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Unfallflucht – Zeugen gesucht

Wie die Polizei mitteilt, wurde der Mercedes eines 53-Jährigen wurde am Dienstagmittag, 01. Dezember 2020, beim Überholvorgang eines unbekannten Autofahrers auf der B19 bei Künzelsau beschädigt.

Die Polizei beschreibt den Unfallhergang wie folgt: Der Mercedesfahrer war gegen 13 Uhr auf der Bundesstraße in Richtung Schwäbisch Hall unterwegs, als er auf Höhe der Anschlussstelle Taläcker von einem silbernen BMW der X-Baureihe mitsamt Anhänger überholt wurde. Der Fahrer des BMWs wechselte zunächst vom rechten auf den linken der beiden Fahrstreifen und fuhr an dem Mercedes vorbei. Beim Wiedereinscheren auf die rechte Spur, streifte der am BMW befindliche Anhänger die Front des Mercedes. Dabei entstanden Schäden in Höhe von circa 1.200 Euro. Der Lenker des BMWs fuhr nach dem Unfall weiter und verließ die Bundesstraße in Richtung Kupferzell.

Polizei sucht Zeugen

Der Fahrer des BMWs wird als Mann mittleren Alters, mit Brille und Basecap beschrieben. Dieser oder Zeugen, die Angaben zum BMW oder dessen Fahrer machen können, werden gebeten, sich bei der Polizei Künzelsau, Telefon 07940 9400, zu melden.




Kochertalbahn: Pendlerverkehr völlig unterschätzt?

Ein “hohes Nachfragepotenzial“ bescheinigt die PTV Transport Consult GmbH, die im Auftrag des Verkehrsministeriums die 42 Bahnstrecken bewertet hat, der Kochertalbahn. Man rechnet bei PTV mit einer „Einsteigerzahl“ von 1.390 Personen an einem Schultag, die im Durchschnitt bei jeder Fahrt fast 9 Kilometer mit der Bahn zurücklegen.

Schülerbeförderung vorrangig bewertet

Hohen Wert legt PTV bei ihren Kriterien auf die Schülerbeförderung – hier erreicht die Kochertalbahn die Höchstpunktzahl, da sich mehr als 5.000 Schulplätze im unmittelbaren Einzugsbereich (bis 1.000 Meter Entfernung) der Bahn befinden.

Wenige Punkte konnte die Kochertalbahn bei den beiden Bewertungskriterien Infrastruktur und Netzwirkung holen: Da die Gleise komplett abgebaut sind und PTV daher mit einer längeren Realisierungszeit rechnet und da es sich „nur“ um eine Stichstrecke und nicht um eine Verbindungsstrecke handelt, kann die Kochertalbahn in diesem Bewertungskatalog nicht punkten.

Pendler angemessen berücksichtigt?

Nur über den Umweg über die geschätzten Personenkilometer ist der Pendlerverkehr in den Bewertungskriterien der PTV enthalten. Gerade die besondere Struktur mit den beiden Arbeitsplatzzentren Gewerbegebiet und Stadt Künzelsau mit Gaisbach an den Endpunkten der Bahn, jeweils mit sehr vielen Arbeitsplätzen, hätten sicherlich zu Vorteilen bei der Bewertung geführt.

5.000 Schul- und 15.000 Arbeitsplätze im unmittelbaren Einzugsbereich

Schließlich sind im Pendlerverkehr gut gefüllte und damit rentable Bahnen in beiden Richtungen zu erwarten, denn den 5.000 Schulplätzen stehen im unmittelbaren Einzugsbereich mehr als 15.000 Arbeitsplätze gegenüber. Eine deutliche Verkehrsverlagerung von der B19 auf die Bahn könnte auch eine höhere CO2-Einsparung ergeben als die PTV annimmt.

Es liegt jetzt an der lokalen Politik, dem Landratsamt und den Gemeinden Künzelsau, Kupferzell und Waldenburg, diese Vorteile in den folgenden Kosten-Nutzen-Analysen und der standardisierten Bewertung deutlich herauszuarbeiten.

Andere Strecken in der Region

Zwei weitere stillgelegte Bahnstrecken gibt es in der Region. Zum einen die Jagsttalbahn zwischen Dörzbach und Möckmühl, deren Reaktivierung immer wieder in den Raum gestellt wurde. Die Chancen auf eine neue Jagsttalbahn dürften allerdings nahezu auf Null gesunken sein, da sie in diesem Wettbewerb nicht mehr vertreten war. Außerdem mehren sich im Jagsttal die Stimmen, die die Flächen der ehemaligen Bahnhofsgelände anderweitig nutzen wollen.

Die zweite regionale Strecke ist die Strecke Blaufelden-Langenburg, die von einem Verein restauriert wird. Diese Strecke hat es zwar in die 42 Strecken geschafft, die vom Verkehrsministerium untersucht wurden, belegte allerdings im Rahmen der Bewertungskriterien der PTV den letzten Platz. Eine Förderung ist daher sehr unwahrscheinlich.

Text: Matthias Lauterer

Im Norden Baden-Württembergs wurden nur wenige Bahnstrecken bewertet. Foto: Verkehrsministerium BW




Neue Broschüre „In Künzelsau ist was los“

Ganz neu konzipiert wurde die Broschüre „In Künzelsau ist was los“. Neben dem bisherigen städtischen Kulturprogramm umfaßt sie jetzt weitere Veranstaltungen und Aktionen von verschiedenen Anbietern sowie touristische Angebote wie Erlebnistouren, Stadtführungen oder die vielseitigen Rad- und Wanderwege in und um Künzelsau.

Pandemiegerecht

„Pandemiegerecht könnten wir einiges möglich machen. Alle Beteiligten sind bereit, sobald sich die Lage deutlich verbessert“, so Bürgermeister Stefan Neumann.

Zwei Ausgaben pro Jahr geplant

Seit Oktober 2020 ist die neue Broschüre im Umlauf, die zukünftig zweimal im Jahr aufgelegt wird. Sie ist Bürgerbüro im Künzelsauer Rathaus, in den Geschäften in Künzelsau sowie in den Rathäusern im Hohenlohekreis erhältlich. Außerdem ist die Broschüre als PDF-Dokument unter http://www.kuenzelsau.de/inkuenzelsauistwaslos zu finden.

Renate Kilb, Helen Bühler und Laura Asum (von links nach rechts) vom Kultur- und Marketingbereich der Stadtverwaltung Künzelsau freuen sich über die neue Broschüre. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.

Die neue Broschüre „In Künzelsau ist was los“ erscheint in neuem Design und Format. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.

 




„Brandschutzvorkehrungen und Brandbekämpfung sind im Einzelfall auf örtlicher Ebene sicherzustellen“

Der Landtagsabgeordnete Stephen Brauer (FDP/DVP) hatte zum Netzbooster in Kupferzell eine Kleine Anfrage an die baden-württembergische Landesregierung gestellt. Das Umweltministerium beantwortete diese gemeinsam mit dem Innenministerium und dem Wirtschaftsministerium. „Der Schwarze Peter ist in Hohenlohe, besser gesagt in Kupferzell“, schreibt dazu Michael Schenk, der Vorsitzende der FDP Hohenlohe, und bezieht sich damit vor allem auf das Thema Feuerbekämpfung bei dem geplanten Netzbooster. Zuvor hatte bereits die FDP-Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny mit weiteren Abgeordneten und der FDP-Fraktion eine Kleine Anfrage zu dem Thema an die Bundesregierung gestellt (GSCHWÄTZ berichtete über die Antwort unter https://www.gschwaetz.de/2020/11/25/hier-soll-der-schwarze-peter-nach-hohenlohe-geschoben-werden/).

„Ein Standort im Raum Kupferzell hat sich aus netzplanerischer Sicht als am geeignetsten erwiesen“

Stephen Brauer wollte unter anderem von der Landesregierung wissen, nach welchen „nachprüfbaren Kriterien die Gemeinde Kupferzell als Standort für die geplante Batteriespeicheranlage ausgewählt“ worden war. Darauf schrieb Minister Franz Untersteller: „Nach Angaben der TransnetBW GmbH sind die von Norden kommenden Leitungen aus Grafenrheinfeld in Richtung Kupferzell schon heute hoch ausgelastet – insbesondere bei hoher Windeinspeisung in Norddeutschland.“ Diese Belastung werde nach Angaben von TransnetBW in den kommenden Jahren weiter steigen. „Unter mehreren untersuchten Standorten habe sich ein Standort im Raum Kupferzell aus netzplanerischer Sicht als am geeignetsten erwiesen“, so der Umweltminister weiter. „Der Netzbooster könne hier – in geringer räumlicher Entfernung zu den auftretenden Engpässen – bereits in der Pilotphase eine im Vergleich zu anderen Standorten besonders hohe Wirksamkeit zur Höherauslastung des Netzes entfalten.“ Zudem sei durch die Netzanbindung in Richtung Norden, Westen und Süden die Möglichkeit für ein Zukunftskonzept gegeben, in dem mehrere Anlagen zur Netzstabilisierung zusammenwirken. Weitere Kriterien für die netzplanerische Eignung seien darüber hinaus gewesen, „wie stark die Stromkreise durch einen Netzbooster höher ausgelastet werden können, wie oft diese Stromkreise voraussichtlich überlastet sein werden, wie oft ein Netzbooster einen Engpass verhindert, der ohne Netzbooster entstehen würde, und ob eine im Fall des Einsatzes des Netzboosters zeitlich nachgelagerte Ablösung durch Kraftwerke gewährleistet werden kann.“

„Viele Standorte für den Netzbooster-Einsatz sind bereits ausgeschieden“

Zur Frage nach alternativen Standorten in Baden-Württemberg heißt es in dem Schreiben: „Nach Auskunft der TransnetBW GmbH sind aufgrund der oben genannten Kriterien viele Standorte für den Netzbooster-Einsatz bereits ausgeschieden.“ Zwar seien Standorte von TransnetBW-Umspannwerken als mögliche Alternativen untersucht worden. Auch sei Neckarwestheim als Standort eines stillgelegten Kraftwerks, das bereits durch ein Umspannwerk der TransnetBW angeschlossen sei, explizit als möglicher Standort berücksichtigt worden. Hier hätte jedoch die netzplanerische Eignung gefehlt. Das Umspannwerk Kupferzell sei als Anschlusspunkt am besten geeignet.

Rund 15 Millionen Euro jährlich an Einsparpotenzial

Grundsätzlich sollen „Netzbooster dabei helfen, bestehende Leitungen im Normalbetrieb besser auszulasten, indem sie in Sekundenschnelle eingreifen, sobald Netzfehler auftreten“, so der Umweltminister weiter. „Netzbooster können damit den auch über 2030 hinaus nötigen Netzausbau nicht ersetzen, wären aber eine flexible Ergänzung, um Stromnetze höher auszulasten und dadurch Kosten für Redispatch-Maßnahmen einzusparen.“ Der Netzbooster könne so dem Ziel einer zuverlässigen und zugleich kostengünstigen Energieversorgung dienen. Die Bundesnetzagentur gehe nach Auskunft von TransnetBW von einem Einsparpotenzial von Redispatch-Kosten von circa 15 Millionen Euro jährlich ab dem Jahr 2026 aus.

„Soweit erforderlich werden zur Einhaltung der Grenzwerte technische, bauliche oder organisatorische Maßnahmen von der TransnetBW GmbH zu treffen sein“

Für die Überprüfung und Kontrolle der Anlage ist laut Umweltministerium die Bundesnetzagentur die zuständige Regulierungsbehörde, für die Überwachung der technischen Sicherheit allerdings das Regierungspräsidium Freiburg. Die Zulassung der Anlage solle im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens beim Regierungspräsidium Stuttgart beantragt werden. Dabei werde auch die Übereinstimmung des Vorhabens mit den öffentlich-rechtlichen Vorschriften geprüft. Dazu zähle laut Umweltministerium auch die Einhaltung von Lärmgrenzwerten. „Soweit erforderlich werden zur Einhaltung der Grenzwerte technische, bauliche oder organisatorische Maßnahmen von der TransnetBW GmbH zu treffen sein“, versichert Untersteller in dem Schreiben.

Konzept für Brandschutz und Gefahrenabwehr wird erstellt

Für die Anlage in Kupferzell sei laut TransnetBW bereits ein erstes mehrstufiges Brandschutz- und Gefahrenabwehrkonzept erstellt worden, dessen Details aber zurzeit noch erarbeitet werden. Bei diesen Vorarbeiten sei auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit der Forschungsstelle für Brandschutztechnik mit einbezogen worden. Hinsichtlich eines möglichen Feuers im Netzbooster schiebt Untersteller die Verantwortung der Gemeinde Kupferzell zu: „Brandschutzvorkehrungen und Brandbekämpfung sind im Einzelfall auf örtlicher Ebene sicherzustellen.“ Laut dem Feuerwehrgesetz Baden-Württembergs habe „jede Gemeinde auf ihre Kosten eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten“, so Untersteller. Diese habe bei Feuer und öffentlichen Notständen Hilfe zu leisten. Der Bürgermeister einer Gemeinde könne jedoch „Eigentümer und Besitzer von Grundstücken und baulichen Anlagen, von denen im Falle eines gefahrbringenden Ereignisses Gefahren für das Leben oder für die Gesundheit einer größeren Anzahl von Menschen, für erhebliche Sachwerte oder für die Umwelt ausgehen können oder bei denen eine Schadensabwehr nur unter besonders erschwerten Umständen möglich ist, dazu verpflichten, die für die Bekämpfung dieser Gefahren erforderlichen besonderen Ausrüstungsgegenstände und Anlagen zu beschaffen, zu unterhalten und ausreichend Löschmittel und sonstige Einsatzmittel bereitzuhalten.“ Eigentümer und Besitzer von abgelegenen Gebäuden könnten außerdem dazu verpflichtet werden, Löschwasseranlagen für diese Gebäude zu errichten und zu unterhalten.

Recycling der Alt-Batterien

Hinsichtlich Recycling-Möglichkeiten der Batterien schreibt Untersteller: „Die Rücknahme und Verwertung von Lithium-Ionen-Altbatterien ist gesetzlich im Batteriegesetz (BattG) geregelt.“ Batterien, wie die beim Kupferzeller Netzbooster, seien demnach Industriebatterien, die der Hersteller zurücknehmen und stofflich verwerten müsse. Auch der Vertreiber könne die Entsorgung übernehmen. Verbrennen oder Deponierung solcher Altbatterien ist laut BattG ausdrücklich untersagt. „Dies gilt nicht für Rückstände von zuvor ordnungsgemäß behandelten und stofflich verwerteten Altbatterien“, heißt es in der Antwort weiter. Lithium-Ionen-Altbatterien können stofflich verwertet werden, moderne Verfahren erlauben hohe Rückgewinnungsquoten aller wesentlichen Bestandteile. Derzeit sei zwar die Wirtschaftlichkeit nicht hinsichtlich aller Inhaltsstoffe gegeben, mit der Zunahme von entsprechenden Altbatteriemassen wie zum Beispiel im Rahmen der Elektromobilität sei dieser Aspekt jedoch neu zu bewerten.

Quelle: Pressemitteilung der FDP Hohenlohe




Beispiel Künzelsau zeigt einmal mehr: zwischen Hohenlohe und online klaffen nach wie vor Welten

Online und Hohenlohe – das scheint in manchen Bereichen auch zum Ende dieses Corona-Jahres so unvereinbar zu sein wie das Wort Schimmel und die Farbe Schwarz. Man betrachte nur einmal die Stadtratsitzung in Künzelsau, als unlängst so viele Fraktionen die Online-Sitzung boykottierten und dadurch der Gemeinderat nicht beschlussfähig war (wir berichteten).

Die Vogel-Strauß-Methode bringt nichts

Als Reaktion auf den Boykott stellt die Stadtverwaltung den Gemeinderatssitzmitgliedern nun frei, ob sie online an den Gemeinderatssitzungen teilnehmen oder vor Ort im Rathaus sitzen möchten. Eigentlich müsste man denken, dass jeder Stadtrat begeistert hinsichtlich des relativ bequemen Angebots einer Online-Gemeinderatssitzung im Zuge der Coronapandemie sein müsste. Aber dem ist nicht so. Die einen fühlen sich übergangen vom Bürgermeister, andere wiederum scheinen mit der Technik nach wie vor nicht wirklich auf Kuschelkurs zu sein.

Die Online-Paste wird auch  nach Corona nicht zurück in die Tube gedrückt werden.

Doch dies müsste sich dringend ändern. Es reicht nicht aus, Vogel Strauss zu spielen und zu warten, bis die Pandemie im Zuge eines Impfstoffes endlich ein Ende findet. Denn Corona hat einen Trend, der vorher schon da war, einfach noch mehr beschleunigt: online first. Die Online-Paste wird auch  nach Corona nicht zurück in die Tube gedrückt werden.

Noch immer zu viele Funklöcher im Hohenlohekreis

Spätestens seit der ersten Pandemiewelle hätten (Lokal-)Politiker sich näher mit Online-Kommunikation befassen oder vielleicht auch ordentlich geschult werden müssen. Wie funktionieren Videokonferenzen? Welche Ausrüstung benötige ich zu Hause dafür? Habe ich überhaupt die nötige Datenübertragungsrate? Nun machen wir alle mal schön einen Probelauf. Sicher, wenn man in einem Funklochnest sitzt, hat man kaum Möglichkeiten. Bei Mulfingen, Ingelfingen und auch rund um Öhringen gibt es diese Niemandsländer immernoch reichlich.

Wenn Bürger keinen Empfang haben, können sie auch nicht von Zuhause adäquat arbeiten

Und auch hier sind in erster Linie Lokalpolitiker gefordert, diese noch viel zu großflächigen Funklöcher im Hohenlohekreis ein Ende zu bereiten. Denn: Wenn Bürger keinen Empfang haben, können Sie nicht nur nicht im Internet shoppen, sondern eben auch nicht online arbeiten geschweige denn homeschooling betreiben.

Schule online geht anders

Und da wären wir beim nächsten Punkt: Schule online. Seit März 2020 hatten die Schulen Zeit, Lehrer ins Online-Schulzeitalter zu hieven. Doch was ist bis dato egschehen? Sicher, es gibt Leuchtturmschulen auch im Hohenlohekreis, die mit Online-Plattformen und Verteilung von Tablets blitzschnell reagiert haben. Aber diese sind leider immernoch eher die Ausnahmen. Bei vielen Schulen quälte man sich durch die ein oder andere Videokonferenz, die eher die Erklärung der Technik und das Befinden der Schüler zum Thema hatte, als Lernstoff adäquat zu vermitteln. Aber das ist kein Unterricht. Ansonsten heißt der Plan B, wenn eine Klasse von heute auf morgen in Quarantäne geschickt wird, immer noch nicht selten: Schaut in euren E-Mail-Postfächern nach oder holt die Blätter, die man den Kindern in der Schule kopiert, ab. Schule online geht anders. Die Unis machen es vor. Denn die können mangels Präsenzunterricht nicht einfach nur  Blätter kopieren oder pdfs und youtube-Links verschicken. Hier werden Tutorials online abgehalten. Das wäre auch in den Schulen möglich. Dazu gehört: Jedes Kind müsste mit einem Tablet ausgestattet sein und mit diesem Tablet findet dann Online-Unterricht statt.

Auch staatliche Behörden glänzen nicht wirklich mit Online-Präsenz

Aber auch bei den Banken und den staatlichen Behörden im Hohenlohekreis sind noch einige Online-Löcher zu stopfen. Denn die meisten Formulare, um irgendwelche Anträge zu stellen, gibt es zwar schon online zum Abruf. Aber immer noch zählt die digitale Unterschrift eigentlich gar nicht. Ausdrucken lautet hier nach wie vor die Devise, unterschreiben, und mit der Post im Original wegschicken. Die Deutsche Post zählt immer noch mehr als eine E-Mail. Nur braucht sie Tage länger, bis sie Dokumente von A nach B transportiert. So fortschrittlich sind wir im 21. Jahrhundert.

Es könnte alles so einfach sein.

Text: Dr. Sandra Hartmann




Auto überschlägt sich

Zwei Frauen mussten am Montagnachmittag, den 30. November 2020, nach einem Unfall bei Forchtenberg von Rettungskräften in Krankenhäuser gebracht werden. Eine 61-Jährige fuhr gegen 14.45 Uhr in ihrem Opel auf der Landstraße von Forchtenberg-Sindringen nach Forchtenberg-Ernsbach, als sie aus unbekannter Ursache in den Gegenverkehr geriet.
Hier kollidierte der Opel frontal mit dem entgegenkommenden VW einer 46-Jährigen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der Opel überschlug sich daraufhin und kam schließlich auf dem Dach zum Liegen. Der VW rutschte nach dem Zusammenstoß weiter, kam von der Straße ab und blieb auf einer Wiese stehen.
Beide Fahrerinnen wurden bei dem Unfall leicht verletzt. An den Fahrzeugen entstand ein Schaden in Höhe von insgesamt knapp 30.000 Euro.

Unfall zwischen Forchtenberg-Sindringen und Forchtenberg-Ernsbach am 30. November 2020. Foto: privat

Unfall zwischen Forchtenberg-Sindringen und Forchtenberg-Ernsbach am 30. November 2020. Foto: privat

Unfall zwischen Forchtenberg-Sindringen und Forchtenberg-Ernsbach am 30. November 2020. Foto: privat




Betreten des Heiligenwaldes untersagt

Im Bereich der Stadt Forchtenberg, der Gemeinde Zweiflingen und dem Öhringer Stadtteil Ohrnberg südlich des Kochers – im Heiligenwald und den angrenzenden Waldungen – findet nach Angaben des Landratsamtes Hohenlohekreis am Samstag, den 05. Dezember 2020, eine revierübergreifende Ansitzdrückjagd auf Schalenwild statt. Zum Schutz aller Waldbesucher wird daher an diesem Tag in der Zeit von 9 bis 14.30 Uhr das Betreten des genannten Waldgebiets untersagt (gemäß § 38 Absatz 1 Landeswaldgesetz Baden-Württemberg). Das Betretungsverbot gilt für alle Waldwege und alle Waldflächen.

Zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer sollen die Hinweisschilder und Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den durch den Wald führenden Straßen strikt eingehalten werden. Außerdem muss mit plötzlichem Wildwechsel und jagenden Hunden gerechnet werden.

Revierübergreifende Drückjagden sind laut der obersten Jagdbehörde Baden-Württembergs eine Präventionsmaßnahme gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) und dienen der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinne des § 10 Absatz 4 Corona-Verordnung des Landes.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Gemeinderäte dürfen selbst entscheiden, ob sie an den Sitzungen anwesend sind oder online zuschalten

Das Gespenst der Geistersitzung schwebte am Montag, den 30. November 2020 nicht mehr durch den großen Sitzungssaal des Künzelsauer Rathauses. Nach dem Eklat der vorhergehenden Sitzung, an der die Fraktionen von SPD/GRÜNE, UBK und FFK nicht teilgenommen hatten (GSCHWÄTZ berichtete), konnte ein Kompromiss gefunden werden: „Hybrid“ heißt das Zauberwort, das letztendlich die Geister vertrieben hat. Das heißt, dass es den Räten freigestellt ist, wie sie an der Sitzung teilnehmen wollen: im Sitzungssaal oder per Videokonferenzsystem über das Netz.

So waren diesmal alle Fraktionen anwesend, SPD/GRÜNE, UBK und FFK im Saal, CDU und FREIE per Video zugeschaltet.

Handwerkerpark Lerchenhöhe in Amrichshausen

Als erster Punkt stand die Erweiterung des Handwerkerparks Lerchenhöhe in Amrichshausen auf der Tagesordnung. Thomas Klaus vom Ingenieurbüro Balling erläuterte die eingegangenen Einwände und wie man darauf eingegangen ist. Aus dem Rat heraus kamen drei weitere größere Einwände, die die Verwaltung bei der Erstellung des Bebauungsplans beachten soll:

  • Durch die Bebauung wird bei Starkregen das Wasser viel schneller in den Deubach fließen, was das Hochwasserrisiko für Belsenberg erhöht. Ein Regenwassermanagement sei erforderlich.
  • Laut gesetzlichen Regelungen ist bei einem Bedarf von mehr als 50 Parkplätzen  eine „platzsparende Bebauung“ notwendig, also ein Parkhaus oder eine Tiefgarage. Das würde die Ansiedlung von Betrieben möglicherweise unangemessen verteuern.
  • Die Höhe von 13 Metern sei möglicherweise nicht notwendig, meint Erhard Demuth. Er befürchtet Einwände vonseiten des Regionalverbands und des Regierungspräsidiums und schlägt vor, die Höhe abgestuft auf 11m zurückzunehmen.

Die Verwaltung wird einstimmig beauftragt, unter Beachtung der Einwände den Bebauungsplanentwurf vorzubereiten.

Nachtragshaushalt der Stadt Künzelsau

Ulrich Walter erläutert, warum ein Nachtragshaushalt erforderlich wurde. „Normalerweise sprechen wir ja viel früher über einen Nachtragshaushalt, aber wir wollten aufgrund Corona den Oktober noch abwarten“, sagt er. Und so sind es zum großen Teil rein formale Gesichtspunkte bei der Umstellung auf die neue Rechnungslegung Doppik sowie coronabedingte Mehraufwendungen, etwa für Schutzkleidung, und Mindereinnahmen, beispielsweise bei Vermietungen, die das positive Ergebnis des Ergebnishaushalts um 129.000 Euro mindern. Trotzdem bleibt der Ergebnishaushalt mit etwa 800.000 Euro weiterhin positiv. Eine Haushaltssperre seit April, bei der jegliche Ausgaben streng geprüft wurde, sei verantwortlich, dass der Haushalt weiterhin so gut dasteht, erklärt Walter.

Die Räte konnten den Argumenten Walters folgen und stimmten dem Nachtragshaushalt der Stadt einstimmig zu.

Nachtragshaushalt der KÜN-Werke Stadt Künzelsau

Unterschiedliche Meinungen gab es beim Nachtragshaushalt der KÜN-Werke, hier gab es größere Veränderungen gegenüber dem Ansatz: Um 2 Millionen Euro sollten die Ausgaben für Wohnbau gekürzt werden, höhere Kosten als veranschlagt entstehen durch die Vorziehung der Kosten für das Gewerbegebiet Lerchenhöhe sowie die Gründung eines neuen Bereichs „Erneuerbare Energien, Beteiligungen, PV, Breitband“. Hier entstehen Kosten von 1.345 Mio € durch eine Beteiligung an den Stadtwerken Tauberfranken.

Hans-Jürgen Saknus (SPD) stolpert über die Kürzung beim Wohnungsbau und findet, dass die Kredite buchhalterisch dem neu gegründeten Bereich zugeordnet werden müßten. Walter erläutert, dass im gewählten Ansatz Gewinne aus Energieerzeugung steuersparend auf Verluste aus anderen Bereichen angerechnet werden könnten.

Boris d’Angelo (UBK) kritisiert die weitere Verschuldung für die Beteiligung an den SW Tauberfranken und zitiert den scheidenden Stadtkämmerer Eckhard Angelmaier: „Wenn man die Verschuldung ablehnt , muß man auch den Mut haben, dagegenzustimmen“.

Folgerichtig stimmen SPD/GRÜNE und UBK gegen den Nachtragshaushalt der KÜN-Werke, sodass dieser mit 8 Gegenstimmen angenommen wird.

Gebührensätze Wasserver- und – entsorgung

Aufgrund der jährlichen Überprüfung der Kosten für die Wassserver- und –entsorgung schlägt Ulrich Walter vor, die Kosten für Wasserzins und Schmutzwasserentsorgung um je 0,10€/m³ zu erhöhen sowie für die Entsorgung des Regenwassers um 0,04€/m³ zu senken. „Für einen 4-Personenhaushalt ergibt sich dadurch eine jährliche Mehrbelastung von 12€m also 1€/Monat“ rechnet Walter vor.

Dieser Antrag wird ohne Wortmeldung einstimmig angenommen.

Text: Matthias Lauterer

Der Gemeinderat Künzelsau tagt im hellerleuchteten Sitzungssaal. Foto: GSCHWÄTZ




Hohenlohe im Schneechaos

Der Dezember hat für so manchen Autofahrer gleich mit einer weißen Überraschung begonnen: Hohenlohe versank am Dienstag, den 01. Dezember 2020, im Schneechaos, nachdem es in der Nacht zuvor kräftig geschneit hatte. „Seit sechs Uhr hatten wir bereits acht Einsätze: drei in Öhringen, je einen in Waldenburg, Krautheim und Mulfingen“, sagt Manuel Bär, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Heilbronn. „Es gab Blechschaden und Verkehrsbehinderungen, aber nichts Gravierenderes.“ Zur Situation der Schulbusse konnte der Polizeisprecher nichts sagen.

Allerdings wartete so manches Schulkind vergebens auf die Fahrtgelegenheit zur Schule: Auf der Linie 13 kam es zu massiven Verspätungen. Weil die Schulbusse von Dörrenzimmern nicht über die Steige Richtung Künzelsau fahren konnten, suchten sie ihren Weg über Stachenhausen nach Künzelsau. Allerdings ist es in der Zwischenzeit auf der B 19 zwischen Stachenhausen und Künzelsau zu einem Lkw-Unfall gekommen, sodass sich nun dort auf der Verkehr staut.

 

Für die Kinder eine Freude, für Berufstätige ein Graus: Schnee in Hohenlohe. Foto: GSCHWÄTZ




3 Kindergärten betroffen

An diesem Wochenende hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 15 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 107,4 pro 100.000 Einwohner, am Samstag war sie bereits auf 108,3 gesunken.

Alle Fälle vom Wochenende wurden am Samstag gemeldet, am Sonntag kamen keine weiteren Fälle hinzu.

Durch jeweils einen Fall in zwei Kindergärten in Neuenstein sowie Künzelsau sind insgesamt 55 Personen von einer Quarantäne betroffen.

Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

Coronalage und Inzidenzenzentwicklung im Hohenlohekreis, Stand 30.11.2020.