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Zum Schutz der Zauneidechse

Zum Abschluss der Rebflurneuordnung in Ingelfingen hat der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft gemeinsam mit den Bearbeitern im Landratsamt Hohenlohekreis, Flurneuordnungsamt, eine Erinnerungstafel aufgestellt, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Auf der Tafel sind die wichtigsten Ergebnisse des Verfahrens beschrieben. „In diesem Verfahren waren sehr viele Herausforderungen zu bewältigen. Das Endergebnis ist nicht nur vorzeigbar, sondern auch beispielgebend für die dauerhafte Bewirtschaftung auch schwierigster Steillagen im Weinbau“, fasst Friedrich Küßner, Leiter des Flurneuordnungsamts, den langen Prozess zusammen.

Es wurden Querterrassen und neue Wirtschaftswege angelegt, einzelne zerstreute Grundstücke zusammengelegt sowie eine gemeinschaftliche Bewässerungsanlage gebaut und umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt. Auch Herausforderungen wie geologische Schwierigkeiten im Hang oberhalb Ingelfingens und aufwändige Maßnahmen zum Schutz von Zauneidechsen konnten bewältigt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




„Uns gefällt es in Künzelsau, aber wenn ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel ist, dann jetzt“

Paukenschlag in Künzelsau: Stefan Neumann bewirbt sich als Oberbürgermeister in Backnang. „Uns gefällt es in Künzelsau gut, aber ich habe mir Ende des Jahres Gedanken gemacht. Wenn ein guter Zeitpunkt ist, dann jetzt, die Kinder sind noch kleiner. Und deshalb möchte ich diesen Schritt wagen“, sagt er gegenüber GSCHWÄTZ. Am Montag, den 11. Januar 2021, hat er seine Bewerbungsunterlagen eingereicht.

Die jüngsten Querelen im Gemeinderat haben mit seiner Entscheidung nichts zu tun

Waren die jüngsten Querelen mit dem Gemeinderat ausschlaggebend für den Wechselwunsch? Nein, beteuert Neumann. „Ich habe andere Anfragen bekommen“, zuletzt zum Jahreswechsel aus Backnang. „Mit 38 Jahren und 10 Jahren im Amt des Bürgermeisters in Künzelsau, haben mich im letzten Jahr eine Reihe von Anfragen erreicht. Dies führte dazu, dass ich mir doch über eine Veränderung Gedanken gemacht  und beschlossen habe, einen weiteren Karriereschritt zu planen. So kam die Anfrage aus Backnang für mich zum richtigen Zeitpunkt.“

Die Entscheidung hat die Familie schnell getroffen. Am 14. März 2021 ist bereits die Wahl. „Ab heute  [11. Januar 2021] ist quasi offiziell im Wahlkampf“, sagt Neumann gegenüber GSCHWÄTZ. „Die nächsten Wochen werden für mich und meine Familie aufregend.“ Der 38-Jährige möchte dabei nicht nur online Wahlkampf machen, sondern auch vor Ort, „um eine möglichst hohe Breitenwirkung zu bekommen.“ Dabei ist der dreifache Vater sich bewusst: „Oberbürgermeister ist nochmal mehr eine Herausforderung.“ Und wenn es nichts werden sollte in Backnang? „Das muss man auch sportlich sehen. Wenn das nichts wird, dann arbeite ich mit dem Gemeinderat einfach noch fünf Jahre zusammen.“ Dann ist in Künzelsau die nächste Bürgermeisterwahl.

Neue Herausforderung

Von Backnang schwärmt er: „In Backnang ist in den letzten Jahrzehnte viel passiert und tolle Dinge vorangebracht worden. Ich bin überzeugt, dass in Backnang unglaubliches Potenzial für die Zukunft liegt. Gemeinsam können wir dieses Potential ausschöpfen. Der Wahlkampf stellt mit den derzeitigen Corona- Einschränkungen einige Herausforderungen auf. Klar ist dennoch, dass ich die Backnanger*innen und Unternehmer*innen kennenlernen möchte. Ich will vor allem zuhören und erfahren, was ihre Erwartungen an den neuen Oberbürgermeister sind und was sie sich für Backnangs Zukunft wünschen.“

