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Kreishaushalt mit noch mehr Schulden auf dem Buckel und noch mehr Spitzen gegen Künzelsau

Die Kreistagssitzung vom 07. Dezember 2020 in Weißbach war geprägt von der Verabschiedung des Haushalts. Nachdem Kreiskämmerer Michael Schellmann in den vorhergehenden Sitzungen den Haushaltsentwurf im Detail vorgestellt hatte, folgten die traditionellen Haushaltsreden der Fraktionen.

Dieter Pallotta (CDU): Das Krankenhaus „nähert sich der schwarzen Null“, nicht mehr aufschiebbar sei das Kreishaus

Den Anfang machte Dieter Pallotta, der für die stärkste Fraktion sprach, der CDU: Er blickt zurück in die Vergangenheit und stellt fest, dass die hart erkämpften Beschlüsse aus den letzten Jahren jetzt Wirkung zeigten: Das Krankenhaus „nähert sich der schwarzen Null“, auch die Abfallwirtschaft stehe gut da, die Altschulden seien getilgt und die jetzigen Gebühren seien kostendeckend. Allein die Umstellung auf den gelben Sack würde eine halbe Million Euro einsparen. Bei den Schulrenovierungen sei jetzt ein Etappenziel erreicht, aber Pallotta und die CDU sehen einen Bedarf für einen Schulentwicklungsplan. Durch die Neuausschreibung des Nahverkehrs sie ungefähr eine Million Euro gespart worden.

CDU unterstützt höhere Schulden des Landkreises

Mit „wir stehen hinter dem NVH und der Stadtbahnverlängerung bis nach Schwäbisch-Hall“ lenkt er den Blick auf die Zukunft. Genausso steht er hinter dem Standort Künzelsau für das neue Landratsamt. Man müsse allerdings neue Formen der Arbeitswelt in Einklang mit der Planung bringen, auch die Einhäusigkeit ist für ihn „kein unbedingtes Ziel“. „Nicht mehr aufschiebbar“ sei das Kreishaus, ist die Meinung der CDU.

Mit Blick auf den Sozialhaushalt, der allein 75 Millionen Euro beträgt, sieht er nicht nur die reine Summe sondern auch den Nutzen, der sich für den Kreis aus diesen Zahlungen ergibt.

Zum Ende seiner Rede betrachtet er die Erhöhung der Schulden des Landkreises: Da diese Schulden aus Investitionen in Großprojekte stammen, kann  die CDU diese Schuldenaufnahme unterstützen.

Achim Beck (Freie Wähler), ist froh, dass man zum Beispiel beim 24/7-Notarztdienst in Künzelsau frühzeitig die Reißleine gezogen habe

Nach Pallotta spricht Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck für die Freien Wähler: Er bescheinigt den Kreisbehörden, dass sie Corona „souverän gemeistert“ hätten und betont, dass die Freien Wähler hinter den Mehrausgaben in Höhe von 2.8 Millionen Euro stehen. Er ist froh, dass man zum Beispiel beim 24/7-Notarztdienst in Künzelsau frühzeitig die Reißleine gezogen habe. In Bezug auf die Kochertalbahn sieht er wenig Verbesserung der Nahverkehrssituation und fordert, dass das zu erstellende Gutachten „kein Gefälligkeitsgutachten“ sein dürfe.

Achim Beck, Freie Wähler: Kochertalbahn bringe wenig Verbesserung im Nahverkehr und bestont, dass er bei der Neuwahl des Landrats hinter Dr. Matthias Neth stehe

„Das  Landratsamt ist in Künzelsau zu Hause“, legt er sich deutlich fest. Der zentrale Standort an der Allee soll erhalten bleiben. Seinem Künzelsauer Amtskollegen Stefan Neumann legt er ans Herz: „Künzelsau soll die Wunschvorstellung des Kreises akzeptieren.“

An der Nachhaltigkeit des Haushalts äußert er allerdings Zweifel: Die Schulden sollen bis 2024 auf 35 Mio Euro steigen, dazu kämen die Kosten für den Neubau des Landratsamtes. Die von Michael Schellmann zugrundegelegten Steuerprognosen sind Beck zu optimistisch, er sieht daher das Ziel, die Kreisumlage bei 35% zu belassen, in Gefahr.

Zu guter Letzt begrüßt er die erneute Kandidatur von Dr.Matthias Neth für das Amt des Landrats sichert ihm zu. „Wir stehen bei der Wahl hinter Ihnen“.

Catherine Kern (GRÜNE): „Der Hohenlohekreis muss klimaneutral werden“ und es sei wichtig, dass Hohenlohe Geld für Kinder ausgibt

Ganz andere Schwerpunkte legt Catherine Kern von den Grünen: Am Beispiel der Biontech-Gründer zeigt sie auf, wie wichtig es ist, dass man in Deutschland seine Stärken entwickeln kann. „Deshalb ist es wichtig und richtig, dass der Hohenlohekreis viel Geld für
Soziales und damit auch für Kinder ausgibt, um allen Kindern in Hohenlohe Chancengleichheit und
den gesellschaftlichen Zugang zu ermöglichen.“ Die Coronakrise habe die Schwächen unseres Schulsystems aufgezeigt. Der Kreis müsse die Schulen seines Verantwortungskreses optimal ausstatten und Syerginen mit den anderen Schulträgern suchen.

Sie schwenkt von der Coronakrise zur Klimakrise und fordert „Der Hohenlohekreis muss klimaneutral werden.“ Dazu fordert sie eine Verkehrswende. Ihr ist klar, dass im ländlichen Raum der Individualverkehr mit dem Auto notwendig bleiben wird, aber sie will den Menschen ein Umdenken nahebringen.

Kern stellt den Ausbau der A6 in Frage, „wenn wir die Kochertalbahn wollen“

„Der Bund ist bereit, die Elektrifizierung mit 90 Prozent Finanzierung zu unterstützen, also packen wir es doch an.“ Die Kochertalbahn, die Elektrifizierung und Stadtbahn-Ausbau der Strecke zwischen Öhringen und Schwäbisch Hall, eine Schnellbuslinie durchs Kochertal sowie ein sicheres Radwegesystem, das in ein verläßliches Gesamtmobilitätssystem integriert ist, schlägt sie vor. Dazu individuelle Verhaltensänderungen wie Car-Sharing, Radfahren oder auch mal zu Fuß gehen. Den Ausbau der B19 stellt sie in Frage, „wenn wir eine Kochertalbahn wollen.“

Irmgard Kircher-Wieland (SPD): Beim Kreishaus „liegen wir immer noch in schmerzhaften Wehen“

Auch Irmgard Kircher Wielandt nimmt sich den  Sozialhaushalt vor, der mit 75 Millionen Euro ungefähr die Hälfte des Gesamthaushalts ausmacht. Jugend und Soziales sei schon immer kostenintensiv, sie sieht vor allem den Nutzen dieses Haushaltspostens, und erachtet diese Kosten „in einer sozialen Marktwirtschaft sinnvoll und notwendig“.

Irmgard Kircher-Wieland (SPD): Der Krankenhausneubau in Öhringen liege im Kosten- und Zeitrahmen.

Die laufenden großen Projekte betrachtet sie wie folgt: Der Krankenhausneubau in Öhringen liege im Kosten- und Zeitrahmen. Besondere Freude empfindet sie darüber, dass das Personal jetzt wieder nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt werde. Den Fortschritt beim Kreishaus kritisiert sie: Da „liegen wir immer noch in schmerzhaften Wehen“. In der Verkehrspolitik fordert sie, auch im Hinblick auf das Gutachten zur Kochertalbahn, den NVH und die Bahn, also den Ausbau der Stadtbahnstrecke bis mindestens Waldenburg gemeinsam zu betrachten.

Auch die SPD hat die Verschuldung des Kreises im Blick, sie hält sie für vertretbar. Die Kreisumlage soll nach Meinung der SPD bei 34 Prozent bleiben.

Michael Schenk (FDP): Steigende Sozialkosten „bereiten uns Freien Demokraten große Sorge“

Für die kleinste Fraktion, die FDP, tritt Michael Schenk ans Rednerpult. Auch er betrachtet den Sozialhaushalt und bemängelt die wachsenden Anforderungen, wie durch das Bundesteilhabegesetz. „Die steigenden Kosten und die immer weiter wachsende Bürokratie, sowohl für die Verwaltungen, die Betriebe und den Bürgern, bereiten uns Freien Demokraten große Sorge.“

Schenk fordert eine bessere Zusammenarbeit zwischen der Stadt- und der Kreisverwaltung ein (Künzelsau und Landratsamt)

„Das neue Kreishaus soll in Künzelsau gebaut werden.“, sagt Schenk. „Das Gesicht des Hohenlohekreises muss in der A-Lage sein.“ Er fordert allerdings eine bessere Zusammenarbeit zwischen der Stadt- und der Kreisverwaltung ein, der Neubau nütze ja insbesondere der Infrastruktur der Kreisstadt Künzelsau. Allerdings sieht er das eine oder andere Amt auch dezentral angesiedelt. Er stellt aber fest, dass grundlegende Planungsvoraussetzungen noch nicht geschaffen sind.

Die Stabilität der Kreisumlage bis 2024 begrüßt er und betont die Planungssicherheit für die Gemeinden. Auch die FDP fordert einen Schulentwicklungsplan, da die Schulen „das Fundament unserer Wirtschaft“ seien.

Die FDP wartet gespannt auf die Planung und vor allem auf einen Baubeginn des neuen Hohenloher Krankenhauses im kommenden Jahr. Mit der Entwicklung der medizinischen Kapazitäten Hohenloher Krankenhauses sei Schenk zufrieden. Die geplante Eröffnung des MVZ in Künzelsau wird seiner Meinung nach eine Verbesserung der medizinischen Versorgung Ende des Jahres 2020 um Künzelsau erreicht werden.

Anton Baron, AfD ist der einzige, der die Notwendigkeit des neuen Landratsamts in Zweifel zieht: Er möchte lieber einige Jahre warten, bis sich die wirtschaftliche Lage verbessert.

Anton Baron von der Gruppe der AfD ist der einzige, der die Notwendigkeit des neuen Landratsamts in Zweifel zieht: Er möchte lieber einige Jahre warten, bis sich die wirtschaftliche Lage verbessert. Schließlich müsse unter anderem aufgrund der abzusehenden Gewerbesteuerrückgänge „dieser Haushalt ein sparsamer sein – zumindest aber reiner ohne unnötige Ausgaben.“  Er kritisiert in diesem Zusammenhang auch die „permanent steigenden Personalaufwendungen“ und nennt den Mobilitätsmanager als Beispiel. Gleichzeitig fordert er die Verbesserung der Mobilitätsinfrastruktur, einerseits durch die Kochertalbahn, andererseits durch den vierspurigen B19-Ausbau, den Autobahnanschluß Kochertal sowie die Straßen im Jagsttal. Bei den Verkehrsplanungen des Landes komme die Straße eindeutig zu kurz, meint er. Als einen Treiber der Verschuldung des Kreises benennt er die Abfallwirtschaft. Er sieht permanente Gebührensteigerungen bei der AIH und schiebt diese auf eine „unrealistische Weltrettungspolitik“ von Bund und Land.

Baron kritisiert auch die „permanent steigenden Personalaufwendungen“ im Landratsamt  und nennt den Mobilitätsmanager als Beispiel

Bei der Gesundheitsinfrastruktur sollte seiner Meinung nach „Sparen nicht die oberste Devise sein“. Die Pandemie zeige, wie wichtig jeder Krankenhausplatz sei. Das MVZ sei kein Ersatz für das Krankenhaus in Künzelsau. Die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen bringt er in Zusammenhang mit dem Abfluß von „hunderten Milliarden von deutschen Steuergeldern in marode Staaten, in die EU oder in die Migration“.

Bei der Gesundheitsinfrastruktur Barons Meinung nach „Sparen nicht die oberste Devise sein“. Die Pandemie zeige, wie wichtig jeder Krankenhausplatz sei. Das MVZ sei kein Ersatz für das Krankenhaus in Künzelsau

Letzter Haushaltsredner ist Ernst Kern, der für die Linke im Kreistag sitzt. Generell erachtet er den Haushalt als sehr solide. Er bescheinigt der Kreisverwaltung, in Corona-Zeiten maßvoll und verantwortungsvoll gehandelt zu haben. Er sieht eine gesellschaftliche Spaltung und fordert gegenseitiges Verständnis und Respekt. Der Sozialhaushalt sei sehr hoch, aber man dürfe nicht nur auf die Kosten des Sozialhaushaltes sehen: Wenn jemand sein Leben trotz Arbeit nicht finanzieren kann, „dann läuft etwas schief“ sieht er hier ein gesellschaftliches Problem als Grundlage. Er geht noch auf den geplanten Netzbooster in Kupferzell ein. Er bemängelt, wie der Betreiber mit den Menschen in der Region umgeht. Ihm fehlt bei dem Projekt die Transparenz und er sieht keine konstruktiven und alternativen Ideen.

Ernst Kern, Linke: Er geht noch auf den geplanten Netzbooster in Kupferzell ein. Er bemängelt, wie der Betreiber mit den Menschen in der Region umgeht

Zum Abschluss bedankt sich Landrat Dr. Matthias Neth dafür, dass die Leistung seiner Mitarbeiter und aller Corona-Helfer von allen Rednern anerkannt wurde.

Haushaltssatzung, Haushaltsplan, Stellenplan und Finanzplan des Hohenlohekreises werden einstimmig angenommen. Dre Gegenstimmen gab es bei der Abstimmung über den Wirtschaftsplan 2021 der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis und vier Räte stimmten gegen den Wirtschaftsplan 2021 des Nahverkehr Hohenlohekreis.

Text: Matthias Lauterer

Alles für haushaltstechnische Klimmzüge vorbereitet. Foto: GSCHWÄTZ

 

Dieter Pallotta, CDU. Haushaltsrede 2021. Foto: GSCHWÄTZ

Achim Beck, Kreistagssitzung in Weißbach am 07. Dezember 2020.

Catherine Kern, GRÜNE. Haushaltsrede 2021. Foto: GSCHWÄTZ

Irmgard Kircher-Wieland, SPD, Haushaltsrede 2021. Foto: GSCHWÄTZ

Michael Schenk, FDP, Haushaltsrede 2021. Foto: GSCHWÄTZ

Anton Baron (AfD), Kreistagssitzung in Weissbach. Foto: GSCHWÄTZ

Ernst Kern, Linke, Haushaltsrede 2021. Foto: GSCHWÄTZ




Sind wir die Generation, die die Erderhitzung zu verantworten hat? Oder die Generation, die

Mit drastischen Worten wendet sich derzeit der WWF (World Wide Fund For Nature, bis 1986 World Wildlife Fund) an die Öffentlichkeit.

Die große Eisschmelze

„Sind wir die Generation, die die Erderhitzung zu verantworten hat? Oder die Generation, die die Erderhitzung stoppen konnte?“ So lautet die Überschrift ihres aktuellen Flyers. Darunter ist ein Eisbär zu sehen. Daneben zwei Überschriften, die aufhorchen lassen: „In 15 Jahren wird die Arktis eisfrei sein. Und: „Erst verlieren die Eisbären den Boden unter den Füßen, dann wir Menschen.“ Darunter führt das WWF näher aus: Angesichts des Temperaturrekords in diesem Jahr von 38,5 Grad Celcius, gemessen im sibirischen Werchojansk, könnte nichts 2050, wie häufig genanntn, onsdenr beits 2035 der Nordpol „im Sommer komplett eisfrei sein“. Weiter heißt es: „Das Packeis schmilzt in besorgniserregendem Tempo.“ Das Problem: „Ohne Packeis können die Eisbären nicht jagen.“ Der steigende Meeresspiegel durch das schmelzende Eis könnte aber auch für die Menschen katastrophale Folgen haben.

Druck auf die Politik möchte der WWF ausüben

Um die „große Eisschmelze“ zu verhindern, fordert auch der WWF, ähnlich wie die Fridays-for-future-Bewegung und die Klimaliste, alles dafür zu tun, um die Erderhitzung auf unter 2 Grad zu drücken. Wie aber kann der WWF dabei helfen? Zum einen übt die Naturschutzorganisation laut eigenen Aussagen „Druck auf Politik und Wirtschaft aus und fordern, dass das Pariser Klimaabkommen eingehalten wird“, zum anderen bringen sie diese Forderungen unter anderem bei den UN Klimaverhandlungen ein. Aber auch vor Ort versucht der WWF zu helfen: „Wir unterstützen Indigene in der Arktis bei der Entwicklung von Strategien zur Anpassung an die Folgen der Erderhitzung.“

Auffallend ist, dass der WWF nicht mehr von „Klimaerwärmung“ spricht, sondern auch hier mit dem Wort „Erderhitzung“ sich einer drastischeren Wortwahl bedient.

WWF

Der WWF ist eine Stiftung nach Schweizer Recht mit Sitz in Gland, Kanton Waadt. Sie wurde 1961 gegründet und ist eine der größten internationalen Natur- und Umweltschutzorganisationen. Das Wappentier ist der große Pandabär.

Mehr Informationen und die Möglichkeit zu spenden gibt es auf: http://www.wwf.de

Werbeflyer von WWF Dezember 2020.

Werbeflyer von WWF Dezember 2020.




„In einigen Bereichen wird mehr Personal benötigt, in anderen weniger“

Viele große und kleine Unternehmen geraten durch die Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Vielerorts wissen Chefs und Mitarbeiter nicht, wie es in Zukunft weitergehen soll. Nicht nur Daimler will Personal abbauen. Wie GSCHWÄTZ erfahren hat, soll auch die Berner Group am Stammsitz in Künzelsau zum Teil langjährige Mitarbeiter entlassen haben. Eine ganze Abteilung sei demnach geschlossen worden, gefühlt „von heute auf morgen“, wie gegenüber GSCHWÄTZ berichtet wurde. Teilweise waren die Mitarbeiter mehrere Jahrzehnte bei Berner beschäftigt gewesen.

„Die Mitarbeiterzahl von Berner Deutschland schwankt im unteren einstelligen Bereich“

Wir haben bei der Pressestelle in Köln nach und baten um eine Stellungnahme. Unter anderem wollten wir wissen, ob es stimmt, dass am Stammsitz Arbeitsplätze abgebaut werden, welche betrieblichen Bereiche davon betroffen sind und welche Gründe es dafür geben könnte. Wir fragten nach der Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer, ihrem Alter und der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Was uns ebenfalls interessierte, war die Frage, ob es einen Sozialplan gibt und ob auch an anderen Berner-Standorten Stellen abgebaut werden sollen oder ob die Arbeitsplätze in Künzelsau lediglich woanders hinverlegt werden.

Knappe, vage Antwort

Lydia-Kathrin Hilpert von der Pressestelle hat uns daraufhin geantwortet. Ihre Antwort fiel mehr als knapp und sehr vage aus. Einen Ausblick auf die Zukunft gab sie gar nicht.

Die Berner-Mitarbeiterin schrieb in ihrer Antwort-Mail: „Die  Mitarbeiterzahl von Berner Deutschland schwankt in den vergangenen Jahren im unteren einstelligen Prozentbereich. In einigen Bereichen wird mehr Personal benötigt, in anderen wiederum weniger.“ Aber das sei ein normaler Vorgang.

Grund laut Berner: Digitalisierung

Als Grund dafür nannte Hilpert die Digitalisierung: „Diese Entwicklung wird uns wie alle anderen Unternehmen auch in Zukunft begleiten.“ Es sei aber eine Tatsache, dass Berner Deutschland auch „langfristig wachsen“ wolle, wofür eher mehr als weniger Personal benötigt werden würde.

Zu weiteren personenbezogenen Daten sowie Interna wollte die Unternehmensmitarbeiterin keine Angaben machen.

Text: Sonja Bossert. Die Fragen an Berner stelle: Matthias Lauterer




Es soll nicht ausschauen „wie das Pförtnerhäuschen vom Rathaus“

Den Planungsstand für das neue Landratsamt wollte Landrat Dr. Matthias Neth während der Sitzung des Kreistags am 07. Dezember 2020 in Weißbach darstellen. Andere sprechen vom „Kreishaus“ und „Campus“ nannte die Projektleiterin das Projekt, als sie den derzeitigen Stand erläuterte. Genaugenommen kann von Planungsstand nicht gesprochen werden, viel zu viele Punkte sind ungeklärt. Das Landratsamt hat seine Anforderungen noch nicht formuliert. Zum Beispiel ist noch gar nicht klar, wie die Digitalisierung die Arbeitsformen und damit Gestaltung der Arbeitsumgebungen verändern kann. „Unstreitig besteht Handlungsdruck“, sagte Landrat Dr. Matthias Neth.

Alle einig: Das Kreishaus gehört nach Künzelsau

In ihren Haushaltsreden betonten die Fraktionen, dass ein neues Landratsamt notwendig sei. Sie waren aber von der Zahl „90 Millionen“, die Kreiskämmerer Schellmann in der letzten Sitzung nannte, geschockt. Alle forderten, auf die Kosten zu achten  und moderne digitalisierte Arbeitsprozesse bei der Planung zu berücksichtigen. Ein Punkt war für die Fraktionen aber unstrittig: Ein Landratsamt muß in der Kreisstadt angesiedelt sein.

Prämissen: A-Lage erhalten, möglichst keine Interimslösungen, modularer Aufbau

Auch ohne die Details bereits zu kennen, hat die Planerin eine Strategie: zuerst soll ein relativ großes Bürogebäude für etwa 350 Arbeitsplätze auf dem heutigen Schotterparkplatz am Kaufland entstehen, danach können an Stelle der dann freien Gebäude modular und bedarfsgerecht weitere Gebäude entstehen. Insbesondere am Platz des heutigen Landratsamts soll ein repräsentatives Gebäude entstehen. Repräsentativ soll es ein und nicht aussehen „wie das Pförtnerhäuschen vom Rathaus“, wie einer anmerkte. Damit wären die zwei weiteren Prämissen, die der Kreistag erarbeitet hat, ebenfalls erfüllt: Zum einen der Erhalt der A-Lage an der Allee, zum anderen die Vermeidung von Interimslösungen.

Neue Stadtachse geplant

Die Allee selbst könnte allerdings überbaut werden, dafür soll eine neue sogenannte „Stadtachse“ ungefähr von der Bergbahn bis zur Stettenstrasse entstehen. Auch die Fläche südlich dieser Achse, wo heute die Containerbüros des Landratsamts stehen, könnte für ein Gebäude des neuen Landratsamts genutzt werden. Auf dem nordwestlichen Teil des Schotterparkplatzes könnte ein Parkhaus entstehen, das möglicherweise von der Stadt Künzelsau gebaut werden könnte.

Enttäuschung über den aktuellen Stand

Enttäuscht von den vielen Konjunktiven zeigte sich Irmgard Kircher-Wieland (SPD). Sie fordert Neth auf, umgehend die Anforderungen zu formulieren, damit man weiterkommen kann. Sie vergleicht das mit dem Kochen: „Wenn ich ein Essen koche, dann muß ich wissen, was ich will. Und dann kann ich noch nicht anfangen. Ich brauche ja noch die Zutaten. Das ist Planung“.

Zwar versucht Neth noch, das Bild aufzunehmen, wenn er sagt, dass zum besten Essen noch der Appetit fehlt und man erst einmal den Appetit wecken müsse. Letztlich muß er aber zugeben: „Wir müssen jetzt konkreter werden.“

Im nächsten Jahr soll es dann detaillierter werden.

Text: Matthias Lauterer

Viele offene Punkte. Foto: GSCHWÄTZ




Drastische Worte von Minister Herrmann: „Es gibt ein Leben nach Corona, jedenfalls für die meisten“

Es tut sich was im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Region. Nicht nur, dass es in Baden-Württemberg gute Chancen für die Reaktivierung der Kochertalbahn und der Strecke Heilbronn-Marbach gibt – auch von Crailsheim soll man ab 2024 mit der S-Bahn bis Ansbach und Nürnberg fahren können.

Föderalismus macht das scheinbar einfache Projekt kompliziert

Obwohl die Schienenstränge bereits liegen, war für dieses Projekt eine länderübergreifende Zusammenarbeit auf ministerieller Ebene notwendig. Daher wurde am Freitag, den 04. Dezember 2020, eine Gemeinsame Erklärung der Länder Bayern und Baden-Württemberg sowie der Landkreise Ansbach und Schwäbisch-Hall unterzeichnet. Genauer: Es wurden vier Exemplare dieser Erklärung von je einem Beteiligten unterzeichnet, denn die Unterzeichnungszeremonie fand mittels einer Videokonferenz statt.

Verlängerung der bestehenden S4 bis Crailsheim

Die bestehende S-Bahn-Linie S4 von Nürnberg über Ansbach nach Dombühl soll über die bisherige Endstation hinaus über Schnelldorf bis Crailsheim verlängert werden. Ein zusätzlicher Halt wird am stillgelegten Bahnhof in Satteldorf-Ellrichshausen eingerichtet. Außerdem werden die regionalen Busverkehre an die neue S-Bahn angepasst.

Länderübergreifende Kooperation

Alle Beteiligten freuen sich darüber, dass es gelungen sei, die Regionen enger miteinander zu verzahnen. Ansbachs Landrat Dr. Jürgen Ludwig: „Die Einrichtung der S4 zwischen Dombühl und Crailsheim ist ein wichtiger Schritt: für Pendler, für den Berufsverkehr und für den Freizeitverkehr in der Region.“ Er rechnet mit deutlich mehr als 500 Personen pro Tag, die die S-Bahn nutzen werden. Ludwig weist darauf hin, dass es aus dem Kreis Ansbach in Richtung Crailsheim „erhebliche Pendlerströme“ gebe „stärker als in die benachbarten bayrischen Landkreise“. Auch der Schwäbisch-Haller Landrat Gerhard Bauer ist „überzeugt, dass diese Lösung ein voller Erfolg wird.“ Geradezu historisch sei die Zusammengehörigkeit von Ansbach und Crailsheim, schließlich gehörte Crailsheim zum Fürstentum Ansbach, meint Ludwig, und Bauer ergänzt: „Die beiden Landkreise Ansbach und Schwäbisch Hall, in denen die Menschen vielfältige Beziehungen und Freundschaften pflegen, wachsen auch im Zugverkehr weiter zusammen.“

Relativ geringe Kosten

Die Investitionskosten sind relativ gering, da die Strecke bereits vorhanden ist. Im Wesentlichen müssen nur die Bahnhöfe S-Bahn-tauglich ausgebaut werden, man geht von Kosten in Höhe von etwa drei Millionen Euro aus. Die Finanzierung sei gesichert, auch unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie. „Es gibt ein Leben nach Corona, jedenfalls für die meisten“, sagte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Herrmann und meinte damit wohl, dass man seinen Blick auch in eine Zukunft jenseits der Pandemie richten soll. Die Finanzierung sei per Gesetz verabschiedet, „da müssten schon Bundestag und Bundesrat Gesetze ändern. Da sehe ich heute niemanden, der das wollte.“

Über die Betriebskosten lässt sich noch nichts Genaues sagen, abhängig vom Verkehrsvertrag rechnet Herrmann für Baden-Württemberg mit Kosten von rund einer Million Euro pro Jahr. Aktuell, so die Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, sei der derzeitige S-Bahn-Betreiber, die DB Regio, aufgefordert, ein Angebot für die verkehrlichen Mehrleistungen abzugeben. Darauf aufbauend wird der finanzielle Rahmen zwischen den beiden Ländern abgestimmt. Die Besteller, in Bayern die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) und in Baden-Württemberg die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), entscheiden dann endgültig.

Text: Matthias Lauterer

S-Bahn-Zug. Symbolbild. Quelle: pixabay

S-Bahn Erweiterung nach Crailsheim mit erwarteten Fahrgastströmen. Quelle: Staatsministerium für Verkehr Bayern.

 




Längere Sperrung des Kanalwegs zwischen Ohrnberg und Sindringen

Die ursprünglich bis einschließlich Montag, den 07. Dezember 2020, geplante Sperrung des Kanalwegs zwischen dem Ortsausgang von Ohrnberg und Sindringen wird verlängert. Sie dauert nun bis Montag, den 14. Dezember  2020.

Grund ist der Wintereinbruch in der vergangenen Woche, der die anberaumten Gehölzpflege- und Baumfällarbeiten erheblich verzögert hat.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

 




„Künzelsau ist ein guter Nährboden für Startups und Gründer“

Bereits seit 2017 bietet die Stadtverwaltung Künzelsau mit vielen weiteren Akteuren das Konzept „Verwirkliche Deinen Traum in Künzelsau“ für Unternehmensgründer an. Beim diesjährigen Landeswettbewerb von Start-up BW Local schaffte die Stadt neben Bad Saulgau und Magstadt in der Kategorie „Gemeinde bis 20.000 Einwohner“ den Einzug ins Landesfinale, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Das virtuelle Finale fand am Donnerstag, den 03. Dezember 2020, statt und wurde live im YouTube-Kanal von Start-up BW übertragen.

Erster Platz

Bei der Preisverleihung wurde Künzelsau mit dem ersten Platz in der Kategorie „Gemeinde“ prämiert und darf sich über 10.000 Euro Preisgeld freuen. „Das Geld wird zu 100 Prozent in die Startups gehen“, so Thorben Heinrichs (hfcon GmbH & Co. KG / Digital Hub Heilbronn-Franken) als Vertreter der Stadt Künzelsau. Er ist regionaler Partner und Unterstützer des Modells. Mit dem Gründerfonds „Hohenlohe 4 Talents“ und weiteren Leistungen trägt er einen wesentlichen Teil zur Erweiterung und nachhaltigen Entwicklung des Konzepts bei.

Videopräsentation

Im Vorfeld fanden Dreharbeiten für die Videopräsentation statt. Im Video-Clip hat Christoph Bobrich, zuständig für die Wirtschaftsförderung bei der Stadtverwaltung Künzelsau, den Weg eines Gründers und Künzelsau vorgestellt. „Wir freuen uns riesig über den Gewinn“, so Bürgermeister Stefan Neumann in der Mitteilung. „Herzlichen Dank allen am Projekt Beteiligten. Künzelsau ist ein guter Nährboden für Startups und Gründer. Christoph Bobrich ist unser kompetenter Ansprechpartner, der Gründer gerne unterstützt.“ Anschließend hatte die Jury die Möglichkeit noch offene Fragen zu stellen. Die Zuschauer bekamen die Möglichkeit, für ihren Favoriten in der jeweiligen Kategorie online abzustimmen.

Ansprechpartner

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, Referat 43 – Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge (ifex), Henning Schimpf | Projektleitung Start-up BW Local, Telefon 0711/123 2217 und E-Mail henning.schimpf@wm.bwl.de

Stadtverwaltung Künzelsau, Stuttgarter Straße 7, 74653 Künzelsau, Pressestelle, Elke Sturm, Telefon 07940/129 122 und E-Mail elke.sturm@kuenzelsau.de

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Thorben Heinrichs, Geschäftsführer hfcon und Projektleiter des Digital Hub Heilbronn-Franken, vertrat die Stadt Künzelsau. Foto: hfcon GmbH & Co. KG / Digital Hub Heilbronn-Franken

Beratungssituation mit Christoph Bobrich (rechts) und einem Gründer. Christoph Bobrich begleitet und unterstützt Gründer in Künzelsau beim „Verwirklichen ihres Traums“. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Unfall mit hohem Sachschaden

Schäden in Höhe von knapp 20.000 Euro entstanden am Freitag, den 04. Dezember 2020, bei einem Unfall auf einer Landstraße bei Neuenstein. Eine 30-Jährige fuhr gegen 16 Uhr in ihrem Fiat von Niedernhall in Richtung Neuenstein-Neufels und wollte an der dortigen Einmündung nach links auf die Bundesstraße in Richtung Künzelsau abbiegen.

Weil die Lenkerin eines aus Richtung Künzelsau kommenden Renaults nach rechts blinkte, fuhr die Fiat-Fahrerin los. Die Renault-Fahrerin wollte allerdings gar nicht nach rechts abbiegen, sondern fuhr weiter geradeaus, sodass es im Einmündungsbereich zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge kam. Beide Autofahrerinnen blieben unverletzt, die Autos mussten jedoch abgeschleppt werden.




Biber ruft Feuerwehr auf den Plan

Am Samstag, den 05. Dezember 2020, wurde die Freiwillige Feuerwehr Weißbach um 5.49 Uhr alarmiert. Grund hierfür war ein umgestürzter Baum, der auf der Kochertalstraße lag. Vor Ort angekommen, stellten die Floriansjünger fest, dass der Baum offenbar durch einen Biber gefällt worden war.

Der Baum wurde zerkleinert, beseitigt und die Fahrbahn gereinigt. Bei der weiteren Erkundung stellte sich heraus, dass in der näheren Umgebung noch zwei weitere Bäume von dem Nagetier bearbeitet worden waren. Diese wurden nach Absprache mit der Polizei aus Sicherheitsgründen ebenfalls gefällt.

Quelle: Feuerwehr Weißbach

 

Der Biber hatte sich noch an weiteren Bäumen ausgetobt. Foto: Feuerwehr Weißbach




Mit Blaulicht zu den Kindern

Er war schon von weitem zu sehen: Mit Blaulicht und der örtlichen Feuerwehr kam am Sonntag, den 06. Dezember 2020, der Nikolaus nach Niedernhall. Auf dem Feuerwehrauto hatte er einen Sack voller Schoko-Nikoläuse dabei.

Diese verteilte er an die Kinder im gesamten Stadtgebiet und brachte so ihre Augen zum Strahlen. Mit der Aktion sollte den Kindern trotz der Corona-Pandemie eine Freude gemacht werden.