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Schachtdeckel herausgehoben – Zeugen gesucht

Unbekannte haben in der Nacht von Samstag, den 06. Februar, auf Sonntag, den 07. Februar 2021, mehrere Schachtdeckel im Bereich Betzenweg in Künzelsau-Amrichshausen herausgehoben. Einer aufmerksamen Zeugin fiel am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr auf, dass ein Schachtdeckel im Bereich Betzenweg herausgehoben war und mehrere Meter daneben auf der Straße lag. Kurze Zeit später konnte durch Einsatzkräfte der Polizei Künzelsau ein weiterer Fall im Betzenweg festgestellt werden. Der Gullydeckel konnte hierbei trotz intensiver Suche nicht aufgefunden werden und wurde vermutlich durch den oder die Täter mitgenommen.

Neben dem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr ermittelt die Polizei Künzelsau auch wegen des Diebstahles des circa 100 Euro teuren Schachtdeckels. Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich unter Telefon 07940/94 00 bei der Polizei in Künzelsau zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




K 2330 wegen Baumpflegearbeiten gesperrt

Die Kreisstraße 2330 zwischen Westernbach und Pfahlbach muss von Montag, den 15. Februar, bis Freitag, den 19. Februar 2021, für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Grund dafür sind umfangreiche Gehölzpflege- und Baumfällarbeiten, um die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten.

Der Anliegerverkehr ist bis zur Abschrankung zugelassen. Eine Umleitung wird über die L 1050 Öhringen – Friedrichruhe eingerichtet. Die Vollsperrung kann nach vorheriger Rücksprache mit dem zuständigen Revierleiter Sebastian Hoch von angrenzenden Waldbesitzern zur Erfüllung der eigenen gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht für Fällungen und Pflegemaßnahmen mit genutzt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Eingeschränkter Betrieb der Bergbahn

Wegen Wartungsarbeiten ist die Künzelsauer Bergbahn am Montag, den 15. Februar, und am Dienstag, den 16. Februar 2021, nur morgens und abends in Betrieb. Die Bergbahn fährt von 6.15 bis 8 Uhr und von 17 bis 22.30 Uhr im Normalbetrieb. Tagsüber wird an diesen beiden Tagen von 8 bis 17 Uhr ein Schienenersatzverkehr mit Bussen, zusätzlich zum NVH-Fahrplan, eingerichtet. An den Waggons und den Stationen werden die Türen gewartet.

An diesen beiden Tagen fährt die Bergbahn von 6.15 bis 8.00 im Viertel-Stunden-Takt. Von 8.15 bis 16.45 Uhr fährt der Bus, Abfahrt Claude-Monet-Straße Richtung Talstation, alle 30 Minuten. Erste Fahrt ist um 8.15 Uhr, die letzte um 16.45 Uhr. In die andere Richtung, Abfahrt Talstation zur Claude-Monet-Straße, fährt der Bus von 8 bis 17 Uhr alle 30 Minuten. Erste Fahrt ist um 8 Uhr, die letzte um 17 Uhr.

Ab 17 Uhr bis 22.30 Uhr fährt die Bergbahn wieder im normalen Viertel-Stunden-Takt.

Am Mittwoch, den 17. Februar 2021, ist die Bergbahn wegen der wöchentlichen, planmäßigen Wartung von 9.15 Uhr (letzte Fahrt) bis 11 Uhr (erste Fahrt) außer Betrieb. Ansonsten fährt sie im regulären Betrieb.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Mehrere Unfälle im Kochertal

Mehrere Unfälle gab es am Montag, den 08. Februar 2021, durch Schnee und Eisglätte.
Auf dem Foto hat es einen Lkw zwischen Künzelsau und Gaisbach auf der B19 umgeschmissen. Die Folge: Vollsperrung bis weit in die Nacht hinein.
Es gab auch mehrere Unfälle zwischen Niedernhall und der Giebelheide.
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Betrieb könne weiterlaufen

Der Spiegel berichtete am 08. Februar 2021, um 21.19 Uhr, dass es einen Corona-Ausbruch bei dem Künzelsauer Schraubenhändler Würth gegeben habe. Dabei sei eine britische Mutation festgestellt worden.