Neumann bittet um Verständnis

Über Künzelsau sagt er: „In Künzelsau konnten wir gemeinsam in den letzten 10 Jahren sehr viel erreichen – auch wenn nicht jedes Projekt erfolgreich war. Ideen und Vorstellungen für unsere Stadt habe ich noch viele, trotzdem will ich die Chance für Veränderung nutzen und bitte um Ihr Verständnis.“

Zur Person

Am 5. November 1982 wurde Stefan Neumann in Schwedt geboren. Sein erstes Studium zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) hat er in Stuttgart begonnen und in der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl absolviert. Bevor er sein Amt als Bürgermeister von Künzelsau antrat, war er Kämmerer in Forchtenberg (dort am Anfang Stellvertreter) und zuletzt in Putzbrunn bei München. Seit 2010 ist er glücklich verheiratet mit seiner Frau Nina und Bürgermeister der Kreisstadt Künzelsau. Mit unseren drei Kindern Frieda, Theo und Rosa leben und wohnen wir in Künzelsau.

Den Wahlkampf in Backnang kann man unter anderem verfolgen auf: www.stefanneumann.org

 




Homeschooling-Plattform Moodle überlastet – 200 Schulen betroffen

Zum Start des Fernunterrichts am Montagvormittag, den 11. Januar 2021, haben das Kultusministerium Baden-Württemberg mehrere Rückmeldungen erreicht, dass einige Moodle-Instanzen nicht erreichbar sind, das heißt verlangsamt beantwortet werden oder eine Fehlermeldung erzeugen. Moodle ist eine digitale Lernplattform, mit der viele Schulen währendes homeschooling im Corona-Lockdown arbeiten.

Dies führt zeitweise dazu, dass der Login fehlschlägt und sich die betroffenen Personen erneut anmelden müssen. BelWü als Moodle-Betreiber hat im technischen Monitoring 200 betroffene Schulen identifiziert und die jeweiligen Probleme identifiziert. In weiten Teilen Baden-Württembergs und bei der überwiegenden Mehrheit der Schulen funktioniert Moodle jedoch störungsfrei.

„Auf dieses Szenario vorbereitet“

„Das Überlastproblem haben das Kultusministerium und BelWü umgehend angepackt, indem die großen Moodle-Instanzen von ihren Servern auf neue Pufferkapazitäten ausgelagert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kultusministeriums. Für genau dieses Szenario einer erhöhten Belastung hat sich das Kultusministerium vorbereitet und gemeinsam mit BelWü die Pufferkapazität für Moodle um rund 50 Prozent zusätzlicher Rechenleistung erhöht, um bei einer Störung schnell reagieren zu können. Bei der aktuellen Störung muss nun festgestellt werden, welche Moodle-Instanzen konkret von der Überlast betroffen sind.

Leistungsfähigere Server sollen Abhilfe schaffen

Für diese Moodle-Instanzen werden nun die aktuell noch umfangreichen Pufferkapazitäten zugewiesen und die Instanzen auf entsprechend leistungsfähigere Server umgezogen. Die Probleme sollten im Laufe des Tages behoben werden. Das Kultusministerium analysiert mit BelWü den Bedarf weiterhin laufend. Auch heute Nacht sollen weitere Optimierungen vorgenommen werden. Den betroffenen Schulen und Nutzern steht ein Moodle-Support mit erweiterter Kapazität zur Verfügung. Darüber hinaus sind Anwenderfortbildungen auf Abruf verfügbar.

 

Aktuell nutzen laut dem Kultusministerium etwa 600.000 Nutzerinnen und Nutzern und etwa die Hälfte aller Schulen die Lernplattform Moodle. „Das Kultusministerium und das Landeshochschulnetz BelWü haben die Entwicklungen und Situationen in den anderen Ländern aufmerksam beobachtet und auf technisch-fachlicher Ebene mit den Ländern, die ebenfalls Moodle einsetzen, einen engen Austausch etabliert.“

Ds Kultusministerium Baden-Württemberg erklärt:

