1

Wasserflasche flog in Richtung der Polizeibeamten

Erheblichen Ärger verursachte eine Gruppe junger Männer Montagabend, den 28. Dezember 2020m in Künzelsau. Kurz vor 19 Uhr sollten durch eine Polizeistreife zirka 10 bis 15 Personen kontrolliert werden, welche sich zusammen vor einem Einkaufsmarkt in der Künzelsauer Bergstraße aufhielten. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor.

Mehrere befanden sich direkt am Eingang des Marktes, trugen keine Mund- und Nasenbedeckung und hielten außerdem die erforderlichen Abstände zueinander nicht ein. Gleich zu Beginn der Kontrolle verhielten sich die Anwesenden, unter denen einige offensichtlich alkoholisiert waren, uneinsichtig und aggressiv gegenüber den Beamten. Einige Mitglieder der zu kontrollierenden Gruppe kamen den Anweisungen der Beamten nicht nach, wollten ihre Personalien nicht angeben, missachteten ausgesprochene Platzverweise und beleidigten die Polizeibeamten. Im weiteren Verlauf solidarisierten sich immer mehr Personen mit den aggressiven Wortführern.

Es wurde sogar eine Wasserflasche in Richtung der Polizeibeamten geworfen. Erst nach hinzuziehen von weiteren Streifen konnte die Situation beruhigt werden. Ein 29-Jähriger und ein 35-Jähriger mussten in Gewahrsam genommen werden. Beide Männer hatten zu diesem Zeitpunkt einen Atemalkoholwert von über einem Promille. Gegen mehrere Beteiligte der Gruppe wird jetzt wegen Widerstand, Beleidigung und Verstößen gegen die Corona-Verordnung ermittelt. Zeugenhinweise werden an das Polizeirevier Künzelsau, unter der Telefonnummer 07940 9400, erbeten.




Youtube sperrt GSCHWÄTZ-Video über Querdenker-Demo in Öhringen

Bis vor gar nicht langer Zeit waren die sozialen Netzwerke wie twitter, youtube oder facebook nahezu völlig unkontrolliert. Seit der Einführung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes sind die Betreiber allerdings verpflichtet, gesetzeswidrige Beiträge zu löschen und sie kommen dem auch größtenteils nach, zumindest wenn ihnen derartige Beiträge gemeldet werden. Das hat geradezu zu einer „Meldeindustrie“ geführt, Meldeaufrufe -teils mit hanebüchensten Begründungen- werden von einflußreichen Accounts veröffentlicht und von deren Followern gerne befolgt. Bei den Entscheidungen, was gelöscht wird, ist seitens der Betreiber keine einheitliche Linie festzustellen.

Kennzeichnung „fragwürdiger Beiträge“ von Donald Trump

Twitter hat zusätzlich ein eigenes Beurteilungssystem eingeführt und kennzeichnet Beiträge, die es als „fragwürdig“ einstuft. Berühmt für derartige Beiträge wurde ausgerechnet der amerikanische Präsident Donald Trump. youtube bezieht sich über die gesetzlichen Vorschriften hinaus auf seine „Community-Richtlinien“, wenn es Einträge sperrt oder löscht.

Dokumentarisches Video gelöscht

Ein dokumentarisches Video von der Öhringer Querdenker-Demonstration vom 06. Dezember 2020, das von GSCHWÄTZ veröffentlicht wurde, wurde jetzt gelöscht, wegen „unangemessener Inhalte“. Das gelöschte Video zeigt nichts weiter als die dort gehaltenen Reden. Reden, mit deren Inhalten man nicht übereinstimmen muss, die aber im Rahmen der grundgesetzlich garantierten Freiheit des Wortes auf einer behördlich genehmigten öffentlichen  Demonstration gehalten wurden. Und um entscheiden zu können, ob man mit den getätigten Aussagen übereinstimmen will, muss man sie sich ja erst einmal anhören können.

Michael Ballweg darf noch reden auf youtube

Allerdings wurden dort Aussagen gemacht, die möglicherweise den neu eingeführten Community-Richtlinien zu Covid19 widersprechen. Zum Beispiel behauptete ein Vater, dass das Tragen von Mund-Nasenschutz bei Kindern zu Hirnschäden führen könne. Zwar bietet youtube an, dass man als Betroffener nachfragen könne, warum ein Video gesperrt wurde. Aber auch auf mehrmaliges Nachfragen, bekam die Redaktion GSCHWÄTZ bislang keine Antwort. GSCHWÄTZ wurde darauf hingewiesen, dass bei einem nochmaligen Auftreten solcher Inhalte, unser kompletter Kanal gesperrt werden kann. Nach der Sperrung haben wir das Videointerview mit dem Querdenken-Initiator Michael Ballweg veröffentlicht. Dieses wurde bislang jedoch (noch) nicht gesperrt.

