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Inside Querdenker: Sammelsurium unterschiedlichster Geisteshaltungen

„Friedlich“ seien die Demonstranten auf Querdenker-Demos, das Wort „Liebe“ und das „Streben ins Licht“ ist auch oft zu hören. Friedliche und disziplinierte, geradezu spirituell angehauchte Demonstrationen mit Kerzen und Liedern in Öhringen, aber auch eine Demonstration in Frankfurt, wo die Polizei Wasserwerfer gegen die Querdenken-Demonstranten einsetzte, eine Demonstration in Bonn, wo bekannte rechtsextreme Hooligans von Polizeikräften weggeführt wurden, und natürlich der sogenannte „Reichstagssturm“.

So uneinheitlich stellt sich das Bild der Querdenker dar. Vorweg muss man wissen: Eine rechtliche Organisation der Querdenker, etwa einen Verein, gibt es noch nicht. Insofern ist jeder ein Querdenker, der sich selbst so bezeichnet, andererseits ist es einfach, sich von Einzelpersonen zu distanzieren.

Die Rolle der Kinder

Von staatlicher Kindesmisshandlung spricht ein Redner in Öhringen, das Wohl „unserer Kinder“ steht in vielen Redebeiträgen im Vordergrund. Trotzdem wird zum Beispiel in Frankfurt öffentlich dazu aufgerufen, die Kinder an die Brennpunkte der Demonstration zu versammeln, um den Wasserwerfereinsatz zu verunmöglichen.
Und Kinder werden vereinnahmt, indem man sie gezielt vor Schulen ansprechen will oder gar tote Kinder instrumentalisiert, die angeblich wegen Maskentragens gestorben seien. Kein einziger dieser Fälle konnte verifiziert werden, trotzdem wurde die Empörung in der Zielgruppe weiter angeheizt.

Samuel Eckert baut mithilfe von Telegram-Gruppen wie „Samuel Youngsters“ ganz gezielt eine Kinder- und Jugendorganisation auf. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg: „Ich fürchte: Wenn wir nicht bald eingreifen, werden wir in wenigen Jahren viele junge Menschen erleben, die sich in digitalen Jugendgruppen radikalisiert, andere Menschen und auch sich selbst schwer geschädigt haben.“

Homophobie

Bei einer Querdenken-Demonstration in Wien wird eine Regenbogenfahne der LGBT-Bewegung zerrissen. Einer der Beteiligten bezeichnet die Fahne als „ein klares Pädophilen- oder Kinderschändersymbol“.

Stillschweigende Übereinstimmung mit rechtsextremen Symbolen

In Heilbronn hebt ein Redner „Bernhard“ den rechten Arm in Hitlergrußmanier, sodass die Staatsanwaltschaft jetzt gegen ihn ermittelt. Aus dem Publikum heraus ist kein Einschreiten erkennbar, eher hat man den Eindruck eines gedämpften Jubels. Von einem Einschreiten der Versammlungsleitung wird ebenfalls nicht berichtet – dabei legen doch die Sprecher der Querdenken-Initiative immer Wert darauf, sich von Rechtsextremismus zu distanzieren. Auch die schwarz-weiß-rote Reichsflagge, als Ersatz für die verbotene Reichskriegsflagge, ist immer wieder zu sehen.

Fundamentalistische Christen

In den Medien wird die Rolle fundamentalistischer christlicher Gruppen in der Querdenkerbewegung untersucht. Einige dieser fundamentalistischen Gruppen lehnen den Staat als solchen konsequent ab.

Eine sehr heterogene Szene mit völlig unterschiedlichen, sogar völlig widersprüchlichen Argumentationen und Zielsetzungen ist also bei Querdenken-Veranstaltungen unterwegs.

Querdenker in Baden-Württemberg unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz

Am 09. Dezember 2020 verkünden der Baden-Württembergische Innenminister Thomas Strobl und die Präsidentin des Landesverfassungsschutzes, Beate Bube, dass sie die Querdenkerbewegung beobachten lassen. Zur Begründung gibt das Innenministerium in einer ungewöhnlich scharf formulierten Erklärung an: „Es liegen hinreichend gewichtige Anhaltspunkte für eine extremistische Bestrebung vor“.

