1

„Es geht darum, Verständnis in der Gesellschaft dafür zu wecken, wo Gewalt anfängt“

„Du bist nichts ohne mich, Nina. Nichts.“ Nina ist die Protagonistin des neuen Romans von GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann. Der Roman zeigt auf, wie narzisstisch-toxische Partnerschaften funktionieren und wie Nina ihren Weg heraus findet, welche Opfer sie dafür bringen muss, was sie aber auch gewinnt und wer ihr auf ihrem Weg am meisten hilft.

Der Roman verknüpft Belletristik mit Beispielen aus Theorie und Praxis rund um die Themen Narzissmus, toxische Beziehung, Machtmissbrauch, psychische und physische Gewalt, Täter-Opfer-Umkehr, Entfremdung und Selbstfindung.

„Es geht in meinem Roman um viele bedeutende Themen in unserer Gesellschaft, über die leider nach wie vor in Deutschland viel zu wenig gesprochen wird und dadurch nach wie vor oft noch großes Unverständnis herrscht“, erklärt die Autorin. Für ihren Roman und in ihrer Rolle als Journalistin hat sie mit vielen Betroffenen gesprochen, die ihr von ihrem Weg aus einer stark toxischen Beziehung berichtet haben, auch mit all den gerichtlichen Hürden. „Mir geht es auch darum, aufzuzeigen, wo Gewalt anfängt.“ Aufgrund der noch immer zahlreichen Gerichtsurteile, die eine Täter-Opfer-Umkehr zulassen, gründete Sandra Hartmann 2023 das deutschlandweit agierende META-Netzwerk LÖW:INNEN, um Betroffene zu unterstützen, Öffentlichkeit für diese Themen zu schaffen und für strukturelle Veränderungen bei Gerichten und Jugendämtern und zu sorgen.

Der neue Roman von GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann feiert nun seine offizielle Premiere und kann auch direkt über unser Nachrichtenportal für 19,90 erworben werden. Einfach eine Mail (gschwaetz@gschwaetz.de) oder WhatsApp (0172/68 78 474) mit dem dem Stichwort „Bestellung Entschulde Dich“ an uns schreiben.

Es wird auch diverse Autoren-Lesungen geben. Wer Interesse als Zuhörer:in oder Veranstalter:in hat, darf sich ebenfalls gerne an uns wenden, via Mail (gschwaetz@gschwaetz.de) oder WhatsApp (0172/68 78 474).




Der Tragödie erster Teil

Das Theater im Fluss hat sich in diesem Jahr für einen Schauspielklassiker schlechthin entschieden: Faust – Der Tragödie erster Teil wird im Kocherfreibad in Künzelsau unter der Regie von Thomas Höhne aufgeführt. Bühne und Kostüme: Ilona Lenk.

Die Premiere ist am 05. Juni um 18 Uhr. Weitere Spieltermine, jeweils um 19.30 Uhr:

Freitag, 07. Juni, Samstag, 08. Juni, Donnerstag, 13. Juni, Samstag, 15. Juni, Donnerstag, 20. Juni, Freitag, 21. Juni, Samstag, 22. Juni, Mittwoch, 26. Juni, Freitag, 28. Juni, Sonntag, 30. Juni, Mittwoch, 03. Juli, Freitag, 05. Juli, Samstag, 06. Juli.

Die Karte kostet im Vorverkauf 19 Euro (ermäßigt 14 Euro), Abendkassenzuschlag: 2 Euro, Premiere: 30 Euro (ermäßigt: 25 Euro). Vorverkauf: Tabak Brückbauer Künzelsau, online über Reservix oder http://www.theater-im-fluss.de

Im vergangenen Jahr gab es ebenfalls einen Klassiker zu sehen: William Shakespeares Ein Sommernachtstraum

Wer Interesse hat, selbst einmal mitzuspielen, kann sich bei dem Ensemble direkt melden:

Theater im Fluss Künzelsau e.V.
c/o Sigrun Hellinger
Zollstockweg 52
74653 Künzelsau
Tel.: 07940 9818390
E-Mail: info@theater-im-fluss.com
Web: www.theater-im-fluss.com

