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Neue Bewegungsregelungen betreffen derzeit nicht den Hohenlohekreis

Durch die seit Dienstag, den 05. Januar 2021, von der Bundesregierung beschlossenen verschärften Corona-Shutdown-Maßnahmen wird die Gesellschaft auf den ersten Blick noch a-sozialer. Noch weniger Kontakt, noch mehr Distanz, noch weniger Bewegungsradius. Hier die neuen Maßnahmen im Überblick und inwiefern sie Baden-Württemberg und den Hohenlohekreis betreffen:

// Der derzeitige Shutdown wird verlängert bis mindestens 31. Januar 2020

// Geöffnet haben weiterhin nur Supermärkte und Drogerien. Baumärkte, Elektromärkte, Restaurants und Buchhandlungen bleiben geschlossen beziehungsweise dürfen nur Dienste To-Go anbieten

// Es gelten noch schärfere Kontaktbeschränkungen. Ein Hausstand /eine Familie darf sich künftig nur noch mit einer weiteren Person, nicht aber einem weiteren Hausstand / einer weiteren Familie treffen. Neu: Hier zählen nun auch Kinder jeden Alters.

Sonderweg Baden-Württemberg

// Kitas und Schulen haben bis mindestens Ende Januar geschlossen. Die Schüler sollen im homeschooling lernen. Bundesweit sprach man davon, dass Schüler von der ersten bis sechsten Klasse frühestens ab Anfang Februar 2021 in den Präsenzunterricht zurückkehren sollen. Baden-Württemberg möchte jedoch für die Grundschüler die Schulen bereits wieder ab dem 18. Januar öffnen, wenn es die Coronazahlen zulassen. Auch die Kitas sollen dann wieder öffnen. https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/alle-meldungen/meldung/pid/lockdown-bis-ende-januar-verlaengert/

// Der Bewegungsradius wird eingeschränkt in Regionen mit einer Inzidenz von über 200. Dann dürfen sich Bewohner nur noch 15 Kilometer vom Wohnort wegbewegen. Ursprünglich wollte die Bundeskanzlerin laut diversen Medienberichten durchsetzen, dass der Bewegungsradius bereits ab einer Inzidenz von 100 eingeschränkt wird. Das hätte fast ganz Deutschland betroffen. Problematisch wird der neue Bewegungsradius dennoch in Regionen, in denen man zum einkaufen weiter als 15 Kilometer fahren muss. Das darf man nämlich laut den neuen Bestimmungen nicht mehr.

Baden-Württemberg schert auch hier aus: „Baden-Württemberg plant aktuell, das nicht umzusetzen, da das Land die Regelung zunächst auf Umsetz- und Kontrollierbarkeit prüft.“

Der Hohenlohekreis hat derzeit einen Inzidenzwert von 130,5 und würde somit noch nicht in den eingeschränkten Bewegungsradius fallen. Heilbronn allerdings stünde mit einer Inzidenz 189 kurz davor. Am Dienstag, 5. Januar 2021, hat das Landratsamt des Hohenlohekreises insgesamt 34 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 130,5 pro 100.000 Einwohner. Auch ein Todesfall wurde im Hohenlohekreis gemeldet. Erneut sind 7 Fälle in Pflegeheimen bestätigt. Mit Stand 05. Januar 2021 gibt es in insgesamt 5 Pflegeheimen im Hohenlohekreis positive Fälle. Die ersten Pflegeheimmitarbeiter sind nun gegen Corona geimpft worden. Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

Hohenlohekreis: „Es ist richtig, den Lockdown zu verlängern“

„Die Zahlen zeigen nach wie vor, dass wir uns in einer äußerst angespannten Lage befinden. Die heute getroffenen Maßnahmen sind für mich daher alles andere als unerwartet“, sagt Gotthard Wirth, der erste Landesbeamte des Hohenlohekreises, zu den neuen Shutdown-Entscheidungen von Bund und Ländern. „Es ist richtig, den Lockdown zu verlängern. Auch machen die noch weitergehenden Regelungen deutlich, dass wir uns hinsichtlich des Ausbruchgeschehens und dessen Folgen noch lange nicht an dem Punkt befinden, zu dem wir hinmüssen.“