Hier Beispiele von youtube, warum Videos gesperrt werden können:

 

Screenshot youtube-Richtlinien, 28. Dezember 2020

Auch hier könnte man auf den ersten Blick der Ansicht sein, dass diese Regeln doch ganz vernünftig aussehen. Auf den zweiten Blick stellt sich heraus, dass youtube und auch die anderen so genannten sozialen Medien kein Format der freien Veröffentlichung von Meinung sind: Denn schon morgen können die Plattformen willkürlich weitere Regeln einführen, die beliebige Meinungen nicht mehr gelten lassen und das mit ihrem „digitalen Hausrecht“ begründen.

Soziale Medien gewährleisten nicht die Meinungsfreiheit

Eine gefährliche Situation, da die beiden größten Internet-Meinungskonzerne facebook (zu facebook gehören auch WhatsApp und instagram) und alphabet (dazu gehören google, youtube, aber auch das Betriebssystem Android) fast schon eine Monopolstellung haben. Beide Konzerne sind zum Beispiel auch sehr aktiv in den Bereichen des Videoconferencing und Datenauswertung mithilfe künstlicher Intelligenz und können heute schon in großem Stil die bei ihnen erfassten persönlichen Daten von Nutzern als auch Nichtnutzern auswerten und in neue Zusammenhänge bringen.

Die EU-Kommission hat es jetzt unternommen, die Marktmacht der großen Konzerne zu beschränken und Konkurrenz zu ermöglichen. Allerdings nur im kommerziellen Bereich – das Thema Meinungsfreiheit spielt in den Vorlagen keine Rolle.

Text: Matthias Lauterer




„Um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr nicht zu gefährden“

Die Jugendfeuerwehr Weißbach gibt bekannt, dass die „aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung und um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Weißbach nicht zu gefährden“, die Christbaumsammlung am Samstag, den 09. Januar 2021 nicht im geplanten Rahmen durchführen könne.
Ob die Sammlung zu einem späteren Zeitpunkt durchführbar ist, kann erst nach Bekanntgabe der neuen Beschlüsse am 10. Januar 2021 festgelegt werden.“Es tut uns leid, diesen gewohnten Service im kommenden Jahr wahrscheinlich nicht anbieten zu können. Doch die Gesundheit der Mitglieder der Jugendfeuerwehr sowie der Einsatzabteilung und das Aufrechterhalten der Einsatzbereitschaft geht hier vor“, so die Jugenfeuerwehr.
Auch in Forchtenberg sammelt die Feuerwehr erst einmal keine Christbäume ein.
Die Feuerwehr Niedernhall, die ebenso verfährt, verweist dabei aauf den Beschluss der Landesregierung. macht aber Hoffnung: „Wenn der Lockdown wie bisher geplant am 10. Januar 2021 enden sollte, würden wir am 16. Januar 2021 die Christbaumsammlung nachholen. Um die aktiven Kameraden nicht zu gefährden und für Sie weiterhin einsatzbereit sein zu können, bitten wir um Ihr Verständnis.“



Corona macht keine Weihnachtsferien

Über die Weihnachtsfeiertage – also im Zeitraum vom 24. bis einschließlich 27. Dezember 2020 – hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 70 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Diese teilen sich auf Heiligabend (49 Fälle), zwölf am 1. Weihnachtsfeiertag, zwei am 2. Weihnachtsfeiertag sowie sieben am Sonntag, 27. Dezember, auf. Die 7-Tage-Inzidenz sank damit auf aktuell 135,8 pro 100.000 Einwohner.

Weitere Fälle in Pflegeeinrichtungen

Erneut gab es positive Fälle in bereits betroffenen Pflegeeinrichtungen.

Durch die geringe Anzahl von Testmöglichkeiten über die Weihnachtstage ist in den kommenden Tagen mit einem erneuten Anstieg des 7-Tage-Inzidenzwertes zu rechnen. Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

Quelle: Pressemitteilung des Hohenlohekreises




„Milliardenhilfen fließen in die Wirtschaft, warum nicht in das Gesundheitssystem und die Schulen?“

Den Zeitpunkt seiner Ansteckung weiß er ganz sicher, sagt Ralf Lauber. Der freie Architekt aus Künzelsau-Ohrenbach ist im Frühjahr 2020, bei der ersten Coronawelle, positiv auf das Virus getestet worden. „Am 10. März 2020 hatte ich einen Termin mit einem Handwerker in Kupferzell. Das dauerte zirka 1,5 Stunden.“ Dieser Handwerker, der mit Erkältungssymptomen zu dem Termin erschienen sei, sei später positiv auf Corona getestet worden, sagt Lauber.

