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Und dann hat’s BUH gemacht

Dünn besetzt waren die Publikumsplätze, die im Ratssaal eingerichtet waren. Das war bei den Themen der Gemeinderatssitzung vom 19. November 2020, wo es hauptsächlich um umfangreiche Tabellen mit einer Unmenge Zahlen und Kalkulationen ging, nicht verwunderlich. Äußerst verwunderlich war aber, dass auch die Reihen der Räte kaum besetzt waren: Unentschuldigt fehlten die kompletten Fraktionen der SPD/GRÜNEN, der UBK und der FfK.  Da auch noch 2 Mitglieder entschuldigt fehlten, war die Beschlußfähigkeit, die mit 12 stimmberechtigten Mitgliedern erreicht ist, nicht gegeben. Das kam wohl in Künzelsau seit Jahren nicht mehr vor.

Gemeinderat war nicht beschlußfähig

Trotzdem eröffnete Bürgermeister Neumann nach einer Wartezeit die Sitzung, natürlich mit dem Hinweis, dass die anstehenden Abstimmungen nicht stattfinden könnten. Eigentlich schade, dass kaum jemand anwesend war, denn sowohl Bürger als auch Räte hätten gut vorbereitete Präsentationen von Roswitha Deptner zum Thema Einwendungen und Ratschläge zur Erweiterung des Gewerbegebiets Lerchenhöhe in Amrichshausen und von Ulrich Walter, der über den Nachtragshaushalt und die Änderung der Wassergebühren berichtete, hören können.

Sachthemen absolute Nebensache

Über die Sachthemen gab es fast keine Diskussion, die anwesenden Räte waren mit den Vorschlägen der Verwaltung sehr zufrieden.

Emotionale Aussagen über die fehlenden Kollegen

Vielmehr entspann sich eine heftige Diskussion über die mutmaßlichen Gründe des Fortbleibens der Ratskollegen. Christian von Stetten  mutmaßte, dass es an der Künzelsauer IT-Infrastruktur ja eigentlich nicht liegen könne, denn man habe ja in den letzten Jahren Millionensummen investiert. Und das, obwohl ausgerechnet bei seinem Beitrag die Tonqualität extrem schlecht war. Er findet es „nur recht und billig, die technischen Möglichkeiten zu nutzen“, gerade in Corona-Zeiten, wo die Politik darüber diskutiere, nur noch Treffen von zwei Personen zuzulassen. „Wenn man das den Bürgern vorlebt, dann akzeptieren die das“, spricht er die Vorbildfunktion auch der Lokalpolitiker an. „Man muß da schon nochmal nachfragen“, spricht er die nicht anwesenden Kollegen gezielt an.

Auch Bürgermeister Neumann will nicht an technische Probleme glauben. Er habe gerade heute morgen eine problemlose Konferenz mit rund 50 Teilnehmern durchgeführt. Außerdem habe es Schulungen und Hilfestellungen gegeben.

„Und dann gibt es Leute, die das konterkarieren“

Verena Löhlein-Ehrler findet deutliche Worte: Sie unterstellt einen Boykott und forderte sogar Ordnungsmittel. Sie will die Situation nicht  einfach hinnehmen, man habe sich intensiv vorbereitet „und dann gibt es Leute, die das konterkarieren“. Ihr Antrag auf Ordnungsgeld wird in den nichtöffentlichen Teil verschoben.

„Wenn man will, dann geht das“

Gerhard Rudolph ist überzeugt, dass man auch im Rat mit der Zeit gehen müsse: „Wenn Sie die Jugend fragen, dann sagen die, das ist die Zukunft.“ Ein Ordnungsgeld wünscht er nicht, er „würds mal so belassen“. Auch er geht eher von einem Boykott aus: „Wenn man will, dann geht das.“

„Kindergarten“

Von „Kindergarten“ spricht Rainer Süßmann, aus seiner Erfahrung weiß er: „In der Schule wissen wir, wie wir das hinkriegen.“ und „Es ist mir unbegreiflich, dass man sowas macht.“

„Ich möchte mir das nicht gefallen lassen“

Gar nicht beruhigen will sich Verena Löhlein-Ehrler. Sie will zumindest, dass in der Einladung für die Wiederholungssitzung Konsequenzen angedroht werden. Sie sei „zornig“, sagt sie und ergänzt: „Ich möchte mir das nicht gefallen lassen“.

Den Hinweis auf mögliche Konsequenzen will Bürgermeister Neumann der Einladung zur Wiederholungssitzung, die voraussichtlich am 26. November 2020 stattfinden soll, hinzufügen. Er weist abschließend darauf hin, dass es bei der Wiederholung einer Sitzung wegen Beschlussunfähigkeit nur drei stimmberechtigte Anwesende benötigt.

Und wie war das jetzt, mit der Technik?

Natürlich traten Tonprobleme wie Hall, Hintergrundgeräusche oder sehr leise Übertragung auf. Diese Probleme lassen sich zum großen Teil technisch und preiswert lösen, zum Beispiel durch ein Headset mit Mikrofon direkt am Mund. Anfangs fragte man sich manchmal, warum die Tonqualität von der ISS über Neuseeland besser war als bei einer Übertragung von Künzelsau ins Rathaus. Das wurde im Verlauf der Sitzung nachjustiert. Was natürlich fehlt, ist der Überblick über die Anwesenden, der direkte Blick auf spontane Reaktionen, die Abstimmung mit Blicken innerhalb der Fraktionen, der ein oder andere Zwischenruf – kurz: die Atmosphäre. Vor allem, da man während der Präsentation eines Dokuments nicht einmal die kleinen Bilder der Räte sehen kann.

Text: Matthias Lauterer

Geistersitzung des Künzelsauer Gemeinderats.
Foto: GSCHWÄTZ

Geistersitzung des Künzelsauer Gemeinderats.
Foto:GSCHWÄTZ

Dünn besetzt waren auch die Reihen der Räte.
Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Schneller Fahndungserfolg: Polizei hat 25-jährigen Graffitimaler ermittelt

Allein im November gingen bei der Polizei in Künzelsau zehn Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung durch Graffiti ein.

In der Nacht auf den 04. November 2020 wurden in der Gaisbacher Straße und der Stettenstraße Gebäude und Verteilerkästen bemalt, in der Nacht auf den 14. November 2020 traf es die Geschäftsgebäude mehrerer Firmen im Gewerbegebiet Kocherwiesen.

GSCHWÄTZ berichtete:

https://www.gschwaetz.de/2020/11/06/polizei-sucht-grafitti-maler/

https://www.gschwaetz.de/2020/11/18/schon-wieder-graffitisprueher-unterwegs/

Sicherheitskamera zeichnete auf

Was der Täter wohl nicht ahnte: Eine Kamera überwacht die Umgebung eines der Firmengebäude, das Überwachungsvideo wurde der Polizei zur Verfügung gestellt.

25-jähriger verdächtig

Laut Auskunft der Polizei konnte ein 25-jähriger Tatverdächtigen ermittelt werden, die Ermittlungen dauern noch an.

Ob der ermittelte Tatverdächtige nur im Verdacht steht, für die Graffiti vom 13. oder 14. November verantwortlich zu sein, oder ob man ihm auch frühere Wandmalereien nachweisen kann, ist noch unklar.

Text: Matthias Lauterer

Wieder Graffiti in Künzelsau. Foto: privat




„Meine größte Angst war, andere anzustecken“

Die Wartezimmer sind voll, die Leute stehen Schlange – alles nur wegen einer Impfung, die im Vorjahr noch als überflüssig und nicht dringend notwendig galt. Es geht um die Grippeimpfung, welche die Influenza, also den Grippevirus vorbeugen soll. GSCHWÄTZ-Mitarbeiterin Cora-Lee Pusker (15) hat sich impfen lassen. Über ihre Beweggründe schreibt sie hier.

Es hat nicht viel Überredungskunst gebraucht

Dieses Jahr habe ich mich dazu entschieden, mich impfen zu lassen. Ich habe Angst vor Spritzen, aber dennoch hat es bei mir nicht viel Überredungskunst gebraucht, um mich zu überzeugen. Letztes Jahr war ich allerdings auch eine von denen, die es nicht zwingend für nötig gehalten haben, sich impfen zu lassen. Deswegen habe ich es damals auch noch nicht gemacht. Aber wie jeder weiß, ist 2020 ein spezielles Jahr. Das sogenannte „Corona-Jahr“. Als ich gehört habe, dass sich die Arzthelferinnen von meinem Arzt gegen die Grippe impfen lassen sollten, bin ich auf die Impfung aufmerksam geworden.

Das Thema wirft Fragen auf

Ich habe viel mit meinen Mitmenschen darüber gesprochen und ihnen einige Fragen gestellt zum Thema Grippeimpfung, wie zum Beispiel, ob das mit meinen 15 Jahren überhaupt sinnvoll ist. Wir haben viel darüber diskutiert sowie ausgetauscht, aber letztendlich haben mir alle die Entscheidung überlassen, ob ich es tun will oder nicht. Also habe ich mir selbst eine Meinung zu diesem Thema gebildet und mich entschieden, mich impfen zu lassen.

Ich bin erleichtert, schon geimpft zu sein

Nach dem Bestellen der Impfung kam die Zeit des Wartens. Ich habe mich oft gefragt, wann die Impfung endlich ankommt beziehungsweise, ob sie schon da ist. Ich hatte keine Panik, dass es so lange gebraucht hat, da ich zu keiner Risikogruppe gehöre, noch jung und gesund bin. Aber ich wollte das Impfen dennoch so schnell wie möglich hinter mich bringen. Ich befürchtete, dass ich mich noch vor der Impfung mit dem Influenzavirus anstecke und dadurch auch zum Überträger werde. Das war meine größte Angst und auch der letztendlich entscheidende Grund, weshalb ich mich impfen ließ. Um für mich und andere das Risiko zu senken, sich mit dem Influenzavirus anzustecken, wenn Corona auch noch ein Risiko darstellt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Dieses Jahr wurde ich schon geimpft, aber andere warten noch auf ihre Impfung. Die Impfdosen, die mein Arzt Anfang März 2020 bestellt hat, lassen noch immer auf sich warten. Voraussichtlich sollen sie aber noch im November 2020 geliefert werden. Zum Glück habe ich mich schnell entschieden, denn so konnte mein Arzt für mich und meine zwölfjährige Schwester jeweils ein Rezept ausstellen. Anfang Oktober hat unser Arzt die Impfdosen bestellt, angekommen sind sie erst am 24. Oktober 2020. An diesem Tag sind wir gleich geimpft worden. Warum sie erst so spät angekommen ist, ist leicht zu beantworten. Es gibt in ganz Deutschland Lieferengpässe bei der Grippeimpfung, sodass sogar Einzelrezepte wie die von mir und meiner Schwester bis zu einem Monat Lieferzeit gebraucht haben. Unser Hausarzt hatte anfangs Impfungen vorrätig, die innerhalb von drei Tagen aufgebraucht waren. Die Apotheke konnte nochmal einige auftreiben. Diese waren für die Altenheimpatienten, die Hausbesuchspatienten, also chronisch kranke Menschen, die nicht mehr selbstständig zu ihrem Hausarzt gehen können, vorgesehen. Alle Altenheimpatienten sind geimpft worden, jedoch nicht alle Hausbesuchspatienten haben die Impfung in Anspruch genommen, obwohl sie zur Risikogruppe gehören. Dennoch hatten diese Patienten Vorrang – aufgrund des Alters und ihres gesundheitlichen Zustandes.

Ich werde mich auch nächstes Jahr wieder gegen die Grippe impfen lassen

Auch nächstes Jahr werde ich mich wieder impfen lassen. Warum? Viele Menschen wissen nicht, dass man sich jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen sollte, um sich effektiv zu schützen, wie auch die Ständige Impfkommission (STIKO) generell rät. „Alle Personen, für die eine Influenza-Impfung empfohlen wird – oder Personen, die sich richtig schützen wollen – sollten sich jedes Jahr im Oktober bis Mitte Dezember impfen lassen. Da das Influenzavirus sehr wandlungsfähig ist, ist eine jährliche Anpassung des Impfstoffs und entsprechend eine jährliche Impfung notwendig. Gerade im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist eine hohe Influenza-Impfquote bei Risikogruppen essenziell, um in der Grippewelle schwere Influenza-Verläufe zu verhindern und Engpässe in Krankenhäusern (unter anderem bei Intensivbetten, Beatmungsplätzen) zu vermeiden, wie das Robert-Koch-Institut empfiehlt.“ Deswegen habe ich mich entschieden, dass ich mich auch nächstes Jahr wieder gegen die Grippe impfen lassen werde.

Positive Aspekte

Schlussendlich kann man sagen, dass die Grippeimpfung etwas Positives ist, wenn man sie regelmäßig bekommt. Dennoch lässt sich nicht jeder impfen. Ich bin erleichtert, schon geimpft zu sein.   So habe ich die Sorge, mich mit der Grippe anzustecken, schon einmal weniger, denn dieses Jahr hat man genug Sorgen mit dem Corona-Virus. Dank Corona habe ich gemerkt, dass man froh sein sollte über jeden Impfstoff, der sämtliche Entwicklungs- sowie Teststufen durchlaufen hat und somit auch sinnvoll nutzbar ist.

Text: Cora-Lee Pusker

Es geht los: Cora-Lee Pusker erhält ihre Spritze. Foto: GSCHWÄTZ

Erleichterung: Die Impfung ist erledigt. Foto: GSCHWÄTZ

Auch Cora-Lees Schwester hat sich impfen lassen. Foto: GSCHWÄTZ

Der Impfstoff. Zurzeit sind die Grippe-Impfdosen knapp. Foto: GSCHWÄTZ




„Wenn der Hohenlohekreis im Jahre 2020 keine anderen Probleme hat“

Seltene Einmütigkeit zeigten auf der Kreistagssitzung vom 09. November 2020 die Kreisräte von CDU, FWV, Grünen, SPD, FDP und Linke. Ein gemeinsam eingebrachter Antrag soll dafür sorgen, dass „an den Schulen in Trägerschaft des Hohenlohekreises regionale Lebensmittel verwendet werden“ und bei Tierprodukten „Ware aus artgerechter Tierhaltung oder Weidehaltung bevorzugt“ werden. Weiterhin sollen Lebensmittel in Bioqualität verwendet werden, „mindestens entsprechend dem Anteil der im Hohenlohekreis biologisch bewirtschafteten Landwirtschaft“.  Bei Veranstaltungen und Festen oder anderen offiziellen Anlässen sollen vorzugsweise Getränke und Lebensmittel aus der Region und biologischer Produktion angeboten werden. „Andere Erzeugnisse wie zum Beispiel Kaffee, Tee, Gewürze und auch Südfrüchte werden aus biologischem oder fairem Handel bezogen.“ Zur Reduzierung des Mülls bei allen Sitzungen, Veranstaltungen und Festen werden nur noch Mehrwegflaschen, -geschirr und -besteck verwendet. Nur „in Ausnahmefällen kann nachhaltiges Einweggeschirr aus Pappe, Holz oder Bio‐Kunststoff verwendet werden.

Bioregion Hohenlohe soll unterstützt werden

Martin Braun (Grüne) begründet den Antrag damit, dass ein Zeichen gesetzt werden soll, Abfall zu vermeiden und die Bioregion Hohenlohe zu unterstützen.

CDU: „Regional und biologisch in der Vergangenheit immer aktiv“

Die CDU kann dem Antrag nicht geschlossen zustimmen, kündigt Dieter Palotta an. Zwar sei die CDU „regional und biologisch in der Vergangenheit immer aktiv“ gewesen, trotzdem gebe es in der Fraktion Kritik, „weil traditionell erzeugte Lebensmittel benachteiligt oder sogar stigmatisiert werden“. Es solle dem Konsumenten überlassen bleiben, welche Lebensmittel er verwenden wolle.

FDP: „Wir brauchen aber auch die konventionelle Landwirtschaft“

Michael Schenk (FDP) freut sich, dass es gelungen ist, aus zwei Anträgen einen gemeinsamen Antrag zu machen. Er würde sich freuen, wenn auch die Kommunen im Sinne dieses Antrags handeln würden und regt an, den Hohenlohekreis zum „Fair-Trade-Kreis“ zu entwickeln, wie es Künzelsau und Pfedelbach vormachen. Aber auch er äußert Kritik am gemeinsamen Antrag: „Wir brauchen aber auch die konventionelle Landwirtschaft“.

Rolf Weibler: „Konventionell und biologisch sind gleich gesund, nur ist biologisch teurer“

Rolf Weibler von der CDU, betont, dass er vor vielen Jahren den ersten Bauernmarkt auf seinem Hof durchgeführt habe. Er findet den Antrag „sinnlos“: „Wenn der Hohenlohekreis im Jahre 2020 keine anderen Probleme hat“. Er meint „Konventionell und biologisch sind gleich gesund, nur ist biologisch teurer“. Außerdem stört ihn die Unbestimmtheit des Begriffs „regional“.

AfD: „Bedauerlich, dass die AfD ausgeschlossen wurde“

Anton Baron findet es „bedauerlich, dass die AfD ausgeschlossen wurde“ und verurteilt diese, wie er es nennt, „Ausgrenzung“. Er wendet ein: „Welcher Landwirt in Hohenlohe hält seine Tiere nicht artgerecht?“ und erklärt, dass die AfD den Antrag prinzipiell für richtig hält, sich aber trotzdem enthalten werde.

Grüne: „Bioprodukte tragen mehr zu Artenschutz oder Klimaschutz bei“

„Wir haben konventionell und biologisch in den Antrag geschrieben, damit es eben keinen Konflikt gibt“, wehrt sich Catherine Kern (Grüne) gegen das Argument der Stigmatisierung. Sie versteht die Polarisierung nicht: „Wir haben gute konventionelle Landwirtschaft im Hohenlohekreis.“ Aber, so betont sie: „Bioprodukte tragen mehr zu Artenschutz oder Klimaschutz bei.“ Sie begrüßt den gemeinsamen Antrag der, wie sie es ausdrückt, „demokratischen Parteien“. Martin Schäfer (Grüne) ist selbst Bio-Landwirt. Er begrüßt den Antrag, weil er den Weg der einzelnen Landwirte unterstützen kann: „Jeder Landwirt kann sich überlegen, ob er konventionell beibehält oder umsteigt.“

Der letzte Wortbeitrag zum Thema kommt von Landrat Dr. Matthias Neth: Er erläutert die Situation im Landkreis, der nur eine einzige eigene Küche betreibt. Auf jeden Fall will er aber die Zulieferer des Schulessens in die Richtung des Antrags bringen. Auf Veranstaltungen des Landkreises sei das Mehrwegprinzip so gut wie verwirklicht und im Landratsamt gebe es auch schon lokale Getränke und Fair-Trade-Heißgetränke. Die Verwaltung befürworte den Antrag und bedanke sich, sagt er.

Entsprechend dem Verlauf der Diskussion wird der Antrag mit 34 Ja-Stimmen bei vier Enthaltungen und einer Gegenstimme angenommen.

Text: Matthias Lauterer

 

Die Spitzenleute der Fraktionen und Gruppen saßen in der ersten Reihe. Foto: GSCHWÄTZ

 

Kreistagssitzung vom 9. November 2020 in Neuenstein. Foto: GSCHWÄTZ




Corona/Hohenlohekreis: Acht Pflegeheime beziehungsweise Behinderteneinrichtungen und eine Schule in Krautheim betroffen

Am Mittwoch, den 18. November 2020, hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 26 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 138,5 pro 100.000 Einwohner.

In drei bereits betroffenen Pflegeheimen wurden zehn Neuinfektionen, davon vier Pflegekräfte, bestätigt. Im gesamten Kreisgebiet sind derzeit acht Pflegeheime beziehungsweise Behinderteneinrichtungen betroffen, die Versorgung und Pflege der Bewohner ist sichergestellt. Das Gesundheitsamt befindet sich im engen Austausch mit den Einrichtungen.

Am Bildungszentrum Bretzfeld wurde eine weitere Schülerin positiv getestet. Diese war bereits durch die Fallermittler im Gesundheitsamt als K1 eingestuft und in Quarantäne. Durch einen positiven Fall im Main-Tauber-Kreis ist zudem die Andreas-Fröhlich-Schule in Krautheim betroffen, die Ermittlung der Kontaktpersonen läuft.

Quelle: Pressemitteilung des Landkreises Hohenlohe

 




Schon wieder Graffitisprüher unterwegs

In der Nacht vom Freitag, 13. November 2020 zum Samstag, 14. November 2020 wurden in Künzelsau Gebäude mit Graffiti beschmiert.

Inzwischen mehrere Fälle

Bereits Anfang November waren Sprüher in Künzelsau unterwegs: https://www.gschwaetz.de/2020/11/06/polizei-sucht-grafitti-maler/ Auch das Sportheim in Nagelsberg wurde kürzlich schon Opfer eines Sprühers.

Firmengebäude in den Kocherwiesen betroffen

Ziel der Sprüher waren diesmal die Firmengebäude des Mustang-Outlets, der Firma Fenchel sowie der Firma Thierbach im Gewerbegebiet Kocherwiesen.

Polizei ermittelt und bittet um Hinweise

Möglicherweise helfen die Bilder einer Überwachungskamera bei der Ermittlung des oder der Täter. Die Polizei hofft nun auf weitere Zeugen, die Hinweise auf den oder die Urheber der Graffiti geben können. Hinweise nimmt das Polizeirevier Künzelsau unter der Telefonnummer 07940 9400 entgegen.

Text: Matthias Lauterer

Wieder Graffiti in Künzelsau. Foto: privat

Wieder Graffiti in Künzelsau. Foto: privat

 




Gemeinderat Künzelsau: Erste Online-Tagung

Aufgrund der Corona-Pandemie und des Lockdowns findet laut einer Pressemitteilung die Sitzung des Gemeinderats Künzelsau am Donnerstag, den 19. November 2020, um 18 Uhr zum ersten Mal virtuell statt. Die Beratung der öffentlichen Tagesordnung soll live in den Sitzungssaal des Künzelsauer Rathauses übertragen werden. Von dort aus kann sie die Bevölkerung mitverfolgen. Die Stadträte schalten sich per Video-Konferenz zu.

Tagesordnung

Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der Bebauungsplan „Erweiterung Handwerkerpark Lerchenhöhe“ in Amrichshausen, die Verabschiedung der ersten Nachtragshaushaltssatzung und des ersten Nachtragshaushaltsplans der Stadt Künzelsau sowie des ersten Nachtragswirtschaftsplans KünWerke 2020 sowie die Überprüfung der Steuer-, Beitrags- und Gebührensätze.

Zutritt nur mit Maske

Die Zuhörer sollen das Rathaus und den Sitzungssaal im dritten Stock nur mit Mund-Nasen-Schutzmaske betreten und sich im Vorfeld bei Christoph Bobrich unter Telefon 07940/129 105 oder per E-Mail christoph.bobrich@kuenzelsau.de anmelden. Selbstverständlich müssen auch die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Personen mit Fieber, Symptomen einer Atemwegserkrankung, einer bekannten, nachgewiesenen Corona-Infektion oder einem Verdacht darauf ist der Zutritt nicht gestattet. Im Eingangsbereich wird zudem kontaktlos Fieber gemessen.

Künftige Sitzungen

Auch die künftigen Sitzungen sollen in digitaler Form abgehalten werden, sofern sich die Pandemie-Situation nicht verbessert und die Technik stabil funktioniert. Interessierte Einwohner können die Sitzungsvorlagen unter http://www.kuenzelsau.de/buergerinfoportal einsehen.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Polizei warnt vor Einbrüchen

In den Bereichen Künzelsau, Forchtenberg, Bretzfeld und Jagsthausen kam es in den vergangenen Wochen vermehrt zu Einbrüchen in Garagen. Meist gelangten die Täter über einen unverschlossenen Zugang, beispielsweise über das Haupttor, ein Fenster oder den Hinter- oder Seiteneingang ins Innere. Hierbei erbeuteten die Unbekannten diverse Gegenstände – unter anderem hochwertige Werkzeuge oder Fahrräder – im fünfstelligen Eurobereich.

Aus diesem Grund gibt das Polizeipräsidium Heilbronn folgende Sicherheitshinweise: „Verschließen Sie Ihre Garagen, auch die hinteren oder seitlichen Zugangstüren, sowie Fenster. Wenn Sie eine verdächtige Wahrnehmung gemacht haben, dann teilen Sie diese mit der Polizei. Diese ist unter der Nummer 110 rund um die Uhr für Sie erreichbar.“

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Klimademo wegen Corona abgesagt

Aufgrund des Lockdown light wurde die in Künzelsau für Freitag, den 29. November 2020, geplante Klimademo abgesagt – wie in vielen anderen Städten auch. Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage teilte Parents for future mit: „Viele Ortsgruppen möchten nicht zu Veranstaltungen auffordern, die mit einer Ansammlung von Menschen verbunden sind.“ In manchen Städten würden zwar Demos unter sehr strengen Hygienemaßnahmen stattfinden, „wir haben uns aber bewusst dagegen entschieden und auch nirgendwo für eine Veranstaltung Werbung gemacht“.

Am globalen Klimaaktionstag sollte die Künzelsauer Demo am Hafenmarkt starten. Anschließend war eine Kundgebung geplant. Außerdem sollte mit „Sing for the climate“ ein hörbares Zeichen für den Klimaschutz aus Hohenlohe gesendet werden.

Wurde abgesagt: die Klimademo in Künzelsau am globalen Weltklima-Aktionstag.




Der Lockdown ist vorbei: Kindergarten in Simbabwe wieder offen

Nach sieben Monaten Coronapause konnte der Kindergarten des Hilfsvereins Bongai Shamwari e.V. in Simbabwe nun endlich wieder öffnen. Im Voraus hat das Team entsprechende Hygienemaßnahmen vorbereitet. So werden den Kindern beim Betreten die Hände und Füße desinfiziert und Fieber gemessen. Außerdem haben die Erzieherinnen für jedes Kind eine eigene Maske genäht. Zu den alt bekannten Gesichtern sind zwei neue Patenkinder dazubekommen: Divine und Mukudzei, der von Albinismus betroffen ist.

Projekt für Frauen

Speziell für die Kinder, die im kommenden Jahr in die Schule kommen beziehungsweise für diejenigen, die bereits letztes oder vorletztes Jahr eingeschult wurden, gibt es gute Nachrichten: Die Schulgebühren der ehemaligen Kindergartenkinder werden nun vollständig über das „Women Project“ gedeckt. Bei dem Projekt geht es speziell um das Empowerment der Mütter der Patenkinder des Vereins. Diese stellen zusammen verschiedene Produkte her – zum Beispiel besondere Gewürze. Die Produkte werden auch in Deutschland bei verschiedenen Veranstaltungen zum Weltgebetstag verkauft. Der Erlös geht direkt an die Frauen, die bei der Herstellung beteiligt waren. Die Spenden, die zusätzlich für das „Women Project“ generiert werden, fließen in die Schulgebühren der ehemaligen Kinder, sodass die Ausbildung auch weiterhin gesichert ist.

Unterstützung aus Hohenlohe

In Zusammenarbeit mit einer Gruppe Studierender der Hochschule in Künzelsau wird gerade daran gearbeitet, das Projekt professioneller und somit noch nachhaltiger zu gestalten. Am Samstag, den 12. Dezember 2020, findet außerdem eine Online-Weinprobe mit Bongai Shamwari und dem Weingut Gaufer in Ingelfingen statt. Je Teilnehmer gehen hierbei zehn Euro ebenfalls an das „Women Project“. Nähere Informationen dazu gibt es unter https://tca1db95a.emailsys1a.net/mailing/44/3395321/7007807/1087/195032958f/index.html.

GSCHWÄTZ berichtete schon öfter über das Hilfsprojekt Bongai Shamwari e.V., seine Gründerin Christa Zeller und den Kindergarten in Simbabwe:

https://www.gschwaetz.de/2020/10/21/manchmal-krieg-ich-schon-eine-wut-im-bauch/

https://www.gschwaetz.de/2020/10/01/der-lockdown-ist-noch-nicht-vorbei/

https://www.gschwaetz.de/2020/04/27/corona-hilfe-aus-hohenlohe-fuer-kinder-in-simbabwe/

Quelle: Pressemitteilung von Bongai Shamwari e.V.

Für den Kindergarten wurde ein Hygienekonzept erstellt. Foto: Bongai Shamwari e.V.

 

 

Mit großer Freude entdecken die Kinder ihren Kindergarten neu. Foto: Bongai Shamwari e.V.