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Vierstelliger Betrag aus Clubheim entwendet

Unbekannte verschafften sich am Montag, den 04. August 2020, Zugang zu einem Clubheim in Schöntal-Berlichingen und stahlen dort eine höhere Summe Bargeld. Die Einbrecher drangen im Zeitraum zwischen 5 Uhr und 19.15 Uhr in das Gebäude an der Schöntaler Straße ein und nahmen einen vierstelligen Eurobetrag an sich sowie zahlreiche Bons.

Der Polizeiposten Krautheim hat die Ermittlungen aufgenommen und hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die am Montag im Bereich um das Clubheim verdächtige Beobachtungen machen konnten, werden gebeten, sich unter Telefon 06294/234 zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Corona Task force wird im Krankenhaus Künzelsau angesiedelt

Seit Samstag, den 01. August 2020,  ist laut einer Pressemitteilung die Besondere Aufbauorganisation Covid-19, die zur Bewältigung der ersten Welle der Corona-Pandemie eingerichtet wurde, aufgelöst und in eine tragfähige Organisation innerhalb des Gesundheitsamtes überführt. Die Bearbeitung der Corona-Pandemie ist nun im Fachdienst „Infektionsschutz und Umwelthygiene“ angesiedelt.

Räumlich wird dieser Bereich vorerst übergangsweise im ehemaligen Krankenhausgebäude Künzelsau untergebracht, wo derzeit 40 neue Büroarbeitsplätze geschaffen werden. Das Ziel ist, bei einem geringen Infektionsgeschehen in einem kleinen Team zu arbeiten, aber schnell aufstocken zu können, sollte das notwendig werden. „Es ist wichtig, dass wir auf der einen Seite unsere Dienstleistungen für die Bürger wieder regulär anbieten können, auf der anderen Seite aber flexibel reagieren können, wenn es das Infektionsgeschehen im Kreis erfordern sollte“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth in der Mitteilung.

Weiter heißt es, dass ein rollierendes System von vier Teams mit jeweils etwa 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (inklusive Fallermittler, Hotline, Testung, Isolierstation, Innerer Dienst) zunächst über ein Jahr eingeführt werden soll. Jedes Team ist jeweils drei Monate in der Fallermittlung im Einsatz. Bei der Zusammenstellung wurde darauf geachtet, dass bereits erfahrene Fallermittler zum Einsatz kommen, um Übergabe- und Einarbeitungszeiten so knapp wie möglich zu halten.

Sollte das Infektionsgeschehen erneut aufflammen, können die anderen Teams ohne großen Zeitverlust zusätzlich aktiviert werden.

Zu diesem Zweck wird der Fachdienst zudem personell aufgestockt: Es ist geplant, acht bis zehn teilweise befristete Vollzeitstellen zu schaffen und zeitnah zu besetzen. Die zusätzlichen Personalkosten werden größtenteils vom Land getragen. „Ich freue mich, dass die Landesregierung die Kreise wie zugesagt unterstützt und wir nun die Gesundheitsämter auch personell stärken können“, erklärt Dr. Matthias Neth.

Corona-Hotline wird angepasst

Auch die Corona-Hotline des Gesundheitsamtes des Hohenlohekreises (Telefon 07940/18 888) wird dem aktuellen Bedarf angepasst. So sind seit Freitag, den 31. Juli 2020, im automatisierten Anrufdialog die Bereiche Wirtschaft und Landwirtschaft abgeschaltet, da das Anrufaufkommen hier derzeit überschaubar ist. Weiterhin erhalten bleiben die Auswahloptionen Medizinische Fragen und Fragen zur Quarantäne.

Fragen zu den Themen Wirtschaft und Landwirtschaft werden von den Hotline-Mitarbeitern gegebenenfalls zu einem der Experten weitergeleitet, die natürlich auch weiterhin für Fragen zur Verfügung stehen.

Quelle: Pressemitteilungen des Landratsamtes Hohenlohekreis




Bußgeldverfahren eingestellt

Nachdem am Ostersonntag einige Bäckereien in Hohenlohe und ganz Baden-Württemberg geöffnet waren, urden Bußgeldverfahren eröffnet (GSCHWÄTZ berichtete). Der AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron hatte daraufhin laut einer Pressemitteilung eine Kleine Anfrage zu der Thematik eingereicht und nun einen Brief vom Staatsministerium Baden-Württemberg erhalten, in dem es heißt, dass „alle Verfahren gegen die betroffenen Bäckereien eingestellt wurden“.

„Ich hatte nicht nur eine Kleine Anfrage zur Thematik eingereicht, sondern auch den Ministerpräsidenten bei dessen Hohenlohe-Besuch persönlich darauf angesprochen. Jetzt erreichte mich tatsächlich die Mitteilung einer Einstellung der entsprechenden Bußgeldverfahren im Wahlkreis Hohenlohe. Die Landesregierung gesteht also indirekt ihren Fehler ein. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, unsere Bäcker in dieser Angelegenheit unterstützt zu haben“, so Anton Baron, der auch handwerkspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion ist, in der Pressemitteilung.

Quelle: Pressemitteilung des Landtagsbüros von Anton Baron




Auto erfasst Wildschein, anderes Auto überrollt es anschließend

Gleich zwei Unfälle verursachte ein Wildschwein am Montagmorgen, den 03. August 2020, bei Forchtenberg. Das Tier querte um kurz vor 6 Uhr die Landstraße 1050 zwischen Heiligenhaus und dem Abzweig nach Sindringen. Dabei wurde es vom Peugeot eines 39-Jährigen erfasst und getötet. Der Kadaver wurde auf die Fahrbahn geschleudert und dort vom VW einer 22-Jährigen überrollt. Beide Autos waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die Polizei beziffert die entstandenen Schäden mit rund 7.000 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




„Der aktuelle Fall zeigt, wie schnell die Quarantäne für viele Familien unverhofft zur Realität werden kann und schon mal einen Urlaub verhindert.

Bei einem Grundschulkind an der Georg-Wagner-Schule in Künzelsau wurde am Wochenende ein positives Corona-Testergebnis gemeldet. Das Kind befindet sich in heimischer Quarantäne. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Neumann: Bitte halten Sie sich an die kommunizierten Abstandsregeln

Am Samstag, den 01. August 2020, und Sonntag, den 02. August 2020, haben die Fallermittler des Landratsamts die Kontaktpersonen des Kindes ermittelt und Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen. Hierbei handelt es sich im schulischen Umfeld um insgesamt 23 Kinder und drei Erwachsene. Diese müssen nun ebenfalls eine Quarantäne einhalten. Zudem wurde allen Kontaktpersonen ein Corona Test beim Hausarzt oder einer Corona Schwerpunktpraxis empfohlen.

Neth: Corona nicht vorbei

„Der aktuelle Fall zeigt, wie schnell die Quarantäne für viele Familien unverhofft zur Realität werden kann und schon mal einen Urlaub verhindert. Bitte halten sie sich an die kommunizierten Regeln“, so Bürgermeister Stefan Neumann. Landrat Dr. Matthias Neth sagt dazu am Sonntag: „Dieser neue Fall und auch die anderen Fälle in ganz Baden-Württemberg der letzten Tage zeigen uns, dass die Coronalage keineswegs vorbei ist. Gerade auch in der Urlaubszeit kann es jederzeit vermehrt zu neuen Fällen kommen. Deshalb werden die Kontakte vom Landratsamt so schnell es geht, sieben Tage die Woche, ermittelt. Die betroffenen Personen müssen sich unverzüglich isolieren – auch wenn dies in der Urlaubszeit ganz besonders schwierig sein mag. Aber nur so können die Infektionsketten durchbrochen werden.“ Er erinnert nochmals an die AHA Regel (Abstandhalten, Hygiene, Alltagsmaske), deren Berücksichtigung eine massenhafte Ausbreitung des Corona Virus verhindern kann.

 

 

 




„Alleine zu Wahlkreisangelegenheiten habe ich seit Beginn der Legislaturperiode 52 Kleine Anfragen und Anträge eingereicht, während es bei Herrn von Eyb gerade mal eine einzige derartige Initiative war“

Nach den Klimademos in Künzelsau stellte Anton Baron eine kleine Anfrage an des Stuttgarter Regierungspräsidium, genauer an das Kultusministerium inwieweit hier seitens des Schlossgymnasiums Künzelsau eine unrechtmäßige politische Beeinflussung von Schülern vorliege. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann sah in den Klimademos wichtige gesellschaftliche Themen. Daher läge auch keine unrechtmäßige politische Beeinflussung vor. Der CDU-Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb stellte sich daraufhin in einer Pressemitteilung schützend vor die Schule und lobte deren Engagement (wir berichteten).

„Man kann natürlich alle Probleme schönreden“

Nun geht die Diskussion in die nächste Runde. Der hohenlohische AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron reagiert auf die Kritik seines CDU-Wahlkreiskollegen Arnulf von Eyb mit Unverständnis. In einer Pressemitteilung heißt es: „Man kann natürlich alle Probleme schönreden, aber ich bin der Meinung, dass man als Politiker Missstände ansprechen muss. Und wenn Schüler politisch einseitig indoktriniert werden, erfüllt mich das als Demokrat in der Tat mit Besorgnis. Nichts anderes geschieht, wenn ein Projekttag mit einer Demonstration beendet wird. Ich schlage Schülern, Lehrern und Eltern mit meiner Kritik keineswegs ins Gesicht, wie der Kollege von Eyb behauptet. Vielmehr stelle ich mich damit schützend vor diejenigen, die sich von diesen Eingriffen in die politische Neutralität an Schulen diskriminiert fühlen und mich um Unterstützung gebeten haben.“ Weiter spricht Baron einen Punkt an, der sich nicht um die Klimademos dreht: „Alleine zu Wahlkreisangelegenheiten habe ich seit Beginn der Legislaturperiode 52 Kleine Anfragen und Anträge eingereicht, während es bei Herrn von Eyb gerade mal eine einzige derartige Initiative war“, betont der Abgeordnete Baron.

Wir haben das Regierungspräsidium gefragt, ob dieser Sachverhalt korrekt ist. Eine Antwort hierzu steht noch aus.

Arnulf von Eyb (CDU) bei den Kommunalwahlen im Landratsamt. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Anton Baron (vorne) in einer Kreistagssitzung. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




Dem Opfer wird psychologische Hilfe empfohlen – und was ist mit dem Täter?

5 Jahre und 6 Monate Haft erhielt der 63-jährige Großvater für den jahrelangen schweren sexuellen Missbrauch an seiner Enkelin. In 37 Taten – eine in Tateinheit mit Vergewaltigung (dabei wehrte sich das mittlerweile elfjährige Kind bewusst, der Großvater eetzte sich aber über diesen aktiv geäusserten Willen hinweg) sprach ihn das Landgericht Heilbronn am Donnerstag, den 30. Juli 2020, schuldig (wir berichteten)

Zu milde?

Wir erhielten zahlreiche Kommentare nach unserer Berichterstattung, dass das Urteil zu milde sei. Bei Elisabeth S. aus Künzelsau, die ihren Ziehenkel erwürgt hat, gab es ebenfalls viele solcher Meinungsäusserungen von unseren Lesern. Sie erhielt damals etwas mehr als zehn Jahre und wurde des Totschlags schuldig gesprochen.

In Amerika über 50 Jahre Haft möglich

In Amerika gibt es rein strafrechtlich ganz andere Möglichkeiten. Da können in manchen Bundesstaaten auch schon 16-Jährige 51 Jahre Haft für einen Mord bekommen, wie der Fall Cyntoia Brown zeigt. Das ist in Deutschland erst gar nicht möglich. Bei guter Führung ist eine Haftverkürzung um ein Drittel möglich. Man will sich gar nicht ausrechnen, wann dann der Großvater schon wieder auf freien Fuß käme.

Psychologische Unterstützung für das Opfer – und der Täter?

Richter Liebisch hat bei der Urteilsverkündung der Enkelin geraten, psychologische Unterstützung anzunehmen, um das Ganze zu verarbeiten. Das ist sicher richtig und wichtig. Aber bräuchte nicht auch der Großvater psychologische Hilfe? Ist nach ein paar Jahren Gefängnis alles erledigt für ihn? Warum gilt er laut dem Gutachter nicht als pädophil, wenn er jahrelang ein Kind sexuell sexuell missbraucht hat? Es sei keine psychische Störung feststellbar gewesen, urteilte das Gericht anhand von Gutachtern. Aber schon der klare Menschenverstand sagt doch, dass sein Verhalten nicht normal ist. Wer kann denn mit Gewissheit sagen, dass dieser Mann nach dem Haftaufenthalt sich nicht das nächste Opfer sucht?

