1

SPD: Zuhören, um zu verändern

Der Hohenloher SPD-Landtagskandidat Patrick Wegener geht neue Wege im Wahlkampf in Pandemiezeiten. Er lädt zum digitalen Infostand für Waldenburg ein: Freitag, 05. Februar 2021, 19 – 20 Uhr, über Zoom.

„Vertrauen schafft man durch das persönliche Gespräch. Ich will wissen, was den Menschen unter den Nägeln brennt. Deshalb bin ich seit September im gesamten Wahlkreis unterwegs. Aktuell gilt es jedoch die Kontakte zu reduzieren. Deshalb gehen mein Team und ich im Wahlkampf neue Wege, unter anderem mit dem digitalen Infostand“, erklärt Patrick Wegener.

Info

Wie funktioniert ein digitaler Infostand? Mit einem Klick können Sie mit einem PC/Tablet/Smartphone an der Videokonferenz teilnehmen. Auf der Internetseite von Patrick Wegener, unter www.patrick-wegener.de, finden Sie den Link zur Teilnahme im Bereich „Termine”. Über die Meeting-ID 827 1280 5969 und dem Kenncode 477637 kann direkt über Zoom teilgenommen werden.

Zur Person

Wegener (26) ist seit 2014 Stadtrat in Öhringen und wurde von der SPD-Mitgliederversammlung am 30. September 2020 in Kupferzell-Eschental mit 97,5 Prozent der Stimmen zum Landtagskandidaten gewählt. Die Wahl findet am 14. März 2021 statt.  Besonders wichtig sind ihm die Themen bezahlbarer Wohnraum, gebührenfreie Kinderbetreuung, der Breitbandausbau durch Glasfaser und die Zukunft des ländlichen Raumes.

Quelle: Pressemiteilung der SPD Hohenlohe




„Warum zum Teufel klimaneutral sein?“ – wenn es auch klimapositiv geht

Trotz der Coronabeschränkungen wollte  Bürgermeister Stefan Neumann den traditionellen Neujahrsempfang auch 2021 nicht ausfallen lassen. Statt in der Stadthalle konnten die Bürger den Empfang im youtube-Livestream verfolgen.

Nützlich sein anstatt weniger schädlich

Hatte Neumann in seinen Eingangsworten noch von Nachhaltigkeit bezüglich Energie und Wohnbau gesprochen, wurde er von Professor Dr. Michael Braungart gedanklich überholt, der in seinem Vortrag über das „Cradle-to-Cradle“-Prinzip das Wort „nachhaltig“ als  „weniger schädlich“ interpretiert und die Forderung aufstellt, dass wir nicht „weniger schädlich“ sondern im Gegenteil „nützlich“ handeln sollen.

„Warum zum Teufel klimaneutral sein?“ – wenn es auch klimapositiv geht.

Der Mensch sei das einzige Lebewesen, das Müll erzeuge, der sich nicht wieder in den Kreislauf einfügen lasse, sagt Braungart. Er unterstreicht das am Beispiel eines Kirschbaums: Der verliert zwar seine Blüten, aber die Biomasse der Blüten wird durch Verrottung wieder der Biosphäre zugeführt und zu 100 Prozent wiederverwertet, ist also nützlich. Dasselbe fordert er für die vom Menschen erzeugten Güter: vollständige Rückführung in die Bio- oder Technosphäre.

„Gebt einfach den Abfall auf“

Das heutige Recyling beispielsweise von Metallschrott ist für ihn ein gutes Beispiel mangelnder Qualität: Wenn aus Autos Betonstahl wird, der noch voller Buntmetalle ist, dann erzeugt das sowohl schlechten Baustahl als auch einen Mangel an wertvollen  Buntmetallen. „Effektivität statt Effizienz“ ist sein Schlagwort: Statt auf kurzfristige und scheinbare ökonomische Effizienz zu setzen, sollten die Effekte eines Produkts über seine Nutzungszeit und  die Nachnutzung betrachtet werden. Das führe über die gesamte Nutzungszeit letztendlich zu geringeren Kosten, wenn auch der Anschaffungspreis höher sein würde.

Neue Arten der Geschäftsbeziehung zwangsläufig notwendig

Aus diesem Grund plädiert er auch für neue Geschäftsmodelle und Geschäftsbeziehungen, die die Nutzung eines Produkts bepreisen, nicht das Produkt selbst: „Niemand braucht eine Solaranlage auf dem Dach, aber jeder braucht den Strom“ bringt er es auf den Punkt. Derartige Geschäftsmodelle, ähnlich einer Miete, so Braungart, habe er exemplarisch bereits verwirklicht: So habe er in den Niederlanden ein Projekt durchgeführt, wo nicht Leuchten oder Lampen bezahlt werden, sondern eine definierte Lichtleistung.

Wiederverwertung muss wichtiger werden

Auch die Produktentwicklung würde zwangsläufig anderen Prämissen folgen: Nicht nur der Einkaufspreis, sondern auch die Wiederverwertbarkeit und die Kosten und der Nutzen einer Wiederverwertung würden bereits sehr früh im Entwicklungsprozeß relevant werden.

„To do the wrong things perfectly is doing things perfectly wrong“

Fast wie ein Mantra wiederholt Braungart: „Qualität statt Nachhaltigkeit“. Er meint damit, dass die Nachhaltigkeit, wie wir sie heute sehen, nur Bestehendes optimiert und nichts Neues, nichts Fortschrittliches, erschafft. Produkten, die zu Abfall werden und nicht in die Technosphäre zurückgeführt werden, bescheinigt er mangelnde Qualität. Für ihn ist die Betrachtung des Materialienverbrauchs wichtiger als der Energieverbrauch: „Die Energieseite können wir lösen“, meint er.