In einem der vier Logistikzentren

Weiter heißt es: „In einem der vier Logistikzentren des Werkzeug-Handelsriesen Würth hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Abend des 08. Februar 2021 der dpa bestätigte, sind etwa 40 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei der Überprüfung im Labor wurde in drei Fällen festgestellt, dass es sich um die noch ansteckendere Corona-Mutation aus Großbritannien handelt. Es werde damit gerechnet, dass in weiteren Proben diese Virusvariante nachgewiesen wird. Zuerst hatte die Heilbronner Stimme über den Ausbruch berichtet.

Bislang handelt es sich in drei Fällen um die ansteckendere Corona-Mutation aus Großbritannien




Wer ist eigentlich dieser Bernd K.?

Wenn Bernd K., der Beschuldigte im Dörzbacher Scheunenbrandprozess (GSCHWÄTZ berichtete), den Gerichtssaal betritt, sieht man einen gutgekleideten Menschen, die grauen Haare akkurat geschnitten, mit klaren hellen Augen, der ein gewinnendes Lächeln in Richtung Publikum schickt. Einen Menschen, der einen offenen und zugänglichen Eindruck macht – bis seine Fesseln, die man bis dahin gar nicht bemerkt hat, aufgeschlossen werden. Man sieht einen Menschen, der auf den ersten Blick eine angenehme Aufmerksamkeit erregt. Man sieht die Fesseln erst auf den zweiten Blick.

Abwechslungsreiche Lebensgeschichte

Genau so scheint es vielen Menschen in seiner Umgebung zu gehen: Beim ersten Kennenlernen, so sagen es die Zeugen unisono aus, trifft man auf einen umgänglichen Menschen, vielleicht etwas redseliger als auf dem Dorf üblich, aber er hat ja auch aus seinem Leben einiges zu erzählen:

Einige Jahre als Soldat gedient, dann auf dem sogenannten „zweiten Bildungsweg“ ein Ingenieursstudium abgeschlossen, danach freiberuflich in immer wechselnden Projekten als Berater für angesehene Firmen tätig, viel herumgekommen, beruflich offenbar durchaus erfolgreich – da gibt es Stoff genug, den er erzählen kann und der auch für die neuen Bekannten zuhörenswert ist. Und wenn er dann auch noch selber alte Motorräder fährt und sich mit alten Motoren auskennt – da ist er natürlich zum Beispiel im Kreis eines Motorradklubs sofort willkommen.

Erfolgreich, selbstbewusst, gewinnendes Wesen

Genau so stellt er sich auch dem Gericht dar: Als einen erfolgreichen und selbstbewussten Menschen, der nur durch eine Verschwörung zu den angeklagten Taten, die er bereits am ersten Verhandlungstag offen und geradezu stolz zugibt, gezwungen wurde. Erst beim Nachhaken des Gerichts zeigen sich Risse in der Fassade: Offenbar hat Bernd K. beispielsweise nennenswerte Schulden, die nicht so recht in das von ihm gemalte Bild passen wollen – plötzlich wird seine Aussage unsicher, Sätze verlieren sich im Nichts. Als wolle er diesen Teil seines Lebens selber nicht wahrhaben. Kein Wort darüber, woher diese Schulden stammen: War er beruflich in den letzten Jahren vielleicht doch nicht so erfolgreich? Zumindest ein Fall, in dem ein lokales Unternehmen eine hohe Rechnung Bernd K.s nicht bezahlen wollte, wurde im Prozeß mehrfach angesprochen. Immer, wenn es um Misserfolg im Leben des Bernd K. geht, wird seine Aussage unklar, wirkt er getroffen und als habe er sich darauf nicht vorbereitet.

