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„Ich bin überzeugt davon, dass die Gastronomie kein Corona-Verteiler ist“

„Ich finde es übertrieben, dass die komplette Gastronomie schließen muss“, sagt Tobias Stuber aus Künzelsau. Er sitzt am vergangenen Freitagabend in der „Emma“ in Künzelsau. „Ich möchte der Gastro noch einmal etwas Gutes tun, bevor am 02. November 2020 alles dicht gemacht wird. Die Schließungen stoßen bei mir auf Unverständnis.“

„Das Gesundheitsamt hat sich noch kein einziges Mal bei uns gemeldet“

Diese Einschätzung teilt auch die achtzehnjährige Nathalie Riegel: „Ich finde die Schließungen ganz schlimm, besonders für die Gastronomen. Ich bin überzeugt davon, dass die Gastronomie kein Corona-Verteiler ist.“ Das kann Daniel Brunner, Inhaber des Bistros Emma und der Pizza-Manufaktur Zum Glück in Künzelsau bestätigen: „Seit einem halben Jahr praktizieren wir jetzt die Kontaktnachverfolgung. Das Gesundheitsamt hat sich noch kein einziges Mal bei uns gemeldet, um uns einen Fall zu melden. Auch von Kollegen habe ich noch nichts Ähnliches gehört.“

Für Gastronomen und Hotelgewerbe existenzbedrohend

„Das ganze Thema ist für uns Gastronomen und für das Hotelgewerbe existenzbedrohend“, erklärt der zweifache Vater weiter. „Es geht ja nicht nur um den einen Monat. Es geht auch darum, dass es die ganze Zeit über Menschen gibt, die Angst haben und nicht mehr ausgehen. Unsere Besucherzahlen haben sich generell verringert.“

„Was wird außerdem nach Weihnachten und Silvester sein?“

„Wir bekommen staatliche Hilfen für den Monat“, erläutert Brunner. „Das sind bis zu 75 Prozent des Umsatzes vom November des Vorjahres, abzüglich des Kurzarbeitergeldes und der Hilfen, die man bisher in Anspruch genommen hat. Das ist besser als nichts. Das Problem ist aber, dass die Folgen des Lockdowns sich weit über den November hinaus erstrecken werden. Was wird außerdem nach Weihnachten und Silvester sein? Was ist, wenn die Zahlen wieder ansteigen? Ich wünsche mir von den Politikern, dass sie mit gesundem Menschenverstand abwägen, was wirklich notwendig ist. Einen Lockdown-Marathon können wir sicherlich nicht überstehen. Das wäre auch verheerend für die ganze Gesellschaft. Unser Zusammenleben definiert sich doch auch über Kontakte, Ausgehen, zusammen Spaß haben… “ Doch der 40-Jährige bleibt hoffnungsvoll: „Ich bin überzeugt davon, dass wir eines Tages wieder zum Normalzustand zurückkehren werden. Ich hoffe es! Besonders für die Kinder.“

„Man kann doch nicht wahllos Lockdowns verhängen“

Auch Sabrina Binder und Bianca Rothacker fordern, für die Gastronomie einzustehen. Rothacker fragt: „Für was haben wir denn die ganzen Hygienevorschriften? Jeder hält sich daran. Alle Betriebe haben investiert und umgerüstet. Es war doch von vornherein klar, dass im Herbst die Zahlen wieder ansteigen. Deshalb sind die Schließungen für mich sehr, sehr unverständlich. Man kann doch nicht wahllos Lockdowns verhängen.“

Text und Video: Priscilla Dekorsi

EMMA in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

EMMA in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

EMMA in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

EMMA in Künzelsau kurz vor dem Lockdown ab dem 02. November 2020. Foto: GSCHWÄTZ

 




Bei Einbruch 21 antike Taschenuhren entwendet

Laut der Polizei Heilbronn hebelte am Donnerstag, den 29. Oktober 2020, in der Zeit zwischen 11.00 Uhr und 22.00 Uhr, ein Unbekannter an der von der Straße abgewandten Südseite eines Einfamilienhauses im Neuensteiner Auweg ein ebenerdig liegendes Fenster zum Schlafzimmer auf und stieg ins Gebäude ein. Im Erdgeschoß wurden diverse Schränke und Schubladen geöffnet. Aus dem Schlafzimmer wurde eine neuere Armbanduhr entwendet. Im Wohnzimmer fand der Täter in einer antiken Nachtkommode ein Kästchen mit antiken Taschenuhren, von welchen 21 entwendet wurden.

Mehrere Tausend Euro Schaden

Laut Angaben der Polizei haben die Uhren einen Wert von mehreren tausend Euro. Der entstandene Sachschaden beträgt zirka 1.000 Euro.

 




Die Ruhe vor dem Crash

So genannte Crash-Propheten gewinnen seit der Finanzkrise 2008 immer mehr an Aufmerksamkeit. Seit Corona ist das mediale Interesse an ihnen wieder sprungartig gestiegen. Das sieht man unter anderem daran, dass diese Propheten ungeheuren Zulauf in den sozialen Medien wie youtube gewonnen haben. Einer dieser Propheten heißt Max Otte. Otte sagt, eine Weltwirtschaftskrise wird kommen. Aber Corona sieht er nicht als Grund, sondern lediglich als Brandbeschleuniger. Doch wann wird die Krise kommen? So genau weiß Otte das nicht. Aber sie wird. Und mit dieser Meinung ist er nicht allein.

Der Crash wird kommen

Der Crash wird kommen. Die Frage ist nur: wann? Noch in diesem Jahr, in zwei Jahren oder vielleicht in 5 Jahren….keiner hat eine Glaskugel.

In Zeiten von Covid-19 und von drastischen Eingriffen der Politik in die Freiheit eines jeden einzelnen, in die Wirtschaft, Bildung und Kultur, um die rapiden wachsenden Infektionszahlen abzubremsen, wird immer häufiger von einer kommenden Weltwirtschaftskrise mit verheerenden Auswirkungen gesprochen. Doch wie entsteht eigentlich eine Weltwirtschaftskrise? Hierfür hilft ein Blick zurück in die Vergangenheit.

Vor fast einem Jahrhundert war die letzte große Weltwirtschaftskrise mit verherrenden Folgen

Die letzte uns bekannte Weltwirtschaftskrise mit verheerenden Folgen kennen die meisten von uns nur aus der Literatur. Nur die wenigsten haben weitreichende ökonomische Kenntnisse darüber, welche Faktoren letztendlich zu der damaligen Krise geführt haben. Schauen wir uns die bekannten Fakten einmal aus der Nähe an.

Der so genannte Schwarze Freitag war am 25. Oktober 1929. Das war der Tag, an dem die Börse in New York crashte.

Der schwarze Freitag

Auslöser der Krise war die schlechte gesamtwirtschaftliche Entwicklung über einen längeren Zeitraum, welche zu einer gewaltigen Blasenbildung am Finanzmarkt führte und diese letztendlich Ende Oktober 1929 zum Platzen brachte – ähnlich der Finanzkrise 2008 – nur nicht mit ganz so verheerenden, allumfassenden Folgen für sämtliche Lebensbereiche und Bürger.

Die Parallelen zur Weltwirtschaftskrise von 1929 sind mehr als offensichtlich. Zum Beispiel spiegeln Börsen im Normalfall die Realwirtschaft wider. Damals wie auch heute sind wir meilenweit weit davon entfernt. Die Börsen bilden eben nicht mehr die Realwirtschaft ab, sondern es findet eine Überbewertung der Wirtschaft statt. Man könnte auch sagen: Die Aktie des Unternehmens ist deutlich überbewertet, die betriebswirtschaftlichen Auswertungen sprechen eine andere Sprache.

Covid-19 ist nicht der Auslöser, sondern ein Brandbeschleuniger einer kommenden Weltwirtschaftskrise. Das heißt: Der Wirtschaft ging es bereits vor Corona nicht mehr wirklich berauschend.

Covid als Brandbeschleuniger

Der große Unterschied zu 1929 ist nun, dass wir jetzt mit einer Pandemie konfrontiert sind. Teilweise brechen Lieferketten zusammen. Es gibt zeitgleich sowohl ein Angebots- als auch ein Nachfrageschock. Das bedeutet: Zum einen ist bei manchen Produkten das Angebot viel größer als die Nachfrage (Angebotsschock, etwa bei Mercedes-Benz). Zum anderen ist in anderen Bereichen die Nachfrage viel größer als das Angebot (Nachfrageschock, etwa zeitweise Toilettenpapier und Mund-Nasenschutz).

Diese Situation ist völlig neu. Die Auswirkungen kann man nur in theoretischen Modellen darstellen. Es existieren keine Erfahrungswerte.

Stehen wir kurz vor der Staatspleite?

Stehen wir kurz vor einer oder mehrerer Staatspleiten? Spätestens seit der Rettung Griechenlands vor einer drohenden Staatspleite ist die Frage jetzt mehr denn je berechtigt.

Da einige  Wirtschaftsbranchen unter den Einschränkungen der Politik leiden und teilweise ums Überleben kämpfen, wird finanzielle  Unterstützung des Staates in verschiedenen Formen versprochen. Die Europäische Union (EU) hat bis jetzt 750 Milliarden bereitgestellt, um die Wirtschaft zu stützen.

Die EZB als möglicher Kreditgeber

Aber was passiert, wenn der Staat kein Geld mehr hat? Dann könnte er Kredite aufnehmen. Aber wer vergibt die  Kredite? Da momentan kein Staat innerhalb der EU für Deutschland bürgen kann (weil sie dazu finanziell überhaupt nicht in der Lage sind) und europäische  Rettungs- / Hilfs-Fonds gähnende Leere aufweisen, bleibt nur die europäische Zentralbank (EZB) als vermeintlicher Rettungsanker. Nur sie hat die Macht, Geld zu drucken und Kredite zu vergeben. Aufgrund des Ratings der einzelnen europäischen Staaten und anderer Faktoren entscheidet die EZB allein, ob ein Staat kreditwürdig ist.

Zunehmende Inflation

Da viele große Unternehmen in der EU als systemrelevant bezeichnet werden, bleibt der EZB nur die  Möglichkeit, ihre Geldschleusen noch weiter zu öffnen, um drohende Insolvenzen zu vermeiden. Das heißt, es befinden sich auch jetzt schon immer mehr Euro im Kreislauf.

Da das Zahlungsmittel Euro nicht limitiert ist, verliert er langfristig an Kaufkraft und eine Zunahme der Inflation ist die Folge. Dadurch steuern wir zwangsläufig auf eine Weltwirtschaftskrise zu.

Text: Markus Neugebauer

Weltwirtschaftskrise 1929

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




„Wichtig ist auch, dass jede Person, die einen Termin hat, sich bei der Einfahrt ausweist“

Bereits ab dem 16. März 2020 war in Belzhag eine zentrale Abstrichstelle in Betrieb. Ab 16. Mai 2020 wurde diese in den Standby-Betrieb gesetzt, die Abstriche erfolgten seitdem ausschließlich in den Praxen der niedergelassenen Ärzte. Der Hohenlohekreis und die Kassenärztliche Vereinigung teilen mit, dass die zentrale Abstrichstelle in Belzhag ihren Betrieb ab dem 2. November 2020 wieder aufnimmt.  

Niedergelassene Ärzte führen Abstriche durch 

Die Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) betreibt die Abstrichstelle, die Abstriche werden durch die niedergelassenen Ärzte im Kreis durchgeführt. Das Landratsamt Hohenlohekreis unterstützt auf Anforderung der KV den Betrieb der Abstrichstelle.

Unterstützung durch Technisches Hilfswerk 

Das THW Pfedelbach habe die technischen Voraussetzungen geschaffen, die Gebäude reaktiviert und Umkleide- und Sozialräume sowie Sanitäranlagen für die Mitarbeiter vor Ort erstellt. „Wir danken dem THW für die Unterstützung beim Einrichten der Abstrichstelle“, so Dr. Susanne Bublitz, Sprecherin der Ärzteschaft Öhringen.

Kapazität: Laut Landratsamt zirka 80 – 120 Abstriche pro Werktag

Laut KVBW wird die Abstrichstelle werktags von 9.00 bis 12.00 Uhr in Betrieb sein, pro Stunde können in etwa 20 bis 30 Abstriche genommen werden. Es können sowohl von asymptomatischen Personen Abstriche genommen (beispielsweise von Kontaktpersonen oder Reiserückkehrern), als auch symptomatische Patienten mit leichten Symptomen getestet werden. Die Testung erfolgt aus dem Auto heraus (Drive-in-Abstrichstelle), Patienten müssen den Wagen für den Test nicht verlassen. Wie GSCHWÄTZ auf Nachfrage erfuhr, werden PCR-Tests durchgeführt, das Testergebnis wird den getesteten Personen also nicht direkt an der Abstrichstelle mitgeteilt.

Nur nach Anmeldung über die Hausarztpraxis – Ausweis nicht vergessen

Eine Anmeldung über die Hausarztpraxis sei, so die Information der KVBW, zwingend notwendig – ohne einen Hausarztkontakt erfolgt kein Zugang zur Abstrichstelle. „Wichtig ist auch, dass jede Person, die einen Termin hat, sich bei der Einfahrt ausweist“, ergänzt Dr. Bublitz.

Sperrung der Orsdurchfahrt Belzhag

Wie im Frühjahr wird auch jetzt die Ortsdurchfahrt Belzhag ab Montag, 2. November 2020 während der Betriebszeiten der
Abstrichstelle gesperrt. Die Zufahrt zur Abstrichstelle erfolgt nur aus Richtung Hohebuch von der L 1036 über die Kupferzeller Straße, an der Abstrichstelle wird der Verkehr über eine Einbahnregelung geleitet.

Weg zur Drive-In-Abstrichstelle in Belzhag im März 2020. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




Corona: Hohenlohekreis durchbricht fast die 100er Inzidenz-Marke

An diesem Wochenende hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 38 neue Corona-Fälle an das Landesgesundheitsamt gemeldet, 26 davon am Samstag. Die 7-Tages-Inzidenz liegt damit am Sonntag, den 01. November 2020, bei 96,8, am Samstag war sie durch die hohe Fallzahl bereits auf 88,8 pro 100.000 Einwohner gestiegen.

Durch einen Fall in einem Pflegeheim musste dort für 19 Personen die Quarantäne angeordnet werden, zudem ist eine Anschlussunterbringung für Flüchtlinge betroffen. Hier lief am Sonntagabend noch die Kontaktpersonenermittlung.

Das Landratsamt Hohenlohekreis appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, die eine Quarantäneverfügung erhalten, dass diese Auflagen im Interesse aller streng eingehalten werden, da sonst die Infektionsketten nicht sicher unterbrochen werden können. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Außerdem weist die Kreisverwaltung auf die Neuregelungen hin, die ab Montag, 2. November, in Kraft treten. Eine Zusammenfassung gibt es auf der Seite des Landes Baden-Württemberg www.baden-wuerttemberg.de.




Auf dem Siegertreppchen mit TikTok

Der Deutsche Preis für Onlinekommunikation (DPOK) zeichnet deutschlandweit herausragende digitale Projekte aus: Das Künzelsauer Industrieunternehmen Ziehl-Abegg hat in Kategorie „TikTok-Kampagne des Jahres“ das Finale erreicht. „Gemeinsam mit Mercedes-Benz und Otto auf dem ‚Treppchen‘ zu stehen ist wahrlich etwas, worauf man stolz sein kann“, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl.

Seit Juni dieses Jahres ist Ziehl-Abegg bei TikTok aktiv: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tanzen, spielen Sketche und singen Playback. Da das Unternehmen Elektromotoren und Ventilatoren nur an Industriekunden und nicht an Privatleute verkauft, ist dieses Engagement in der Branche noch völlig ungewöhnlich. „Es geht nicht um die Absatzförderung“, erklärt Fenkl. Vielmehr ermögliche der Kanal TikTok, dass sich Ziehl-Abegg einem breiten Publikum als sympathisches Unternehmen präsentieren kann.

Ein Kernteam rund um Rebecca Amlung und Sophie Grill spricht je nach Film mehrere Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens an. Zusammen werden kurze Filmsequenzen gedreht, die dann auf TikTok geladen werden. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Binnen wenigen Wochen sind die Filme von Ziehl-Abegg mehrere Millionen Mal abgerufen worden. Doch im Fokus steht nicht nur die pure Reichweite. „Wir wollen schon ein angemessenes Qualitätsniveau produzieren“, unterstreicht Amlung.

Die Filme sind nur wenige Sekunden lang – und unterhaltsam oder witzig. „Da jeder Mensch einen anderen Humor hat, ist die Bandbreite sehr groß“, erklärt Amlung. Es sei ganz normal, dass nicht jeder über jeden Clip lachen könne. Das Magazin für eBusiness und Digitalisierung t3n schreibt jedenfalls: „Hersteller von Ventilatoren und Lufttechnik sind für die junge Generation unsexy? Nicht, wenn es nach dem Traditions-Unternehmen Ziehl-Abegg geht. Auch sie haben einen Tiktok-Kanal, der den Nerv der Generation Z trifft. Das Unternehmen gibt Einblicke in den Arbeitsalltag der Firma und präsentiert sich im Angesicht des Fachkräftemangels ebenfalls als attraktiver Arbeitgeber für den Nachwuchs.“

Beim DPOK hat das Klinikum Dortmund in der Kategorie TikTok-Kampagne des Jahres den ersten Platz erreicht. Den zweiten Platz teilen sich gemeinsam Otto, die Volksbank Mittelhessen, Mercedes-Benz und Ziehl-Abegg.

Text: Pressemitteilung Ziehl-Abegg

TikTok-Tanzaufstellung bei Ziehl-Abegg im weltgrößten kombinierten Mess- und Prüfstand für Ventilatoren in Künzelsau.
Foto: Ziehl-Abegg / Rainer Grill

 

Sophie Grill (links) und Rebecca Amlung freuen sich über die sehr gute Platzierung von Ziehl-Abegg beim Deutschen Preis für Onlinekommunikation. Dieser einzelne Clip wurde in knapp 4 Wochen 260.000 Mal angeschaut.
Foto: Ziehl Abegg/Screenshot von https://www.tiktok.com/@ziehl_abegg/video/6875368236917984514

 

 




„Einen alten Baum verpflanzt man nicht“

„Einen alten Baum verpflanzt man nicht.“ Das ist das Motto von Igar Gebert von PROMEDICA Plus Künzelsau. Der gelernte Altenpfleger möchte ältere Menschen zu Hause in ihrem Alltag unterstützen.  So lange wie möglich möchte Gebert hier Hilfe und Unterstützung bieten, damit das Zuhause auch im Alter weiterhin das Zuhause bleiben kann.

| 1:1 Betreuung |

„Mit PROMEDICA Plus habe ich das System für mich gefunden, mit dem ich meine Kunden und Ihre Angehörigen gut versorgt sehe“, sagt Gebert, der sich nach seiner Ausbildung zum Altenpfleger in der außerklinischen Intensivpflege weitergebildet und ein Team in der 1:1 Betreuung geleitet hat.

| Jahrelange Erfahrung in der Pflege |

„Ich arbeite seit 10 Jahren in der Pflege, zuletzt als Pflegedienstleiter und kann deshalb zum Thema Pflege gut beraten“, betont Gebert, der bereits einen Pflegedienst für Menschen mit Behinderung mit aufgebaut hat.

| Pflegekonzept, damit die Lebensqualität im Alltag wieder steigt |

„Ich bringe in meine Tätigkeit als Berater vor Ort mein Wissen mit und erschaffe ein Pflegegesamtkonzept, damit die Lebensqualität im Alltag wieder steigt. So werden die Angehörigen und die zu betreuende Person entlastet.“ Wichtig ist dem gelernten Altenpfleger auch, dass er während der gesamten Laufzeit den Angehörigen stets bei Fragen oder anderen Anliegen zur Verfügung steht. Er ist der Ansprechpartner sowohl für den zu Pflegenden als auch für die Familie.

| Pflegenotstand |

„Wir haben einen Pflegenotstand, die Altersheime sind überfüllt und bieten leider oft eines Menschen unwürdiges Dasein aufgrund des Personalmangels“, sagt Gebert. „In diesen Zeiten möchte ich helfen.“ Eine Vor-Ort-Beratung ist für ihn selbstverständlich zur Schaffung eines funktionierenden Alltags zusammen mit den Angehörigen. Eine Betreuung geht nur Hand-in-Hand. Mit Vertrauen und Wertschätzung. PROMEDICA PLUS Künzelsau steht für diese Werte.

Jetzt kostenlos unverbindlich beraten lassen.

Mehr Informationen: http://www.promedicaplus.de/kuenzelsau/

Hinweis: Dies ist ein bezahlter Anzeigentext von Promedica Plus




Bei zu vielen Störstoffen in der Betty: Gebührenpflichtige Sonderleerung

Wie die Abfallwirtschaft Hohenlohe mitteilt, hat sie in den sechs Wochen der Testphase der zweiten Runde der Qualitätsoffensive  360 Sonderleerungen wegen Störstoffen bei der Betty und 760 Sonderleerungen wegen Überfüllung bei der Restmülltonne registriert.

Betty mit zu vielen Störstoffen wird nicht mehr geleert

Enthält die Bioenergietonne Betty zu viele Störstoffe, so teilt die Abfallwirtschaft Hohenlohe mit, bleibt sie in Zukunft stehen. Die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis lässt die Bürgerinnen und Bürger damit aber nicht im Stich, eine landesweit einzigartige Programmierung bietet die Lösung: Die verschmutzte Betty wird für die Bioleerung gesperrt. Mittels ihrem verbauten Chip wird sie zur Restmülltonne umprogrammiert und muss deshalb bei der nächsten Restmüllleerung bereitgestellt werden. Erst dann wird die Betty wieder für die Bioleerungen freigeschaltet.

Gebührenpflichtige Sonderleerung: Die falsche befüllte BETty wird für die Biomülabfuhr gesperrt und muss mit dem Restmüll entleert werden

Für diese sogenannte Sonderleerung wird eine Gebühr fällig, die im Folgejahr im Gebührenbescheid ausgewiesen ist. Während der coronabedingten Testphase im Jahr 2020 wird noch keine Gebühr berechnet, versichert die Abfallwirtschaft.

Laut der Abfallwirtschaft positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung

Die Abfallwirtschaft berichtet von positiven Rückmeldungen zur Qualitätsoffensive aus der Bürgerschaft, wie „Endlich folgen Sanktionen“ oder „Rainer Mugler hat schon geholfen, kann aber leider auch nicht alles richten“. Diese bestärken die Abfallwirtschaft, den richtigen Weg gegangen zu sein. „Eine händische Nachsortierung des Bioabfalls können und möchten wir den Bürgerinnen und Bürgern nicht zumuten“, erklärt Sebastian Damm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft. Im Bioabfall können sich Keime, Bakterien und Viren befinden, weshalb eine fachgerechte Verwertung umso wichtiger ist. Nicht jeder habe die Möglichkeit zu Hause seine BETty auszuleeren und den Bioabfall sicher und fachgerecht nachzusortieren. Aus diesen Gründen habe  sich die Abfallwirtschaft für die Lösung, die fehlbefüllte BETty zur Restmüllabfuhr bereitzustellen, entschieden.

Auch Restmülltonnen werden verstärkt überwacht

Auch offenstehende Deckel bei Restmülltonnen wolle die Abfallwirtschaft nicht länger tolerieren: „In jedem Haushalt muss eine ausreichend große Restmülltonne vorhanden sein. Steht der Deckel immer offen, ist die Tonnengröße falsch gewählt. Das ist gegenüber denen, die richtigerweise eine größere Restmülltonne haben und auch bezahlen, nicht fair“, erklärt Betriebsleiterin Silvia Fritsch. Für Restmülltonnen,  bei denen der Deckel offen steht, werde ebenfalls eine Sonderleerung registriert, die auf dem nächsten Gebührenbescheid ausgewiesen ist, in 2020 jedoch noch nicht berechnet wird.




„Kinder haben oft eine andere Sicht, meist ehrlicher oder auch direkter“

„Familien und Kinder stark für den Naherholungsraum“, ist das Motto des Malwettbewerbs in Künzelsau zum Thema „wilder Müll“. Kinder und Jugendliche konnten zu diesem Thema ihre Kunstwerke einreichen und haben dafür eine Kugel Eis als Geschenk bekommen. Die besten fünf Bilder suchte nun eine prominente zweiköpfige Jury am Mittwoch, den 28. Oktober 2020, aus. Die prämierten Bilder möchte die Stadt Künzelsau demnächst an Plätzen, bei denen oft Müll liegt, aufstellen. 

Motto: Familien und Kinder stark für den Naherholungsraum

„Der Betrachter soll es eindrücklich sehen, es soll wie ein Appell sein“, sagt Jurymitglied Jan Philippiak. 55 Einsendungen von Kindern aus unterschiedlichsten Altersklassen, darunter auch Kindergartengruppen, wurden eingereicht, aber nur fünf Bilder können gewinnen. Die Bilder liegen im Rathaus aus. „Gehören wir hier wirklich hin?“ und „Wir müssen in den Müll“ sind die Aufrufe der Kinder auf ihren Bildern.

„Kinder sehen das Problem eher als Erwachsene“

In der Jury vertreten sind Maria Würth (29) und Jan Philippiak (36), Enkel von prominenten Firmengründern und Ehrenbürgern im Hohenlohekreis. Man habe nach Botschaftern gesucht, die sich mit dem Thema befassen und auch Erfahrungen haben, wie zum Beispiel Maria Würth, die Kunsthistorikerin ist oder Jan Philippiak, der sehr sportlich ist und deshalb viel Zeit im Wald verbringt, erklärt Elke Sturm, Pressesprecherin der Stadt Künzelsau. Für beide ist das Thema sehr wichtig. Besonders in Verbindung mit dem Wettbewerb, wie Maria Würth erklärt. „Kinder haben oft eine andere Sicht, meist ehrlicher oder auch direkter. Sie sehen das Problem eher als Erwachsene, wenn zum Beispiel eine Plastikflasche im Wald liegt.“ Jan Philippiak sieht das ähnlich. Er meint, eine Botschaft wie diese sei viel eindringlicher, wenn sie von Kindern stammt, sich Gedanken gemacht und sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Gelebter Umweltschutz in Familie und Firma

Auch privat achten Jan Philippiak und Maria Würth auf die Umwelt, wie sie erzählen. Jan Philippiak versucht, seinen Kindern das Thema Abfallvermeidung so früh wie möglich nahezubringen und lässt es in die Erziehung mit einfließen. Er hat auch zu Hause bei sich angefangen, auf die PET-Flaschen zu verzichten und meint, aus dem Hahn könne man auch Wasser trinken: „Wir haben das Glück, dass es trinkbar und sauber ist.“ Maria Würth spricht von ihrer Doppelrolle, denn sie achtet nicht nur im Privatleben auf die Umwelt, sondern auch in der Firma. Das Nachhaltigkeitsteam ist im Würth-Konzern hierfür zuständig und arbeitet zum Beispiel an umweltfreundlicheren Verpackungen.

„Das hat schon so einen Bääm“

Die 55 Bilder lagen im Rathaus aus und nach einer kurzen Einweisung begutachtet die Jury die Bilder und Collagen. Es fallen Sätze wie „das ist etwas ganz Besonderes“ oder „das ist sehr schön mit der Farbe“ und „das Bild erzählt eine schöne Geschichte.“ Jan Philippiak erkennt auf einem Bild den Waldsportweg in Künzelsau. Auch Maria Würth ist begeistert von den Bildern. „Ein Werk aus dem Waldkindergarten Taläcker muss definitiv vertreten sein“, meint sie, denn die KInder aus dem Waldkindergarten haben besonders kreative Werke eingereicht,  Collagen, die bunt beklebt waren mit Rinde, Blättern und Müll aus dem Wald und mit gut erkennbarer Botschaft. Die Jury ist sich einig, dass auf jeden Fall eine Collage zu einem Schild werden soll, oder mit Jan Philippiaks Worten: „Das hat schon so einen Bääm.“

„Können Sie nicht mehr Schilder drucken als fünf?“

Am Ende haben sich die beiden Jurymitglieder eine „Vorauswahl“ zurechtgelegt, aber leichter ist es dadurch nicht geworden. „Es ist wirklich schwierig“, sagt Maria Würth, „können Sie nicht mehr Schilder drucken als fünf?“ Letztendlich hat es die Jury geschafft, fünf Bilder herauszusuchen. Die glücklichen Gewinner bekommen in der nächsten Zeit Bescheid und ihre Bilder werden dafür verwendet, eine tolle Botschaft auf den Waldwegen zu hinterlassen, um die Menschen darauf aufmerksam zu machen,  ihren Müll nicht in die Natur zu schmeißen.

Text: Cora-Lee Pusker

Die Siegerbilder:

Sieger beim Malwettbewerb „Wilder Müll“
Foto: Gschwätz

Sieger beim Malwettbewerb „Wilder Müll“
Foto: Gschwätz

Sieger beim Malwettbewerb „Wilder Müll“
Foto: Gschwätz

Sieger beim Malwettbewerb „Wilder Müll“
Foto: Gschwätz

Sieger beim Malwettbewerb „Wilder Müll“
Foto: Gschwätz

55 Bilder liegen für die Jury bereit.
Foto: GSCHWÄTZ

Die Jury, Jan Philippiak und Maria Würth, diskutiert.
Foto:GSCHWÄTZ

Die Jury, Jan Philippiak und Maria Würth, diskutiert.
Foto:GSCHWÄTZ

Jan Philippiak und Maria Würth begutachten die Bilder.
Foto: GSCHWÄTZ

 




„Wir Bauern können nicht heute Millionen in tierwohlgerechte Ställe investieren, wenn diese durch einen gefühlt willkürlich entstandenen Gesetzesbeschluss morgen schon veraltet sind“

Erst Ende Mai 2020 haben Maike und Markus Wilhelm ein neues Deckzentrum auf Ihrem Schweinehof in Mulfingen in Betrieb genommen. Wie der Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems  mitteilt, wurde das Projekt mit wissenschaftlicher Beratung und als besonders tierwohlgerechter Stall geplant. Trotzdem sei es aufgrund des zeitgleich verabschiedeten Bundesratsbeschluss zur Tierhaltung heute schon „veraltet“, denn im Juli 2020 hat der Bundesrat die siebte Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung beschlossen. Dies war nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes des Landes Sachsen-Anhalt vom November 2015 („Magdeburger Urteil“) nötig geworden.

Typisch Hohenloher Betrieb

Markus Wilhelm beschreibt seinen Familienbetrieb als einen typischen Hohenloher Betrieb. Seine Frau Meike und er hätten sich bewusst für die Sauen-Haltung entschieden und deshalb auch das neue und tierwohlgerechte Deckzentrum mit 140 Plätzen errichtet. Durch die späte Klarheit habe der Betrieb das Problem, dass sie den neuen, bis vor 6 Monaten weit über die damals geltenden Vorschriften hinaus, für 800 000 Euro erbauten Stall, in acht Jahren so nicht mehr betreiben zu dürfen. Denn die darin lebenden Tiere haben hier „nur“ 3,8 von den nun gesetzlich geforderten 5 Quadratmetern Platz.

Viele tausend Euro notwendig

Viele tausend Euro wären für die Familie Wilhelm notwendig, um den Stall auf den aktuellen Stand der Vorschriften zu bringen. Als Alternative bliebe nur  die Reduzierung des Viehbestands, mit der Folge, dass weniger Einkommen erzielt wird. Dieses Dilemma der unkalkulierbaren politischen Beschlüsse ist für die Landwirte existenziell.

Dilemma der unkalkulierbaren politischen Beschlüsse ist für die Landwirte existenziell

Der Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems möchte von Vertretern der Politik wissen, wie man sich dort die Landwirtschaft der Zukunft vorstellt. „Wir wollen wissen, wo die Reise hingeht“, betont der Geschäftsführer Helmut Bleher. „Wir Bauern können nicht heute Millionen in tierwohlgerechte Ställe investieren, wenn diese durch einen gefühlt willkürlich entstandenen Gesetzesbeschluss morgen schon veraltet sind“, so Maurer weiter.

Aus diesem Grund tauschten sich Vertreter des Bauernverbandes und der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner vom BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN auf dem Hof von Maike und Markus Wilhelm in Mulfingen über die vom Bundesrat beschlossenen Regelungen in der Tierhaltung und entsprechende Auswirkungen der Neuerungen vor Ort in Hohenlohe aus.

Ebner: „Warum wurden die Landwirtinnen und Landwirte vom zuständigen Ministerium so lange in Unsicherheit gelassen?“

Abgeordneter Ebner bekennt sich bei seinem Besuch zu einer, für landwirtschaftliche Betriebe existentiell notwendigen, Planungssicherheit. „Das Magdeburger Urteil gab es bereits 2015. Warum wurden die Landwirtinnen und Landwirte vom zuständigen Ministerium so lange in Unsicherheit gelassen?“ Auch auf die Trendumkehr in der Gesellschaft, den Wunsch und die Notwendigkeit nach mehr Tierwohl und einer höheren Umweltverträglichkeit, müssen sich die landwirtschaftlichen Betriebe sicher einstellen können. „Deshalb fordern wir seit langem, dass Leistungen für die Umwelt und die Gesellschaft besonders honoriert werden“, so der Abgeordnete.

„Landwirte dürfen dabei nicht bis an die Schwelle ihrer Existenzsicherheit gefordert werden“

Das beschreibt auch Jürgen Maurer als Vorsitzender des Verbandes und als Landwirt ähnlich. Er weiß, dass sich viele Bäuerinnen und Bauern fragen, wie es weiter gehen soll. Er kündigt an, für die Existenz der Höfe in der Region zu kämpfen. Dabei verkennt er nicht, dass die Bedürfnisse der Menschen unserer Gesellschaft von der Landwirtschaft aufgenommen werden müssen. „Tierwohl ist jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Landwirte dürfen dabei nicht bis an die Schwelle ihrer Existenzsicherheit gefordert werden. Zudem brauchen sie, mit dem Blick auf immer neu entstehende Auflagen, mehr Planungssicherheit“, betont Maurer.

Schweinezüchter Markus Wilhelm: „Wir können weiter existieren, wenn man uns mitnimmt“

Trotz unterschiedlicher Herangehensweisen und kontroversen Diskussionen, wie es funktionieren könnte, ist sich die Gruppe einig, dass Landwirtschaft auskömmlich und zukunftsfähig sein muss. „Wir können weiter existieren, wenn man uns mitnimmt“, sagt Markus Wilhelm.

Markus Wilhelm, Landwirt aus Mulfingen
Foto: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

Markus Wilhelm erläutert seinen Besuchern die politische Problematik
Foto: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.