Zwei Tage später war das Ergebnis da

Eine Woche später habe Lauber mitbekommen, dass der Handwerker wegen Corona im Kankenhaus liege. „Daraufhin habe ich meinen Hausarzt angerufen. Am nächsten Tag hatte ich einen Termin in Belzhag [offizielle Drive-in-Abstrichstelle des Hohenlohekreises] zur Testung.“ Zwei Tage später sei schon das Ergebnis da gewesen. Sein Hausarzt habe ihn angerufen. Positiv. „Ich hatte damit gar nicht gerechnet, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Symptome“, erinnert sich der 57-Jährige. Ob er denn nach Mitteilung der Diagnose Angst gehabt habe? Der zweifache Familienvater erklärt: „Eigentlich nicht. Damals hast du über Corona noch nicht viel gewusst. Da hat man dann nur gedacht: Ok. Dann bleibe ich halt 14 Tage zu Hause.“ 14 Tage Quarantäne bedeutete das Testergebnis für ihn. Auch seine Frau Ute sei vorsorglich nicht zur Arbeit gegangen.

„Ok. Dann bleibe ich halt 14 Tage zu Hause“

„In der Quarantäne dann haben wir dann beide Symptome bekommen“, sagt Ralf Lauber. Kopfschmerzen, moderates Fieber (38,4 Grad), Geruchs- und Geschmacksverlust. „Zirka eine Woche lang hat bei mir alles salzig geschmeckt, egal, wie ich es gewürzt hatte.“

Alles salzig geschmeckt

Wie haben die Familie und der Freundeskreis auf die Diagnose reagiert? Ein Geheimnis um die Diagnose haben sie nicht gemacht, so Lauber: „Jeder von unserem Verwandten- und Freundeskreis hat es gewusst. Sie haben gefragt, was wir machen dürfen und was nicht.“ Aber alle seien sehr locker damit umgegangen.

Abschlusstest wurde nicht gemacht

Lauber hat auch zwei Söhne im Alter von 27 und 23 Jahre, aber diese seien schon ausgezogen aus dem Haus, so dass hier keine unmittelbare Ansteckungsgefahr drohte. Die Symptome hätten genau die zwei Quarantänewochen angehalten. Am letzten Quarantänetag sei der Familienvater aufgestanden und habe zu seiner Frau gesagt: „Corona ist weg.“ Und so sei es denn auch gewesen, zumindest was die Symptome anging. Ein Abschlusstest sei nicht gemacht worden. Der Hausarzt habe lediglich gefragt, ob Lauber noch Symptome zeige. Als dieser verneinte, sagte sein Arzt: „Sie können davon ausgehen, dass Sie genesen und immun sind.“ [Anm. d. Redaktion: Mittlerweile wird empfohlen, dass ein nochmaliger Text am Ende der Quarantänezeit gemacht wird. Diverse Wirtschaftsunternehmen üben diese Praxis aus, denn auch wenn jemand nach 14 Tagen symptomfrei ist, kann er trotzdem noch coronapositiv sein. Auch die Aussage mit der Immunität ist mittlerweile widerlegt. Es gab diverse Betroffene, die mehrfach erkrankt sind. Hier kommt es auf die Höhe und die Dauer der Antikörperkonzentration im Blut an. Diese kann sich jedoch ständig ändern. Mehr Infos: https://www.helios-gesundheit.de/magazin/corona/news/corona-immunitaet/]

„Keiner kann dir mit Sicherheit sagen, ob du immun bist oder nicht“

Ein Antikörpertest wurde bei den Laubers ebenfalls nicht gemacht. Der Architekt braucht diesen Test auch nicht, denn „das interessiert nicht. Wichtig ist: Uns geht es seitdem gut.“ Es macht keinen Unterschied, weil sowieso keiner mit Sicherheit sagen kann, ob du immun bist oder nicht.“

„Ich finde nicht alle Maßnahmen gut“

Was sagt er zu den derzeitigen Coronamaßnahmen? „Wir leben mit den Maßnahmen, aber ich finde nicht alle gut. Jetzt schränkt man nach den Novembermaßnahmen nochmal alles massiv ein. Mir kommt das so vor, dass man immer weiter einschränkt, ohne dass diese Beschränkungen erkennbar helfen, die Zahlen zu drücken.“ Er fände es etwa wichtig, auch die derzeitigen winterlichen Temperaturen mitzubedenken, was seiner Meinung nach zu wenig Beachtung findet. Aber sicher müsse man diverse Maßnahmen ergreifen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

Zu wenig Geld fließe in die Schulen und das Gesundheitssystem

Zu den Coronahilfen hat er eine klare Meinung: „Milliarden Hilfen fließen in die Wirtschaft, vor allem in die Unternehmen, die in den vergangenen Jahren viel Geld verdient haben. Warum unterstützt man nicht viel mehr das Gesundheitssystem? Und warum muss mit der Gesundheitsversorgung Geld verdient sein? Auch die Schulen müssten mehr unterstützt werden, zum Beispiel mit Luftreinigern.“ Aber auch hier spare der Staat.

Auch bei der staatlichen Informationspolitik könne manches besser laufen: „Nichts wird richtig erklärt, man kann vieles nicht richtig nachvollziehen. Viele Bürger sind verunsichert.“ Hinzu komme eine Überwachspolitik der Bürger untereinander, etwa an der Supermarktkasse, wenn es um das Einhalten der Abstände gehe. Es sei in diesem Klima der Angst jeder etwas übersensibilisert, findet er.

Wird er sich impfen lassen? „Ich bin gegen die Impfpflicht, weil das mein Körper ist und die körperliche Unversehrtheit im Grundgesetz steht. Aber wenn die Impflicht kommt, wehre ich mich nicht dagegen. Impfen sollte nichtsdestotrotz freiwillig bleiben. Wenn die Pflicht dazu kommt, gehört dein Körper definitiv nicht mehr dir. Wo soll das hinführen?“

Text: Dr. Sandra Hartmann

 

 

 




„Valentin hat gesagt: Kauf dir mal ein Mofa, das macht echt Bock“

„Valentin hat mir 2016 gesagt: ‚Kauf Dir mal ein Mofa, das macht echt Bock, damit herumzufahren.‘ Gesagt, getan – so habe ich mir eines auf Ebay-Kleinanzeigen ausgesucht, eine Hercules Prima 4“, erzählt Fabian Schumacher aus Öhringen. Das war der Beginn einer Geschichte von Freundschaft, Zusammenhalt und neuen Ideen  – im Zweitakt.

Two Stroke Proles – Der Name, den sich die mittlerweile zehnköpfige Mofa-Gang aus Hohenlohe 2019 basisdemokratisch gegeben hat, ist bezeichnend für das, wofür sie stehen. „‚Two Stroke‘ steht für Zweitakt. Unsere Mofas und Mopeds bis 50 ccm sind ja alle Zweitakter“, erklärt Schumacher. „Proles ist englisch und bedeutet Proleten. Proleten mit Herz.“

„Weihnachtliche Stimmung nach Öhringen bringen“

„Wir fahren an Heiligabend als Weihnachtsmänner verkleidet, mit Weihnachtsliedern und geschmückten Mofas, durch Öhringen. Aufgrund der aktuellen Verordnungen verzichten wir darauf, Stopps einzulegen, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Wir werden im Vorbeifahren Kindern Süßigkeiten schenken und ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Die Idee für die Weihnachtsaktion entstand spontan. Wir dachten uns, das Jahr ist ja schon beschissen genug gelaufen und an Weihnachten ist nicht viel los. Da bringen wir ein bisschen weihnachtliche Stimmung nach Öhringen und Umgebung“, erläutert Schumacher. „Wir wollen auf jeden Fall eine Stadtrunde durch Öhringen und Pfedelbach drehen und auch durch deren Teilorte fahren“, ergänzt Vizepräsident Valentin Belei aus Zweiflingen-Westernbach.

„Wollen die Menschen zum Lachen bringen“

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Leute zum Lachen bringen und vielleicht auch einen kleinen Wiedererkennungswert zu schaffen“, erzählt Schumacher. „Außerdem wünschen wir uns, dass unsere Gruppe wächst“, sagt Belei. Schumacher fügt an: „Unsere Gruppe ist geeignet für Zweitaktfreunde, die sich gerne mit Gleichgesinnten treffen und gerne einmal einen drauf machen und herumproleten. Wir sind Proleten mit Herz und halten immer zusammen. Es kommt auch immer wieder einmal vor, dass unterwegs Mofas ausfallen, unser ältestes ist Baujahr 1957. Da arbeiten wir dann zusammen und bringen sie gemeinsam wieder zum Laufen.“

von Priscilla Dekorsi

Mofa-Weihnachtsmänner verschenken Süßigkeiten an Kinder

 




Inside Querdenker: Sammelsurium unterschiedlichster Geisteshaltungen

„Friedlich“ seien die Demonstranten auf Querdenker-Demos, das Wort „Liebe“ und das „Streben ins Licht“ ist auch oft zu hören. Friedliche und disziplinierte, geradezu spirituell angehauchte Demonstrationen mit Kerzen und Liedern in Öhringen, aber auch eine Demonstration in Frankfurt, wo die Polizei Wasserwerfer gegen die Querdenken-Demonstranten einsetzte, eine Demonstration in Bonn, wo bekannte rechtsextreme Hooligans von Polizeikräften weggeführt wurden, und natürlich der sogenannte „Reichstagssturm“.

So uneinheitlich stellt sich das Bild der Querdenker dar. Vorweg muss man wissen: Eine rechtliche Organisation der Querdenker, etwa einen Verein, gibt es noch nicht. Insofern ist jeder ein Querdenker, der sich selbst so bezeichnet, andererseits ist es einfach, sich von Einzelpersonen zu distanzieren.

Die Rolle der Kinder

Von staatlicher Kindesmisshandlung spricht ein Redner in Öhringen, das Wohl „unserer Kinder“ steht in vielen Redebeiträgen im Vordergrund. Trotzdem wird zum Beispiel in Frankfurt öffentlich dazu aufgerufen, die Kinder an die Brennpunkte der Demonstration zu versammeln, um den Wasserwerfereinsatz zu verunmöglichen.
Und Kinder werden vereinnahmt, indem man sie gezielt vor Schulen ansprechen will oder gar tote Kinder instrumentalisiert, die angeblich wegen Maskentragens gestorben seien. Kein einziger dieser Fälle konnte verifiziert werden, trotzdem wurde die Empörung in der Zielgruppe weiter angeheizt.

Samuel Eckert baut mithilfe von Telegram-Gruppen wie „Samuel Youngsters“ ganz gezielt eine Kinder- und Jugendorganisation auf. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg: „Ich fürchte: Wenn wir nicht bald eingreifen, werden wir in wenigen Jahren viele junge Menschen erleben, die sich in digitalen Jugendgruppen radikalisiert, andere Menschen und auch sich selbst schwer geschädigt haben.“

Homophobie

Bei einer Querdenken-Demonstration in Wien wird eine Regenbogenfahne der LGBT-Bewegung zerrissen. Einer der Beteiligten bezeichnet die Fahne als „ein klares Pädophilen- oder Kinderschändersymbol“.

Stillschweigende Übereinstimmung mit rechtsextremen Symbolen

In Heilbronn hebt ein Redner „Bernhard“ den rechten Arm in Hitlergrußmanier, sodass die Staatsanwaltschaft jetzt gegen ihn ermittelt. Aus dem Publikum heraus ist kein Einschreiten erkennbar, eher hat man den Eindruck eines gedämpften Jubels. Von einem Einschreiten der Versammlungsleitung wird ebenfalls nicht berichtet – dabei legen doch die Sprecher der Querdenken-Initiative immer Wert darauf, sich von Rechtsextremismus zu distanzieren. Auch die schwarz-weiß-rote Reichsflagge, als Ersatz für die verbotene Reichskriegsflagge, ist immer wieder zu sehen.

Fundamentalistische Christen

In den Medien wird die Rolle fundamentalistischer christlicher Gruppen in der Querdenkerbewegung untersucht. Einige dieser fundamentalistischen Gruppen lehnen den Staat als solchen konsequent ab.

Eine sehr heterogene Szene mit völlig unterschiedlichen, sogar völlig widersprüchlichen Argumentationen und Zielsetzungen ist also bei Querdenken-Veranstaltungen unterwegs.

Querdenker in Baden-Württemberg unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz

Am 09. Dezember 2020 verkünden der Baden-Württembergische Innenminister Thomas Strobl und die Präsidentin des Landesverfassungsschutzes, Beate Bube, dass sie die Querdenkerbewegung beobachten lassen. Zur Begründung gibt das Innenministerium in einer ungewöhnlich scharf formulierten Erklärung an: „Es liegen hinreichend gewichtige Anhaltspunkte für eine extremistische Bestrebung vor“.

Legitimer Protest wird zusehends unterwandert

Der legitime Protest gegen staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wiche einer grundsätzlichen Staats- und Politikfeindlichkeit in bedenklichem Ausmaß. Aussagen zentraler Akteure würden immer wieder in abwegigen Vergleichen mit der Diktatur des Nationalsozialismus und einer Verharmlosung des Holocaust gipfeln. Sowohl personelle als auch ideologische Überschneidungen zu bereits bekannten Extremisten aus dem Milieu der „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ sowie aus dem Rechtsextremismus, sieht inzwischen die Verfassungsschutzpräsidentin Beate Bube.

Wer sind die wirklichen „Schlafschafe“?

Kurz gesagt, ist der Verfassungsschutz der Ansicht, dass die Bewegung von oben herab von Extremisten unterwandert ist, die die Empörung und die Unsicherheit der Demonstranten für ihre eigenen Zwecke nutzen wollen. Dabei sind es doch gerade die Coronaleugner, die der Mehrheit der Bevölkerung „Schlafschafe“ zu sein.

Nährboden für Gewalt

„Extremistische Verschwörungsmythen können der Nährboden für Gewalthandlungen sein“, sagt Bube. Eine Analyse der Rede, die eine Künzelsauer Lehrerin auf einer Querdenker-Demonstration am 25. Juli 2020 in Crailsheim gehalten hat, erweckt den Verdacht, dass unterschwellig zum Aufruhr aufgerufen wird: Sie schließt ihre Rede mit den Worten „Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen“ und schreibt diese Worte Friedrich Schiller zu. Mit dem Verweis auf diesen Freiheitsdichter, der für seinen Kampf mit Kerkerhaft bedroht wurde und mit Flucht aus seiner Heimat bezahlt hat, stellt sie sich selbst und das Publikum subtil in eine historische Reihe mit großen Freiheitskämpfern. Und einen Schiller wird man ja noch zitieren dürfen.

Falsches Zitat – in den Werken von Schiller nicht auffindbar

Dieses Zitat wird von Querdenken-Rednern gerne benutzt und im Internet wird es als Meme verbreitet. Allerdings ist das Zitat in den Werken von Schiller nirgends nachweisbar. Selbst das Deutsche Literaturarchiv in der Schiller-Stadt Marbach, das das Vermächtnis des Dichters verwaltet und wissenschaftlich bearbeitet, konnte den Satz nicht finden. Das ergab eine Recherche der dpa aus dem Oktober 2019.

Leugnen von Fakten und Erfinden von Nachrichten

Das Leugnen von Fakten und das Erfinden von falschen Fakten ist generell ein beliebtes Stilmittel. Noch immer stellen sich Redner vor die Menschen und behaupten „Corona gibt es nicht“ und erhalten dafür Beifall. So auch Sonja Erdmann, Veranstalterin der Öhringer Demonstrationen, die kurz danach Corona aber als existent bezeichnet und als ein Konstrukt der Regierung, um die Menschen zu manipulieren. Und zu guter Letzt ist ihr Corona sogar willkommen: „Deswegen ist Corona super. Das hats wirklich gebraucht, so richtig mal, dass es scheppert.“ Auch hier kommt wieder der Wille zur Zerstörung der aktuellen Gesellschaftsordnung zum Vorschein.

Auch die von Bodo Schiffmann erfundenen Todesfälle von Kindern durch Masken zeigen, wie zielgerichtet und geradezu perfide führende Querdenker die von ihnen angeprangerten Manipulationsmethoden selber anwenden.

Religiöse Aussagen

Sie gehe den schamanischen Weg, sagt Sonja Erdmann, das merkt man sowohl ihrem Trommelspiel als auch ihrer Rede an: Vom Füttern des Dunkels und dem Streben zum Licht ist die Rede, und davon, dass wir „göttliche Wesen in menschlichen Körpern sind auf einer Abenteuerreise hier“ sind. „Wir haben uns absichtsvoll hierher inkarniert in der Zeit.“ Sie wird aber auch mit „Wir können leider nicht alle mitnehmen in unsere neue Welt, das ist aber auch gut so.“ zitiert. Das Mitnehmen der Auserwählten in eine neue Welt erinnert stark an Endzeitsekten.

Antisemitismus

Der schon erwähnte Samuel Eckert, ein weiterer Kopf der Bewegung, war Prediger einer evangelikalen Freikirche, bis diese ihm wegen Antisemitismus das Predigen verboten hat. Im September hat sich die Kirche wegen seiner Coronaleugnung nochmals öffentlich von ihm distanziert.

Verschwörungstheorien noch und noch

Corona als Konstrukt der Regierung, die WHO, die familiäre Strukturen zerstören will, eine unterirdischen Geheimarmee Trumps, die nur auf den Befehl wartet, um uns zu befreien und natürlich die These, dass uns mit den Impfungen ein Chip eingepflanzt wird – das sind nur ein paar der Verschwörungstheorien, die aus dem Umfeld der Querdenker aktiv verbreitet werden.

Hat der Verfassungsschutz also Recht? Immerhin werden polizeibekannte Rechtsextremisten, ein Prediger mit antisemitischen Gedanken, offene Homophobe, Verschwörungstheoretiker und religiöse Fundamentalisten im Namen der Bewegung öffentlich sichtbar. Führungskräfte treffen sich mit bekannten Reichsbürgern, andere erfinden aus Propagandagründen tote Kinder oder verkünden Verschwörungstheorien. Allein mit „Liebe“ wird man diese gegenläufigen Interessen nicht unter einen Hut bringen können. Und vor allem nicht mit dem Hauptziel, die Coronamaßnahmen zu beenden.

Spaltungstendenzen werden sichtbar

Erste Spaltungstendenzen sind daher erkennbar: Ehemalige Meinungsführer wie Heiko Schrang haben sich zurückgezogen, die Treffen mit Peter Fitzek stießen innerhalb der Querdenker auf öffentlich geäußerten Widerstand.

Unterwanderung

Die Gefahr einer Unterwanderung oder gar Vereinnahmung der Bewegung durch verfassungsfeindliche Personen und Organisationen scheint gegeben, wenn man sich die Intentionen einiger Protagonisten anschaut. Die Querdenken-Bewegung ist nicht nur eine Sammlungsbewegung von Bürgern, die für ihre Rechte ernsthaft und friedlich auf die Straße gehen, sondern auch zum Sammelbecken von Menschen und Gruppen die unsere Gesellschaftsordnung zerstören wollen, geworden.

Welche Rolle spielt Michael Ballweg?

Die wahre Rolle Ballwegs bleibt bis auf Weiteres im Dunkeln: Ist er naiv und erkennt diese Gefahr nicht? Oder steht er insgeheim doch hinter den teils erschreckenden Aussagen seiner Mitstreiter?

Text: Matthias Lauterer

Bodo Schiffmann, Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Interview mit Querdenken-Gründer Michael Ballweg an der Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Gewerkschafter Niko aus Ludwigsburg. Foto: GSCHWÄTZ

 

„Open Mic“: Die Öhringer nutzen das Angebot, frei auf der Bühne zu sprechen. Foto: GSCHWÄTZ

 

Auch Familien kamen zur Querdenken-Demo am Nikolaustag in Öhringen. Foto: GSCHWÄTZ

 

Tobias Loose von der Initiative „Eltern stehen auf“. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 




Vor dem Heiligabend noch schnell testen lassen

Am Mittwoch, den 23. Dezember 2020, nutzten laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) 270 Menschen in Öhringen die Gelegenheit, sich vor den Weihnachtsfeiertagen auf Corona testen zu lassen. Am 24. Dezember 2020 nun kann man sich an den Wertwiesen in Künzelsau noch schnell testen lassen vor dem Heiligen Abend – allerdings nur mit vorheriger Anmeldung.

Aktuell (11.30 Uhr) laufen die Testungen noch. Es sind Schnelltests, um in kürzester Zeit Gewissheit darüber zu haben, ob man Corona hat oder nicht. Viele nutzen dies als Vorsorge, um keine Verwandten an den Feiertagen anzustecken.

Fotos: Matthias Lauterer

Am 24. Dezember 2020 bietet das DRK Coronaschnelltests an. Viele Menschen nutzen das Angebot. Foto: GSCHWÄTZ

Die Menschen stehen bei Regenwetter Schlange. Foto: GSCHWÄTZ

Kein weihnachtliches Schneegestöber bei den Testungen. Foto: GSCHWÄTZ

Am 24. Dezember 2020 bietet das DRK Coronaschnelltests an. Viele Menschen nutzen das Angebot. Foto: GSCHWÄTZ

In den Zelten finden die Tests statt. Foto: GSCHWÄTZ

An den Wertwiesen, nahe dem Kocherfreibad, fanden die Tests statt. Foto: GSCHWÄTZ




Online-Gottesdienste von Dörrenzimmern, Weißbach & Crispenhofen, auch für Kinder

Manche Städte und Gemeinden bieten an Heiligabend trotz Corona Gottesdienste vor Ort an. Aber es gibt darüber hinaus auch die Möglichkeit, die Gemeinde direkt in das heimische Wohnzimmer reinzuholen – mit einem online-Weihnachtsgottesdienst.