„Aus Panik werden Menschen nicht fortschrittlich“

Damit hat er das Wesen des von ihm propagierten Cradle-to-Cradle-Ansatzes erklärt: Jedes Produkt soll nach seiner Nutzung wieder als Wiege eines Folgeprodukts dienen können. Dazu nennt er das Beispiel einer Papierfabrik, die es geschafft hat, ihr Papier wirklich wiederverwertbar zu machen: Durch Verzicht auf Farben und Füllstoffe, die bisher nur zu giftigem Klärschlamm wurden und 40 Prozent am Gesamtvolumen ausmachten.

Digitalisierung und Cradle-to-Cradle

Durch die neuen Geschäftsbeziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern, ergäben sich laut Braungart weitere Vorteile: Wenn man von definierten Produktlaufzeiten ausgeht, weiß man auch, wann ein bestimmtes Material nach dem Recycling wieder für neue Produkte zur Verfügung steht und kann das in der Produktentwicklung berücksichtigen. Für das Vorhalten dieser Informationen ist die weitere Digitalisierung notwendig.

Städtische Bauplanung optimieren, etwa mit Fassadenbepflanzung

„Aus Panik werden Menschen nicht fortschrittlich“, sagt Braungart und will rationales Nachdenken über „nützliches“ Verhalten. Besonders die größeren Bauprojekte in Künzelsau sprach er damit an, denn städtische Bauplanungen könnten auf „Nützlichkeit“ optimiert werden, zum Beispiel durch Fassadenbepflanzungen oder gar Eiweißerzeugung in der Fassade – dieses Eiweiß könnte dann lokal als Tierfutter Verwendung finden, denkt er weit in die Zukunft. „Die Stadt hat von ihrer Umgebung immer nur genommen“, weiß er aus seiner Jugend, die er in Jagstberg, Diebach und Nagelsberg verbracht hat.

Künzelsau als Innovationshotspot von Nachhaltigkeit

Mit „Innovation entsteht nicht im Zentrum“, kommt Braungart zum Schluss seines Vortags. Künzelsau als Hochschulstandort und Sitz diverser Weltmarktführer biete sich geradezu an, ein Innovationshotspot im Sinne des „Cradle-to-Cradle“-Prinzips zu werden, wo Produkte und Dienstleistung entwickelt werden, die nicht nur „weniger schädlich“ sondern „nützlich“ sind.

Text: Matthias Lauterer

Über Prof. Braungart: http://braungart.epea-hamburg.org/de/content/%C3%BCber-michael-braungart

Prof. Dr. Michael Braungart während seiner Rede beim Neujahrsepfang der Stadt Künzelsua am 28. Januar 2021. Quelle: Screenshot

 




Hohenlohekreis nur noch bei 31,3 Inzidenzwert

Inzidenz im Kreis beträgt 31,1 pro 100.000 Einwohner

Das zweite Wochenende im Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen geht zu Ende. Von Freitag, den 29. Januar 2021, bis Sonntag, den 31. Januar 2021,wurden laut dem Landratsamt des Hohenlohekreises alle knapp 600 gelieferten Dosen verimpft. Am Sonntag, den 31. Januar 2021 gingen die Impfungen bis zirka 18 Uhr. Verimpft wurde wie beim ersten Wochenende der Biontech-Impfstoff.

Corona-Lage im Hohenlohekreis

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat am Wochenende (30. und 31.01.) insgesamt 8 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt am heutigen Sonntag, den 31. Januar 2021, bei 31,1 pro 100.000 Einwohner. Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.




Künzelsau: Kein Wasser am Südhang

Seit mehreren Stunden ist die Wasserversorgung am Künzelsauer Südhang ausgefallen.

Grund ist ein Wasserrohrbruch im Bereich des Brückenbergs. Kurz nach erfolgter Reparatur und Wiederbefüllung der Leitungen brach etwa 200m entfernt das Rohr ein zweites Mal, wodurch weitere umfangreiche Reparaturarbeiten notwendig wurden.

Diese Arbeiten sind derzeit (gegen 18:30) noch im Gang, laut Aussage des Bauhofs setzt man alles daran, die Arbeiten heute noch zu beenden und die Wasserversorgung schnellstmöglich wieder herzustellen.

Text: Matthias Lauterer




Rektor der Georg-Wagner-Schule Künzelsau wechselt zum Schulamt

„Insgesamt stehen wir gut da“, sagt Florian Frank über die Georg-Wagner-Schule in Künzelsau. In kleiner Runde blickt er auf über zehn Jahre zuerst als stellvertretender Schulleiter und dann als Rektor zurück. Große Herausforderungen während seiner Amtszeit waren die Zusammenführung von zwei Künzelsauer Schulen zur Verbundschule Georg-Wagner-Schule und umfangreiche Baumaßnahmen auf den beiden Schularealen. Im Februar 2021 wechselt er an das staatliche Schulamt und wird dort das für die Personalversorgung zuständige Team verstärken. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

