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„Bei konsequenter Umsetzung des Mindestabstandes dürfte ein normaler Bus noch mit maximal zwölf Personen unterwegs sein“

Maskenpflicht, nach Jahrgangsstufen getrennte Pausenhöfe, regelmäßiges Lüften – auch Schulen und Schüler sind von Corona gefordert. Penibel achten die Lehrer darauf, dass die Vorgaben in den Schulgebäuden eingehalten werden. Doch das scheint nicht für die Busse des Nahverkehr Hohenlohe (NVH) zu gelten, in denen dichtes Gedränge herrscht und sich die Klassenstufen munter vermischen. So wird jedes Hygienekonzept ad absurdum geführt. Eine Leserin, die sich wegen der Situation an GSCHWÄTZ wandte und selbst Mutter von betroffenen Schulkindern ist, formulierte es so: „Wurde das Corona-Virus von oberster Stelle darüber informiert, dass es in den Bussen des NVH Ruhe geben soll und sich nicht auf die Personen, die eng wie Ölsardinen stehen, verbreiten darf?“

Situation am Künzelsauer Busbahnhof

GSCHWÄTZ hat sich selbst einen Überblick verschafft und an einem Schultag morgens am Busbahnhof in Künzelsau Position bezogen. Und tatsächlich: In den Bussen, die aus dem ganzen Hohenloher Umland eintreffen, sind sämtliche Sitzplätze belegt und auf den Gängen stehen die Schüler dicht an dicht.

„Als Massentransportmittel ist dies einfach nicht möglich“

NVH-Betriebsleiter Alexander Wolf schreibt auf Anfrage der Leserin: „Die Bundesländer haben bereits im Frühjahr die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in öffentlichen Verkehrsmitteln vorgeschrieben, da hier der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Bei konsequenter Umsetzung des Mindestabstandes dürfte ein normaler Omnibus noch mit maximal zwölf Personen unterwegs sein. Als Massentransportmittel ist dies einfach nicht möglich – deshalb die Maskenpflicht.“

Bisherige Maßnahmen werden beibehalten

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) schütze die Maske vor einer Ansteckung, so Wolf weiter in seiner E-Mail. Die Verkehrsunternehmen würden zur Reduzierung der Infektionsgefahr ihre bisherigen Maßnahmen wie zum Beispiel verkürzte Reinigungsintervalle während der Pandemie beibehalten, obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch die sogenannte Schmierinfektion, also durch das Berühren von Flächen wie etwa Haltestangen oder Haltewunschknöpfen, gemäß RKI gering sei.

„Wir sind auf die Unterstützung der Schulen angewiesen“

Der Betriebsleiter weist dabei auch auf die Rolle der Schulen und Schulträger hin: „Der NVH hat alle Schulen und Schulträger Ende April, aber auch nochmals zum Ende der Sommerferien angeschrieben. Wir sind auf die Unterstützung der Schulen angewiesen, indem die Schulen mithelfen, die Nachfragespitze in der Hauptverkehrszeit – vor allem zur ersten Stunde – zu verteilen.“ Auch seien die Schulen bereits im Frühjahr vom NVH gebeten worden, gestaffelte Unterrichtszeiten – wo möglich – vorzusehen. Diese Maßnahme solle dazu beitragen, die Besetzung der Fahrzeuge in der morgendlichen Spitzenzeit, in der auch viele Berufstätige unterwegs sind, zu entzerren.

„Leider haben nur wenige Schulen darauf reagiert“

„Leider haben nur wenige Schulen darauf reagiert“, bedauert Wolf. „Wir haben den Schulträgern auch angeboten, aufgrund der Abflachung des Verkehrsangebots ab zirka 8.30 Uhr zusätzliche Fahrten gegen Bestellung durchzuführen. Einige Schulen haben dies zum Anlass genommen, Fahrten zum Beispiel zur dritten Stunde zu bestellen.“ Die Entscheidung darüber liege jedoch bei den jeweiligen Schulträgern.