  • Seit März 2020 arbeitet das Kultusministerium gemeinsam mit dem Betreiber von Moodle, dem Landeshochschulnetz BelWü, daran, die Moodle-Prozesse stetig zu verbessern, um Rechenleistung und Arbeitsspeicher der einzelnen Server möglichst optimal auszutarieren. So wurden beispielsweise Updates vorgenommen, zusätzliche Plugins eingespielt oder auch Absicherungen gegen Hackerangriffe vorgenommen. Im März hat das Kultusministerium für alle Schulen neue Moodle-Installationen auf neuen, leistungsfähigeren Servern zur Verfügung gestellt, die Speicherkapazitäten erhöht und die Leistungsfähigkeit der Mailserver verbessert. Dafür hat das Land rund 2,25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
  • Von Mai bis Dezember wurden Updates und Erweiterungen vorgenommen, um zusätzliche Funktionen freizuschalten und Schnittstellen zu anderen Systemen zu ermöglichen. Zudem wurde die Moodle-App für Schulen zur Verfügung gestellt, um mit mobilen Endgeräten komfortabler mit Moodle arbeiten zu können. Außerdem wurde die Bedienerfreundlichkeit der Plattform verbessert und diverse technische Optimierungen vorgenommen. Dafür hat das Land zusätzlich 396.000 Euro investiert.
  • In den Weihnachtsferien wurden sowohl die Kapazitäten des Videokonferenztools Big Blue Button als auch die Rechenleistung der Moodle-Server optimiert und ausgeweitet. Die Puffer-Rechenkapazität wurde um 50 Prozent vergrößert. Zudem hat BelWue die Sicherheit vor Hackerangriffen erhöht. Für diese Maßnahmen hat das Land nochmals 250.000 Euro ausgegeben.
  • Im Jahr 2020 hat das Land für Moodle, das integrierte Videokonferenztool Big Blue Button, das Videokonferenztool Jitsi, für entsprechende Fortbildungen und für die rechtssichere und pädagogisch geprüfte SESAM-Mediathek insgesamt rund 8,4 Millionen Euro investiert. Für das Jahr 2021 sind weitere 9,8 Millionen Euro, unter anderem für Verbesserungen und Weiterentwicklungen bei Moodle, eingeplant.

 




Internet-Unterricht scheitert am Internet

Aus mehreren Künzelsauer Schulen erreicht uns die Nachricht, dass der geplante Online-Unterricht am heutigen Montag, 11. Januar 2021, nicht stattfinden konnte und nach wie vor nicht stattfinden kann, so überlastet waren und sind offenbar die entsprechenden Systeme oder die dahinterliegende Server- und Netzinfrastruktur.

War den Kultusministern dieses Problem bewusst und haben sie deshalb auf Präsenzunterricht „unabhängig von den Inzidenzwerten“ gedrängt? Und wie soll es jetzt weitergehen?

GSCHWÄTZ hat beim Kultusministerium Baden-Württemberg nachgefragt, eine Antwort steht allerdings noch aus.

Text: Matthias Lauterer

 




Das Land spaltet sich – Lasst uns darüber sprechen

Noch nie hat weltweit ein Thema mehr polarisiert als Corona und die Coronamaßnahmen. Deutschland spaltet sich in zwei Lager. Die Befürworter und die Gegner. Auf welcher Seite stehen Sie? Wie finden Sie die Entwicklung? Gibt es in unserem Land noch eine Diskussionskultur? Wir sagen: Ja. Lasst uns darüber sprechen.

Wir laden Sie, liebe Leser ein, öffentlich mitzudiskutieren in unserer Talkrunde.

Einfach anmelden per E-Mail an: info@gschwaetz.de – unter Angabe Ihres Namens, Wohnorts, Alters und eine kurze Beschreibung Ihrer Meinung zu diesem Thema. Wir melden uns dann bei Ihnen.

Verwaltungsmitarbeiter, Landrat Dr. Neth, Bürgermeister und Lokalpolitiker waren bei Luchas Besuch zugegen. Foto: GSCHWÄTZ

Die Kinder aus Christa Zellers Kindergarten erhalten weiterhin ihre Essensrationen. Foto: Bongai Shamwari e.V.

Bislang gibt es noch keine Maskenpflicht im Unterricht. Foto: Symbolfoto Unterricht in Zeiten von Corona. Quelle: adobe stock

Christiane Bürker thta die Coronasoforthilfe nicht in Anspruch genommen. Foto: GSCHWÄTZ

Corona: Für Pfleger und Bewohner keine einfache Situation. Foto: GSCHWÄTZ

Rainer Mugler bedankt sich schon jetzt für die Einhaltung der Corona-Regeln. Foto: Abfallwirtschaft des Hohenlohekreises

Corona: Ein junger Arzt liegt auf seiner eigenen Station. Foto: Screenshot aus einem Video der New York Times

Demo Stuttgart gegen die Coronamaßnahmen. Screenshot. Quelle: youtube/Video des SWR

Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles war der erste Proband. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 

 




„Vor uns liegt vermutlich die schwierigste Strecke der Pandemie“

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am Freitag, den 08. Januar 2021, vor dem Landtag eine Rede gehalten zur Verlängerung und Verschärfung des Shutdowns und hat damit insselbe Horn geblasen wie die Kanzlerin. Zwar könne man wegen des Impfstoffes positiv ins neue Jahr starten, aber „man sei noch längst nicht über den Berg“. Bezogen auf die Wintermonate sagte Kretschmann: „Vor uns liegt vermutlich die schwierigste Strecke der Pandemie.“

Medizinisches Personal an der Belastungsgrenze

In dieser Zeit komme es an, „stark und geduldig zu bleiben, auch wenn wir alle von der Pandemie geschlaucht und genervt sind.“ Denn die Lage sei ernst. Das medizinische Personal sei in vielen Krankenhäusern und Heimen an seiner Belastungsgrenze. Die Intensivstationen seien noch nie so voll gewesen wie zum Jahreswechsel.

„Noch nie so viele Menschen an Corona gestorben wie im letzten Monat“

„Noch nie seit dem Beginn der Pandemie seien so viele Menschen an Corona gestorben wie im letzten Monat“, sagt Kretschmann. Ob sich seine Zahlen auf Baden-Württemberg oder Deutschland beziehen, ist nicht bekannt.

Kretschmann deutet an, wie lange die verschärften Coronamaßnahmen noch gehen könnten

Und Kretschmann deutet auch an, wie lange die verschärften Coronamaßnahmen noch gehen könnten: „Wir sind immer noch weit davon entfernt“, so Kretschmann an den Inzidenzwert von 50 zu kommen (50 neue Fälle pro 100.000 Einwohner pro Woche, dann sei eine Rückverfolgung der Corona-Kontaktpersonen über die Gesundheitsämter wieder möglich und die Infektionsketten „wirksam brechen“). So exponentiell wie die Zahlen ansteigen, können sie auch wieder zurückgehen, wenn man „hart und kurz“ bremse. „Nur niedrige Zahlen verhindern Tod und Leid“. Hinzu komme: Die Virusmutationen von Großbritannien, die bereits in Baden-Württemberg angekommen sei, seien zudem vermutlich wesentlich ansteckender. Man wolle auch das medizinische Personal nicht noch mehr belasten.

Der baden-württembergische Landtag bei der Rede von Winfried Kretschmann, der die neuen Shutdown-Maßnahmen am 07. Januar 2021 erklärt. Quelle: Screenshot youtube

 

 




„Wir landen irgendwann in einer Coronadiktatur“

„Maskenverweigerer in den Knast“, einsame Kinder sind gesund“, „horcht den Medien“, „impfen iszt Nächstenliebe“, „gehorcht“, „melde deinen Nächsten wie dich selbst“, „Meinungsfreiheit wird überbewertet“ – steht auf den Schildern, die die Demonstranten umhängen haben. Sie sind alle gekleidet in weißen Anzügen mit weißen Masken. Die Gesichter sind nicht zu erkennen. Eine weibliche Stimme ertönt vom Band mit dem immergleichen Soundtrack: „Spahn erhöre uns“ und „erschießt die Maskenverweigerer“. Zum Gleichklang der Stimme laufen die Demonstranten wie Zombies durch die Innenstadt in Bad Mergentheim – aneinandergehalten von einem Seil mit dem Hinweis: 1,5m – was dem derzeit empfohlenen Coronasicherheitsabstand entspricht.

Die Zuschauer applaudierten nach der Vorstellung.

