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Ausgediente Christbäume werden bei Bioabfall-Tour eingesammelt

Nachdem die traditionellen Christbaumsammlungen aufgrund der Corona-Pandemie durch Vereine und Feuerwehren nicht stattfinden können, springt jetzt die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis ein. „Aktuell stehen über 20.000 Christbäume in den Haushalten im Landkreis, da wollen wir unkompliziert helfen“, so die Betriebsleiterin Silvia Fritsch in einer Pressemitteilung. Auch vor dem Hintergrund des Infektionsschutzes sei es geboten, eine kreisweite Sammlung anzubieten. Anderenfalls sei mit einem deutlich erhöhten Aufkommen auf den Grüngutplätzen und Recyclinghöfen im Kreis zu rechnen, so Fritsch.

Zusätzliches Fahrzeug

Demnach werden zwischen Montag, den 11. Januar 2021, und Freitag, den 22. Januar 2021, im Hohenlohekreis die Christbäume mit der Bioabfall-Tour abgeholt. Das heißt, wer seinen Christbaum normalerweise alljährlich am Samstag nach dem 06. Januar zur Abholung rausgestellt hat, legt ihn dieses Mal zur nächsten Bioabfallsammlung neben die BETty. Neben dem Bioabfall-Fahrzeug wird ein weiteres Fahrzeug unterwegs sein, das die Christbäume einsammelt. Dadurch müssen die Bürger ihren Christbaum nicht selbst wegbringen. „Viele Bürgerinnen und Bürger haben keine Möglichkeit, ihren Christbaum selbst ordnungsgemäß zu entsorgen, deshalb wollen wir diesen Service auf jeden Fall auch in diesem Jahr anbieten“, betont Sebastian Damm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft. So werden auch den Vorschriften der aktuellen Corona-Verordnung Rechnung getragen und Kontakte vermieden.

Auch Abgabe auf den Grüngutplätzen möglich

 Alljährlich werden am Samstag nach den Heiligen Drei Königen im Hohenlohekreis die Christbäume vom letzten Weihnachtsfest über Straßensammlungen abgeholt. Normalerweise wird diese Sammlung überwiegend von den Jugendfeuerwehren durchgeführt. In diesem Jahr ist dies aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht möglich. Neben der Christbaumsammlung kann der Baum auch zu den Grüngutplätzen gebracht werden. Für Fragen steht das Team der Service-Hotline unter Telefon 07940/18 555 gerne zur Verfügung. Weitere Infos gibt es www.abfallwirtschaft-hohenlohekreis.de und über die App „Abfallinfo HOK“. Diese steht in den gängigen App-Stores kostenlos zum Download zur Verfügung.

 

Quelle: Pressemitteilung der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis

 

 




„Ich wollte nicht, dass wegen mir andere Leute sterben“

„Ich wollte nicht, dass wegen mir andere Leute sterben.“ Das sagt eine Sechtsklässlerin in der Dokumentation von Arte: „Corona: Sicherheit kontra Freiheit“, die man noch bis 07. Januar 2021 online abrufen kann: https://www.arte.tv/de/videos/098118-000-A/corona-sicherheit-kontra-freiheit/?fbclid=IwAR2sfN6H3dwmXQHOQL3BN3A8CugCOKvUWNb0JV4-Gh5nSWOPA9YDhpVSq4s

Gleich zu Beginn der Pandemie wurden Kinder stigmatisiert

In der rund 50-minütigen Doku geht es unter anderem um die Angstschürung in Deutschland (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2021/01/06/wenn-man-den-menschen-nur-erzaehlt-es-ist-fuer-das-gute-sind-sie-zu-fast-allem-bereit/) und das Durchregieren ohne das Parlament (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2021/01/06/gesundheitsminister-jens-spahn-kann-zunaechst-fuer-ein-jahr-weitreichende-entscheidungen-treffen-ohne-das-parlament-konsultieren-zu-muessen/). Im dritten Teil nun geht es um die Kinder, die zu Beginn der Pandemie in Deutschland im Frühjahr 2020 als Überträger Nummer eins seitens der Politik kommuniziert wurden. Kinder sollten möglichst keinen direkten Kontakt mehr mit ihren Großeltern haben. Diverse Familien trennten die Kinder von ihren Großeltern daher über Monate. Sie sahen sich nur noch über Skype oder telefonierten. Manche an Corona erkrankte Kinder wurden zeitweise sogar in der Familie separiert – auf politisches Anraten hin – ohne an die psychischen langfristigen Folgen zu denken.

Kinder unter Generalverdacht, den Tod anderer zu verschulden

„Kinder standen unter Generalverdacht, den Tod anderer zu verschulden“, so Arte. Dabei war zu dieser Zeit noch nicht klar, wer sich wie warum ansteckte. Nur weil Kinder vermeintlich wenig bis keine Symptome haben, sind sie nicht ansteckender als andere Menschen beziehungsweise eine Studie Monate später kam sogar zu dem gegenteiligen Schluss, nämlich, dass Kinder weniger Covid-19 übertragen als andere Personengruppen, weswegen sich unter anderem die baden-württembergische Landesregierung daraufhin für konsequente Schulöffnungen und Präsenzunterricht stark machte.