Theater im Fluss Aufführung am 10. Juni 2017 in Künzelsau – Ausschnitt 2 (youtube.com)

 

 




To all the moms, women and girls fighting for their rights somewhere out there…

Der heutige Muttertag gebührt all jenen Mamas, Frauen und Mädchen, die für ihre Rechte eingetreten sind, gegen alle Widrigkeiten und Obrigkeiten. Die den Weg frei gemacht haben für Gleichberechtigung, für das Recht, nicht vergewaltigt werden zu dürfen in der Ehe – was bis in die 1990er Jahre noch erlaubt und von manchen Bundestagsabgeordneten noch verteidigt wurde -, die mit all ihrem Mut eintreten für eine faire, gleich gestellte Behandlung und Bezahlung am Arbeitsplatz, für eine Gleichstellung und Gleichbehandlung vor Gericht, die eintreten für eine gleichberechtigte Partnerschaft, für ein gleiches im Leben an sich und die damit den Weg frei machen für ein besseres Leben ihrer Töchter.

Denn …

…noch heute müssen Frauen vor Gericht beweisen, dass sie häusliche Gewalt, emoional und/oder pysisch erfahren haben.

…noch heute werden Sexualstraftäter oft nur ein paar wenige Jahre verurteilt, auch wenn es um Kinder geht.

…noch heute gibt einen großen Gender Gap

…noch heute sind in der Politik Frauen mit einem großen Abstand in der Minderzahl und werden damit nur unzureichend vertreten

…noch heute werden Frauen und Mädchen nicht ausreichend geschützt

 




5 Frauen, 15 Männer – Das kann die CDU doch besser, oder?

Wahlen am 09. Juni: Nun präsentieren sich auch offiziell die Kandidat:innen von der CDU, der SPD und den Grünen und werben an verschiedenen Orten im Hohenlohekreis für ich und ihre Partei. Dabei sticht besonders ein Name heraus.

Das sind die CDU-Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 09. Juni 2024.

Nun haben alle relevanten Fraktionen und Parteien ihre Kandidaten für die Kommunalwahlen am 09. Juni präsentiert. Auffällig ist dabei, dass sich alle Parteien eher auf Allgemeinplätze fokussieren, was sie gerne bewirken möchten für Künzelsau und die Region, zuvorderst die Weiterbelebung der Innenstadt, nachhaltige Mobilitätskonzepte und schnelles Internet (SPD und Grüne), Sicherheit, Förderung von Kindern und Jugend und „Bewahrung der Natur“ (CDU). Alle drei großen Parteien verzichten dabei auf die Benennung von Dingen, die sie bisher bereits in Vergangenheit geleistet haben für für Bürger:innen im Hohenlohekreis. Das ist schade, wäre es doch eine Chance, zu zeigen, wir Versprechungen in Taten umgesetzt werden.

Noch nie waren auch die Trennlinien zwischen den einzelnen Parteien so unscharf. Für eigentlich „grüne“ Themen wir Klimaschutz werben jetzt ebenso radikal die CDU und die AfD. Der Markenkern der SPD, das soziale Wesen, steht jedoch weiterhin an erster Stelle. Sie möchten sich einsetzen für bezahlen Wohnraum, den es in Künzelsau durch die starke Wirtschaft und dementsprechend viele Pendler, auch weiterhin nicht so ohne Weiteres gibt. Des Weiteren fordern sie einen Ausbau von Ganztagesschulen und einen Ausbau des Krankenhausareales mit mehr Praxen.

Unter den CDU-Kandidaten ist auch Eberhard Gienger.

Auffällig bei der CDU ist der noch immer sehr schwache Anteil an Frauen bei der Präsentation der Kandidat:innen, da die ohnehin als Altherrenpartei verschriene CDU sich dringend transformieren müsste in die Neuzeit – auch im Hohenlohekreis. Ein Name fällt bei der Kandidatenliste besonders auf: Eberhard Gienger, der bis 2021 Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Neckar-Zaber war. Nun kandidiert der gebürtige Künzelsauer für Künzelsau. Gienger, 72 Jahre, ist ein ehemaliger deutscher Kundtturner und seit über 20 Jahren Politiker der CDU.

SPD und Grüne haben wieder eine gemeinsame Wahlliste.