Hochgeladen hat das Video „Afd Archive“. Die Demo war am 08. Januar 2021. Eine Künstlergruppe aus Heidelberg hat diese Darbietung gemacht, um, so eine Sprecherin, „die drastischen Coronamaßnahmen durch Übertreibung zu kritisieren, um zu zeigen, wohin das alles führen kann. Wir landen irgendwann in einer Coronadiktatur.“




Aktion „wirmachenauf“ wahrscheinlich vertagt

Der Aufruf „wirmachenauf“ ging durchs Internet, erst klein in Telegram-Gruppen, dann immer größer, bis er auch zum Beispiel auf offiziellen Kanälen von Organisationen, etwa der AfD Thüringen, veröffentlicht wurde: Geschäftsinhaber und Gastronomen sollten am 11. Januar 2021, also nach dem ursprünglich geplanten Ende des „Dezember-Lockdowns“ ihre Türen für Kunden öffnen, ganz egal, was die dann gültigen Coronaverordnungen der Länder sagen.

Deckmantel „ziviler Ungehorsam“

Ein Akt des zivilen Ungehorsams sei das, so die Unterstützer des Aufrufs. Als Urheber des Aufrufs wird inzwischen  Macit Ucbay, Betreiber eines Kosmetiksalons in Krefeld, angesehen. Ein Beispiel eines der Kleinunternehmer, die von den coronabeedingten Ladenschließungen  besonders stark getroffen sind. Der symbolische Akt eines einzelnen wurde schließlich von eher rechtsstehenden Kreisen und den üblichen Corona-Leugner-Gruppen in den sozialen Netzwerken übernommen. Zum Beispiel hat der Publizist Robert Tichy die Aktion zu einem Rundumschlag gegen die Regierung auf twitter genutzt. Auch auf den Seiten der AfD Thüringen wird die Aktion heute noch unterstützt und die Followerliste des Twitteracounts @wirmachenauf liest sich wie ein Who-is-who des Querdenker- und AfD-Umfelds, von Michael Ballweg, über viele Querdenker-Gruppen bis hin zu einigen AfD-Bundestagsabgeordneten.

Strafen drohen

Wie das Landratsamt des Hohelohekreises mitteilt, drohen Ladenbesitzern und Gastronomen, die dem Aufruf folgen, empfindliche Bußgelder: „Im Falle der Öffnung eines Geschäftes oder einer Lokalität entgegen den Bestimmungen der derzeit geltenden Corona-Verordnung besteht für die Ortspolizeibehörden die Möglichkeit, ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten und ein Bußgeld zu verhängen. Der Bußgeldrahmen beträgt 250 – 5.000 EUR.“

Der Würzburger Rechtsanwalt Chan-Jo Jun, der öffentlichkeitswirksam Mandanten gegen Corona-Leugner vertritt, geht sogar davon aus, dass Gewerbetreibenden, die im Rahmen des Aufrufs öffnen, eine Gewerbeuntersagung wegen Unzuverlässigkeit drohen könnte. „Eine Gewerbeuntersagung wird in der Regel nicht erfolgen, da die Voraussetzung hierfür die Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden ist und die Öffnung des Geschäftes nicht automatisch als Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden anzusehen ist“, meint dazu allerdings das Landratsamt. Jun geht sogar davon aus, dass schon der Aufruf als solcher strafbar sein könnte.

Keine Erkenntnisse  im Hohenlohekreis

Sowohl der Polizei als auch dem Landratsamt lagen am Donnerstag, dem 07. Januar 2021, noch keine konkreten Erkenntnisse vor, dass Ladenbesitzer oder Gastronomen im Hohenlohekreis die Öffnung planten. Die Polizei sei vorbereitet: „Der Polizei ist der Aufruf  bekannt“, eine Bewertung der Lage werde täglich vorgenommen und man könne „entsprechend reagieren“, so ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn in einem Telefonat.

Aktion verschoben?

Aktuellen Meldungen in einschlägigen Telegramgruppen ist zu entnehmen, dass die Aktion auf den 18. Januar verschoben sei. Uzbay wird mit „Wir geben der Regierung nun eine Woche Zeit, die Evidenz für die Maßnahmen darzulegen und sofort für die nötige finanzielle Unterstützung zu sorgen. Sollte das nicht passieren, werden wir am 18. Januar öffnen.“ Ob diese Meldungen eine Finte sind, wird man am Montag sehen.

Hashtag #wirmachenauf war schon belegt

Ironischerweise war der Hashtag #wirmachenauf auf Twitter schon ganz anders belegt, nämlich von Gruppen, die die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria fordern. Wie in den sozialen Medien üblich, wurden daraufhin die Aufrufe zur Ladenöffnung mit Aufrufen zur Flüchtlingsaufnahme beantwortet.

Text: Matthias Lauterer

 




Von der ersten Impfung bis zum vollen Schutz vergehen rund 1,5 Monate

So fängt das Jahr 2021 für viele Mitarbeiter in den Pflegeheimen in Künzelsau, Krautheim und in anderen Städten und Gemeinden im Kocher- und Jagsttal mit mehr Sicherheit an. Viele wurden gegen Covid-19 geimpft. Bis es soweit war, gab es teilweise Einlasskontrollen in den Pflegeheimen. Die Mitarbeiter mussten sich vor Dienstantritt mit einem Schnelltest testen lassen, bevor sie die Pflegeeinrichtung betreten durften.

Schnelltests für Mitarbeiter

Das ist nach der ersten Impfung aber erst einmal sicherheitshalber immernoch so. Die zweite Impfung gibt dann rund drei Wochen später. Wiederum drei Wochen später soll die Impfung dann voll wirksam sein.

Nebenwirkungen sollen nach der zweiten Impfung schlimmer sein

Manche Mitarbeiter fühlten sich nach der ersten Impfung extrem müde, schlapp und/oder hatten Schmerzen im Arm. Die zweite Impfung könnte laut der Ärzte mehr Nebenwirkungen auslösen.
Stand 08. Januar 2021: 638 Corona-Schutzimpfungen im Hohenlohekreis durchgeführt

Seit dem Impfstart im Hohenlohekreis am 30. Dezember 2020 haben sich bereits 638 Personen durch mobile Impfteams des Zentralen Impfzentrums (ZIZ) Rot am See gegen das Coronavirus impfen lassen (Stand 07.01.2021). Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor. Es handele sich dabei um Pflegekräfte sowie um Bewohner:innen von Pflegeheimen im Kreis.

Neth: „Ich freue mich auf den Tag, an dem unser Kreisimpfzentrum in Öhringen in Betrieb geht“

„Die Impfungen sind ein wichtiger Schritt in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ich bin daher sehr froh, dass wir im Hohenlohekreis mit den Impfungen in den Pflegeheimen so gut vorankommen. Dass wir innerhalb kurzer Zeit bereits in über der Hälfte der Heime im Kreis Impfungen durchführen konnten, haben wir insbesondere Frau Dr. Bublitz zu verdanken, die den Ablauf organisiert und gemeinsam mit ihren Kollegen auch an den Feiertagen und über den Jahreswechsel die Impfaufklärung und Impfung übernommen hat“, dankt Landrat Dr. Matthias Neth. „Ich freue mich auf den Tag, an dem unser Kreisimpfzentrum in Öhringen in Betrieb geht und wir dort vielen weiteren Bürger:innen die Impfung ermöglichen können. Wir sind startklar und bereit, es fehlt eben leider der Impfstoff.“

Für das Kreisimpfzentrum fehlt derzeit noch der Impfstoff

Nach Informationen des Sozialministeriums sollen ab dem 22. Januar Impfungen in den Kreisimpfzentren (KIZ) der Landkreise angeboten werden. Zuständig für die Ausstattung mit Impfmaterial und medizinischem Fachpersonal ist das Land Baden-Württemberg. Die Terminvereinbarungen hierfür werden über 116 117 oder www.impfterminservice.de erfolgen, sind aber derzeit noch nicht möglich. Die Corona-Schutzimpfung ist freiwillig und kostenlos.

Corona-Impfungen online buchen

Seit dem 27. Dezember 2020 finden in den neun Zentralen Impfzentren (ZIZ) in Baden-Württemberg Impfungen statt. Impftermine für das Zentrale Impfzentrum können über die Impftermin-Servicehotline des Landes unter der Nummer 116 117 oder unter http://www.impfterminservice.de/impftermine gebucht werden. Ausgehend von den Zentralen Impfzentren sind zudem mobile Impfteams im Einsatz, um Impfungen in Pflegeheimen durchzuführen.

Noch nicht alle können geimpft werden

Zurzeit steht noch nicht ausreichend Impfstoff für alle Bevölkerungsgruppen zur Verfügung. Aus diesem Grund ist ein schrittweises Vorgehen erforderlich. Priorisiert geimpft werden die Bürger:innen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf oder ein besonders hohes berufliches Risiko haben, sich oder schutzbedürftige Personen anzustecken. Die Coronavirus-Impfverordnung des Bundes (PDF) führt diejenigen Personen auf, die zuerst eine Impfung erhalten sollen. In Baden-Württemberg werden diese priorisierten Gruppen nicht über ein individuelles Anschreiben informiert.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums https://www.zusammengegencorona.de/impfen/ erhältlich.

 

 




In Unterhose zur Arbeit kommen? Für diesen Polizisten kein Problem

Ein Videoclip auf youtube erreicht gerade rekordverdächtige Klickzahlen. Ein GSCHWÄTZ-Leser hat ihn der Redaktion weitergeleitet. Es handelt sich dabei um einen Clip mit dem Titel: „Ausgangssperre? Kein Problem! Polizeikontrolle während der Ausgangssperre (Beilngries [in Bayern], 04.01.2021)“. Ins Netz gestellt wurde das Video am 06. Januar 2020 von Martin Gerloff.

Die Polizisten bleiben ruhig

Es zeigt, wie zwei im Auto befindende Personen bewusst filmen (vermutlich ist der Mann im Video Martin Gerloff, zumindest steht in dem Text unter dem Video: „Wir haben unterschrieben…) beim Coronaregeln brechen. Sie sind nach 21 Uhr noch unterwegs und geraten, ob bewusst oder unbewusst, in eine Polizeikontrolle. Dabei weigern sie sich, den Grund für ihr nächtliches Brechen der Ausgangssperre zu nennen und verweisen lediglich darauf, dass sie hierfür einen wichtigen Grund hätten, den sie aber rein rechtlich nicht nennen müssen. Die Polizeibeamten bleiben ruhig.

Autofahrer macht Polizeibeamten Verhaltensvorschläge

Der Fahrer belehrt die Beamten daraufhin, dass sie es doch künftig bitte künftig unterlassen sollen, Bürger, die zu zweit nächtlich noch unterwegs sind, zu belästigen. Es gäbe gute Gesetz, aber auch „Müllgesetze“ und die neuen Ausgangsbeschränkungen (in Bayern muss man wegen Corona bis spätestens 21 Uhr zu Hause sein, in Baden-Württemberg bis 20 Uhr) seien ein solches „Müllgesetz“, da man den ganzen Tag Menschen anstecken könne, aber abends, wenn man alleine oder zu zweit im Auto sitzt, das sei dann verboten. Für den Autofahrer völlig unverständlich: „Ich unterstütze einfach so einen Müll an Gesetzen nicht. Vielleicht werdet ihr dann auch mal aufwachen und das nächste Mal weggucken“, sagt er an die Beamten gerichtet. „Nur weil „ein Penner wie der Söder [Anm. d. Red.: damit ist der bayrische Ministerpräsident Markus Söder gemeint] das sagt…was würden Sie denn tun, wenn der sagt, dass Sie in Unterhose zur Arbeit kommen müssen? Würden Sie das auch tun?“ – „Dann muss ich das auch tun“, lautet die Antwort des Polizisten.

Das Video wurde innerhalb eines Tages bereits über 460.000 geklickt – bei einer Abonnentenzahl von gerade Mal 2.430 (Stand: 07. Januar 2021, 08 Uhr). Am 09. Januar 2021 kratzte das Video bereits an der Ein-Millionen-Grenze.

 

 

https://www.youtube.com/watch?fbclid=IwAR1YBcBg_CH1KHg0-nZ34YBV4SmGYJ0_NrNsfleLozfLGRhZQTWOWQkam6g&v=hfIR0ddNct4&feature=youtu.be