Sicher: Das Verrückte am deutschen  Strafrechtssystem ist, dass sich psychische Störungen strafmildernd gewirkt hätten.

Im Fall Cyntoia Brown war das Mädchen damals so geschockt von dem Urteil über 51 Jahre, dass sie angefangen hat, über sich und ihre Taten nachzudenken. Sie hat sich geändert, hat einen Collegeabschluss gemacht im Gefängnis, obwohl sie einer harten Schwangerschaft entstammte mit einer alkohol- und drogenabhändigen Mutter. Nach 13 Jahren Haft reichte sie ein Gnadengesuch ein und begründete dem Governeur, warum sie fortan ein nützlicher Teil der Gesellschaft sein könne. Nach 14 Jahren kam sie frei. Und ist seitdem ein anderer Mensch. Ob der Großvater sich nach 5 Jahren Gefängnis gewandelt hat, bleibt abzuwarten.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




Überraschendes Wiedersehen nach einer langen Zeit

Am Freitag, den 17. Juli 2020, hat die Stadt Künzelsau zur Karibischen Nacht vor dem alten Rathaus eingeladen und Gschwätz Videoreporter Dr. Felix Kribus hat den ausgelassenen, wenn auch zaghaft frequentierten Abend auf Speicherkarte festgehalten und hat sich mit den gut gelaunten Besuchern unterhalten. Die Getränke schmeckten, aber etwas anderes fehlte ein wenig.

Wein, weil’s billiger ist

Besucherin Marion aus Frankfurt findet die veranstaltung „ganz nett“, aber die Musik dürfte ihrer Meinung nach etwas karibischer sein. „Vincent war ja nun nicht wirklich karibisch“.

Nina trinkt lieber Weinschorle als einen zum Themenabend passenden Cocktail, weil’s billiger ist“, sagt sie mit einem Augenzwinkern, aber sie kennt sich aus mit richtigen Karibik. Immerhin war sie schon auf diversen karibischen Inseln: „Domenikanische Republik, Kuba, Curacao.“

Rum mit Vanille-Note

Willi Brückbauer vom Tabak Brückbauer ist an diesem Abend auch vertreten mit einem Stand mit kubanischen Zigarren und exquisitem, im Fass gelagerten Rum mit, so Brückbauer, „einer leichten Vanille-Aprikose-Note, gepaart mit etwas Bitterschokolade vom Tannin vom Faß“. Eine Flasche kostet 45 Euro.

Besucher Jürgen Setzer lässt sich eine Pizza während des karibischen Abends schmecken. Auf die Frage, ob das eine Pizza Karibik ist, antwortet er schmunzelnd: „Das ist eine Pizza Künzelsau. Die passt zu dieser lauen Sommernacht.“

Döner und Pizza

Tanja gefällt es sehr gut bei der karibischen Nacht? „Das Ambiente, die Leute. Alles passt“, sagt die Künzelsauerin. Andrea aus Unterfranken hat es sich in einem der aufgestellten Liegestühle bequem gemacht, während sie einen Döner ist und der Musik lauscht. „Die Musik ist schön, die Atmosphäre auch“, urteilt sie.

Weinschmiede aus Weißbach und Tabak Brückbauer mit Rum und Gin vor Ort

Auch die ehemalige Hohenloher und württembergische Weinkönigin Grit Seber-Kraft hat den Weg zur karibischen Nacht gefunden und trinkt aber standesgemäß keine Cocktails in dieser lauen Sommernacht, sondern Wein, einen Weißburgunder um genau zu sein. „Das ist eine spannnde Rebe.“ Vor 25 Jahren wurde sie gewählt, kennt sich aber noch immer sehr gut aus auf dem Gebiet des Weines und der Weinreben.

Die Weinschmiede aus Weißbach verkauft die aus dem Kochertal stammenden Weine. Aber auch alkoholfreien Gin haben sie im Angebot, wie Hendrik Frank erklärt.

Sylvia Bendel findet es „sehr schön hier, aber ich habe gedacht, dass bei einer karibischen Nacht auch etwas karibische Musik kommt mit Reggae und so“. Shadows Revenge aus Bretzfeld sorgen an diesem Abend für die musikalische Untermalung.

Keine Angst vor Corona

Auf Corona angesprochen, urteilen Sylvia Bendel und ihre Freunde: Corona zwar noch nicht vorbei, aber als unvorsichtig empfinden sie sich auch nicht, nur weil sie den karibischen Abend in Künzelsau besuchen. Jutta aus Künzelsau fragt: „Soll ich jetzt deswegen meinen Kopf in den Sand stecken? Man braucht einfach ein bisschen Gottvertrauen“, findet die Atheistin. „Einfach weiterleben, eweng Abstand halten, eweng vorsichtig sein.“

„Es könnte ein wenig mehr los sein“

Sven, der auch lieber zum Bier als zu Cocktails greift, ist mit seinen Mädchen hier. „Es ist ok hier“, aber es könnte auch für jüngere Besucher mehr geboten sein.

Petra aus Marlach ist begeistert von der Veranstaltung: „Wir fühlen uns total wohl hier. Sie findet aber: „Es könnte ein wenig mehr los sein.“ Sie hat nach vielen Jahren ihren einstigen Nachbarn Jochen, der heute in Ingelfingen wohnt, an der karibischen Nacht wieder zufällig getroffen.

Video: Dr. Felix Kribus

 

Karibische Nacht in Künzelsau. Eine ehemalige Weinkönigin genießt den Abend. Foto: GSCHWÄTZ

Nina war schon des Öfteren in der Karibik im Urlaub. Foto: GSCHWÄTZ

Hatten mächtig Spaß: Sylvia Bendel mit ihren Freundinnen am karibischen Abend. Foto: GSCHWÄTZ

Sven mit seinen jungen Begleiterinnen. Foto: GSCHWÄTZ

 




Tödlicher Unfall beim Überholen

Auf der B19 zwischen Dörzbach und Hohebach scherte ein 31-jähriger Audi-Fahrer am Donnerstagnachmittag, den 23. Juli 2020, gegen 16 Uhr, aus, um einen LKW zu überholen. Dabei kollidierte er mit einem bereits in gleicher Richtung überholenden BMW eines 77-Jährigen. Durch die Kollision kam der BMW-Lenker zunächst nach links von der Fahrbahn ab. Von dort schleuderte der BMW über die Bundesstraße und fuhr gegen einen Baum. Dabei wurde der Mann in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Er konnte von der Feuerwehr zunächst aus seinem Fahrzeug gerettet werden. Der 77-Jährige erlag jedoch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

Der Audi wurde auf den LKW abgewiesen. Hierbei verletzte sich dessen Lenker, sowie seine 7-Jahre und 5-Jahre alten Mitfahrerinnen leicht. Der 31-Jährige wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der LKW-Fahrer blieb unverletzt. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 20.000 Euro. Der Audi und BMW waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die B19 wurde für die Dauer der Rettungsmaßnahmen und der Unfallaufnahme bis auf Weiteres gesperrt. Zur Klärung des Unfallhergangs wurde ein Gutachter hinzugezogen.




Angeklagter streitet ab, „sexuelle Erfüllung nur bei Kindern zu finden“

Dörzbach: Dr. Hans-Jörg Döring, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Oberarzt am Klinikum Weißenhof in Weinsberg, erstellte ein Gutachten über den wegen schweren sexuellen Missbrauchs an seiner Enkeltochter angeklagten Großvater. Am 10. Juni und am 22. Juni 2020 hat der Gutachter mit dem Angeklagten gesprochen. „Herr W. war offen hinsichtlich seiner Biografie“, erinnert sich der Psychiater. Er hätte eine glückliche Kindheit gehabt, keine Probleme in der Schule und schließlich eine Ausbildung zum Lkw-Fahrer gemacht. Mit 18 Jahren hätte er die erste Freundin gehabt und mit 19 seine spätere Ehefrau kennengelernt. „Das war auch die erste Frau, mit der er intim wurde“, erzählte Dr. Döring. Der Angeklagte hätte von einem normalen Familienleben in Rumänien erzählt, 1998 sei er nach Deutschland gezogen und hätte ein halbes Jahr später seine Frau und die Kinder nachgeholt. Sie hätten sich in Crailsheim niedergelassen, dort eine Wohnung gekauft, diese aber wieder verkaufen müssen – das hätte der Mann als „eine Niederlage in seinem Leben“ empfunden.

