Kretschmannn warnt: Bei dritter Welle härtere Maßnahmen, als wir bis heute haben“
Das Kanzleramt wollte den Lockdown bis zum 14. März verlängern – die Länder bis zum 7. März 2021. Am Ende haben sich die Ministerpräsidenten durchgesetzt. Das dürfte nicht von Nachteil vor der anstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg am 14. März 2021 sein. Friseure dürfen ab dem 01. März öffnen.
Bundesländer entscheiden autark über Öffnungen der Kitas und Schulen
Wann die Kitas und Schulen wieder öffnen, entscheiden die Länder autark. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat immer wieder betont, auch auf Druck von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, dass die Kitas und Schulen oberste Priorität in Baden-Württemberg haben und so schnell als möglich aufgemacht werden sollen.
Baden-Württemberg stehe sehr gut da, was die Inzidenzzahlen betrifft, so Kretschmann am Tag der Verkündung der Verlängerung des Lockdowns
Baden-Württemberg stehe sehr gut da, was die Inzidenzzahlen betrifft. So sagte Kretschmann am 10. Februar 2021, am Tag der Verkündung der Verlängerung des Lockdowns : „Vor einigen Monaten waren wir eines der Bundesländer mit den höchsten Infektionszahlen. Heute sind wir das Land mit der niedrigsten Inzidenz.“ Das sei ein großer Erfolg. Das seien ermutigende Zahlen. Sie zeigen: Die Maßnahmen wirken. Baden-Württemberg steuere im Durchschnitt auf eine Inzidenz von 50 Zu. Im Hohenlohekreis wurden am 10.02.2021 insgesamt 30 neue Corona-Fälle gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 129,6 pro 100.000 Einwohner. Hier geht es zum Dashboard mit den aktuellen Zahlen pro Gemeinde.
Nur: Der Lockdown geht dennoch weiter. Begründet wird dies mit der Virusmutation aus Großbritannien, die auch schon Künzelsau erreicht hat (wir berichteten).
Kretschmannn warnt: Bei dritter Welle härtere Maßnahmen, als wir bis heute haben“
„Deshalb dürfen wir jetzt nicht nachlassen“, erklärte Kretschmann. „Sonst riskieren wir eine dritte Welle, die dann einen erneuten Lockdown erforderlich machen würde. Mit härteren Maßnahmen, als wir sie heute haben“, mahnte Kretschmann. Ab welchen Zahlen man von einer „dritten Welle“ spricht und wie diese „härteren“ Maßnahmen dann aussehen, darauf ging Kretschmann nicht näher ein. Es bleibt so vage wie gehabt.
„Daher müssen auch in den Gebieten, in denen jetzt die Zahlen sinken, weiter Kontakte auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Der Grundsatz „Wir bleiben zuhause“ bleib edas wesentliche Instrument im Kampf gegen die Pandemie und rette täglich Menschenleben.
Kretschmann: „Wechselspiel zwischen Öffnung und Lockdown möchte ich vermeiden“
„Ein ständiges Wechselspiel zwischen Öffnung und Lockdown möchte ich unbedingt vermeiden“, erklärte Kretschmann. Denn Niemandem ist geholfen, wenn durch zu weitgehende oder zu schnelle Öffnungen erneute umfassende Einschränkungen des öffentlichen Lebens notwendig würden, weil das Infektionsgeschehen sich wieder beschleunigt.
Am 11. Februar 2021 will Baden-Württemberg entscheiden, wie es mit den Schulen und Kitas weitergeht
Über das konkrete Vorgehen hinsichtlich Schulen uns Kitas, so heißt es auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Baden-Württemberg, werde der Ministerpräsident am 11. Februar 2021 in einer Sondersitzung des Landtags informieren.
Einzelhandel darf bei einer Inzidenz von höchstens 35 öffnen
„Der nächste Öffnungs-Schritt soll bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 erfolgen“, kündigte Kretschmann an. Dann sollte der Einzelhandel mit einer Begrenzung von einem Kunden pro 20 Quadratmetern, Museen und Galerien sowie die noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe wieder öffnen können. Ob und wie dann „Einkaufspendeln“ zwischen den Landkreisen kontrolliert werden soll, wenn in dem einen Landkreis die Läden wieder offen haben und in dem benachbarten nicht, ist nicht geklärt. Ein noch größerer Corona-Flickenteppich könnte hier nun zwischen den Landkreisen entstehen, den es bislang nur bei den Bundesländern und Ländern gab. Was darf man in welcher Stadt machen? Was ist verboten? Einfacher wird’s so nicht werden n
Nächtliche Ausgangssperren bei einer Inzidenz über 50
In Landkreisen, die weiter eine hohe 7-Tage-Inzidenz von über 50 haben, ergreift das Land weiter lokale und regionale Maßnahmen. Baden-Württemberg setzt dies beispielsweise schon jetzt mit möglichen nächtlichen Ausgangsbeschränkungen in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 50 um. Wie schnell aber der Inzidenzwert von 37 auf über 100 schießen kann, hat aktuelle der Landkreis Hohenlohe gezeigt mit den positiv Getesteten in einem Würth-Lager (wir berichteten).

Einkaufen in Niedernhall gemäß den damaligen Coronavorschriften im März 2020. Mittlerweile hat Edeka in Niedernhall auch einen neuen Marktleiter und heißt nicht mehr Makowe, sondern Titus. Foto: privat