Die vermeintlich a-soziale Gesellschaft

Die Maßnahmen sollen dazu dienen, dass der Inzidenzwert wieder auf mindestens 50 sinkt und damit eine Rückverfolgung der Corona-Kontaktpersonen wieder möglich ist. Dadurch sollen letztendlich weniger Menschen an Corona erkranken und weniger daran sterben. Derweil gibt es kritische Stimmen, die die Maßnahmen als zu hart empfinden und auf langfristige Folgeschäden hinweisen im sozialen und psychischen Bereich.

 




„Eine Pause ist für alle gut, denn Corona war für viele sehr stressig, sowohl für Lehrer als auch für die Schüler“

Der Coronavirus hat schon zu viel zu verantworten und jetzt beschert er uns Schülern auch noch länger Ferien. Für Schüler hört es sich nicht schlecht an, wenn verkündet wird, dass sie mehr Ferientage bekommen. Das heißt, es sind jetzt schon ab dem 16. Dezember 2020 Ferien, anstatt erst am 23. Dezember 2020. Aber auch hier gibt es Haken, welche nicht mit Freude aufgenommen werden. Auch die Schüler sind sich nicht sicher, wie sie alles aufnehmen sollen. Sofie Taube, Schülerin aus Künzelsau, ist zwiegespalten, wie sie äußert und nicht nur ihr geht es so. Ein Artikel von Cora-Lee Pusker, Schülerin in Künzelsau (der Text entstand vor den Beschlüssen am 04. und 05. Januar 2020, dass der Präsenzunterricht mindestens bis Ende Januar 2021 weiterhin nicht stattfindet an den Schulen).

Alles kann sich von einem auf den anderen Tag verändern

Viele sind verunsichert, da sich alles von einem auf den anderen Tag verändern kann, wie man genau in dieser Situation gemerkt hat. Anfangs hieß es noch es sollten nur zwei Tage früher Ferien sein, mit Homeschooling für die Klassen, welche über der achten Klasse sind und Notbetreuung für die Klassen, welche unter der achten Klasse liegen. Jetzt wurde dieses Konzept umgeworfen und festgelegt, dass nun schon ab dem 16. Dezember die Ferien anfangen sollen. Dieses aber ohne Homeschooling, sondern mit freiwilligen Aufgaben für die Schüler.  Ausgenommen hiervon sind die Abschlussklassen, welche regulär in die Schule müssen.

Schüler verstehen die Strategie nicht

Wenn man sich unter den Schülern umhört, merkt man schnell, wie viele verschiedene Emotionen bei diesem Thema hochkochen. Die am stärksten verbreitetsten sind Freude, aber auch manchmal Verständnislosigkeit. „Wer freut sich nicht über mehr Ferien?“ Auch ich muss zugeben ich war nicht traurig, als ich davon gehört habe. Und noch besser hat mir gefallen, dass es wirklich Ferien sind und kein Homeschooling, also Unterricht von Zuhause aus. Hier stellt sich mir allerdings eine Frage, warum wurde bei den zwei Tagen früher Ferien festgelegt, dass Fernunterricht sein soll, aber bei eineinhalb Wochen früher nicht? Ich finde dies sehr fragwürdig, denn es ist Stoff von eineinhalb Wochen, der nachgeholt werden muss, während der Stoff von zwei Tagen einfacher zum Nachholen gewesen wären.

„Unlogisch“

Auch Sofie Taube findet das unlogisch. Sie versteht nicht, warum man bei den zwei Tagen mehr Fernunterricht gemacht hätte, aber nicht bei den eineinhalb Wochen mehr. Dennoch genießt sie es, so wie es ist, auch wenn es in ihren Augen nicht sinnvoll scheint. Sie sieht die Ferien als Erholung von dem ganzen Schulstress vor Weihnachten. Denn wie sie erklärt werden vor den Weihnachtsferien sehr viele Arbeiten sowie Tests geschrieben. Für sie ist es eine ersehnte Pause, auf die sie hingearbeitet hat. Auf die Frage, ob sie denkt, dass man den Schulstoff gut nachholen könne, meint sie, dass sie zuversichtlich ist, denn letztes Schuljahr beim ersten Lockdown hat sie dies auch hinbekommen. Sie erzählt auch, dass sie freiwillige Aufgaben bearbeitet oder auch an manchen Konferenzen über das Internet, die angeboten werden für Schüler die möchten, teilnimmt, um im Thema zu bleiben und vielleicht eine gute Unterrichtsnote zu bekommen. Allerdings vermisst sie in ihren Ferien ihre Freunde, mit denen sie sich gerade nicht treffen kann, aufgrund der vielen Beschränkungen, aber auch die Weihnachtsstimmung vermisst Sofie, denn die kam bei ihr durch die traditionellen Weihnachtsmärkte auf, welche dieses Jahr auch abgesagt wurden aufgrund des Coronavirus‘.

„Es bringt insgesamt mehr im Kampf gegen das Coronavirus“

William Liebschner aus Kupferzell findet die eineinhalb Wochen mehr Ferien sinnvoll. „Es bringt insgesamt mehr im Kampf gegen das Corona Virus. Es ist alleine schon wegen der hohen Infektionszahlen sinnvoll und vor Weihnachten kommt nicht mehr viel Stoff neu dazu.“ Aber wäre es dann trotzdem nicht doch sinnvoller gewesen, die eineinhalb Wochen noch Fernunterricht zu machen? Immerhin war es, als es noch hieß, die Schüler gehen nur zwei Tage früher in die Ferien geplant, dass Fernunterricht stattfindet. Dies kann William auch nicht ganz nachvollziehen, dennoch trauert er dem nicht nach und genießt seine Ferien so gut es geht, auch wenn es nicht die wie sonst traditionellen Weihnachtsferien sind.

„Eine  Pause ist für alle gut“

In Weihnachtsstimmung ist Tabea Nannie, Schülerin der zehnten Klasse, gekommen. Sie findet die zusätzlichen Ferien fantastisch, wie sie sagt. Denn dieses Mal hatte sie noch Zeit sich entspannt und ohne Stress auf die Weihnachtszeit einzulassen. „Die Ferien sind nicht so kurzfristig vor Weihnachten, dieses Mal hat man noch etwas Vorlauf. In dieser Zeit kann man wunderbar in die Weihnachtszeit reinkommen. Und ich genieße meine Ferien, in dem ich viel Zeit mit meiner Familie verbringe und die Schule einmal links liegen lasse. Eine Pause ist für alle gut, denn Corona war für viele sehr stressig, sowohl für Lehrer als auch für die Schüler. Und mit den zusätzlichen Ferien hat man dem Ganzen den Schwung genommen.“  Allerdings ist sie skeptisch, ob es wie geplant am 11. Januar 2021 mit der Schule weitergeht, denn auch wenn sie denkt, dass sich bei den eineinhalb Wochen mehr Ferien Gedanken gemacht wurden im Kampf gegen Corona, ist es ein Ziel, Zeit zu gewinnen und dann wäre es in ihren Augen ein Rückschritt, wenn an diesem Tag die Schule weitergeht, wie sie sagt. „lieber sollte man zuhause bleiben auch, wenn es schwerfällt.“

Niemand weiß, wie es mit dem Unterricht weitergeht

Auch die Regierung muss nun über das weitere Vorgehen abstimmen. Auch ich, als Schülerin, bin gespannt und hoffe, dass es mit Präsenzunterricht weitergehen kann.*

Text: Cora-Lee Pusker

Am 11. Januar 2021 wäre der eigentlich erste geplante Schultag nach den Ferien, nun ist klar, dass es mindestens bis Ende Januar 2021 keinen Präsenzunterricht geben wird aufgrund der Coronalage (wir berichteten).

Der leere Eingangsbereich der Bischof-von-Lipp-Schule. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




Gebäudereinigung: Lohn-Plus für 670 Beschäftigte im Hohenlohekreis

Lohn-Plus für Reinigungskräfte: Die 670 Beschäftigten, die im Hohenlohekreis in der Gebäudereinigung arbeiten, erhalten im neuen Jahr deutlich mehr Geld. Die Lohnuntergrenze in der Branche steigt von derzeit 10,80 Euro auf 11,11 Euro pro Stunde. In zwei weiteren Stufen klettert der Einstiegsverdienst bis zum Jahr 2023 um insgesamt elf Prozent auf dann zwölf Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilt. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie sehr es auf Sauberkeit und Hygiene in Krankenhäusern, Schulen und Büros ankommt. Für ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen erhalten die Beschäftigten nun eine faire Anerkennung“, sagt Mike Paul von der IG BAU Stuttgart in der Mitteilung. Der neue Tarifvertrag, den die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern ausgehandelt habe, bedeute für Reinigungskräfte einen „großen Schritt heraus aus dem Niedriglohnsektor“.

Zugleich profitieren Fachkräfte: Beschäftigte in der OP-Reinigung kommen auf ein Plus von 8,7 Prozent bis zum übernächsten Jahr. Glas- und Fassadenreiniger erhalten insgesamt 7,6 Prozent mehr und verdienen nach der dritten Tariferhöhung 15,20 Euro pro Stunde. Darüber hinaus gibt es für Gewerkschaftsmitglieder einen tariflichen Weihnachtsbonus. Bezirksvorsitzender Paul rät den Reinigungskräften in der Region, ihre Januar-Lohnabrechnung zu prüfen. „Gerade wer in der untersten Lohngruppe arbeitet, sollte genau hinschauen.“

Quelle: Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt




Autofahrer kommt von der Fahrbahn ab

Über 15.000 Euro Sachschaden sind die Folgen eines Unfalls, der sich am Sonntag, den 03. Januar 2021, auf der Landesstraße 1036 bei Neuenstein ereignete. Ein 30-Jähriger verlor offenbar aufgrund seiner den örtlichen Straßenverhältnissen nicht angepassten Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Mercedes und kam von der Fahrbahn ab. Hierbei touchierte er eine Straßenlaterne und kollidierte schließlich mit einer Leitplanke. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Reibungsloser Übergang bei Ziehl-Abegg: Uwe Ziehl übergibt den Vorsitz im Aufsichtsrat an Sohn Dennis Ziehl

Der Unternehmer Uwe Ziehl hat zum Jahreswechsel den Vorsitz im Aufsichtsrat von Ziehl-Abegg abgegeben, heißt es in einer Pressemitteilung des Künzelsauer Unternehmens. Nachfolger als Vorsitzender des obersten Führungsgremiums ist sein Sohn Dennis Ziehl. „Ich danke unserem Vater für die hervorragende technische Entwicklung des global sehr gut aufgestellten Unternehmens in den vergangenen 20 Jahren“, sagt dieser in der Mitteilung. Ebenfalls Mitglied im Aufsichtsrat der Ziehl-Abegg-Gruppe ist nun auch seine Schwester Sindia Ziehl. Uwe Ziehl wünscht seinen Kindern im Aufsichtsrat eine glückliche Hand und viel Erfolg bei der Weiterentwicklung von Ziehl-Abegg.

Sindia und Dennis Ziehl sind die Ur-Enkel des Firmengründers Emil Ziehl. Dennis Ziehl ist darüber hinaus hauptberuflich Geschäftsführer der Ziehl industrie-elektronik GmbH in Schwäbisch Hall und Mitglied der IHK-Vollversammlung. Uwe Ziehl hat stets den engen familiären Zusammenhalt betont und gefördert. Ein Übergang bei der Leitung des Unternehmens müsse sanft und sicher vonstattengehen. Daher haben seine Kinder Sindia und Dennis in den zurückliegenden Jahren auch ohne Mandat mehr als 80 Aufsichtsratssitzungen begleitet. „In vielen Unternehmen ist ein Generationenwechsel holperig und problematisch – Uwe Ziehl hat seit Jahrzehnten gezielt daran gearbeitet, dass wir jetzt reibungslos unseren globalen Erfolgskurs als Technologieführer fortsetzen können“, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl.

Unternehmer mit Herzblut

Uwe Ziehl wurde 1947 in Füssen als Enkel des Ziehl-Abegg-Firmengründers Emil Ziehl geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Künzelsau. Er gilt als Unternehmer mit Herzblut und großem technischen Verständnis. Für herausragende berufliche und unternehmerische Leistungen und zum Dank für besondere Verdienste um die baden-württembergische Wirtschaft hat Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid ihm 2015 die Wirtschaftsmedaille verliehen. „Sie stehen stellvertretend für all jene erfolgreichen baden-württembergischen Familienunternehmen, für die internationaler Erfolg und regionale Verbundenheit kein Widerspruch sind. Sie sind ein Vorzeigeunternehmer und haben durch Ihr Wirken dazu beitragen, dass Baden-Württemberg ein starkes und lebenswertes Land ist und bleibt“, lobte Schmid seinerzeit. „Als attraktiver Arbeitgeber und innovatives Unternehmen steigerte Ziehl-Abegg unter Ihrer Führung die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region Heilbronn-Franken.“

Umwandlung in eine Aktiengesellschaft

Schon während seines Ingenieurstudiums gründete Uwe Ziehl 1967 die Ziehl industrie-elektronik GmbH & Co KG in Schwäbisch Hall, ein Hersteller für Mess- und Regelgeräte. Ziehl-Abegg wuchs zu einem weltweit führenden Hersteller von Ventilatoren für Luft- und Klimatechnik sowie Antriebsmotoren für Aufzüge heran. Bereits 1973 begann Ziehl-Abegg sich zu internationalisieren. 2001 folgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft in Familienbesitz. 2005 übernahm Uwe Ziehl den Vorsitz des Aufsichtsrats von Ziehl-Abegg. Dies war möglich, weil er – mit erheblichem persönlichem finanziellem Risiko – alle Anteile in einer Familienholding zusammengeführt hatte. Dadurch waren Investitionen in Forschung und Entwicklung möglich, welche die Position von Ziehl-Abegg als Technologieführer deutlich ausbauten. Uwe Ziehl forcierte den Ausbau von Fertigungstiefe und -kompetenz, darunter den Einstieg des Unternehmens in die Produktion von Kunststoffteilen im Gewerbepark Hohenlohe; zusätzlich zum firmeninternen Aluminiumguss, der in Schöntal-Bieringen angesiedelt ist.

Kinder und Jugendliche für Technik begeistern

Heute arbeiten weltweit 4.300 Mitarbeiter für Ziehl-Abegg, davon 2.400 Mitarbeiter in Künzelsau, Bieringen und Kupferzell. Das Unternehmen bietet eine hohe Ausbildungsquote von rund zehn Prozent und eine unbefristete Arbeitsplatzgarantie für alle Auszubildenden und Duale Studenten. Sieben Prozent des jährlichen Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung. Neben seinem beruflichen Engagement setzt sich Uwe Ziehl besonders dafür ein, in Kindergärten, Grundschulen und Hochschulen für Technik und technische Berufe zu werben. Uwe Ziehl lag auch das gesellschaftliche Engagement seines Unternehmens über den normalen Geschäftsbetrieb hinaus am Herzen – darunter die jahrelange Unterstützung des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs (Waldenburg) oder des Freilandmuseums Wackershofen (Schwäbisch Hall).

 

 

War immer sehr technikaffin: der Unternehmer Uwe Ziehl. Foto: Ziehl-Abegg

 

Uwe Ziehl (2.v.l.) erklärt 2014 in Hannover der Bundeskanzlerin Angela Merkel (4.v.l.) die Funktionsweise eines Außenläufermotors. Foto: Ziehl-Abegg

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg




Anhänger löst sich und verursacht Vollsperrung

Oberkessach: Anhänger löst sich von Zugmaschine

Die Landstraße 1046 zwischen Oberkessach und Bieringen musste am Montagabend, den 04. Januar 2020, wegen eines Unfalls voll gesperrt werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor.

Gegen 15.45 Uhr löste sich der Anhänger einer Sattelzugmaschine während der Fahrt von dem Zugfahrzeug und rollte in der Folge in einen Graben. Der Anhänger kam daraufhin teilweise im Graben und der Straße zum Stehen. Die Landstraße muss für die Bergung komplett gesperrt werden. Die Bergungsmaßnahmen begann voraussichtlich gegen 18 Uhr. Beide Fahrbahnen bleiben bis zur Beendigung der Bergung voll gesperrt.




Landratsamt des Hohenlohekreises warnt vor Geflügelpest

Das Landratsamt Hohenlohekreis, Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung, ruft alle Geflügelhalter im Kreis dazu auf, die Maßnahmen zur Verhinderung eines Geflügelpesteintrags strikt einzuhalten. Nachdem bei einem schwer erkrankten Mäusebussard bei Donaueschingen das hochpathogene aviäre Influenzavirus (HPAIV) amtlich festgestellt wurde, ist das Risiko für weitere Ausbrüche bei Wildvögeln im ganzen Land-Baden-Württemberg als hoch einzustufen.

hohes Risiko

Um Nutzgeflügel- und Hobbyhaltungen bestmöglich vor einem Seucheneintrag zu schützen, müssen insbesondere bei Auslauf- und Freilandhaltungen Kontakte mit Wildvögeln sowie eine Viruseinschleppung über Einstreu, Futter und Tränkwasser verhindert werden. Hausgeflügel sollte soweit möglich bis auf Weiteres aufgestallt oder zumindest unter Schutzeinrichtungen gehalten werden, um zu verhindern, dass z.B. Kot von Wildvögeln von oben in die Haltungseinrichtungen gelangt. Futter und Wasser sollten nur im Stallgebäude angeboten werden.

Vögel im Stall halten

Neben den genannten Maßnahmen ist auch eine erhöhte Wachsamkeit für ein schnelles Erkennen von Seuchenverdachtsfällen bei Geflügel und gehaltenen Vögeln sowie die unverzügliche Abklärung der Krankheitsursachen besonders wichtig. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, aufgefundene verendete oder kranke wildlebende Wasservögel und Greifvögel dem Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung zu melden. Die Tiere und Tierkadaver sollten nicht berührt oder vom Fundort verbracht werden, um eine weitere Verschleppung der Seuche zu vermeiden.

Hintergrundinformationen des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

Die Geflügelpest oder Aviäre Influenza (AI) ist eine Infektionskrankheit der Vögel, die durch Influenzaviren hervorgerufen wird. Als „Klassische Geflügelpest“ wird eine besonders schwere Verlaufsform der Krankheit mit aviären Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 bei Geflügel und sonstigen Vögeln bezeichnet.

Wilde Wasservögel bilden ein natürliches Reservoir für Influenzaviren, insbesondere für deren niedrigpathogene Form. Die niedrigpathogenen Influenzaviren können sich bei Wirtschaftsgeflügel, wie beispielsweise Hühnern und Puten, zur hochpathogenen Form und damit der Klassischen Geflügelpest verändern, die zu erheblichen Tierverlusten führt.

Die Biosicherheits- bzw. Hygienevorschriften für Geflügelhalterinnen und -halter sind insbesondere in der Geflügelpest-Verordnung und in der Viehverkehrsverordnung, geregelt.