Diesen kann man von Dörrenzimmern, Weißbach und Crispenhofen online auf youtube abrufen.

Einfach klicken und anschauen.

Es gibt einen Gottesdienst mit einer halben Stunde Dauer für Erwachsene und eine Krippenspielgeschichte für Kinder in einem separaten Video.

 

 

 




Künzelsau nimmt Hochwasserschutz am Edeka in Angriff

Die Stadtverwaltung Künzelsau informiert über die Verbesserung des Hochwasserschutzes entlang des Kochers in der Würzburger Straße:

Schutz vor 100-jährlichem Hochwasser soll gewährleistet werden

Aufgrund der Klimaveränderungen seien  die bestehenden Schutzmaßnahmen überprüft und neu berechnet worden, was erforderlich ist, um vor den Auswirkungen eines hundertjährlichen Hochwassers zu schützen. Bisher war der Schutz auf ein 50-jährliches Hochwasser ausgelegt.  Das Gewerbegebiet in den Kocherwiesen, im Bereich zwischen dem Firmenparkplatz Ziehl-Abegg an der Brücke Bahnhofstraße und dem Steg am Nagelsberger Wehr, soll aufgrund dieser Betrachtungen vor zu erwartenden größeren Hochwasserständen besser geschützt werden. Aufgrund der Klimaveränderungen wurden die bestehenden Schutzmaßnahmen überprüft und neu berechnet, was erforderlich ist, um vor den Auswirkungen eines hundertjährlichen Hochwassers zu schützen.

Kosten der Maßnahmen: Etwa 1 Million Euro

Die Ausführung der Maßnahme wird unter der Bauherrschaft des Landesbetriebes Gewässer beim Regierungspräsidiums Stuttgart erfolgen. Die Baukosten für diese Hochwasserschutzmaßnahme belaufen sich auf rund 600.000 Euro. Die Investitionskosten der Gesamtmaßnahme liegen bei voraussichtlich 1,03 Millionen Euro. Das Land trägt 70 Prozent, die Stadt Künzelsau 30 Prozent der Investitionskosten.

Der Gemeinderat Künzelsau hat am 21. Juli 2020 die Vergabe der Tief- und Straßenbauarbeiten beschlossen: Die Tief- und Straßenbauarbeiten für die Hochwasserschutzmaßnahme in der Würzburger Straße wurden zu einem Angebotspreis von 500.250,92 Euro netto zuzüglich Mehrwertsteuer an die Firma HT&T GmbH aus Assamstadt vergeben.

Baustelle jetzt winterfest – Weiterbau im Januar geplant

Die Firma HT&T GmbH aus Assamstadt hat in den letzten Wochen mit der Umsetzung der Planung und den Arbeiten begonnen: In Höhe des Firmenparkplatzes an der Brücke Bahnhofstraße wurde der bestehende Damm saniert, erhöht und mit einer Natursteinmauer versehen. „Es fehlt nur noch die Anhebung und Asphaltierung des Fußweges“, erklärt Simone Mitsch. Sie ist die stellvertretende Technische Werkleiterin KünWerke und betreut die Baustelle. „Die Baustelle ist jetzt winterfest gemacht. Die Bauarbeiten sollen ab 11. Januar 2021 fortgesetzt werden. Ob dies auch so klappt, ist stark von der Witterung und von den bis dahin geltenden Corona-Regelungen abhängig.“ Die Stadtverwaltung Künzelsau nutzt die Gelegenheit, um im Zuge der Bauarbeiten auch gleichzeitig die Straßenbeleuchtung auf der kompletten Strecke zu erneuern. „Die energetische Sanierung ist förderfähig und hilft auf dem Weg zur Klimaneutralität.“ Der Rad- und Fußweg im Bereich der Baustelle ist weiterhin gesperrt. Die Stadtverwaltung Künzelsau bittet um Verständnis für die bestehenden Beeinträchtigungen.

Weitere Informationen

Grundlage der Planung sind die Hochwassergefahrenkarten (HWGK) für das Land Baden-Württemberg und der hierdurch ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete: https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/hochwassergefahrenkarten

Die Stadt Künzelsau informiert auf ihrer Webseite: https://kuenzelsau.de/site/Kuenzelsau/node/703736?QUERYSTRING=Hochwasserschutz

Der Hochwasserschutz am Kocherufer in Künzelsau wird ausgebaut. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.

Der Hochwasserschutz am Kocherufer in Künzelsau wird ausgebaut. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.

Der Hochwasserschutz am Kocherufer in Künzelsau wird ausgebaut. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.