Stadt verliert Florian Frank „ungern“

Bürgermeister Stefan Neumann, Hauptamtsleiterin Carmen Class und deren Stellvertreterin Julia Knobel haben sich in diesen Tagen von dem, wie sie sagen, engagierten Schulleiter verabschiedet. „Es war nicht einfach, zwei eigenständige Schulen und Lehrerkollegien zusammenzuführen“, beschreibt Bürgermeister Stefan Neumann den immensen Einsatz des Schulleiters, den die Stadt „ungern verliert“. Mit enormer Kraftanstrengung und großem Engagement hat es Florian Frank geschafft, die frühere Grund-, Haupt- und Werkrealschule und die damalige Georg-Wagner-Realschule zu einem Verbund, der Georg-Wagner-Schule, zu verschmelzen. Es war eine Zeit prallgefüllt mit Arbeit und quirligem Schulleben: Das Schulgebäude am Kocher hat ein neues großes Mensa-Gebäude und einen neuen Pausenhof mit vielen Bewegungsmöglichkeiten erhalten. Die Mammutprojekte, die Generalsanierung des Schulgebäudes am Berg und schließlich die Innensanierung der Sporthalle, waren im ersten Halbjahr 2020 auf der Zielgeraden, als die Corona-Pandemie den Schulalltag aus den Angeln gehoben hat. Insgesamt wurden in den zurückliegenden zehn Jahren laut der Stadtverwaltung Künzelsau rund 13,5 Millionen Euro in die beiden Schulstandorte investiert. „In den letzten Jahren hat sich viel getan und die Schule hat sich hervorragend entwickelt“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Herzlichen Dank für alles. Sie hinterlassen positive Fußabdrücke in Künzelsau und in und für die Georg-Wagner-Schule.“

Nachfolger noch offen

Für die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und die gewährten Freiräume, die ihn für die Schule handlungsfähig gemacht haben, bedankt sich auch Florian Frank. Die gelungene Sanierung der beiden Schulgebäude bezeichnet er als „Meilenstein“ und guten Zeitpunkt, sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. „Weil ich denke, es ist alles im Reinen und gut aufgestellt, die Zusammenarbeit steht, größere Prozesse laufen weiter.“ Sein Blick wandert mit diesen Worten zu seinen Stellvertretern Antje Rother und Rainer Süßmann, die nun, bis ein neuer Rektor oder eine neue Rektorin gefunden ist, vermutlich mehr gefordert sein werden. Rainer Süßmann übernimmt bis dorthin offiziell die kommissarische Schulleitung.

Aktuell besuchen 760 Schülerinnen und Schüler die Georg-Wagner-Schule, die von 70 Lehrer:innen unterrichtet werden.

 




Wenn Frauen streiken

Ein witziges zweiminütiges Video geistert derzeit durch die WhatsApp-Gruppen. Der Urheber ist das Satireformat browser ballett.

Es zeigt verzweifelte Männer mit schreienden Babys in ihren Armen, die um Hilfe rufen: „Helfen Sie meinem Baby. Was hat es denn? Bauchweh? Hunger? Es macht so komische Geräusche.“ Frauen verweigern in dem Videoclip ihre Hilfe, andere Frauen gehen auf die Straße mit Plakaten, auf denen unter anderem steht: „Heute nimmst du die Kinder.“ Eine Stimme aus dem Off sagt: „Alle Frauen weltweit sind heute in den Streik getreten. Sie fordern Gleichberechtigung. Der Kampf der Geschlechter geht in die letzte Runde.“ Ein Endzeitszenario wird ausgerufen, es zeigt leere Büros und den fallenden Dax. „Dr größte Börsencrash der Geschichte“, kommentiert die Stimme aus dem Off.Männer in Meetings werden gezeigt, einer sagt: „Normalerweise würde ich jetzt die Ideen meiner Assistentin vorschlagen, aber die streikt jetzt auch.“

Hintergrund ist vermutlich die im Zuge der Coronapandemie seit rund einem Jahr andaueren andauernenden massiven Doppelbelastung von Frauen, die den Spagat zwischen homeoffice / Arbeit und homeschooling neben dem Haushalt stemmen müssen.




„Eltern sehen, wie sie selber überfordert sind“

Es wird das letzte Mal sein, dass er bei einer Landtagswahl kandidiert, verrät Arnulf von Eyb im GSCHWÄTZ-Interview. Nur 17 Stimmen Vorsprung hatte der 65-Jährige bekommen bei der CDU-Nominierungsveranstaltung im Hohenlohekreis. Im GSCHWÄTZ-Interview (Teil 1) sagt er uns, warum er mit der Werte-Union und der AfD nicht viel anfangen kann, Eltern überfordert sind mit der Homeschooling-Situation und die Hohenloher auf hohem Niveau jammern.
Am Sonntag, den 14. März 2021, sind Landtagswahlen in Baden-Württemberg. GSCHWÄTZ veröffentlicht ab sofort alle Informationen zu den Landtagswahlen – inklusive Kandidatenchecks mit Interviews mit Landtagskandidaten des Wahlkreises Hohenlohe (unter anderem der #SPD , den #Grünen , der #AFD und der #FDP ) sowie einem ausführlichen Wahlcheck. Also. SCHWÄTZ MER.

GSCHWÄTZ: Ich darf heute zum Wahlcheck für die Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 14. März 2021 Arnulf von Eyb bei uns in der GSCHWÄTZ-Redaktion begrüßen. Er ist der CDU Landtagskandidat für den Hohenlohekreis und das wurde er mit einem hauchdünnen Ergebnis bei der Nominierung. Waren die 17 Stimmen Vorsprung zu ihrem Mitbewerber überraschend für Sie, dass es nur so hauchdünn war?

