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Zulassung der Wahlvorschläge für die Landtagswahl

Am Dienstag, 19. Januar 2021, findet um 14 Uhr im Landratsamt Hohenlohekreis, Allee 17, 74653 Künzelsau, Sitzungssaal Nr. 401 (4. Obergeschoss) eine öffentliche Sitzung des Kreiswahlausschusses für den Wahlkreis 21 Hohenlohe statt. In dieser Sitzung prüft der Kreiswahlausschuss die eingereichten Wahlvorschläge für die Landtagswahl am 14. März 2021 und entscheidet über deren Zulassung oder Zurückweisung.

Öffentliche Sitzung mit Corona-Schutzmassnahmen

Die Bevölkerung ist zur Sitzung herzlich eingeladen. Bitte beachten Sie, dass der Zutritt zum Sitzungssaal nur mit Maske und nach Eintragung in die ausliegende Anwesenheitsliste gestattet ist. Zudem wird auf die Einhaltung der notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln hingewiesen. Personen mit Fieber, Symptomen einer Atemwegserkrankung, einer bekannten/nachgewiesenen Corona-Infektion oder einem Verdacht darauf ist der Zutritt nicht gestattet.

Hintergrund:

Der Kreiswahlausschuss unter dem Vorsitz des Kreiswahlleiters, Landrat Dr. Matthias Neth, besteht aus sechs Beisitzern und Beisitzerinnen der im Landtag vertretenen Parteien. Dem Wahlkreis 21 Hohenlohe gehören die 16 Städte und Gemeinden des Hohenlohekreises sowie die Gemeinden Blaufelden, Braunsbach, Gerabronn, Langenburg, Schrozberg und Untermünkheim des Landkreises Schwäbisch Hall an.

 

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis

Landratsamt des Hohenlohekreises.
Foto: GSCHWÄTZ

 




Tropic Sun geht die Puste aus

Der Frust ist groß bei den Betreibern des Tropical Sun in Künzelsau. Trotz fallender Inzidenzen hält Baden-Württembergs Regierungspräsidium erst einmal an der Alarmstufe II fest. Das bedeutet: Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration teilte den Stuttgarter Nachrichten auf Anfrage mit, dass Sonnenstudios unter § 14 Abs. 1 der Corona-Verordnung fallen (Freizeit- und sonstige Einrichtungen) und somit der Zutritt in der Alarmstufe nur mit einem gültigen 2G-Nachweis (geimpft und genesen) erfolgen darf.

Ungeimpfte / Getestete Personen dürfen derzeit kein Sonnenstudio besuchen.

Das Tropical Sun hat nun beschlossen, erst einmal seine Pforten zu schließen. Anbei veröffentlichen wir das Schreiben des Sonnenstudios, das ebenfalls in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, in voller Länge:

 




Diskussion über Wirecard

Am Mittwoch, den 20. Januar 2021, lädt der AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron zu einem Online-Neujahrsempfang mit dem nordrhein-westfälischen Bundestagsabgeordneten Kay Gottschalk, heißt es in einer Pressemitteilung. Auf Facebook und Youtube unter Anton Baron MdL ist die Diskussion ab 20 Uhr per Video zu verfolgen. Fragen können an anton.baron@afd-bw.de gestellt werden.

Nach einer kurzen Einführung zu Themen der Landtagswahl soll es um das Agieren von CDU und SPD im Wirecard-Skandal gehen. Kay Gottschalk ist Vorsitzender des Wirecard-Untersuchungsausschusses.

Quelle: Pressemitteilung des Landtagsbüros von Anton Baron




In Waldenburg wird der Restmüll nicht mehr abgeholt

Aufgrund der Wetterlage konnten nicht alle Abfuhrgebiete von Waldenburg angefahren werden. In Waldenburg, Goldbach, Trommelhardt, Sailach und Obersteinbach blieb die Restmülltonne stehen. Das Nachfahren von Abfall-Touren ist aufgrund der Wetterlage in den kommenden Tagen nicht möglich. Die Abfall-Touren sind täglich im gesamten Kreisgebiet geplant. Die Restmülltonnen sollen daher zur nächsten Abfuhr bereitgestellt werden. Sollte das Behältervolumen in den unten genannten betroffenen Gebieten bis zur nächsten Abfuhr nicht ausreichen, können reguläre Mülltüten zum Restmüll dazugestellt werden.