Hendrik Streeck: „Schulen tragen nicht zum Infektionsgeschehen bei“

So verweist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte darauf hin, dass „von Kindern nur selten Infektionen ausgehen“. So wie die schwedische Regierung, die die Eigenverantwortung auf diejenigen legt, die zu einer Risikogruppe zählen, sieht auch die Kinderärztin Karin Michael nicht das Ziel darin, dass jedes Kind eine Maske trägt, sondern nur diejenigen, die besonders gefährdet sind. Dadurch dass Kinder als Todesengel abgestempelt worden seien, sei ihnen eine Last auferlegt worden, so die Ärztin, die zu schweren psychischen Problemen führen können. Kinderärztin Nicola Fels stimmt dem zu: „Man muss sich das mal vorstellen: Wie gehen diese Kinder jetzt durch’s Leben? Mit dem Gefühl: ,Ich könnte dafür verantwortlich sein, dass jemand stirbt.'“ Unterstützung bekommen sie dabei von dem Virologen Hendrik Streeck: „Schulen wurden noch nie als ein Superspreading-Event beschrieben, so dass man relativ sicher sagen kann, dass Schulen nicht zum Infektionsgeschehen beitragen.“

„Wir können unsere Freunde nicht mehr umarmen“

Diese Erkenntnisse führen jedoch in der Politik zu keinem Umdenken. Auch im Januar-Shutdown bleiben die Schulen geschlossen. Auch die Verunsicherung unter den Schülern selbst bleibt: „Wir können unsere Freunde nicht mehr umarmen. Das finde ich nicht schön“, sagt eine Sechstklässlerin in dem Beitrag.

Kinder verpfeifen sich gegenseitig, wer sich nicht an die Coronaregeln hält

Corona verändert das soziale Miteinander. Die Kinder lernen nun ein a-soziales Verhalten sei gut. „Tiefes Misstrauen, Denunziantentum und den anderen verpfeifen, wenn er etwas nicht korrekt macht“, komme hinzu, so die Kinderärztin Karin Michael. Das Ordnungsamt der Stadt bestätigt dieses Verhalten auch bei Erwachsenen. So seien während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 rund 200 Hinweise eingegangen bezüglich eines vermeintlichen Corona-Fehlverhaltens von anderen Menschen. So hatte etwa ein Imbissbetreiber die Listen, in die sich die Gäste eintragen, nicht richtig geführt, und wird verwarnt. Für manche Gäste sind die Kontrollen nicht nachvollziehbar. „Ich habe mittlerweile keine Angst mehr vor Corona, sondern vor den Maßnahmen“, sagt ein Gast in dem Arte-Beitrag.

Riss durch die Gesellschaft

Hier gibt es mittlerweile zwei Lager: Menschen, die die Maßnahmen kritisch hinterfragen oder sich nicht regelkonform verhalten möchten und Menschen, die hinter den Coronamaßnahmen stehen. Eine Spaltung der Gesellschaft ist dadurch bereits eingetreten, findet Soziologin Ulrike Guerot. Die Frage sei, ob es der Gesellschaft gelinge, nach Corona diesen Spalt wieder zu schließen.

Menschen haben Angst, eine Meinung zu äussern, die abweicht von der öffentlich vorherrschenden Meinung

Der Philosoph Markus Gabriel sagt: „Es besteht derzeit die Neigung, dass die Gesellschaft Menschen, die eine andere Meinung als die öffentlich vorherrschende Meinung vertreten, zu Dissidenten machen. „Viele völlig vernünftige Menschen haben das Gefühl, dass es gefährlich geworden ist, eine Meinung zur Pandemiebekämpfung zu haben, die abweicht von der herrschenden Meinung.“ Viele Bürger haben indes kein Verständnis für die Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen. Für die meisten geht die Sicherheit vor. Selbst ein Hinterfragen wird oft nicht mal mehr geduldet.

Es herrsche eine „geschlossene Meinungsdecke“, urteilt die Soziologin Guerot. Gesundheitwissenschaftlerin Claudia Hanson pflichtet dem bei: „Covid ist ein weißer Elefant, der im Raum steht und wir können nicht diskutieren.“

 

 

 

 

 




„Gesundheitsminister Jens Spahn kann zunächst für ein Jahr weitreichende Entscheidungen treffen, ohne das Parlament konsultieren zu müssen“

Eine zentrale Frage, die angesichts des harten Shutdowns, den Deutschland derzeit erlebt, lautet: „Sind die Eingriffe verhältnismäßig angesichts der Schäden, die sie erzeugen?“ Das fragt unter anderem der Sender Arte in seiner deutsch-französischen Dokumentation: „Corona – Sicherheit kontra Freiheit.“ Die Doku ist noch bis zum 07. Januar 2020 online abrufbar:

https://www.arte.tv/de/videos/098118-000-A/corona-sicherheit-kontra-freiheit/?fbclid=IwAR2sfN6H3dwmXQHOQL3BN3A8CugCOKvUWNb0JV4-Gh5nSWOPA9YDhpVSq4s

„Worin läge der Vorteil, wenn wir 40.000 oder 50.000 mehr Tote hätten?“

In mehreren Beiträgen widmen wir uns von der Redaktion GSCHWÄTZ den Inhalten dieser Dokumentation, weil wir sie anhand der befragten hochkarätigen Personen als sehr aussagekräftig halten. Im ersten Teil ging es um Gehorsam durch Angst – die Coronapolitik der deutschen Bundesregierung. Teil 2 beschäftigt sich unter anderem mit den Notfallgesetzen unter Ausschaltung des Parlaments.

Jens Spahn muss keinen mehr um Erlaubnis fragen

So heißt es in der Doku: „Der Gesundheitsminister Jens Spahn kann zunächst für ein Jahr weitreichende Entscheidungen treffen, ohne das Parlament konsultieren zu müssen. Der bekannte Strafverteidiger Gerhard Strate gibt zu Bedenken: „Derart massive Eingriffe in Grundrechte bleiben nur erträglich, wenn sie zeitlich begrenzt sind.“ Monate später sei man nun in einer Situation, die nur noch „wenig verständlich“ und „kaum erträglich“ sei, denn ein Rechtsstaat lebe von den Grundrechten. „Wenn wir das hinnehmen, was wir jetzt im Moment an Einschränkungen haben, dann sind wir mit dem Rechtsstaat wirklich am Ende“, urteilt Strate.

Gerichte korrigieren die Maßnahmen

Inzwischen haben, so Arte, Gerichte festgestellt, dass Dutzende von Coronamaßnahmen rechtswidrig sind. Sie streichen oder reduzieren vom Staat verhängte Verbote oder Bußgelder.

Arzt sieht Maßnahmen als übertrieben an, weil mehr Menschen an einer Lungenentzündung sterben, als an Covid-19

Der Internist Matthias Schrappe sieht die Verhältnismäßigkeit zwischen der Schwere der Krankheit und den Grundrechtseinschränkungen nicht gegeben, denn „von Covid-19-Patienten, die ins Krankenhaus aufgenommen werden, sterben acht bis neun Prozent. Zum Vergleich: „Wenn Menschen mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus kommen, sterben zwischen acht und 13 Prozent.“

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechtfertigt hingegen die Maßnahmen, bis die Pandemie vorbei ist, damit es am Ende nicht „40.000 oder mehr Tote“ gibt.

Durchregieren per Verordnung, egal, aus welchem Grund, das lehnt die Martinne Wonner, Abgeordnete der Nationalversammlung Paris, ab. „Das bedroht unsere Demokratie, unsere Freiheit und unsere Grundrechte. Die Demokratie ist ernsthaft erkrankt – an Covid-19.“

Fixierung auf Infektions- und Todeszahlen

Mit Beginn der Krise beginnt, so Arte, eine „Fixierung auf Infektions- und Todeszahlen“. Soziologin Ulrike Guerot kritisiert den Fokus auf die Fallzahlen, denn „es macht keinen Sinn, weil es keine Referenzgröße und damit auch keine Relation gibt“ zu einem noch nie da gewesenen Ereignis. Sind 10.000 Infizierte viel oder wenig? Man weiß es eigentlich gar nicht. Es bewirkt lediglich Angst. Das Problem aber ist, zu wissen, wann ist der Punkt erreicht, wann es wirklich brenzlig wird, fragt der Virologe Hendrick Streeck und sieht die ständige Veröffentlichung der Fallzahlen daher ebenfalls eher kritisch.

„Coronamaßnahmen haben der Gesellschaft extremen Schaden zugefügt“

Viele Krankenhausbetten blieben in Deutschland trotz Warnungen leer. Ende Oktober 2020 geht es wieder in einen Lockdown-Light – obwohl mittlerweile viele Experten vor einem Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens warnten. John Ioannidis von der Universität Stanford erklärt: Zu Beginn der Pandemie seien die drastischen Maßnahmen gerechtfertigt gewesen, da man nicht gewusst habe, was da wirklich auf die Welt zukäme. Aber mittlerweile habe man festgestellt, dass „die Maßnahmen der Gesundheit und der Gesellschaft enormen Schaden zugefügt haben“. Es bekamen etwa Menschen mit ernsthaften anderweitigen Erkranken keine oder verspätete medizinische Hilfe. In Deutschland sterben beispielsweise jeden Tag 700 Menschen an Krebs. Bis November 2020 sind in Deutschland rund 10.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Karl Lauterbach hingegen sagt, dass es ohne die Coronamaßnahmen rund eine halbe Million Coronatote in  Europa gegeben hätte.

Die Armen traf es besonders hart

Unbeachtet bleiben die psychischen Schäden, die die Coronamaßnahmen in der Gesellschaft hinterlassen. Arte zeigt eine französische Familie, die zu viert in einer 28-Quadratmeter-Wohnung lebt. Als die Quarantäne in Frankreich ihren Höhepunkt erreichte, war dies kaum auszuhalten auf so beengtem Raum, erzählt die Familie. „Der Lockdown hat die Verletzlichen besonders getroffen“, meint Cynthia Fleury-Berkins von der französischen Ethikkommission. Viele sowieso schon schlecht Verdienenden wie Minijobber und Menschen mit Zeitarbeitsverträgen hätten ihre Arbeit verloren. „All die Ungleichheiten in der Gesellschaft haben sich durch den Lockdown noch verstärkt“, findet Louis Cantuel, Leiter institutionelle Beziehungen der Tafel. Vor allem Frauen seien davon betroffen, die nicht selten in Geringverdiener-Jobs arbeiten und während die Schulen geschlossen waren, ausgefallen sind.

 

 

 

 

 

 




„Wenn man den Menschen nur erzählt, es ist für das Gute, sind sie zu fast allem bereit“

Eine zentrale Frage, die angesichts des harten Shutdowns, den Deutschland derzeit erlebt, lautet: „Sind die Eingriffe verhältnismäßig angesichts der Schäden, die sie erzeugen?“ Das fragt unter anderem der Sender Arte in seiner deutsch-französischen Dokumentation: „Corona – Sicherheit kontra Freiheit.“ Die Doku ist noch bis zum 07. Januar 2020 online abrufbar:

https://www.arte.tv/de/videos/098118-000-A/corona-sicherheit-kontra-freiheit/?fbclid=IwAR2sfN6H3dwmXQHOQL3BN3A8CugCOKvUWNb0JV4-Gh5nSWOPA9YDhpVSq4s

„Worin läge der Vorteil, wenn wir 40.000 oder 50.000 mehr Tote hätten?“

In mehreren Beiträgen widmen wir uns von der Redaktion GSCHWÄTZ den Inhalten dieser Dokumentation, weil wir sie anhand der befragten hochkarätigen Personen als sehr aussagekräftig halten. Teil 1 beschäftigt sich mit den Mechanismen der Angst im Coronajahr 2020.

