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Kommt nach dem Ausbruch bei Würth eine Coronawelle auf den Hohenlohekreis zu?

Britische Virusvariante auch in Kinderbetreuungseinrichtung in Öhringen nachgewiesen

Derzeit (Stand: 9. Februar 2021) sind im Hohenlohekreis laut dem Landratsamt des Hohenlohekreises zwei größere Ausbruchsgeschehen nachvollziehbar (anbei veröffentlichen wir die Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises:

Kontaktpersonen mittlerweile auf 82 gestiegen

„Der Ausbruch bei dem Unternehmen im Kreis umfasst mittlerweile 46 Fälle bei der Firma selbst (Mitarbeiter), davon leben 37 Mitarbeiter im Hohenlohekreis. Die Zahl der direkten Kontaktpersonen dieser 37 Fälle beträgt aktuell 82.

Mindestens 66 positive Fälle

Aus den Ausbruchsgeschehen sind bereits 20 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, die nicht bei der Firma arbeiten, aber Kontakt zu einer positiven Person aus den Unternehmen hatten. Das Ausbruchsgeschehen in Bezug auf das Unternehmen umfasst also Stand 09.02.2021, 16 Uhr mindestens 66 positive Fälle.

Landratsamt: „Die Zusammenarbeit mit der Task Force Corona beim Unternehmen funktioniert sehr gut“

Bislang wurden drei Fälle der Virusmutation B.1.1.7 („britische Variante“) bei dem Unternehmen durch das Landesgesundheitsamt nachgewiesen, weitere Testergebnisse stehen noch aus. Wir gehen aufgrund der dynamischen Verbreitung bei dem Unternehmen davon aus, dass noch weitere Fälle mit der Virusvariante nachgewiesen werden.

„Das Ausbruchsgeschehen wurde örtlich eingegrenzt“

Das Ausbruchsgeschehen wurde örtlich eingegrenzt, alle Betroffenen wurden isoliert sowie die Kontaktpersonen in eine Quarantäne versetzt. Die Zusammenarbeit mit der Task Force Corona beim Unternehmen funktioniert sehr gut, das Unternehmen hat umgehend Maßnahmen eingeleitet, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Weitere Schnelltests werden die Lage in den kommenden Tagen verdeutlichen.

Bei einem Vor-Ort-Besuch in der Firma bestätigte sich für das Gesundheitsamt das umfassende Hygienekonzept des Betriebes und die infektionsverhütenden Maßnahmen, wie die kontinuierliche Überwachung der Mitarbeiter durch regelmäßige Testungen.

Gesundheitsamt hat sich bei Würth vor Ort umgesehen

Im Hohenlohekreis sind weitere positive Fälle in mehreren Kinderbetreuungseinrichtungen nachgewiesen worden. Es gibt noch keine Erkenntnisse dazu, ob ein Bezug zu einem bekannten Ausbruchsgeschehen mit der britischen Variante vorliegt.

Weitere positive Fälle in mehreren Kinderbetreuungseinrichtungen

Auch dort sind die Betroffenen isoliert bzw. in Quarantäne versetzt. Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat für diese Fälle die so genannte Sequenzierung in Auftrag gegeben.

Zwischen den beiden Ausbruchsgeschehen in dem Unternehmen und der Kinderbetreuungseinrichtung in Öhringen besteht ein Bezug

Auf das Geschehen in der Kinderbetreuungseinrichtung in Öhringen können aktuell 14 bestätigte Fälle mit 52 Kontaktpersonen zurückgeführt werden.

Alle bekannten Fälle wurden isoliert bzw. in Quarantäne versetzt. Mittlerweile ist auch bei diesem Ausbruchsgeschehen ein durch das Landesgesundheitsamt bestätigter Fall der Virusmutation B.1.1.7 nachgewiesen.

Zwischen den beiden Ausbruchsgeschehen in dem Unternehmen und der Kinderbetreuungseinrichtung in Öhringen besteht ein Bezug. Ebenfalls gehen wir auf Grund der Entwicklungen davon aus, dass eine Übertragung des Virus von einem Kind auf einen Erwachsenen erfolgt ist.