„Fraglich ist aber, ob diese Maßnahme ausreichen würde“

An Schultagen setzt der NVH rund 120 Fahrzeuge für den Schülerverkehr seien. „Da die Fahrzeuge in der morgendlichen Spitze alle gut besetzt sind, müssten alle 120 Fahrzeuge einen Verstärker bekommen“, so der NVH-Betriebsleiter. „Fraglich ist aber, ob diese Maßnahme ausreichen würde.“ In einem normalen Solo-Bus könnten – mit Steh- und Sitzplätzen – bis zu 85 Schüler befördert werden. Selbst wenn ein Verstärkerfahrzeug eingesetzt werde, seien so pro Bus immer noch 40 bis 45 Schüler im Fahrzeug. Auch hier könne der Mindestabstand nicht eingehalten werden.

Für Verstärkerbusse fehlen Fahrzeuge und Personal

Wolf weiter: „Unabhängig von Corona prüfen wir regelmäßig die Besetzung der von uns eingesetzten Fahrzeuge. Leider lässt es sich nicht vermeiden, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln – egal ob Bahn, S-Bahn oder Bus – Stehplätze in den Hauptverkehrszeiten in Anspruch genommen werden müssen.“ Der flächendeckende Einsatz von Verstärkerbussen sei aus rein praktischen Gründen nicht möglich, weil sowohl Fahrzeuge als auch Fahrpersonal nicht in ausreichender Zahl vorhanden seien. Die Lage werde aber intensiv beobachtet und man habe auch bereits dort, wo es möglich war, kurzfristig reagiert.




Polizei bittet die Bürger, zu Hause zu bleiben

Das Polizeipräsidium Heilbronn bittet die Bürger, möglichst zuhause zu bleiben und soziale Kontakte zu meiden, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Auch die Polizei trifft Vorsorge, um das Ansteckungsrisiko durch möglichst wenig Besucherverkehr zu minimieren. Die Anzeigeerstattung bleibt jederzeit möglich.

Kontaktlos über die Internetwache

Eine kontaktlose Möglichkeit für die Anzeigenerstattung oder das Übersenden von Hinweisen zu Straftaten, die kein sofortiges polizeiliches Einschreiten erfordern, ist mit der Internetwache der Polizei Baden-Württemberg unter https://www.polizei-bw.de/internetwache/ rund um die Uhr gegeben.

Besuchstermine vorab abstimmen

In Fällen, in denen es unbedingt erforderlich ist, persönlich auf einer Dienststelle vorstellig zu werden, bittet die Polizei dringend darum, den Besuch im Vorfeld telefonisch anzukündigen und abzustimmen. Im Dienststellenfinder unter https://www.polizei-bw.de/dienststellenfinder/ sind die Erreichbarkeiten aller Polizeireviere und -posten ersichtlich. Die Polizei in Künzelsau ist unter 07940-9400 erreichbar.

Für Notrufe immer unter der 110 erreichbar

Für Notrufe oder dringende Meldungen ist die Polizei nach wie vor über die 110 erreichbar.

 

Polizei. Foto: GSCHWÄTZ




Sperrung: Kreisstraße 2329 zwischen Zweiflingen und der Kreuzung Schießhof/Eichach

Wie das Landratsamt des Hohenlohekreises mitteilt, muss die Kreisstraße K2329 zwischen dem Ortsausgang von Zweiflingen und der Kreuzung Schießhof/Eichach wegfen Verkehrssicherungsmaßnahmen vom 16. bis voraussichtlich 23. November für den Gesamtverkehr gesperrt werden.

Umleitung über K2330

Auf diesem Streckenabschnitt werden umfangreiche Gehölzpflege- und Baumfällarbeiten durchgeführt. Eine Umleitung wird über die K 2330 – GV Pfahlbach – Schießhof eingerichtet. Der Anliegerverkehr ist bis zur Abschrankung zugelassen.

Waldbesitzer können die Sperrung für eigene Pflegemaßnahmen nutzen

Die Vollsperrung kann von angrenzenden Waldbesitzern zur Erfüllung der eigenen gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht für Fällungen und Pflegemaßnahmen mit genutzt werden.

Strassensperrung




Künzelsauer Raser im Tatort unterwegs

„Na, kleines Rennen gefällig?“, fragt einer der Jünglinge die Fahrer des Porsches, die neben ihnen an einer Ampelkreuzung zum Stehen kommen. Die nebenstehenden etwas gesetzter aussehenden Herren antworten: „Warum nicht.“ Die Jünglinge freuen sich schon, bis, ja bis der Porschefahrer entspannt ein Blaulicht zückt und es auf das Porschedach setzt. Dass es sich bei diesem Porsche um einen verdeckten Streifenwagen handelt, damit hätten die jungen Raser wohl nicht gerechnet. Dem Raser entgleisen die Gesichtszüge, als er das Blaulicht sieht. Er selbst sitzt in einem vermutlich getunten Auto mit – Achtung: Künzelsauer Kennzeichen. Der Porsche trägt ein Stuttgarter Kennzeichen.

Dies ist keine Szene aus einem Polizeibericht über Autorennen, sondern aus einem Tatort des öffentlich-rechtlichen Fernsehens (SWR), der in Stuttgart spielt. Im Hintergrund sieht man denn auch eine Brücke mit der richtungsweisenden Aufschrift „Hanns-Martin-Schleyer-Halle“.

Es ist nicht bekannt, wie alt diese Tatort-Aufzeichnung ist.  Immerhin kursiert sie aber derzeit in den sozialen Medien, allen voran in diversen Hohenloher WhatsApp-Gruppen mit einem speziellen Hinweise auf das Künzelsauer Kennzeichen.

Was genau die Tatort-Macher damals bewogen hat, ein Künzelsauer Kennzeichen an das Auto der Raserjungs zu montieren, ist nicht bekannt. Vielleicht gibt es in Künzelsau besonders viele rennbegeisterte Fahrer.




Landratsamt hebt Alkohol-Sperrzeit für Gastronomie auf

Der Hohenlohekreis hat seine Allgemeinverfügung, die eine Sperrstunde für Gastronomiebetriebe sowie ein Verkaufsverbot für alkoholische Getränke ab 23:00 festgelegt hat, aufgehoben. Grund für die Aufhebung ist, dass es mit der Corona-Verordnung des Landes seit dem 02. November 2020 eine landeseinheitliche Regelung gibt und daher keine kreiseigene Regelung mehr notwendig ist.

Die landesweite Corona-Verordnung schränkt die Abgabe von Alkohol nicht gesondert ein. Daher kann man zur Mitternachtspizza auch eine Flasche Rotwein kaufen.

Text: Matthias Lauterer

 




Polizei sucht Grafitti-Maler

In der Nacht von Dienstag, 03. November 2020, auf Mittwoch, 04. November 2020, verewigte sich, so die Polizei, ein Unbekannter mit mehreren Tags und Graffitis auf Hauswänden und Verteilerkästen in Künzelsau. Die Polizei weiter: „Im Zeitraum zwischen 19 Uhr und 9 Uhr hinterließ der Unbekannte eine mit schwarzem Permanentmarker gemalte Pistole mit dem Schriftzug „Laser“ sowie mehrere kleinere Schmierereien auf einem Firmengelände in der Gaisbacher Straße. Auch in der nahegelegenen Stettenstraße wurden ähnliche „Kunstwerke“ entdeckt.“

Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei hofft nun auf Zeugen, die Hinweise auf den Urheber geben können. Diese nimmt das Polizeirevier Künzelsau unter der Telefonnummer 07940 9400 entgegen.

Erreichbarkeit der Polizei im Hohenlohekreis

Im Rahmen der Corona-Maßnahmen trifft auch die Polizei Vorsorge, um das Ansteckungsrisiko durch möglichst wenig Besucherverkehr zu minimieren. Die Anzeigeerstattung bleibt jederzeit möglich. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit der Kontaktaufnahme über die Internetwache der Polizei Baden-Württemberg besteht. Die Anzeigenerstattung oder das Übersenden von Hinweisen zu Straftaten, die kein sofortiges polizeiliches Einschreiten erfordern, sind online unter https://www.polizei-bw.de/internetwache/ rund um die Uhr möglich. In Fällen, in denen es unbedingt erforderlich ist, persönlich auf einer Dienststelle vorstellig zu werden, bittet die Polizei dringend darum, den Besuch im Vorfeld telefonisch anzukündigen und abzustimmen. Im Dienststellenfinder unter https://www.polizei-bw.de/dienststellenfinder/ sind die Erreichbarkeiten aller Polizeireviere und -posten ersichtlich.

Notruf 110 immer erreichbar

Für Notrufe oder dringende Meldungen ist die Polizei nach wie vor über die 110 erreichbar.

 




Straßensperrung zwischen Ohrnberg und Sindringen

Wie das Landratsamt des Hohenlohekreises mitteilt, muss der Kanalweg zwischen dem Ortsausgang von Ohrnberg und Sindringen vom 23. November 2020 bis voraussichtlich 7. Dezember 2020 für den Gesamtverkehr gesperrt werden.

Umleitung über L1045

In dieser Zeit werden umfangreiche Gehölzpflege- und Baumfällarbeiten durchgeführt. Eine Umleitung wird für diese Zeit über die L1045 eingerichtet. Der Anliegerverkehr ist bis zur Abschrankung zugelassen.

Waldbesitzer können die Sperrung für eigene Pflegemaßnahmen nutzen

Die Vollsperrung kann nach vorheriger Rücksprache mit dem zuständigen Revierleiter Thomas Schmitt unter Tel. 0172 1707736 von angrenzenden Waldbesitzern zur Erfüllung der eigenen gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht für Fällungen und Pflegemaßnahmen mit genutzt werden.

Strassensperrung

 




„Viele Studios wird es nächstes Jahr nicht mehr geben“

80 Prozent der Menschen, die ins Fitnessstudio gehen, verfolgen beim Training medizinische Ziele. Das Training verschafft ihnen Schmerzlinderung, einen physischen und psychischen Ausgleich und eine Besserung von ernst zu nehmenden Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck. Nicht zu vergessen ist der Reha-Sport, der Patienten nach schweren Krankheitsverläufen wieder ein normales Leben ermöglicht.

„Jeder hat seine Hausaufgaben gemacht, nur unser Staat nicht“

„Ich spreche jetzt einmal für alle Selbstständigen, die etwas zu verlieren haben“, sagt Michael Maibaum, Leiter des Fitnessstudios Corpus 2000 in Künzelsau-Gaisbach. „Wir alle haben akribisch danach geschaut, dass Regeln eingehalten und Vorgaben erfüllt werden. Ich kenne keinen einzigen Fall – auch von den Kollegen – wo es in einem Fitnessstudio einen nachweisbaren Corona-Fall gegeben hätte.“

Dem 54-Jährigen ist der Schock über die erzwungenen Schließungen aller Fitnessstudios ab dem zweiten November deutlich anzumerken. Diese Maßnahmen seien unverhältnismäßig und willkürlich. „Jeder hat seine Hausaufgaben gemacht, nur unser Staat nicht. Bei uns im Studio herrscht eine einhundertprozentige Transparenz, wir können jeden Besuch nachvollziehen, haben stimmige Konzepte. Jetzt stellt sich die Frage, wo man die Schlange zuerst köpft. Natürlich am Kopf! Das sind aber nicht die Fitnessstudios. Ich komme aus dem Kopfschütteln schon gar nicht mehr heraus.“

„Da kannst du deine Hausaufgaben machen, wie du willst – du hast keine Chance“

Der vierfache Vater ist enttäuscht: „Wir haben die letzten Monate hart dafür gearbeitet, alle Vorgaben umzusetzen. Es fühlt sich einfach scheiße an, jetzt trotzdem schließen zu müssen. Ich fühle mich verarscht von unserer Regierung, ganz einfach! Was haben die für ein Recht, in einer Demokratie, einfach meinen Laden zuzumachen, weil irgendwelche Zahlen in den Raum geschmissen werden? Was können wir dafür, wenn sich Menschen in den Ballungsgebieten nicht an die Regeln halten und sich Corona deshalb dort rasend schnell verbreitet? Hier auf dem Land bekommt man davon nichts mit! Doch da werden jetzt wir dafür bestraft! Wir müssen jetzt dafür büßen! Manche mit ihrer Existenz und manche mit sehr, sehr viel Geld. Es geht nicht nur um diesen einen Monat, in dem wir keine Beiträge gezahlt bekommen, sondern es geht um die Folgeschäden. Der November ist eigentlich unser umsatzstärkster Monat, im November schließen wir die meisten Neuverträge ab. Nun haben wir keine Möglichkeit mehr dazu, doch die Kündigungen kommen trotzdem. Da kannst du deine Hausaufgaben machen, wie du willst – du hast keine Chance! Jetzt waren wir gerade am Abfangen des letzten Lockdowns, haben gesagt: ‚Okay, es geht langsam wieder aufwärts‘ – Jetzt machen sie uns wieder zu.“

„Ich fühle mich beschissen, auf den Arm genommen, verarscht“

Auch im EnergieLaden in Künzelsau ist der Leidensdruck groß. Patric Donner, der Inhaber des Studios, sieht vor allem „dem Rattenschwanz“, der auf die Schließungen folgen wird, mit Schrecken entgegen. Außerdem merke man nun besonders, welche Branchen eine schlagfertige Lobby hätten: „Man stelle sich einmal vor, dass Mercedes geschlossen würde. Das ist unvorstellbar. Sanktioniert werden die Kleinen. Wir haben in Hygienekonzepte investiert und die Verordnungen, wie vorgeschrieben, umgesetzt. Nun müssen wir trotzdem schließen. Ich fühle mich beschissen, auf den Arm genommen, verarscht – Was soll ich sagen? Die Botschaft aus Frau Merkels Ansage war ja, dass die Gesundheitsämter nicht mehr nachvollziehen könnten, woher die Infektionen kämen. Als Reaktion darauf müssen nun Fitnessstudios und Kneipen geschlossen werden, die wiederum absolut transparent darlegen können, wer wann bei ihnen trainiert hat. Das ist absolut widersprüchlich. Ganz nach dem Motto: ‚Wir wissen nicht mehr, was wir machen sollen, also schließen wir eben die, die man am einfachsten nehmen kann.‘“

„Ich ernähre meine Kinder, muss unser Zuhause bezahlen“

Der 50-Jährige sieht, wie so viele in seiner Branche, einer ungewissen Zukunft entgegen. Er sagt ganz klar: „Ich möchte mir überhaupt nicht ausmalen, noch mehr Mitglieder zu verlieren. Ich ernähre meine Kinder, muss unser Zuhause bezahlen. Ich muss ja auch die Geräte im Studio noch abbezahlen. Wenn ich keine Mitglieder mehr habe, habe ich keine Kohle mehr. Der Rattenschwanz zieht sich da weiter, so wie überall.“

„Wir können keinerlei staatliche Hilfen erwarten, denn diese beziehen sich immer auf die Umsätze des Vorjahres.“

Den Studio-Betreibern steht eine Entschädigung von bis zu 75 Prozent des Umsatzes im November 2019 zu. Doch diese ist ungleich verteilt und nur oberflächliche Symptombekämpfung, wie Maibaum erklärt: „Also vom Grundgedanken her ist die Idee mit den 75 Prozent schon in Ordnung, doch das Problem sind die Folgeschäden, die langfristig definitiv Schwierigkeiten bereiten werden. Das hat man nach dem ersten Lockdown schon bemerkt und jetzt kommt das zweite Mal. Alleine heute sind schon wieder fünf oder sechs Kündigungen reingekommen. Denken Sie doch einmal weiter: Unsere Kinder und deren Kinder können diese Scheiße noch abbezahlen. Was glauben Sie, wo die Regierung das Geld für die zig Milliarden her nimmt, die die Wirtschaft wieder ankurbeln sollen?“ Doch einige Studios fallen komplett durch das Netz der staatlichen Hilfen. „Wir haben unser MG Studio in Kupferzell im Februar dieses Jahres eröffnet“, erklärt Lisa Löchner, Studioleiterin des MG Studios in Kupferzell. Die 25-Jährige hat eine positive, dynamische Ausstrahlung und ein Lachen, das ansteckt. Wenn sie über die Zukunft ihres Studios spricht, wirkt sie plötzlich ganz nachdenklich: „Wir können keinerlei staatliche Hilfen erwarten, denn diese beziehen sich immer auf die Umsätze des Vorjahres. Wenn es die eben nicht gibt, dann kann man 75 Prozent von nichts erwarten.“ Die junge Frau appelliert an ihre Mitglieder: „Bleibt geduldig und schenkt uns weiterhin Euer Vertrauen!“

Das MG Studio bezieht in seiner Pressemitteilung klar Stellung: „Im Frühjahr haben wir die Maßnahmen wegen der unsicheren Faktenlage respektiert. Heute fehlt hierfür aus unserer Sicht jegliche Grundlage.“

Text und Video: Priscilla Dekorsi

 




„Alles, was mit Freizeit zu tun hat, ist jetzt eingeschränkt“

Am kommenden Samstag, den 07. November 2020, veranstaltet die Gruppe „Zusammenhalt Öhringen“ einen Demonstrationszug durch Öhringen. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr auf dem Marktplatz, heißt es in einer Pressemitteilung. Thema sollen die Zwangsschließungen sein, die im Zuge des neuerlichen Lockdowns light in Kraft getreten sind. Organisatorin ist die Outdoor-Trainerin Dajana Wildt, die selbst von den Schließungen betroffen ist. „Alles, was mit Freizeit zu tun hat, das soziale Leben ist jetzt eingeschränkt“, bedauert sie. „Der Ausgleich zum Alltag fehlt.“

Einige Maßnahmen seien möglicherweise sinnvoll, so die Organisatorin, keineswegs aber die Schließungen der Gastronomie, der Hotellerie, der körpernahen Dienstleister, der Vereine und Schausteller. Diese seien für lediglich weniger als ein Prozent aller Ansteckungen verantwortlich, habe eine Studie des Robert-Koch-Instituts gezeigt. Bereits die Schließungen im Frühjahr seien zudem für viele Betriebe existenzgefährdend gewesen.

Die Demonstration ist mit 100 Teilnehmern angemeldet. Die Resonanz vor allem in den sozialen Netzwerken sei sehr gut, sagt die Organisatorin. Auch aus Heilbronn hätten sich Teilnehmer angekündigt.

„Zusammenhalt Öhringen“ betont, dass die Demonstration unter freiem Himmel und unter Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen stattfinden wird.

 




Verkaufsoffener Sonntag

Aufgrund der Pandemie-Einschränkungen musste der traditionelle Herbstmarkt, der für den kommenden Sonntag, den 08. November 2020, in Künzelsau geplant war, abgesagt werden. Der verkaufsoffene Sonntag der Werbegemeinschaft Künzelsau findet an diesem Tag allerdings statt.

Die Geschäfte in der Innenstadt haben von 12 bis 17 Uhr geöffnet.