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„Das geht in Richtung Größenwahn“

Im zweiten Teil des dritten Verhandlungstags im Dörzbacher / Hohebacher Scheunenbrandprozess befaßte sich das Gericht vor allem mit der Vorgeschichte und den persönlichen Entwicklungen rund um den Beschuldigten Bernd K. kurz vor der Tat (GSCHWÄTZ berichtete vom ersten, zweiten und dritten Verhandlungstag). Geladen waren die Polizeibeamtin, die die Beleidigungen und Bedrohungen von Bernd K. ursprünglich bearbeitete, die vom Gericht bestellte Betreuerin, die Bernd K. nach einem längeren Krankenhausaufenthalt betreute, sowie ein Nachbar von Bernd K.

Bernd K. sei zu damals wohnungslos gewesen

Fortgesetzt wurde der Verhandlungstag mit der Befragung der Polizeibeamtin R. Wo ihr Kollege W am zweiten Tag (GSCHWÄTZ berichtete) mit Erinnerungslücken aufwartete, erwies sich R als souverän, sachlich und gut informiert und konnte Licht in den Ablauf des Ermittlungsverfahrens bringen:

Ermittlungsverfahren wegen „Nachstellung“ gemäß §238 StGB – Haftstrafe steht im Raum

Das Verfahren sei nach einer schriftlichen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Schwäbisch-Hall nach Krautheim abgegeben worden. Krautheim habe die Bearbeitung abgelehnt, womöglich weil der dortige Beamte Z ebenfalls Opfer von Beleidigungen oder Bedrohungen von Bernd K. geworden sei. Daher sei der Fall bei ihr gelandet, mit der Anweisung, eine formgerechte Anzeige wegen „Nachstellung“ zu fertigen und eine Vernehmung Bernd K.s durchzuführen.  W berichtet von gesundheitlichen Konsequenzen, u.a. einem stationären Klinikaufenthalt der Antragstellerin. Der §238 (2) „Nachstellung“, gerne als „Stalking-Paragraph“ bezeichnet, sieht bei der Gefahr „einer schweren Gesundheitsschädigung“ Haftstrafen von 3 Monaten bis 5 Jahren vor – also ein empfindliches Strafmaß.

Bernd K. sei zu der Zeit wohnsitzlos gewesen, konnte daher zum damaligen Zeitpunkt nicht vernommen werden.

Es hätten eine Vielzahl von Strafanzeigen von Bürgern vorgelegen, berichtete R.

Antrag auf zwangsweise Unterbringung

Es wurde danach ein Antrag auf Ingewahrsamnahme nach PsychKHG gestellt. Das „Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten“ sieht vor, dass Menschen bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung auch gegen ihren Willen in einem psychiatrischen Fachkrankenhaus untergebracht werden können. Diese Unterbringung muss ein Amtsarzt befürworten.

Über Handyortung ausfindig gemacht

Eine Zustellung des Beschlusses an Bernd K. war nicht möglich, da er wohnsitzlos war. Über eine Handyortung wurde er ausfindig gemacht, in Verwahrung genommen und der Amtsärztin vorgeführt, die jedoch keinen Anlass zur Unterbringung sah. Erst auf weitere Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurde die Unterbringung angeordnet.

Mit der Ehefrau aus Dörzbach, mit der Bernd K. eine Liebesbeziehung gehabt haben will, habe sie keinen persönlichen Kontakt gehabt, nur ein Telefonat. Eine eventuelle Beziehung zu Bernd K. sei dabei kein Thema gewesen, berichtet R weiter.

Ungewöhnlicher Verfahrensablauf, hoher technischer Aufwand

Auf Nachfrage, ob so das gewöhnliche Vorgehen sei, erklärt R, dass eine Unterbringung nach PsychKHG schon öfter vorkomme und das Vorgehen durchaus normal sei. Eine Unterbringung auf Anordnung der Staatsanwaltschaft habe sie in ihren fast 30 Dienstjahren allerdings noch nicht erlebt. Auch der technische Aufwand, der zur Suche nach Bernd K. betrieben wurde, sei „schon hoch“.

