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FDP und AfD kritisieren Kupferzeller Netzbooster

Wie die FDP-Bundestagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecherin der Partei, Judith Skudelny mitteilt, hat ihr die Bundesregierung auf entsprechende Anfrage mitgeteilt: „Bei der Auswahl des Standortes wurden insbesondere der mögliche Erkenntnisgewinn aus dem Pilotprojekt sowie dessen Wirtschaftlichkeit berücksichtigt.“ Die Bundesregierung weiter: Der Netzbooster „ist eine Punktmaßnahme, keine Streckenmaßnahme“ und „Der geplante Netzbooster ist also nicht aus dem BBPIG herausgefallen.“

Skudelny dazu: „Die Antwort der Bundesregierung wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Sie vergibt damit die Chance, wichtige Informationen an die Betroffenen zu liefern. Ich werde daher gemeinsam mit der FDP-Bundestagsfraktion einen umfangreichen Fragenkatalog an die Bundesregierung stellen, um Licht ins Dunkle zu bringen.“

FDP-Kreisrat des Hohenlohekreises und Vorsitzender der FDP Hohenlohe Michael Schenk weiter: „Wir brauchen ein offenes und transparentes Verfahren. Vor allem muss die TransNet GmbH alle bisherigen Planung und die Frage zum tatsächliche geplanten Standort offenlegen.“

Der AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron hat den in Kupferzell geplanten Netzbooster am Donnerstag im Landtag thematisiert: Laut Baron war Minister Untersteller „zwar auch nicht davon begeistert“, dass über den Netzbooster nicht im Bundestag abgestimmt wird. Baron weiter: „Untersteller sah jedoch gleichzeitig keinen Anlass, die Abläufe hier zu ändern. Grundsätzlich lobte er den Netzbooster überschwänglich. Dieser stünde für Versorgungssicherheit – diese war vor der irrationalen Energiewendepolitik jedoch niemals in Gefahr! Weiterhin betonte er, dass das Land Baden-Württemberg keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Firma TransnetBW habe. Diese befindet sich jedoch über die Konzernmutter EnBW zu fast 50 Prozent im Eigentum des Landes. Dass die Landesregierung hier die Verantwortung von sich weist, ist also gelebte Doppelmoral. Ich werde mich weiterhin gegen den Bau der Riesenbatterie in der Nähe von Wohnbebauungen einsetzen.“

Anton Baron. Foto: Landtagsbüro Anton Baron




„Wir fühlen uns als Menschen zweiter Klasse“

Fünf „Klötze“ sollen ihnen vors Haus gesetzt werden, so empfinden Anwohner aus dem Kapellenweg das Bauprojekt „Sigloch-Areal“ (wir berichteten). Vorgesehen sind fünf laut dem Architekten sehr hochwertige Häuser mit je 2 Vollgeschossen und einer Penthouse-Etage und insgesamt 30 Tiefgaragenstellplätzen. Das erscheint auf den ersten Blick als moderat, werden doch anderswo in Künzelsau höhere Gebäude errichtet. Den Anwohnern ist das zuviel: Eines der Häuser würde den Kapellenweg so weit überragen, dass es bei einem Wohnhaus oberhalb des Kapellenwegs die Höhe der Regenrinne erreichen würde. Zusätzlich plant das Architekturbüro eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Penthauses, die nochmals 1,20m hoch sein darf.

Der bestehende Bebauungsplan sieht in dem Gebiet eingeschossige Bebauung vor, keine dreigeschossige. Kein Wunder, dass die Anwohner mit dieser Planung nicht zufrieden sein wollen.

Anwohner sehen manipulatives Vorgehen

Besonders verärgert zeigen sie sich darüber, dass ausgerechnet das am meisten betroffene Gebäude in den Unterlagen des Architekturbüros gar nicht eingezeichnet ist. „Wie sollen Gemeinderäte korrekte Entscheidungen treffen, wenn Informationen unterschlagen werden?“, fragt eine Anwohnerin, die nicht genannt werden will. Die Anwohner unterstellen dem planenden Architekturbüro manipulative Absicht, denn diese Unterlagen wurden dem Gemeinderat als Entscheidungsgrundlage vorgelegt.

„Wir fühlen uns als Menschen  zweiter Klasse“, sagen uns die Anwohner und deshalb haben sie noch vor der entscheidenden Gemeinderatssitzung reagiert und die Gemeinderäte über ihre Sicht der Dinge informiert. Einige Gemeinderäte haben sich  daraufhin die Situation persönlich angesehen. „Aus der Tiefgarage hat man dann eine bessere Aussicht als von uns“, findet ein Anwohner und ist empört. Schließlich habe man das Haus im Vertrauen auf den bestehenden Bebauungsplan erworben und habe dementsprechende Renovierungen begonnen.

Auch wenn es baurechtlich keinen Anspruch auf Aussicht gibt, meint einer der Anwohner: „Den Campanile werde ich dann nicht mehr sehen“ und meint damit den markanten Turm der Pauluskirche.

Gefährliche Situation für Fußgänger

Nicht nur die schiere Höhe des Gebäudes und die wegfallende Aussicht verstört die Anwohner: Der Kapellenweg ist sehr schmal und bietet keine Möglichkeit, dass Fahrzeuge aneinander vorbeifahren können. Selbst wenige weitere Fahrzeuge, immerhin zwanzig Stellplätze sind über den Kapellenweg geplant, könnten an der Einmündung zum Zollstockweg einen regelrechten Stau erzeugen. Bereits heute ergäben sich gefährliche Situationen, wenn Autos und Fußgänger sich begegnen. Besonders schlimm ist das für die Schulkinder, denn „die Fußgänger müssen in Türeingänge flüchten“, beobachtet ein Anwohner die heutige Verkehrssituation. „Der Kapellenweg ist der Hauptschulweg für die Kinder aus dem Südhang.“

Nach der Gemeinderatssitzung vom 13. Oktober 2020 zeigen sich die Anwohner erleichtert: „Wir haben uns vom Gemeinderat gut vertreten gefühlt.“

Text: Matthias Lauterer

So stellen sich die Architekten die geplanten Häuser vor. Bild: Stadt Künzelsau / Sitzungsunterlagen

Vorher-Nachher: Die schraffierte Fläche entspricht ungefähr dem geplanten Neubau. Montage: GSCHWÄTZ

Lageplan der geplanten Häuser. Bild: Stadt Künzelsau / Sitzungsunterlagen

 




Stadt Ingelfingen: „Das Trinkwasser ist wieder einwandfrei“

Seit Freitag, den 09. Oktober 2020, warnte die Stadt Ingelfingen, die Bürger der Teilorte Dörrenzimmern, Eberstal, Diebach sowie die Höfe Bobachshof, Bühlhof, Hochholzhöfe, Jägerhaus, Rodachshof, Wasser nicht mehr direkt aus dem Wasserhahn zu trinken, sondern nur noch in abgekochter Form (wir berichteten).

Die Stadt Ingelfingen teilt jetzt mit, dass der Störfall in der Trinkwasserversorgungsanlage vollständig behoben ist. Das Wasser aus dem Hochbehälter Dörrenzimmern sei wieder einwandfrei. Analysen hätten eine einwandfreie Trinkwasserqualität ergeben, das Leitungswasser könne wieder als Trinkwasser benutzt werden.

Die Stadt bittet, folgendes zu beachten: „Lassen Sie in Ihrem Haus an eigenen Wasserhähnen, besonders in der Küche, das Wasser so lange laufen, bis es kühl, klar und sauber aus dem Waserhahn fließt.“




„Riesenschock für uns“

Der überraschende Tod von Annawech-Bandmitglied Peter Botsch aus Künzelsau (wir berichteten: https://www.gschwaetz.de/2020/10/15/peter-botsch-stirbt-an-leukaemie/ hat auch bei seinen Musikerkollegen Bestürzung ausgelöst.

„Ich vermisse seine ruhige Art“

Harry Weber von Annawech sagte gegenüber GSCHWÄTZ auf Nachfrage: „Das ist wirklich tragisch. Für uns war das ein Riesenschock und ist nach wie vor noch unfassbar.“ Für Harry Weber war der Peter Botsch „der ruhige Pol. Ich vermisse auf jeden Fall seine ruhige Art, seinen herrlich trockenen Humor, seine feine Beobachtungsgabe und seine Lieder, die daraus entstanden sind über seine Hohenloher Mitmenschen.“ Er sei einer ein Freund der leisen und nicht der lauten Töne gewesen.“

Auch seine Krankheit sei „kein Thema gewesen, dass er nach aussen gekehrt hat. Er hat das zwar im Freundekreis gesagt, aber er ist damit nicht an die Öffentlichkeit gegangen“, sagt Weber.

Wie es mit der Hohenloher Mundartband Annawech nun weitergeht, darüber konnte Weber zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen: „Wir wissen momentan gar nicht, wie es in dieser Hinsicht weitergeht.“

Die Beerdigung von Liedermacher und Möbelspezialist Peter Botsch ist am Freitag, den 23. Oktober 2020, 13 Uhr, in Künzelsau. Es sollen auch Annawechlieder gespielt werden, sagte die Familie Botsch gegenüber GSCHWÄTZ. Die Sitzplätze in der Kirche sind der Familie vorbehalten. Die Beerdigung wird nach außen übertragen. Die Familie bittet, von Beileidsbezeugungen am Grab abzusehen.

Im Video oben gibt es noch einmal den Auftritt der Band Annawech in Künzelsau 2018 zu sehen – inklusive einem Interview mit Peter Botsch.

 




Coronalage Hohenlohe: Sportverein betroffen

Am 15.Oktober 2020 seien dem Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 12 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, teilt das Landratsamt mit. Die Infizierten befänden sich in Quarantäne, die Fallermittler haben rund 100 Kontaktpersonen der Kategorie ersten Grades ermittelt. Für sie hat das Gesundheitsamt ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet und eine Testung empfohlen.

Betroffen seien auch ein Sportverein aus der Gemeinde Bretzfeld und Schülerinnen und Schüler der Kaufmännischen Schule Öhringen. Drei Personen befänden sich derzeit in stationärer Behandlung.

Noch überschreitet der Hohenlohekreis keine der beiden Warnstufen. Quelle: Screenshot DIE ZEIT, 15.10.2020




„Wir müssen jetzt zwar Maulkorb tragen, aber wir lassen uns den Mund nicht verbieten“

„Alle Hohenloher bitten wir: Steht uns Kupferzellern zur Seite und kämpft mit uns!“ Auf diesen leidenschaftlichen Aufruf einer Aktivistin folgt zustimmendes Nicken. Und der geforderte Rückhalt in der Bevölkerung ist selbstredend: 563 Menschen versammelten sich am vergangenen Sonntag, den 11. Oktober 2020, vor der Carl-Julius-Weber-Halle in Kupferzell. Birgit Kühnle von der Bürgerinitiative „Ein Herz für Hohenlohe“ klärt über den Grund der Versammlung auf: „Wir haben gemeinsam mit der IG Metall zum Sternmarsch für ein batteriekraftwerkfreies Kupferzell aufgerufen. Es ging in Belzhag, Feßbach und Hesselbronn mit Musik, Protestschildern und Tohuwabohu los. Wir wollen erreichen, dass mehr Menschen hingucken.“

„Das ist sehr, sehr enttäuschend“

„Wir sind mündige Bürger. Wir wollen nicht mehr belogen werden.“ Obwohl der Platz vor der Carl-Julius-Weber-Halle gut gefüllt ist, war der Weg dahin nicht für alle Menschen gleichermaßen problemlos. Jürgen Kürschner erzählt: „Wir haben den Marsch in Feßbach begonnen und waren zu Beginn des Marsches überrascht, dass wir nicht wie geplant durch die Ortschaft gehen durften, sondern, auf eine Anordnung vom Landratsamt, über die Pampa durch den Wald hierher geschickt wurden. Das ist sehr, sehr enttäuschend.“

„Die Probe wird ganz klar hier in Kupferzell stattfinden“

„Wir brauchen in Kupferzell keine Mega-Batterie für Profithaie.“ Die Bürger vertreten eine klare Meinung. „Booster nicht bei uns!“, rufen die Demonstrierenden immer wieder im Chor. Diese klare Linie fährt auch die IG Metall, wie Saskia Genthner, Geschäftsführerin der IG Metall Schwäbisch Hall verrät: „Wir sind der Auffassung, dass unsere Aufgabe als IG Metall nicht am Werkstor endet. Wir tragen auch Verantwortung für die Region und deshalb stehen wir diesem Projekt genauso kritisch gegenüber wie viele unserer Mitglieder.“ Die 34-Jährige betont: „Man muss es einfach ganz klar sagen: Die Technologie Booster in der Größe, wie er hier in Kupferzell geplant ist, die gibt es noch nicht, die ist noch nicht erprobt. Die Probe wird ganz klar hier in Kupferzell stattfinden. Das hier wird die Erprobung des Boosters und ihr werdet die Betroffenen sein“.

„Wir sind für die Energiewende“

„Wir wollen keine Megabatterie.“ Dr. Marion Kühnle steht auf der Bühne und hält einen Plan für das Stromnetz 2050 von der Transnet in der Hand. Sie bezweifelt den Mehrwert des Netzboosters und weiterer Hochspannungsleitungen für die Bevölkerung und erklärt: „Die Transnet hat zusätzlich vor, hier noch einmal die Schaltanlage zu vergrößern, die Leitungen zu verdoppeln und die vierfache Menge durchzujagen. Und das, wo wir eigentlich nachhaltig wirtschaften wollen, wo jeder guckt, dass er wenig Strom verbraucht, wo er Geräte und Waschmaschinen kauft, die fast nichts brauchen.“ Für die Ziele der Bürgerinitiative findet Dr. Kühnle klare Worte: „Uns ist klar, es muss sich etwas tun, damit die Klimaerwärmung nicht weitergeht. Wir sind für die Energiewende, aber nicht durch die weltgrößte Batterie direkt neben einer Wohnbebauung ohne Risikoanalyse, ohne Arbeitsschutz und ohne Naturschutz-Gutachten.“ Diese Meinung teilt auch Friedrich Hack: „Ich bin hier, weil ich die Veranstaltung tatkräftig unterstützen möchte. Das, was die Transnet hier vorhat, ist nicht richtig. Es gehört nicht an einen Ortsrand! Energiewende ganz klar ja, aber es muss immer mit der Bevölkerung vereinbar sein. Ich sehe es so: Das Volk hat die Macht, wir müssen uns wehren und wir müssen uns in eine positive und für alle vertretbare Richtung bewegen.“

„Wenn wir zustammenstehen, werden wir so eine Gefahr abwenden“

„Profitgier auf Bürgerkosten – nicht mit uns.“ Heidegret Mayer von der Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Hohenlohe wählt Worte der Hoffnung: „Hohenlohe ist groß. Wir sind kein Ballungsraum, ich glaube, das ist unser Problem. Die in Stuttgart oder Berlin denken: ‚Das sind bloß so ein paar hintendrum, mit denen kann man das machen‘. Aber ich denke, wenn wir durchhalten, wenn wir zusammenstehen, als Menschen, die hier zusammen leben, als Menschen, die wissen, wie wunderschön das hier ist und wie bedroht es ist, wie gefährdet es ist, dann werden wir auch so eine Gefahr wie euren Netzbooster abwenden.“ Als Mayer der Menge zuruft „Wir müssen jetzt zwar Maulkorb tragen, aber wir lassen uns den Mund nicht verbieten“, antworten die Menschen mit tosendem Applaus.

„Das ist einfach schlichtweg eine Sauerei“

„Wir sind keine Versuchskaninchen. Booster nein danke.“ Klare Worte findet auch Christoph Spieles, der Bürgermeister von Kupferzell: „Die Gefahren und Sicherheitslücken, die eben noch bestehen, wurden uns bisher in keiner ausreichenden Prüfung vorgelegt. Das ist einfach schlichtweg eine Sauerei.“ Die Protestierenden belohnen diese deutliche Stellungnahme mit kräftigem Beifall. So müsse das auch sein, stellt Friedrich Hack klar: „Die Politiker sind für uns da. Sie sind dafür da, unsere Interessen, die Interessen der Bürger, zu vertreten. Das ist Demokratie. Ich sage immer: ‚Die stehen auf meiner Lohnliste‘.“ Die Stimmung ist herzlich, leidenschaftlich und kämpferisch. Doch das emotionale Highlight des Tages ist der Auftritt von Lilli Kühnle. Die Tochter von Dr. Marion Kühnle hat eigens für die Kundgebung ein Lied komponiert und getextet. Wenn die 15-Jährige mit zarter Stimme gefühlvoll einstimmt: „Nein, wir wollen keinen Booster. Nein, wir wollen keinen Brand. Nein, wir sind nicht die Versuchskaninchen“, wirken die Umstehenden plötzlich gerührt und nachdenklich.

Text: Priscilla Dekorsi

Dr. Marion Kühnle (links) und Birgit Kühnle von der Bürgerinitiative „Ein Herz für Hohenlohe“ bezweifeln den Mehrwert des Netzboosters. Foto: GSCHWÄTZ

Die Bürger vertreten eine klare Meinung. Foto: GSCHWÄTZ

Die Kupferzeller befürchten, nur die Versuchskaninchen zu sein. Foto: GSCHWÄTZ

 




Reinhold-Würth-Hochschule wegen Corona geschlossen

Wegen der aktuellen Corona-Lage finden ab kommenden Montag, den 19. Oktober 2020, an den vier Standorten der Hochschule Heilbronn (HHN) – unter anderem die Reinhold-Würth-Hochschule Campus Künzelsau – keine Präsenzveranstaltungen mehr statt. Studenten werden nur noch online lernen, das gilt auch für die Erst- und Zweitsemester. Lediglich vereinzelte Labore, die ein Hygienekonzept vorgelegt haben, sollen dann geöffnet sein. Auch die Drucker in den Gebäuden können die Studenten weiterhin benutzen.

Diese Entscheidung wurde von der Hochschulleitung nach Absprache mit der Stadtverwaltung und dem Gesundheitsamt getroffen. „Das ist die vernünftigste Lösung“, findet HHN-Pressesprecher Torsten Robert im Gespräch mit GSCHWÄTZ. „Auch die meisten anderen Hochschulen in Baden-Württemberg machen das so.“




„Mal wieder einen Neuen probieren“

Nach 16 Jahren im Amt wurde Waldenburgs Bürgermeister Markus Knobel abgewählt. Am kommenden Sonntag sind die Bürger zum zweiten Urnengang gerufen. GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus hat sich unter den Bürgern umgehört, was sie von der Arbeit des Noch-Amtsinhabers halten und was sie von seinem Nachfolger erwarten. Die Meinungen sind durchaus gespalten. Nicht alle finden, dass Markus Knobel in den Jahren seiner Amtszeit eine schlechte Arbeit geleistet hat. Dennoch blickt die Bevölkerung nach vorne und freut sich auf den neuen Rathauschef, der  – so hoffen sie – frischen Wind in den Ort bringt.

„Mehrere Sachen sind vorgekommen, die sich summiert haben“

„Der Wahlausgang war in der Richtung zu erwarten, aber dass er so einfährt, hat der Knobel nicht verdient“, findet Reiner aus Waldenburg und auch der Waldenburger Hartmut sagt: „Wenn man die ganzen 16 Jahre zurückblickt, hat er eigentlich für Waldenburg schon was getan“. Dennoch denke er, dass der Wechsel gut sei: „In letzter Zeit – aber was heißt in letzter Zeit – die letzten zwei, drei Jahre sind mehrere Sachen vorgekommen, die sich einfach summiert haben“. Auch Jens Peter aus Waldenburg findet: „Es war ja nicht schlecht, was er gemacht hat. Es war auch viel Gutes dabei, aber vielleicht muss man mal wieder einen Neuen probieren“. Dorothea aus Waldenburg dagegen ist froh über die Wahl und ihren Ausgang: „Für Waldenburg selber hat er nichts gemacht. In meinen Augen“. Knobel sei „auch immer sehr arrogant rübergekommen“ und viele hätten „vor ihm auch gekuscht“.

„A bissle betriebswirtschaftliches Denken soll im Rathaus einziehen“

Nahverkehr und der Zustand der Straßen sehen die Befragten als die drängendsten Aufgaben, die auf den Neuen im Chefsessel warten.“Unsere Straßen sind nicht mehr so der Hit“, bemängelt Jens Peter. „Grad die Hohenlohestraße ist nicht gut. Da sollten sie sich vielleicht ein bisschen mehr drauf versteifen.“ Hartmut hofft nun, dass mit dem Nachfolger von Markus Knobel „a bissle betriebswirtschaftliches Denken im Rathaus“ einzieht.  Auch Reiner ist der Meinung, dass Nahverkehr und die Versorgung der Bevölkerung zu den drängendsten Themen gehören: „Wir haben nur einen Laden und sonst nichts mehr“. So denkt auch Dorothea: „Wenn man keinen Führerschein hat, hängt man hier fest“. Außerdem gebe es im Ort nur noch den Kirchersbäck, aber der sei sonntags immer gerammelt voll. Und sonst könne man nirgendwo hingehen.

Umfrage: Dr. Felix Kribus

 

Die Waldenburgerin Dorothea ist froh über den Wahlausgang in ihrem Ort. Foto: GSCHWÄTZ




„Wir können auch alles weglassen“

Kalt war es in der Stadthalle Künzelsau, als am Dienstag, den 13. Oktober 2020, der Gemeinderat tagte. Daher hatten sich einige Gemeinderäte warm angezogen. Beantragt war, einen Bebauungsplan für das so genannte „Sigloch-Areal“ zwischen Langenburger Straße und Kapellenweg aufzulegen, um dort fünf moderne Dreifamilienhäuser zu bauen (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/10/13/da-hat-man-aus-der-tiefgarage-eine-bessere-aussicht-als-von-uns/).

Bestehende Baupläne sind nicht mehr aktuell

Architekt Marcus Bär erläuterte die Überlegungen, die zu seiner Planung führten: Zwei bestehende Bebauungsbänder im Hang, die durch das leere Grundstück unterbrochen sind, könnten zu einer städtebaulichen Struktur vereinigt werden. Er präsentierte dem Gemeinderat und den anwesenden Bürgern seine Skizzen sowie einige Impressionen, wie die Häuser in der Realität aussehen könnten. Die Gebäude würden sehr hohe Ansprüche, „qualitativ als auch architektonisch“ erfüllen. Aufgrund der baurechtlichen Situation habe man sich entschlossen, einen „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ speziell für dieses Grundstück zu beantragen, die bestehenden Bebauungspläne aus den 60er-Jahren seien städtebaulich nicht mehr aktuell.

Hätte er sich nur auch warm angezogen, denn aus den Reihen des Gemeinderats wehte ihm sofort ein kalter Wind entgegen:

„Ohne Berücksichtigung der Topographie“

Schon die erste Wortmeldung von Erhard Demuth (SPD/GRÜNE) schloss mit den Worten: „Ich werde dem so nicht zustimmen.“ Demuth kritisierte: „Bänder ohne Berücksichtigung der Topografie“ und dass die Häuser zu hoch seien: „Die, die dahinter sind, interessieren keinen.“ Außerdem sieht er die Gefahr, dass der Muschelkalkhang bei derart intensiver Bebauung zum Problem werden könnte. Selbstkritisch merkt er auch an, dass der Gestaltungsbeirat, dessen Mitglied er ist, das Gelände gar nicht in Augenschein genommen habe. Außerdem stellt er die Frage, ob es so einfach möglich sei, über einen bestehenden Bebauungsplan – das bestehende Gebäude steht in einem Bereich, für den ein Bebauungsplan existiert – einen neuen Bebauungsplan zu legen.

Auch Robert Volpp (CDU) fordert, dass die oberen beiden Häuser niedriger ausgeführt werden müssten, um „nachbarschaftsverträglich“ zu sein.

Anwohner im Vorfeld schon aktiv geworden

Eine Gruppe von Anwohnern hatte im Vorfeld der Sitzung die Gemeinderäte in einem Brief über ihre Meinung zu dem Projekt informiert, einige Gemeinderäte hatten sich daraufhin vor Ort kundig gemacht. Die Anwohner hatten vor allem auf die Enge im Kapellenweg hingewiesen sowie auf die Höhe der oberen Häuser.

Gerhard Rudolph schließt sich bezüglich der Höhe der beiden hinteren Häuser seinem Fraktionskollegen an und bringt die Verkehrssituation des Kapellenwegs ins Gespräch. Außerdem schlägt er vor, die Ausmaße der geplanten Häuser mit Ballonen zu visualisieren.

Höhe der Häuser und Verkehrssituation im Focus

Reintraut Lindenmaier (SPD/GRÜNE) weist auf die Tatsache hin, dass der Kapellenweg der Schulweg für die Kinder aus dem Südhang ist – einen Gehweg gibt es nicht. Sie sagt, die Planung sei „für die Situation des Kapellenwegs nicht geeignet“.

Für Nachverdichtung ist Dr. Andrea Faust (Freie), der Entwurf gefalle ihr auch gut. Aber auch sie bemängelt die Höhe.

Und Wolfgang Schmelzle (FfK) hat auch Bedenken wegen des Fahrzeugverkehrs im Kapellenweg.

Manipulationsvorwurf an den Architekten

Schweres Geschütz fuhr anschließend Erhard Demuth auf: In den gezeigten Schaubildern sei die Situation des oberen Hangs „bewusst ausgeblendet“, wirft er dem Architekten vor und fordert die Erstellung eines Massenmodells für den Gesamthang, das auch die Umgebung mit abbildet. Ins selbe Horn stößt Verena Löhlein-Ehrler von den Freien: Sie findet es zwar prinzipiell gut, dass die Parkplätze auf dem Grundstück geplant seien, sagt aber: „Wir sind schon einmal auf schöne Nachtbilder reingefallen.“ In den Nord-Süd-Schnitten seien „sinnigerweise die Nachbarhäuser weggelassen“. Auf sie wirken die Häuser „wie aufgeblasen“ und sie fordert auf, „mit Fingerspitzengefühl nachzuarbeiten“.

„Und dann haben wir das, was wir nicht wollen“

Auch für Herbert Schneider (FfK) „geht der Zugang vom Kapellenweg nicht“ und er kündigt an, dem Antrag nicht zuzustimmen. Er habe seine Erfahrungen gemacht: Da werde da und dort noch etwas geändert „und dann haben wir das, was wir nicht wollen“.

Boris d’Angelo (UBK) bemängelt den Schritt „von eingeschossiger Bauweise zu massiver Bauweise“. Da generell in Zukunft Änderungen der Bebauungspläne aus den 60ern anstünden, dürfe man jetzt so ein Projekt nicht mit Gewalt durchziehen. Für ihn  ist das Projekt „ein Signal für die Zukunft: „Wenn wir verändern, dann gehen wir mit Augenmaß und Sorgfalt vor.“ Er beantragt, das Projekt an den Gestaltungsbeirat zurückzuverweisen.

Auf die vorgetragenen Argumente reagiert Marcus Bär: Der alte Bebauungsplan sein nie fortgeschrieben worden, viele Häuser seien verändert, hätten Dachgauben, es herrsche eine „ungeordnete städtebauliche Situation“ vor. Diese will er mit den Neubauten ordnen „und dazu machen wir einen Bebauungsplan“. Die geplanten Häuser hätten nur zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss, das hätten andere Häuser oberhalb auch. „Wenn andere das dürfen, dann dürfen wir das auch.“ Die Höhe der Häuser sie zwangsläufig: „Das würde so niedrig, da fühlen Sie sich beengt, da könnten wir mit unserer Architektur nicht punkten.“ Das Erstaunen im Gemeinderat über diese Worte war spürbar.

Architekt: „Ich denke, die Aussicht ist doch ganz gut.“

Das Problem mit der Höhe und der Beeinträchtigung eines Nachbarhauses sehe er inzwischen auch, etwa 60 Zentimeter könne er die Höhe reduzieren, mehr gehe nicht. „Das Sichtfeld nach Osten ist eingeschränkt, aber nach Südwesten ist es weiterhin gegeben. Ich denke, die Aussicht ist doch ganz gut.“

Es ist nicht zu überhören, dass Bär auf die Kritik an seiner Planung nicht vorbereitet war, er wirkt geradezu schnippisch, als er zur Parkplatzsituation anmerkt: „Wir bauen auch gerne weniger Stellflächen, wenn Sie damit ein Problem haben.“

Immerhin kann er die Anwohner des Kapellenwegs beruhigen: Die geplante Baustelle soll komplett „von unten“, also über die Langenburger Straße erschlossen werden, Lkw-Verkehr im schmalen Kapellenweg sei nicht zu erwarten.

Löhlein-Ehrler: „Ich habe das Gefühl, dass ich für dumm verkauft werden soll“

Erhard Demuth betont nochmals, dass die gezeigten Grundrisse nicht zur städtebaulichen Begründung des Architekturbüros passen würden und fürchtet, dass die rechtlich erlaubten Höhentoleranzen voll ausgenutzt werden könnten und merkt an: „Photovoltaik kommt auch noch auf die Dächer, also nochmals 1,20 Meter.“

„Ich habe das Gefühl, dass ich für dumm verkauft werden soll, ich wünsche mir ein bisschen mehr Ehrlichkeit“, ist Verena Löhlein-Ehrlers Eindruck.

Neumann übt Kritik an Gestaltungsbeirat

Bürgermeister Stefan Neumann greift  ein und fragt sich, warum es eigentlich einen Gestaltungsbeirat gebe, wenn Themen nicht angesprochen werden. „Wir wollen eine Stadt sein und reden, als ob wir ein Dorf wären. Wir müssen aufpassen, wie man hier redet und was man kaputtmacht, wenn wir Investoren haben“, appelliert er an den Gemeinderat.

Architekt Bär antwortet weiterhin schnippisch

Architekt Bär antwortet weiterhin schnippisch, zum Beispiel sagt er: „Wir hätten ja auch ein Pultdach planen können“, dann wäre die Photovoltaik noch höher. Auf den Vorschlag von Wolfgang Schmelzle, auf das eine Gebäude ganz zu verzichten, reagiert er: „Wir können auch alles weglassen.“ Er betont auch, dass es sich um ein Familienprojekt handele: „Wirtschaftliche Interessen stehen nicht im Vordergrund.“

Rainer Süßmann (Freie) ist Mitglied im Gestaltungsbeirat und sagt selbstkritisch, dass der Gestaltungsbeirat das Offensichtliche nicht bemerkt habe. Süßmann vermisst bei Bär die Lösungsorientierung. Er sieht einen „Battle zwischen Architekten“ und langweilt sich bei einer Diskussion, die er nicht versteht. In der letzten Gemeinderatssitzung reagierte Süßmann übrigens auf die Forderung von Demuth, dass der Gestaltungsbeirat in der Regel öffentlich zu tagen habe, dass er das „ungeachtet Paragraph XY“ nicht wolle. Eine öffentliche Sitzung des Gestaltungsbeirats unter Einbeziehung der Anwohner hätte der Diskussion im Gemeinderat möglicherweise die aufgekommene Schärfe genommen.

Nicht gelangweilt ist Werner Schneider. An Bär wendet er sich mit den Worten: „Es kommt mir so vor, als würden Sie sich nicht bewegen. 50 Zentimeter tiefer, das ist für mich keine Lösung.“

„Der Gestaltungsbeirat, das sind die Ästheten“

Auch Bürgermeister Stefan Neumann sieht inzwischen, dass das Thema „Sichteinschränkung“ nicht ausdiskutiert ist und schlägt eine Visualisierung vor.

„Der Gestaltungsbeirat, das sind die Ästheten“, kommentiert Boris d’Angelo die Tatsache, dass der Gestaltungsbeirat das Projekt dreimal diskutiert und die zutage getretenen Probleme nicht erkannt habe. Er beantragt daher nochmals eine Rückverweisung an den Gestaltungsbeirat mit dem Ziel, einen neuen Vorschlag zu erstellen.

Nach einer Sitzungsunterbrechung, in der die Fraktionen intensiv diskutierten, schlägt Bürgermeister Neumann eine „frühzeitige Anhörung“ anzusetzen. Das ist ein Verfahren, in dem auch andere Beteiligte gehört werden können sowie ein Massenmodell des Hangs anfertigen zu lassen.

Zuerst muss aber über den Antrag von Boris d’Angelo abgestimmt werden: Dieser wird mit 12 zu 8 Stimmen angenommen, sodass über Bürgermeister Neumanns Vorschlag nicht mehr abgestimmt wird. Das Projekt wird also zurückverwiesen an den Gestaltungsbeirat, der jetzt sicherlich die Örtlichkeit in Augenschein nehmen wird.

Auf den neuen Vorschlag darf man gespannt sein, die Anwohner und die Gemeinderäte sind auf jeden Fall sensibilisiert.

Text: Matthias Lauterer

Ob die Wohnungen für die abgebildete Bevölkerungsgruppe erschwinglich sein werden? Quelle: Stadt Künzelsau

Eindrucksvolle Nachtbilder vom Sigloch-Areal.
Quelle: Stadt Künzelsau

Lageplan der geplanten Häuser. Bild: Stadt Künzelsau / Sitzungsunterlagen

Vorher-Nachher: Die schraffierte Fläche entspricht ungefähr dem geplanten Neubau. Montage: GSCHWÄTZ

 




Der Zeitwert einer Katze

Am Mittwoch, den 14. Oktober 2020, fand vor dem Amtsgericht Künzelsau der Prozess einer Katzenhalterin aus Ingelfingen gegen den Ingelfinger Bürgermeister Michael Bauer statt. Hintergrund war die Attacke des Bürgermeister-Hundes auf diese Katze. Diese Katze ist an den Folgen der Attacke verstorben beziehungsweise musste eingeschläfert werden (GSCHWÄTZ berichtete unter https://www.gschwaetz.de/2020/10/02/buergermeister-muss-verwarnungsgeld-zahlen/). Streitgegenstand war ein verbleibender Schadensersatz von 212,09 Euro, der von der Versicherung des Beklagten nicht ausgeglichen wurde.

„Man hätte das auch anders regeln können“

Richter Sven Brückner legt zu Beginn der Verhandlung die Rechtslage klar: „Tiere werden beim Schadensersatz wie Sachen behandelt. Ein Schmerzensgeldanspruch der Klägerin kann nicht zur Debatte stehen.“ Umgekehrt gelte für den Beklagten eine „Tierhalterhaftung“ ähnlich der allgemeinen Betriebsgefahr eines Kraftfahrzeugs. Er müsse verschuldensunabhängig für Schäden haften, die von seinem Tier verursacht werden.

Nachdem der Bürgermeister den Vorfall aus seiner Sicht detailliert schildert – er habe die Leine schon in der Hand gehabt und er wollte seinen Hund gerade anleinen, als er abgelenkt worden sei und gleichzeitig der Hund auf die Katze losgegangen sei, zeigt Richter Brückner ein Überwachungsvideo des Vorfalls.

Kleinere Geplänkel, etwa darüber, ob es sich um eine Rassekatze oder nicht handelt, werden vorgetragen.

Appell an die Jäger-Ehre

Interessanterweise legen beide Parteien Wert auf die Feststellung, „man hätte das auch anders regeln können“. Der Klägerin ist das Risiko, dass einer Katze, die als „Freigängerin“ gehalten wird, jederzeit etwas zustoßen kann, bewusst. Sie wirft Bauer vor, dass er nicht geklingelt habe, obwohl jemand im Haus gewesen sei. Außerdem spricht sie seine Ehre als Jäger an: Er habe mit seinem ausgebildeten Jagdhund auf „Nachsuche“ gehen müssen, um der Katze unnötiges Leid „mit ihren zerfetzten Organen“ zu ersparen, da Hunderisse in aller Regel zum Tod der Katze führten. Rechtsanwalt Alexander Foidl bezeichnet das als „Nachtatgeschehen“.

Umgekehrt führt Bürgermeister Bauer an, dass er davon ausgegangen ist, dass niemand zu Hause sei: „Ich hätte klingeln können, ich hab’s nicht gemacht, es tut mir leid“, sagt er. Er habe aber  am selben Abend, als die Klägerin und ihr Lebensgefährte ihn aufgesucht hätten, noch die Begleichung aller Auslagen angeboten und erklärt, dass der Vorgang ihm leid tue. Auch seien ihm die möglichen Folgen des Hunderisses nicht bewusst gewesen, er habe das nicht so realisiert, da die Katze ja noch weggerannt sei.

Als die Argumente der Parteien emotional werden und in Gebiete abgleiten, die eher nicht verfahrensgegenständlich sind, weist Richter Brückner auf die Anwesenheit der Presse hin, was Michael Bauer mit „wenn man das GSCHWÄTZ als Presse bezeichnen kann“ quittiert.

Anwalt argumentiert mit „Zeitwert“ eines Tiers

Kurz bevor Richter Brückner die Verhandlung beschließt, schließt Rechtsanwalt Prof. Dr. Klaus-Werner Frink, der Anwalt von Michael Bauer, seinen Vortrag mit: „Sie sind mit dem Betrag, den die Haftpflichtversicherung bezahlt hat, gut bedient“ und untermauert das mit einem Urteil des Landgerichts Heilbronn, wonach der Wert eines Greifvogels aufgrund seines hohen Alters niedriger angesetzt worden sei als vom damaligen Kläger verlangt.

Die Urteilsverkündung ist für den 21. Oktober, 12 Uhr, angesetzt.

Text: Matthias Lauterer

 

Die Stufen zum Recht. Amtsgericht Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

„Auf dem Rechtsweg“. Foto: GSCHWÄTZ