„Ich wusste natürlich, dass es Gegenstimmen gibt“

von Eyb: Also ich wusste natürlich, dass es Gegenstimmen gibt und ich wusste auch, dass es eine, ja, wie soll ich sagen, eine gewisse Stimmung gab, die mir kritisch gegenüberstand. Aber wie das bei Wahlen so ist, man weiß es nie im Vorfeld, und es hat auf jeden Fall gereicht. Und das ist für mich entscheidend. Ich bin ein liberaler Mensch und ich bin ein ruhiger und unaufgeregter Politiker, das werde ich auch bleiben. Ich haue keine Schlagworte raus, sondern ich mache meine Arbeit, so gut ich sie sie kann. Und der ein oder andere hätte vielleicht irgendwie etwas Kritisches in der einen oder anderen Richtung verlangt, aber ich habe es nicht getan. Ich weiß auch, warum ich das getan habe. Und ich glaube, die Arbeit eines Politikers bedeutet letztendlich, solide Arbeiten das ganze Jahr über und nicht in der Sekunde irgendeiner Stimmung nachgehen. Das mache ich nicht. Und das könnte auch der Grund sein, weshalb der eine oder andere sagt, ich bin vielleicht zu wenig konservativ. Dabei bin ich urkonservativ, aber eben in dem Sinne, wie ich es für richtig erachte.

Kein Anhänger der Werteunion, also des konservativen Flügels der CDU

GSCHWÄTZ: Wurde Ihnen das gesagt, dass Sie zu wenig konservativ sind?

von Eyb: Es gibt hier eine gewisse Strömung, die es auch innerhalb der CDU gibt, diese so genannte Werte-Union [Anm. d. Red.: konservative Bewegung in der CDU]. Das wurde mir auch ganz offen gesagt, dass ich zu merkelfreundlich sei. Und das ist auch nicht richtig. Aber ich bin ein liberaler Mensch und ich glaube, dass die Politik in Deutschland relativ gut läuft. Das sagen ja auch die Umfragen, und mit der Werte-Union kann ich persönlich nicht sehr viel anfangen. Das habe ich gesagt. Ich habe auch gesagt, dass ich mit der AfD nicht wahnsinnig viel anfangen kann und der eine oder andere sagt dann, dann ist er mir einfach zu liberal, ich möchte jemand, der vielleicht etwas konservativer ist, in einer ganz bestimmten Richtung, das verstehe ich nicht unter Konservatismus.

GSCHWÄTZ: Könnte das auch der Grund sein, dass Sie vielleicht von manchen als zu liberal empfunden werden, dass die AfD hier so ungemein punkten konnte vor fünf Jahren?  Anton Baron hat ja über 17 Prozent bei den letzten Landtagswahlen erzielt.

AfD konnte im Hohenlohekreis bei den letzten Landtagswahlen wegen der Flüchtlingskrise so viel punkten, vermutet Arnulf von Eyb

von Eyb: Ja gut, damals war das sicherlich dem Umstand geschuldet, dass die Flüchtlingskrise noch nicht verarbeitet war, dass sehr viele da eine Bedrohung gesehen haben und vor allen Dingen auch manche Wähler, die dann möglicherweise aus einer ganz bestimmten Ecke zu uns gekommen sind. Also ganz offen ausgesprochen, die dann vielleicht auch die Sorge gehabt haben, dass ihnen etwas weggenommen wird. Jetzt sind sie mühsam hier angekommen und haben vielleicht die Sorge, dass sie zu kurz kommen oder ähnliches. Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht genau sagen.

„Manche Bürger, die möglicherweise aus einer ganz bestimmten Ecke zu uns bekommen sind und dann vielleicht Sorge haben, dass ihnen etwas weggenommen wird“, wählen die AfD

GSCHWÄTZ: Wie schätzen Sie denn heute, also 2021, die Stimmung im Land ein? Für die CDU? Für die AfD? Was denken Sie, wieviel  Prozent wird es geben im März?

von Eyb: Also ich kann ja nur das sagen, was die Demoskopen so uns erzählen oder sagen oder berichten. Und mal sind die Grünen vorne, mal sind wir vorne, dann ist es Gleichstand. Aber ich glaube auf jeden Fall, die AfD wird nicht mehr so stark sein in Hohenlohe wie vor einigen Jahren. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass die Menschen merken, dass da eigentlich nichts Positives gearbeitet wird. Da wird sehr viele Schlagwörter rausgehauen und da werden alle möglichen Positionen eingenommen, die in meinen Augen einfach nicht tragbar sind. Und ich glaube, die werden ein paar Prozent weniger haben. Und ich hoffe natürlich, dass ein Teil der Wähler, die damals vor Enttäuschung zur AfD gegangen sind, dass die vielleicht auch zur CDU zurückkehren, wenn sie überhaupt bei uns gewesen sind. Also die Demoskopen sagen uns, es wird nicht so sein, dass wir alle diejenigen, die nicht mehr AfD wählen, dass wir die bekommen, die gehen vielleicht auch zu anderen Parteien oder sie gehen vielleicht gar nicht mehr wählen.

GSCHWÄTZ: Die AfD kritisiert ja den Kurs der Kanzlerin bezüglich den ganzen Corona-Maßnahmen. Sie haben gerade gesagt, manche schätzen sie als Merkel-Anhänger ein. Dabei sind sie das eigentlich gar nicht. Wie sehen Sie denn diese ganze Corona-Politik?

„52-jährige Chefin schwer an Corona erkrankt“

von Eyb: Ich habe gerade eben mit einem Oberarzt gesprochen von einer Klinik außerhalb des hohen Hohenlohekreises, der mir erzählt hat, dass seine 52-jährige Chefin, eine eigentlich gesunde Frau, schwer an Corona erkrankt ist und er behandelt gerade ein 15-jähriges Mädchen. Also ich glaube, Corona ist eine große Gefahr und ich glaube, weil es eine große Gefahr ist, müssen wir uns alle danach richten, dass wir so wenig Potenziale schaffen, um andere Menschen in Gefahr zu bringen und diese Politik trage ich im Wesentlichen mit. Es gibt immer Details, wo man irgendetwas anders sehen könnte, aber im Wesentlichen glaube ich, dass es richtig ist, den Versuch zu unternehmen, dass möglichst wenig Menschen die Chance haben, andere anzustecken. Und das ist halt nur mit Beschränkungen möglich. Anders ist es nicht denkbar.

„Coronapolitik trage ich im Wesentlichen mit“

GSCHWÄTZ: Warum hat man nicht einfach im Frühjahr 2020, wir machen einen kompletten Shutdown. Gleich am Anfang haben ja viele auch gesagt, das Land komplett herunterfahren, 2 Wochen, 3 Wochen, 4 Wochen. Dann wäre vielleicht vieles schon schneller überstanden gewesen, womit wir jetzt immer noch zu kämpfen haben.

Kompletter Shutdown gleich am Anfang der Pandemie wäre vielleicht eine gute Option gewesen, aber „man ist nach einer gewissen Entwicklung immer schlauer als vorher“

von Eyb: Ja, da stimme ich zu. Aber das Problem ist halt, dass man nach einer gewissen Entwicklung immer schlauer ist wie vorher. Ich bin überzeugt, wenn man gesehen hätte, dass man mit vier Wochen oder sechs Wochen radikal runterfahren das Problem in den Griff kriegt…aber jeder Ministerpräsident hat natürlich auch irgendwie die Befürchtung gehabt, dass sein Land vielleicht besonders schlecht wegkommt. Der Einzelhandel stöhnt, die Gastronomie stöhnt. Alles verständlich. Und dass man da vielleicht gehofft hat, mit weniger harten Maßnahmen doch zum Ziel zu kommen, ist in meinen Augen verständlich.

„Es gibt kein „Staatslehrbuch dafür“

GSCHWÄTZ: Und zum anderen mussten Politiker wie auch Wissenschaftler erst einmal selbst überprüfen, was ist das überhaupt, was da auf uns zukommt. Da steht man ja am Anfang auch als Kommunalpolitiker wahrscheinlich erst einmal da und muss sich erst mal einlesen, 0der?

„Im internationalen Vergleich steht Deutschland gut da“

von Eyb: Ja, es ist wie mit der Flüchtlingskrise Es gibt kein Staatslehrbuch, wo man auf die Seite 943 geht und bis 1350 liest, wie man eine Pandemie bewältigt. Das hat es auch bei der Flüchtlingskrise nicht gegeben. Dann heißt das, die Politik muss versuchen, mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, das Beste draus zu machen. Und ich glaube, wenn wir in den internationalen Vergleich schauen, dass es Deutschland so schlecht gar nicht gemacht hat,

„Eltern kommen auf mich zu, die fordern, dass die Schulen wieder aufgemacht werden sollen, dass man sie entlastet von der Situation zu Hause, der sie nicht mehr gewachsen sind“

GSCHWÄTZ: Kommen denn Bürger aus dem Hohenlohekreis  gezielt auf sie zu, die nun durch die Coronaßnahmen allmählich am Limit fahren?

von Eyb: Ja, das kriege ich mit. Und zwar nicht täglich, sondern quasi stündlich. Mich rufen Eltern an, die zum Beispiel fordern, dass die Schule wieder aufgemacht wird. Die fordern, dass man sie endlich auch entlastet von der Situation zu Hause, der sie nicht mehr gewachsen sind. Es rufen mich immer auch Eltern an, die sagen, sie haben Angst um Opa und Oma, sie haben Angst, dass irgendetwas passiert. Sie wollen, dass die Schule überhaupt nur noch digital geführt wird. Also das Meinungsspektrum, das ist so irrsinnig weit, dass ich kürzlich in einem Interview gesagt habe: Ich möchte jetzt alles sein, nur nicht die Verantwortung für das Kultusministerium zu haben. Und wir sehen es hier an der armen Frau Dr. Eisenmann, in welchem Spannungsverhältnis sie jeden Tag kommt. Es gibt radikale Forderungen in die eine Richtung. Es gibt radikale Forderungen in die andere Richtung und irgendwie muss man Ausgleich finden. Und ich finde, das macht sie prima.

GSCHWÄTZ: Sie ist auch mittlerweile ein bisschen auf Distanz zu dem Kurs von unserem Ministerpräsidenten gegangen, was  die Schulen betrifft. Da hat sie ja ganz klar darauf, dass man alles dafür tun müsse, die Schulen so früh wie möglich wieder zu öffnen. Da kam der Herr Kretschmann ein bisschen hinterher gehängt.