Geld vorgestreckt für Medikamente

Das Verhalten des Beschuldigten in der Vernehmung beschreibt sie als sachlich, höflich, ruhig und kooperativ. So habe sie ihm seine Mails nicht vorlesen müssen: „Ich weiß ja, was ich geschrieben habe“. Sie berichtet von einer schriftlichen Einlassung von Bernd K., die dieser allerdings an die Staatsanwaltschaft München geschickt habe, weil er den Behörden in Baden-Württemberg nicht vertraue. Sie habe dieses Schreiben einige Zeit später erst erhalten und nach Rücksprache an die Staatsanwaltschaft Schwäbisch Hall weitergeleitet. Es dürfte sich dabei um das Schreiben handeln, nach dessen Verbleib sich Bernd K. am zweiten Verhandlungstag erkundigt hatte.

Bernd Ks Betreuerin berichtet von Drohungen

Weiteren Einblick in die Tatvorgeschichte sollte die Betreuerin R. bringen, eine 49-jährige Frau, die vor Gericht mit kräftiger Stimme auftritt und einen resoluten Eindruck macht. Sie konnte berichten, dass man ihr die Betreuung von Bernd K. angetragen habe, nach einem rund dreimonatigen Krankenhausaufenthalt. Nach einem Gespräch mit ihm, in dem Bernd K. die Notwendigkeit einer Betreuung als Unterstützung bejaht hatte, hat sie die Betreuung auch übernommen und verschiedene offene finanzielle Angelegenheiten, etwa mit dem Finanzamt und Banken, in geregelte Bahnen gebracht. Sie habe ihn in einer von ihr vermieteten „Monteurswohnung“ wohnen lassen, damit er nicht aus dem Krankenhaus in die Wohnsitzlosigkeit entlassen würde. Dem Wort Monteurswohnung hatte K am ersten Verhandlungstag noch vehement widersprochen (GSCHWÄTZ berichtete). Bis zur ersten Auszahlung des ALG habe sie ihm Geld vorgestreckt, zum Beispiel für  die Medikamente, die ihm noch in der Klinik verschrieben worden seien. Auch den Austausch der Gegenstände mit seinem ehemaligen Vermieter habe sie geklärt. „Das war nötig, auch um die Rechtsstreitigkeiten vom Tisch zu bringen.“ Aber am Tag der geplanten Übergabe, Anfang Mai 2020, war Bernd K. verschwunden.

Betreuung nach kurzer Zeit schon wieder aufgehoben

Am 13. Mai 2020 sei die Betreuung aufgehoben worden – die genauen Hintergründe, die das Gericht zur Aufhebung gebracht haben, sind unklar. Bernd K. behauptet, dass er selber den Antrag gestellt habe, weil er den Eindruck gehabt habe, dass sein „Eigentum verhökert wurde“. R. zitiert das Gericht, das von „Unbetreubarkeit“ gesprochen habe. R berichtet, dass sich im Laufe der Zeit immer mehr Unstimmigkeiten bezüglich der Abwicklung der finanziellen Angelegenheiten gegeben habe, auch habe Bernd K. Schäden am Mobiliar hinterlassen, mit kleinem Aufwand habe er große Wirkungen erzeugt. Sie habe Angst gehabt, dass er größere Schäden am Haus anrichten könnte – als Ingenieur habe er die Mittel dazu. In einer Videobotschaft habe er gesagt, „seine Berufung sei es, Störenfried zu sein“ und sie habe den Eindruck, dass er das wirklich glaubt. Daher habe sie ihm eine Wohnung in Bad Mergentheim besorgt.

SMS mit bedrohlichem Inhalt

Am 13. Juli 2020 habe sie eine SMS mit, so empfand sie es, mit bedrohlichem Inhalt von Bernd K.  bekommen, aus der hervorging, dass er um ihr Haus geschlichen sei und Fotoaufnahmen gemacht habe. Bei der Verlesung von SMS-Inhalten nickt Bernd K. wieder zustimmend.

Sie habe ihn dann „rausgeschmissen“, seine Sachen in Tüten gepackt und die Polizei informiert. Vorher habe er sie nochmals bedroht und ihr mit damit gedroht, sie aus ihrem eigenen Haus zu werfen.

Aus ihrer Sicht ist Bernd K. krank, sie ist der Überzeugung, dass er bewußt provoziert und genau weiß, was er tut.

Betreuerin vermutet, dass er Medikamente ohne ärztlichen Rat abgesetzt hat

Auf Befragen der Staatsanwaltschaft stellt sich heraus, dass Bernd K. offenbar seine Medikamente selbsttätig abgesetzt hat. Zum Beispiel habe er bei seiner einwöchigen Abwesenheit, sie nennt es „Vagabundentum“, Anfang Mai keine Medikamente mitgenommen. Mit Wirkungen und Nebenwirkungen von Psychopharmaka bei Einnahme und Absetzung kenne sie sich aus: Das Thema sei Bestandteil eines Kurses während ihrer Ausbildung gewesen.

„Das geht in Richtung Größenwahn“

Auf die Frage des Sachverständigen Heinrich, welchen Eindruck sie von der Psyche Bernd K.s habe, antwortet sie mit „das geht in die Richtung Größenwahn“.

Der Anwalt des Beschuldigten versucht, darauf hinzuwirken, dass R. gekränkt gewesen sein könnte,  dass ihr der Dank des Betreuten gefehlt habe – aber auf diesen Vorhalt zeigt sich R selbstbewusst. Genauso selbstbewusst wie sie die zweifelnden Fragen von Bernd K. über ihre Ausbildung beantwortet: Sie ist offenbar stolz auf das Erreichte, während Bernd K. die Ausbildungsinhalte mit einem spöttischen Lächeln begleitet. Auch während ihrer Aussage sitzt Bernd K. wieder so, dass er die Zeugin immer anschaut und spricht bei seinen Fragen konsequent am Mikrofon vorbei.

Keinen Steuerberater oder Anwalt gefunden, der den Fall Bernd K. übernehmen wollte

Auf Bernd K.s Frage, warum R. die von Bernd K. gestellten Rechnungen nicht eingetrieben habe, antwortet R., dass sie keinen Steuerberater oder Anwalt gefunden habe, der bereit gewesen wäre, für Bernd K. zu arbeiten.

Nachdem die Zeugin entlassen wurde und den Saal verlassen hatte, herrscht im Saal eine Weile Stille, bevor Richterin Bezold als letzten Zeugen für diesen Tag Herrn P. in den Saal ruft.

„fixiert auf das Zerstörerische“

P. berichtet davon, dass er sich freiwillig einer ambulanten Entziehungsbehandlung unterzogen habe, ganz bewußt weit weg von seiner Heimat. Während dieser Zeit habe er bei der Zeugin R gewohnt, quasi als Nachbar von Bernd K. „Ich fand ihn ganz interessant, als ich ihn kennengelernt habe“, beginnt er,  berichtet aber auch davon, dass Bernd K. sich immer mehr beleidigend geäußert habe. Ob er Bernd K. als psychisch auffällig empfinde? Bernd K. sei „sehr von sich eingenommen“ und „fixiert auf das Zerstörerische – das ist für mich schon eine Störung“, meint P. Körperliche Übergriffe habe er nicht wahrgenommen, aber „verbal und von hinten“. So habe Bernd K. ihm Sozialbetrug unterstellt. Er habe den Eindruck gehabt, dass Bernd K. auch in sein eigenes Leben eingreifen und es zerstören wolle.

Eine abschließende Frage hat Bernd K. an den Zeugen P.: „Funktioniert die Elektrik von Ihrem Jaguar noch?“ P. besitzt keinen Jaguar.