Status ist ihm wichtig

Status ist ihm wichtig, das zeigt sich nicht nur an Kleidung, Haarschnitt und Auftreten. Immer wieder versucht er, höherwertige Begrifflichkeiten einzubringen: „Beratender Ingenieur“ sei er, er habe nicht in einer „Zweizimmerwohnung“ gewohnt, sondern in einem „repräsentativen Beratungsbüro“. Auch den Begriff der „Monteurswohnung“ mag er nicht akzeptieren und das Wort „Schulden“, das die Richterin sagt, korrigiert er umgehend zu „Verbindlichkeiten“.

Sein gewinnendes Wesen führt offenbar auch dazu, dass Menschen sich ihm gegenüber öffnen und er viele Einzelheiten aus dem dörflichen Leben erfährt. Später verwendet er diese Einzelheiten in seinen beleidigenden und bedrohenden Aussagen.

Immer im Mittelpunkt

Auf den zweiten Blick bemerken aber auch die Zeugen Verhaltensweisen, die nicht so recht zum ersten Eindruck passen wollen. Zu sehr sucht Bernd K. die Aufmerksamkeit, will im Mittelpunkt stehen und wird mehr und mehr als störend empfunden: Er sprengt eingespielte soziale Regeln in den Gruppen, in denen er sich aufhält. Und man wird ihm das auch gesagt oder gezeigt haben – dörfliche Gruppen, die sich seit Jahrzehnten kennen, haben ihre eigenen Gesetze. Bernd K. drängt sich dazwischen, mit Ratschlägen, um die ihn niemand gebeten hat. Und seine gutgemeinten Ratschläge werden ignoriert, was zu verbitterten Kommentaren und ersten Drohungen seinerseits führt.

Auch im Gericht ist das aufmerksamkeitsheischende Verhalten zu bemerken, immer wieder versucht er, sich in den Mittelpunkt zu stellen: Wenn er die Richterin mit einem betörenden Lächeln in eine Diskussion darüber verstricken will, wie er sie ansprechen soll. Wenn er alle bereitstehenden Stühle ausprobiert und damit alle Augen auf sich zieht.  Wenn er sein Fragerecht zu ausschweifenden Erklärungen verwenden will.

Beginn und Ende einer Liebe

Irgendwann, so sagt es Bernd K. selber, will er die Liebe seines Lebens gefunden haben: Eine Frau, hochgebildet, beruflich und im sozialen Umfeld hochangesehen, nur leider verheiratet. Ob die Liebe beiderseits war, wie es Bernd K. aussagt, konnte im Prozess noch nicht geklärt werden.

Und plötzlich ist diese Beziehung mit Knalleffekt zu Ende. Das scheint der Bruch im Leben des Bernd K. gewesen zu sein, der ihn derart aus der Bahn bringt, dass er sich mehrere Monate in stationäre Behandlung nach Tauberbischofsheim in eine Klinik begibt. Ob er das aus freien Stücken tat, ob ein Arzt es ihm geraten hat oder ob es sich um eine Maßnahme nach dem PsychKHG gehandelt hat, ist nicht geklärt.

Zerstörtes Selbstbild

Ein Mensch, der bis dahin vor Selbstbewusstsein nur so strotzt, ist nicht mehr in der Lage, sein Leben selbstbestimmt und selbständig zu führen, ist abhängig von Ärzten und Medikamenten: Das könnte für Bernd K. eine Erniedrigung gewesen sein, die Zerstörung seines Selbstbildes. Die Vernichtung seines Selbst.

Nach dem Klinikaufenthalt scheint er nicht mehr der Alte gewesen zu sein: Statt des umgänglichen Menschen, der vielleicht ein „Schwätzer“ aber sonst „ganz in Ordnung“ war, entwickelt er sich immer mehr zum bewussten Störenfried, der auch nicht mehr davor zurückschreckte, Schäden anzurichten. Von sehr subtil angerichteten Schäden an der Wohnungseinrichtung bis hin zum Feuerlegen an der Scheune. Aber auch psychische Schäden richtet er an: Beleidigungen, Bedrohungen, teils in privaten Nachrichten, teils öffentlich, zum Beispiel als Kommentar auf den facebook-Seiten des GSCHWÄTZ. Mindestens ein Ziel seiner Tiraden musste längerfristig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine Zeugin berichtet, dass Bernd K. bald nach der Entlassung aus der Klinik seine Medikamente abgesetzt hätte. Ein anderer Zeuge bemerkte einen, wenn auch nicht übermäßigen, Alkoholkonsum. Möglicherweise haben diese Faktoren den Wandel in Bernd K.s Verhalten beeinflusst.

Eine Verschwörung, um ihn zu ruinieren?

Bernd K. erzählt davon, dass er sich verfolgt fühlt: Von der Familie seiner Liebe, vom Bürgermeister, vom Feuerwehrkommandanten und von den Polizisten des lokalen Polizeipostens, die sich zusammengetan hätten, um ihn zu ruinieren und seine Existenz zu vernichten. Alle dörflichen Würdenträger haben sich scheinbar gegen ihn verschworen.

Einen Weg, seine Interessen persönlich wahrzunehmen, sieht er wohl nicht mehr – denn die Polizei bis hoch zum Innenminister und zum Justizminister des Landes Baden-Württemberg sieht er ja als Teil der Verschwörung. Daher ruft mit seinen langen Schriftsätzen immer größere Adressatenkreise um Unterstützung, bis hin zur Bundeskanzlerin und dem Bundespräsidenten. Er sucht gezielt eine größere Öffentlichkeit – und den Beistand der Staatsanwaltschaft im fernen München, die er wohl als so weit weg empfindet, dass sie nicht mehr Teil der Einflusssphäre der Familie seiner großen Liebe sein kann.

Ein letztes Fanal geplant und die Scheune entflammt?

Einen spürbaren Erfolg in seinem Sinne zeigen seine Mails offenbar nicht. Und so mag es sein, dass Bernd K. mit dem Versuch, die Scheune anzuzünden, ein Fanal setzen wollte und mit lodernden Flammen einmal mehr auf sich aufmerksam machen wollte. Seine eigene Erklärung, dass er mit dem Verbrennen seines eigenen Hab und Guts verhindern wollte, dass jemand an dort gelagerte geheime militärische Daten kommen könnte, klingt jedenfalls wenig glaubwürdig. Hat vielleicht der zufällig vorbeikommende LKW-Fahrer nicht nur einen Scheunenbrand, sondern auch eine menschliche Tragödie verhindert?

Eine Analyse von Matthias Lauterer

 

Teil eines Facebook-Kommentars, den Bernd K. auf der GSCHWÄTZ-facebook Seite postete, gespickt mit lauter Unflätigkeiten.




Anton Baron: Video-Livediskussion

Am 11.2. hält der Landtagsabgeordnete Anton Baron die nächste Video-Livediskussion auf seiner Facebook- und Youtubeseite ab:

Ab 19 Uhr wird der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Marc Jongen zu Gast sein. Dieser war als Landtagswahlkoordinator für die Erstellung des AfD-Wahlprogramms verantwortlich, welches er in der Veranstaltung vorstellen wird. Fragen zum Programm können direkt per Kommentar oder bereits vorab an anton.baron@afd-bw.de gestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung Anton Baron

 




„Lieber ganz verboten als was Halblebiges“

Prall gefüllt sind die Terminkalender der aktiven Fastnachter gewöhnlich um diese Jahreszeit. Eine Sitzung jagt die andere, es geht von Umzug zu Umzug. Wenn es keine Veranstaltung der eigenen Gesellschaft ist, zeigen Tänzer:innen und Redner:innen bei befreundeten Gesellschaften ihr Programm. Die Tanzgruppen besuchen Kindergärten, Kinderfasching oder Altenheime und nehmen dazu noch an Meisterschaften teil. Der Elferrat sendet zu fast allen Veranstaltungen der befreundeten Gesellschaften eine Abordnung. 20 Veranstaltungen in der Kampagne kommen da schnell zusammen, sagt Romana Sbircea, Vorsitzende der Fasnachtsgesellschaft LEMIA in Krautheim. In diesem Jahr sind die Terminkalender leer: Wegen Corona wurden alle Veranstaltungen abgesagt.