Alle Abfuhrtermine stehen in der Abfall App „Abfallinfo HOK“. Sie ist immer aktuell und steht in den gängigen App-Stores kostenlos zum Download zur Verfügung. Weitere Informationen stehen auf der Homepage der Abfallwirtschaft www.abfallwirtschaft-hohenlohekreis.de. Gerne berät auch das Team der Service-Hotline persönlich an der Bürgertheke oder unter Telefon 07940/18 555.

Quelle: Pressemitteilung der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis




Künzelsau investiert 2,8 Millionen in Entwässerung und Umweltschutz

Die Stadtverwaltung Künzelsau investiert rund 2,8 Millionen Euro in Entwässerung und Umweltschutz, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Es entsteht ein neues Regenüberlaufbecken, ein Regenüberlauf wird zum Regenüberlaufbecken umgebaut und ein Abwasserpumpwerk optimiert. Mit kleineren vorbereitenden Arbeiten wurde noch im Dezember 2020 begonnen. „Mit diesem Projekt verfolgen wir aktiv die Ziele der vom Gemeinderat erarbeiteten ‚Strategie 2030‘ und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz“, so Bürgermeister Stefan Neumann in der Mitteilung. „Mit dem optimierten Ausbaugrad wird weniger Schmutz in unser Entwässerungssystem eingebracht, der Schmutzeintrag in den Kocher verringert und am Ende auch unsere Kläranlage entlastet. “

Baumfällarbeiten

Für die Baumaßnahme nördlich der Kocherbrücke wird in den nächsten Wochen eine Baustelle eingerichtet. Dafür werden in diesen Tagen Fäll- und Rodungsarbeiten durchgeführt. Diese sollen voraussichtlich bis Ende der Woche abgeschlossen sein. Der Fußweg entlang des Kocherufers muss in diesen Tagen gesperrt werden – und kurzzeitig auch die südliche Zufahrt zu den Grundstücken Mergentheimer Straße 1 bis 11. Nach Fertigstellung der gesamten Baumaßnahmen werden die Grünflächen wieder angelegt und auch Ersatzpflanzungen vorgenommen.

Lange Vorbereitung ist nötig

Bei der Erstellung des Generalentwässerungsplanes wurde auch die Regenwasserbehandlung geprüft. Die Stadtverwaltung Künzelsau hat daraufhin im Jahr 2018 mit dem Landratsamt Hohenlohekreis abgestimmt, das Einzugsgebiet der Kläranlage nördlich des Kochers und die Regenwasserbehandlung neu zu ordnen. Es hatte sich gezeigt, dass die Abwassermengen, die in den Kocher eingeleitet werden, zu hoch sind und auch der Schmutzeintrag reduziert werden muss. „Eine Baumaßnahme mit diesem Umfang bedarf einer langen Vorbereitung“, weiß Simone Mitsch, stellvertretende technische Werkleiterin KünWerke. So wurde das Verfahren für die Vergabe der Planungsleistungen 2018 begonnen. Nach einer europaweiten Ausschreibung wurde im Januar 2019 das Ingenieurbüro CDM Smith Consult GmbH mit den dafür notwendigen Ingenieurleistungen beauftragt.

Direkt neben der Kocherbrücke

Gebaut wird direkt neben der Kocherbrücke (Kreuzung Langenburger Straße/Mergentheimer Straße) ein neues Regenüberlaufbecken (RÜB 14) mit rund 400 Kubikmeter Fassungsvermögen. Kocheraufwärts wird ein bestehender Regenüberlauf zum Regenüberlaufbecken umgebaut. Dieses wird dann ein Fassungsvermögen von zirka 50 Kubikmeter aufweisen. Auch das vorhandene Abwasserpumpwerk westlich der Kocherbrücke wird optimiert. „Die energetische Bilanz wird dadurch deutlich verbessert, unter anderem, weil das neue Pumpwerk weniger Strom verbraucht“, informiert Simone Mitsch.