Text: Matthias Lauterer

Langsam kommt Licht ins Dunkel – Landgericht Heilbronn. Foto: Gschwätz Archiv

 

 




Terminvereinbarung für KIZ Öhringen wieder möglich

Am heutigen Dienstag, den 02. Februar 2021, sind ab 14 Uhr neue Termine für das Kreisimpfzentrum in Öhringen verfügbar. Es handelt sich dabei um rund 500 Termine für das Wochenende von Freitag, den 12. Februar, bis Sonntag, den 14. Februar 2021, sowie die dazugehörigen Zweittermine drei Wochen später. Weiterhin werden ausschließlich Personen der Gruppe 1, also höchster Priorität laut Impfverordnung des Bundes, geimpft.

Zentrale Telefonnummer

Termine gibt es ausschließlich entweder über die zentrale Telefonnummer 116 117 oder im Internet unter www.impfterminservice.de. Andere Servicenummern, die Corona-Hotline des Gesundheitsamtes oder das Landratsamt Hohenlohekreis haben keinerlei Einfluss auf die Terminvergaben. Bei der Online-Buchung ist darauf zu achten, den Prozess ganz bis zum Ende durchzuführen, bis eine Terminbestätigung per E-Mail versendet wird. Sonst besteht die Gefahr, dass Termine mehrfach vergeben werden und dadurch Impfungen nicht durchgeführt werden können.

Kopplung an Menge der Impfdosen.

Weiterhin ist die Anzahl der neu freigeschalteten Termine an die Verfügbarkeit des Impfstoffs gekoppelt. Das Landratsamt Hohenlohekreis kann nur so viele Termine vergeben, wie Impfdosen vom Land Baden-Württemberg geliefert werden.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

 




„Niemand möchte, dass es nur noch Discounter gibt und die Innenstädte sterben“

Die FDP-Fraktion im Regionalverband Heilbronn-Franken spricht sich für die Gleichbehandlung zwischen Discountern und dem Einzelhandel und Fachgeschäften bei der Öffnung und Warenangeboten aus, heißt es in einer Pressemitteilung. Dass Discounter gerade massiv Waren aus dem Nicht-Lebensmittel-Bereich verkaufen dürfen, Einzelhandels- und Fachgeschäfte aber weiter geschlossen bleiben müssen, bemängelt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Kreisrat Michael Schenk: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass Discounter alles Mögliche verkaufen dürfen, aber der Einzelhandel und die Fachgeschäfte geschlossen sein müssen. Auch diese Geschäfte würden die notwendigen COVID19-Abstände und Hygienevorschriften einhalten können“.

Verweis auf die Corona-Verordnung

Für die FDP Fraktion im Regionalverband Heilbronn-Franken steht der Gesundheitsschutz an erster Stelle, doch sie fordert: „Sobald es die Pandemielage zulässt, sollte die Landesregierung einen Ausgleich zwischen Gesundheitsschutz und einem fairen Wettbewerb ermöglichen.“
Die Fraktion zitiert dafür die gültige Verordnung vom 01.02 2021: „Wenn Mischsortimente angeboten werden, dürfen Sortimentsteile, deren Verkauf nicht nach Satz 2 gestattet ist, verkauft werden, wenn der erlaubte Sortimentsteil mindestens 60 Prozent beträgt. Diese Stellen dürfen dann alle Sortimente vertreiben, die sie gewöhnlich auch verkaufen.“

„Dies ist mit den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft nicht zu vereinbaren“

Diese Regelung schade nach Meinung der FDP-Fraktion dem Einzelhandel und den Fachgeschäften massiv. Hier müsse es schnell zu einer Neuregelung kommen. So dürfen Discounter zum Beispiel weiterhin Blumensträuße verkaufen, Blumenläden und Gärtnereien müssen geschlossen bleiben. „Niemand will, dass es nur noch Discounter gibt, die mithilfe der Randsortiment-Verordnung zulasten des geschwächten Einzelhandels von der jetzigen Situation der Wettbewerbsverzerrung profitieren. Dies ist mit den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft nicht zu vereinbaren“, so die FDP-Räte. Sie empfehlen auch die Nutzung des reichhaltigen Angebots vieler Gastronomiebetriebe in unserer Region im Verkauf außer Haus.