Legitimer Protest wird zusehends unterwandert

Der legitime Protest gegen staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wiche einer grundsätzlichen Staats- und Politikfeindlichkeit in bedenklichem Ausmaß. Aussagen zentraler Akteure würden immer wieder in abwegigen Vergleichen mit der Diktatur des Nationalsozialismus und einer Verharmlosung des Holocaust gipfeln. Sowohl personelle als auch ideologische Überschneidungen zu bereits bekannten Extremisten aus dem Milieu der „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ sowie aus dem Rechtsextremismus, sieht inzwischen die Verfassungsschutzpräsidentin Beate Bube.

Wer sind die wirklichen „Schlafschafe“?

Kurz gesagt, ist der Verfassungsschutz der Ansicht, dass die Bewegung von oben herab von Extremisten unterwandert ist, die die Empörung und die Unsicherheit der Demonstranten für ihre eigenen Zwecke nutzen wollen. Dabei sind es doch gerade die Coronaleugner, die der Mehrheit der Bevölkerung „Schlafschafe“ zu sein.

Nährboden für Gewalt

„Extremistische Verschwörungsmythen können der Nährboden für Gewalthandlungen sein“, sagt Bube. Eine Analyse der Rede, die eine Künzelsauer Lehrerin auf einer Querdenker-Demonstration am 25. Juli 2020 in Crailsheim gehalten hat, erweckt den Verdacht, dass unterschwellig zum Aufruhr aufgerufen wird: Sie schließt ihre Rede mit den Worten „Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen“ und schreibt diese Worte Friedrich Schiller zu. Mit dem Verweis auf diesen Freiheitsdichter, der für seinen Kampf mit Kerkerhaft bedroht wurde und mit Flucht aus seiner Heimat bezahlt hat, stellt sie sich selbst und das Publikum subtil in eine historische Reihe mit großen Freiheitskämpfern. Und einen Schiller wird man ja noch zitieren dürfen.

Falsches Zitat – in den Werken von Schiller nicht auffindbar

Dieses Zitat wird von Querdenken-Rednern gerne benutzt und im Internet wird es als Meme verbreitet. Allerdings ist das Zitat in den Werken von Schiller nirgends nachweisbar. Selbst das Deutsche Literaturarchiv in der Schiller-Stadt Marbach, das das Vermächtnis des Dichters verwaltet und wissenschaftlich bearbeitet, konnte den Satz nicht finden. Das ergab eine Recherche der dpa aus dem Oktober 2019.

Leugnen von Fakten und Erfinden von Nachrichten

Das Leugnen von Fakten und das Erfinden von falschen Fakten ist generell ein beliebtes Stilmittel. Noch immer stellen sich Redner vor die Menschen und behaupten „Corona gibt es nicht“ und erhalten dafür Beifall. So auch Sonja Erdmann, Veranstalterin der Öhringer Demonstrationen, die kurz danach Corona aber als existent bezeichnet und als ein Konstrukt der Regierung, um die Menschen zu manipulieren. Und zu guter Letzt ist ihr Corona sogar willkommen: „Deswegen ist Corona super. Das hats wirklich gebraucht, so richtig mal, dass es scheppert.“ Auch hier kommt wieder der Wille zur Zerstörung der aktuellen Gesellschaftsordnung zum Vorschein.

Auch die von Bodo Schiffmann erfundenen Todesfälle von Kindern durch Masken zeigen, wie zielgerichtet und geradezu perfide führende Querdenker die von ihnen angeprangerten Manipulationsmethoden selber anwenden.

Religiöse Aussagen

Sie gehe den schamanischen Weg, sagt Sonja Erdmann, das merkt man sowohl ihrem Trommelspiel als auch ihrer Rede an: Vom Füttern des Dunkels und dem Streben zum Licht ist die Rede, und davon, dass wir „göttliche Wesen in menschlichen Körpern sind auf einer Abenteuerreise hier“ sind. „Wir haben uns absichtsvoll hierher inkarniert in der Zeit.“ Sie wird aber auch mit „Wir können leider nicht alle mitnehmen in unsere neue Welt, das ist aber auch gut so.“ zitiert. Das Mitnehmen der Auserwählten in eine neue Welt erinnert stark an Endzeitsekten.

Antisemitismus

Der schon erwähnte Samuel Eckert, ein weiterer Kopf der Bewegung, war Prediger einer evangelikalen Freikirche, bis diese ihm wegen Antisemitismus das Predigen verboten hat. Im September hat sich die Kirche wegen seiner Coronaleugnung nochmals öffentlich von ihm distanziert.

Verschwörungstheorien noch und noch

Corona als Konstrukt der Regierung, die WHO, die familiäre Strukturen zerstören will, eine unterirdischen Geheimarmee Trumps, die nur auf den Befehl wartet, um uns zu befreien und natürlich die These, dass uns mit den Impfungen ein Chip eingepflanzt wird – das sind nur ein paar der Verschwörungstheorien, die aus dem Umfeld der Querdenker aktiv verbreitet werden.

Hat der Verfassungsschutz also Recht? Immerhin werden polizeibekannte Rechtsextremisten, ein Prediger mit antisemitischen Gedanken, offene Homophobe, Verschwörungstheoretiker und religiöse Fundamentalisten im Namen der Bewegung öffentlich sichtbar. Führungskräfte treffen sich mit bekannten Reichsbürgern, andere erfinden aus Propagandagründen tote Kinder oder verkünden Verschwörungstheorien. Allein mit „Liebe“ wird man diese gegenläufigen Interessen nicht unter einen Hut bringen können. Und vor allem nicht mit dem Hauptziel, die Coronamaßnahmen zu beenden.

Spaltungstendenzen werden sichtbar

Erste Spaltungstendenzen sind daher erkennbar: Ehemalige Meinungsführer wie Heiko Schrang haben sich zurückgezogen, die Treffen mit Peter Fitzek stießen innerhalb der Querdenker auf öffentlich geäußerten Widerstand.

Unterwanderung

Die Gefahr einer Unterwanderung oder gar Vereinnahmung der Bewegung durch verfassungsfeindliche Personen und Organisationen scheint gegeben, wenn man sich die Intentionen einiger Protagonisten anschaut. Die Querdenken-Bewegung ist nicht nur eine Sammlungsbewegung von Bürgern, die für ihre Rechte ernsthaft und friedlich auf die Straße gehen, sondern auch zum Sammelbecken von Menschen und Gruppen die unsere Gesellschaftsordnung zerstören wollen, geworden.

Welche Rolle spielt Michael Ballweg?

Die wahre Rolle Ballwegs bleibt bis auf Weiteres im Dunkeln: Ist er naiv und erkennt diese Gefahr nicht? Oder steht er insgeheim doch hinter den teils erschreckenden Aussagen seiner Mitstreiter?

Text: Matthias Lauterer

Bodo Schiffmann, Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Interview mit Querdenken-Gründer Michael Ballweg an der Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Gewerkschafter Niko aus Ludwigsburg. Foto: GSCHWÄTZ

 

„Open Mic“: Die Öhringer nutzen das Angebot, frei auf der Bühne zu sprechen. Foto: GSCHWÄTZ

 

Auch Familien kamen zur Querdenken-Demo am Nikolaustag in Öhringen. Foto: GSCHWÄTZ

 

Tobias Loose von der Initiative „Eltern stehen auf“. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 




Vor dem Heiligabend noch schnell testen lassen

Am Mittwoch, den 23. Dezember 2020, nutzten laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) 270 Menschen in Öhringen die Gelegenheit, sich vor den Weihnachtsfeiertagen auf Corona testen zu lassen. Am 24. Dezember 2020 nun kann man sich an den Wertwiesen in Künzelsau noch schnell testen lassen vor dem Heiligen Abend – allerdings nur mit vorheriger Anmeldung.

Aktuell (11.30 Uhr) laufen die Testungen noch. Es sind Schnelltests, um in kürzester Zeit Gewissheit darüber zu haben, ob man Corona hat oder nicht. Viele nutzen dies als Vorsorge, um keine Verwandten an den Feiertagen anzustecken.

Fotos: Matthias Lauterer

Am 24. Dezember 2020 bietet das DRK Coronaschnelltests an. Viele Menschen nutzen das Angebot. Foto: GSCHWÄTZ

Die Menschen stehen bei Regenwetter Schlange. Foto: GSCHWÄTZ

Kein weihnachtliches Schneegestöber bei den Testungen. Foto: GSCHWÄTZ

Am 24. Dezember 2020 bietet das DRK Coronaschnelltests an. Viele Menschen nutzen das Angebot. Foto: GSCHWÄTZ

In den Zelten finden die Tests statt. Foto: GSCHWÄTZ

An den Wertwiesen, nahe dem Kocherfreibad, fanden die Tests statt. Foto: GSCHWÄTZ




Online-Gottesdienste von Dörrenzimmern, Weißbach & Crispenhofen, auch für Kinder

Manche Städte und Gemeinden bieten an Heiligabend trotz Corona Gottesdienste vor Ort an. Aber es gibt darüber hinaus auch die Möglichkeit, die Gemeinde direkt in das heimische Wohnzimmer reinzuholen – mit einem online-Weihnachtsgottesdienst.

Diesen kann man von Dörrenzimmern, Weißbach und Crispenhofen online auf youtube abrufen.

Einfach klicken und anschauen.

Es gibt einen Gottesdienst mit einer halben Stunde Dauer für Erwachsene und eine Krippenspielgeschichte für Kinder in einem separaten Video.

 

 

 




Künzelsau nimmt Hochwasserschutz am Edeka in Angriff

Die Stadtverwaltung Künzelsau informiert über die Verbesserung des Hochwasserschutzes entlang des Kochers in der Würzburger Straße:

Schutz vor 100-jährlichem Hochwasser soll gewährleistet werden

Aufgrund der Klimaveränderungen seien  die bestehenden Schutzmaßnahmen überprüft und neu berechnet worden, was erforderlich ist, um vor den Auswirkungen eines hundertjährlichen Hochwassers zu schützen. Bisher war der Schutz auf ein 50-jährliches Hochwasser ausgelegt.  Das Gewerbegebiet in den Kocherwiesen, im Bereich zwischen dem Firmenparkplatz Ziehl-Abegg an der Brücke Bahnhofstraße und dem Steg am Nagelsberger Wehr, soll aufgrund dieser Betrachtungen vor zu erwartenden größeren Hochwasserständen besser geschützt werden. Aufgrund der Klimaveränderungen wurden die bestehenden Schutzmaßnahmen überprüft und neu berechnet, was erforderlich ist, um vor den Auswirkungen eines hundertjährlichen Hochwassers zu schützen.

Kosten der Maßnahmen: Etwa 1 Million Euro

Die Ausführung der Maßnahme wird unter der Bauherrschaft des Landesbetriebes Gewässer beim Regierungspräsidiums Stuttgart erfolgen. Die Baukosten für diese Hochwasserschutzmaßnahme belaufen sich auf rund 600.000 Euro. Die Investitionskosten der Gesamtmaßnahme liegen bei voraussichtlich 1,03 Millionen Euro. Das Land trägt 70 Prozent, die Stadt Künzelsau 30 Prozent der Investitionskosten.

Der Gemeinderat Künzelsau hat am 21. Juli 2020 die Vergabe der Tief- und Straßenbauarbeiten beschlossen: Die Tief- und Straßenbauarbeiten für die Hochwasserschutzmaßnahme in der Würzburger Straße wurden zu einem Angebotspreis von 500.250,92 Euro netto zuzüglich Mehrwertsteuer an die Firma HT&T GmbH aus Assamstadt vergeben.

Baustelle jetzt winterfest – Weiterbau im Januar geplant

Die Firma HT&T GmbH aus Assamstadt hat in den letzten Wochen mit der Umsetzung der Planung und den Arbeiten begonnen: In Höhe des Firmenparkplatzes an der Brücke Bahnhofstraße wurde der bestehende Damm saniert, erhöht und mit einer Natursteinmauer versehen. „Es fehlt nur noch die Anhebung und Asphaltierung des Fußweges“, erklärt Simone Mitsch. Sie ist die stellvertretende Technische Werkleiterin KünWerke und betreut die Baustelle. „Die Baustelle ist jetzt winterfest gemacht. Die Bauarbeiten sollen ab 11. Januar 2021 fortgesetzt werden. Ob dies auch so klappt, ist stark von der Witterung und von den bis dahin geltenden Corona-Regelungen abhängig.“ Die Stadtverwaltung Künzelsau nutzt die Gelegenheit, um im Zuge der Bauarbeiten auch gleichzeitig die Straßenbeleuchtung auf der kompletten Strecke zu erneuern. „Die energetische Sanierung ist förderfähig und hilft auf dem Weg zur Klimaneutralität.“ Der Rad- und Fußweg im Bereich der Baustelle ist weiterhin gesperrt. Die Stadtverwaltung Künzelsau bittet um Verständnis für die bestehenden Beeinträchtigungen.

Weitere Informationen

Grundlage der Planung sind die Hochwassergefahrenkarten (HWGK) für das Land Baden-Württemberg und der hierdurch ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete: https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/hochwassergefahrenkarten

Die Stadt Künzelsau informiert auf ihrer Webseite: https://kuenzelsau.de/site/Kuenzelsau/node/703736?QUERYSTRING=Hochwasserschutz

Der Hochwasserschutz am Kocherufer in Künzelsau wird ausgebaut. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.

Der Hochwasserschutz am Kocherufer in Künzelsau wird ausgebaut. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.

Der Hochwasserschutz am Kocherufer in Künzelsau wird ausgebaut. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.

 

 

 




Brautkleider in Hülle und Fülle – Polizei sucht zugehörige Bräute

Mit einem etwas kuriosen Anliegen wendet sich die Polizei Heilbronn an die Bevölkerung- sie teilt mit:

Herkulesaufgabe für die Polizei Obersulm: Nach der Beschlagnahmung von 100 Brautkleidern eines ehemaligen Brautmodengeschäfts mit Kommissionsware suchen die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten die ursprünglichen Besitzerinnen. Im Frühjahr war der Secondhandladen in Obersulm zur Geschäftsaufgabe gezwungen. Bei der in dem Laden angebotenen Ware handelte es sich um zum Wiederverkauf abgegebene gebrauchte Brautkleider. Die Eigentümerin des Ladens verstaute die Kleider nach der Geschäftsaufgabe vorübergehend bei sich zu Hause. Infolge gingen bei der Polizei über 50 Strafanzeigen wegen Unterschlagung ein.

100 Brautkleider beschlagnahmt

Nach monatelangen Verhandlungen und Aufforderungen, die Kleider an die Eigentümerinnen auszuhändigen, beantragte die Staatsanwaltschaft Heilbronn schließlich eine Wohnungsdurchsuchung und ordnete die Beschlagnahme aller noch vorhandenen Kleider an. Nun versucht die Polizei Obersulm die circa 100 Brautkleider und diversen Hochzeitsaccessoires an die Eigentümerinnen zurückzugeben. Geschädigte können sich zur Terminabsprache zu den üblichen Bürozeiten telefonisch beim Polizeiposten Obersulm unter der Telefonnummer 07130 7077 melden.

Foto mitbringen

Diese werden gebeten, zur Abholung wenn vorhanden einen Eigentumsnachweis oder ein Foto mitzubringen. Aufgrund von Lagerschwierigkeiten bittet die Polizei um zeitnahe Anrufe. Abholungen nach dem 10. Januar 2021 sind nur noch stark eingeschränkt möglich.

Quelle: Pressemitteilung Polizei Heilbronn

Brautkleider. Foto: pixabay




Kontaktpersonennachverfolgung auch über Weihnachten

Im Kampf gegen das Covid 19-Virus macht das Landratsamt Hohenlohekreis auch über die Weihnachtsfeiertage sowie zum Jahreswechsel keine Pause. Sowohl vom 24. bis 27. Dezember als auch am 31. Dezember und am Neujahrstag sind die Fallermittler des Gesundheitsamtes im Einsatz, um mögliche Infektionsketten positiv gemeldeter Corona-Fälle zu unterbrechen. Auch andere Ämter im Haus sind über die Feiertage im Bereitschaftsdienst und damit an allen Tagen einsatzfähig. Dies gilt insbesondere für die Heimaufsicht, den Katastrophenschutz, die Pressestelle sowie die Behördenleitung. „Es war für uns alle ein schwieriges und anstrengendes Jahr. Ich bin den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr dankbar, dass sie auch nun am Jahresende die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung sicherstellen“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth.

Corona-Hotline des Landesgesundheitsamts

Für Fragen rund um das Thema Corona steht an den Feiertagen die Hotline des Landesgesundheitsamtes unter der Telefonnummer 0711 904-39555 täglich von 8 bis 22 Uhr zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis

 

Sitz der Corona-Task-Force: Das ehemalige Krankenhaus in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ




„Welt liegt im Chaos, wartet auf den Spritzentross“

Oh du fröhliche, oh du Selige,

gnadenbringende Weihnachtszeit.

Welt liegt im Chaos,

wartet auf den Spritzentross.

freue dich, freue Dich, oh Christenheit.

 

Stille Nacht, heilige Nacht,

alles schläft, einsam wacht,

nur das Krankenhauspersonal,

holde Menschen – engelsgleich gar.

Jesus in Menschengestalt,

Jesus in Menschengestalt.

 

Ihr Kinderlein kommet

und kommet doch all

zu Spieleabenden kommet in den heimischen Stall.

und seht, wie schön gemeinsame Stunden sind,

auf das wir beisammen gedanklich Kind.

 

Auch wenn die Heerscharen da droben haben lahmgelegt das Land,

wir wissen, es hat seinen Zweck und Verstand.

Wir wissen, was wichtig und richtig uns stimmt,

gemeinsam, achtsam, zusammen, gleichberechtigt wir sind.

 

Darum: lasst uns froh und munter sein

und uns von Herzen freun,

dass wir gestärkt aus dieser Krise gehen vor.

Die Menschheit vereint sich, das Gute geht hervor.

Die Menschheit vereint sich, das Gute geht hervor.

Wir wünschen Euch frohe Weihnachten – nicht „trotz allem“, sondern „gerade deswegen“. Nach diesem besonderen und für viele besonders anstrengendem Jahr gönnt Euch eine Pause – nur für Euch. Ihr seid es wert. Kuschelt euch ein und genießt die Stille an diesem besonderen Weihnachten. Wann gibt es schon einmal so eine Chance, abschalten zu dürfen? Also zieht den Stecker, lehnt Euch zurück, macht die Augen zu, atmet tief durch und freut euch auf den Duft von Zimt, Mandarinen und Glühwein. Das gibt’s alles auch zu Hause.

Frohe Weihnachten

Dr. Sandra Hartmann im Namen des gesamten GSCHWÄTZ-Redaktionsteams

 




Ausländerbehörde des Landratsamts Künzelsau weist fünf serbische Schwarzarbeiter aus

Bei der Prüfung einer Künzelsauer Baustelle am 14. Dezember 2020 trafen die Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit aus Tauberbischofsheim fünf serbische Staatsangehörige an. Diese hielten sich ohne die erforderlichen Papiere im Land auf und gingen unerlaubt einer Beschäftigung als Bauhelfer nach. Auf Anordnung der Ausländerbehörde des Landratsamts Künzelsau müssen sie in ihr Heimatland ausreisen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Hauptzollamts Heilbronn hervor.

„Die Arbeiter haben keinen erforderlichen Aufenthaltstitel, der zur Ausübung einer Beschäftigung in Deutschland für ausländische Arbeitskräfte erforderlich ist. Ihnen war somit lediglich ein touristischer Aufenthalt, nicht jedoch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gestattet,“ so die Einsatzleitung.

Gegen die fünf Arbeiter wurden Strafverfahren wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts mit unerlaubter Arbeitsaufnahme eingeleitet.