Zudem sind umfangreiche Informationen auf der Homepage des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/tierschutz-tiergesundheit/tiergesundheit/tierkrankheiten-tierseuchen-zoonosen/vogelgrippe/ und auf den Internetseiten des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) unter https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/ zu finden. Auf der Seite des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) ist zudem ein Merkblatt über die Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest in Kleinhaltungen hinterlegt: https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00000891/Merkblatt-AI_2016-11-25.pdf




Kultusministerkonferenz: vorerst kein Präsenzunterricht

Die 16 Kultusminister:innen haben sich in ihrer Sitzung vom Montag, den 04. Januar 2021, darauf festgelegt, dass die Schulen – sofern auch die sonstigen Lockdown-Maßnhmen verlängert werden – weiterhin keinen Präsenzunterricht anbieten. Die Entscheidung über die Fortführung des Lockdowns wird bei der morgigen Sitzung der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin getroffen werden.

Stufenplan für die Wiedereinführung des Präsenzunterrichts

Die Kultusministerkonferenz schlägt einen Stufenplan bei Lockerungen der Maßnahmen vor: Erst sollen die unteren Klassen von 1-6 wieder Präsenzunterricht erhalten, danach soll es für die höheren Klassen einen Präsenzunterricht mit Wechselunterricht geben und erst in einem dritten Schritt soll der klassische Präsenzunterricht für alle wieder aufgenommen werden. An welche konkreten Bedingungen, zum Beispiel Inzidenzzahlen, diese Stufen geknüpft sein sollen und ob es dafür bundeseinheitliche Kriterien geben wird, wurde noch nicht bekannt. Daher ist derzeit auch nicht klar, ab wann es wieder losgehen soll mit Präsenzunterricht. Für Abschlussklassen soll es besondere Regelungen geben, um eine angemessene Prüfungsvorbereitung zu gewährleisten.

Informationen über Aufnahme des Unterrichtsbetriebd folgen

In Baden-Württemberg beginnt der Unterricht nach den Weihnachtsferien eigentlich regulär am 11. Januar 2021. Dem Kultusministerium bleiben also einige Tage, um genaue Informationen über den Unterrichtsbetrieb zu veröffentlichen. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann plädierte in den vergangenen Tagen für einen unmittelbaren Wiederbeginn des Präsenzunterrichts und musste dafür viel Kritik einstecken.

Ob und wie ein adäquater Onlineunterricht im Januar 2021 für die Schüler:innen ausschauen wird und welche Betreuungsangebote es für Kinder gibt, deren Eltern arbeiten gehen müssen, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Lockdown soll voraussichtlich bis Ende Januar 2021 verlängert werden. Die Entscheidung darüber fällt voraussichtlich am Dienstag, den 05. Januar 2020.

Text: Matthias Lauterer




FDP wechselt Führungsspitze im Kreistag

Der FDP-Kreisrat im Hohenloher Kreistag, Gerhard Feiler, wird sein Amt als Gruppensprecher zum 31.12.2020 abgeben. Gerhard Feiler, der dem Kreistag seit 1984 angehört, war 26 Jahre lang Gruppen bzw. Fraktionssprecher der FDP. In dieser Zeit hat er sich vor allem für die Schulen des Hohenlohekreises, den Nahverkehr, die Abfallwirtschaft und das Gesundheitswesen eingesetzt. Die FDP-Kreisräte haben Michael Schenk einstimmig zum Nachfolger als Gruppensprecher gewählt. Schenk bedankte sich, auch im Namen des FDP Kreisverbandes und der FDP Kreisräte, bei Gerhard Feiler für seine 26 jährige Tätigkeit als Gruppen- bzw. Fraktionssprecher der FDP im Kreistag und hob die vertrauensvolle Zusammenarbeit auch in der Übergangs- und Einarbeitungsphase hervor. Auf die Besetzung der einzelnen Ausschüsse des Kreistages hat dieser Wechsel keine Auswirkungen, da Gerhard Feiler weiterhin dem Kreistag angehören wird.

Quelle: Pressemitteilung der FDP Hohenlohe

 




Gemeinderat versus Bürgermeister

Der Eklat um das bewusste Fernbleiben dreier Fraktionen von der Gemeinderatssitzung in Künzelsau am 19. November 2020 schlug hohe Wellen (wir berichteten). Es ist schließlich die höchste Pflicht jedes Volksvertreters, an den Sitzungen des Parlaments teilzunehmen und die Menschen, die ihn gewählt haben, auch tatsächlich zu vertreten.

Pflichten demokratisch gewählter Mandatsträger

Diese Pflicht ist jedem Gemeinderatsmitglied wohlbekannt und es ist ganz klar, dass eine parlamentarische Demokratie nur dann funktionieren kann, wenn im Parlament auch genügend gewählte Vertreter anwesend sind, um zu diskutieren, in der Sache konstruktiv zu streiten und am Ende Beschlüsse zu fassen.

Was muss also in Menschen, deren demokratische Einstellung niemand ernsthaft in Zweifel ziehen kann, vorgehen, wenn sie eine Gemeinderatssitzung gezielt boykottieren und den Rat, das demokratische Beschlussorgan der Stadt, beschlussunfähig zurücklassen?
Aus der Stellungnahme der Fraktionen geht deutlich hervor, dass es offenbar einen Konflikt zwischen vielen Gemeinderäten
und der Amtsführung von Bürgermeister Neumann gibt. Die Räte sehen sich, wie sie es selbst formulieren, von Bürgermeister
Neumann in ihrem Anliegen nicht ernstgenommen. Und das offenbar nicht zum erstenmal – anders wäre ein derart drastischer Schritt der Fraktionen kaum zu erklären, geschweige denn auch nur im Ansatz zu rechtfertigen.

Rat fühlt sich zu spät in Prozesse einbezogen

In den letzten Ratssitzungen war aus dem Rat die Klage zu vernehmen, dass sich der Gemeinderat zu spät in Prozesse einbezogen fühlt, um dann letztlich zu einer „alternativlosen“ Entscheidung gezwungen zu sein. Dieser Konflikt schwelt also schon länger und es brauchte nur einen Auslöser, um ihn zum Eklat werden zu lassen. Und er ist weiter aktiv, wie man an der Diskussion um die Hauptsatzung der Stadt wieder gemerkt hat.

Symptom kuriert – aber nicht die Krankheit

Jetzt werden hybride Sitzungen angesetzt – das mag eine Lösung für den konkreten Auslöser des Boykotts sein. Aber der Konflikt ist damit noch lange nicht beseitigt.

Kindergarten oder Notwehr?

Als „Kindergarten“ wurde das Verhalten der drei Fraktionen bezeichnet – die Fraktionen sehen es wohl eher als Notwehrakt. Wenn sich Demokraten zu einem derartig undemokratischen Verhalten genötigt fühlen, dann ist es allerhöchste Zeit, miteinander zu sprechen und den tieferen Grund dieses Konfliktes beiseitezuräumen. Sonst ist das schlecht für die Stadt Künzelsau. Alle Beteiligten sind dem Wohl der Stadt verpflichtet.

Das Wohl der Stadt voranstellen

Gerade in der heutigen Zeit kann das Wohl der Stadt nur dann erreicht werden, wenn das ICH zurückgestellt wird, letztendlich alle zu tragbaren Lösungen finden und alle für die Stadt Künzelsau an einem Strang ziehen. Und zwar an derselben Seite des Stranges. Es ziehen nämlich schon genügend andere auf der anderen Seite des Stranges, da gilt es, die Kräfte zu bündeln.

Text: Matthias Lauterer

Kein guter Geist: Die Künzelsauer Geistersitzung am 19.November 2020. Foto: GSCHWÄTZ