Geplanter Ablauf

Im Dezember wurde bereits das Freiluft-Schachbrett zurückgebaut. Die Bauarbeiten für die Regenüberlaufbecken und das Abwasserpumpwerk sollen im Februar 2021 ausgeschrieben und im darauffolgenden März vergeben werden. Läuft alles nach Plan, so rechnet man im Rathaus mit der Fertigstellung der kompletten Maßnahme Ende 2022. „Das ist eine lange Bauzeit“, so der Leiter des Stadtbauamtes, Bernd Scheiderer. „Wir bitten die Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die Beeinträchtigungen, die wir versuchen so gering wie möglich zu halten, aber leider lassen sie sich nicht vermeiden.“ Wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden auch die Grünflächen wieder angelegt und wo erforderlich neu gepflanzt.

Das Land fördert das Projekt

Für die Maßnahme war ein Wasserrechtsgesuch erforderlich, für das die Stadtverwaltung Künzelsau von der Unteren Wasserrechtsbehörde beim Landratsamt Hohenlohekreis eine Genehmigung erhalten hat. Auch der Förderantrag wurde vom Land Baden-Württemberg positiv beschieden: Die Gesamtkosten von rund 2,8 Millionen Euro werden vom Land mit rund 1,01 Millionen Euro bezuschusst.

Strategie 2030

Im Rahmen des Prozesses „Künzelsau 2025 – Wie wollen wir 2025 in Künzelsau leben?“ befassen sich der Gemeinderat und die Stadtverwaltung schon seit längerem damit, die Zukunft Künzelsaus aktiv zu gestalten. Der Gemeinderat hat diesen Prozess fortgeschrieben und mit der „Strategie 2030“ gemeinsame Ziele für die nächsten Jahre festgelegt: https://kuenzelsau.de/strategie2030

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

 

Der Plan zeigt, in welchem Bereich die Baumaßnahmen erfolgen. Plan: CDM Smith Consult GmbH

 

 




„Familien die großen Pandemieverlierer“

Um 11 Uhr am Donnerstag, den 14. Januar 2021, verkündet Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einer Live-Video-Statement, dass die Grundschulen und Kitas nun doch nicht, wie in Aussicht gestellt, am Montag, den 18. Januar 2021 wieder öffnen (wir berichteten). Dabei sprach er von einem „wir“ und „gemeinsam mit der Kultusministerin“. Doch so gemeinsam scheint die Entscheidung dann doch nicht gefallen zu sein.

Was tun, wenn die Zahlen nicht sinken sollten?

Direkt nach Kretschmann trat Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann ans Mikrofon und distanzierte sich deutlich von dieser Entscheidung https://www.baden-wuerttemberg.de/de/startseite/. Sie hätte sich gewünscht, dass eine Sonderregelung hätte gefunden werden können für die Schulen und fordert, „zügig eine Perspektive für Schüler:innen zu schaffen“, auch wenn die Coronazahlen nicht sinken sollten. Denn: Wie lange sollen die Kitas und Schulen denn geschlossen bleiben?, fragt Eisenmann. Und: Was wenn die Zahlen nicht sinken? Eine Überlastung der Familien drohe.  Denn die psychischen Schäden seien laut Kinderärzten sehr groß, doe die Kultusministerin. Sie möchte in keinem Fall, dass „die Familien die großen Pandemieverlierer“ sind.

Perspekte für Familien fehle

„Ich hätte mir eine differenzierte Vorgehensweise gewünscht“. Eisenmann hat sich dafür eingesetzt, dass ab Montag, den 18, Januar 2021, trotz der Coronazahlen zumindest wieder die Kitas und die ersten und zweiten Klassen der Schulen öffnen. Sie distanziert sich damit klar von dem Kurs des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, der eine Öffnung frühestens für Anfang Februar 2021 in Aussicht stellt.

 




Schulen und Kitas öffnen frühestens Anfang Februar

Die Schulen in Kitas in Grundschulen öffnen in Baden-Württemberg nicht ab Montag, den 18. Januar 2021. Das geht aus einem aktuellen Pressestatement der Landesregierung Baden-Württemberg hervor. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte nach den neuen Coronabeschlüssen vergangene Woche von Bund und Ländern überlegt, die Grundschulen und Kitas im Land entgegen dem allgemeinen Konsens nicht bis Ende Januar 2021 geschlossen zu lassen, sondern bereits am 18. Januar 2021 wieder zu öffnen, wenn  es Coronazahlen zulassen (wir berichteten).

Nun hat sich die baden-württembergische Landesregierung in einem Live-Video-Pressestatement https://www.baden-wuerttemberg.de/de/startseite/doch der Mehrheit der Bundesländer in Deutschland angeschlossen und lässt die Kitas und Grundschulen ebenfalls mindestens bis Ende Januar 2021 geschlossen. Der Grund: Die Zahlen sind noch zu hoch, als das eine Öffnung in Betracht käme. Der Abwärtstrend sei nicht erkennbar. Auch die Mutation des Virus, die in Baden-Württemberg angekommen ist, sei noch genauer zu beobachten.

„Wir sind daher mit der Kultusministerin übereingekommen, dass die Schulen und Kitas vorerst zubleiben müssen.“ Ihm sei dabei die außerordentliche Belastung von Familien bewusst. „Wir wissen, dass diese Entscheidung mit Härten für die Kinder und Eltern verbunden ist.“ Kretschmann bittet aber, dass die Notbetreuuung „nur im Notfall“ von Familien genutzt werden solle, um Ansteckungen zu vermeiden. Kretschmenn fordert noch mehr home office.

Betroffene Lehrer, Eltern und Schüler hatten mit Spannung auf die Entscheidung gewartet. Nun ist klar: Das Homeschooling dauert weiter an. Wie lange noch, das ist weiterhin ungewiss.

Anfang Februar 2021 soll eine Öffnung der Grundschulen und Kitas „angestrebt werden“, da die „Schäden ansonsten höher als der Nutzen“ seien. Aber „es liegen noch schwierige Monate vor uns“.

 




Stefan Neumann tritt gegen Iron Man an

Der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann hat Großes vor: Er will sich am 14. März 2021 zum Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Backnang wählen lassen. Backnang ist mit etwa 35.000 Einwohnern rund doppelt so groß wie Künzelsau und liegt im S-Bahn-Bereich von Stuttgart. Das Amt des Oberbürgermeisters ist vakant geworden, weil der Backnanger Oberbürgermeister  Frank Nopper kürzlich zum Nachfolger Fritz Kuhns als Oberbürgermeister von Stuttgart gewählt wurde.

Bisher sechs Kandidaten

Die Nachfolge Noppers anzutreten wird nicht leicht, haben die Backnanger doch wahrscheinlich die Persönlichkeit Noppers gewählt: Immerhin erreichte er bei der letzten Wahl 2018 mit über 85 Prozent der abgegebenen Stimmen mehr als doppelt so viele Stimmen wie seine Partei, die CDU, bei der Stadtratswahl. Bisher haben sich sechs Kandidaten zur Wahl gestellt, die Bewerbungsfrist endet am 18. Februar 2021, es könnten also noch weitere Kandidaten hinzukommen.

Vier Gegenkandidaten aus dem Rems-Murr-Kreis

Maximilian Friedrich (33), amtierender Bürgermeister von Berglen, einer 6.400-Seelen Gemeinde in der Nähe von Backnang, ist der Kandidat mit der meisten Verwaltungserfahrung. Er wurde im Alter von 25 Jahren in dieses Amt gewählt, damals der jüngste Bürgermeister Deutschlands, und im Juni 2020 im Amt bestätigt. Er ist auch Vorsitzender der Fraktion der Freien Wähler im Kreistag des Rems-Murr-Kreises. Hinzu kommt, dass er in Backnang geboren ist und diese Wahl zu seiner Herzensangelegenheit erklärt hat.

Er hat bereits den Ironman-Triathlon auf Hawaii bestritten

Ebenfalls am ersten Tag der Bewerbungsfrist hat Jörg Bauer (51), ein Bauunternehmer aus Backnang und Mitglied des Stadtrats für das „Bürgerforum Backnang“, seine Unterlagen abgegeben. Beide werden daher auf dem Stimmzettel vor Stefan Neumann stehen. Bauer weiß laut eigenen Angaben „wie man komplexe Projekte entwickelt und umsetzt“, Ausdauer ist eine seiner Eigenschaften: Er hat bereits den Ironman-Triathlon auf Hawaii bestritten.

Einer lud bereits zum Burkini-Schwimmen ein

Ebenfalls aus Backnang kommt Marco Schlich (45), ein Bauingenieur und lokaler DIE-PARTEI-Vorsitzender. Er wurde überregional bekannt, als er 2019 zum Burkini-Schwimmen im Backnanger Schwimmbad Wonnemar einlud. Er ist im Klimaschutz engagiert und tritt als Einzelkandidat ohne Unterstützung einer Partei an.

Der Bankfachwirt Roland Stümke (52), auch er aus Backnang, tritt als parteiunabhängiger Kandidat an, macht aber keinen Hehl daraus, dass er Mitglied der LINKEN ist. Auch er war und ist in der Baubranche tätig: Viele Jahre als selbständiger Immobilienmakler, jetzt bei einem Unternehmen, das Fertighäuser vertreibt.

Außer Neumann kommt nur noch der 62-jährige Jörg Lesser aus Karlsruhe und nicht aus der Region Backnang. Er bezeichnet sich selbst als „Privatier“, ist im Landesvorstand von DIE PARTEI und sagt über sich selbst: „Grundsätzlich bin ich dafür und dagegen. Je nachdem, wie politisch und populistisch sich das am besten verwerten lässt. Ich bin Politiker – trauen Sie meinen Wahlversprechen nicht!“

Bewerbungsfrist bis 18. Februar

Noch bis zum 18. Februar können sich Kandidaten bewerben, hohe Hürden sieht das Wahlrecht in Baden-Württemberg für eine Kandidatur nicht vor. Es kann daher sein, dass sich noch weitere Kandidaten, etwa von SPD oder GRÜNEN, bewerben. Insbesondere ist noch mit Dauerkandidaten wie Fridi Miller zu rechnen, die in Künzelsau bereits gegen Stefan Neumann angetreten ist.

Erste Einschätzung

Aus der Ferne ist es natürlich schwierig, die Chancen der einzelnen Kandidaten zu bewerten. Stefan Neumann, der von der CDU unterstützt wird, dürfte durchaus gute Chancen haben. Die CDU ist in Backnang traditionell stark, hat aber bei der letzten Kommunalwahl 6,5 Prozent verloren, wurde dennoch mit knapp unter 29 Prozent stärkste Fraktion. Da Bürger gerne Verwaltungsfachleute auf dem Posten des Bürgermeisters sehen, mag auf dem Papier Neumanns stärkster Gegner Maximilian Friedrich sein, der einen ähnlichen Werdegang wie Neumann hat. Er ist kommunalpolitisch gut vernetzt, ist eine bekannte Person im Kreis und geht dazu noch als Lokalmatador ins Rennen.

85 Prozent wie Vorgänger Frank Nopper dürfte keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang erreichen.

Text: Matthias Lauterer

Die bisher bekannten Kandidaten für das Amt des Backnanger OB:
oben v.l. Jörg Bauer, Maximilian Friedrich, Jörg Lesser
unten v.l.: Stefan Neumann, Marco Schlich, Roland Stümke
Quelle: jeweiliger Kandidat

 




„Ich habe noch keine Ausländer beziehungsweise Nichtdeutschen verprügelt“

Vor dem Amtsgericht Öhringen musste sich am 12. Januar 2021 ein 65-Jähriger gelernter KfZ-Mechaniker aus Bretzfeld verantworten. Ihm wurde zur Last gelegt, er habe im August und September 2019 mindestens vier strafbare Nachrichten von seinem Handy aus verschickt. Die Strafbarkeit ergebe sich nach §86 StGB (Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen) und §130 (Volksverhetzung). 

Einspruch gegen einen Strafbefehl

Wegen dieser Taten war bereits ein Strafbefehl ergangen, gegen der Angeklagte Einspruch eingelegt hatte, sodass es jetzt zur öffentlichen Verhandlung kam. Eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen a 30 Euro war verhängt worden, also insgesamt 1.800 Euro.

Der Angeklagte erklärte, dass er wegen schwerer gesundheitlicher Einschränkungen eine geringe Erwerbsminderungsrente beziehe und daneben geringe Einkünfte durch einen Nebenjob habe.

„Ich weiß es nicht mehr“

Er wisse gar nicht so genau, ob er diese Nachrichten versendet habe, sagt der Angeklagte. „Ich habe noch keine Ausländer bzw. Nichtdeutschen verprügelt“, weist er  rechtsextremistische Aktivitäten weit von sich. Über einen örtlichen Verein sei er in diese Chatgruppe, deren Name „SS-Leibstandarte“ enthielt, hineingekommen: „Der hat mich einfach reingenommen in die Gruppe“, war der Angeklagte auf dem Weg, in die Verteidigung einzusteigen. Außerdem habe er gar nicht gewusst, wie man aus so einer Gruppe wieder herauskäme, er kenne sich mit Handys nicht so aus, er sei ja auch schon relativ alt. Richterin Wegendt stellte klar, dass die Beweise für das Absenden der Nachrichten dokumentiert seien und entkräftete das technische Nichtwissen des Angeklagten mit „Dafür hat man Kinder im Teenageralter“.

Staatsanwalt: „Ungutes Sensationsbedürfnis“

Die Staatsanwaltschaft regte an, den Einspruch auf die Rechtsfolgen zu beschränken, was der Angeklagte und sein Verteidiger nach kurzer Beratung auch taten. Sichtlich froh, die fraglichen Nachrichten nicht öffentlich präsentieren zu müssen, zeigte sich der Staatsanwalt, befürchtete er doch ein „ungutes Sensationsbedürfnis“.

Der Angeklagte versprach in seinem letzten Wort, „dass mir sowas in Zukunft nicht mehr passieren wird“.

Letztendlich setzte Richterin Wegendt aufgrund der Einkommenssituation des Angeklagten, die Höhe des Tagessatzes von 30 auf 20 Euro und damit die Gesamtstrafe auf 1200 Euro herab, die der Verurteilte in monatlichen Raten bezahlen darf. Beide Parteien verzichteten auf Rechtsmittel, wodurch das Urteil rechtskräftig ist. Dem Verurteilten war die Erleichterung anzumerken.

Text: Matthias Lauterer

Der große Saal des AG Öhringen. Foto: GSCHWÄTZ

 




„Maaaama, komm mal. Ich habe kein Klopapier“

Ich befinde mich nun wieder seit gefühlt 100, aber offiziell sind es nur drei Tagen, im homeschooling und home office. Das heißt, eigentlich befinde ich mich dort bereits seit Mitte Dezember 2020, als die Schulen überraschenderweise bereits fast eineinhalb Wochen vor den eigentlichen Ferien zugemacht haben und ich meinen Kindern, nachdem die Lehrer sich in die frühzeitigen Winterferien verabschiedet haben, Schulaufgaben aus dem Internet ausgedruckt habe, um zumindest am Vormittag noch ein oder zwei Stunden meiner Firma per Fernwartung zu dienen.

The same procedure 2021

Nun also the same procedure 2021. Aber hey, nachdem wir im Hohenlohekreis bereit nach zwei Wochen an die 700 Menschen geimpft haben – von insgesamt rund 120.000 – kann der Lockdown nur noch bis 2030 gehen. Wir bleiben optimistisch und beginnen den Tag bereits um 05 Uhr direkt am PC beim digitalen Arbeiten, dort wird auch gefrühstückt. Ich will  ja schließlich keine Zeit verlieren, bis meine Kinder aufstehen. Mein Mann steht eine Stunde später auf und verabschiedet sich lautlos in die Arbeit. Um 07 Uhr fällt das erste Kind aus dem Bett und ist nicht gut gelaunt angesichts der Tatsache, dass sein Unterricht bereits um 08 Uhr beginnt, der Unterricht bei dem anderen Kind beginnt nämlich erst um 08.30 Uhr. In dieser homeschooling-Phase sind die Schulen sehr motiviert, zu beweisen, dass ihre Lehrer nicht zu Hause im Garten sitzen und Kaffee trinken, sondern ständig anwesend und ansprechbar sind. Also gibt es permanent E-Mails und ganz viele Videokonferenzen. Teilweise morgens, mittags und abends.

Einen Strich für unentschuldigtes Fehlen

Und da muss man dabei sein, sonst erhält man einen Strich wegen unentschuldigten Fehlens. So. Jedes Mal hoffe ich daher, dass unser Internet stabil bleibt und wir die Verbindung korrekt einrichten und hinbekommen. Das Kind ist frisch gekämmt und hat saubere Kleidung an. Der Schreibtisch ist aufgeräumt. Puh. Das wäre geschafft. Während das eine Kind Videokonferenz macht und darüber spricht, wie die Aufgaben vom Vortag waren, schlurft das andere Kind im Hintergrund schlaftrunken in T-Shirt und Unterhose durch das Videobild. Alles gestikulieren meinerseits hilft nichts. Egal. Ich sitze mittlerweile auch nicht mehr in Bluse und Buntfaltenhose vor dem Rechner, sondern in Kapuzenpulli und Adidas Sporthose. So ändern sich eben die Zeiten. Jetzt zählt nur noch das nervliche Überleben.

Der Ärger beginnt bereits um kurz vor halb neun

Der Ärger beginnt bereits um kurz vor halb neun. Mein eines Kind mault im Hintergrund, das es langsam auch das Tablet braucht, weil seine Videokonferenz nun anfängt. Das andere Kind zuckt mit den Schultern und gestikuliert, doch bitte ruhig zu sein. Ich sage dem Kind, es kann auch mit meinem Handy rein. Nein, da seien nicht alle Symbole verfügbar und der Bildschirm zu klein. An meinem PC bin ich gerade an der Erstellung einer Tabelle. Soll ich mein Kind dort ranlassen? Im Hintergrund in meinem Büro sieht es zudem aus wie bei Hempels. Dort müsste ich vorher noch aufräumen, sonst wird es peinlich.

Wir können der Videokonferenz nicht digital beitreten

Es ist fünf Minuten nach halb neun. Die zweite Videokonferenz läuft schon, während mein zweites Kind sich zuschaltet. Es ist sowieso schon sehr schlecht gelaunt, weil es den Anfang vermutlich verpasst hat. Wir können die Konferenz nicht digital betreten. Eine Welt bricht ein – für mein Kind. Ich melde es per E-Mail der Lehrerin und sage, dass wir jetzt anfangen zu arbeiten und vielleicht morgen digital sehen. Während ich dem einen Kind erkläre, warum es sich an die Vorgaben des Lehrers halten muss und zwei Sätze als Aufsatz nicht ausreichen, kreischt mein anderes Kind, als es den Wochenplan vor sich sieht, dass das alles viel zu viel sei und das alles nicht bewältigen könne. Außerdem habe es Hunger und möchte ein Müsli auf seinen Schreibtisch platziert wissen. Zwischendurch rufen meine Kollegen an, um sich abzusprechen wegen des Projektes XY, der Bofrostmann klingelt und der Paketbote ebenso. Die erste Aufgabe im Fach Deutsch wäre beim ersten Kind erledigt. Ich fotografiere sie ab und schicke sie dem betreffenden Lehrer. Danach schaue ich, welches Fach auf dem Stundenplan als nächstes drankommt und welche dazugehörigen Aufgaben. Ich suche verzweifelt das Religionsblatt, das als nächstes zu machen wäre, während das andere Kind mich nebenbei wissen lässt, dass die Lösungen in Mathe alle im Buch hinten drin stehen und er jetzt schnell mal nachschaut, ob er auch alles richtig gerechnet hat. Aha. Bevor ich eingreifen kann, klingelt das Telefon. Mein Chef ist dran und will wissen, wie weit ich mit der Tabelle wäre und ob wir um 11 Uhr eine kurze Videokonferenz machen könnten zur Besprechung der Ergebnisse. Derweil schreit’s im Hintergrund, vermutlich aus dem Badezimmer: „Maaaama, komm mal. Ich habe kein Klopapier“. Eine Mail vom Deutschlehrer erreicht mich wenig später, dass an der Hausaufgabe meines Kindes noch etwas geändert werden muss und dann bitte, na klar, nochmal zuschicken. Eine WhatsApp trifft parallel dazu ein von meinem Mann, der mich darauf aufmerksam macht, dass man Abwesenheitsassistent noch aktiv ist, obwohl ich doch schon wieder arbeite. Und ich frage mich: Wie lange soll nochmal der Shutdown gehen?

Eine Kolumne von Christine Müller