Sicherheit versus Freiheit – Waren beziehungsweise sind die harten Coronaßnahmen nötig?

„Wir müssen davon ausgehen, dass wir soziale, bildungspolitische, finanzielle Nebeneffekte haben, die sehr groß sein werden“, sagt etwa Ulrike Guerot, Soziologin an der Donauuniversität Krems.“ Der Immunologe Jean-Francois Delfraissy ist sich wiederum sicher: „Der Lockdown war die einzige Möglichkeit, das Virus zu stoppen angesichts seiner explosionsartigen Verbreitung in der gesamten Bevölkerung.“Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fragt völlig ironiefrei: „Worin läge denn der Vorteil, wenn wir ohne Lockdown nun 40.000 der 50.000 Tote hätten?“ Der Epidemiologe Laurent Toubiana verweist wiederum auf Schweden und darauf, dass dieses Land ohne Lockdown keine höheren Sterberaten aufweise als Frankreich. Zwischen Frühjahr und Herbst 2020 sind in Frankreich laut der Dokumentation über 37.000 Menschen an Corona gestorben. Das ist eine der höchsten Todesraten in ganz Europa.

Sicherheit versus Freiheit – Waren beziehungsweise sind die harten Coronamaßnahmen nötig, fragt der Arte-Beitrag und lässt die Diskussion, die sich bald im Kreis zu drehen scheint, beginnen. Dabei zeigt sich schnell: Letztendlich kann man alles mit diversen Zahöen, Studien und Statistiken begründen. Das Für, aber auch das Wider der Maßnahmen, die es so (einheitlich) noch nie in Deutschland und auf der Welt gegeben hat.

Schweden gegen den Rest der Welt

Auch in Frankreich gibt es, ähnlich wie in Deutschland, Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen. In Frankreich gehen auch Ärzte und Pfleger:innen auf die Straße, um auf den Personal- und Materialmangel aufmerksam zu machen. Auch vor der Coronakrise gab es im französischen Gesundheitssystem massive Sparmaßnahmen – ähnlich wie in Deutschland, auch im Hohenlohekreis (wir berichteten). Hier in Deutschland bewegte sich der Protest der Mitarbeiter des Gesundheitswesens allerdings auf eher wütende Facebook-Posts. Um 21 Uhr applaudieren diverse Bürger für die Krankenschwestern und Pfleger, das soll erst einmal reichen.

Viele Schweden blieben einfach freiwillig zu Hause

Anders als Frankreich und Deutschland setzt Schweden bei den Coronamaßnahmen auf Selbstbestimmung der Bürger setzte. Viele Schweden seien auf dem Höhepunkt der Krise freiwillig zu Hause geblieben, so die Arte-Doku. Bereits im Frühjahr 2020 sagte die schwedische Regierung, dass man lange mit dem Virus werde leben müssen. Daher setzte die Regierung auf Maßnahmen, die die Bürger auch lange mitmachen können und würden. Die Todeszahlen schnellten allerdings erst einmal in die Höhe. 2020 gab es in Schweden bis November 2020 fünfmal so viele Coronatote wie in Deutschland, wenn man die Zahlen auf die Einwohnerzahlen herunterbricht. Allerdings scheint die Psyche der Schweden, so zeigt es der Film, durch die milderen Maßnahmen stabiler zu sein nach den Coronamonaten. Demos blieben aus.

So einfach gehorchen Menschen

Angela Merkel vergleicht die derzeitige Coronakrise indes mit dem Zweiten Weltkrieg, so schwierig sei die derzeitige Lage. Die Soziologin Guerot erklärt die breite Akzeptanz der harten Maßnahmen in Deutschland mit Psychologie: „Wenn man den Menschen nur erzählt, es ist für das Gute, sind sie zu fast allem bereit.“ Die Maske sei dabei die symbolische Aufladung. Der soziale Druck, sie zu tragen, dementsprechend groß.

Die deutsche Regierung setzt auf Disziplin, Angst und Emotionen

Ein internes Papier aus dem Innenministerium vom April 2020 lässt darauf vermuten, dass die deutsche Regierung vor allem auf Disziplin, Angst und Emotionen bei ihren Bürgern setzt, um die Coronamaßnahmen umzusetzen: „Der worst case ist mit allen Folgen für die Bevölkerung in Deutschland unmissverständlich zu verdeutlichen. […] Um die gewünschten Schockwirkungen zu erzielen, müssen die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden.“ Wenn nichts getan werde, prognostizieren die Experten über eine Million Tote in Deutschland im Jahr 2020 – durch Corona. Letzten Endes wären es wesentlich weniger gewesen, wenn man an die Zahl denkt, die Karl Lauterbach zu Beginn des Beitrages genannt hat – 30.000 bis 40.000. Das sind immer noch viele Tote – aber kein Vergleich zu der Zahl, die vor rund einem Jahr genannt wurde. Die Frage ist: Kann man sich wirklich so verkalkulieren oder war das vielleicht doch Taktik?

„Menschen, die Angst haben, lassen sich in Krisen besser steuern“

Weiter heißt es in dem Papier: Man müsse klarmachen, dass viele Menschen um Luft ringend zu Hause sterben. Kinder würden Eltern anstecken. Der Psychologe Professor Gerd Gigerenzer vom Max-Plack-Bildungsinstitut für Bildungsforschung, erklärt: „Menschen, die Angst haben, lassen sich in Krisen besser steuern, solange sie nicht zu viel Angst haben.“ Man könne vermuten, dass die Modellrechnugnen, die anfangs kursierten und die viel zu hoch waren, geholfen haben, dass Menschen genügend Angst bekommen haben und die Hygieneregeln befolgt haben.“

„Die Angst der Bevölkerung steht in keinem Verhältnis zu den Todeszahlen“

In Deutschland hatten im Herbst 2020 rund 37 Prozent Angst, an Corona zu erkranken, in Frankreich waren es 70 Prozent. Die Angst steht, so Arte, in keinem Verhältnis zu den Todeszahlen. Zum Vergleich: Etwa 20mal so viele Menschen starben in Deutschland an Krebs.

Nur wenig kritische Stimmen, als es um die starken Eingriffe in die Grundrechte ging

„Sind es die Angst und der Schock, den die Parlamentarier im März 2020 dazu veranlasst, nach nur 1,5 Stunden über eine epidemische Lage nationaler Tragweite zu entscheiden und dass es zu diesen starken Eingriffen in die Grundrechte lange Zeit nur wenige kritische Stimmen gab?“, fragt Arte.




Neue Bewegungsregelungen betreffen derzeit nicht den Hohenlohekreis

Durch die seit Dienstag, den 05. Januar 2021, von der Bundesregierung beschlossenen verschärften Corona-Shutdown-Maßnahmen wird die Gesellschaft auf den ersten Blick noch a-sozialer. Noch weniger Kontakt, noch mehr Distanz, noch weniger Bewegungsradius. Hier die neuen Maßnahmen im Überblick und inwiefern sie Baden-Württemberg und den Hohenlohekreis betreffen:

// Der derzeitige Shutdown wird verlängert bis mindestens 31. Januar 2020

// Geöffnet haben weiterhin nur Supermärkte und Drogerien. Baumärkte, Elektromärkte, Restaurants und Buchhandlungen bleiben geschlossen beziehungsweise dürfen nur Dienste To-Go anbieten

// Es gelten noch schärfere Kontaktbeschränkungen. Ein Hausstand /eine Familie darf sich künftig nur noch mit einer weiteren Person, nicht aber einem weiteren Hausstand / einer weiteren Familie treffen. Neu: Hier zählen nun auch Kinder jeden Alters.

Sonderweg Baden-Württemberg

// Kitas und Schulen haben bis mindestens Ende Januar geschlossen. Die Schüler sollen im homeschooling lernen. Bundesweit sprach man davon, dass Schüler von der ersten bis sechsten Klasse frühestens ab Anfang Februar 2021 in den Präsenzunterricht zurückkehren sollen. Baden-Württemberg möchte jedoch für die Grundschüler die Schulen bereits wieder ab dem 18. Januar öffnen, wenn es die Coronazahlen zulassen. Auch die Kitas sollen dann wieder öffnen. https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/alle-meldungen/meldung/pid/lockdown-bis-ende-januar-verlaengert/

// Der Bewegungsradius wird eingeschränkt in Regionen mit einer Inzidenz von über 200. Dann dürfen sich Bewohner nur noch 15 Kilometer vom Wohnort wegbewegen. Ursprünglich wollte die Bundeskanzlerin laut diversen Medienberichten durchsetzen, dass der Bewegungsradius bereits ab einer Inzidenz von 100 eingeschränkt wird. Das hätte fast ganz Deutschland betroffen. Problematisch wird der neue Bewegungsradius dennoch in Regionen, in denen man zum einkaufen weiter als 15 Kilometer fahren muss. Das darf man nämlich laut den neuen Bestimmungen nicht mehr.

Baden-Württemberg schert auch hier aus: „Baden-Württemberg plant aktuell, das nicht umzusetzen, da das Land die Regelung zunächst auf Umsetz- und Kontrollierbarkeit prüft.“

Der Hohenlohekreis hat derzeit einen Inzidenzwert von 130,5 und würde somit noch nicht in den eingeschränkten Bewegungsradius fallen. Heilbronn allerdings stünde mit einer Inzidenz 189 kurz davor. Am Dienstag, 5. Januar 2021, hat das Landratsamt des Hohenlohekreises insgesamt 34 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 130,5 pro 100.000 Einwohner. Auch ein Todesfall wurde im Hohenlohekreis gemeldet. Erneut sind 7 Fälle in Pflegeheimen bestätigt. Mit Stand 05. Januar 2021 gibt es in insgesamt 5 Pflegeheimen im Hohenlohekreis positive Fälle. Die ersten Pflegeheimmitarbeiter sind nun gegen Corona geimpft worden. Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

Hohenlohekreis: „Es ist richtig, den Lockdown zu verlängern“

„Die Zahlen zeigen nach wie vor, dass wir uns in einer äußerst angespannten Lage befinden. Die heute getroffenen Maßnahmen sind für mich daher alles andere als unerwartet“, sagt Gotthard Wirth, der erste Landesbeamte des Hohenlohekreises, zu den neuen Shutdown-Entscheidungen von Bund und Ländern. „Es ist richtig, den Lockdown zu verlängern. Auch machen die noch weitergehenden Regelungen deutlich, dass wir uns hinsichtlich des Ausbruchgeschehens und dessen Folgen noch lange nicht an dem Punkt befinden, zu dem wir hinmüssen.“

Die vermeintlich a-soziale Gesellschaft

Die Maßnahmen sollen dazu dienen, dass der Inzidenzwert wieder auf mindestens 50 sinkt und damit eine Rückverfolgung der Corona-Kontaktpersonen wieder möglich ist. Dadurch sollen letztendlich weniger Menschen an Corona erkranken und weniger daran sterben. Derweil gibt es kritische Stimmen, die die Maßnahmen als zu hart empfinden und auf langfristige Folgeschäden hinweisen im sozialen und psychischen Bereich.

 




„Eine Pause ist für alle gut, denn Corona war für viele sehr stressig, sowohl für Lehrer als auch für die Schüler“

Der Coronavirus hat schon zu viel zu verantworten und jetzt beschert er uns Schülern auch noch länger Ferien. Für Schüler hört es sich nicht schlecht an, wenn verkündet wird, dass sie mehr Ferientage bekommen. Das heißt, es sind jetzt schon ab dem 16. Dezember 2020 Ferien, anstatt erst am 23. Dezember 2020. Aber auch hier gibt es Haken, welche nicht mit Freude aufgenommen werden. Auch die Schüler sind sich nicht sicher, wie sie alles aufnehmen sollen. Sofie Taube, Schülerin aus Künzelsau, ist zwiegespalten, wie sie äußert und nicht nur ihr geht es so. Ein Artikel von Cora-Lee Pusker, Schülerin in Künzelsau (der Text entstand vor den Beschlüssen am 04. und 05. Januar 2020, dass der Präsenzunterricht mindestens bis Ende Januar 2021 weiterhin nicht stattfindet an den Schulen).

Alles kann sich von einem auf den anderen Tag verändern

Viele sind verunsichert, da sich alles von einem auf den anderen Tag verändern kann, wie man genau in dieser Situation gemerkt hat. Anfangs hieß es noch es sollten nur zwei Tage früher Ferien sein, mit Homeschooling für die Klassen, welche über der achten Klasse sind und Notbetreuung für die Klassen, welche unter der achten Klasse liegen. Jetzt wurde dieses Konzept umgeworfen und festgelegt, dass nun schon ab dem 16. Dezember die Ferien anfangen sollen. Dieses aber ohne Homeschooling, sondern mit freiwilligen Aufgaben für die Schüler.  Ausgenommen hiervon sind die Abschlussklassen, welche regulär in die Schule müssen.

Schüler verstehen die Strategie nicht

Wenn man sich unter den Schülern umhört, merkt man schnell, wie viele verschiedene Emotionen bei diesem Thema hochkochen. Die am stärksten verbreitetsten sind Freude, aber auch manchmal Verständnislosigkeit. „Wer freut sich nicht über mehr Ferien?“ Auch ich muss zugeben ich war nicht traurig, als ich davon gehört habe. Und noch besser hat mir gefallen, dass es wirklich Ferien sind und kein Homeschooling, also Unterricht von Zuhause aus. Hier stellt sich mir allerdings eine Frage, warum wurde bei den zwei Tagen früher Ferien festgelegt, dass Fernunterricht sein soll, aber bei eineinhalb Wochen früher nicht? Ich finde dies sehr fragwürdig, denn es ist Stoff von eineinhalb Wochen, der nachgeholt werden muss, während der Stoff von zwei Tagen einfacher zum Nachholen gewesen wären.

„Unlogisch“

Auch Sofie Taube findet das unlogisch. Sie versteht nicht, warum man bei den zwei Tagen mehr Fernunterricht gemacht hätte, aber nicht bei den eineinhalb Wochen mehr. Dennoch genießt sie es, so wie es ist, auch wenn es in ihren Augen nicht sinnvoll scheint. Sie sieht die Ferien als Erholung von dem ganzen Schulstress vor Weihnachten. Denn wie sie erklärt werden vor den Weihnachtsferien sehr viele Arbeiten sowie Tests geschrieben. Für sie ist es eine ersehnte Pause, auf die sie hingearbeitet hat. Auf die Frage, ob sie denkt, dass man den Schulstoff gut nachholen könne, meint sie, dass sie zuversichtlich ist, denn letztes Schuljahr beim ersten Lockdown hat sie dies auch hinbekommen. Sie erzählt auch, dass sie freiwillige Aufgaben bearbeitet oder auch an manchen Konferenzen über das Internet, die angeboten werden für Schüler die möchten, teilnimmt, um im Thema zu bleiben und vielleicht eine gute Unterrichtsnote zu bekommen. Allerdings vermisst sie in ihren Ferien ihre Freunde, mit denen sie sich gerade nicht treffen kann, aufgrund der vielen Beschränkungen, aber auch die Weihnachtsstimmung vermisst Sofie, denn die kam bei ihr durch die traditionellen Weihnachtsmärkte auf, welche dieses Jahr auch abgesagt wurden aufgrund des Coronavirus‘.

„Es bringt insgesamt mehr im Kampf gegen das Coronavirus“

William Liebschner aus Kupferzell findet die eineinhalb Wochen mehr Ferien sinnvoll. „Es bringt insgesamt mehr im Kampf gegen das Corona Virus. Es ist alleine schon wegen der hohen Infektionszahlen sinnvoll und vor Weihnachten kommt nicht mehr viel Stoff neu dazu.“ Aber wäre es dann trotzdem nicht doch sinnvoller gewesen, die eineinhalb Wochen noch Fernunterricht zu machen? Immerhin war es, als es noch hieß, die Schüler gehen nur zwei Tage früher in die Ferien geplant, dass Fernunterricht stattfindet. Dies kann William auch nicht ganz nachvollziehen, dennoch trauert er dem nicht nach und genießt seine Ferien so gut es geht, auch wenn es nicht die wie sonst traditionellen Weihnachtsferien sind.

„Eine  Pause ist für alle gut“

In Weihnachtsstimmung ist Tabea Nannie, Schülerin der zehnten Klasse, gekommen. Sie findet die zusätzlichen Ferien fantastisch, wie sie sagt. Denn dieses Mal hatte sie noch Zeit sich entspannt und ohne Stress auf die Weihnachtszeit einzulassen. „Die Ferien sind nicht so kurzfristig vor Weihnachten, dieses Mal hat man noch etwas Vorlauf. In dieser Zeit kann man wunderbar in die Weihnachtszeit reinkommen. Und ich genieße meine Ferien, in dem ich viel Zeit mit meiner Familie verbringe und die Schule einmal links liegen lasse. Eine Pause ist für alle gut, denn Corona war für viele sehr stressig, sowohl für Lehrer als auch für die Schüler. Und mit den zusätzlichen Ferien hat man dem Ganzen den Schwung genommen.“  Allerdings ist sie skeptisch, ob es wie geplant am 11. Januar 2021 mit der Schule weitergeht, denn auch wenn sie denkt, dass sich bei den eineinhalb Wochen mehr Ferien Gedanken gemacht wurden im Kampf gegen Corona, ist es ein Ziel, Zeit zu gewinnen und dann wäre es in ihren Augen ein Rückschritt, wenn an diesem Tag die Schule weitergeht, wie sie sagt. „lieber sollte man zuhause bleiben auch, wenn es schwerfällt.“

Niemand weiß, wie es mit dem Unterricht weitergeht

Auch die Regierung muss nun über das weitere Vorgehen abstimmen. Auch ich, als Schülerin, bin gespannt und hoffe, dass es mit Präsenzunterricht weitergehen kann.*

Text: Cora-Lee Pusker

Am 11. Januar 2021 wäre der eigentlich erste geplante Schultag nach den Ferien, nun ist klar, dass es mindestens bis Ende Januar 2021 keinen Präsenzunterricht geben wird aufgrund der Coronalage (wir berichteten).

Der leere Eingangsbereich der Bischof-von-Lipp-Schule. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




Gebäudereinigung: Lohn-Plus für 670 Beschäftigte im Hohenlohekreis

Lohn-Plus für Reinigungskräfte: Die 670 Beschäftigten, die im Hohenlohekreis in der Gebäudereinigung arbeiten, erhalten im neuen Jahr deutlich mehr Geld. Die Lohnuntergrenze in der Branche steigt von derzeit 10,80 Euro auf 11,11 Euro pro Stunde. In zwei weiteren Stufen klettert der Einstiegsverdienst bis zum Jahr 2023 um insgesamt elf Prozent auf dann zwölf Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilt. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie sehr es auf Sauberkeit und Hygiene in Krankenhäusern, Schulen und Büros ankommt. Für ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen erhalten die Beschäftigten nun eine faire Anerkennung“, sagt Mike Paul von der IG BAU Stuttgart in der Mitteilung. Der neue Tarifvertrag, den die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern ausgehandelt habe, bedeute für Reinigungskräfte einen „großen Schritt heraus aus dem Niedriglohnsektor“.

Zugleich profitieren Fachkräfte: Beschäftigte in der OP-Reinigung kommen auf ein Plus von 8,7 Prozent bis zum übernächsten Jahr. Glas- und Fassadenreiniger erhalten insgesamt 7,6 Prozent mehr und verdienen nach der dritten Tariferhöhung 15,20 Euro pro Stunde. Darüber hinaus gibt es für Gewerkschaftsmitglieder einen tariflichen Weihnachtsbonus. Bezirksvorsitzender Paul rät den Reinigungskräften in der Region, ihre Januar-Lohnabrechnung zu prüfen. „Gerade wer in der untersten Lohngruppe arbeitet, sollte genau hinschauen.“

Quelle: Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt




Autofahrer kommt von der Fahrbahn ab

Über 15.000 Euro Sachschaden sind die Folgen eines Unfalls, der sich am Sonntag, den 03. Januar 2021, auf der Landesstraße 1036 bei Neuenstein ereignete. Ein 30-Jähriger verlor offenbar aufgrund seiner den örtlichen Straßenverhältnissen nicht angepassten Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Mercedes und kam von der Fahrbahn ab. Hierbei touchierte er eine Straßenlaterne und kollidierte schließlich mit einer Leitplanke. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Reibungsloser Übergang bei Ziehl-Abegg: Uwe Ziehl übergibt den Vorsitz im Aufsichtsrat an Sohn Dennis Ziehl

Der Unternehmer Uwe Ziehl hat zum Jahreswechsel den Vorsitz im Aufsichtsrat von Ziehl-Abegg abgegeben, heißt es in einer Pressemitteilung des Künzelsauer Unternehmens. Nachfolger als Vorsitzender des obersten Führungsgremiums ist sein Sohn Dennis Ziehl. „Ich danke unserem Vater für die hervorragende technische Entwicklung des global sehr gut aufgestellten Unternehmens in den vergangenen 20 Jahren“, sagt dieser in der Mitteilung. Ebenfalls Mitglied im Aufsichtsrat der Ziehl-Abegg-Gruppe ist nun auch seine Schwester Sindia Ziehl. Uwe Ziehl wünscht seinen Kindern im Aufsichtsrat eine glückliche Hand und viel Erfolg bei der Weiterentwicklung von Ziehl-Abegg.

Sindia und Dennis Ziehl sind die Ur-Enkel des Firmengründers Emil Ziehl. Dennis Ziehl ist darüber hinaus hauptberuflich Geschäftsführer der Ziehl industrie-elektronik GmbH in Schwäbisch Hall und Mitglied der IHK-Vollversammlung. Uwe Ziehl hat stets den engen familiären Zusammenhalt betont und gefördert. Ein Übergang bei der Leitung des Unternehmens müsse sanft und sicher vonstattengehen. Daher haben seine Kinder Sindia und Dennis in den zurückliegenden Jahren auch ohne Mandat mehr als 80 Aufsichtsratssitzungen begleitet. „In vielen Unternehmen ist ein Generationenwechsel holperig und problematisch – Uwe Ziehl hat seit Jahrzehnten gezielt daran gearbeitet, dass wir jetzt reibungslos unseren globalen Erfolgskurs als Technologieführer fortsetzen können“, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl.

Unternehmer mit Herzblut

Uwe Ziehl wurde 1947 in Füssen als Enkel des Ziehl-Abegg-Firmengründers Emil Ziehl geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Künzelsau. Er gilt als Unternehmer mit Herzblut und großem technischen Verständnis. Für herausragende berufliche und unternehmerische Leistungen und zum Dank für besondere Verdienste um die baden-württembergische Wirtschaft hat Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid ihm 2015 die Wirtschaftsmedaille verliehen. „Sie stehen stellvertretend für all jene erfolgreichen baden-württembergischen Familienunternehmen, für die internationaler Erfolg und regionale Verbundenheit kein Widerspruch sind. Sie sind ein Vorzeigeunternehmer und haben durch Ihr Wirken dazu beitragen, dass Baden-Württemberg ein starkes und lebenswertes Land ist und bleibt“, lobte Schmid seinerzeit. „Als attraktiver Arbeitgeber und innovatives Unternehmen steigerte Ziehl-Abegg unter Ihrer Führung die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region Heilbronn-Franken.“

Umwandlung in eine Aktiengesellschaft

Schon während seines Ingenieurstudiums gründete Uwe Ziehl 1967 die Ziehl industrie-elektronik GmbH & Co KG in Schwäbisch Hall, ein Hersteller für Mess- und Regelgeräte. Ziehl-Abegg wuchs zu einem weltweit führenden Hersteller von Ventilatoren für Luft- und Klimatechnik sowie Antriebsmotoren für Aufzüge heran. Bereits 1973 begann Ziehl-Abegg sich zu internationalisieren. 2001 folgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft in Familienbesitz. 2005 übernahm Uwe Ziehl den Vorsitz des Aufsichtsrats von Ziehl-Abegg. Dies war möglich, weil er – mit erheblichem persönlichem finanziellem Risiko – alle Anteile in einer Familienholding zusammengeführt hatte. Dadurch waren Investitionen in Forschung und Entwicklung möglich, welche die Position von Ziehl-Abegg als Technologieführer deutlich ausbauten. Uwe Ziehl forcierte den Ausbau von Fertigungstiefe und -kompetenz, darunter den Einstieg des Unternehmens in die Produktion von Kunststoffteilen im Gewerbepark Hohenlohe; zusätzlich zum firmeninternen Aluminiumguss, der in Schöntal-Bieringen angesiedelt ist.

Kinder und Jugendliche für Technik begeistern

Heute arbeiten weltweit 4.300 Mitarbeiter für Ziehl-Abegg, davon 2.400 Mitarbeiter in Künzelsau, Bieringen und Kupferzell. Das Unternehmen bietet eine hohe Ausbildungsquote von rund zehn Prozent und eine unbefristete Arbeitsplatzgarantie für alle Auszubildenden und Duale Studenten. Sieben Prozent des jährlichen Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung. Neben seinem beruflichen Engagement setzt sich Uwe Ziehl besonders dafür ein, in Kindergärten, Grundschulen und Hochschulen für Technik und technische Berufe zu werben. Uwe Ziehl lag auch das gesellschaftliche Engagement seines Unternehmens über den normalen Geschäftsbetrieb hinaus am Herzen – darunter die jahrelange Unterstützung des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs (Waldenburg) oder des Freilandmuseums Wackershofen (Schwäbisch Hall).

 

 

War immer sehr technikaffin: der Unternehmer Uwe Ziehl. Foto: Ziehl-Abegg

 

Uwe Ziehl (2.v.l.) erklärt 2014 in Hannover der Bundeskanzlerin Angela Merkel (4.v.l.) die Funktionsweise eines Außenläufermotors. Foto: Ziehl-Abegg

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg




Anhänger löst sich und verursacht Vollsperrung

Oberkessach: Anhänger löst sich von Zugmaschine

Die Landstraße 1046 zwischen Oberkessach und Bieringen musste am Montagabend, den 04. Januar 2020, wegen eines Unfalls voll gesperrt werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor.

Gegen 15.45 Uhr löste sich der Anhänger einer Sattelzugmaschine während der Fahrt von dem Zugfahrzeug und rollte in der Folge in einen Graben. Der Anhänger kam daraufhin teilweise im Graben und der Straße zum Stehen. Die Landstraße muss für die Bergung komplett gesperrt werden. Die Bergungsmaßnahmen begann voraussichtlich gegen 18 Uhr. Beide Fahrbahnen bleiben bis zur Beendigung der Bergung voll gesperrt.