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Kühlschrank vom Himmel gefallen

Unbekannte entsorgten wahrscheinlich am vergangenen Wochenende einen Kühlschrank zwischen Kocherstetten und Morsbach. Am Montagmittag, den 31. August 2020, gegen 13 Uhr, entdeckten Mitarbeiter des Landratsamtes einen herrenlosen Kühlschrank neben der Landstraße 1045. Die Umweltsünder luden das Haushaltsgerät vermutlich ab, um die Entsorgungskosten nicht selbst tragen zu müssen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, die Angaben zu dem Kühlschrank oder den Tätern machen können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Künzelsau, Telefon 07940 940 0, zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




Aufgewirbelter Gegenstand verursachte Unfall

Knapp 40.000 Euro Sachschaden ist das Resultat von zwei Unfällen am Mittwochabend, den 02. September 2020, auf der Autobahn 6. Auf der Höhe der Anschlussstelle Kupferzell war eine 35-Jährige mit ihrem Opel gegen 18.30 Uhr unterwegs. Als sie von der mittleren auf die linke Spur wechseln wollte, unterschätzte sie vermutlich die Geschwindigkeit eines von hinten herannahenden Mercedes eines 43-Jährigen. Die durch den Mann eingeleitete Gefahrenbremsung reichte nicht mehr aus, woraufhin die beiden Fahrzeuge kollidierten. Durch den Zusammenstoß prallten der Opel und der Mercedes gegen die Mittelleitplanke. Der Frau kam daraufhin mit ihrem Wagen entgegengesetzt der Fahrtrichtung auf der linken Spur und der Mann mit seinem Pkw auf der mittleren Spur zum Stehen. Ein weiteres Auto einer 26-Jährigen fuhr im weiteren Verlauf gegen den verunfallten Mercedes. Der VW der 26-Jährigen und der Mercedes schleuderten daraufhin auf die rechte Fahrspur. Durch den Unfall wurden die 43-jährige und die 26-jährige verletzt und von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht. Bei dem Unfall entstand Sachschaden in Höhe von 25.000 Euro. Ein weiterer Unfall ereignete sich gegen 21 Uhr zwischen der Anschlussstellen Öhringen und Bretzfeld. Ein 55-Jähriger befuhr mit seinem BMW die mittlere Spur der Autobahn und wich einem aufgewirbelten Gegenstand aus.

Hierbei verlor der Mann die Kontrolle über sein Wagen und prallte gegen die mittlere Leitplanke. Von dort wurde der BMW abgewiesen, schleuderte zurück auf die mittlere Fahrspur und kollidierte mit dem Mitsubishi eines 52-Jährigen. Der BMW kam daraufhin quer auf der rechten Fahrspur und der Mitsubishi auf dem Standstreifen zum Stehen. Kurze Zeit später fuhr eine 32-jährige Ford-Fahrerin mit ihrem Gefährt durch die Trümmerteile des Unfalls, woraufhin der Ford ebenfalls beschädigt wurde. Bei dem Zusammenstoß wurde niemand verletzt. Es entstand Sachschaden in Höhe von zirka 15.000 Euro.

 




„Wenn ich sehe, wie manche meiner Kollegen, die Berufsmusiker sind, gerade leben müssen, ist das schon erschreckend“

„Ein kleiner Traum von mir ist wahr geworden.“ Am 23. August 2020 wurde Sebastian „Buddy“ Fabers erste Single „Zeile für Zeile“ veröffentlicht. Sie wurde auf allen gängigen Download- und Streamlingportalen digital veröffentlicht.

Der Musiker aus Künzelsau und Frontmann der Band Gravity ist stolz auf diese Leistung. Wir haben ihn um ein Interview gebeten, um zu erfahren, wie der Song entstanden ist.

GSCHWÄTZ: Hast du das Lied selbst geschrieben und komponiert?

Buddy: Die Geschichte des Songs ist meine. Eine befreundeter Kollege hat den Song komponiert und seine Lebensgefährtin (beide Musiker) hat aus meiner Geschichte einen Songtext gemacht. Der Song wurde dann in Stuttgart aufgenommen.

Ich habe um 0 Uhr mein Handy geschnappt

GSCHWÄTZ: Was war das für ein Gefühl, als nun dein erster Song veröffentlicht wurde?

Buddy: Es war ein tolles Gefühl. Ich habe um 0 Uhr vom 22 auf den 23.8 mein Handy geschnappt und habe mich in iTunes gesucht, und tatsächlich gefunden. Das macht schon stolz und die ersten Resonanzen, die ich bisher bekommen habe, bestätigen die ganze Arbeit.

„Wenn ich sehe, wie manche meiner Kollegen, die Berufsmusiker sind, gerade leben müssen, ist das schon erschreckend“

GSCHWÄTZ: Worum geht es in diesem Lied? Um HerzSchmerz habe ich herausgehört. Hast Du damit auch schon eigene Erfahrungen gemacht?

Buddy: Es ist meine Geschichte. Das Kennenlernen meiner jetzigen Frau mit der ich jetzt über 17 Jahre zusammen bin und über 5 Jahre verheiratet. Es geht darum, einfach nicht aufzugeben und zu kämpfen, auch wenn man mal Niederschläge einstecken muss. Nicht alles läuft immer nach Plan. Aber bei meiner Frau und mir sieht man, dass sich das Kämpfen manchmal lohnt.

GSCHWÄTZ: Wie ist Dein aktueller musikalischer und privater Status?

Buddy: Ich bin immer noch der Frontsänger meiner Band Gravity, aber auch als Solosänger bin ich unterwegs, zumindest war das vor Corona noch. Seit Anfang diesen Jahres bin ich stolzer Papa.

GSCHWÄTZ: Machst du die Musik neben- oder hauptberuflich?

Buddy: Ich mache die Musik immer noch nebenberuflich. Es wäre schön, davon leben zu können, aber es ist unheimlich schwierig in diesem Business. Aber natürlich soll das immer noch das Ziel sein. In der aktuellen Situation bin ich allerdings froh, nicht von der Musik leben zu müssen. Wenn ich sehe, wie manche meiner Kollegen, die Berufsmusiker sind, gerade leben müssen, ist das schon erschreckend.

Was macht Sebastian Faber neben der Musik noch in seiner Freizeit?

Buddy: Mein Hobby ist es Musik zu machen und Spaß auf der Bühne zu haben. Leute zu berühren, abzuholen, und ein Lächeln ihr Gesicht zu zaubern. Das ist ein großartiges Hobby. Mittlerweile ist auch die Gartenarbeit im eigenen Garten dazugekommen

In der Coverszene, in der ich mich mit meiner Band Gravity bewege, ist es tatsächlich so, dass man zu 95 Prozent abends und am Wochenenden spielt. Es gibt aber auch Ausnahmen. Viele Kollegen spielen sehr oft auch unter der Woche. Unter der Woche ist es bei uns nicht immer einfach, weil wir alle bis auf unseren Schlagzeuger Simon nicht von der Musik leben.

Wie Sebastian Faber entdeckt wurde

Im Herimouthsaal in Hermuthausen hat vor vielen Jahren alles begonnen. Sebastian „Buddy“ Faber sang laut eigenen Aussagen mal wieder in der ersten Reihe lautstark den Titel „Ich kenne nichts“ von Xavier Naidoo mit, als er einem der Sänger auffiel. Dieser habe ihn daraufhin gebeten, auf die Bühne, um mitzusingen. Das tat Buddy offensichtlich so gut, dass sich kurz darauf der ehemalige NCO-Manager aus SHA bei ihm meldete und ihn zu den damaligen THIS IS HOW WE DO IT-Sessions als Gastsänger einlud. Spätestens von da an war Buddy klar, dass er mehr aus seiner Leidenschaft für die Musik machen wollte.

Von da an begleitete Buddy Faber häufig Gonzo und andere regionale Künstler bei ihren Auftritten und sammelte erste Banderfahrungen. „Seit 2013 nimmt nun die Musik mit unserer Band GRAVITY deutlich mehr Raum in meinem Leben ein“, sagt Buddy Faber, der Sänger der Band.

Sebastian „Buddy“ Faber, Frontsänger von Gravity

Trinkt Sebastian "Buddy" Faber lieber Whiskey oder Tee?

Sebastian „Buddy“ Faber im EMMA in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Buddy bei einem Auftritt an einer Demo der BI zum Erhalt des Künzelsauer Krankenhausstandortes. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 

Cover seines ersten Songs „Zeile für Zeile“. Foto: privat




Vom Ertragen anderer Meinungen

Unsere GSCHWÄTZ-Reporterin Priscilla Dekorsi war am vergangenen Wochenende auf der von der Initiative Querdenken organisierten so genannte Coronademo in Berlin (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/09/01/fuer-frieden-freiheit-und-demokratie/), um selbst zu erleben, wer da demonstriert, warum und vor allem: wie. Die nicht selten sehr kritische mediale Berichterstattung von diesen Demos und ihr völlig anderes Bild vor Ort hat unsere Reporterin veranlasst, einen Kommentar zu schreiben, den wir an dieser Stelle veröffentlichen:

Ein Plädoyer für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft

„Wir distanzieren uns von jeglichem rechtsextremen und menschenverachtendem Gedankengut. Auch von linksextremistischem gewaltbereitem Gedankengut distanzieren wir uns. Wir sind eine friedliche Vereinigung von Menschen, die für Grundrechte einstehen.“ – So beschreibt sich die Querdenken-Gruppe Heilbronn selbst auf ihrem Telegram-Kanal. Das lässt wenig Spielraum dafür, sie in eine Nazi-Schublade zu stecken, oder?

Ich war am vergangenen Wochenende dabei, als in Berlin gegen die Corona-Politik der Regierung und für Freiheit, Demokratie und Grundrechte demonstriert wurde. Wenn ich meine Augen schließe und an Berlin zurückdenke, habe ich zwei Sprechchöre im Kopf „Wir Menschen zusammen im Frieden für den Wandel.“ Und „Zeigt Eure Herzen – We are Love!“. Um es klar und deutlich zu sagen: Die Querdenken-Demo ist absolut friedlich verlaufen. Alle Menschen haben uns freundlich empfangen. Menschen aller Altersgruppen, verschiedener Nationalitäten und Religionen sind Seite an Seite für ihre Anliegen eingestanden. Es wurden Durchsagen gemacht, die zur Friedlichkeit aufrufen und sich von Gewalt und Extremismus distanzieren. Ich habe Essen mit einer Muslima geteilt, mit einem linken Berliner Urgestein diskutiert und interessante Begegnungen mit verschiedenen Familien gehabt. Ich habe Gespräche über Jesus geführt, meditiert, und von einem praktizierenden Juden Dinge über das Judentum gelernt, die mir vorher nicht bewusst waren. Einem Neonazi bin ich nicht begegnet. Mir hat ein Mann erzählt, dass er ein Foto von einer Reichflagge in einem Meer von Pace-Fahnen aufgenommen habe, der Kontrast hätte ihn fasziniert.

Es waren tatsächlich verschiedene Fahnen und Symbole vor Ort, auch Reichsflaggen und Deutschlandfahnen. Noch mehr Pace-Fahnen, Mahatma Gandhi- oder Weiße Rose-Transparente. Also ein Sinnbild unserer Demokratie. Auch in unserer Gesellschaft gibt es Meinungen, mit denen wir vielleicht nicht d’accord sind. Und das ist gut so. Denn Dialog und Diskurs ermöglichen Progressivität. Das macht uns als Demokratie aus, das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben. Das Ertragen und Akzeptieren des Andersseins der Anderen, das ist für mich Respekt. Damit unsere Demokratie auch demokratisch bleibt, plädiere ich dafür, den öffentlichen Diskurs zuzulassen. Eine Diskreditierung von namhaften Ärzten und Professoren, eine Verunglimpfung von Gegnern des aktuellen Regierungskurses als Covidioten oder Verschwörungstheoretiker und der fehlende öffentliche Diskurs über Entscheidungen, die uns alle etwas angehen, führen zu einer Spaltung in unserer Gesellschaft. Das ist nicht nur schade, sondern fatal. Und gefährlich. Vor allem für unsere Demokratie.

GSCHWÄTZ-Mitarbeiterin Priscilla Dekorsi war auf der Coronademo in Berlin am vergangenen Wochenende. Foto: Screenshot aus dem GSCHWÄTZ-Video

 




Was lange währt…

Seit 01. September 2020 hat die private Kindertagesstätte (Kita) Schatzkinder in Nagelsberg wieder geöffnet, nachdem sie im August 2019 –  wegen laut der Stadtverwaltung Künzelsau zu geringer Nachfrage und zu hoher Kosten – schließen musste (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2019/08/12/kita-betreiberin-jakobi-familienfreundliche-stadt-kuenzelsau-nicht-glaubwuerdig-letzte-chance-stuttgart/?fbclid=IwAR1fuvXbUexbI5YTNFp3_5QSdiOhFA0nqGJX2bZd3tMRrmR72dBjxj4-xuI  Ein Jahr später hat nun die Stadt Künzelsau die private Kita nun doch auf unbestimmte Zeit in die Bedarfsplanung  aufgenommen.

Elvira Jakobi, Trägerin der Einrichtung, strahlt daher zur Wiedereröffnung um so mehr und ist einfach nur glücklich. Zur Eröffnung war auch Marion Hannig-Dümmler von der Stadtverwaltung Künzelsau vor Ort  –  und unsere GSCHWÄTZ-Mitarbeiterin Elke Brand, die sich in den Räumen umschauen durfte.

Kinder im Alter von drei Jahren bis Schuleintritt können ab sofort in der privaten Kindertagesstätte in Nagelsberg von Montag bis Freitag  von 7.30 bis 14.30 Uhr betreut werden.

Stolz zeigt Elvira Jakobi die Räume und den Außenbereich, in denen die Kinder untergebracht sind, vor. Es gibt eine bunt gestaltete Spielecke, zudem einen Bereich auf zweiter Ebene, in dem sich die Kinder beschäftigen und auch zurückziehen können.

Alle Tische und Stühle sind entsprechend der derzeitigen Hygienevorschriften korrekt auseinander gestellt.

Der Waschraum ist mit freundlichen Farben gestaltet. In der hellen, mit vielen Fenstern versehenen Küche wird täglich ein frisch gekochtes Mittagessen für die Kinder zubereitet und angeboten.

Derzeit sind zwei Erzieherinnen im Kindergarten beschäftigt, auch eine Praktikantin zeigt Interesse, dort Erfahrungen für ihren Berufswunsch zu sammeln.

Im Außenbereich findet man für die Kinder eine  Schaukel, ein kleines Holzhäuschen und viel Platz zum Spielen im Freien.

Kontakt: info@kita-schatzkinder.de

Mehr Informationen: www.kita-schatzkinder.de

Kindertagesstätte Schatzkinder, Steige 2;  74653 Künzelsau-Nagelsberg. Telefon: 07940/5032642

 

 




Öhringer Herbstgenuss

Am Samstag, den 26. September 2020, lockt der Öhringer Herbstgenuss von 10 bis 17 Uhr mit einem attraktiven Mix aus Kunsthandwerk und regional erzeugten Lebensmitteln in die lebendige Öhringer Innenstadt. Eine kleinere Alternative zum Öhringer Herbstmarkt, die trotz gültiger Abstands- und Hygieneregeln Leben in die Stadt bringt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Öhringen hervor.

Blooz, Musik und Selbstvermarkter

Neben Live-Musik verschiedener kleiner Bands werden Selbstvermarkter in der Marktstraße ihre Waren anbieten. Zur bunten Angebotsvielfalt des Herbstmarktes gehört neben reichlich Obst, Gemüse, herzhaften Kuchen, edlen Bränden auch Kürbissuppe oder ein leckerer Blooz. Weiter geht es mit dem bunten Angebot auf dem Marktplatz, wo der samstägliche Wochenmarkt mit seinen bekannten und beliebten Ständen stattfindet. Da die momentane Lage keine weiteren Verkaufsstände auf einem dichtgedrängten Markt zulässt, haben sich die Organisatoren des Handels- und Gewerbevereins eine Lösung einfallen lassen, um räumlich zu entzerren und dennoch besondere Aktionen bieten zu können: anliegende Geschäfte werden Kunsthandwerkern die Möglichkeit bieten, sich mit ihrer Kunst und ihrer Ware darin zu präsentieren. Beachflags vor dem Eingang markieren die Geschäfte, in denen eine Aktion stattfindet. Außerdem wird es wie im Juni und Juli erneut eine Schnäppchenstraße der Öhringer Händler geben.

Interessierte Kunsthandwerker, die sich präsentieren möchten, können sich unter info@hgv-oehringen.de melden.

 




Randale im Biergarten

Unbekannte wüteten am Wochenende auf dem Gelände eines Biergartens in Forchtenberg. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn herovr. In der Zeit zwischen 23.30 Uhr am Samstagabend und 12 Uhr am Sonntagmittag, waren die Täter auf das Grundstück des Biergartens in der Öhringer Straße gelangt und beschädigten dort die Eingangstüre zu den Toiletten.

Gartenlampe gestohlen

Die Unbekannten stahlen ein Schild und eine Gartenlampe und machten sich außerdem an einem Schild mit der Aufschrift „Mitfahrerbänkle“ zu schaffen, welches gegenüber des Biergartens angebracht war und beschädigten dieses. Die Polizei hofft nun auf Mithilfe aus der Bevölkerung und bittet Zeugen, die Angaben zu den Tätern machen können, sich unter der Telefonnummer 07940 9400 beim Polizeirevier Künzelsau zu melden.

 




„Für Frieden, Freiheit und Demokratie“

„Der aktuelle Stand scheint so zu sein, dass die Polizei uns nicht ziehen lässt, weil die Abstände nicht eingehalten werden. Das heißt, wir kommen weder in die eine, noch in die andere Richtung. Es sind hunderttausende Menschen hier, die in Frieden und Freiheit herumziehen wollen und sie lassen uns nicht. Wir wissen nicht, wie es weitergeht.“, die Demonstrantin Natascha bemüht sich sichtlich, gelassen zu bleiben, während sie ihre Lage beschreibt. Das ist eine von mehreren Situationen, die am vergangenen Wochenende für Kopfschütteln sorgen.

Demozug wird laut Demonstranten von der Polizei gestoppt

Von Freitag, den 28. August 2020, bis Sonntag, den 30. August 2020, versammeln sich Menschen aus ganz Europa in Berlin. Sie sind so verschieden, wie man es sich nur vorstellen kann, doch der Grund für ihre Anreise vereint sie. „Frieden, Freiheit, Liebe und Heilung!“ haben sich viele von ihnen auf die Fahnen geschrieben. Auslöser für ihren Protest sind die Corona-Politik der Bundesregierung und der „fehlende öffentliche Diskurs“ darüber. Michael ist aus München angereist. Er erzählt: „Ich wollte mir die ganze Sache einmal aus erster Hand anschauen und dann vergleiche ich das nachher mit den Medienberichten, damit ich nicht immer aus zweiter Hand schales Müsli essen muss. Ich hoffe, dass alles friedlich verläuft. Bis jetzt sieht es so aus.“

Demonstranten bemängeln „fehlenden öffentlichen Diskurs“

Nach tagelangem Hin und Her entschied sich das Berliner Verwaltungsgericht schließlich für die Genehmigung der Demo, die vom Stuttgarter Unternehmer Michael Ballweg und der Querdenken-Initiative veranstaltet wird. Voraussetzung: Die Einhaltung der Mindestabstände. Nachdem am Samstag Falschmeldungen in verschiedenen Medien die Runde machten und verkündeten, die Demo sei aufgelöst worden, macht sich auf dem Gelände kurz Verwirrung breit. Doch  schnell wird klar: Es handelt sich ausschließlich um den Umzug, nicht aber um die Hauptkundgebung.

Politik wollte die Veranstaltung stoppen, das Berliner Verwaltungsgericht genehmigt schließlich doch

Hier sind wir wieder bei Natascha. Der freie Journalist Micha erklärt die Situation folgendermaßen: „Der Umzug hat sich kein Stück bewegt, weil man ihn nicht hat beginnen lassen. Daraufhin stauten sich die Leute stundenlang. Hätte man die Abstände regeln wollen, hätte man den Umzug starten lassen. Das Gegenteil ist passiert. Sprich: Die Begründung der Auflösung aufgrund fehlender Abstände und Masken ist an den Haaren herbeigezogen. Es wurde ja auch im Vorfeld, zum Beispiel von der „Welt“, klar kommuniziert, dass es keine Maskenpflicht gibt.“

Keine Maskenpflicht, aber Mindestabstandsgebot

Doch noch weitere Geschehnisse sorgen am vergangenen Samstag für Zündstoff. Eine Handvoll Menschen stürmt die Treppe des Reichstags. Lutz, der die Demonstration mit seiner Kamera festgehalten hat, erlebt den Vorfall mit und berichtet: „Am Samstag fanden noch weitere Kundgebungen in Berlin statt, so auch eine Kundgebung von Reichsbürgern vor dem Reichstag. Heute überschlagen sich die Medien mit Meldungen von dem, was am Reichstag geschah. Ein willkommener Anlass, um von der Mega-Demo abzulenken.“

Kundgebung von Reichsbürgern vor dem Reichstag gab es parallel zu der Coronademo

Die Querdenken-Demonstranten sind allesamt betont friedlich. Es sind viele Familien vor Ort, auch ein junges Elternpaar aus Leipzig. Die Mutter hat ihr Baby in einer Trage und spricht über den Grund ihrer Anreise: „Wir wollten uns einmal ein Bild von der Demo machen. Man sieht, hier ist alles friedlich. Wir sind hier, um für Freiheit, Demokratie und für die Liebe untereinander zu stehen. Wir feiern hier ein Fest, ein Freudenfest.“

Familien vor Ort

In einer Seitenstraße gibt ein Passant ein Statement zu der Kundgebung ab: „Ich bin der Meinung, dass jeder seine eigene Meinung sagen dürfen soll. Ob die richtig oder falsch ist, sei dahingestellt, aber es herrscht eben Meinungsfreiheit.“ Damit das auch so bleibt, ist Olli aus Heidelberg nach Berlin gekommen und appelliert: „Liebe Presse, hört auf, in Schubladen zu denken. Hört auf damit, uns zu diskreditieren, zu verunglimpfen. Lasst den Diskurs zu, lasst den Dialog zu, vor allen Dingen mit anderen Wissenschaftlern. Wenn wir in einer Gesellschaft leben, wo die Gegenrede nicht mehr zulässig ist, dann haben wir unsere Demokratie verloren.“

Text: Priscilla Dekorsi

 

Berliner Großdemo vom 28. bis 30. August 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Zahlreiche Menchen demonstrieren für Freiheit, Demokratie und ihre Grundrechte. Foto: GSCHWÄTZ

Manche Demonstranten kritisieren die Maskenpflicht. An der Demo selbst gab es keine Maskenpflicht. Foto: GSCHWÄTZ

Menschenmassen und im Hintergrund die Siegessäule – das gab es zuletzt bei der Love Parade. Foto: GSCHWÄTZ




Keine Weihnachtsmärkte in Forchtenberg, Schöntal und Künzelsau

Die traditionellen Weihnachtsmärkte in Forchtenberg und Schöntal und auch der „Advent am Schloss“ in Künzelsau finden in diesem Jahr leider nicht statt. Darüber haben sich die Bürgermeister verständigt. Dennoch sind verschiedene Aktionen in der Vorweihnachtszeit angedacht. Konzepte werden zurzeit geplant und im Hinblick auf coronabedingte Vorgaben geprüft. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

„Diese Entscheidung ist keinem von uns leichtgefallen“

„Diese Entscheidung ist keinem von uns leicht gefallen“, sagt Bürgermeister Stefan Neumann. „Wollten wir unsere Märkte aber wie in den Jahren zuvor oder ähnlich durchführen, müssten wir dringend mit den Vorbereitungen anfangen oder schon längst begonnen haben. Heute lässt sich jedoch nicht vorhersehen, mit welchen Einschränkungen im Dezember zu rechnen ist. Den Markthändlern und anderen Beteiligten im Extremfall kurzfristig absagen zu müssen, dieses wirtschaftliche Risiko und die größere Ansteckungsgefahr wollen wir nicht eingehen. Letztendlich hängt alles von dem dann aktuellen Infektionsgeschehen ab.“

Winterlounge und gemütliche Ecken in Künzelsau

Weihnachtliche Stimmung soll trotzdem in der Künzelsauer Innenstadt aufkommen. Straßen und Plätze sollen laut der Stadtverwaltung wieder mit Lichtern und Tannengrün geschmückt werden. Für ein gemütliches und stimmungsvolles Ambiente sorgt wieder die Winterlounge der Werbegemeinschaft Künzelsau. Im vergangenen Winter war das ein gut besuchter Treffpunkt am Alten Rathaus. „Zusammen mit der Werbegemeinschaft wollen wir solche gemütlichen Ecken in der Vorweihnachtszeit an verschiedenen Stellen in der Innenstadt schaffen“, erklärt Stefan Neumann das Ziel, den Besuchern eine hohe Aufenthaltsqualität anzubieten. Große Menschenansammlungen konzentriert auf begrenzter Fläche sollen vermieden und dafür mehrere kleine, nette und ansprechende Treffpunkte geschaffen werden.

Drei Städte gehen denselben Weg

Rustikale Bänke, warme Felle, Feuerkörbe und passend dazu wärmender Punsch, Glühwein und Schmackhaftes aus der Küche, vielleicht ergänzt mit einem kleinen kunsthandwerklichen Angebot, können auch einen gewöhnlichen Einkauf oder den Feierabend zu einem winterlich-weihnachtlichen Erlebnis machen.

2021 wieder Weihnachtsmarkt in Schöntal

„Die Verwaltung und der Gemeinderat der Gemeinde Schöntal sind sich einig darüber, dass im Jahr 2021 wieder ein Weihnachtsmarkt stattfinden soll“, so Bürgermeister Joachim Scholz. „Wie dieser unter Pandemiebedingungen organisiert und durchgeführt werden kann, soll noch in diesem Jahr geklärt werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, frühzeitig konzeptionelle Überlegungen anzustellen und dem Gemeinderat vorzulegen. In Kürze trifft sich eine Arbeitsgruppe zu ersten Gesprächen.

Liebevoll geschmückte Altstadt in Forchtenberg, aber auch Absage des Weihnachtsmarktes

Bürgermeister Michael Foss: „Unser Weihnachtsmarkt in Forchtenberg, sehr beliebt nicht nur in Forchtenberg, sondern in ganz Hohenlohe und darüber hinaus, kann in diesem Jahr leider nicht stattfinden. Gerade deswegen werden wir unsere Altstadt besonders liebevoll schmücken, Corona soll uns nicht die vorweihnachtliche Stimmung nehmen. Es wird noch mit den örtlichen Vereinen und Gewerbetreibenden abgestimmt, ob einige Weihnachtshütten mit kulinarischen und eventuell auch kunsthandwerklichen Dingen gestellt werden. Diese sollen nach Möglichkeit die ganze Adventszeit, vorzugsweise an den Wochenenden geöffnet sein, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Wir dürfen uns − trotz Corona – auf eine romantische Vorweihnachtsstimmung in Forchtenberg freuen.“

Zum Foto: Weihnachtsstimmung wie hier am Alten Rathaus in Künzelsau soll auch ohne die traditionellen Weihnachtsmärkte aufkommen. Verschiedene Aktionen sind in Forchtenberg, Schöntal und Künzelsau geplant. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau/Olivier Schniepp, Foto Linke GmbH.




Corona: Zahlen steigen auch im Hohenlohekreis wieder – Ehemalige Hotspots bleiben weiter vorn mit dabei

Auch bei uns steigen die Coronazahlen wieder. Laut dem baden-württembergischen Regierungspräsidium in Stuttgart gibt es derzeit 809 offizielle Coronafälle allein im Hohenlohekreis. Dieser Wert ist fast doppelt so hoch wie der Wert im Neckar-Odenwald-Kreis (486). Im Vergleich: Die Stadt Heilbronn hat aktuell offiziell 580 Coronainfizierte. Der Wert von schwäbisch Hall ist allerdings noch etwas schlechter als der vom Hohenlohekreis (944). Bislang gab es offiziell 47 Coronatote im Hohenlohekreis.

Am 26. August 2020 meldete das Landratsamt des Hohenlohekreises allein 136 Infizierte in Öhringen. Damit  ist die große Kreisstadt derzeit Spitzenreiter, gefolgt von den ehemaligen Hotspots Pfedelbach (123) und Kupferzell (117).

Ehemalige Hotspots bleiben mit den Zahlen an der Spitze

Wenn man die Coronazahlen von Anfang Juli 2020 mit der jetzigen Coronakarte des Landratsamtes vergleicht, fällt auf, dass nur manche Städte und Gemeinden ansteigende Zahlen verzeichnen und dies auch nur minimal. So hatte Künzelsau Anfang Juli 2020 76 offizielle Coronafälle und nun 81. Auffällig: Bei manchen Städten und Gemeinden bewegt sich seit rund zwei Monaten gar nichts. Sprich: Die Zahlen sind immer dieselben, wie etwa in Ingelfingen (24). Offenbar sind seit Anfang Juli in Ingelfingen konstant 24 Menschen an Corona erkrankt oder warum ändern sich hier die Zahlen nicht?

Rot als Warnfarbe?

Interessant auch das Farbenspiel des Landratsamtes: Bis Ende Juni 2020 veröffentlichte das Landratsamt regelmäßig grüne Landkarten mit Zahlen der Gesundeten. Seit Anfang Juli 2020 gibt es wieder die roten Karten mit den Zahlen der offiziell Erkrankten.  Dieser Farbwechsel kann zum einensymbolisch für den Anstieg der Coronazahlen verstanden werden oder als psychologische Warnung, in der Reisezeit vorsichtiger zu sein, damit sich das Virus nicht wieder sprunghaft ausbreitet.

 

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Corona Zahlen vom 06.07.2020. Quelle: Landratsamt Hohenlohekreis

Corona Zahlen vom 26.08.2020. Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises

Bis Ende Juni 2020 veröffentlichte das Landratsamt regelmäßig grüne Landkarten mit Zahlen der Gesundeten. Seit Anfang Juli 2020 gibt es wieder die roten Karten mit den Zahlen der offiziell Erkrankten.  Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises.