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Landratsamt Hohenlohekreis auch im Lockdown geöffnet

Das Landratsamt Hohenlohekreis bleibt auch während des bundesweiten Lockdowns für wichtige Bürgerdienstleistungen erreichbar, heißt es in einer Pressemitteilung. So sind Zulassungsstelle sowie Führerscheinstelle zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Alle anderen Ämter arbeiten weiter mit Terminvergabe.

Allerdings sollen während des Lockdowns auch im Zuge der Kontaktreduzierung nur unaufschiebbare Angelegenheiten erledigt werden. Das Landratsamt Hohenlohekreis appelliert daher an die Bürger im Kreis, alle nicht unmittelbar notwendigen Behördengänge auf die Zeit nach dem Lockdown zu verschieben. „Die Kontaktreduzierung dient natürlich auch dazu, unsere eigenen Mitarbeiter zu schützen“, erklärt Annette Schmidt, die Leiterin des Personal- und Organisationsamtes. „In dringenden und wichtigen Fällen sind wir aber natürlich für die Bürgerinnen und Bürger im Kreis da.“

Weiterhin gilt, dass sich maximal 15 Personen gleichzeitig im Foyer des Landratsamtes aufhalten dürfen. Ein Sicherheitsdienst regelt den Einlass.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Künzelsauer Weihnachtstraditionen auf YouTube

Weihnachten steht vor der Tür und viele Traditionen können aufgrund der Corona-Pandemie dieses Jahr nicht durchgeführt werden. Beliebte und traditionelle Veranstaltungen wie zum Beispiel das Engelesblasen an Heiligabend, Silvester und Neujahr dürfen nicht stattfinden. An den Weihnachtsgottesdiensten kann dieses Jahr nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern teilnehmen. Um deshalb ein bisschen Weihnachten in die Künzelsauer Stuben zu bringen, war die Stadtverwaltung laut einer Pressemitteilung mit dem Video-Team Olivier Schniepp und Rolf Hartbrich und vielen weiteren Akteuren kreativ. „Mit der digitalen Variante ermöglichen wir vielen Menschen die Teilnahme an Gottesdiensten. Das Video mit dem Rückblick auf das Engelesblasen 2019 ersetzt in keiner Weise die Veranstaltung – es lässt die Tradition aber auch nicht komplett ausfallen“, so Bürgermeister Stefan Neumann in der Mitteilung.

Der Zauber des Engelesblasens von 2019

Zum Jahreswechsel findet in Künzelsau seit mehr als 100 Jahren ein besonderer Brauch statt: Vom Turmkranz der Johanneskirche, dem Mittelpunkt der Stadt, spielen Blasmusiker feierliche Choräle und eine Gruppe um Klaus Ottenbacher schwenkt Laternen von der Turmbrüstung. Die Lichter stellen schwebende Engel dar und laden nicht nur die kleinen Besucher zum Träumen ein. Jedes Jahr versammeln sich viele Menschen in der Hauptstraße und in den Gassen rund um die Kirche, um dieses Schauspiel zu sehen. Für viele Künzelsauer ist ein Weihnachten ohne das Engelesblasen kaum vorstellbar. „Wir haben lange mit den Verantwortlichen der Stadt Künzelsau gesprochen und verschiedene Möglichkeiten geprüft, um das Engelesblasen auch dieses Jahr durchzuführen. Die Menschenansammlungen sind leider nicht kontrollierbar, weshalb das Engelesblasen dieses Jahr schweren Herzens ausfallen muss. Möge diese schöne Tradition des Engelesblasens in unserer Heimatstadt noch lange weiterleben und in Zukunft auch wieder im Original zu sehen sein“, so Klaus Ottenbacher. Klaus Ziegler ist für die Organisation der Turmbläser verantwortlich und ergänzt: „Das Engelesblasen gehört für viele Künzelsauer zum Weihnachtsfest dazu. Um die Stunden des Engelesblasens denken auch viele ehemaligen Künzelsauer in aller Welt an ihre Heimat und die Hiesigen an ihre Verwandten und Freunde in der Ferne. Deshalb haben wir mit der Stadtverwaltung Künzelsau und Rolf Hartbrich eine Videoaufnahme vom letzten Jahr als Rückblick zusammengestellt.“

Drei Weihnachtsgottesdienste

Bereits während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr hat die Stadtverwaltung Künzelsau viele Veranstaltungen und Aktionen anderweitig angeboten. Bereits im Frühjahr dieses Jahres wurden einige Gottesdienste als Videos auf dem YouTube-Kanal der Stadtverwaltung veröffentlicht. „Damit in der Weihnachtszeit niemand auf die Gottesdienste verzichten muss, haben wir drei Weihnachtsgottesdienste aufgezeichnet. So kann man die weihnachtlichen Traditionen auch in die eigenen vier Wände holen“, begründet Dr. Friedemann Richert, Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks Künzelsau.

Termine

Die Videos werden auf dem YouTube-Kanal der Stadt Künzelsau unter www.youtube.com/stadtkuenzelsau zu folgenden Terminen veröffentlicht:

  • Heiligabend um 19 Uhr: Rückblick auf das Engelesblasen aus dem Jahr 2019
  • Heiligabend um 17 Uhr: Evangelischer Gottesdienst aus der Johanneskirche mit Dekan Dr. Friedemann Richert
  • Erster Weihnachtsfeiertag um 9 Uhr: Katholischer Gottesdienst aus der Kirche Mariä Geburt in Amrichshausen mit Diakon Wolfgang Bork
  • Zweiter Weihnachtsfeiertag um 9 Uhr: Griechisch-orthodoxer Gottesdienst aus der griechisch-orthodoxen Kirche der Heiligen Konstantin und Helena mit Erzpriester Martinos Petzolt

 

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

 

Diakon Wolfgang Bork bei der Aufnahme des Weihnachtsgottesdienstes in der Kirche Mariä Geburt in Amrichshausen. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Der Zauber des Engelesblasens ist in diesem Jahr als Rückblick in einem Video zu sehen. Foto: Rolf Hartbrich

 

 

 




ebm-papst stellt neues Laborzentrum fertig

Die hohe Bedeutung seiner Forschung und Entwicklung beweist der Ventilatorenhersteller ebm-papst mit der Fertigstellung eines neuen Testzentrums in Mulfingen, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Auf über 5.000 Quadratmetern hat der Technologieführer neue Laborflächen für Analysen und Funktionstests im Bereich der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) geschaffen. Während der 14-monatigen Bauzeit wurden zwölf Millionen Euro investiert. Das Unternehmen hat sich dabei auf die regionale Bauwirtschaft konzentriert.

Platz für 50 Mitarbeiter

„Aufgrund unserer Auswahl von heimischen Unternehmen konnte trotz Covid-19 der Zeitplan eingehalten werden“, sagt Dr. Stephan Arnold, ebm-papst Gruppengeschäftsführer Forschung und Entwicklung, in der Mitteilung. „Dadurch können wir wie geplant im ersten Quartal 2021 mit dem Messbetrieb starten und den wachsenden Einsatz von Elektronik in unseren Produkten analytisch begleiten.“ Martin Schmitt, Abteilungsleiter in der Elektronikentwicklung bei ebm-papst, erklärt: „In dem neuen EMV-Testzentrum werden zukünftig 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unseren Elektronik-Dienstleistungsbereichen tätig sein.“

Schirm- und Absorberhallen

Einen Großteil der Fläche benötigen die für die EMV-Messtechnik notwendigen Schirm- und Absorberhallen. Hier wird zum einen die Abschirmung vor äußeren Störquellen ermöglicht, zum anderen die Simulation eines Freifelds erreicht. „Damit ist es möglich, normgerechte Störfestigkeits- sowie Störaussendungsprüfungen an Prüflingen mit einer Größe von bis zu 60 Quadratmetern und einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen durchzuführen“, berichtet Schmitt stolz.

Nachhaltiges Denken und Handeln

Bei dem Mulfinger Unternehmen hat nachhaltiges Denken und Handeln hohe Priorität. Unter der Leitlinie „GreenIntelligence“ spiegelt das ebm-papst sowohl in seinen Produkten, Prozessen und der Unternehmenskultur als auch in seinen Neubauten wider. Die Wärme- und Kälteerzeugung der neuen Labore erfolgt über eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung. Überschüssige Wärme – vor allem in den Sommermonaten – wird für den Antrieb von Absorptionskälteanlagen genutzt. Die Beheizung und Kühlung der Räume erfolgt weitestgehend über kombinierte Heiz- und Kühldecken, die sich durch hohe Kaltwassertemperaturen und sehr moderate Heizwassertemperaturen energetisch auszeichnen. „Über eine spezielle Verschaltung der Umluftanlagen und eine hochkomplexe Mess-, Steuer- und Regelungstechnik gelingt es uns, prozessübergreifend eine Gesamtluftmenge von zirka 140.000 m³/h einzusparen“, sagt Markus Mettler, verantwortlich für den Bau bei ebm-papst Mulfingen. „Dies wirkt sich positiv auf den Verbrauch der Luftfördereinrichtungen sowie auf die thermische Aufbereitung der Umluft aus und minimiert den Energiebedarf deutlich“.

Quelle: Pressemitteilung von ebm-papst

 

Rund zwölf Millionen Euro hat das neue Laborzentrum in Mulfingen gekostet. Foto: ebm-papst




Ehrung für herausragendes Engagement

Nachdem die Familie Haag aus Forchtenberg in diesem Jahr bereits den Kulturlandschaftspreis des Schwäbischen Heimatbundes erhalten hat, wurde die Familie nun für ihr herausragendes Engagement auch mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis 2020 geehrt. Dieter Haag erhielt den zweiten Preis in der Kategorie „Engagierte Person“. Der Landschaftspflegepreis ist mit 2.500 Euro dotiert und zeichnet Projekte sowie Personen für ihre herausragenden Leistungen zum Erhalt und zur Entwicklung der Kulturlandschaften aus. Er geht in diesem Jahr an Projekte in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und mit Familie Haag aus dem Hohenlohekreis auch nach Baden-Württemberg. Pandemiebedingt wurden die Preisträger im Rahmen der Online-Mitgliederkonferenz des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege bekannt gegeben.

Weidetierhaltung in Steilhängen

Dieter Haag ist Schaf- und Ziegenhalter, der durch Weidetierhaltung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der einzigartigen Landschaft des Kochertals leistet. In Kooperation mit dem Landschaftserhaltungsverband Hohenlohekreis trägt er gemeinsam mit seinen Söhnen zur Offenhaltung ehemaliger Weinberglagen bei, die sich auf bis zu 200 Meter aufragenden Steilhängen erstrecken. Darüber hinaus wird durch die Beweidung ein großflächiges Verbundsystem geschaffen, das zur Erhöhung der Artenvielfalt beiträgt.

Der Deutsche Landschaftspflegepreis wird seit 2005 jährlich verliehen. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege als Dachverband der 181 Landschaftspflegeverbände und -organisationen lobt den Landschaftspflegepreis für herausragende Projekte sowie außerordentliches Engagement von Privatpersonen und Unternehmen aus.

Weitere Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern sind unter http://www.dvl.org abrufbar. Ab Mitte Januar 2021 stehen dort auch Filmporträts zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL)




Und der Inzidenzwert steigt und steigt und steigt

Am Wochenende hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 44 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet, davon 42 am Samstag, den 19. Dezember 2020, und zwei am Sonntag, den 20. Dezember 2020. Die 7-Tage-Inzidenz war am Samstag voon 175 auf 182,0 gestiegen und liegt am Sonntagabend bei 182,9 pro 100.000 Einwohner.

Bestätigt wurden unter anderem 13 Fälle in bereits betroffenen Pflegeeinrichtungen im Kreis. Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

 




Frau übersieht Rettungswagen

Blaulicht und Sirenen sorgen im Straßenverkehr meist dafür, dass Einsatzfahrzeuge von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden. Nicht so bei einem Unfall am Donnerstagmorgen auf einer Landstraße bei Krautheim. Eine 28-Jährige war gegen 8.45 Uhr in ihrem Seat auf der Strecke von Krautheim-Gommersdorf in Richtung Krautheim unterwegs, als sie hinter sich einen Rettungswagen mit Sondersignal bemerkte. Wohl in der Annahme, dass der Rettungswagen geradeaus in Richtung der Krautheimer Ortsmitte weiterfahren würde, bog die Frau nach rechts in Richtung Altkrautheim ab, um dem Einsatzfahrzeug Platz zu machen. Beim Versuch von dort wieder auf die Landstraße zu gelangen, hatte die 28-Jährige vermutlich übersehen, dass der Rettungswagen ebenfalls abgebogen war. Als die Seat-Fahrerin nach links in die Austraße abbog, kollidierte sie mit dem Rettungswagen, der gerade zum Überholen angesetzt hatte, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Die 28-Jährige wurde bei dem Zusammenstoß leicht verletzt und von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht. Allerdings nicht von der Besatzung, die ohnehin am Ort des Geschehens war. Deren Fahrzeug musste ebenso wie der Seat abgeschleppt werden. Bei dem Unfall entstand ein Schaden in Höhe von insgesamt knapp 17.000 Euro.

Quelle: Polizeipräsidium Heilbronn




Vierbeiniges Opfer am vierten Advent – wem gehört dieser Hund?

Bei einem Unfall auf der K2386 bei Neuenstein gab es ein vierbeiniges Opfer. Es war kein gewöhnlicher Unfall, keine zwei Autos. Zwischen Mangoldsall und der Kreuzung nach Kirchensall fuhr ein VW Up entlang und krachte plötzlich mit einem Mischlingshund zusammen. Der kleine, etwa kniehohe Hund mit schwarem, leicht gelocktem Fell hatte keine Chance. Er starb.
Die Polizei suchte am vierten Advent nach den Herrchen und Frauchen, denn der Hund hatte ein braunes Lederhalsband mit weißen Kreuzen, aber keine Hundemarke. Hinweise an das Polizeipräsidiums Heilbronn: 07131/1049



„Ich lasse mir das trotzdem nicht vermiesen“

Weihnachten – das Fest der Liebe, an dem die Familien zusammenkommen. Man trifft sich, es gibt leckeres Essen, viele singen unterm Weihnachtsbaum und – für die Kinder ganz wichtig – Weihnachtsgeschenke. Doch wie ist das in diesem Jahr, wenn sich auch während der Feiertage wegen der Corona-Pandemie nur eine begrenze Anzahl an Personen treffen darf? GSCHWÄTZ-Reporter Dr. Felix Kribus hat sich in Künzelsau umgehört. Er hat die Umfrage vor den neuesten Bestimmungen (am 13. Dezember 2020) gemacht, weshalb manche Aussagen nicht ganz auf dem aktuellen Stand sind – vor allem hinsichtlich der Anzahl der Personen, die zu privaten Weihnachtsfeiern zusammenkommen dürfen. Aktuell dürfen nicht mehr wie ursürnglich beim so genannten Lockdown light zehn Personen zusammenkommen, sondern neben dem eigenen familiären Haushalt noch vier weitere Personen. Näheres hierzu gibt es auf der Seite des baden-württembergischen Regierungspräsidiums: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/alle-meldungen/meldung/pid/bund-und-laender-einigen-sich-auf-lockdown-ab-16-dezember/

GSCHWÄTZ: Wie verändert werden Sie dieses Jahr Weihnachten feiern aufgrund von Corona?

Kathrin aus Lampoldshausen: Ja, die ganze große Verwandtschaft, die Cousinen und Cousins kommen nicht zur Oma. Da dürfen nur die Kinder kommen und die ganzen anderen nicht, weil wir eine große Familie sind. Aber ansonsten im familiären Kreis.

Peter aus Ingelfingen: Im eingeschränkten familiären Kreis.

Kathrin: Zu Hause, wir gehen nicht Essen.

GSCHWÄTZ: Jetzt gibt es ja verschärfte Personenbeschränkungen – das betrifft Sie auch?

Kathrin: Am Heiligabend und ersten Weihnachtsfeiertag sind wir fünf, am zweiten sind wir mehr als fünf, da sind dann aber die Cousinen und Cousins wieder ausgeladen.

Florian und Cathrin, Kupferzell:

Florian: Wir werden getrennt feiern, wir feiern die letzten Jahre schon getrennt. Wir haben zwar frisch eine Familie gegründet, aber wir wollen doch auch mit unseren Familien feiern im kleinen Kreis, soweit es denn möglich ist. Wir wollen uns trotzdem diese Feierlichkeiten offen lassen, weil wir nicht wissen,  wie die Bundesregierung entscheidet. Daher werden wir einfach abwarten. Aber der Plan ist, dass wir mit unseren Familien feiern.

Cathrin: Quasi jeder mit seinen Eltern.

Carmen aus Meersburg: Ich feiere im kleinen Familienkreis; nur mit meinen Kindern. Meine Eltern werde ich nicht besuchen, nirgends hinfahren. Ich bleibe zu Hause.

GSCHWÄTZ: Jetzt gibt es ja die eingeschränkte Freiheit – an Weihnachten darf man dann nur noch mit einer begrenzten Personenzahl feiern. Betrifft Sie das?

Carmen: Nein, weil ich mich nur mit den Kindern treffe, nicht. Hätte ich aber freie Wahl, wären wir viel mehr.

GSCHWÄTZ: Das heißt, es schränkt Sie schon ein?

Carmen: Ja, aber das ist machbar.

Daniela aus Künzelsau: Auf jeden Fall feiern wir reduziert von der Personenzahl her, wobei letzten Endes noch nicht ganz entschieden ist: Ich habe noch meine Mutter und meine Tante, die kommen aus dem Remstal, und da muss man schauen, ob wir’s machen dürfen, wie wir’s machen dürfen. Das wird’s dann aber auch von der Personenzahl gewesen sein.

Gerlinde aus Ingelfingen: Ich habe Kinder und Enkelkinder, wir werden uns schon treffen, aber wir werden das im Rahmen halten bis zu den vorgegebenen Personen. Sonst aber ruhiger, viel lesen, ausruhen, gemütlich spazieren gehen. Also wesentlich ruhiger als sonst, aber ich freue mich drauf.

GSCHWÄTZ: Trotz Corona?

Gerlinde: Trotz Corona. Ich lasse mir das trotzdem nicht vermiesen.

GSCHWÄTZ: Das ist eine gute Einstellung. Wir haben ja bald auch Neujahr, wie gehen Sie ins neue Jahr, mit welchen Gefühlen auch jetzt mit Blick auf Corona?

Gerlinde: Mit viel, viel Hoffnung. Ich hoffe doch, dass wir das überstehen, wenn wir alle solidarisch sind in Deutschland beziehungsweise eigentlich in der ganzen Welt. Ja, mit viel Hoffnung, dass sich das überwinden lässt und dass wir da rauskommen und dass es nicht so viele Leute gibt, die damit noch sterben müssen.

Cathrin: Es ist schon eine gewisse Ungewissheit da, man hat keine Planungssicherheit, sag ich mal. Unsere kleine Tochter geht jetzt frisch in den Kindergarten, ich habe wieder angefangen zu arbeiten. Das ist die Frage, wird der Kindergarten noch mal zumachen, muss man seinen Urlaub jetzt gut aufsparen? Die letzten Jahre konnte man ja schon vorher gut planen, was man im Sommer macht. Das würde man sich jetzt nicht trauen.

Florian: Die Frage ist natürlich auch, mit welcher Einstellung geht man das Thema an, ob man dann wirklich optimistisch an das Thema geht oder eben pessimistisch.

GSCHWÄTZ: Mit welcher gehen Sie denn rein?

Florian: Ich denke, dass wir beide recht optimistisch in das Thema gehen, das hat aber auch damit was zu tun, wie weit man schon betroffen ist, ob man vielleicht auch Freunde oder Verwandte verloren hat durch Corona oder auch im nahen Umkreis die Einschläge langsam näher kommen. Das war bei uns zum Glück noch nicht der Fall, wir sind weitestgehend von Corona verschont geblieben und das hoffen wir natürlich auch weiterhin.

Daniela: Skeptisch, ich bin schon beunruhigt. Ich denke, man sollte jetzt wirklich einschneidende Maßnahmen ergreifen, nochmal hart durchgreifen. Die Frage ist, was kommt danach, was ist die langfristige Strategie.

GSCHWÄTZ: Werden Sie sich impfen lassen?

Daniela: Ja.

GSCHWÄTZ: Sie sind zuversichtlich?

Daniela: Ja, warum nicht? Ich habe da keine Skepsis.

Florian: Ich bin mal gespannt wie die Impfungen sich bemerkbar machen, wie die einschlagen. Ob tatsächlich die große Gesundheitswende kommt und wir die Freiheit zurückkriegen. Ich bin echt gespannt.

Text: Dr. Felix Kribus

 

Florian und Cathrin aus Kupferzell feiern Weihnachten getrennt voneinander. Foto: GSCHWÄTZ

Alle Jahre wieder: Künzelsau strahlt trotz Corona und Einschränkungen im weihnachtlichen Lichterglanz. Foto: GSCHWÄTZ




Letzte Abfuhr von Leichtverpackungen in grüner Tonne

Die Abfallwirtschaft Hohenlohe informiert:

Bis Mittwoch, 30.12.20, finden die letzten Abfuhren von Leichtverpackungen in den Bezirken Bretzfeld, Ingelfingen, Künzelsau, Mulfingen und Pfedelbach Bezirk 1 über die grüne Tonne statt. Bitte befüllen Sie danach nur noch Gelbe Säcke und stellen diese zur Abfuhr bereit. Die Abfuhrtermine für den Gelben Sack stehen in der Abfall-App „Abfallinfo HOK“ und im neuen Abfallkalender. Die ersten Abfuhren von Leichtverpackungen über den Gelben Sack finden in den genannten Bezirken zwischen 05.01. und 15.01.21 statt. Bis 31.12.20 haben Sie die Möglichkeit, Leichtverpackungen auch auf dem Recyclinghof abzugeben.

Weitere Informationen unter www.abfallwirtschaft-hohenlohekreis.de/neu-ab-2021

Die Abfall-App „Abfallinfo HOK“ erinnert an alle Abfuhrtermine. Sie steht in den gängigen App-Stores kostenlos zum Download zur Verfügung.

Kunststoffmüll Symbolfoto. Quelle: adobe stock




„Das ist sicher nur ein grippaler Infekt“

„Das ist sicher nur ein grippaler Infekt“, sagte ihr Hausarzt. Es war Mitte März 2020, zu Beginn des ersten harten Lockdowns in Deutschland, als Daniela H., wohnhaft im Hohenlohekreis, (der Name wurde von der Redaktion auf Wunsch geändert), bei ihrem Hausarzt sitzt und dieser einen Coronatest als nicht nötig erachtet.

Bei 28 Grad mit Wärmflasche im Bett

Einige Tage zuvor hatte Daniela H. noch Besuch von einer Freundin. Es war Donnerstag. Da ging es Daniela noch gut. Von Donnerstag auf Freitag verschlechterte sich der Zustand der 44-Jährigen rapide. „Ich weiß noch, dass es draußen für diese Jahreszeit ungewöhnlich warm war, an die 28 Grad am Tag. Aber ich lag nachts mit einer Wärmflasche im Bett, weil ich so gefroren habe.“ Starke Kopf – und auch Gliederschmerzen kamen hinzu. Corona war bekannt. Daniela H. ist Lehrerin, sie hat Kontakt mit vielen Menschen. Einige ihrer Schüler waren in den Faschingsferien Skifahren gewesen – im Nachhinein mit ein Coronatreiber in Deutschland. Verwandte von Daniela hatten zwar kein Corona, befanden sich aber in Quarantäne, weil sie ebenfalls in einem Skigebiet Ski fahren waren, das im Nachhinein als Coronahotspot deklariert wurde. Daniela H. habe ihren Arzt gefragt, ob es sein kann, dass sie Corona habe. „Das ist sicher nur ein grippaler Infekt.“

An die 41 Grad Fieber

Währenddessen habe Danielas Mann Kontakt mit dem Gesundheitsamt des Hohenlohekreises aufgenommen und gefragt, ob man seine Frau nicht mal testen wolle in Bezug auf Corona. Er habe auch gesagt, dass sie Lehrerin sei. Nach zwei oder drei Anrufen des Ehemannes und eine Woche später habe Daniela H. einen Termin in der Abstrichstelle Belzhag bekommen. Tagelang liegt Daniela H. teilweise mit 40,8 Grad Fieber im Bett, berichtet sie gegenüber GSCHWÄTZ. „Da habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, ins Krankenhaus zu gehen. Ich habe in dieser Zeit nur noch geschlafen, fernsehen oder lesen ging gar nicht mehr. Ich hatte das Gefühl, die Lunge brennt. Aber ich hatte keinen Husten, eher Beengungsgefühle.“ Daniela H. hat mit Salbutamol inhaliert und das Schlafzimmerfenster während der Hochphase ihrer Erkrankung immer offen gehabt. Früher hatte sie mit Asthma zu kämpfen, aber sie ist keine „aktive Asthmatikerin“, wie sie selbst sagt.

Das erste Ergbebnis war negativ

Das Ergebnis des Coronatests kam wiederum erst eine Woche nach der Testung. Da war Daniela H. schon zwei Wochen krank und eigentlich schon wieder auf dem Weg der Besserung. „Ich konnte wieder am Esstisch sitzen und lag nicht mehr im Bett.“ Das Fieber war auf 39 Grad gesunken.

Das erste Testergebnis war negativ. Wie konnte das sein? Hatte sie doch kein Corona gehabt? Wiederum vier Tage später kam das korrigierte positive Ergebnis. Das Gesundheitsamt habe ihr mitgeteilte, dass sie ab sofort für zehn Tage in Quarantäne sei. Daniela H. fragte, ob das ein Witz sei. Schließlich sei sie die vergangenen 2,5 Wochen bereits zu Hause gewesen.

Rund 2,5 Wochen nach den ersten Symptomen bekommt sie erst das positive Coronaergebnis

Rund 2,5 Wochen hat es bei Daniela H. gedauert von den ersten Symptomen bis zum positiven Ergebnis. In dieser Zeit hat sie mit ihrer Familie weiterhin wie gewohnt zusammengelebt und hätte prinzipiell alle Familienmitglieder anstecken können. Doch weder ihr Ehemann ist in dieser Zeit krank geworden, noch ihre Tochter. Lediglich ihr Sohn habe es ebenfalls mit derselben, allerdings wesentlich leichteren Symptomatik erwischt. Getestet sei er jedoch nicht geworden. Warum erkranken die einen, während die anderen nicht erkranken oder sind sie erkrankt, nur hatten sie keine Symptome? Die Familie nahm im Mai 2020 an einer Heidelberger Kinder-Corona-Studie teil. Das Ergebnis: Die Hälfte der Familie hatte nicht nur keine Symptome, sondern auch keinerlei Coronaantikörper im Körper, während die andere Hälfte der Familie sowohl teilweise heftige Symptome entwickelte und ihre Körper daraufhin Antikörper gebildet hatten. So richtig nachvollziehen kann man das Virus in dieser Hinsicht nicht.

„Soll ich ins Krankenhaus gehen?“

„Ich war in meinem Leben noch nie so krank gewesen“, sagt Daniela H., die heute wieder täglich Sport macht, nur ihr Geschmacks- und Geruchssinn sei auch nach einem halben Jahr noch nicht vollständig zurückgekehrt. In den schlimmsten Tagen ihrer Krankheit habe sie überlegt, ob sie ins Krankenhaus gehen soll, ob sie eventuell sogar beatmet werden muss. Aber Daniela H. hat Angst vor Krankenhäusern, als Kind sei sie zu oft schon darin gewesen. Ihr Körper hat es auch ohne künstliche Beatmung geschafft, mit der Krankheit umzugehen. Hat sie danach Angst gehabt, zurück in die Schule zu gehen und möglicherweise wieder angesteckt zu werden? „Nein, ich habe gedacht, ich habe ja jetzt Antikörper. Aber habe ich jetzt noch genug Antikörper?“, fragt sie sich heute. Wir haben mittlerweile Dezember 2020. Deutschland befindet sich im zweiten harten Lockdown. „Aber selbst wenn ich nochmal Corona kriegen würde, weiß ich, dass mein Körper das durchstehen kann.“ Lässt sie sich impfen?, wollen wir von ihr wissen. „Wenn ich mich impfen lasse, dann frühestens ab Herbst 2021. Ich möchte das erstmal beobachten.“ Daniela H. ist vorsichtig geworden. „Ich meide Kontakte, ich trage immer eine Maske, auch auf dem Parkplatz. Ich gehe einkaufen, wenn nicht so viel los ist.“

Als Lehrer schwierig, als Coronamaßnahmen im Unterricht umzusetzen

Wie sieht sie als von Corona betroffene Lehrerin die Maßnahmen in der Schule? „Ausreichend sind die Maßnahmen nicht. Es gibt Lehrer, die haben ein CO2-Messgerät im Klassenzimmer stehen. Das misst den CO2-Gehalt in der Luft. Ich versuche, alle 20 Minuten zu lüften, aber das gelingt nicht immer. Manchmal ist man so im Arbeitsfluss mit den Kindern drin, dass man es schlicht und einfach vergisst. Wenn man lüftet, frieren die Kinder. Da braucht man dann in dieser Zeit gar nicht zu unterrichten. Eigentlich ist der zweite Lockdown viel zu spät gekommen. Warum hat man nicht viel früher etwas gemacht? Dann hätten wir normale Weihnachten haben können.“