„Eine alkoholassoziierte Erkrankung gab es nicht.“

2018 hätte sich die Ehefrau von ihrem Mann getrennt, zuvor gab es immer wieder Streitereien wegen des Lebenswandels des gemeinsamen Sohnes, zu dem die Mutter immer gehalten hätte. „Zeugen sagten aber aus, dass er aggressiv und unbeherrscht war in Zusammenhang mit seinem Alkoholkonsum, der laut den Zeugen durchgehend vorhanden war – zumindest in der Zeit in Deutschland“, so Dr. Döring. Der Angeklagte hätte den Alkoholkonsum auch eingeräumt, eine „alkoholassoziierte Erkrankung ergab sich allerdings nicht“. Genausowenig sei es zu alkoholassoziierten Straftaten gekommen. Der Angeklagte habe nie seinen Führerschein wegen Alkohol verloren oder irgendwo Eintragungen gehabt. Dr. Döring schloss bei dem Angeklagten sowohl eine psychische Erkrankung als auch eine Alkoholabhängigkeit aus.

Inzest als „Ausdruck familiärer Problematiken“

Im Gespräch mit Dr. Döring habe der Angeklagte abgestritten, „sexuelle Erfüllung nur bei Kindern zu finden“. Eine Kernpädophilie bei dem Großvater hätte der Gutachter ebenso wenig feststellen können wie eine Nebenströmung. Es sei auch nicht ungewöhnlich, dass sexueller Missbrauch im familiären Umfeld vorkommt – eher seltener sei „der fremde, schwarze Mann“. Da der Angeklagte bei den Gesprächen mit dem Gutachter die Taten stets abstritt – das Geständnis kam erst später – war hier eine Beurteilung durch den Psychiater nicht möglich. „Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass diese Täter in ganz normalen, geordneten Verhältnissen leben“, so Dr. Döring. In der Literatur werde der Inzest als „Ausdruck familiärer Problematiken beschrieben“. Es gebe verschiedene Gründe, warum jemand zum Sexualstraftäter werde. Das sei beispielsweise Aggression und Ausübung von Macht. Der Angeklagte sei von seinen Angehörigen als rechthaberisch und bestimmend beschrieben worden – „was ich so nicht feststellen konnte bei der Exploration“. Hier ist „die Funktion des sexuellen Missbrauchs Machtausübung“. Dies hätte sich besonders beim letzten Übergriff gezeigt, wo „sich die Enkelin wehrt, er aber sie zum Analverkehr zwingt“.

„Dem Angeklagten war das Unrecht seiner Taten bewusst“

Es habe keine Hinweise auf weitere psychiatrische Beinträchtigungen, Psychosen oder manifeste Erkrankungen gegeben. „Auch die geschilderten Verstimmungen waren nicht schwerwiegend“, so Dr. Döring weiter. Dagegen stellte der Gutachter fest, dass dem Angeklagten „das Unrecht der Taten zu allen Tatzeitpunkten bewusst gewesen ist“ und er auch in der Lage gewesen sei, seine Handlungen zu steuern.

Strafverfolgung einiger Taten eingestellt

Dem Angeklagten waren insgesamt 63 Taten zur Last gelegt worden. Die Strafverfolgung der Taten eins bis 13 und 50 bis 62 wurden jedoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt, da diese nicht beträchtlich ins Gewicht fielen und ohnehin im Falle eines Schuldspruchs für alle Übergriffe eine Gesamtstrafe zu bilden sei. Die Anwältin der Nebenklage betonte dazu, dass es „viele weitere Straftaten“ gebe und hatte deshalb genausowenige Einwände gegen den Antrag wie der Verteidiger des Angeklagten.  Damit schloss der Vorsitzende Richter die Beweisaufnahme und stellt noch zusätzlich fest, dass weiterhin „keine Verständigung erfolgt ist“. Im Anschluss folgten die Schlussplädoyers, von denen die Öffentlichkeit allerdings ausgeschlossen wurde. Das Urteil soll voraussichtlich am Donnerstag, den 30. Juli 2020, fallen.