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Mit einem Knopfdruck können Senioren Hilfe anfordern

Für pflegende Angehörige bringt selbst der wohlverdiente Urlaub oft eine besondere Belastung mit sich: die Sorge um die Lieben zu Hause. Wer ist da, wenn etwas passiert? Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat laut einer Pressemitteilung die passende Lösung: Die Hilfe per Knopfdruck kann auch nur für vier Wochen über die Ferienzeit gebucht werden.

Das DRK bietet diese Möglichkeit bereits seit einigen Jahren an. Viele Angehörige nutzen es inzwischen regelmäßig, da das Urlaubspaket den Senioren Sicherheit 24 Stunden am Tag gewährleistet und dies auch während dem Urlaub. Somit sind die älteren Menschen gut versorgt und die Angehörigen können entspannt in den Urlaub fahren. Die Senioren fühlen sich sicherer, denn im Ernstfall erhalten sie sofort die notwendige Hilfe.

Der Hausnotruf funktioniert einfach und zuverlässig. Im Ernstfall kann der Teilnehmer per Knopfdruck auf einen Handsender einen Notruf auslösen. Sofort ist der Kontakt zu einer 24-Stunden besetzten Notrufzentrale hergestellt. Umgehend werden die notwendigen Maßnahmen eingeleitet – auch wenn der Teilnehmer nicht auf die Sprechverbindung reagiert. Die Notrufzentrale verständigt die Angehörigen, die zuvor benannt worden sind. Situationsbedingt wird direkt der Hausnotruf-Hintergrunddienst oder der Rettungsdienst verständigt.

Das Deutsche Rote Kreuz möchte mit dieser Aktion möglichst vielen pflegenden Angehörigen eine Alternative bieten, um die schönsten Wochen des Jahres auch richtig genießen zu können.

Darüber hinaus bietet das DRK ein weites Spektrum an Alltagshilfen und Serviceleistungen wie Essen auf Rädern und Hauswirtschaftliche Versorgung an.

Weiterführende Informationen findet man unter www.drk-hohenlohe.de oder per Telefon 07940/922526.

Quelle: Pressemitteilung des DRK

 




Ist es Corona oder nicht?

Corona fordert schnelle Lösungen, um Erkrankten effizient helfen zu können. Eine Früherkennung kann insbesondere bei einem potenziell schweren Verlauf Leben retten. Genau hier setzt laut einer Pressemitteilung die Studentin Lena Kopp an. Sie studiert Elektrotechnik am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn, Reinhold-Würth-Hochschule und entwickelte eine Röntgen-Software zur Früherkennung einer Corona-Infektion.

Mit ihrer Möglichkeit, Röntgenbilder zur Covid-19-Diagnose einzusetzen, geht sie sogar einen Schritt weiter: „Mir ist es besonders wichtig mit meiner Arbeit etwas zu tun, was Menschen in ärmeren Ländern in dieser schwierigen Zeit von Nutzen sein kann.“ Denn üblicherweise wird bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus der bekannte Nasen- und Rachenabstrich durchgeführt. Bei Verdacht auf einen schweren Verlauf wird eine Computertomographie (CT) angeordnet. In Entwicklungsländern stehen weder Test-Kits noch Möglichkeiten einer CT ausreichend zur Verfügung.

Weiter heißt es, dass Lena Kopp in ihrer Studienarbeit eine Röntgen-Software entwickelt hat, die zwischen einer bakteriellen- und einer viralen Lungen-Erkrankung unterscheiden kann – völlig automatisch. Ihr Beweggrund: „Da oft kein CT-Equipment zur Verfügung steht, konventionelles Röntgen jedoch inzwischen weit verbreitet ist, ist es aus meiner Sicht besonders sinnvoll die vorhandenen Möglichkeiten optimal zu nutzen und zur Unterstützung der Ärzte Röntgenbilder automatisiert auswerten zu können“.

Ansatzpunkt zur Unterscheidung der Infektionsursache

Prof. Dr. Alexander Jesser betreute gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Roman Radtke die Studentin bei ihrer vielversprechenden Forschungsarbeit. Prof. Jesser erläutert: „Bei einer Erkrankung der Lunge ist das betroffene Gewebe meist weniger transparent für die Röntgenstrahlung und kann durch seine Form und Abgrenzung Aufschluss geben, um welche Art der Krankheit es sich handelt. Eine Covid-19-Erkrankung zeigt meist milchglasartige Veränderungen in beiden Lungenflügeln. Ist eine Erkrankung der Lunge durch eine Infektion mit Bakterien erfolgt, ist mehrheitlich nur ein Flügel der Lunge verändert. Eine gleichmäßige Ausbreitung über alle Bereiche der Lunge ist dabei also ein Hinweis auf eine Covid-19 Infektion.“

Auswertung der Röntgenbilder

Zur automatisierten Auswertung werden die Aufnahmen in einen Standard-PC eingelesen und mit einer speziellen mathematischen Operation der Kontrast erhöht – ein Vorteil bei qualitativ schlechten Aufnahmen, die mit älteren Röntgenanlagen entstehen. Die Software erstellt neben einem Falschfarbenbild, das die Auswertung vereinfachen kann, ein Binärbild, auf welchem sich bereits die Umrisse der Lunge sowie Spuren von geschädigtem Gewebe erkennen lassen. Durch einen weiteren Algorithmus werden die im Binärbild vorhandenen Kanten und Grenzen der einzelnen Bereiche ermittelt. Die Software kann durch weitere Berechnungen Flächen- und Symmetriebetrachtungen vollziehen und anhand dieser mit großer Wahrscheinlichkeit zwischen bakterieller- oder viraler Lungenentzündungen unterscheiden.

Auch der Radiologe am Universitätsspital Basel, Dr. Konrad Appelt, der beratend zur Forschungsarbeit beigetragen hat, sieht die automatisierte medizinische Auswertung von Röntgenbildern positiv: „Klar ist, dass durch diese Methode ein qualifizierter Arzt nicht ersetzen werden kann und ein einfaches Röntgenbild nicht die diagnostische Qualität eines Computertomographens aufweist, sie kann aber eine sehr sinnvolle, zusätzliche Maßnahme zur Diagnose der Covid-19 Erkrankung sein.“

Quelle: Pressemitteilung der Hochschule Heilbronn

 

Einseitige Veränderung einer Lunge, hervorgerufen durch eine bakterielle Lungenentzündung. Foto: HHN

Milchglasartige Veränderungen deuten auf eine Covid-19-Infektion hin. Foto: HHN

Falschfarbendarstellung der Lunge. Foto: HHN

 

 




„Er ist nicht der große Schläger, wie er nun dargestellt wird“

Vor kurzem haben wir über einen Bademeister berichtet, der einen Hausmeister in Ingelfingen so geschlagen hat, dass dieser Anzeige erstattete und die Staatsanwaltschaft ermittelte https://www.gschwaetz.de/2020/07/10/bademeister-verpruegelthausmeister/. Der Bademeister wurde inzwischen verurteilt wegen gefährlicher Körperverletzung und verlor seinen Job. Nun haben sich bei GSCHWÄTZ zwei Leser gemeldet, die beide Personen kennen und dem Bademeister den Rücken stärken möchten. „Er ist nicht der große Schläger, wie er nun dargestellt wird“, betont etwa Ludwig Bayer. Er kennt den Bademeister (wir verzichten aufgrund des Persönlichkeitsrechts hier auf eine Namensnennung – sowohl vom Bademeister als auch vom Hausmeister), seit er in Ingelfingen angefangen hat zu arbeiten. „Er ist ein freundlicher, hilfsbereiter, netter Mensch.“ Deswegen habe er sich gemeldet. Er möchte das nicht so stehen lassen, wie es nun den Anschein erwecke.

„Ich habe wegen ihm gekündigt“

Der Bademeister hat wohl, so berichten es Quellen, nicht „einfach so zugeschlagen“, sondern es hab anscheinend verbale Provokationen von Seiten des Hausmeisters gegeben.

Manuel Bayer war früher ebenfalls Hausmeister in Ingelfingen und hat, wie er gegenüber GSCHWÄTZ sagt, wegen diesem Hausmeister nach zehn Jahren bei der Stadtverwaltung Ingelfingen seine Kündigung abgegeben und habe wohl auch gegenüber der Stadtverwaltung Ingelfingen damals erklärt, warum er kündigt: „Ich habe meine Job gern gemacht, aber ich konnte nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten.“ Unter anderem habe der Hausmeister laut Bayer schon Putzfrauen „zusammengeschissen“, so dass diese am Ende geweint hätten. Auch Konflikte mit anderen Menschen, unter anderem mit einem städtischen Mitarbeiter habe es in der Vergangenheit bereits gegeben. „Er kann mit seiner provozierenden Art Menschen zur Weißglut bringen“, sagt Manuel Bayer. Auch derbe Kraftausdrücke benutzte der Hausmeister wohl des Öfteren, wenn er mit anderen Konflikte ausgetragen habe.

„Badegäste vermissen ihn“

Manuel Bayer betont aber auch: „Es war sicher nicht richtig, dass der Bademeister den Hausmeister geschlagen hat.“ Dennoch sei es ihm wichtig zu sagen, dass er seiner Meinung nach ein sehr guter Bademeister in Ingelfingen gewesen war. „Er hat das Hallenbad auf Vordermann gebracht, hat neue Spielzeuge für die Kinder gekauft. „Er war immer höflich, immer freundlich, einfach ein herzensguter Kerle. Die Badegäste vermissen ihn.“

Die Stadtverwaltung Ingelfingen hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäussert.




Vierstelliger Betrag aus Clubheim entwendet

Unbekannte verschafften sich am Montag, den 04. August 2020, Zugang zu einem Clubheim in Schöntal-Berlichingen und stahlen dort eine höhere Summe Bargeld. Die Einbrecher drangen im Zeitraum zwischen 5 Uhr und 19.15 Uhr in das Gebäude an der Schöntaler Straße ein und nahmen einen vierstelligen Eurobetrag an sich sowie zahlreiche Bons.

Der Polizeiposten Krautheim hat die Ermittlungen aufgenommen und hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die am Montag im Bereich um das Clubheim verdächtige Beobachtungen machen konnten, werden gebeten, sich unter Telefon 06294/234 zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Corona Task force wird im Krankenhaus Künzelsau angesiedelt

Seit Samstag, den 01. August 2020,  ist laut einer Pressemitteilung die Besondere Aufbauorganisation Covid-19, die zur Bewältigung der ersten Welle der Corona-Pandemie eingerichtet wurde, aufgelöst und in eine tragfähige Organisation innerhalb des Gesundheitsamtes überführt. Die Bearbeitung der Corona-Pandemie ist nun im Fachdienst „Infektionsschutz und Umwelthygiene“ angesiedelt.

Räumlich wird dieser Bereich vorerst übergangsweise im ehemaligen Krankenhausgebäude Künzelsau untergebracht, wo derzeit 40 neue Büroarbeitsplätze geschaffen werden. Das Ziel ist, bei einem geringen Infektionsgeschehen in einem kleinen Team zu arbeiten, aber schnell aufstocken zu können, sollte das notwendig werden. „Es ist wichtig, dass wir auf der einen Seite unsere Dienstleistungen für die Bürger wieder regulär anbieten können, auf der anderen Seite aber flexibel reagieren können, wenn es das Infektionsgeschehen im Kreis erfordern sollte“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth in der Mitteilung.

Weiter heißt es, dass ein rollierendes System von vier Teams mit jeweils etwa 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (inklusive Fallermittler, Hotline, Testung, Isolierstation, Innerer Dienst) zunächst über ein Jahr eingeführt werden soll. Jedes Team ist jeweils drei Monate in der Fallermittlung im Einsatz. Bei der Zusammenstellung wurde darauf geachtet, dass bereits erfahrene Fallermittler zum Einsatz kommen, um Übergabe- und Einarbeitungszeiten so knapp wie möglich zu halten.

Sollte das Infektionsgeschehen erneut aufflammen, können die anderen Teams ohne großen Zeitverlust zusätzlich aktiviert werden.

Zu diesem Zweck wird der Fachdienst zudem personell aufgestockt: Es ist geplant, acht bis zehn teilweise befristete Vollzeitstellen zu schaffen und zeitnah zu besetzen. Die zusätzlichen Personalkosten werden größtenteils vom Land getragen. „Ich freue mich, dass die Landesregierung die Kreise wie zugesagt unterstützt und wir nun die Gesundheitsämter auch personell stärken können“, erklärt Dr. Matthias Neth.

Corona-Hotline wird angepasst

Auch die Corona-Hotline des Gesundheitsamtes des Hohenlohekreises (Telefon 07940/18 888) wird dem aktuellen Bedarf angepasst. So sind seit Freitag, den 31. Juli 2020, im automatisierten Anrufdialog die Bereiche Wirtschaft und Landwirtschaft abgeschaltet, da das Anrufaufkommen hier derzeit überschaubar ist. Weiterhin erhalten bleiben die Auswahloptionen Medizinische Fragen und Fragen zur Quarantäne.

Fragen zu den Themen Wirtschaft und Landwirtschaft werden von den Hotline-Mitarbeitern gegebenenfalls zu einem der Experten weitergeleitet, die natürlich auch weiterhin für Fragen zur Verfügung stehen.

Quelle: Pressemitteilungen des Landratsamtes Hohenlohekreis




Bußgeldverfahren eingestellt

Nachdem am Ostersonntag einige Bäckereien in Hohenlohe und ganz Baden-Württemberg geöffnet waren, urden Bußgeldverfahren eröffnet (GSCHWÄTZ berichtete). Der AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron hatte daraufhin laut einer Pressemitteilung eine Kleine Anfrage zu der Thematik eingereicht und nun einen Brief vom Staatsministerium Baden-Württemberg erhalten, in dem es heißt, dass „alle Verfahren gegen die betroffenen Bäckereien eingestellt wurden“.

„Ich hatte nicht nur eine Kleine Anfrage zur Thematik eingereicht, sondern auch den Ministerpräsidenten bei dessen Hohenlohe-Besuch persönlich darauf angesprochen. Jetzt erreichte mich tatsächlich die Mitteilung einer Einstellung der entsprechenden Bußgeldverfahren im Wahlkreis Hohenlohe. Die Landesregierung gesteht also indirekt ihren Fehler ein. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, unsere Bäcker in dieser Angelegenheit unterstützt zu haben“, so Anton Baron, der auch handwerkspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion ist, in der Pressemitteilung.

Quelle: Pressemitteilung des Landtagsbüros von Anton Baron




Auto erfasst Wildschein, anderes Auto überrollt es anschließend

Gleich zwei Unfälle verursachte ein Wildschwein am Montagmorgen, den 03. August 2020, bei Forchtenberg. Das Tier querte um kurz vor 6 Uhr die Landstraße 1050 zwischen Heiligenhaus und dem Abzweig nach Sindringen. Dabei wurde es vom Peugeot eines 39-Jährigen erfasst und getötet. Der Kadaver wurde auf die Fahrbahn geschleudert und dort vom VW einer 22-Jährigen überrollt. Beide Autos waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die Polizei beziffert die entstandenen Schäden mit rund 7.000 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




„Der aktuelle Fall zeigt, wie schnell die Quarantäne für viele Familien unverhofft zur Realität werden kann und schon mal einen Urlaub verhindert.

Bei einem Grundschulkind an der Georg-Wagner-Schule in Künzelsau wurde am Wochenende ein positives Corona-Testergebnis gemeldet. Das Kind befindet sich in heimischer Quarantäne. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Neumann: Bitte halten Sie sich an die kommunizierten Abstandsregeln

Am Samstag, den 01. August 2020, und Sonntag, den 02. August 2020, haben die Fallermittler des Landratsamts die Kontaktpersonen des Kindes ermittelt und Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen. Hierbei handelt es sich im schulischen Umfeld um insgesamt 23 Kinder und drei Erwachsene. Diese müssen nun ebenfalls eine Quarantäne einhalten. Zudem wurde allen Kontaktpersonen ein Corona Test beim Hausarzt oder einer Corona Schwerpunktpraxis empfohlen.

Neth: Corona nicht vorbei

„Der aktuelle Fall zeigt, wie schnell die Quarantäne für viele Familien unverhofft zur Realität werden kann und schon mal einen Urlaub verhindert. Bitte halten sie sich an die kommunizierten Regeln“, so Bürgermeister Stefan Neumann. Landrat Dr. Matthias Neth sagt dazu am Sonntag: „Dieser neue Fall und auch die anderen Fälle in ganz Baden-Württemberg der letzten Tage zeigen uns, dass die Coronalage keineswegs vorbei ist. Gerade auch in der Urlaubszeit kann es jederzeit vermehrt zu neuen Fällen kommen. Deshalb werden die Kontakte vom Landratsamt so schnell es geht, sieben Tage die Woche, ermittelt. Die betroffenen Personen müssen sich unverzüglich isolieren – auch wenn dies in der Urlaubszeit ganz besonders schwierig sein mag. Aber nur so können die Infektionsketten durchbrochen werden.“ Er erinnert nochmals an die AHA Regel (Abstandhalten, Hygiene, Alltagsmaske), deren Berücksichtigung eine massenhafte Ausbreitung des Corona Virus verhindern kann.

 

 

 




„Alleine zu Wahlkreisangelegenheiten habe ich seit Beginn der Legislaturperiode 52 Kleine Anfragen und Anträge eingereicht, während es bei Herrn von Eyb gerade mal eine einzige derartige Initiative war“

Nach den Klimademos in Künzelsau stellte Anton Baron eine kleine Anfrage an des Stuttgarter Regierungspräsidium, genauer an das Kultusministerium inwieweit hier seitens des Schlossgymnasiums Künzelsau eine unrechtmäßige politische Beeinflussung von Schülern vorliege. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann sah in den Klimademos wichtige gesellschaftliche Themen. Daher läge auch keine unrechtmäßige politische Beeinflussung vor. Der CDU-Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb stellte sich daraufhin in einer Pressemitteilung schützend vor die Schule und lobte deren Engagement (wir berichteten).

„Man kann natürlich alle Probleme schönreden“

Nun geht die Diskussion in die nächste Runde. Der hohenlohische AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron reagiert auf die Kritik seines CDU-Wahlkreiskollegen Arnulf von Eyb mit Unverständnis. In einer Pressemitteilung heißt es: „Man kann natürlich alle Probleme schönreden, aber ich bin der Meinung, dass man als Politiker Missstände ansprechen muss. Und wenn Schüler politisch einseitig indoktriniert werden, erfüllt mich das als Demokrat in der Tat mit Besorgnis. Nichts anderes geschieht, wenn ein Projekttag mit einer Demonstration beendet wird. Ich schlage Schülern, Lehrern und Eltern mit meiner Kritik keineswegs ins Gesicht, wie der Kollege von Eyb behauptet. Vielmehr stelle ich mich damit schützend vor diejenigen, die sich von diesen Eingriffen in die politische Neutralität an Schulen diskriminiert fühlen und mich um Unterstützung gebeten haben.“ Weiter spricht Baron einen Punkt an, der sich nicht um die Klimademos dreht: „Alleine zu Wahlkreisangelegenheiten habe ich seit Beginn der Legislaturperiode 52 Kleine Anfragen und Anträge eingereicht, während es bei Herrn von Eyb gerade mal eine einzige derartige Initiative war“, betont der Abgeordnete Baron.

Wir haben das Regierungspräsidium gefragt, ob dieser Sachverhalt korrekt ist. Eine Antwort hierzu steht noch aus.

Arnulf von Eyb (CDU) bei den Kommunalwahlen im Landratsamt. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Anton Baron (vorne) in einer Kreistagssitzung. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




Dem Opfer wird psychologische Hilfe empfohlen – und was ist mit dem Täter?

5 Jahre und 6 Monate Haft erhielt der 63-jährige Großvater für den jahrelangen schweren sexuellen Missbrauch an seiner Enkelin. In 37 Taten – eine in Tateinheit mit Vergewaltigung (dabei wehrte sich das mittlerweile elfjährige Kind bewusst, der Großvater eetzte sich aber über diesen aktiv geäusserten Willen hinweg) sprach ihn das Landgericht Heilbronn am Donnerstag, den 30. Juli 2020, schuldig (wir berichteten)

Zu milde?

Wir erhielten zahlreiche Kommentare nach unserer Berichterstattung, dass das Urteil zu milde sei. Bei Elisabeth S. aus Künzelsau, die ihren Ziehenkel erwürgt hat, gab es ebenfalls viele solcher Meinungsäusserungen von unseren Lesern. Sie erhielt damals etwas mehr als zehn Jahre und wurde des Totschlags schuldig gesprochen.

In Amerika über 50 Jahre Haft möglich

In Amerika gibt es rein strafrechtlich ganz andere Möglichkeiten. Da können in manchen Bundesstaaten auch schon 16-Jährige 51 Jahre Haft für einen Mord bekommen, wie der Fall Cyntoia Brown zeigt. Das ist in Deutschland erst gar nicht möglich. Bei guter Führung ist eine Haftverkürzung um ein Drittel möglich. Man will sich gar nicht ausrechnen, wann dann der Großvater schon wieder auf freien Fuß käme.

Psychologische Unterstützung für das Opfer – und der Täter?

Richter Liebisch hat bei der Urteilsverkündung der Enkelin geraten, psychologische Unterstützung anzunehmen, um das Ganze zu verarbeiten. Das ist sicher richtig und wichtig. Aber bräuchte nicht auch der Großvater psychologische Hilfe? Ist nach ein paar Jahren Gefängnis alles erledigt für ihn? Warum gilt er laut dem Gutachter nicht als pädophil, wenn er jahrelang ein Kind sexuell sexuell missbraucht hat? Es sei keine psychische Störung feststellbar gewesen, urteilte das Gericht anhand von Gutachtern. Aber schon der klare Menschenverstand sagt doch, dass sein Verhalten nicht normal ist. Wer kann denn mit Gewissheit sagen, dass dieser Mann nach dem Haftaufenthalt sich nicht das nächste Opfer sucht?

Sicher: Das Verrückte am deutschen  Strafrechtssystem ist, dass sich psychische Störungen strafmildernd gewirkt hätten.

Im Fall Cyntoia Brown war das Mädchen damals so geschockt von dem Urteil über 51 Jahre, dass sie angefangen hat, über sich und ihre Taten nachzudenken. Sie hat sich geändert, hat einen Collegeabschluss gemacht im Gefängnis, obwohl sie einer harten Schwangerschaft entstammte mit einer alkohol- und drogenabhändigen Mutter. Nach 13 Jahren Haft reichte sie ein Gnadengesuch ein und begründete dem Governeur, warum sie fortan ein nützlicher Teil der Gesellschaft sein könne. Nach 14 Jahren kam sie frei. Und ist seitdem ein anderer Mensch. Ob der Großvater sich nach 5 Jahren Gefängnis gewandelt hat, bleibt abzuwarten.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann