Mehrere Unfälle im Kochertal

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Der Spiegel berichtete am 08. Februar 2021, um 21.19 Uhr, dass es einen Corona-Ausbruch bei dem Künzelsauer Schraubenhändler Würth gegeben habe. Dabei sei eine britische Mutation festgestellt worden.
In einem der vier Logistikzentren
Weiter heißt es: „In einem der vier Logistikzentren des Werkzeug-Handelsriesen Würth hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Abend des 08. Februar 2021 der dpa bestätigte, sind etwa 40 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei der Überprüfung im Labor wurde in drei Fällen festgestellt, dass es sich um die noch ansteckendere Corona-Mutation aus Großbritannien handelt. Es werde damit gerechnet, dass in weiteren Proben diese Virusvariante nachgewiesen wird. Zuerst hatte die Heilbronner Stimme über den Ausbruch berichtet.
Bislang handelt es sich in drei Fällen um die ansteckendere Corona-Mutation aus Großbritannien
Wenn Bernd K., der Beschuldigte im Dörzbacher Scheunenbrandprozess (GSCHWÄTZ berichtete), den Gerichtssaal betritt, sieht man einen gutgekleideten Menschen, die grauen Haare akkurat geschnitten, mit klaren hellen Augen, der ein gewinnendes Lächeln in Richtung Publikum schickt. Einen Menschen, der einen offenen und zugänglichen Eindruck macht – bis seine Fesseln, die man bis dahin gar nicht bemerkt hat, aufgeschlossen werden. Man sieht einen Menschen, der auf den ersten Blick eine angenehme Aufmerksamkeit erregt. Man sieht die Fesseln erst auf den zweiten Blick.
Abwechslungsreiche Lebensgeschichte
Genau so scheint es vielen Menschen in seiner Umgebung zu gehen: Beim ersten Kennenlernen, so sagen es die Zeugen unisono aus, trifft man auf einen umgänglichen Menschen, vielleicht etwas redseliger als auf dem Dorf üblich, aber er hat ja auch aus seinem Leben einiges zu erzählen:
Einige Jahre als Soldat gedient, dann auf dem sogenannten „zweiten Bildungsweg“ ein Ingenieursstudium abgeschlossen, danach freiberuflich in immer wechselnden Projekten als Berater für angesehene Firmen tätig, viel herumgekommen, beruflich offenbar durchaus erfolgreich – da gibt es Stoff genug, den er erzählen kann und der auch für die neuen Bekannten zuhörenswert ist. Und wenn er dann auch noch selber alte Motorräder fährt und sich mit alten Motoren auskennt – da ist er natürlich zum Beispiel im Kreis eines Motorradklubs sofort willkommen.
Erfolgreich, selbstbewusst, gewinnendes Wesen
Genau so stellt er sich auch dem Gericht dar: Als einen erfolgreichen und selbstbewussten Menschen, der nur durch eine Verschwörung zu den angeklagten Taten, die er bereits am ersten Verhandlungstag offen und geradezu stolz zugibt, gezwungen wurde. Erst beim Nachhaken des Gerichts zeigen sich Risse in der Fassade: Offenbar hat Bernd K. beispielsweise nennenswerte Schulden, die nicht so recht in das von ihm gemalte Bild passen wollen – plötzlich wird seine Aussage unsicher, Sätze verlieren sich im Nichts. Als wolle er diesen Teil seines Lebens selber nicht wahrhaben. Kein Wort darüber, woher diese Schulden stammen: War er beruflich in den letzten Jahren vielleicht doch nicht so erfolgreich? Zumindest ein Fall, in dem ein lokales Unternehmen eine hohe Rechnung Bernd K.s nicht bezahlen wollte, wurde im Prozeß mehrfach angesprochen. Immer, wenn es um Misserfolg im Leben des Bernd K. geht, wird seine Aussage unklar, wirkt er getroffen und als habe er sich darauf nicht vorbereitet.
Status ist ihm wichtig
Status ist ihm wichtig, das zeigt sich nicht nur an Kleidung, Haarschnitt und Auftreten. Immer wieder versucht er, höherwertige Begrifflichkeiten einzubringen: „Beratender Ingenieur“ sei er, er habe nicht in einer „Zweizimmerwohnung“ gewohnt, sondern in einem „repräsentativen Beratungsbüro“. Auch den Begriff der „Monteurswohnung“ mag er nicht akzeptieren und das Wort „Schulden“, das die Richterin sagt, korrigiert er umgehend zu „Verbindlichkeiten“.
Sein gewinnendes Wesen führt offenbar auch dazu, dass Menschen sich ihm gegenüber öffnen und er viele Einzelheiten aus dem dörflichen Leben erfährt. Später verwendet er diese Einzelheiten in seinen beleidigenden und bedrohenden Aussagen.
Immer im Mittelpunkt
Auf den zweiten Blick bemerken aber auch die Zeugen Verhaltensweisen, die nicht so recht zum ersten Eindruck passen wollen. Zu sehr sucht Bernd K. die Aufmerksamkeit, will im Mittelpunkt stehen und wird mehr und mehr als störend empfunden: Er sprengt eingespielte soziale Regeln in den Gruppen, in denen er sich aufhält. Und man wird ihm das auch gesagt oder gezeigt haben – dörfliche Gruppen, die sich seit Jahrzehnten kennen, haben ihre eigenen Gesetze. Bernd K. drängt sich dazwischen, mit Ratschlägen, um die ihn niemand gebeten hat. Und seine gutgemeinten Ratschläge werden ignoriert, was zu verbitterten Kommentaren und ersten Drohungen seinerseits führt.
Auch im Gericht ist das aufmerksamkeitsheischende Verhalten zu bemerken, immer wieder versucht er, sich in den Mittelpunkt zu stellen: Wenn er die Richterin mit einem betörenden Lächeln in eine Diskussion darüber verstricken will, wie er sie ansprechen soll. Wenn er alle bereitstehenden Stühle ausprobiert und damit alle Augen auf sich zieht. Wenn er sein Fragerecht zu ausschweifenden Erklärungen verwenden will.
Beginn und Ende einer Liebe
Irgendwann, so sagt es Bernd K. selber, will er die Liebe seines Lebens gefunden haben: Eine Frau, hochgebildet, beruflich und im sozialen Umfeld hochangesehen, nur leider verheiratet. Ob die Liebe beiderseits war, wie es Bernd K. aussagt, konnte im Prozess noch nicht geklärt werden.
Und plötzlich ist diese Beziehung mit Knalleffekt zu Ende. Das scheint der Bruch im Leben des Bernd K. gewesen zu sein, der ihn derart aus der Bahn bringt, dass er sich mehrere Monate in stationäre Behandlung nach Tauberbischofsheim in eine Klinik begibt. Ob er das aus freien Stücken tat, ob ein Arzt es ihm geraten hat oder ob es sich um eine Maßnahme nach dem PsychKHG gehandelt hat, ist nicht geklärt.
Zerstörtes Selbstbild
Ein Mensch, der bis dahin vor Selbstbewusstsein nur so strotzt, ist nicht mehr in der Lage, sein Leben selbstbestimmt und selbständig zu führen, ist abhängig von Ärzten und Medikamenten: Das könnte für Bernd K. eine Erniedrigung gewesen sein, die Zerstörung seines Selbstbildes. Die Vernichtung seines Selbst.
Nach dem Klinikaufenthalt scheint er nicht mehr der Alte gewesen zu sein: Statt des umgänglichen Menschen, der vielleicht ein „Schwätzer“ aber sonst „ganz in Ordnung“ war, entwickelt er sich immer mehr zum bewussten Störenfried, der auch nicht mehr davor zurückschreckte, Schäden anzurichten. Von sehr subtil angerichteten Schäden an der Wohnungseinrichtung bis hin zum Feuerlegen an der Scheune. Aber auch psychische Schäden richtet er an: Beleidigungen, Bedrohungen, teils in privaten Nachrichten, teils öffentlich, zum Beispiel als Kommentar auf den facebook-Seiten des GSCHWÄTZ. Mindestens ein Ziel seiner Tiraden musste längerfristig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Eine Zeugin berichtet, dass Bernd K. bald nach der Entlassung aus der Klinik seine Medikamente abgesetzt hätte. Ein anderer Zeuge bemerkte einen, wenn auch nicht übermäßigen, Alkoholkonsum. Möglicherweise haben diese Faktoren den Wandel in Bernd K.s Verhalten beeinflusst.
Eine Verschwörung, um ihn zu ruinieren?
Bernd K. erzählt davon, dass er sich verfolgt fühlt: Von der Familie seiner Liebe, vom Bürgermeister, vom Feuerwehrkommandanten und von den Polizisten des lokalen Polizeipostens, die sich zusammengetan hätten, um ihn zu ruinieren und seine Existenz zu vernichten. Alle dörflichen Würdenträger haben sich scheinbar gegen ihn verschworen.
Einen Weg, seine Interessen persönlich wahrzunehmen, sieht er wohl nicht mehr – denn die Polizei bis hoch zum Innenminister und zum Justizminister des Landes Baden-Württemberg sieht er ja als Teil der Verschwörung. Daher ruft mit seinen langen Schriftsätzen immer größere Adressatenkreise um Unterstützung, bis hin zur Bundeskanzlerin und dem Bundespräsidenten. Er sucht gezielt eine größere Öffentlichkeit – und den Beistand der Staatsanwaltschaft im fernen München, die er wohl als so weit weg empfindet, dass sie nicht mehr Teil der Einflusssphäre der Familie seiner großen Liebe sein kann.
Ein letztes Fanal geplant und die Scheune entflammt?
Einen spürbaren Erfolg in seinem Sinne zeigen seine Mails offenbar nicht. Und so mag es sein, dass Bernd K. mit dem Versuch, die Scheune anzuzünden, ein Fanal setzen wollte und mit lodernden Flammen einmal mehr auf sich aufmerksam machen wollte. Seine eigene Erklärung, dass er mit dem Verbrennen seines eigenen Hab und Guts verhindern wollte, dass jemand an dort gelagerte geheime militärische Daten kommen könnte, klingt jedenfalls wenig glaubwürdig. Hat vielleicht der zufällig vorbeikommende LKW-Fahrer nicht nur einen Scheunenbrand, sondern auch eine menschliche Tragödie verhindert?
Eine Analyse von Matthias Lauterer

Teil eines Facebook-Kommentars, den Bernd K. auf der GSCHWÄTZ-facebook Seite postete, gespickt mit lauter Unflätigkeiten.
Am 11.2. hält der Landtagsabgeordnete Anton Baron die nächste Video-Livediskussion auf seiner Facebook- und Youtubeseite ab:
Ab 19 Uhr wird der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Marc Jongen zu Gast sein. Dieser war als Landtagswahlkoordinator für die Erstellung des AfD-Wahlprogramms verantwortlich, welches er in der Veranstaltung vorstellen wird. Fragen zum Programm können direkt per Kommentar oder bereits vorab an anton.baron@afd-bw.de gestellt werden.
Quelle: Pressemitteilung Anton Baron
Prall gefüllt sind die Terminkalender der aktiven Fastnachter gewöhnlich um diese Jahreszeit. Eine Sitzung jagt die andere, es geht von Umzug zu Umzug. Wenn es keine Veranstaltung der eigenen Gesellschaft ist, zeigen Tänzer:innen und Redner:innen bei befreundeten Gesellschaften ihr Programm. Die Tanzgruppen besuchen Kindergärten, Kinderfasching oder Altenheime und nehmen dazu noch an Meisterschaften teil. Der Elferrat sendet zu fast allen Veranstaltungen der befreundeten Gesellschaften eine Abordnung. 20 Veranstaltungen in der Kampagne kommen da schnell zusammen, sagt Romana Sbircea, Vorsitzende der Fasnachtsgesellschaft LEMIA in Krautheim. In diesem Jahr sind die Terminkalender leer: Wegen Corona wurden alle Veranstaltungen abgesagt.
Fast normale Vorbereitungen bis Ende Oktober 2020
Bis Oktober 2020 liefen die Vorbereitungen fast ganz normal und mit wenigen Einschränkungen: Die Tanzgruppen trainierten in der Halle mit Einbahnstraßenregelung bei Ein- und Ausgang, Masken in Trainingspausen, mit größerem Abstand und mit regelmäßiger Desinfektion. Dann kam der Lockdown und es wurde klar, dass die Kampagne komplett ausfallen wird.
Alle Veranstaltungen abgesagt
Geplant waren wie jedes Jahr zwei Prunksitzungen und der Kinderfasching, dazu sollte dieses Jahr erstmals eine „Närrische Weinprobe“ zusammen mit der Winzerkapelle Klepsau kommen: Ein kleineres Format mit etwa 90 Gästen und Abstand in der großen Halle sollte die Einhaltung der damals geltenden Corona-Regeln gewährleisten. Auch diese Veranstaltung konnte wegen der neuen Regeln, die seit November gelten, nicht durchgeführt werden.
Enorme Verantwortung auf Seiten der Veranstalter
Sie trauert insbesondere den ausgefallenen Prunksitzungen nach: „Die waren immer voll, wir hatten immer gutes Publikum, auch viele von auswärts“. Trotz der Traurigkeit über den Ausfall der Kampagne, ist Romana Sbircea auch erleichtert, dass die Regelungen so klar und deutlich sind: „Lieber ganz verboten als was Halblebiges und man bleibt mit der Verantwortung alleine.“ Sie erinnert an den ersten Corona-Hotspot, der seinen Ursprung ausgerechnet bei einer Karnevalsveranstaltung im nordrhein-westfälischen Heinsberg hatte: „Die Verantwortung liegt immer beim Vereinsvorstand und die Angst ist immer dabei“, selbst bei der Weinprobe mit nur 90 Gästen wären vielleicht zu fortgeschrittener Stunde die Abstandregeln schwer einzuhalten gewesen.
Völlig verändertes Vereinsleben
Was von der diesjährigen Kampagne bleibt, ist ein Onlinetraining für die Tanzgruppen – „das ist aber mehr ein Fithalten“ -, die Pflege der Internetpräsenzen (LEMIA auf facebook) sowie für die ganz Kleinen „Clowns basteln und Fenster dekorieren“.
Text: Matthias Lauterer
Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat am Samstag, den 06. Februar 2021, insgesamt 51 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 128,7 pro 100.000 Einwohner. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.
„Dieser dynamische Anstieg lässt sich auf die bereits bekannten Ausbruchsgeschehen zurückführen“, so das Landratsamt. In einer vorangegangenen Erklärung, die wir veröffentlicht haben, werden als Gründe unter anderem eine private Feier im Raum Zweiflingen genannt sowie eine Firma im Künzelsauer Umkreis sowie ein Kindergarten im Raum Öhringen.
„Die derzeitige Entwicklung zeigt uns leider, wie schnell die Infektionszahlen in die Höhe schnellen können und wir uns weiterhin in einer äußerst angespannten Lage befinden. Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises ist auch am Wochenende im Einsatz, um alle Infektionsketten nachzuvollziehen und die notwendigen Quarantänemaßnahmen anzuordnen“, so der erste Landesbeamte Gotthard Wirth zur aktuellen Situation.
Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.
Es regnet seit Wochen in Strömen, New York versinkt langsam in den Fluten. Während Umweltaktivisten vor den Toren des Uno-Hauptquartiers in Booten demonstrieren, tagen im Innern des Gebäudes Politiker, Wirtschaftsbosse und Lobbyisten. Interviewt von einem Team des Senders Planet Earth Media zeigt sich schnell, dass jeder der Beteiligten nicht das Klima im Blick hat, sondern eigene Interessen verfolgt. Währenddessen steigen draußen die Fluten immer höher. Die Klimakonferenz beginnt, die Teilnehmer streiten noch vehement um die Sitzordnung, als urplötzlich die Wassermassen einbrechen. Alles gerät in Panik. Die Konferenzteilnehmer kämpfen um ihr Leben – umkreist von unbeeindruckten Fischen und anderen Wassertieren.
„Dieses Thema hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt“
Was als hanebüchene Idee von einer vielleicht doch nicht mehr so fernen Zukunft daherkommt, ist die Fabel „Ein paar Grad plus – die Klimakonferenz“, ersonnen von Detlef Schmelz und Marlene Gmelin vom Marionettentheater Pendel in Hermuthausen. „An dem Stück haben viele Menschen zusammengeschrieben und dazu ihre Ideen eingebracht.“ Auf sozialkritische und satirische Weise haben sie die großen Themen unserer Zeit hineingepackt: Gentechnik, Klima, Flüchtlinge. Einzelne Ideen zu diesem Stück wurden schon beim Marionettenfestival 2012 aufgeführt und nun weiterentwickelt. „Dieses Thema hat seitdem ja nichts von seiner Aktualität eingebüßt“, bedauert Detlef Schmelz.
Festival Ende Oktober 2021
Eigentlich wollte das Paar gemeinsam mit rund 15 Amateurmarionettenspielern die Fabel beim Festival der Marionette 2020 in Waldenburg-Hohebuch erneut aufführen, doch Corona machte die Pläne zunichte. „Bereits im März, als wir unseren großen Vorbereitungskurs absagen mussten, haben wir beschlossen, dass das Festival nicht stattfinden wird“, erklärt Marlene Gmelin. Nun also soll es Ende Oktober 2021 soweit sein. Weil noch unklar ist, wie dann die Lage sein wird, entwickelt das Künstlerpaar zurzeit einen Plan B, damit das Festival wie geplant stattfinden kann.
„Irgendwann bleibt einem das Lachen im Hals stecken“
„Eigens für die neue Aufführung haben wir schöne, neue und auch sehr komplizierte Figuren gebaut“, erklärt Detlef Schmelz. „Für das Stück brauchen wir unglaublich viele Marionetten.“ Stolz zeigt das Paar die neuen Figuren. Wie es sich für eine ordentliche Fabel gehört, bevölkern unzählige, nicht zufällig ausgewählte Tiere das Stück: Rosafarbene Schweine sonnen sich auf einem Kreuzfahrtschiff, der Finanzexperte kommt als Wolf daher und der Politiker ist ein Gockel. Die agile Reporterin wird von einer Katze verkörpert. Hinzu kommen die Meeresbewohner sowie Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Auf der Suche nach neuem Lebensraum flüchten diese auf winzigen Booten nach Faltergonien, einer Insel, wo alles noch wachsen darf, wie es will. Bald aber droht eine Überbevölkerung – eine Anspielung auf die Flüchtlingsproblematik. „Man lacht“, haben Gmelin und Schmelz festgestellt. „Aber irgendwann bleibt einem das Lachen im Hals stecken.“
„Wir bewegen uns dabei auf vermintem Terrain“
„Es ist ein unglaublich komplexes Stück“, sagt Marlene Gmelin. „Und wir bewegen uns dabei auf vermintem Terrain, denn das wird ganz schnell moralisch.“ Mit ihrem Stück wollen sie aber nicht moralisieren, sondern die Menschen auf poetische Weise zum Nachdenken über das eigene Handeln anregen. „Gutes Marionettenspiel erreicht den Zuschauer auf der emotionalen, seelischen Ebene. Es kann verzaubern und den Menschen nachhaltig tief im Innern berühren“, ergänzt Schmelz. Für die beiden Marionettenspieler ist das Stück eine Herzensangelegenheit und sie hoffen auf eine Reichweite über die Region hinaus.
Arte-Film über das Marionettentheater
Der Fernsehsender Arte hat 2020 einen Film über Gmelin und Schmelz gedreht, die beiden und Kursteilnehmer beim Spiel mit den Marionetten beobachtet. Nun hoffen sie, dass daraus noch mehr entsteht, vielleicht sogar ein Film über das Klimastück gedreht wird. Aber: „Ein Film ist ein riesengroßer Aufwand“, bekennen die beiden. Dazu müsste das Bühnenbild entsprechend gebaut werden, denn es wird immer aus verschiedenen Blickwinkeln gefilmt. Und für 20 Minuten Film könnten schnell rund 14 Tage Dreharbeiten nötig sein. „Das könnte eine Stufe zu groß für uns sein“, bekennen sie.
Proben im April und September
Zurzeit planen sie die Proben für das Klimastück im April und September. Bis zu acht Spieler stehen dabei gleichzeitig auf der Bühne – da muss auch geprobt werden, wie sie sich während des Spiels harmonisch aneinander vorbeibewegen können. Weil sie recht eng beieinanderstehen, müssten sie in der momentanen Lage zudem eine Maske tragen. Eigentlich sollte, angeleitet von einer Stimmbildnerin, live gesprochen werden. Aber weil das mit Maske unmöglich ist, werden nun professionelle Tonaufnahmen in einem Tonstudio nötig. Insgesamt sind etwa 20 Personen beteiligt. Weil die Leute aus ganz Deutschland kommen, ist es nicht einfach, sie alle zusammenzubekommen. Und gegenwärtig haben manche Angst vor einer Ansteckung und sind sich nicht mehr sicher, ob sie weiterhin dabeibleiben wollen.
Spieler als Schemen sichtbar
Gespielt wird auf offener Bühne, die schwarz ausgekleidet ist. Während die Marionetten gut ausgeleuchtet sind, sind die ebenfalls schwarz gekleideten Spieler im Hintergrund als Schemen sichtbar. Wenn sie gut spielen, drücken sie mit ihrem Körper aus, was gespielt wird und wirken dann wie ein Schatten der Marionette.
Festival als Schlusspunkt
Alles läuft auf das Festival hinaus, zu dem die Besucher teils von weit herkommen. Es ist der Schlusspunkt einer mehr als zweijährigen Arbeit. Natürlich üben die Leute auch für sich zu Hause, aber man müsse „das ganze Bild im Tun“ erleben. „Das Stück dauert rund eineinhalb bis zwei Stunden“, erzählt Schmelz. „Alles wird in Einzelteile zerlegt, die dann bei den Proben wieder zusammengefügt werden.“ Die Teilnehmer bekommen verschiedene Aufgaben. „So wird daraus ein großes Erlebnis und zeigt das Einmalige des Theaters – wir alleine hätten das nicht gekonnt“, bekennen Gmelin und Schmelz. Zurzeit planen sie mit 90 Zuschauern, müssen dafür ein Hygienekonzept erstellen. „Ein paar Grad plus – die Klimakonferenz“ wird am Freitag und Sonntag aufgeführt. Dazwischen gibt es noch viele andere Aufführungen, in denen die Spieler eigene Stücke zeigen. Für das Klimastück bleibt es vermutlich bei diesen beiden Aufführungen – es ist sehr unwahrscheinlich, dass man die vielen Beteiligten noch einmal so zusammenbringen kann. Aber vielleicht entsteht aus diesem Stoff noch ein Film oder ein Buch.
Das Festival der Marionette soll vom 29. bis 31. Oktober 2021 in Waldenburg-Hohebuch stattfinden. Weitere Informationen unter www.pendelmarionetten.de
Text: Sonja Bossert

Fische kochen Tee mit ausgebrannten Brennstäben. Foto: PendelMarionettenTheater

Detlef Schmelz und Marlene Gmelin vom Marionettentheater Pendel in Hermuthausen. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv
Am 14. März 2021 sind Landtagswahlen. GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann hat einen Kandidaten-Check gemacht (bereits erschienen: Arnulf von Eyb, Videointerview, 1. Teil). In einem Videochat sprach sie mit der Grünen-Kandidaten Catherine Kern über die Klimaliste, die ihn ihren Augen kaum eine Chance hat bei den Landtagswahlen, warum sie die Düngepolitik der CDU nicht vertreten kann, warum es Pflicht werden sollte, das jedes Haus Fotovoltaik haben muss, und warum es Klimaschutz ist, wenn Künzelsau wieder einen Bahnhof bekommt, Niedernhall derweil wiederum ein ganz anderes Sorgenkind hat.
Den Gemeinden fehlt Geld
GSCHWÄTZ: Frau Kern, Sie haben vor dem Lockdown noch einige Bürgermeister einen Besuch abgestattet. Wo drückt es die Gemeinden hierzulande?
Kern: An mangelndem Geld, ganz klar. Es ist nie genügend Geld vorhanden. Diese Regierung hat sehr viel Geld verteilt in den Gemeinden, das muss man sagen. Wir haben ja auch bedingt durch eine sehr gute Konjunkturphase sehr viel Geld einnehmen können. Aber klar, das reicht immer nicht. Ich greife zum Beispiel Niedernhall auf. Das hat eine recht gute Gewerbebasis, das muss man sagen. Ich denke schon, dass sie da sehr gute Gewerbeeinnahmen haben. Aber wir wissen ja, Gewerbesteuer ist ja heimtückisch. In einem Jahr bekommt man viel Geld, dann über die Umlage im zweiten Jahr muss man das verteilen. Aber Niedernhall hat ja das Solebad und das ist das Sorgenkind, muss man sagen. Das muss umfangreich renoviert werden und das geht in den Millionenbereich. Und das kann eine Kommune wie Niedernhall nicht alleine stemmen. Was auch noch Thema ist: Innenstadtverdichtung. Da läuft ein super Projekt in Niedernhall: „Scheune sucht Freund“. Was da aber problematisch ist, Baugenehmigungen zu bekommen. Herr Beck hat gesagt, es ist viel einfacher, auf den grünen Wiesen Baugenehmigungen zu holen wie in diesen Projekten. Es kann aber nicht sein, dass wir draußen immer mehr auch wichtige landwirtschaftliche Fläche versiegeln. Und da wo eine Innenstadtverdichtung möglich ist, dauern die Genehmigungsverfahren wesentlich länger und sind wesentlich bürokratischer.
Niedernhall hat derweil ein ganz anderes Sorgenkind
GSCHWÄTZ: Zumal es auch viele denkmalgeschützte Häuser gibt, wo viele gerne kaufen würden, aber abgeschreckt werden durch die ganzen Auflagen. Inwieweit können Sie da als mögliche zukünftige Landtagsabgeordnete etwas ändern?
Kern: Denkmalschutz ist beim Kreis angesiedelt. Aber man kann natürlich das als Thema aufgreifen und schauen, wie wir im Dialog Besserungen da hineinbringen. Gerade solche Gebäude, die jahrelang dastehen und verfallen, da müsste man schauen, wie man das verbessern könnte.
„Ein Stück weit macht Winfried Kretschmann auch Wahlkampf für mich“
GSCHWÄTZ: Wie gut stehen die Chancen, dieses Mal den Sprung in den Landtag zu schaffen?
Kern: 2016 habe ich das ja ziemlich knapp verpasst. Wir haben einen sehr beliebten Ministerpräsidenten. Ein Stück weit macht Winfried Kretschmann ja auch Wahlkampf für mich. Wir haben eine Krise. Corona ist eine Krise. Wenn die Menschen das Gefühl haben, wir sind in guten Händen mit unserem Ministerpräsidenten, dass wir die Coronakrise gut meistern, dann denke ich, sind meine Chancen nicht schlecht. Schön wäre es, wenn Hohenlohe mehrere Abgeordnete nach Stuttgart schicken könnte.
GSCHWÄTZ: Es wäre ja beinahe noch eine weitere Partei hinzugekommen, in anderen Kreisen ist das der Fall, im Hohenlohekreis nicht. Wir sprechen von der Klimaliste. Ist die Klimaliste eine Konkurrenz zu den Grünen?
„Die Vernunft wird siegen, denn eine Klimaliste wird es auch nicht besser machen“
Kern: Wir haben dieses Mal eine Koalition mit der CDU. Das heißt, es kommen Programmpunkte von den Grünen und es kamen auch Programmpunkte von der CDU. Und die Klimapolitik ist nicht so engagiert, ist nicht so progressiv wie die der Grünen. Und so mussten wir Kompromisse finden und das ist für manche Menschen nicht gut genug und ging denen nicht weit genug. Aber ich denke, die Vernunft wird siegen, denn eine Klimaliste wird es auch nicht besser machen. Das heißt, auch wenn sie Mandate bekommen, müssen sie jede Menge Kompromisse eingehen. Die meisten Menschen wissen: Die Grünen, das ist die Partei für Klimaschutz und werden nach wie vor dort ihr Kreuz machen. Diese Klimaschutzmenschen haben vielleicht ein bisschen Nachholbedarf, was Demokratie anbelangt. Aber in einem Parlament sind einfach verschiedene Interessen vertreten. Es immer ein Kompromiss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie uns eine große Konkurrenz sein werden, weil die Vernünftigen sagen werden: Wenn ich da mein Kreuz mache, haben wir noch weniger Möglichkeiten.
„Mit der CDU war das nicht möglich, mit der SPD auch nicht“
GSCHWÄTZ: Oder man vereint sich und die Grünen und die Klimaliste ergeben noch mehr Potenzial in Baden-Württemberg.
Kern: Aber dann müssen sie die 5-Prozent-Hürde überwinden und ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass sie das schaffen.
GSCHWÄTZ: Nichtsdestotrotz gibt es viele Fridays-for-future-Anhänger, die sich in der seit September gegründeten Klimaliste engagieren und die unzufrieden mit der Politik der Grünen sind. Wie oft waren Sie bei Klimademonstrationen in Öhringen und Künzelsau vor Ort?
Kern: Ich muss nochmal das aufgreifen, was ich vorhin gesagt habe. Die Grünen hätten natürlich mehr gemacht, wenn Sie die absolute Mehrheit gehabt hätten. Mit der CDU war das nicht möglich, mit der SPD auch nicht. Als das mit dem Feinstaubalarm war, hat Claus Schmiedel (SPD) gesagt, er wird weiterhin mit seinem Diesel nach Stuttgart fahren. Und auch mit der CDU ist es uns nicht gelungen. Beispiel Fotovoltaik. Es ist uns nur gelungen, dass auf neuen Industriegebäuden Fotovoltaik draufkommt. Wir hätten das natürlich gerne auf allen Neubauten gehabt, auch auf Häusern. Wir sehen es auch mit dem Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU). Er will jetzt wieder ganz schlimme Pestizide benutzen, damit die Zuckerrüben hier angebaut werden können. Diese Pestizide sind absolut bienenfeindlich. Die CDU bedient ihre Klientel, die Landwirtschaft, die nach wie vor sehr viel auf Pestizide setzt.
GSCHWÄTZ: Um nochmal zurückzukommen zu den Demos.
Kern: Ich war bei allen Demos dabei. Ich kenne viele. Da ist ein Netzwerk vorhanden. Das ist für mich dann auch eine gelungene Sache, denn dann heißt es wahrscheinlich: Die Frau Kern vertritt die Fridays for future so gut, dass wir keine Klimaliste brauchen.
GSCHWÄTZ: Aber sie nehmen vermutlich den Greta-Rückenwind schon mit in die Landtagswahlen, oder?
Kern: Also ich sitze ja im Gemeinderat und im Kreistag und bin bekannt für meine Standpunkte. Nehmen wir die Kochertalbahn. Es war eine knappe Entscheidung. Aber Schienenverkehr für eine Verkehrswende ist äußerst wichtig. Die Kochertalbahn und dass unsere Kreisstadt Künzelsau einen Bahnhof bekommt, das ist auch Klimaschutz.
>>> Nächster Kandidatencheck: Anton Baron, AfD im Videochat mit GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann
In den vergangenen Tagen ist im Hohenlohekreis ein im Vergleich zu den Vorwochen starker Anstieg der Corona-Fallzahlen zu verzeichnen. Alleine zwischen dem 01. und 04. Februar wurden dem Landesgesundheitsamt durch das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises rund 70 Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.
Schnelltests, um die Infektionsketten zu brechen
Demnach habe das Landratsamt drei Ausbruchsgeschehen ausmachen können:
Nicht-coronaconforme private Veranstaltung
Die Kontaktpersonennachverfolgung im Gesundheitsamt arbeitet nach wie vor 7 Tage die Woche, um die Ausbruchsgeschehen zu identifizieren und schnellstmöglich alle Infizierten und Kontaktpersonen in Quarantäne zu versetzen, um so Infektionsketten schnell zu unterbrechen, so das Landratsamt.
Landrat Neth: „Große Sorgen machen mir persönlich die Virus-Mutationen“
Landrat Dr. Matthias Neth zur aktuellen Infektionslage im Hohenlohekreis: „Es war klar, dass die vergleichsweise niedrige Inzidenz der vergangenen Tage nur eine Momentaufnahme darstellt und es immer zu neuen Ausbrücken kommen kann. Dass wir nun gleich mehrere parallelverlaufende Ausbruchsgeschehen haben, macht nochmals deutlich, dass wir die Lage keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen und unterschätzen dürfen. Große Sorgen machen mir persönlich die Virus-Mutationen. Bislang wurde noch keine der Virusvarianten bei einem im Hohenlohekreis wohnhaften Bürger nachgewiesen, die angeordneten Sequenzierungen werden uns Aufschluss über die aktuelle Situation geben. Die dynamische und schnelle Entwicklung der Pandemie zwingt uns alle, weiterhin wachsam zu bleiben und die Regeln zu beachten, auch wenn dies schwerfallen mag. Wir dürfen nicht den Fehler machen, uns in falscher Sicherheit zu wiegen.“
Neth „enttäuscht und fassungslos über das Verhalten Einzelner, die wissentlich Verstöße gegen die Corona-Verordnung begehen“
Persönlich bin ich – gerade mit Blick auf die illegale private Veranstaltung – gleichermaßen enttäuscht wie fassungslos über das Verhalten Einzelner, die wissentlich Verstöße gegen die Corona-Verordnung begehen, andere gefährden und damit das Infektionsgeschehen verstärken. Wenn wir uns nicht alle dafür einsetzen, die weitere Ausbreitung zu verhindern, wird eine Lockerung der Maßnahmen beziehungsweise ein schrittweiser Rückgang zur Normalität so schnell nicht möglich sein.“
Schwere Verletzungen zog sich ein 38-jähriger Fußgänger bei einem Unfall am Mittwochnachmittag, gegen 16.30 Uhr, auf der Stuttgarter Straße in Künzelsau zu.
In Höhe der Bahnhofstraße stockte der Verkehr kurrzeitig auf der linken Fahrspur. Der Fußgänger schätzte diese Situation offenbar falsch ein und versuchte über die Fahrbahn zu rennen. Dabei wurde er vom Fahrzeug einer 23-Jährigen erfasst und schwer verletzt. Die Audi A1 – Lenkerin blieb unverletzt. Der Fußgänger wurde an der Unfallstelle erstversorgt und dann mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Die Bundesstraße 19 musste für die Dauer der Unfallaufnahme kurzzeitig gesperrt werden, wodurch es zu Verkehrsbehinderungen im Feierabendverkehr kam. Die Höhe des Sachschadens kann noch nicht beziffert werden.
Quelle : Pressemitteilung der Polizei