Den kroatischen Bauunternehmer und Arbeitgeber der fünf Serben, der als Subunternehmer einer deutschen Baufirma aus dem Raum Heilbronn tätig ist, erwartet indes eine Anzeige wegen des Verdachts der Beihilfe zum illegalen Aufenthalt und der Beschäftigung von Arbeitnehmern ohne gültige Arbeitsgenehmigung.

Die Auswertung der Unterlagen und die weiteren Ermittlungen dauern an.

 




Nachverteilung der Gelben Säcke läuft auch im Januar 2021 weiter

Die Nachfrage nach den Gelben Säcken reißt nicht ab. Das geht aus einer Pressemitteilung der Abfallwirtschaft des Hohenlohekreises hervor.

Aufgrund des Lockdowns war die Erstverteilung im Hohenlohekreis ins Stocken geraten. Zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung lassen unter anderem bei der Abfallwirtschaft regelmäßig die Telefonanlage zusammenbrechen. Jetzt hat Veolia und sein Dienstleister reagiert: „Die Zahl der Mitarbeiter im Callcenter wurde erhöht, um die zahlreichen Anrufe entgegen nehmen zu können“.

 

Laut Veolia wird jeder Antrag auf Nachverteilung, der bis zum 31.12.2020 bei der Hotline, auf dem Anrufbeantworter oder über die Homepage eingeht, bearbeitet. Die Nachverteilung läuft demnach auch im Januar weiter. Die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis bittet die Bürgerinnen und Bürger deshalb darum, sich bei Fragen zum Gelben Sack direkt an Veolia zu wenden. „Da wir für die Verpackungsabfuhr nicht zuständig sind, können leider nicht direkt helfen und müssen selbst immer wieder auf die Ansprechpartner bei Veolia verweisen“, betont der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Sebastian Damm. Das Anrufaufkommen durch den Gelben Sack sei bei der Abfallwirtschaft mittlerweile aber so hoch, dass andere Anliegen von Bürgern nicht mehr bearbeitet werden können. Daher sei es so wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger gleich an die richtigen Ansprechpartner wenden.

 

Nachdem die Erstverteilung der Gelben Säcke ins Stocken geraten war, hatte sich bereits in der letzten Woche die Abfallwirtschaft mit Veolia und den dualen Systemen auf eine Lockdown-Lösung bis Ende Januar 2021 verständigt. Daher gilt: Wer noch keine Gelben Säcke bekommen hat, kann im Januar alle herkömmlichen Müllsäcke in allen Farben und Größen zur Abfuhr der Verpackungen nutzen. Mit dieser vorübergehenden Lösung wird für alle Bürgerinnen und Bürger die Entsorgung von Leichtverpackungen sichergestellt. Säcke mit Restmüll werden allerdings nicht mitgenommen.

 

Die Nachverteilung der Gelben Säcke wird weiterhin fortgeführt. Wer noch keine Gelben Säcke bekommen hat, kann nach wie vor über www.gelbersack-hohenlohe.de und über die Hotline 0931-3227880 seine Adresse angeben. Für Fragen zur Abfuhr und Bereitstellung der Gelben Säcke ist die Firma Veolia unter 0800-0785600 (nach Ansage Ortsvorwahl eingeben) oder per Email unter de-ves-info-bretzfeld@veolia.com erreichbar. Weitere Infos unter www.abfallwirtschaft-hohenlohekreis.de/neu-ab-2021.

 

 

 

 




Fußgängerin von Auto erfasst

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Samstag, den 19. Dezember 2020, gegen 6.30 Uhr im Bereich der Schillerstraße in Öhringen. Ein 26-jähriger Autofahrer war mit seinem Dacia auf der Kottmannstraße unterwegs und wollte von dort in die Schillerstraße einfahren. Während des Abbiegevorgangs trat plötzlich eine Fußgängerin auf die Fahrbahn und wurde von dem Dacia erfasst. Sie zog sich schwere Verletzungen zu und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die Ermittlungen zum Unfallhergang hat das Polizeirevier Öhringen übernommen. Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich unter der Telefon 07941/93 00 zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn