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Keimalarm: Trinkwasser darf erstmal nicht mehr getrunken werden

Die Stadtverwaltung Ingelfingen informiert mit einem Schreiben die Bürger von Dörrenzimmern, dass bei einer routinemäßig entnommenen Trinkwasserprobe mikrobioligische Grenzwertüberschreitungen festgestellt wurden. Sprich: Das Trinkwasser enthält Keime.

Welche Keime das sind, in welcher Höhe und was der Grund hierfür ist – darauf geht die Stadtverwaltung nicht näher ein. Sie weist aber darauf hin, dass das Trinkwasser derzeit nicht getrunken werden darf, nur wenn es abgekocht wurde.

Neben Dörrenzimmern sind noch folgende Teilorte betroffen: Eberstal, Diebach sowie die Höfe Bobachshof, Bühlhof, Hochholzhöfe, Jägerhaus, Rodachshof.

Anbei veröffentlichen wir das Schreiben der Stadtverwaltung diesbezüglich:

Verunreinigtes Wasser in Ingelfingen. Quelle: Schreiben der Stadtverwaltung




Rund 3.380 Euro Ruhegeld pro Monat

Im ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl in Waldenburg hat der amtierende Bürgermeister Markus Knobel nur 32,97% der Stimmen auf sich vereinigen können. Sein Gegenkandidat Bernd Herzog verfehlte die absolute Mehrheit um zwei Stimmen denkbar knapp. Daraufhin hat der Amtsinhaber erklärt, dass er im zweiten Wahlgang nicht mehr antreten wird. Er wird also sein Amt zum Ende der Wahlperiode aufgeben.

Zwei Amtsperioden, 16 Jahre im Amt

Da Knobel seit 16 Jahren im Amt ist und seine Amtszeit regulär durch Ablauf und Neuwahl eines anderen Kandidaten endet, steht ihm als „Beamter auf Zeit“ ein Ruhegehalt nach dem Landeskommunalbesoldungsgesetz zu. Dieses Ruhegeld richtet sich nach seinen letzten  „ruhegehaltsfähigen Dienstbezügen“.

Gesetzliche Regeln zur Berechnung des Ruhegehaltes

Die Dienstbezüge eines Bürgermeisters sind in Baden-Württemberg gesetzlich festgelegt: In Gemeinden mit 2000 – 5000 Einwohnern – Waldenburg hat etwa 3.000 Einwohner – kann der Gemeinderat in der ersten Amtszeit noch die Besoldungsstufe A15 oder A16 festlegen. In der zweiten Amtsperiode ist die höchste Stufe der Besoldungsstufe A16 obligatorisch. Das entspricht einer monatlichen Vergütung von 7780,86 Euro. Zu dieser Vergütung können Zuschläge kommen, zum Beispiel Familienzuschläge, die das Ruhegeld aber teilweise nicht beeinflussen.

Je nach Dauer der Amtszeit wird als Ruheentgelt ein bestimmter Prozentsatz der letzten „ruhegehaltfähigen Dienstbezüge“ ausgezahlt, bei einem Beamten auf Zeit und einer Dienstzeit von 16 Jahren liegt dieser Prozentsatz altersunabhängig bei 48,79%, das Ruheentgelt beträgt damit etwa 3.380€ monatlich.

 Sonstige Einkommen werden angerechnet

Dieses Ruhegeld wird lebenslang gezahlt und ist steuerpflichtig. Allerdings werden andere Einkommen oder Renten angerechnet: Sofern die Summe aus sonstigen Einkommen und dem Ruhegeld die Höchststufe der Besoldungsgruppe A16 übersteigt, wird das Ruhegeld entsprechend gekürzt. Sollte Markus Knobel also zukünftig Bruttoeinkünfte von mehr als zirka 4.400€ im Monat erzielen, wird das Ruhegehalt nicht in voller Höhe ausbezahlt. Im Rentenalter wird das Ruhegehalt bereits bei Zusatzeinkünften von etwa 2.140€ gekürzt.

Text: Matthias Lauterer




Moria – Eine Frage der Ehre für den Hohenlohekreis

Der Kreistag des Hohenlohekreises kommt am 09. Oktober 2020 zusammen, um über den Antrag der Grünen/SPD abzustimmen, vier weitere Flüchtlingsfamilien – bevorzugt aus dem Flüchtlingslager Moria mit seinen katrastrophalen Verhältnissen – aufzunehmen. Die AfD hat einen Gegenantrag gestellt, mit dem Ziel, diesen Antrag abzulehnen.

GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann hat in ihrem Kommentar eine klare Meinung zu dieser Entscheidung.

Als „lächerlich“ bezeichnet Hartmann die Diskussion über die Aufnahme von vier weiteren Familien aus dem Krisengebiet, angesichts dessen, dass dort laut diversen Medienberichten rund 12.000 Menschen auf engstem Raum unter katastrophalen Bedingungen ausharren – darunter Kinder, Frauen, Kranke, Menschen mit Behinderung. Auch das neue geschaffene Flüchtlingslager soll nicht wirklich besser sein. „Also um was reden wir hier eigentlich? Ob wir vier Familien im Hohenlohekreis Zuflucht bieten können/wollen/dürfen? Hier geht es nicht um kulturelle Fragestellungen, nicht darum, von vie Familien „überrannt“ zu werden, sie möglicherweise nicht integrieren zu können, sondern lediglich um die eine zentrale Frage: Wie menschlich sind wir? Die Entscheidung des Kreistags müsste klar sein.“

Für Euch vor Ort: GSCHWÄTZ – Das Magazin | Wir lieben unser Ländle | www.gschwaetz.de

 

Katastrophale Zustände herrschen laut diversen Medienberichten in dem Flüchtlingslager Moria.

GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann




Schutzhütte Spielpatz Mäusdorf bekommt am meisten Stimmen

Die finalen Projekte des Künzelsauer Bürgerbudgets stehen fest, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Knapp 800 Künzelsauer hatten im September per Online-Voting für ihr Wunschprojekt abgestimmt. Die meisten Stimmen strich der geplante Neubau einer Schutzhütte auf dem Spielplatz in Mäusdorf ein – 183 Künzelsauer votierten für sie. Dieses und sechs weitere Projekte können jetzt mithilfe der Albert Berner-Stiftung umgesetzt werden. Die gemeinnützige Stiftung war spontan mit 50.000 Euro eingesprungen, nachdem das städtische Budget Corona-bedingt eingefroren worden war. Für die Schutzhütte erhält die Dorfgemeinschaft Mäusdorf nun 8.000 Euro.

Weitere finanziell geförderte Projekte

Neben der Schutzhütte werden folgende Projekte finanziell gefördert: „Jugendfeuerwehr Spielstraße Erneuerung und Erweiterung“ der Jugendfeuerwehr Künzelsau erhält 10.000 Euro, für ihr Projekt „Sanierung des Grill- und Freizeitplatzes sowie der Schutzhütte auf dem Wartberg“ erhält der Künzelsauer Seniorinnen und Senioren e.V. 9.000 Euro. Für „Bänke zum Ausruhen“ gehen 7.500 Euro an die Stauder Stiftung. „Hilfen in der letzten Lebensphase“ vom Hospizdienst Kocher-Jagst wird mit 1.750 Euro unterstützt, die „Sanierung der Bocciabahn und Pflanzung von Bäumen für Sonnenschutz“ des TSV Künzelsau 1846 e.V. mit 6.000 Euro und die „Erneuerung der Veranstaltungstechnik im alten Bahnhof“ des Jugendkulturvereins Kokolores Künzelsau e.V. mit 3.500 Euro.

„Mit dieser Förderung werden ganz unterschiedliche Projekte auf den Weg gebracht“

„Diese Projekte haben auch die Künzelsauer Bevölkerung überzeugt – in der Online-Abstimmung haben sie die meisten Stimmen erhalten“, erklärt Bürgermeister Stefan Neumann in der Mitteilung. „Mit dem Bürgerbudget unterstützen wir gemeinsam, dieses Jahr dank der Albert Berner-Stiftung, Künzelsauer Personen oder Organisationen, die Ideen für Künzelsau haben und sich einbringen. Es freut es mich, dass mit dieser Förderung ganz unterschiedliche Projekte auf den Weg gebracht werden können.“

„Die enorme Resonanz hat uns noch einmal bestätigt“

„Die Vielseitigkeit der eingereichten Vorschläge hat uns sehr beeindruckt. Die Künzelsauer bringen sich kreativ und engagiert für ihre Heimat ein“, freut sich Ursula Berner, Vorsitzende der Albert Berner-Stiftung, die sich ebenfalls für die Region stark macht und in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert. „Die enorme Resonanz hat uns noch einmal darin bestätigt, dass es genau richtig war, die Künzelsauer in diesem Jahr bei der Umsetzung ihrer Herzensprojekte zu unterstützen.“

Ergebnis der Online-Abstimmung

Vom 11. bis zum 27. September konnte die Künzelsauer Bevölkerung abstimmen: Welches Projekt soll mit dem Bürgerbudget gefördert werden? Insgesamt 797 gültige Stimmen wurden abgegeben. Auf Grundlage der Ergebnisse der Online-Abstimmung haben Vertreter der Albert Berner-Stiftung die Mittel vergeben. Insgesamt 50.000 Euro stehen zur Verfügung. Dieser Topf ist ausreichend, um die ersten sieben Projekte mit den beantragten Fördersummen zu unterstützen.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

 

Die Jugendfeuerwehr Künzelsau erhält 10.000 Euro für ihr Projekt „Jugendfeuerwehr Spielstraße Erneuerung und Erweiterung“. Foto: Jugendfeuerwehr Künzelsau

Der Künzelsauer Seniorinnen und Senioren e.V. erhält eine Förderung für die Sanierung des Grill- und Freizeitplatzes sowie der Schutzhütte auf dem Wartberg. Foto: Ehrenfried Biehal




Soll der Hohenlohekreis vier Flüchtlingsfamilien aus Moria aufnehmen?

Am Freitag, den 09. Oktober 2020, findet auf Antrag der Grünen-Fraktion sowie einigen Mitgliedern der SPD eine öffentliche Kreistagssitzung statt. Diese beginnt um 13 Uhr in der Carl-Julius-Weber-Halle in Kupferzell. In der Sitzung soll es um die Schaffung von Kapazitäten zur Aufnahme zwei weiterer Flüchtlingsfamilien im Hohenlohekreis gehen. Die AfD-Kreistagsfraktion stellte einen Gegenantrag. Während der Antrag der Grünen relativ kurz gefasst ist, ist der Antrag der AfD umfassender gestaltet.

Die Grünen: „Die Katastrophe von Moria erfordert schnelles und unbürokratisches Handeln“

Im Antrag der Grünen heißt es: „Der Kreistag möge beschließen, die Kapazität für die Aufnahme von bisher bis zu zwei Familien mit je vier Familienangehörigen oder eine entsprechende Anzahl alleinreisender Frauen (mit Kind) zu erhöhen auf die zusätzliche Aufnahme von bis zu vier Familien mit je vier Familienangehörigen oder eine entsprechende Anzahl alleinreisender Frauen (mit Kind). Diese Bereitschaft wird der Landesregierung mitgeteilt mit der Bitte, dem Hohenlohekreis vorzugsweise Familien aus dem Flüchtlingslager Moria zuzuweisen“. Die Grünen begründen ihren Antrag damit, dass „die Katastrophe von Moria schnelles und unbürokratisches Handeln“ erfordere und den vielen Familien noch vor der kalten Jahreszeit geholfen werden müsse. Außerdem dauere das Warten auf eine gesamteuropäische Lösung dauert zu lange. Und: die „Bereitschaft für ehrenamtliche Helfer zur Unterstützung ist im Moment unter dem Eindruck der Bilder aus Moria noch sehr groß, dies sollte genutzt werden“. In Moria leben derzeit rund 12.000 Flüchtlinge auf engstem Raum.

AfD: „Der Hohenlohekreis darf sich davon nicht in Geiselhaft nehmen lassen“

Demgegenüber stellte die Kreistagsfraktion der AfD einen Änderungsantrag „auf Beschlussfassung einer Resolution zur durchdachten und humanen Migrationspolitik“. So solle der Kreistag beschließen, „dass der Hohenlohekreis einer Aufnahme von Migranten aus Moria im Speziellen und von sämtlichen nicht auf legalem Weg kommenden Migranten im Allgemeinen ablehnend gegenübersteht“. Deshalb solle der Antrag der Grünen-Fraktion vollständig gestrichen werden. Außerdem solle der Kreistag eine Resolution verabschieden: „Der Hohenlohekreis steht unverbrüchlich hinter allen notleidenden Menschen. In diesem Sinne ist es nicht nur für den Kreis, sondern auch für die Betroffenen selbst der falsche Schritt, nun einzelne im sicheren Drittstaat Griechenland weilende Personen aufzunehmen. Einerseits ist die dortige Situation anzuführen: Es besteht in Moria schon längst ein neues Lager. Hinzu kommen Indizien, dass Brandstiftung vonseiten der Migranten zu den Bränden geführt hatte, die sich wenig später auch auf einer anderen griechischen Insel ereigneten. Der Hohenlohekreis darf sich davon nicht in Geiselhaft nehmen lassen“.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis, Geschäftsstelle Kreistag

 




3 Schulklassen, 1 Kindergarten, 2 Fußballmannschaften sowie Teilnehmer einer privaten Feier in Quarantäne

Wegen eines Corona-Falles innerhalb der Lehrerschaft sind drei Grundschul-Klassen der Pestalozzi-Schule Pfedelbach als Kontaktpersonen erster Kategorie eingeordnet worden und müssen deshalb für 14 Tage in Quarantäne. Außerdem betroffen sind zwei Mannschaften des TSV Pfedelbach sowie die Teilnehmer einer privaten Feier. Ein zweiter Fall betrifft einen Kindergarten in Öhringen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Lehrer hat Corona

Das Landratsamt Hohenlohekreis ermittelt derzeit alle Kontaktpersonen und hat aufgrund der größeren Menge ein zweites Fallermittler-Team aktiviert. Insgesamt sind mehr als 150 Personen von der Quarantäne betroffen.

„Es zeigt sich, dass immer wieder Fälle auftreten – zwar nicht gehäuft, aber doch recht regelmäßig“, erklärt Torsten Kunkel, Bürgermeister der Gemeinde Pfedelbach. „Daher kann man gar nicht oft genug betonen, dass es wichtig ist, die bekannten Hygieneregeln einzuhalten.“

„Wir dürfen nicht leichtsinnig werden“

Auch Landrat Dr. Matthias Neth appelliert an die Bürger im Kreis, vorsichtig zu sein: „Wir dürfen nicht leichtsinnig werden, sondern müssen gerade jetzt, wenn es in Richtung Herbst und Winter geht, darauf achten, alles zu tun, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.“




Knobel ist raus – Was sagt uns das über Waldenburg – und über Markus?

Es kommt bei uns im stark konservativ geprägten Hohenlohekreis nicht oft vor, dass Bürgermeister, im speziellen noch so ein relativ junger, abgewählt werden. Wer erinnern uns in diesem Zusammenhang etwa an Patrizia Filz, die dem amtierenden Bürgermeister Karlheinz Börkel das Zepter in Schöntal 2004 aus der Hand gerissen hat (und das auch noch, sehr selten, von einer Frau). Auch in Krautheim war es im Vorhinein nicht ganz so sicher, ob Andreas Köhler im Amt bleiben wird.

Was also ist geschehen in dem 3.000-Seelen-Städtchen, das so bezaubernd auf einem Berg mit Blick auf das Kochertal thront?

Bemerkenswert war, dass weniger die Sachkenntnis des 51-Jährigen moniert wurde. Am meisten wurde Knobel für seine nicht wirklich empathische Art abgestraft. So soll es laut Medienberichten unter anderem häufig Wechsel bei seinen Mitarbeitern im Rathaus gegeben haben, die etwa darauf zurückgeführt wurden, dass Knobel – durch die Blume gesagt – mit seiner Art kein angenehmer Chef gewesen sein soll.

Kein Souverän

Auch inhaltlich knirschte das städtische Getriebe bei diversen Schnitzern im Haushalt. Knobel habe sich dabei nach außen nicht so vor seine Mitarbeiter gestellt, wie manche von ihnen es sich gewünscht hätten. Sechs Stadträte kritisierten indes noch kurz vor der Wahl, dass Sie sich vor seinen „Wahlkampf-Karren“ gespannt gefühlt hätten (https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/lk-schwaebisch-hall/buergermeisterwahl-waldenburg-nicht-_abnick-gemeinderat_-gemeint_-markus-knobel-entschuldigt-sich-51975568.html).

Knobel tritt zur zweiten Wahlrunde nicht mehr an

Aber die Mitarbeiter und die Stadträte sind ja nicht gleich das wählende Volk. Nur eine geringe Minderheit arbeitet von den Waldenburgern für den Rathauschef oder sitzt im Stadtrat. Offensichtlich konnte er auch seine restlichen Bürger mehrheitlich nicht mehr überzeugen. An dieser Stelle sei betont, dass Knobel im ersten Wahlgang am Sonntag, den 04. Oktober 2020, nur 32,97 Prozent der Stimmen erhielt, während Herausforderer Bernd Herzog fast 50 Prozent (49,94 Prozent) einheimsen konnte. Daniel Vogelmann erhielt 16,96 Prozent der Stimmen. Daraufhin verkündete Knobel (wie auch Vogelmann), dass er zum zweiten Wahlgang am Sonntag, den 18. Oktober 2020, nicht mehr kandidieren wolle. Oder anders gesagt: Er sah die Schlappe für ihn kommen und wollte lieber vorher freiwillig abdanken. Das ist auch ein Zeichen und zeigt seine Persönlichkeit.

Er wirkte immer ziemlich hölzern

Nach außen hin wirkt Knobel mit seinem stets – so scheint es zumindest – sonnengebräuntem Gesicht und dem Zahnpastalächeln, auch Anzug und Krawatte dürfen nicht fehlen – ziemlich hölzern und bieder. Ein Mann, der sicher auch gut in ein Büro der Sparkasse passen würde. Entspannt geht anders. Er ist keiner, der im Kreistag auch mal kritische Worte äußern würde, wenn es gilt, Missstände anzusprechen. Knobel läuft mit und will dazugehören – zu den Machern. Und so wirkte er denn auch manches Mal als fremdes Puzzleteil unter seinen Bürgern.

Böse Zungen sagen, dass er arrogant ist oder zumindest wirke. Aber selbst wenn – ist das nicht oft auch schlichtweg ein Zeichen von innerer Unsicherheit? Wenn man innerlich gefestigt ist, kann man souverän wirken. Und ein Souverän sein. Knobel hat nun gemerkt, dass das Volk einen anderen Souverän möchte. Seine Worte direkt nach dem ersten Wahlgang: „für mich ist das keine Niederlage“ kann er nicht wirklich ernst gemeint haben. Auch hier verpasst er seine vermutlich letzte Chance, eigene Fehler einzugestehen.

Eins ist nach dieser Wahl sicher: Mut zur Veränderung haben die Waldenburger. Und Bernd Herzog wird vermutlich bald die Geschicke des kleinen Luftkurortes leiten.

Seit 2004 im Amt

Markus Knobel wurde erstmals 2004 von den Waldenburgern zum Bürgermeister gewählt, 2012 ging es dann in die Verlängerung. Insgesamt war er damit 16 Jahre – zwei Bürgermeisterperioden – im Amt.

Text: Dr. Sandra Hartmann

Markus Knobel (ganz rechts) bei einer Kreistagssitzung. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




Kollision mit Lkw

Mit schweren Verletzungen ist eine 81-Jährige am Montag, den 05. Oktober 2020, ins Krankenhaus gekommen. Die Frau war gegen 12 Uhr mit ihrem Opel Corsa von Kupferzell kommend in Richtung Rüblingen unterwegs. Als ein 43-Jähriger mit seinem Lkw in Kupferzell-Feßbach von der Kreisstraße in die Landesstraße einfuhr, übersah er den auf der Landesstraße fahrenden Opel. Es kam zur Kollision. Die Seniorin erlitt schwere Verletzungen, der Mann zog sich leichte Verletzungen zu. An den beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden in Höhe von insgesamt 19.000 Euro. Der Opel musste abgeschleppt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Impressionen von Schloss Stetten

Unsere Leserin Sylvia Bendel – die uns Impressionen von Kocherstetten zur Verfügung stellte (https://www.gschwaetz.de/2020/09/29/impressionen-aus-kocherstetten/) – verbindet mit ihrer Kindheit und Jugend auch zahlreiche Erinnerungen an Schloss Stetten, das hoch über Kocher und Kocherstetten thront. „Ich bin als Kleinkind oft oben bei meiner Tante gewesen, dann später mit 13 beim damaligen Gastwirt, der den Burgkeller bewirtete“, schreibt sie an GSCHWÄTZ. „Dort beaufsichtigte ich immer nach der Schule deren beide Kinder.“

Hochzeit in der Schlosskapelle

Mit 15 Jahren durfte sie dort zum ersten Mal bedienen: „Damals kamen an den Wochenenden immer Busse zum Kaffee trinken und das Schloss anschauen. Herr Gebhart, der mit seiner Frau im Torwartshäuschen wohnte, hatte die Leute immer im Schloss geführt und anschließend war Einkehr im Burgkeller“.

Die Eltern von Sylvia Bendel wurden im Februar 1951 in der Schlosskapelle getraut. Ihre Mutter, die auch bei Baronin Emmi putzte, bekam von ihr das Brautkleid. Sie selbst wurde in der Kapelle getauft und auch ihre erste Ehe wurde dort oben geschlossen. „An meiner Hochzeit hat mir Baronin Elida von Stetten die Orgel gespielt“, erinnert sich die zweifache Mutter.

„Ich erinnere mich immer wieder gerne an die Zeit.“

„Wie Sie sehen, ich bin sehr verbunden mit Schloss Stetten. Auch war ich total stolz, dass ich bei der Hochzeit von Baron Wolfgang von Stetten und seiner Frau Sylvia bedienen durfte. Damals war sogar ein Fernsehteam da“, blickt sie zurück. „Ja, lang ist alles her und trotzdem erinnere ich mich immer wieder gerne an die Zeit.“

„Unsere Jungmädchenkreisleiterin war Helga von Stetten, die Zwillingsschwester von Wolfgang von Stetten“, erzählt die 69-Jährige weiter. „Als Helga Staak dann wieder nach Schloss Stetten zog, hat sie anhand einer Tischdecke, die wir ihr zu ihrer Hochzeit bestickten mit unseren Namen, wieder gesucht und gefunden.“ Sie treffen sich immer noch ein- bis zweimal im Jahr – wegen Corona dieses Jahr leider nicht.

„Damit schließt sich der Kreis“

Zwischenzeitlich hat Sylvia Bendel auch bereits in Schloss Stetten Probe gewohnt: „Damit sich der Kreis schließt, möchte ich später mal dort oben alt werden, denn unseren Baum im Waldfriedhof haben wir auch schon vor Jahren gekauft“. Dann wird sie wohl auch ihr Haus in Ingelfingen verkaufen, aber das sei es ihr wert: „Da wird so viel geboten“. Bekannten, die sie auf diesen Wunsch ansprechen und meinen, dass es dort oben doch nichts geben würde, erwidert sie: „Ich brauche die Natur. Davon habe ich viel mehr, als wenn ich ins Café hocke“.

Zufahrt zu Schloss Stetten. Foto: Sylvia Bendel

Moderne Kunst am Schloss. Foto: Sylvia Bendel

Schloss Stetten im Winterkleid. Foto: Sylvia Bendel

Verborgene Winkel. Foto: Sylvia Bendel

Wo es da wohl hingeht? Foto: Sylvia Bendel

Weiter Ausblick ins Tal. Foto: Sylvia Bendel

Alte Holztreppe. Foto: Sylvia Bendel

Die alte Schlosskapelle, in der auch Sylvia Bendel schon getraut wurde. Foto: Sylvia Bendel

Eingang zur Schlosskapelle. Foto: Sylvia Bendel

Alter Jesus-Kopf. Foto: Sylvia Bendel

Alte Gemäuer bergen viele Geheimnisse. Foto: Sylvia Bendel

Brunnen im Schlosshof. Foto: Sylvia Bendel

Sonnenuntergang über Schloss Stetten. Foto: Sylvia Bendel




Straßensperrung zwischen Öhringen und Friedrichsruhe ab 05. Oktober 2020.

Das Landratsamt Hohenlohekreis teilt mit, dass die Landesstraße 1050 zwischen Öhringen und Friedrichsruhe wegen Baumpflegearbeiten ab dem 5. Oktober zeitweise halbseitig gesperrt werden muss.

Baumfällungen, Sicherungen und Neuanpflanzungen

An der Allee werden, so das Landratsamt, nach einer Begutachtung durch einen Sachverständigen unter anderem mindestens neun Bäume gefällt, 36 Baumkronen gesichert, der Mistelbewuchs an 81 Bäumen entfernt sowie Pflegeschnitte an fast allen Bäumen in diesem Abschnitt durchgeführt. Im Anschluss sei die Neupflanzung von Jungbäumen geplant. Dies diene dazu, die Lücken zu schließen, die im Laufe der Jahre entstanden sind.

Kosten in Höhe von 90.000 Euro übernimmt  das Land

Für die gesamte Maßnahme hat das Land Baden-Württemberg 90.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Durchführung erfolgt durch das Straßenbauamt des Hohenlohekreises und wird voraussichtlich zwei Wochen in Anspruch nehmen. Die Regelung des Verkehrs erfolgt über eine Ampel.

Naturdenkmal „Lindenallee“

1983 wurde die Allee an der Landesstraße L 1050 zwischen Friedrichsruhe und Öhringen aufgrund der landeskundlichen und kulturellen Bedeutung für das Landschaftsbild zum Naturdenkmal „Lindenallee“ ernannt. Die Bäume sind mittlerweile in einem Alter, welches eine dauerhafte Überwachung und Pflege bedarf. Dabei sind die Belange der Verkehrssicherheit und des Naturschutzes zu berücksichtigen.

2010 wurden mit privater finanzieller Hilfe die Lindenallee saniert und ein Teil der Bäume neu gepflanzt. Wegen akuter Verkehrsgefährdung mussten bereits 2019 mehrere Bäume gefällt bzw. zurückgeschnitten werden.