Quelle: Pressemitteilung der FDP Fraktion im Regionalverband Heilbronn-Franken

 




Gegen die Entfremdung von Erzeugern und Konsumenten

Am Donnerstag, den 04. Februar 2021, laden die Freien Demokraten Hohenlohe zu einem digitalen Gartenzaungespräch ein. Thema ist ab 18.30 Uhr „Die Landwirtschaft der Zukunft – Perspektiven für Mensch und Natur“, heißt es in einer Pressemitteilung. Es soll über die Landwirtschaft von morgen und wie man der Entfremdung von Erzeugern und Konsumenten entgegenwirken kann diskutiert werden.

Gäste sind die Landwirtschaftsexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Carina Konrad, und der Landtagskandidaten Uwe Wirkner. Carina Konrad stammt aus dem Hunsrück und ist Landwirtin mit Leib und Seele. Sie wird sich ab 19 Uhr dazuschalten.

Interessierte können an dem Meeting per Computer, Tablet oder Smartphone teilnehmen unter https://global.gotomeeting.com/join/237573717. Man kann sich aber auch über Telefon +49 721/ 6059 6510 einwählen. Der Zugangscode ist 237-573-717. Die App GoToMeeting kann man sich unter https://global.gotomeeting.com/install/237573717 herunterladen.

Quelle: Pressemitteilung der FDP Hohenlohe

 




Saftiges Bußgeld fürs Schlittenfahren ohne Maske

Das Ordnungsamt in Goslar greift durch, wenn es um das Tragen der Maske geht. Zumindest zeigt ein Videoclip, wie zwei Mitarbeiter einem Mann an einem Rodelberg hinterherrennen, der seine Maske zwar dabei hat, aber beim Hinauflaufen des Berges nicht trägt.

Völlig aus der Puste verweisen die Ordnungshüter den Mann darauf, dass er damit eine Ordnungswidrigkeit begangen habe, da auf dem gesamten Rodelberg, also auch beim Hochlaufen des Berges, Maskenpflicht bestehe. Es wird ein Bußgeld von rund 100 Euro ausgesprochen.

 

 

 




SPD: Zuhören, um zu verändern

Der Hohenloher SPD-Landtagskandidat Patrick Wegener geht neue Wege im Wahlkampf in Pandemiezeiten. Er lädt zum digitalen Infostand für Waldenburg ein: Freitag, 05. Februar 2021, 19 – 20 Uhr, über Zoom.

„Vertrauen schafft man durch das persönliche Gespräch. Ich will wissen, was den Menschen unter den Nägeln brennt. Deshalb bin ich seit September im gesamten Wahlkreis unterwegs. Aktuell gilt es jedoch die Kontakte zu reduzieren. Deshalb gehen mein Team und ich im Wahlkampf neue Wege, unter anderem mit dem digitalen Infostand“, erklärt Patrick Wegener.

Info

Wie funktioniert ein digitaler Infostand? Mit einem Klick können Sie mit einem PC/Tablet/Smartphone an der Videokonferenz teilnehmen. Auf der Internetseite von Patrick Wegener, unter www.patrick-wegener.de, finden Sie den Link zur Teilnahme im Bereich „Termine”. Über die Meeting-ID 827 1280 5969 und dem Kenncode 477637 kann direkt über Zoom teilgenommen werden.

Zur Person

Wegener (26) ist seit 2014 Stadtrat in Öhringen und wurde von der SPD-Mitgliederversammlung am 30. September 2020 in Kupferzell-Eschental mit 97,5 Prozent der Stimmen zum Landtagskandidaten gewählt. Die Wahl findet am 14. März 2021 statt.  Besonders wichtig sind ihm die Themen bezahlbarer Wohnraum, gebührenfreie Kinderbetreuung, der Breitbandausbau durch Glasfaser und die Zukunft des ländlichen Raumes.

Quelle: Pressemiteilung der SPD Hohenlohe




„Warum zum Teufel klimaneutral sein?“ – wenn es auch klimapositiv geht

Trotz der Coronabeschränkungen wollte  Bürgermeister Stefan Neumann den traditionellen Neujahrsempfang auch 2021 nicht ausfallen lassen. Statt in der Stadthalle konnten die Bürger den Empfang im youtube-Livestream verfolgen.

Nützlich sein anstatt weniger schädlich

Hatte Neumann in seinen Eingangsworten noch von Nachhaltigkeit bezüglich Energie und Wohnbau gesprochen, wurde er von Professor Dr. Michael Braungart gedanklich überholt, der in seinem Vortrag über das „Cradle-to-Cradle“-Prinzip das Wort „nachhaltig“ als  „weniger schädlich“ interpretiert und die Forderung aufstellt, dass wir nicht „weniger schädlich“ sondern im Gegenteil „nützlich“ handeln sollen.

„Warum zum Teufel klimaneutral sein?“ – wenn es auch klimapositiv geht.

Der Mensch sei das einzige Lebewesen, das Müll erzeuge, der sich nicht wieder in den Kreislauf einfügen lasse, sagt Braungart. Er unterstreicht das am Beispiel eines Kirschbaums: Der verliert zwar seine Blüten, aber die Biomasse der Blüten wird durch Verrottung wieder der Biosphäre zugeführt und zu 100 Prozent wiederverwertet, ist also nützlich. Dasselbe fordert er für die vom Menschen erzeugten Güter: vollständige Rückführung in die Bio- oder Technosphäre.

„Gebt einfach den Abfall auf“

Das heutige Recyling beispielsweise von Metallschrott ist für ihn ein gutes Beispiel mangelnder Qualität: Wenn aus Autos Betonstahl wird, der noch voller Buntmetalle ist, dann erzeugt das sowohl schlechten Baustahl als auch einen Mangel an wertvollen  Buntmetallen. „Effektivität statt Effizienz“ ist sein Schlagwort: Statt auf kurzfristige und scheinbare ökonomische Effizienz zu setzen, sollten die Effekte eines Produkts über seine Nutzungszeit und  die Nachnutzung betrachtet werden. Das führe über die gesamte Nutzungszeit letztendlich zu geringeren Kosten, wenn auch der Anschaffungspreis höher sein würde.

Neue Arten der Geschäftsbeziehung zwangsläufig notwendig

Aus diesem Grund plädiert er auch für neue Geschäftsmodelle und Geschäftsbeziehungen, die die Nutzung eines Produkts bepreisen, nicht das Produkt selbst: „Niemand braucht eine Solaranlage auf dem Dach, aber jeder braucht den Strom“ bringt er es auf den Punkt. Derartige Geschäftsmodelle, ähnlich einer Miete, so Braungart, habe er exemplarisch bereits verwirklicht: So habe er in den Niederlanden ein Projekt durchgeführt, wo nicht Leuchten oder Lampen bezahlt werden, sondern eine definierte Lichtleistung.

Wiederverwertung muss wichtiger werden

Auch die Produktentwicklung würde zwangsläufig anderen Prämissen folgen: Nicht nur der Einkaufspreis, sondern auch die Wiederverwertbarkeit und die Kosten und der Nutzen einer Wiederverwertung würden bereits sehr früh im Entwicklungsprozeß relevant werden.

„To do the wrong things perfectly is doing things perfectly wrong“

Fast wie ein Mantra wiederholt Braungart: „Qualität statt Nachhaltigkeit“. Er meint damit, dass die Nachhaltigkeit, wie wir sie heute sehen, nur Bestehendes optimiert und nichts Neues, nichts Fortschrittliches, erschafft. Produkten, die zu Abfall werden und nicht in die Technosphäre zurückgeführt werden, bescheinigt er mangelnde Qualität. Für ihn ist die Betrachtung des Materialienverbrauchs wichtiger als der Energieverbrauch: „Die Energieseite können wir lösen“, meint er.

„Aus Panik werden Menschen nicht fortschrittlich“

Damit hat er das Wesen des von ihm propagierten Cradle-to-Cradle-Ansatzes erklärt: Jedes Produkt soll nach seiner Nutzung wieder als Wiege eines Folgeprodukts dienen können. Dazu nennt er das Beispiel einer Papierfabrik, die es geschafft hat, ihr Papier wirklich wiederverwertbar zu machen: Durch Verzicht auf Farben und Füllstoffe, die bisher nur zu giftigem Klärschlamm wurden und 40 Prozent am Gesamtvolumen ausmachten.

Digitalisierung und Cradle-to-Cradle

Durch die neuen Geschäftsbeziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern, ergäben sich laut Braungart weitere Vorteile: Wenn man von definierten Produktlaufzeiten ausgeht, weiß man auch, wann ein bestimmtes Material nach dem Recycling wieder für neue Produkte zur Verfügung steht und kann das in der Produktentwicklung berücksichtigen. Für das Vorhalten dieser Informationen ist die weitere Digitalisierung notwendig.

Städtische Bauplanung optimieren, etwa mit Fassadenbepflanzung

„Aus Panik werden Menschen nicht fortschrittlich“, sagt Braungart und will rationales Nachdenken über „nützliches“ Verhalten. Besonders die größeren Bauprojekte in Künzelsau sprach er damit an, denn städtische Bauplanungen könnten auf „Nützlichkeit“ optimiert werden, zum Beispiel durch Fassadenbepflanzungen oder gar Eiweißerzeugung in der Fassade – dieses Eiweiß könnte dann lokal als Tierfutter Verwendung finden, denkt er weit in die Zukunft. „Die Stadt hat von ihrer Umgebung immer nur genommen“, weiß er aus seiner Jugend, die er in Jagstberg, Diebach und Nagelsberg verbracht hat.

Künzelsau als Innovationshotspot von Nachhaltigkeit

Mit „Innovation entsteht nicht im Zentrum“, kommt Braungart zum Schluss seines Vortags. Künzelsau als Hochschulstandort und Sitz diverser Weltmarktführer biete sich geradezu an, ein Innovationshotspot im Sinne des „Cradle-to-Cradle“-Prinzips zu werden, wo Produkte und Dienstleistung entwickelt werden, die nicht nur „weniger schädlich“ sondern „nützlich“ sind.

Text: Matthias Lauterer

Über Prof. Braungart: http://braungart.epea-hamburg.org/de/content/%C3%BCber-michael-braungart

Prof. Dr. Michael Braungart während seiner Rede beim Neujahrsepfang der Stadt Künzelsua am 28. Januar 2021. Quelle: Screenshot

 




Hohenlohekreis nur noch bei 31,3 Inzidenzwert

Inzidenz im Kreis beträgt 31,1 pro 100.000 Einwohner

Das zweite Wochenende im Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen geht zu Ende. Von Freitag, den 29. Januar 2021, bis Sonntag, den 31. Januar 2021,wurden laut dem Landratsamt des Hohenlohekreises alle knapp 600 gelieferten Dosen verimpft. Am Sonntag, den 31. Januar 2021 gingen die Impfungen bis zirka 18 Uhr. Verimpft wurde wie beim ersten Wochenende der Biontech-Impfstoff.

Corona-Lage im Hohenlohekreis

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat am Wochenende (30. und 31.01.) insgesamt 8 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt am heutigen Sonntag, den 31. Januar 2021, bei 31,1 pro 100.000 Einwohner. Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.




Künzelsau: Kein Wasser am Südhang

Seit mehreren Stunden ist die Wasserversorgung am Künzelsauer Südhang ausgefallen.

Grund ist ein Wasserrohrbruch im Bereich des Brückenbergs. Kurz nach erfolgter Reparatur und Wiederbefüllung der Leitungen brach etwa 200m entfernt das Rohr ein zweites Mal, wodurch weitere umfangreiche Reparaturarbeiten notwendig wurden.

Diese Arbeiten sind derzeit (gegen 18:30) noch im Gang, laut Aussage des Bauhofs setzt man alles daran, die Arbeiten heute noch zu beenden und die Wasserversorgung schnellstmöglich wieder herzustellen.

Text: Matthias Lauterer




Rektor der Georg-Wagner-Schule Künzelsau wechselt zum Schulamt

„Insgesamt stehen wir gut da“, sagt Florian Frank über die Georg-Wagner-Schule in Künzelsau. In kleiner Runde blickt er auf über zehn Jahre zuerst als stellvertretender Schulleiter und dann als Rektor zurück. Große Herausforderungen während seiner Amtszeit waren die Zusammenführung von zwei Künzelsauer Schulen zur Verbundschule Georg-Wagner-Schule und umfangreiche Baumaßnahmen auf den beiden Schularealen. Im Februar 2021 wechselt er an das staatliche Schulamt und wird dort das für die Personalversorgung zuständige Team verstärken. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

Stadt verliert Florian Frank „ungern“

Bürgermeister Stefan Neumann, Hauptamtsleiterin Carmen Class und deren Stellvertreterin Julia Knobel haben sich in diesen Tagen von dem, wie sie sagen, engagierten Schulleiter verabschiedet. „Es war nicht einfach, zwei eigenständige Schulen und Lehrerkollegien zusammenzuführen“, beschreibt Bürgermeister Stefan Neumann den immensen Einsatz des Schulleiters, den die Stadt „ungern verliert“. Mit enormer Kraftanstrengung und großem Engagement hat es Florian Frank geschafft, die frühere Grund-, Haupt- und Werkrealschule und die damalige Georg-Wagner-Realschule zu einem Verbund, der Georg-Wagner-Schule, zu verschmelzen. Es war eine Zeit prallgefüllt mit Arbeit und quirligem Schulleben: Das Schulgebäude am Kocher hat ein neues großes Mensa-Gebäude und einen neuen Pausenhof mit vielen Bewegungsmöglichkeiten erhalten. Die Mammutprojekte, die Generalsanierung des Schulgebäudes am Berg und schließlich die Innensanierung der Sporthalle, waren im ersten Halbjahr 2020 auf der Zielgeraden, als die Corona-Pandemie den Schulalltag aus den Angeln gehoben hat. Insgesamt wurden in den zurückliegenden zehn Jahren laut der Stadtverwaltung Künzelsau rund 13,5 Millionen Euro in die beiden Schulstandorte investiert. „In den letzten Jahren hat sich viel getan und die Schule hat sich hervorragend entwickelt“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Herzlichen Dank für alles. Sie hinterlassen positive Fußabdrücke in Künzelsau und in und für die Georg-Wagner-Schule.“

Nachfolger noch offen

Für die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und die gewährten Freiräume, die ihn für die Schule handlungsfähig gemacht haben, bedankt sich auch Florian Frank. Die gelungene Sanierung der beiden Schulgebäude bezeichnet er als „Meilenstein“ und guten Zeitpunkt, sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. „Weil ich denke, es ist alles im Reinen und gut aufgestellt, die Zusammenarbeit steht, größere Prozesse laufen weiter.“ Sein Blick wandert mit diesen Worten zu seinen Stellvertretern Antje Rother und Rainer Süßmann, die nun, bis ein neuer Rektor oder eine neue Rektorin gefunden ist, vermutlich mehr gefordert sein werden. Rainer Süßmann übernimmt bis dorthin offiziell die kommissarische Schulleitung.

Aktuell besuchen 760 Schülerinnen und Schüler die Georg-Wagner-Schule, die von 70 Lehrer:innen unterrichtet werden.