„Eltern sehen, wie sie selber überfordert sind“

von Eyb: Also wenn ich die Stimmungslage, die mir bekannt ist, bewerte und ich kann nur bewerten das, was ich hier höre, dann wünscht sich der größte Teil der Eltern  eine vernünftige Beschulung. Sie sehen  vielleicht gewisse Schwierigkeiten im Nahverkehr. Das mag sein. Oder in der Schülerbeförderung, sag ich mal so, aber sie wollen auf jeden Fall, dass die Schulen wieder aufgemacht werden. Sie sehen zum einen das Argument, Schüler stecken sich nicht so leicht an. Und wenn man es ordentlich macht, dann ist ja auch in der Vergangenheit aus diesem Bereich relativ wenig passiert. Und sie sehen einfach, wie sie selber überfordert sind. Also wenn eine Mutter, auch wenn sie noch so gebildet ist und noch so viele technische Möglichkeiten hat, wenn die zwei Kinder hat und nebenher noch Home Büro machen soll, wie soll sie das bewältigen? Das bewältigt sie kaum und irgendwann ist man dann so genervt, dass man zum Hörer greift oder mich anruft. Oder. Oder eine SMS schreibt. Oder WhatsApp-Nachrichten. Also meine Nummer ist ja vielen Menschen bekannt und ich werde bestürmt mit entsprechenden E-Mails. Und ich antworte jedem so gut es geht. Und in den Gesprächen kommt dann eben manchmal doch heraus, dass sie nicht alles so verstanden haben, weil die Erläuterungen, die jeden Tag notwendig sind, sind ja auch schwierig. Man kann den Einzelnen ja nicht immer im Detail berichten, was da im Hintergrund an Überlegungen angestellt werden, um die Pandemie im Griff zu kriegen. Aber wenn man mit den Menschen sich unterhält das Gespräch endet fast immer relativ freundschaftlich. Aber ich rede natürlich auch mit älteren Menschen und die sagen mir manchmal also lieber einmal ehrlich. Es ist sicherlich schwierig für unsere Enkel oder Urenkel. Aber wir haben ganz andere Sachen ertragen müssen über eine viel längere Zeit. Wir hatten kein Skype, wir hatten kein Radio, wir hatten kein Telefon. Wir hatten keine Geräte, die man ein iPhone nennt oder wo man mit Freunden immerhin noch in Kontakt treten kann. Das hatten wir alles nicht. Und die glauben nicht, dass die Kinder einen so bleibenden Schaden davontragen, dass wir nachher alle in psychologische Beratung schicken müssen. Also so schlimm wird es hoffentlich nicht kommen.

„In den Gesprächen kommt dann eben manchmal doch heraus, dass sie nicht alles so verstanden haben, weil die Erläuterungen, die jeden Tag notwendig sind, sind ja auch schwierig“

GSCHWÄTZ: Also ist das Jammern auf hohem Niveau?

von Eyb: Ja, also zuweilen denkt man, es ist vielleicht auch mal ganz gut, wenn man den ein oder anderen erlebt. Es kann nicht immer schneller, höher, weiter gehen, dass man auch mal merkt, es gibt Restriktionen, da muss man sich eine Zeitlang zusammenreissen. Und sehr, sehr viele Eltern erzählen mir auch, dass ihre Kinder völlig neue Fähigkeiten entwickeln, dass sie zum Beispiel wieder miteinander spielen, dass sie sich auch wieder für das Buch interessieren. Oder ich bin Präsident des Bundes der Deutschen Musiker, Landesverband Baden-Württemberg. Was da alles läuft mit Fernschulunterricht. Also es ist nicht alles ganz mies, was damit zusammenhängt. Natürlich wünscht sich keiner, dass es länger geht, wie auch nur eine Stunde länger als unbedingt notwendig.

GSCHWÄTZ: Was denken Sie denn, wie lange der Lockdown noch geht?

von Eyb: Ich bin zwar ein sehr optimistischer Mensch, aber ich möchte den Menschen auch nichts versprechen, was ich dann in irgendeiner Form für selber nicht glaubhafter erachte. Ich glaube, das erste halbe Jahr des Jahres 2021 werden wir uns noch relativ zurücknehmen müssen und ab der zweiten Hälfte ist hoffentlich auch genügend Impfstoff da. Dann können wir die Menschen impfen und dann wird sich das alles entspannen. Davon bin ich ziemlich überzeugt.

„Das erste halbe Jahr des Jahres 2021 werden wir uns noch relativ zurücknehmen müssen“

GSCHWÄTZ: Sie sind 65, nächsten Monat werden Sie 66. Haben Sie selber schon Corona gehabt oder jemand aus Ihrem näheren Umfeld?

von Eyb: Ja, also ich selber zum Glück nicht. Ich schon mehrmals getestet worden, weil ich jedes Mal, wenn ich in den Landtag komme, die Möglichkeit habe, dann lasse ich mich testen. Es war bisher immer negativ. Das ist so schön. Und ich habe allerdings auch Bekannte, die an Corona erkrankt waren. Ich habe auch einen jungen Mann, der erkrankt ist und der mich dann eben auch angegeben hat beim Gesundheitsamt als K1-Person. Mit dem habe ich vor wenigen Tagen gesprochen. Der schmeckt noch nichts und riecht noch nichts. Also ein 20-jähriger junger Mann, pumperlgsund, wie man so schön sagt. Aber er sagt: Nehmen Sie das bitte nicht auf die leichte Schulter.

GSCHWÄTZ: Haben Sie persönlich Angst vor Erkranken?

Arnulf von Eyb hat keine Angst, an Corona zu erkranken

von Eyb: Nein, aus irgendwelchen Gründen hab ich das nicht. Zum einen bin ich vorsichtig und ich glaube auch, dass das die beste Methode ist. Aber wenn ich erkranken würde, dann hoffe ich natürlich, dass ich nicht so schwer erkranken würde, dass ich an irgendeine Maschine angeschlossen werden muss. Weil das ist ja die Krux. Wir wissen, derjenige, der an die Maschine angeschlossen wird, der hat eine relativ große Wahrscheinlichkeit, dass er das nicht überlebt.

„Weil das ist ja die Krux. Wir wissen, derjenige, der an die Maschine angeschlossen wird, der hat eine relativ große Wahrscheinlichkeit, dass er das nicht überlebt.“

GSCHWÄTZ: Sie haben vorhin gesagt, dass wenn Sie gewählt werden, wird das Ihre letzte Amtsperiode sein. Wenn Sie jetzt zurückblicken auf Ihre Jahre als Landtagsabgeordneter, was waren denn Ihre Höhepunkte?

von Eyb: Es gab zwei Höhepunkte, die aber ja sicherlich mit einem negativen Vorzeichen versehen waren. Das war einmal das Jagstunglück, und das waren die Wassermassen, die über Braunsbach hereingefallen sind und auch Schäden, die wir in Künzelsau hatten, hier unmittelbar neben ihrem Büro, Sie wissen es ja, da war ein Loch, vor der CDU-Geschäftsstell e [Anm. d. Red.: am oberen Bach, neben der Redaktion GSCHWÄTZ], da hätte ein Auto verschwinden können. Und als ich dann nach Braunsbach gefahren bin, zwei Stunden später, bin ich schon mal gar nicht reingekommen. Ich musste einen Riesenumweg fahren.  Und als ich das gesehen habe, habe ich den Bürgermeister Harsch gebeten – übrigens ein ganz toller Typ. Typ ist der falsche Ausdruck, Eine tolle Persönlichkeit, wollte ich sagen. Herr Harsch, tun Sie mir einen Gefallen und lassen Sie fünfmal hintereinander abzählen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein solches Unglück in Braunsbach nicht zu einem Todesfall geführt hat. Er hat fünfmal abzählen lassen. Es ist keiner unter den Massen verschwunden. Aber die damit zusammenhängenden Herausforderungen an das Land und an die Abgeordneten, die waren enorm. Und mittlerweile: Das Land hat es gut gemanagt. Braunsbach hat es gut gemacht. Tolle Bevölkerung. Viele Menschen haben geholfen und das waren die beiden ganz großen Herausforderungen.

Jagstunglück und Hochwasser in bleibender Erinnerung

Und das Jagstunglück. Wenn man selber Angler ist, eine Zeitlang war ich Präsident des Landesfischereiberbandes, wenn man da sieht, wie die Menschen darum kämpfen, möglichst viele Fische herauszunehmen, um sie irgendwo zwischenzulagern, und diese Anstrengungen, dieses ehrenamtliche Engagement, das Helfen, da jeder hat irgendwie eine Idee. Der eine kennt den, der andere kennt den und der dritte kennt dann jemand, der einen Bagger hat, damit man irgendwo einen Jagstarm abschottet, damit die Fische, die da drin sind, entsprechend überleben. Das war schon ein tolles Erlebnis, aber natürlich: Die Ausgangslage war kritisch, ausgesprochen kritisch.

Ansonsten leben wir doch in einem wunderbaren Land hier in Hohenlohe.

Das Interview führte GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann

Arnulf von Eyb im Gespräch mit GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann. Foto: GSCHWÄTZ

Arnulf von Eyb stand GSCHWÄTZ Rede und Antwort. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Lichter aus. Ein totaler Shutdown muss kommen

Und wieder war es nichts. Die Hoffnungen von vielen Eltern und Schüler, zurück in den normalen Schulalltag in die Schulen zu dürfen, zerplatzte am Donnerstag, den 28. Januar 2021, als der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann nicht zum ersten Mal alle zuvor gestreuten Hoffnungen auf baldige Schul- und Kitaöffnungen zu nichte machte. Angesichts der Mutationen des Coronavirus‘, die es nun in Baden-Württemberg gäbe, seien Lockerungen der Coronamaßnahmen derzeit nun überhaupt nicht mehr vorstellbar.

Überhaupt nicht mehr vorstellbar

Hierzu gab es vor allem in den sozialen Medien diverse hämische ironische Kommentare à la: ,Die Virusmutation sei ja nun ganz überraschend aufgetaucht.‘ In der Tat berichteten diverse Medien bereits im Dezember 2020 von der neuen Mutante in Baden-Württemberg. Also fragt man sich derweil schon, was diese Salamitaktik der Regierung soll, den Bürgern stets Hoffnung auf eine baldige Beendigung der Coronamaßnahmen zu geben, um dann den Traum in letzter Minute platzen zu lassen. Warum sagt man nicht gleich: Stellt euch auf drei Monate Lockdown ein? Damit wäre zumindest die Glaubwürdigkeit in die Politik nicht dermaßen am Wanken.

Auf und nieder, immer wieder

Knapp ein Jahr geht dieser Lockdown-Marathon schon. Auf und nieder, immer wieder. Ein baldiges Ende ist durch die Mutationen derweil erst einmal nicht in Sicht – und damit gehen auch erst einmal die Dauerdoppelbelastungen von vielen Familien weiter, die in einer coronaisolierten Welt leben, die gefühlt nur noch aus homeschooling, homeoffice und Kurzarbeit besteht.

Von Anfang ein knallharter Shutdown

Viele Freizeitaktivitäten sind gestrichen, diverse Läden zu, einige Firmen vor der Insolvenz. Selbst ein Friseurbesuch ist derzeit verboten. Die sozialen Kontakte sollen auf ein Minimum reduziert werden. Die große Frage: Wie lange hält das Volk das noch durch? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, wenn man zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 sofort einen strikten Shutdown-Kurs gefahren hätte? Das habe ich jüngst Arnulf von Eyb, den CDU-Landtagsabgeordneten des Hohenlohekreises, im einem Video-Interview zur bevorstehenden Landtagswahl gefragt. Er sagte sinngemäß: Sicher, wenn man das alles immer vorher wüsste.

Stoppen wir das Virus. Jetzt

Damals war das Virus neu für Deutschland. Nun nicht mehr. Wir wissen inzwischen viel mehr, auch die Politiker. Nun haben wir eine zweite Chance. Eine Mutation, die weitaus schlimmer ist als die erste Variante, soll in Deutschland angekommen sein. Warum nicht jetzt die neuen Erkenntnisse nach einem Coronajahr nutzen und den totalen Shutdown verhängen? Einen Monat alles herunterfahren. Kein Unterricht mehr, kein arbeiten mehr. Die Doppel- und Dreifachbelastung hätte damit für viele zum ersten Mal seit langer Zeit ein Ende. Und auch die finanziellen Folgen eines knallharten Shutdownkurses wären angesichts der immensen Kosten, die der vorherrschende langwierige Dauerhalblockdown verursacht, vorzuziehen. Denn: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Stoppen wir das Virus. Jetzt.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen ab Freitag wieder in Betrieb

An diesem Freitag, 29. Januar 2021, öffnet das Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen erneut seine Türen. Bis einschließlich Sonntag werden täglich laut dem Landratsamt des Hohenlohekreises insgesamt rund 600 Dosen des Biontech-Impfstoffes an Menschen aus der laut Impfverordnung des Bundes am höchsten priorisierten Gruppe verimpft, sprich Menschen über 80 Jahre sowie medizinisches Personal mit hohem Risiko, mit Covid-Patienten in Berührung zu kommen.

Viele Termine bereits ausgebucht

Die Termine für dieses Wochenende (29.01. – 31.01.) sowie für das nächste Wochenende vom 5. bis 7. Februar sind bereits ausgebucht. Termine für die folgenden Wochenenden werden freigeschaltet, sobald die definitive Zusage zur Lieferung von Impfstoff durch das Land Baden-Württemberg erfolgt ist. „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir Anfang kommender Woche, voraussichtlich am Dienstag, 2. Februar, neue Termine freischalten können“, erklärt Mike Weise, Leiter des KIZ Öhringen. „Die genaue Zahl wird sich dann wieder an der Zahl der verfügbaren Impfdosen orientieren.“ Die Termine sind ausschließlich über die Servicenummer 116117 oder online unter www.impfterminservice.de buchbar. Andere Servicenummern, die Corona-Hotline des Gesundheitsamtes, das Landratsamt Hohenlohekreis oder gar über die Rettungsleitstellen haben keinerlei Einfluss auf die Terminvergaben.

Kurz vor dem Termin Dasein reicht

Bei der Online-Buchung ist darauf zu achten, den Prozess ganz bis zum Ende durchzuführen, bis eine Terminbestätigung per E-Mail versendet wird. Sonst besteht die große Gefahr, dass Termine mehrfach vergeben werden und dadurch Impfungen nicht durchgeführt werden können.

Die Erfahrungen des ersten Impf-Wochenendes haben gezeigt, dass viele Impflinge teilweise lange vor ihrem Termin bereits am Kreisimpfzentrum waren. Dies sei jedoch nicht notwendig, wie Mike Weise erklärt: „Die Zeitfenster und Abläufe sind so gewählt, dass es im Normalfall nicht zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet, es reicht, wenn man kurz vor dem vereinbarten Termin am KIZ ankommt. Das erspart Wartezeiten vor der Halle, gerade bei der derzeit kalten Witterung. Wir möchten nicht, dass unsere Besucher zum Impfen kommen und mit einer Erkältung nach Hause gehen.“

Die Maskenpflicht wird durch das Sicherheitspersonal im Landratsamt kontrolliert.

Das Landratsamt Hohenlohekreis weist darauf hin, dass in Anlehnung an die neue Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg für Besucher des Landratsamtes ab sofort eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken besteht. Unter medizinischen Masken sind OP-Masken oder FFP2-Masken respektive Masken der Normen KN 95/N 95 zu verstehen. Normale Alltagsmasken reichen nicht mehr aus. Die Maskenpflicht wird durch das Sicherheitspersonal im Landratsamt kontrolliert.

Für die ersten beiden Wochen (vom 22.01. – 24.01. sowie 29.01. – 31.01.) standen im KIZ in Öhringen 1.170 Impfdosen zur Verfügung.




Bildung in Zeiten von Corona

Der Landtagsabgeordnete Anton Baron lädt am Dienstag, den 02. Februar 2021, wieder zu einer Videoveranstaltung mit einem AfD-Fachpolitiker. Ab 20 Uhr diskutiert er mit dem Bildungsexperten der Landtagsfraktion und langjährigen Lehrer Dr. Rainer Balzer.

Die Zugangsdaten sind öffentlich auf Youtube und Facebook unter Anton Baron MdL einsehbar. Es wird um das aktuelle Thema „Bildung in Zeiten von Corona“ und um die bildungspolitischen Zielsetzungen der AfD gehen. Fragen an den Referenten können wieder an anton.baron@afd-bw.de mitgeteilt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Landtagsbüros von Anton Baron