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Sportunterricht für zu zahlreichen Kontaktpersonen an Schulen

Am Samstag, den 21. November 2020, hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 39 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 155,3 pro 100.000 Einwohner. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Vier Schulen betroffen

Durch die heute gemeldeten Fälle sind auch vier Schulen betroffen: die Brüder-Grimm-Schule Künzelsau, die Grundschule Taläcker, die August-Weygang-Gemeinschaftsschule Öhringen und das Hohenlohe-Gymnasium Öhringen. In allen Klassen hat Sportunterricht stattgefunden, weshalb durch die Fallermittler im Gesundheitsamt eine große Anzahl an Kontaktpersonen der Kategorie 1 ermittelt und Quarantäne angeordnet werden musste.

 




„Friedliche und freundliche Zusammenkunft von Menschen“

Am Sonntag, den 22. November 2020, gibt es eine Querdenken-Corona-Demo in Öhringen. Die Veranstalter verweisen in ihrem Flyer darauf, dass sie eine „friedliche und freundliche Zusammenkunft von Menschen“ sind. Die Demo steht unter dem Titel: „Zusammenkunft, Bewusstsein, Frieden, Liebe und Freiheit“.

Flyer der Demo am 22. November 2020 in Öhringen.




Corona: Johann-Friedrich-Mayer-Schule betroffen

Am Freitag, den 20. November 2020, hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 29 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 140,3 pro 100.000 Einwohner. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Quarantäne für 25 Personen

In einer bisher noch nicht betroffenen Pflegeeinrichtung wurden acht Neuinfektionen bestätigt, dabei handelt es sich in einem Fall um eine Pflegekraft. Ein positiver Fall an der Johann-Friedrich-Mayer-Schule Kupferzell hatte eine Quarantäneanordnung für rund 25 Kontaktpersonen der Kategorie 1 zur Folge. Am Bildungszentrum Bretzfeld wurde ein weiterer Schüler positiv getestet. Dieser war bereits durch die Fallermittler im Gesundheitsamt als K1 eingestuft und häuslich isoliert.




„Dieses Jahr ist alles anders, trotzdem sollen die Menschen gerne nach Öhringen kommen“

Öhringen hat den klassischen Weihnachtsmarkt coronabedingt zum funkelnden Stadtspaziergang verwandelt. Neue Illuminationen, leuchtende Vereinsaktionen und Walk Acts, glitzernde oder märchenhafte Rundwege – alles bei ausreichend Abstand, wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung betont.

Startschuss ist am 27. November 2020

„Dieses Jahr ist alles anders, trotzdem sollen die Menschen gerne nach Öhringen kommen“ und ihre Weihnachtseinkäufe und die besinnliche Vorweihnachtszeit genießen können“, so Dr. Michael Walter, einer von vier Stadtmanagern in Öhringen. Deshalb plant die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Handels- und Gewerbeverein für die Adventszeit das „Öhringer Adventsschlendern“. Startschuss ist am Freitag, 27. November, dann erstrahlt das Obere Tor zum ersten Mal in funkelndem Licht.

Keine Weihnachtsmarktstände

Weihnachtsmarktstände sind in diesem Jahr leider nicht möglich, stattdessen setzen die Organisatoren auf ein sinnlich weihnachtliches Ambiente in der historischen Innenstadt und den attraktiven Shoppinglagen Ö-Center und Steinsfeldle. Oberstes Ziel ist es, Menschenansammlungen zu vermeiden und dennoch weihnachtliches Flair und unvergleichliche Stimmung zu schaffen.

Entzerrung der Besucherströme durch glitzernde Rundwege

„Damit es nicht zu Menschentrauben kommt, haben wir einen Plan mit drei weihnachtlichen Rundwegen erstellt, die man zeitlich flexibel und räumlich entzerrt entdecken und so mal auf andere Gedanken kommen kann. Ganz ohne Risiko und einfach nur schön“, so Ingrid Sterzer, Veranstaltungsleiterin der Stadt.

Beim Märchenweg können Kinder und Familien auf einem Spaziergang durch Öhringen zehn verschiedene Märchen in den traditionellen Märchenkästen entdecken und die Geschichten am jeweiligen Standort nachlesen. Der Krippenweg der evangelischen Kirche lädt dazu ein, sich auf den Weg zu machen und in Schaufenstern und anderen Orten in Öhringen ganz unterschiedliche internationale Krippen, und so den eigentlichen Ursprung des Weihnachtsfestes, zu entdecken. Neu ist in diesem Jahr der Glitzerweg– ein Rundweg, der zu verschiedenen illuminierten Bauwerken und besonderen Plätzen führt. Beginnend am eindrucksvoll beleuchteten Oberen Tor und weiteren historischen Gebäuden, vorbei am strahlenden Marktplatz mit seinem prächtig erleuchteten Graf-Albrecht-Brunnen, dem riesigen Weihnachtsbaum mit Krippe und dem Sternenmeer an den Häuserfassaden, am glitzernden Schlosshof mit romantischer Mistelbank für Verliebte oder hinaus in den Hofgarten, wo es lustige Fotopoints geben wird. Wer dieses Jahr auf fremde Kulturen verzichten musste, kann in einigen Schaufenstern internationale Weihnachtstafeln und -bräuche entdecken.

Walk Acts von der frostigen Eiskönigin

Und auch ein räumlich entzerrtes Programm ist geplant: Samstags gibt es funkelnde Walk Acts, wie die frostige Eiskönigin oder einen Riesen-Weihnachtsengel. Beginnend am 2.12. schaffen Vereine und andere Akteure an einzelnen Tagen bei Einbruch der Dunkelheit mit „Leuchten für Öhringen“ durch kreative Ideen glitzernde Leucht-Akzente. Änderungen vorbehalten – aktuelle Infos gibt es auf der städtischen Webseite.

LED-Sternenteppich

Die Geschäfte haben sich einiges einfallen lassen: Verschiedene Aktionen, gemeinsame weihnachtliche Dekoration, durch Kindergärten geschmückte Weihnachtsbäume in der Marktstraße und ein LED-Sternenteppich vor den Geschäften, sorgen für weihnachtliche Stimmung. Zusätzlich dürfen sich Besucher über verlängerte Öffnungszeiten an den Adventssamstagen freuen. Im Ö-Center können die Kinder bei einer Schnitzeljagd auf tolle Preise hoffen. Natürlich gibt es auch wieder die beliebten Öhringer Glücksscheine des Handels- und Gewerbevereins zum Weihnachtseinkauf. Zu gewinnen gibt es z.B. ein E-Bike, ein iPhone12, einen Gasgrill oder Gutscheine für ein romantisches Candle-Light-Dinner. Als Hauptgewinn winkt in diesem Jahr ein Fiat 500C 1.0 Hybrid.

Punsch und Glühwein

Sofern die Corona-Verordnungen eine Öffnung der Gastronomie im Dezember wieder zulassen, müssen die Besucher*innen dann auch nicht auf den traditionellen Punsch oder Glühwein verzichten. Diesen gibt es dann bei den etablierten Gastronomiebetrieben in der Innenstadt – jedoch nicht im Stehen, sondern gemütlich auf den vorhandenen Sitzplätzen und unter Einhaltung des Hygienekonzeptes vor Ort.

Die Organisatoren freuen sich auch darüber, dass es die beliebten Stollen aus Öhringens Partnerstadt Großenhain auch in diesem Jahr geben wird: Am ersten und dritten Advent, immer Donnerstag bis Samstag, bekommt man die Leckereien in der Eisdiele Simonetti.

„Dieses Jahr ist es wichtiger denn je, dass die Menschen in der dunklen Jahreszeit mal rauskommen und die Vorweihnachtsfreude spüren können. Gerade jetzt müssen wir die Geschäfte vor Ort unterstützen und dabei helfen, dass die wichtigen Weihnachtsumsätze „zuhause“ bleiben. Nur so können wir auch nach der Krise noch auf einen lebendigen Einkaufsstandort Öhringen bauen“, erläutert Petra Häffner, Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins.

Das Konzept wird laufend an die aktuellen Zahlen und Entwicklungen angepasst. Den Plan zum Öhringer Adventsschlendern und viele weitere Infos gibt es unter www.oehringen.de/freizeit/staedtische-veranstaltungen

Adventsschlendern in Öhringen. Foto: Stadt Öhringen




41 Corona-Neuinfektionen im Hohenlohekreis

Am Donnerstag, 19. November 2020, hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 41 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 154,5 pro 100.000 Einwohner.

In zwei bereits betroffenen Pflegeheimen wurden 17 Neuinfektionen bestätigt. Das geht aus einer Pressemitteilung desLandratsamtes des Hohenlohekreises hervor.




„Das stimmt so nicht“

„Das stimmt so nicht.“ Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann will die Erklärung von FFK, SPD/Grüne und UBK nicht unwidersprochen stehen lassen. Die Fraktionen hatten die digitale Gemeinderatssitzung in der Kreisstadt am Donnerstag, den 19. November 2020 boykottiert und fordern weiterhin Präsenzsitzungen (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/11/20/eine-gemeinderatssitzung-in-digitaler-form-kann-und-darf-nicht-mit-der-brechstange-auf-veranlassung-des-buergermeisters-durchgesetzt-werden/)

Alle Gemeinderatsmitglieder informiert

Er habe alle Gemeinderatsmitglieder informiert, beispielsweise im wöchentlichen Newsletter, und gegenüber den Fraktionen, teils auch in Einzelgesprächen, begründet, warum er die Sitzung ins Internet verlegt habe. Der bestehende Teillockdown und der Schutz vor einer Corona-Infektion sei der Grund. Einweisungen in die Technik hätten stattgefunden, ausgegrenzt werde niemand.

Rechtlich abgesichert

„Mit der Rechtsaufsicht ist geklärt, dass der Bürgermeister das Recht hat, die Art der Sitzung festzulegen“, betont er. In der Tat wurde im Mai 2020 der §37a in die Gemeindeordnung eingefügt, der besagt, „dass notwendige Sitzungen des Gemeinderats, ohne
persönliche Anwesenheit der Mitglieder im Sitzungsraum durchgeführt werden können; dies gilt nur, sofern eine Beratung und Beschlussfassung durch zeitgleiche Übertragung von Bild und Ton mittels geeigneter technischer Hilfsmittel, insbesondere in Form
einer Videokonferenz, möglich ist.“ Im weiteren Verlauf des Gesetzestextes wird sogar bestimmt, dass selbst für schwerwiegende Entscheidungen Sitzungen per Videokonferenz erlaubt sind, „wenn die Sitzung andernfalls aus schwerwiegenden Gründen nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden könnte.“ Der Seuchenschutz ist im Gesetz explizit als „schwerwiegender Grund“ benannt.

„Wir würden gerne ins Internet streamen“

Das von den Fraktionen vorgebrachte Argument des Datenschutzes und der Bildrechte wiegt auch für Neumann schwer: „Wir würden gerne ins Internet streamen, dem steht aber der Datenschutz entgegen“. Aus diesem Grund mußte die Sitzung in einen öffentlich zugänglichen Raum übertragen werden, denn die Öffentlichkeit hat ein Recht, an einer Gemeinderatssitzung teilzunehmen.

Neumann hofft, dass die Räte an der nächsten Sitzung, die voraussichtlich am 26. November stattfinden wird, in großer Zahl teilnehmen werden.

Text: Matthias Lauterer

Bürgermeister Stefan Neumann. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau/Christian Holzknecht/Archiv

 




„Eine Gemeinderatssitzung in digitaler Form kann und darf nicht mit der Brechstange auf Veranlassung des Bürgermeisters durchgesetzt werden.“

Nachdem bei der Online-Gemeinderatssitzung in Künzelsau am 19.11.2020 (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/11/20/und-dann-hats-buh-gemacht/) so viele Räte nicht vertreten waren, liefern die Räte nun selbst in einer gemeinsamen Erklärung den Grund für das Fernbleiben.

Zu keinem Zeitpunkt sei dies mit den Stadträten verhandelt worden

Die drei Fraktionen FFK, SPD/Grüne sowie die UBK betonen, dass die Ansetzung einer digitalen Gemeinderatssitzung durch Bürgermeister Neumann völlig überraschend und unvorbereitet kam. „Zu keinem Zeitpunkt wurde dieses Vorhaben mit den Stadträten beraten oder gar verhandelt.“

Die drei Fraktionen weisen darauf hin, dass die Gremien der umliegenden Kommunen und der Kreistag weiterhin in ihren Räumen tagen. Sie hätten „umgehend bei Bürgermeister Neumann einen Antrag auf eine Präsenzsitzung gestellt und darauf verwiesen, dass die Coronaverordnung des Landes auch in der Pandemiestufe 3 explizit Präsenzsitzungen von Gemeinderäten zulässt.“

Bürgermeister Neumann antwortete nicht

„Die Frage nach den Gründen für die Unzumutbarkeit einer Präsenzsitzung wurde von Seiten des Bürgermeisters trotz Nachfrage leider nicht beantwortet“, zeigen sich die Fraktionen enttäuscht.

Digitale Versuchskaninchen

Die Fraktionen wollen es nicht mittragen, „dass Räte wegen mangelnder digitaler Erfahrung oder fehlender Technik ausgegrenzt werden.“  Paradox sei es, wenn sich die Öffentlichkeit sich im Ratssaal trifft, aber „die Räte jeder für sich in ihren Wohnzimmern tagen.“ Sie weisen darauf hin, dass die letzten Sitzungen in der Stadthalle unter Einhaltung der Corona-Richtlinien durchgeführt werden konnten und wollen sich nicht zum digitalen Versuchskaninchen machen lassen: „Eine Ratssitzung zum digitalen Testfeld zu machen sehen wir als den falschen Weg.“

Beispielsweise Bildrechte und Datenschutz ungeklärt

Die Fraktionen sehen insbesondere Fragen des Datenschutzes und der Bildrechte noch nicht geklärt. Sie bestehen darauf, dass derartige Probleme vorab zu klären seien: „Eine Gemeinderatssitzung in digitaler Form kann und darf nicht mit der Brechstange auf Veranlassung des Bürgermeisters durchgesetzt werden.“

Abschließend erklären die Fraktionen: „Die Mitglieder der Fraktionen FFK, SPD&Grüne sowie die UBK sehen sich in ihrem Anliegen nicht ernstgenommen und haben deshalb nicht an der digitalen Sitzung teilgenommen.“

Text: Matthias Lauterer

Dünn besetzt waren auch die Reihen der Räte.
Foto: GSCHWÄTZ




Und dann hat’s BUH gemacht

Dünn besetzt waren die Publikumsplätze, die im Ratssaal eingerichtet waren. Das war bei den Themen der Gemeinderatssitzung vom 19. November 2020, wo es hauptsächlich um umfangreiche Tabellen mit einer Unmenge Zahlen und Kalkulationen ging, nicht verwunderlich. Äußerst verwunderlich war aber, dass auch die Reihen der Räte kaum besetzt waren: Unentschuldigt fehlten die kompletten Fraktionen der SPD/GRÜNEN, der UBK und der FfK.  Da auch noch 2 Mitglieder entschuldigt fehlten, war die Beschlußfähigkeit, die mit 12 stimmberechtigten Mitgliedern erreicht ist, nicht gegeben. Das kam wohl in Künzelsau seit Jahren nicht mehr vor.

Gemeinderat war nicht beschlußfähig

Trotzdem eröffnete Bürgermeister Neumann nach einer Wartezeit die Sitzung, natürlich mit dem Hinweis, dass die anstehenden Abstimmungen nicht stattfinden könnten. Eigentlich schade, dass kaum jemand anwesend war, denn sowohl Bürger als auch Räte hätten gut vorbereitete Präsentationen von Roswitha Deptner zum Thema Einwendungen und Ratschläge zur Erweiterung des Gewerbegebiets Lerchenhöhe in Amrichshausen und von Ulrich Walter, der über den Nachtragshaushalt und die Änderung der Wassergebühren berichtete, hören können.

Sachthemen absolute Nebensache

Über die Sachthemen gab es fast keine Diskussion, die anwesenden Räte waren mit den Vorschlägen der Verwaltung sehr zufrieden.

Emotionale Aussagen über die fehlenden Kollegen

Vielmehr entspann sich eine heftige Diskussion über die mutmaßlichen Gründe des Fortbleibens der Ratskollegen. Christian von Stetten  mutmaßte, dass es an der Künzelsauer IT-Infrastruktur ja eigentlich nicht liegen könne, denn man habe ja in den letzten Jahren Millionensummen investiert. Und das, obwohl ausgerechnet bei seinem Beitrag die Tonqualität extrem schlecht war. Er findet es „nur recht und billig, die technischen Möglichkeiten zu nutzen“, gerade in Corona-Zeiten, wo die Politik darüber diskutiere, nur noch Treffen von zwei Personen zuzulassen. „Wenn man das den Bürgern vorlebt, dann akzeptieren die das“, spricht er die Vorbildfunktion auch der Lokalpolitiker an. „Man muß da schon nochmal nachfragen“, spricht er die nicht anwesenden Kollegen gezielt an.

Auch Bürgermeister Neumann will nicht an technische Probleme glauben. Er habe gerade heute morgen eine problemlose Konferenz mit rund 50 Teilnehmern durchgeführt. Außerdem habe es Schulungen und Hilfestellungen gegeben.

„Und dann gibt es Leute, die das konterkarieren“

Verena Löhlein-Ehrler findet deutliche Worte: Sie unterstellt einen Boykott und forderte sogar Ordnungsmittel. Sie will die Situation nicht  einfach hinnehmen, man habe sich intensiv vorbereitet „und dann gibt es Leute, die das konterkarieren“. Ihr Antrag auf Ordnungsgeld wird in den nichtöffentlichen Teil verschoben.

„Wenn man will, dann geht das“

Gerhard Rudolph ist überzeugt, dass man auch im Rat mit der Zeit gehen müsse: „Wenn Sie die Jugend fragen, dann sagen die, das ist die Zukunft.“ Ein Ordnungsgeld wünscht er nicht, er „würds mal so belassen“. Auch er geht eher von einem Boykott aus: „Wenn man will, dann geht das.“

„Kindergarten“

Von „Kindergarten“ spricht Rainer Süßmann, aus seiner Erfahrung weiß er: „In der Schule wissen wir, wie wir das hinkriegen.“ und „Es ist mir unbegreiflich, dass man sowas macht.“

„Ich möchte mir das nicht gefallen lassen“

Gar nicht beruhigen will sich Verena Löhlein-Ehrler. Sie will zumindest, dass in der Einladung für die Wiederholungssitzung Konsequenzen angedroht werden. Sie sei „zornig“, sagt sie und ergänzt: „Ich möchte mir das nicht gefallen lassen“.

Den Hinweis auf mögliche Konsequenzen will Bürgermeister Neumann der Einladung zur Wiederholungssitzung, die voraussichtlich am 26. November 2020 stattfinden soll, hinzufügen. Er weist abschließend darauf hin, dass es bei der Wiederholung einer Sitzung wegen Beschlussunfähigkeit nur drei stimmberechtigte Anwesende benötigt.

Und wie war das jetzt, mit der Technik?

Natürlich traten Tonprobleme wie Hall, Hintergrundgeräusche oder sehr leise Übertragung auf. Diese Probleme lassen sich zum großen Teil technisch und preiswert lösen, zum Beispiel durch ein Headset mit Mikrofon direkt am Mund. Anfangs fragte man sich manchmal, warum die Tonqualität von der ISS über Neuseeland besser war als bei einer Übertragung von Künzelsau ins Rathaus. Das wurde im Verlauf der Sitzung nachjustiert. Was natürlich fehlt, ist der Überblick über die Anwesenden, der direkte Blick auf spontane Reaktionen, die Abstimmung mit Blicken innerhalb der Fraktionen, der ein oder andere Zwischenruf – kurz: die Atmosphäre. Vor allem, da man während der Präsentation eines Dokuments nicht einmal die kleinen Bilder der Räte sehen kann.

Text: Matthias Lauterer

Geistersitzung des Künzelsauer Gemeinderats.
Foto: GSCHWÄTZ

Geistersitzung des Künzelsauer Gemeinderats.
Foto:GSCHWÄTZ

Dünn besetzt waren auch die Reihen der Räte.
Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Schneller Fahndungserfolg: Polizei hat 25-jährigen Graffitimaler ermittelt

Allein im November gingen bei der Polizei in Künzelsau zehn Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung durch Graffiti ein.

In der Nacht auf den 04. November 2020 wurden in der Gaisbacher Straße und der Stettenstraße Gebäude und Verteilerkästen bemalt, in der Nacht auf den 14. November 2020 traf es die Geschäftsgebäude mehrerer Firmen im Gewerbegebiet Kocherwiesen.

GSCHWÄTZ berichtete:

https://www.gschwaetz.de/2020/11/06/polizei-sucht-grafitti-maler/

https://www.gschwaetz.de/2020/11/18/schon-wieder-graffitisprueher-unterwegs/

Sicherheitskamera zeichnete auf

Was der Täter wohl nicht ahnte: Eine Kamera überwacht die Umgebung eines der Firmengebäude, das Überwachungsvideo wurde der Polizei zur Verfügung gestellt.

25-jähriger verdächtig

Laut Auskunft der Polizei konnte ein 25-jähriger Tatverdächtigen ermittelt werden, die Ermittlungen dauern noch an.

Ob der ermittelte Tatverdächtige nur im Verdacht steht, für die Graffiti vom 13. oder 14. November verantwortlich zu sein, oder ob man ihm auch frühere Wandmalereien nachweisen kann, ist noch unklar.

Text: Matthias Lauterer

Wieder Graffiti in Künzelsau. Foto: privat




„Meine größte Angst war, andere anzustecken“

Die Wartezimmer sind voll, die Leute stehen Schlange – alles nur wegen einer Impfung, die im Vorjahr noch als überflüssig und nicht dringend notwendig galt. Es geht um die Grippeimpfung, welche die Influenza, also den Grippevirus vorbeugen soll. GSCHWÄTZ-Mitarbeiterin Cora-Lee Pusker (15) hat sich impfen lassen. Über ihre Beweggründe schreibt sie hier.

Es hat nicht viel Überredungskunst gebraucht

Dieses Jahr habe ich mich dazu entschieden, mich impfen zu lassen. Ich habe Angst vor Spritzen, aber dennoch hat es bei mir nicht viel Überredungskunst gebraucht, um mich zu überzeugen. Letztes Jahr war ich allerdings auch eine von denen, die es nicht zwingend für nötig gehalten haben, sich impfen zu lassen. Deswegen habe ich es damals auch noch nicht gemacht. Aber wie jeder weiß, ist 2020 ein spezielles Jahr. Das sogenannte „Corona-Jahr“. Als ich gehört habe, dass sich die Arzthelferinnen von meinem Arzt gegen die Grippe impfen lassen sollten, bin ich auf die Impfung aufmerksam geworden.

Das Thema wirft Fragen auf

Ich habe viel mit meinen Mitmenschen darüber gesprochen und ihnen einige Fragen gestellt zum Thema Grippeimpfung, wie zum Beispiel, ob das mit meinen 15 Jahren überhaupt sinnvoll ist. Wir haben viel darüber diskutiert sowie ausgetauscht, aber letztendlich haben mir alle die Entscheidung überlassen, ob ich es tun will oder nicht. Also habe ich mir selbst eine Meinung zu diesem Thema gebildet und mich entschieden, mich impfen zu lassen.

Ich bin erleichtert, schon geimpft zu sein

Nach dem Bestellen der Impfung kam die Zeit des Wartens. Ich habe mich oft gefragt, wann die Impfung endlich ankommt beziehungsweise, ob sie schon da ist. Ich hatte keine Panik, dass es so lange gebraucht hat, da ich zu keiner Risikogruppe gehöre, noch jung und gesund bin. Aber ich wollte das Impfen dennoch so schnell wie möglich hinter mich bringen. Ich befürchtete, dass ich mich noch vor der Impfung mit dem Influenzavirus anstecke und dadurch auch zum Überträger werde. Das war meine größte Angst und auch der letztendlich entscheidende Grund, weshalb ich mich impfen ließ. Um für mich und andere das Risiko zu senken, sich mit dem Influenzavirus anzustecken, wenn Corona auch noch ein Risiko darstellt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Dieses Jahr wurde ich schon geimpft, aber andere warten noch auf ihre Impfung. Die Impfdosen, die mein Arzt Anfang März 2020 bestellt hat, lassen noch immer auf sich warten. Voraussichtlich sollen sie aber noch im November 2020 geliefert werden. Zum Glück habe ich mich schnell entschieden, denn so konnte mein Arzt für mich und meine zwölfjährige Schwester jeweils ein Rezept ausstellen. Anfang Oktober hat unser Arzt die Impfdosen bestellt, angekommen sind sie erst am 24. Oktober 2020. An diesem Tag sind wir gleich geimpft worden. Warum sie erst so spät angekommen ist, ist leicht zu beantworten. Es gibt in ganz Deutschland Lieferengpässe bei der Grippeimpfung, sodass sogar Einzelrezepte wie die von mir und meiner Schwester bis zu einem Monat Lieferzeit gebraucht haben. Unser Hausarzt hatte anfangs Impfungen vorrätig, die innerhalb von drei Tagen aufgebraucht waren. Die Apotheke konnte nochmal einige auftreiben. Diese waren für die Altenheimpatienten, die Hausbesuchspatienten, also chronisch kranke Menschen, die nicht mehr selbstständig zu ihrem Hausarzt gehen können, vorgesehen. Alle Altenheimpatienten sind geimpft worden, jedoch nicht alle Hausbesuchspatienten haben die Impfung in Anspruch genommen, obwohl sie zur Risikogruppe gehören. Dennoch hatten diese Patienten Vorrang – aufgrund des Alters und ihres gesundheitlichen Zustandes.

Ich werde mich auch nächstes Jahr wieder gegen die Grippe impfen lassen

Auch nächstes Jahr werde ich mich wieder impfen lassen. Warum? Viele Menschen wissen nicht, dass man sich jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen sollte, um sich effektiv zu schützen, wie auch die Ständige Impfkommission (STIKO) generell rät. „Alle Personen, für die eine Influenza-Impfung empfohlen wird – oder Personen, die sich richtig schützen wollen – sollten sich jedes Jahr im Oktober bis Mitte Dezember impfen lassen. Da das Influenzavirus sehr wandlungsfähig ist, ist eine jährliche Anpassung des Impfstoffs und entsprechend eine jährliche Impfung notwendig. Gerade im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist eine hohe Influenza-Impfquote bei Risikogruppen essenziell, um in der Grippewelle schwere Influenza-Verläufe zu verhindern und Engpässe in Krankenhäusern (unter anderem bei Intensivbetten, Beatmungsplätzen) zu vermeiden, wie das Robert-Koch-Institut empfiehlt.“ Deswegen habe ich mich entschieden, dass ich mich auch nächstes Jahr wieder gegen die Grippe impfen lassen werde.

Positive Aspekte

Schlussendlich kann man sagen, dass die Grippeimpfung etwas Positives ist, wenn man sie regelmäßig bekommt. Dennoch lässt sich nicht jeder impfen. Ich bin erleichtert, schon geimpft zu sein.   So habe ich die Sorge, mich mit der Grippe anzustecken, schon einmal weniger, denn dieses Jahr hat man genug Sorgen mit dem Corona-Virus. Dank Corona habe ich gemerkt, dass man froh sein sollte über jeden Impfstoff, der sämtliche Entwicklungs- sowie Teststufen durchlaufen hat und somit auch sinnvoll nutzbar ist.

Text: Cora-Lee Pusker

Es geht los: Cora-Lee Pusker erhält ihre Spritze. Foto: GSCHWÄTZ

Erleichterung: Die Impfung ist erledigt. Foto: GSCHWÄTZ

Auch Cora-Lees Schwester hat sich impfen lassen. Foto: GSCHWÄTZ

Der Impfstoff. Zurzeit sind die Grippe-Impfdosen knapp. Foto: GSCHWÄTZ