Das sind die Kandidaten der Grünen und der SPD.

Wahlkampfveranstaltungen der CDU.




Ingelfingen: Wahlplakat beschädigt – Zeugen gesucht

Nachdem in Ingelfingen zwischen vergangenen Donnerstag und Montag ein Wahlplakat mit einem Stift beschmiert wurde, sucht die Polizei Niedernhall Zeugen des Vorfalls. Das Plakat ist in der Christian-Bürkert-Straße angebracht. Hinweise zum Täter oder der Täterin werden unter der Telefonnummer 07940 8290 entgegengenommen.

Auch in Öhringen und Heilbronn wurden etliche Wahlplakate Anfang Mai zerstört. Deutschlandweit häufen sich derzeit Fälle von Vandalismus hinsichtlich Wahlplakaten für die Europawahl am 09. Juni. Auch Kommunalwahlen sind an diesem Tag.




Erhöhte Terrorgefahr in Deutschland

Die Vereinigten Staaten haben eine neue Warnstufe für Reisen nach Deutschland herausgegeben. Der Grund: Erhöhte Terrorgefahr. Das US-Außenministerium hat Deutschland auf Stufe 2 von 4 eingestuft und drängt US-Bürgerinnen und US-Bürger, die nach Deutschland reisen, zu „erhöhter Vorsicht“.

Das US-Außenministerium warnt vor der fortgesetzten Planung von Anschlägen durch terroristische Gruppen in Deutschland. Daher empfiehlt das Land seinen Bürgern seit dem 1. Mai, bei Reisen in die Bundesrepublik „erhöhte Vorsicht“ walten zu lassen. Das berichtet unter anderem die „New York Post“. In der Warnung wird betont, dass „terroristische Gruppen weiterhin Anschläge in Deutschland planen“.

Besonders vor touristischen Orte, Verkehrsknotenpunkten, Hotels, Restaurants, Clubs, Gotteshäuser, Parks sowie Sport- und Kulturveranstaltungen wird gewarnt, da diese häufig Ziele für Angriffe werden. Das Ministerium betont, dass Terroristen oft ohne oder mit nur geringer Vorwarnung zuschlagen könnten.

Mit ihrer Reisewarnung sind die USA nicht allein. Kanada gab Ende März 2024 ebenfalls eine Warnung für Deutschland aus und empfahl Reisenden, „ein hohes Maß an Vorsicht walten zu lassen“. Auch das Vereinigte Königreich warnt seine Bürgerinnen und Bürger und verweist dabei auf frühere terroristische Vorfälle in Deutschland, darunter etwa die terroristischen Attacken in Halle 2019 und Hanau 2020.

Die EM 2024 startet im Juni 2024 – das Land rüstet sich auch hier gegen potenzielle terroristische Anschläge.




Ein Träumchen

Am Rande des Dorfes Hollenbach (Hohenlohekreis) steht ein hochmoderner, etwas futuristischer Quader, 12 auf 10 Meter groß, der innerhalb von einem halben Tag aufgebaut war. Dort kann man seit vier Monaten rund um die Uhr einkaufen, Personal gibt es nicht, die Kunden machen alles selbst. Auch das Laden von E-Autos ist möglich.

Beliefert von regionalen Bäckern und Landwirten

Solch ein autonomer Einkaufsmarkt ist nichts Neues, doch der Betreiber André Haun hat in Mulfingen-Hollenbach ein ganz anderes Konzept aufgezogen als andere Anbieter. Hier kümmert sich beispielsweise der örtliche Verein „die Hollenbäcker“ um die Brote, Brötchen und das Gebäck.

Zusätzlich hat sich der Betreiber André Haun die Erzeuger und Landwirte aus dem Umkreis mit in den Laden geholt – das war die Grundidee: 17 Anbieter hat er bisher gewinnen können.

Es gibt auch fast 1.700 Alltagswaren wie Toilettenpapier, Tierfutter oder Kaffee. Die Kunden können in einem Wunschbuch eintragen, was ihnen fehlt; dementsprechend wird das Angebot verändert.

Die Kunden im Hollenbacher „dahoom“-Regionalmarkt heißen Mitglieder. Denn die elektronische Eintrittskarte kostet einmalig zehn Euro, so soll es größere Sicherheit im Laden geben. Das Geschäft ist gut angelaufen. André Haun zählt bis heute gut 1.050 Mitglieder und verschickt pro Tag weitere zehn bis 20 elektronische Mitgliedskarten. Die Einkaufsgemeinde wächst also. „Jetzt ist noch wichtig, dass natürlich auch der Umsatz wächst, das muss wirtschaftlich sein“, betont André Haun. Die Mitgliedskarte kann man unter folgendem Link bestellen: https://www.dahoom-markt.de/mitgliedskarte-bestellen

E-Ladesäule gibt es auch

Ein Bündnis aus Kirchen und Gewerkschaften, die „Allianz für den freien Sonntag“, fordert die Schließung von autonomen Läden im Land an Sonn- und Feiertagen, sechs Tage reichen für die Nahversorgung. Da grinst Betreiber André Haun im hohenlohischen Hollenbach nur verschmitzt, denn der Laden ist eine Tankstelle: „Ja, wir sind Hohenloher Schlitzohren, man muss nur wissen, wie.“

Durch eine Kooperation mit den Stadtwerken Tauberfranken ist am „dahoom“-Regionalmarkt in Mulfingen-Hollenbach eine E-Ladesäule mit zweimal elf KW installiert, das ist die gesetzliche Vorgabe. Somit kann hier rund um die Uhr getankt und logischerweise auch rund um die Uhr eingekauft werden – auch an Sonn- und Feiertagen.

Damit sich der autonome Regionalmarkt ohne Personal überhaupt gut rechnet, ist das Gebäude ein Modul mit 120 Quadratmetern Fläche, deren Fertigteile in einem halben Tag aufgebaut sind. Weil es immer die gleichen Teile sind, können sie kostengünstig und schnell hergestellt werden. Die Idee zum modularen Dorfladen hatte der Langenburger Unternehmer Wolfgang Maier. „Modulbau ist wie Lego spielen, […] dass man vereinfacht bauen kann zu günstigen Konditionen“, erklärt Maier.

 




Eltern dürfen weiterführende Schule nicht mehr frei entscheiden

Es ist vollbracht. Die 2012 abgeschaffte verbindliche Grundschulempfehlung ist zurück, etwas modernisiert zwar, quasi in Form einer Grundschulempfehlung 2.4. Das hat die grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg entschieden. Aber das Grundproblem ist fortan wieder da, für das Deutschland weltweit berühmt-berüchtigt ist: Die Undurchlässigkeit des Bildungssystems. In kaum einem anderen Land in Europa ist der soziale Aufstieg schwerer. Das Angestelltenkind bleibt angestellt, das Managerkind wird Manager.

Bis 2012 entschied der Lehrer der vieren Klasse weitestgehend allein

Bis 2012 entschied der/die Lehrer in der vierten Klasse weitestgehend allein, zu welcher Schule er/sie dem Kind rät. Diese so genannte Grundschulempfehlung wurde abgeschafft, um ein durchlässigeres Schulsystem zu schaffen. Es gibt seitdem zwar immernoch Empfehlungen seitens der Schule, doch diese sind nicht mehr bindend. Damit könen Eltern und Kinder seitdem selbst entscheiden, auf welche weiterführende Schule es gehen möchte.

Viele Eltern entscheiden anders als die Grundschulempfehlung

Laut einer Studie des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg bezogen auf das Schuljahr 2019/2020 entscheiden viele Eltern anders als die Grundschulempfehlung. Noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts war die Hauptschule mit 34 Prozent die meistgewählte Schulart. Im Schuljahr 2019/2020 lag die Quote nur noch bei 23 Prozent – während die Entscheidung für das Gymnasium von 34 Prozent auf 47 Prozent hochschnellte. So entschieden sich 2019/2020 etwa 16 Prozent der Kinder mit einer Realschulempfehlung für das  Gymnasium. Die Folgen sind lau dem Statistischen Landesamt deutlich heterogenere Klassen, was es Lehrer:innen nicht einfacher macht, Kinder unterschiedlichster Niveaus zu unterrichten. Am stärksten sind davon laut der Studie des Statistischen Landesamtes davon Realschulen betroffen.

Künftig Leistungstests

Kein Wunder also, dass man nun erwogen hat, die Grundschulempfehlung wieder verbindlicher ausfallen zu lassen. Sie soll künftig aus drei Komponenten bestehen: Lehrerempfehlung, Leistungstest und Elternwunsch. Stimmen zwei davon überein, soll das den Ausschlag geben. Sprich: Wenn ein Kind eine Realschulempfehlung hat, die Eltern sich aber ein Gymnasium wünschen, muss das Kind fortan einen Leistungstest hierfür absolvieren.

Eine verbindliche Empfehlung wäre ein Rückschritt, sagte Joshua Meisel, Vorsitzender des Landesschülerbeirats einer Mitteilung zufolge am Donnerstag in Stuttgart. Dadurch werde die Bildungsgerechtigkeit in Baden-Württemberg eher behindert als gefördert.

Der Druck werde dadurch wieder steigen

In vielen Fällen beruhe die Empfehlung nicht auf dem tatsächlichen Potenzial der Kinder, sondern auf anderen Faktoren, etwa der Herkunft. «Im Grundschulalter ist es nicht gerechtfertigt, Schülerinnen und Schülern eine Richtung vorzugeben, die ihre künftige Schullaufbahn in solch hohem Maße bestimmt», so die Schülervertretung. Sie fürchtet, dass eine verbindliche Grundschulempfehlung Kinder schon in jungen Jahren stark unter Druck setzen werde.

Kretschmann: „Vertrauen Sie den Lehrern!“

Unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) war die verbindliche Grundschulempfehlung vor zwölf Jahren abgeschafft worden. Unlängst erklärte er dazu: «Ich habe schon damals an die Eltern appelliert: Bitte ignorieren Sie die Grundschulempfehlung nicht, vertrauen Sie den Lehrern! Eltern weichen immer wieder vom Lehrervotum ab. Manche glauben, ihre Kinder gehören aufs Gymnasium, auch wenn der Lehrer zur Realschule rät. Diese Form der Selbstermächtigung beunruhigt mich. Klar sollen sich Menschen in einer Demokratie informieren und eine eigene Meinung bilden. Problematisch wird es, wenn sie glauben, dass sie alle gleich Experten sind.»

Der Philologenverband und der Realschullehrerverband fordern seit Jahren, die Wahlfreiheit der Eltern einzuschränken. «Die Freigabe der Grundschulempfehlung 2012 war ein Kardinalfehler in der baden-württembergischen Bildungspolitik, der den Abwärtstrend des schulischen Bildungserfolgs in Baden-Württemberg deutlich verstärkt hat», meint der Philologen-Landesvorsitzende Ralf Scholl.

 




„Personal einsparen – Manager streichen“

Am 09. Juni sind neben den Europaparlamentswahlen auch die Gemeinderatswahlen. Für die Region Künzelsau und Öhringen präsentieren sich nun die Kandidat:innen.

Die Fraktion für Künzelsau (FFK) schickt 22 Bewerb:innen ins Rennen, darunter bekannte Namen wie Sebastian Faber, den man auch als Sänger „Buddy“ kennt, Hauke Hannig, PR-Frontmann bei Ebm-Papst, Ärztin Dr. Andreas Grups oder Suzi Tomasinjak vom Prestige Kino in Künzelsau. Die großen Schlagworte de FFK: „bürgernah. dynamisch. kompetent“. Soweit so unkonkret. Mit dem Hashtag #WirfürKünzelsau werben sie unter anderem für „wirtschafsfreundliche Rahmenbedingungen, insbesondere für Gründer und Kleingewerbe, eine „Belebung der Innenstadt“ und dafür, dass Künzelsau attraktiv für Familien bleibe.

Sie sind die einzigen, die auf ihrem Wahlplakat zumindest ein lokales Foto (vom Künzelsauer Rathaus) veröffentlicht haben, ansonsten bleibt der lokale Bezug, etwa mit konkreten Projekten und Visionen für Künzelsau durch weitestgehend allgemeine Forderungen, die man sicher für jede zweite Kleinstadt in Baden-Württemberg anführen könnte, weitestgehend im m Nebulösen. Schade. Ein Punkt lässt allerdings dann noch nochmal aufhorchen: Die FFK-Kandidat:innen möchten die „medizinische Versorgung nachhaltig sicherstellen“.

Wie das gelingen soll – nach Schließung des Krankenhauses, einem zunehmend schwächelnden Rettungsdienst und einer Vergreisung der Arztpraxen, man weiß es nicht. Schön wäre es, wenn zu diesem Punkt bald mehr erfahren würde.

Die Freien haben ebenfalls prominente Gesichter in ihren Reihen, unter andem die Ärztin Andrea Faust und die ehemalige Bürgermeisterin und Exfrau von Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer: Monika Chef. Die Kandidat:innen für die Freien werden schon etwas konkreter, welche Ambitionen sie für Künzelsau haben und wie sie die Kreisstadt positiv verändern möchten. So möchten sie unter anderem eine „klimaneutrale Innenstadt, schnelles Internet, bezahlbaren Wohnraum und eine gute Betreuung unserer Senioren“. Zudem betonen sie: „Wir stehen für die freiheitlich-demokratische Grundordnung“ ein. Eine Spitze Richtung AfD?

Die AfD wirbt bei den Gemeinderatswahlen, wie auch überregional, mit der Liebe zum Land, in dem Fall zu Hohenlohe. Für den Hohenlohekreis schicken sie insgesamt 23 Kandidat:innen ins Rennen, darunter der Landtagsabgeordnete Anton Baron für den Wahlkreis Künzelsau und der ehemalige TSV-Vorstand Bernd Bauer für de Wahlkreis Kochertal-Ingelfingen. Ihr Wahlprogramm ist zwar deutlich konkreter wie die Wahlprogramme der anderen Fraktionen, beinhaltet aber auch diverse überregionale denn lokale Themen, wenn sie unter anderem fordern, „Wälder aufzuforsten statt wirkungsloser Klimamilliarden“ auszugeben. Erstaunlich viele grüne Themen hat die AfD auf der Agenda. So sind sie gegen die Abholzung von Wäldern für Windkraftanlagen und fordern eine Gelbe Tonne anstatt Gelber Säcke. Ebenso wie die FFK setzen sie auf einen sparsamen Haushalt, unter anderem dadurch, Managerposten zu streichen sowie ein „bodenständiges Kreishaus anstatt einen Verwaltungspalast“ zu bauen.

 




Wenn aus einer Stadt ein Biergarten wird

Auf den 30. April freuen sich in Deutschland jedes Jahr viele Kinder. Denn traditionell werden an diesem Tag nicht nur diverse Maibäume allerorten errichtet, oft bezaubernd bunt geschmückt. Dazu lädt die Dorfgemeinschaft zu Speis und Trank ein. Auch die Kinder haben ihren Spaß, ziehen oft mit Toilettenpapier abends um die Häuser, wickeln Autos damit ein, schmieren Seife auf die Türklinken und stellen so manch anderen Unfug an. Empfehlenswert an diesem Abend ist es auch, immer jede Gießkanne und Fußmatte vom Grundstück zu entfernen, da diese ansonsten am nächsten Tag eventuell irgendwo gesucht werden muss.

Es gibt aber auch noch ganz andere Streiche, die so passierten in dieser Nacht. In diesem Jahr etwa wurde aus Leingarten ein „Paulanergarten“ gemacht. Vielleich war Albstadt das Vorbild für diesen Maistreich, das 2019 in Kalbstadt umbenannt wurde.

Nicht unweit von dieser Umbenennung wartete dann der nächste Maistreich in Form einer Schrank und Eintrittsgeld. Auch Balingen mit seiner eigentlich grünen Umweltzone wurde aufs Korn genommen:

In Neckarsulm gab es 2022 einen schäumenden Brunnen zu bewundern:

2015 triumphierte Oberkessach mit einem Schriftzug á la Hollywood und begeisterte damit zahlreiche Fans:

In Nordheim verteilten Unbekannte in diesem Jahr (gefakte) Spendenaufrufe auf Zetteln mit QR-Code. Das fanden Anwohner:innen weniger lustig.