Übertragung des Virus von einem Kind auf einen Erwachsenen

Im Fall der privaten Feier in Zweiflingen sind alle betroffenen Personen und Kontaktpersonen isoliert. Bislang haben sich aus den bekannten Fällen keine weiteren Fälle ergeben, sodass wir derzeit davon ausgehen, dass die Infektionsketten unterbrochen sind.

 




„Kinder sind die Verlierer in der Pandemie“

„Wir haben ein Recht auf Bildung!“, „Wir wollen wieder in die Schule!“ und „Wir wollen wieder wie die Profis Fußball spielen!“ – Wer am vergangenen Dienstag durch Ernsbach fährt, wird zwangsläufig mit den Bedürfnissen der Kinder konfrontiert, die diese Botschaften auf Plakate geschrieben und an die Brücke im Ort gehängt haben. Unter ihnen sind Mia Schmid und Nele Bauer, beide acht Jahre alt. Mia erzählt: „Ich will wieder in die Schule, weil ich meine Lehrer und meine Freunde vermisse.“ Neles Mama Nadine erklärt: „Ich fände es natürlich auch schön, wenn die Kinder wieder in die Schule können. Es ist einfach ein ganz anderes Lernen. Klar gibt man sich als Eltern Mühe, man kann es ja auch, aber es ist trotzdem etwas ganz anderes, wenn man es den Kindern plötzlich beibringen soll.“

„Ich vermisse meine Freunde“

„Wer hört auf uns?“ steht in bunter Kinderschrift auf einem der Transparente. Das haben sich Verena Kern und Tanja Kurz gefragt und kurzerhand entschlossen, ein Sprachrohr für die Kinder zu sein und ihnen Gehör zu verschaffen. Kern erläutert: „Wir haben die Aktion gestartet, dass die Kinder des Stadtgebiets Forchtenberg, Ernsbach und Sindringen ihre Wünsche und Anliegen an die Öffentlichkeit preisgeben können. Wir haben Plakate und alte Leintücher vorbereitet, die die Kinder mit ihren Anliegen beschriften und so der Öffentlichkeit zeigen können.“ Kurz ergänzt: „Die werden dann hier in Ernsbach an der Brücke aufgehängt.“ „Unser Anliegen ist, dass man auf die Kinder hört“, stellt Kern klar. „Sie sind einfach die Verlierer in der Pandemie. Keiner hört auf sie. Die Kinder wollen in die Schule, sie wollen wieder ihre Freunde treffen – und keiner hört. Jetzt machen wir es publik. Vielleicht tut sich was.“ Das Ziel ist ganz klar, wie Kurz erklärt: „Wir wünschen uns, dass die Schulen wieder öffnen.“

„Es ist für die Kinder eine sehr große Belastung“

„Ich bin Mama von zwei Kindern, die gerade im Homeschooling sitzen und die Zeit ist einfach nicht mehr tragbar. Es ist für die Kinder eine sehr große Belastung einfach nur Zuhause zu sitzen. Ich hoffe und wünsche mir, dass die Regierung das Leid der Mütter und auch der Kinder sieht und es ändert. Die Kinder sind die Hauptleidenden“, sagt Bettina Guttensohn. Die dreifache Mama Christine Wolff klagt „Die Kinder leiden. Es ist wirklich so, dass es schon fast an Depressionen geht – da ist bei mir irgendwann eine Grenze erreicht. Es sind Kinder und die sollen ihre Kindheit haben. Pandemie hin oder her – es gibt Möglichkeiten.“

„Homeschooling ist blöd“

„Ich habe dieses Plakat geschrieben, weil die Schule endlich wieder anfangen soll. Homeschooling ist blöd. Ich finde Schule besser, da erklärt die Lehrerin alles und dann kann ich es viel besser verstehen“, erläutert der neunjährige Louis Höle ernst. „Wer hört auf uns?“ – Es sind Worte, die ans Herz gehen. Eine Gesellschaft, in der Leistung, Gewinn und Wirtschaftlichkeit eine immer größere Rolle spielen, eine Gesellschaft, die immer älter wird, sollte bei jeder Entscheidung, die sie trifft, die Ganzheit im Auge behalten. Die Kinder sind unsere Zukunft und unser schützenswertestes Gut – werden sie gezwungen, politische Entscheidungen auf ihren kleinen Rücken zu tragen, wird das gesamtgesellschaftlich nachhaltige Konsequenzen haben. Um es mit Bettina Wegner zu sagen: „Ist so’n kleines Rückgrat/ Sieht man fast noch nicht/ Darf man niemals beugen/ Weil es sonst zerbricht“.

Text: Priscilla Dekorsi

Die achtjährige Nele Bauer vermisst ihre Freunde. Foto: GSCHWÄTZ

Mia Schmid (8, links) und Nele Bauer (8) wollen wieder in die Schule. Foto: GSCHWÄTZ

Louis Höle (9) hat genug vom Homeschooling.

Tanja Kurz (links) und Verena Kern wollen den Kindern eine Stimme geben.

Plakataktion an der Ernsbacher Brücke am 09. Februar 2021. Eltern und Kinder fordern die Öffnung der Schulen. Foto: GSCHWÄTZ

Plakataktion an der Ernsbacher Brücke am 09. Februar 2021. Eltern und Kinder fordern die Öffnung der Schulen. Foto: GSCHWÄTZ

Plakataktion an der Ernsbacher Brücke am 09. Februar 2021. Eltern und Kinder fordern die Öffnung der Schulen. Foto: GSCHWÄTZ

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Plakataktion an der Ernsbacher Brücke am 09. Februar 2021. Eltern und Kinder fordern die Öffnung der Schulen. Foto: GSCHWÄTZ

Plakataktion an der Ernsbacher Brücke am 09. Februar 2021. Eltern und Kinder fordern die Öffnung der Schulen. Foto: GSCHWÄTZ

Plakataktion an der Ernsbacher Brücke am 09. Februar 2021. Eltern und Kinder fordern die Öffnung der Schulen. Foto: GSCHWÄTZ

Plakataktion an der Ernsbacher Brücke am 09. Februar 2021. Eltern und Kinder fordern die Öffnung der Schulen. Foto: GSCHWÄTZ

Plakataktion an der Ernsbacher Brücke am 09. Februar 2021. Eltern und Kinder fordern die Öffnung der Schulen. Foto: GSCHWÄTZ

Plakataktion an der Ernsbacher Brücke am 09. Februar 2021. Eltern und Kinder fordern die Öffnung der Schulen. Foto: GSCHWÄTZ




THW musste 25 Tonnen Lebensmittel von Hand umräumen

Schäden in Höhe von fast 200.000 Euro entstanden am Montagnachmittag, den 08. Februar 2021, bei einem Unfall auf der B19 bei Künzelsau. Der Fahrer eines LKW kam aufgrund der winterlichen Verkehrsverhältnisse und glatter Fahrbahn in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab und geriet in den Straßengraben. Der Sattelzug fuhr zunächst weiter, kippte dann aber nach knapp 50 Metern Fahrt durch den Seitenstreifen zur Seite.
Totalschaden
Am umgestürzten LKW entstand ein Totalschaden in Höhe von rund 160.000 Euro und auch die aus diversen Lebensmitteln bestehende Ladung wurde beschädigt. Mehrere Fahrzeuge, unter anderem ein Kran, waren nötig um den Laster zu bergen. Während der mehrere Stunden andauernden Bergung und Aufräumarbeiten musste die B19 zwischenzeitlich komplett gesperrt werden.
25 Tonnen Lebensmittel mussten ausgeräumt werden
Der Fahrer konnte sich selbst befreien und wurde nicht verletzt. Die Aufgaben der Feuerwehr Künzelsau waren zunächst die Unfallstelle abzusichern, den Brandschutz sicherzustellen und auslaufende Betriebsmittel aufzunehmen. Nach Eintreffen des Abschleppdienstes stellte sich heraus, dass der LKW erst entladen werden musste, um ihn aufrichten zu können. Da sich im Auflieger zirka 25 Tonnen Lebensmittel befanden, die von Hand umgeladen werden mussten, wurde zur Unterstützung das THW Ortsverband Künzelsau nachalarmiert.
Für die Bergungs- und Umladearbeiten musste die B19 über mehrere Stunden komplett gesperrt werden. Gegen 0.30 Uhr war der Einsatz beendet und die Straße wieder für den Verkehr freigegeben.

Feuerwehreinsatz auf der B19 zwischen Künzelsau und Gaisbach am 08. Februar 2021. Foto: Feuerwehr Künzelsau

Feuerwehreinsatz auf der B19 zwischen Künzelsau und Gaisbach am 08. Februar 2021. Foto: Feuerwehr Künzelsau

Feuerwehreinsatz auf der B19 zwischen Künzelsau und Gaisbach am 08. Februar 2021. Foto: Feuerwehr Künzelsau

Feuerwehreinsatz auf der B19 zwischen Künzelsau und Gaisbach am 08. Februar 2021. Foto: Feuerwehr Künzelsau




Schachtdeckel herausgehoben – Zeugen gesucht

Unbekannte haben in der Nacht von Samstag, den 06. Februar, auf Sonntag, den 07. Februar 2021, mehrere Schachtdeckel im Bereich Betzenweg in Künzelsau-Amrichshausen herausgehoben. Einer aufmerksamen Zeugin fiel am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr auf, dass ein Schachtdeckel im Bereich Betzenweg herausgehoben war und mehrere Meter daneben auf der Straße lag. Kurze Zeit später konnte durch Einsatzkräfte der Polizei Künzelsau ein weiterer Fall im Betzenweg festgestellt werden. Der Gullydeckel konnte hierbei trotz intensiver Suche nicht aufgefunden werden und wurde vermutlich durch den oder die Täter mitgenommen.

Neben dem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr ermittelt die Polizei Künzelsau auch wegen des Diebstahles des circa 100 Euro teuren Schachtdeckels. Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich unter Telefon 07940/94 00 bei der Polizei in Künzelsau zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




K 2330 wegen Baumpflegearbeiten gesperrt

Die Kreisstraße 2330 zwischen Westernbach und Pfahlbach muss von Montag, den 15. Februar, bis Freitag, den 19. Februar 2021, für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Grund dafür sind umfangreiche Gehölzpflege- und Baumfällarbeiten, um die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten.

Der Anliegerverkehr ist bis zur Abschrankung zugelassen. Eine Umleitung wird über die L 1050 Öhringen – Friedrichruhe eingerichtet. Die Vollsperrung kann nach vorheriger Rücksprache mit dem zuständigen Revierleiter Sebastian Hoch von angrenzenden Waldbesitzern zur Erfüllung der eigenen gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht für Fällungen und Pflegemaßnahmen mit genutzt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Eingeschränkter Betrieb der Bergbahn

Wegen Wartungsarbeiten ist die Künzelsauer Bergbahn am Montag, den 15. Februar, und am Dienstag, den 16. Februar 2021, nur morgens und abends in Betrieb. Die Bergbahn fährt von 6.15 bis 8 Uhr und von 17 bis 22.30 Uhr im Normalbetrieb. Tagsüber wird an diesen beiden Tagen von 8 bis 17 Uhr ein Schienenersatzverkehr mit Bussen, zusätzlich zum NVH-Fahrplan, eingerichtet. An den Waggons und den Stationen werden die Türen gewartet.

An diesen beiden Tagen fährt die Bergbahn von 6.15 bis 8.00 im Viertel-Stunden-Takt. Von 8.15 bis 16.45 Uhr fährt der Bus, Abfahrt Claude-Monet-Straße Richtung Talstation, alle 30 Minuten. Erste Fahrt ist um 8.15 Uhr, die letzte um 16.45 Uhr. In die andere Richtung, Abfahrt Talstation zur Claude-Monet-Straße, fährt der Bus von 8 bis 17 Uhr alle 30 Minuten. Erste Fahrt ist um 8 Uhr, die letzte um 17 Uhr.

Ab 17 Uhr bis 22.30 Uhr fährt die Bergbahn wieder im normalen Viertel-Stunden-Takt.

Am Mittwoch, den 17. Februar 2021, ist die Bergbahn wegen der wöchentlichen, planmäßigen Wartung von 9.15 Uhr (letzte Fahrt) bis 11 Uhr (erste Fahrt) außer Betrieb. Ansonsten fährt sie im regulären Betrieb.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Mehrere Unfälle im Kochertal

Mehrere Unfälle gab es am Montag, den 08. Februar 2021, durch Schnee und Eisglätte.
Auf dem Foto hat es einen Lkw zwischen Künzelsau und Gaisbach auf der B19 umgeschmissen. Die Folge: Vollsperrung bis weit in die Nacht hinein.
Es gab auch mehrere Unfälle zwischen Niedernhall und der Giebelheide.
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Betrieb könne weiterlaufen

Der Spiegel berichtete am 08. Februar 2021, um 21.19 Uhr, dass es einen Corona-Ausbruch bei dem Künzelsauer Schraubenhändler Würth gegeben habe. Dabei sei eine britische Mutation festgestellt worden.

In einem der vier Logistikzentren

Weiter heißt es: „In einem der vier Logistikzentren des Werkzeug-Handelsriesen Würth hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Abend des 08. Februar 2021 der dpa bestätigte, sind etwa 40 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei der Überprüfung im Labor wurde in drei Fällen festgestellt, dass es sich um die noch ansteckendere Corona-Mutation aus Großbritannien handelt. Es werde damit gerechnet, dass in weiteren Proben diese Virusvariante nachgewiesen wird. Zuerst hatte die Heilbronner Stimme über den Ausbruch berichtet.

Bislang handelt es sich in drei Fällen um die ansteckendere Corona-Mutation aus Großbritannien




Wer ist eigentlich dieser Bernd K.?

Wenn Bernd K., der Beschuldigte im Dörzbacher Scheunenbrandprozess (GSCHWÄTZ berichtete), den Gerichtssaal betritt, sieht man einen gutgekleideten Menschen, die grauen Haare akkurat geschnitten, mit klaren hellen Augen, der ein gewinnendes Lächeln in Richtung Publikum schickt. Einen Menschen, der einen offenen und zugänglichen Eindruck macht – bis seine Fesseln, die man bis dahin gar nicht bemerkt hat, aufgeschlossen werden. Man sieht einen Menschen, der auf den ersten Blick eine angenehme Aufmerksamkeit erregt. Man sieht die Fesseln erst auf den zweiten Blick.

Abwechslungsreiche Lebensgeschichte

Genau so scheint es vielen Menschen in seiner Umgebung zu gehen: Beim ersten Kennenlernen, so sagen es die Zeugen unisono aus, trifft man auf einen umgänglichen Menschen, vielleicht etwas redseliger als auf dem Dorf üblich, aber er hat ja auch aus seinem Leben einiges zu erzählen:

Einige Jahre als Soldat gedient, dann auf dem sogenannten „zweiten Bildungsweg“ ein Ingenieursstudium abgeschlossen, danach freiberuflich in immer wechselnden Projekten als Berater für angesehene Firmen tätig, viel herumgekommen, beruflich offenbar durchaus erfolgreich – da gibt es Stoff genug, den er erzählen kann und der auch für die neuen Bekannten zuhörenswert ist. Und wenn er dann auch noch selber alte Motorräder fährt und sich mit alten Motoren auskennt – da ist er natürlich zum Beispiel im Kreis eines Motorradklubs sofort willkommen.

Erfolgreich, selbstbewusst, gewinnendes Wesen

Genau so stellt er sich auch dem Gericht dar: Als einen erfolgreichen und selbstbewussten Menschen, der nur durch eine Verschwörung zu den angeklagten Taten, die er bereits am ersten Verhandlungstag offen und geradezu stolz zugibt, gezwungen wurde. Erst beim Nachhaken des Gerichts zeigen sich Risse in der Fassade: Offenbar hat Bernd K. beispielsweise nennenswerte Schulden, die nicht so recht in das von ihm gemalte Bild passen wollen – plötzlich wird seine Aussage unsicher, Sätze verlieren sich im Nichts. Als wolle er diesen Teil seines Lebens selber nicht wahrhaben. Kein Wort darüber, woher diese Schulden stammen: War er beruflich in den letzten Jahren vielleicht doch nicht so erfolgreich? Zumindest ein Fall, in dem ein lokales Unternehmen eine hohe Rechnung Bernd K.s nicht bezahlen wollte, wurde im Prozeß mehrfach angesprochen. Immer, wenn es um Misserfolg im Leben des Bernd K. geht, wird seine Aussage unklar, wirkt er getroffen und als habe er sich darauf nicht vorbereitet.

Status ist ihm wichtig

Status ist ihm wichtig, das zeigt sich nicht nur an Kleidung, Haarschnitt und Auftreten. Immer wieder versucht er, höherwertige Begrifflichkeiten einzubringen: „Beratender Ingenieur“ sei er, er habe nicht in einer „Zweizimmerwohnung“ gewohnt, sondern in einem „repräsentativen Beratungsbüro“. Auch den Begriff der „Monteurswohnung“ mag er nicht akzeptieren und das Wort „Schulden“, das die Richterin sagt, korrigiert er umgehend zu „Verbindlichkeiten“.

Sein gewinnendes Wesen führt offenbar auch dazu, dass Menschen sich ihm gegenüber öffnen und er viele Einzelheiten aus dem dörflichen Leben erfährt. Später verwendet er diese Einzelheiten in seinen beleidigenden und bedrohenden Aussagen.

Immer im Mittelpunkt

Auf den zweiten Blick bemerken aber auch die Zeugen Verhaltensweisen, die nicht so recht zum ersten Eindruck passen wollen. Zu sehr sucht Bernd K. die Aufmerksamkeit, will im Mittelpunkt stehen und wird mehr und mehr als störend empfunden: Er sprengt eingespielte soziale Regeln in den Gruppen, in denen er sich aufhält. Und man wird ihm das auch gesagt oder gezeigt haben – dörfliche Gruppen, die sich seit Jahrzehnten kennen, haben ihre eigenen Gesetze. Bernd K. drängt sich dazwischen, mit Ratschlägen, um die ihn niemand gebeten hat. Und seine gutgemeinten Ratschläge werden ignoriert, was zu verbitterten Kommentaren und ersten Drohungen seinerseits führt.

Auch im Gericht ist das aufmerksamkeitsheischende Verhalten zu bemerken, immer wieder versucht er, sich in den Mittelpunkt zu stellen: Wenn er die Richterin mit einem betörenden Lächeln in eine Diskussion darüber verstricken will, wie er sie ansprechen soll. Wenn er alle bereitstehenden Stühle ausprobiert und damit alle Augen auf sich zieht.  Wenn er sein Fragerecht zu ausschweifenden Erklärungen verwenden will.

Beginn und Ende einer Liebe

Irgendwann, so sagt es Bernd K. selber, will er die Liebe seines Lebens gefunden haben: Eine Frau, hochgebildet, beruflich und im sozialen Umfeld hochangesehen, nur leider verheiratet. Ob die Liebe beiderseits war, wie es Bernd K. aussagt, konnte im Prozess noch nicht geklärt werden.

Und plötzlich ist diese Beziehung mit Knalleffekt zu Ende. Das scheint der Bruch im Leben des Bernd K. gewesen zu sein, der ihn derart aus der Bahn bringt, dass er sich mehrere Monate in stationäre Behandlung nach Tauberbischofsheim in eine Klinik begibt. Ob er das aus freien Stücken tat, ob ein Arzt es ihm geraten hat oder ob es sich um eine Maßnahme nach dem PsychKHG gehandelt hat, ist nicht geklärt.

