„Familien und Kinder stark für den Naherholungsraum“, ist das Motto des Malwettbewerbs in Künzelsau zum Thema „wilder Müll“. Kinder und Jugendliche konnten zu diesem Thema ihre Kunstwerke einreichen und haben dafür eine Kugel Eis als Geschenk bekommen. Die besten fünf Bilder suchte nun eine prominente zweiköpfige Jury am Mittwoch, den 28. Oktober 2020, aus. Die prämierten Bilder möchte die Stadt Künzelsau demnächst an Plätzen, bei denen oft Müll liegt, aufstellen.
Motto: Familien und Kinder stark für den Naherholungsraum
„Der Betrachter soll es eindrücklich sehen, es soll wie ein Appell sein“, sagt Jurymitglied Jan Philippiak. 55 Einsendungen von Kindern aus unterschiedlichsten Altersklassen, darunter auch Kindergartengruppen, wurden eingereicht, aber nur fünf Bilder können gewinnen. Die Bilder liegen im Rathaus aus. „Gehören wir hier wirklich hin?“ und „Wir müssen in den Müll“ sind die Aufrufe der Kinder auf ihren Bildern.
„Kinder sehen das Problem eher als Erwachsene“
In der Jury vertreten sind Maria Würth (29) und Jan Philippiak (36), Enkel von prominenten Firmengründern und Ehrenbürgern im Hohenlohekreis. Man habe nach Botschaftern gesucht, die sich mit dem Thema befassen und auch Erfahrungen haben, wie zum Beispiel Maria Würth, die Kunsthistorikerin ist oder Jan Philippiak, der sehr sportlich ist und deshalb viel Zeit im Wald verbringt, erklärt Elke Sturm, Pressesprecherin der Stadt Künzelsau. Für beide ist das Thema sehr wichtig. Besonders in Verbindung mit dem Wettbewerb, wie Maria Würth erklärt. „Kinder haben oft eine andere Sicht, meist ehrlicher oder auch direkter. Sie sehen das Problem eher als Erwachsene, wenn zum Beispiel eine Plastikflasche im Wald liegt.“ Jan Philippiak sieht das ähnlich. Er meint, eine Botschaft wie diese sei viel eindringlicher, wenn sie von Kindern stammt, sich Gedanken gemacht und sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.
Gelebter Umweltschutz in Familie und Firma
Auch privat achten Jan Philippiak und Maria Würth auf die Umwelt, wie sie erzählen. Jan Philippiak versucht, seinen Kindern das Thema Abfallvermeidung so früh wie möglich nahezubringen und lässt es in die Erziehung mit einfließen. Er hat auch zu Hause bei sich angefangen, auf die PET-Flaschen zu verzichten und meint, aus dem Hahn könne man auch Wasser trinken: „Wir haben das Glück, dass es trinkbar und sauber ist.“ Maria Würth spricht von ihrer Doppelrolle, denn sie achtet nicht nur im Privatleben auf die Umwelt, sondern auch in der Firma. Das Nachhaltigkeitsteam ist im Würth-Konzern hierfür zuständig und arbeitet zum Beispiel an umweltfreundlicheren Verpackungen.
„Das hat schon so einen Bääm“
Die 55 Bilder lagen im Rathaus aus und nach einer kurzen Einweisung begutachtet die Jury die Bilder und Collagen. Es fallen Sätze wie „das ist etwas ganz Besonderes“ oder „das ist sehr schön mit der Farbe“ und „das Bild erzählt eine schöne Geschichte.“ Jan Philippiak erkennt auf einem Bild den Waldsportweg in Künzelsau. Auch Maria Würth ist begeistert von den Bildern. „Ein Werk aus dem Waldkindergarten Taläcker muss definitiv vertreten sein“, meint sie, denn die KInder aus dem Waldkindergarten haben besonders kreative Werke eingereicht, Collagen, die bunt beklebt waren mit Rinde, Blättern und Müll aus dem Wald und mit gut erkennbarer Botschaft. Die Jury ist sich einig, dass auf jeden Fall eine Collage zu einem Schild werden soll, oder mit Jan Philippiaks Worten: „Das hat schon so einen Bääm.“
„Können Sie nicht mehr Schilder drucken als fünf?“
Am Ende haben sich die beiden Jurymitglieder eine „Vorauswahl“ zurechtgelegt, aber leichter ist es dadurch nicht geworden. „Es ist wirklich schwierig“, sagt Maria Würth, „können Sie nicht mehr Schilder drucken als fünf?“ Letztendlich hat es die Jury geschafft, fünf Bilder herauszusuchen. Die glücklichen Gewinner bekommen in der nächsten Zeit Bescheid und ihre Bilder werden dafür verwendet, eine tolle Botschaft auf den Waldwegen zu hinterlassen, um die Menschen darauf aufmerksam zu machen, ihren Müll nicht in die Natur zu schmeißen.
Text: Cora-Lee Pusker
Die Siegerbilder:

Sieger beim Malwettbewerb „Wilder Müll“
Foto: Gschwätz

Sieger beim Malwettbewerb „Wilder Müll“
Foto: Gschwätz

Sieger beim Malwettbewerb „Wilder Müll“
Foto: Gschwätz

Sieger beim Malwettbewerb „Wilder Müll“
Foto: Gschwätz

Sieger beim Malwettbewerb „Wilder Müll“
Foto: Gschwätz

55 Bilder liegen für die Jury bereit.
Foto: GSCHWÄTZ


Die Jury, Jan Philippiak und Maria Würth, diskutiert.
Foto:GSCHWÄTZ

Die Jury, Jan Philippiak und Maria Würth, diskutiert.
Foto:GSCHWÄTZ

Jan Philippiak und Maria Würth begutachten die Bilder.
Foto: GSCHWÄTZ