend voll, was wiederum zusätzlichen Stress für die gesamte vierköpfige Familie bedeutet. Eine endgültige Entscheidung, ob Niko nicht doch irgendwann mit Medikamenten unterstützt wird, ist noch nicht gefallen.

Reduzierung der Medikamente schwerer als gedacht

Die Reduzierung der Medikation von Anton ist schwerer als gedacht. Erhöhen ist leichter, man bekommt die nötige empfohlene Tagesmenge. Aber auch fürs Reduzieren braucht man ärztliche und schulische Partner, die einen dabei unterstützen. Denn: In der Schule wird Anton eventuell erstmal wieder mehr Probleme haben beziehungsweise mehr auffallen als mit Medikation. Flora hat sich in den vergangenen Jahren nach alternativen Methoden erkundigt, wie ihr Sohn sich besser konzentrieren kann. Sie geht mit ihm nun alle acht Wochen nach Stuttgart zu einem so genannten INDD-Training. Bei diesem Training sollen sich Blockaden lösen, die während der Geburt entstanden sind. Er soll dadurch relativ schnell ruhiger geworden sein, berichtet Flora. Sie will mit dem Training weitermachen.

* Alle Namen betroffener Familien wurden von der Redaktion in diesem Artikel aus Rücksicht auf das Persönlichkeitsrecht geändert.

ADS/ADHS

ADHS heißt übersetzt Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Sie äußert sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Selbstregulation (Typ „Zappelphilipp“); ADS bedeutet Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (Typ „Träumer“). Wenn Eltern, Lehrer oder Kinderärzte ein auffälliges Verhalten bei Kindern beobachten, besonders die Schulzeit ist dafür prädestiniert, gibt es im Hohenlohekreis vorrangig zwei Adressen, die Eltern an die Hand bekommen, um einen ADS-/ADHS-Test zu machen. In Bad Mergentheim und in Schwäbisch Hall. Eine ärztliche Überweisung ist hier notwendig. Laut den offiziellen Zahlen sind mehr Jungen als Mädchen von ADHS betroffen.

Woran erkenne ich ADHS?

Das ist eine sehr schwierige Frage, auf die es keine pauschale Antwort gibt. Aber es gibt im Internet diverse Fragebögen, die man beantworten kann, um danach Dinge besser einordnen zu können. Allein ein aktives oder verträumtes Kind ist an sich noch kein AD(H)S-Kind. Vor allem Jungen brauchen viel Bewegung, um etwa einen Ausgleich für das stundenlange Sitzen in der Schule zu haben.
Mehr Informationen zu ADHS gibt es etwa auf: https://www.adhs-infoportal.de