Zerstörtes Selbstbild

Ein Mensch, der bis dahin vor Selbstbewusstsein nur so strotzt, ist nicht mehr in der Lage, sein Leben selbstbestimmt und selbständig zu führen, ist abhängig von Ärzten und Medikamenten: Das könnte für Bernd K. eine Erniedrigung gewesen sein, die Zerstörung seines Selbstbildes. Die Vernichtung seines Selbst.

Nach dem Klinikaufenthalt scheint er nicht mehr der Alte gewesen zu sein: Statt des umgänglichen Menschen, der vielleicht ein „Schwätzer“ aber sonst „ganz in Ordnung“ war, entwickelt er sich immer mehr zum bewussten Störenfried, der auch nicht mehr davor zurückschreckte, Schäden anzurichten. Von sehr subtil angerichteten Schäden an der Wohnungseinrichtung bis hin zum Feuerlegen an der Scheune. Aber auch psychische Schäden richtet er an: Beleidigungen, Bedrohungen, teils in privaten Nachrichten, teils öffentlich, zum Beispiel als Kommentar auf den facebook-Seiten des GSCHWÄTZ. Mindestens ein Ziel seiner Tiraden musste längerfristig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine Zeugin berichtet, dass Bernd K. bald nach der Entlassung aus der Klinik seine Medikamente abgesetzt hätte. Ein anderer Zeuge bemerkte einen, wenn auch nicht übermäßigen, Alkoholkonsum. Möglicherweise haben diese Faktoren den Wandel in Bernd K.s Verhalten beeinflusst.

Eine Verschwörung, um ihn zu ruinieren?

Bernd K. erzählt davon, dass er sich verfolgt fühlt: Von der Familie seiner Liebe, vom Bürgermeister, vom Feuerwehrkommandanten und von den Polizisten des lokalen Polizeipostens, die sich zusammengetan hätten, um ihn zu ruinieren und seine Existenz zu vernichten. Alle dörflichen Würdenträger haben sich scheinbar gegen ihn verschworen.

Einen Weg, seine Interessen persönlich wahrzunehmen, sieht er wohl nicht mehr – denn die Polizei bis hoch zum Innenminister und zum Justizminister des Landes Baden-Württemberg sieht er ja als Teil der Verschwörung. Daher ruft mit seinen langen Schriftsätzen immer größere Adressatenkreise um Unterstützung, bis hin zur Bundeskanzlerin und dem Bundespräsidenten. Er sucht gezielt eine größere Öffentlichkeit – und den Beistand der Staatsanwaltschaft im fernen München, die er wohl als so weit weg empfindet, dass sie nicht mehr Teil der Einflusssphäre der Familie seiner großen Liebe sein kann.

Ein letztes Fanal geplant und die Scheune entflammt?

Einen spürbaren Erfolg in seinem Sinne zeigen seine Mails offenbar nicht. Und so mag es sein, dass Bernd K. mit dem Versuch, die Scheune anzuzünden, ein Fanal setzen wollte und mit lodernden Flammen einmal mehr auf sich aufmerksam machen wollte. Seine eigene Erklärung, dass er mit dem Verbrennen seines eigenen Hab und Guts verhindern wollte, dass jemand an dort gelagerte geheime militärische Daten kommen könnte, klingt jedenfalls wenig glaubwürdig. Hat vielleicht der zufällig vorbeikommende LKW-Fahrer nicht nur einen Scheunenbrand, sondern auch eine menschliche Tragödie verhindert?

Eine Analyse von Matthias Lauterer

 

Teil eines Facebook-Kommentars, den Bernd K. auf der GSCHWÄTZ-facebook Seite postete, gespickt mit lauter Unflätigkeiten.




Anton Baron: Video-Livediskussion

Am 11.2. hält der Landtagsabgeordnete Anton Baron die nächste Video-Livediskussion auf seiner Facebook- und Youtubeseite ab:

Ab 19 Uhr wird der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Marc Jongen zu Gast sein. Dieser war als Landtagswahlkoordinator für die Erstellung des AfD-Wahlprogramms verantwortlich, welches er in der Veranstaltung vorstellen wird. Fragen zum Programm können direkt per Kommentar oder bereits vorab an anton.baron@afd-bw.de gestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung Anton Baron