Fast normale Vorbereitungen bis Ende Oktober 2020

Bis Oktober 2020 liefen die Vorbereitungen fast ganz normal und mit wenigen Einschränkungen: Die Tanzgruppen trainierten in der Halle mit Einbahnstraßenregelung bei Ein- und Ausgang, Masken in Trainingspausen, mit größerem Abstand und mit regelmäßiger Desinfektion. Dann kam der Lockdown und es wurde klar, dass die Kampagne komplett ausfallen wird.

Alle Veranstaltungen abgesagt

Geplant waren wie jedes Jahr zwei Prunksitzungen und der Kinderfasching, dazu sollte dieses Jahr erstmals eine „Närrische Weinprobe“ zusammen mit der Winzerkapelle Klepsau kommen: Ein kleineres Format mit etwa 90 Gästen und Abstand in der großen Halle sollte die Einhaltung der damals geltenden Corona-Regeln gewährleisten. Auch diese Veranstaltung konnte wegen der neuen Regeln, die seit November gelten, nicht durchgeführt werden.

Enorme Verantwortung auf Seiten der Veranstalter

Sie trauert insbesondere den ausgefallenen Prunksitzungen nach: „Die waren immer voll, wir hatten immer gutes Publikum, auch viele von auswärts“. Trotz der Traurigkeit über den Ausfall der Kampagne, ist Romana Sbircea auch erleichtert, dass die Regelungen so klar und deutlich sind: „Lieber ganz verboten als was Halblebiges und man bleibt mit der Verantwortung alleine.“ Sie erinnert an den ersten Corona-Hotspot, der seinen Ursprung ausgerechnet bei einer Karnevalsveranstaltung im nordrhein-westfälischen Heinsberg hatte: „Die Verantwortung liegt immer beim Vereinsvorstand und die Angst ist immer dabei“, selbst bei der Weinprobe mit nur 90 Gästen wären vielleicht zu fortgeschrittener Stunde die Abstandregeln schwer einzuhalten gewesen.

Völlig verändertes Vereinsleben

Was von der diesjährigen Kampagne bleibt, ist ein Onlinetraining für die Tanzgruppen – „das ist aber mehr ein Fithalten“ -, die Pflege der Internetpräsenzen (LEMIA auf facebook) sowie für die ganz Kleinen „Clowns basteln und Fenster dekorieren“.

Text: Matthias Lauterer

 




Inzidenzwert schießt auf fast 130

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat am Samstag, den 06. Februar 2021, insgesamt 51 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 128,7 pro 100.000 Einwohner. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

„Dieser dynamische Anstieg lässt sich auf die bereits bekannten Ausbruchsgeschehen zurückführen“, so das Landratsamt. In einer vorangegangenen Erklärung, die wir veröffentlicht haben, werden als Gründe unter anderem eine private Feier im Raum Zweiflingen genannt sowie eine Firma im Künzelsauer Umkreis sowie ein Kindergarten im Raum Öhringen.

„Die derzeitige Entwicklung zeigt uns leider, wie schnell die Infektionszahlen in die Höhe schnellen können und wir uns weiterhin in einer äußerst angespannten Lage befinden. Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises ist auch am Wochenende im Einsatz, um alle Infektionsketten nachzuvollziehen und die notwendigen Quarantänemaßnahmen anzuordnen“, so der erste Landesbeamte Gotthard Wirth zur aktuellen Situation.

Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

 




„Wir bewegen uns auf vermintem Terrain“

Es regnet seit Wochen in Strömen, New York versinkt langsam in den Fluten. Während Umweltaktivisten vor den Toren des Uno-Hauptquartiers in Booten demonstrieren, tagen im Innern des Gebäudes Politiker, Wirtschaftsbosse und Lobbyisten. Interviewt von einem Team des Senders Planet Earth Media zeigt sich schnell, dass jeder der Beteiligten nicht das Klima im Blick hat, sondern eigene Interessen verfolgt. Währenddessen steigen draußen die Fluten immer höher. Die Klimakonferenz beginnt, die Teilnehmer streiten noch vehement um die Sitzordnung, als urplötzlich die Wassermassen einbrechen. Alles gerät in Panik. Die Konferenzteilnehmer kämpfen um ihr Leben – umkreist von unbeeindruckten Fischen und anderen Wassertieren.

„Dieses Thema hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt“

Was als hanebüchene Idee von einer vielleicht doch nicht mehr so fernen Zukunft daherkommt, ist die Fabel „Ein paar Grad plus – die Klimakonferenz“, ersonnen von Detlef Schmelz und Marlene Gmelin vom Marionettentheater Pendel in Hermuthausen. „An dem Stück haben viele Menschen zusammengeschrieben und dazu ihre Ideen eingebracht.“ Auf sozialkritische und satirische Weise haben sie die großen Themen unserer Zeit hineingepackt: Gentechnik, Klima, Flüchtlinge. Einzelne Ideen zu diesem Stück wurden schon beim Marionettenfestival 2012 aufgeführt und nun weiterentwickelt. „Dieses Thema hat seitdem ja nichts von seiner Aktualität eingebüßt“, bedauert Detlef Schmelz.

Festival Ende Oktober 2021

Eigentlich wollte das Paar gemeinsam mit rund 15 Amateurmarionettenspielern die Fabel beim Festival der Marionette 2020 in Waldenburg-Hohebuch erneut aufführen, doch Corona machte die Pläne zunichte. „Bereits im März, als wir unseren großen Vorbereitungskurs absagen mussten, haben wir beschlossen, dass das Festival nicht stattfinden wird“, erklärt Marlene Gmelin. Nun also soll es Ende Oktober 2021 soweit sein. Weil noch unklar ist, wie dann die Lage sein wird, entwickelt das Künstlerpaar zurzeit einen Plan B, damit das Festival wie geplant stattfinden kann.

„Irgendwann bleibt einem das Lachen im Hals stecken“

„Eigens für die neue Aufführung haben wir schöne, neue und auch sehr komplizierte Figuren gebaut“, erklärt Detlef Schmelz. „Für das Stück brauchen wir unglaublich viele Marionetten.“ Stolz zeigt das Paar die neuen Figuren. Wie es sich für eine ordentliche Fabel gehört, bevölkern unzählige, nicht zufällig ausgewählte Tiere das Stück: Rosafarbene Schweine sonnen sich auf einem Kreuzfahrtschiff, der Finanzexperte kommt als Wolf daher und der Politiker ist ein Gockel. Die agile Reporterin wird von einer Katze verkörpert. Hinzu kommen die Meeresbewohner sowie Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Auf der Suche nach neuem Lebensraum flüchten diese auf winzigen Booten nach Faltergonien, einer Insel, wo alles noch wachsen darf, wie es will. Bald aber droht eine Überbevölkerung – eine Anspielung auf die Flüchtlingsproblematik. „Man lacht“, haben Gmelin und Schmelz festgestellt. „Aber irgendwann bleibt einem das Lachen im Hals stecken.“

„Wir bewegen uns dabei auf vermintem Terrain“

„Es ist ein unglaublich komplexes Stück“, sagt Marlene Gmelin. „Und wir bewegen uns dabei auf vermintem Terrain, denn das wird ganz schnell moralisch.“ Mit ihrem Stück wollen sie aber nicht moralisieren, sondern die Menschen auf poetische Weise zum Nachdenken über das eigene Handeln anregen. „Gutes Marionettenspiel erreicht den Zuschauer auf der emotionalen, seelischen Ebene. Es kann verzaubern und den Menschen nachhaltig tief im Innern berühren“, ergänzt Schmelz. Für die beiden Marionettenspieler ist das Stück eine Herzensangelegenheit und sie hoffen auf eine Reichweite über die Region hinaus.

Arte-Film über das Marionettentheater

Der Fernsehsender Arte hat 2020 einen Film über Gmelin und Schmelz gedreht, die beiden und Kursteilnehmer beim Spiel mit den Marionetten beobachtet. Nun hoffen sie, dass daraus noch mehr entsteht, vielleicht sogar ein Film über das Klimastück gedreht wird. Aber: „Ein Film ist ein riesengroßer Aufwand“, bekennen die beiden. Dazu müsste das Bühnenbild entsprechend gebaut werden, denn es wird immer aus verschiedenen Blickwinkeln gefilmt. Und für 20 Minuten Film könnten schnell rund 14 Tage Dreharbeiten nötig sein. „Das könnte eine Stufe zu groß für uns sein“, bekennen sie.

Proben im April und September

Zurzeit planen sie die Proben für das Klimastück im April und September. Bis zu acht Spieler stehen dabei gleichzeitig auf der Bühne – da muss auch geprobt werden, wie sie sich während des Spiels harmonisch aneinander vorbeibewegen können. Weil sie recht eng beieinanderstehen, müssten sie in der momentanen Lage zudem eine Maske tragen. Eigentlich sollte, angeleitet von einer Stimmbildnerin, live gesprochen werden. Aber weil das mit Maske unmöglich ist, werden nun professionelle Tonaufnahmen in einem Tonstudio nötig. Insgesamt sind etwa 20 Personen beteiligt. Weil die Leute aus ganz Deutschland kommen, ist es nicht einfach, sie alle zusammenzubekommen. Und gegenwärtig haben manche Angst vor einer Ansteckung und sind sich nicht mehr sicher, ob sie weiterhin dabeibleiben wollen.

Spieler als Schemen sichtbar

Gespielt wird auf offener Bühne, die schwarz ausgekleidet ist. Während die Marionetten gut ausgeleuchtet sind, sind die ebenfalls schwarz gekleideten Spieler im Hintergrund als Schemen sichtbar. Wenn sie gut spielen, drücken sie mit ihrem Körper aus, was gespielt wird und wirken dann wie ein Schatten der Marionette.

Festival als Schlusspunkt

Alles läuft auf das Festival hinaus, zu dem die Besucher teils von weit herkommen. Es ist der Schlusspunkt einer mehr als zweijährigen Arbeit. Natürlich üben die Leute auch für sich zu Hause, aber man müsse „das ganze Bild im Tun“ erleben. „Das Stück dauert rund eineinhalb bis zwei Stunden“, erzählt Schmelz. „Alles wird in Einzelteile zerlegt, die dann bei den Proben wieder zusammengefügt werden.“ Die Teilnehmer bekommen verschiedene Aufgaben. „So wird daraus ein großes Erlebnis und zeigt das Einmalige des Theaters – wir alleine hätten das nicht gekonnt“, bekennen Gmelin und Schmelz. Zurzeit planen sie mit 90 Zuschauern, müssen dafür ein Hygienekonzept erstellen. „Ein paar Grad plus – die Klimakonferenz“ wird am Freitag und Sonntag aufgeführt. Dazwischen gibt es noch viele andere Aufführungen, in denen die Spieler eigene Stücke zeigen. Für das Klimastück bleibt es vermutlich bei diesen beiden Aufführungen – es ist sehr unwahrscheinlich, dass man die vielen Beteiligten noch einmal so zusammenbringen kann. Aber vielleicht entsteht aus diesem Stoff noch ein Film oder ein Buch.

Das Festival der Marionette soll vom 29. bis 31. Oktober 2021 in Waldenburg-Hohebuch stattfinden. Weitere Informationen unter www.pendelmarionetten.de

Text: Sonja Bossert

 

Fische kochen Tee mit ausgebrannten Brennstäben. Foto: PendelMarionettenTheater

Detlef Schmelz und Marlene Gmelin vom Marionettentheater Pendel in Hermuthausen

Detlef Schmelz und Marlene Gmelin vom Marionettentheater Pendel in Hermuthausen. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv