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„Aber ich bin der Abgeordnete von Hohenlohe und nicht der Abgeordnete nur von Künzelsau oder von Dörzbach“

Am 14. März 2021 sind Landtagswahlen. Anbei veröffentlichen wir den zweiten Teil des Interviews mit dem CDU-Landtagskandidaten für Hohenlohe, Arnulf von Eyb darüber, warum er keinen Tesla fährt, Winfried Kretschmann kein Motor für Baden-Württemberg ist, warum der Hubschrauber für Künzelsau anstelle des Krankenhauses fliegen soll und was Milchkannen mit schnellem Internet zu tun haben.

Disput mit Anton Baron

GSCHWÄTZ: Die zweite große Krise neben der Coronakrise, ist die Klimakrise. Unter anderem sind auch zahlreiche Schüler, unter anderem vom Schloßgymnaisum in Künzelsau auf die Straße gegangen im Rahmen von Klimademos. Der AfD-Landtagsabgeordnete des Hohenlohekreises, Anton Baron, hat in diesem Zuge kritisiert,dass Schule darf nie politisch werden. Sie haben dagegen argumentiert.

Klimademos: „Ich möchte kritische junge Menschen haben“

Arnulf von Eyb: Zum einen: Es war keine Organisation der Schule, sondern das haben Schüler gemacht, ist das eine. Zum anderen: Ich möchte kritische junge Menschen haben. Ich möchte, dass auch die Künzelsau oder die Öhringen oder die Krauthammer Schüler sich mit diesem Thema beschäftigen, das ja Millionen von jungen Menschen beschäftigt. Übrigens nicht nur die jungen, sondern auch die alten und überhaupt alle. Und wenn die dann was organisieren und sich schlau machen und sich entsprechend auch informieren, dann ist das meines Erachtens völlig in Ordnung und davon zu sprechen, dass eine Indoktrination stattfindet oder ähnliches. Das finde ich völlig übertrieben.

„Das finde ich völlig übertrieben“

GSCHWÄTZ: Könnten Sie sich denn auch auf Bundesebene eine grün-schwarze oder schwarz-grüne Koalition vorstellen? Die Bundestagswahlen sind ja im Herbst.

von Eyb: Die ersten fünf Jahre Grün-Rot habe ich in sehr schlechter Erinnerung. Ich glaube, das waren auch Jahre des Stillstandes in Baden-Württemberg. In der zweiten Legislaturperiode, in der ich dabei war, haben wir jetzt Grün-Schwarz. Das ist sehr viel besser, wir haben hervorragende Minister. Wir haben einen guten stellvertretenden Ministerpräsidenten. Aber wenn schon Grün-Schwarz, dann werden wir Schwarz-Grün natürlich lieber. Ich möchte ganz gerne in meiner sicherlich auch letzten Periode – unterstellt, ich werde nochmal gewählt – würde ich gerne auch im Staatsministerium ein und ausgehen können, dass der Pförntner weiß: Da kommt der Abgeordnete aus Hohenlohe und man muss sich nicht groß anmelden. Ich glaube, das täte Baden-Württemberg gut. Und Frau Dr. Eisenmann [Anm. d. Red.: CDU, aktuell Kultusministerin in Baden-Württemberg] ist eine unglaublich engagierte Politikerin und ich glaube, sie wird etwas frischen Wind ins Staatsministerium bringen. Das heißt aber nicht, dass ich den Ministerpräsidenten nicht als Person sehr schätze, das kann ich offen dazusagen. Aber als Ministerpräsidenten weitere fünf Jahre wünsche ich ihn mir nicht, weil er in meinen Augen zu wenig die Zukunft des Landes Baden-Württemberg im Auge hat.

GSCHWÄTZ: Aber viele Bürger wünschen sich ja mehr Grün, mehr grüne Politik. Oder kann die CDU auch grün?

von Eyb: Die CDU kann grün. Die CDU war immer eine Partei, der es darum geht, das Beste zu machen, auch was die Natur anbelangt. Ich will nur ein kleines Beispiel nennen. Eine gute, naturnahe Lebensweise kann es nur geben, wenn wir Technologieführer sind in vielen Bereichen. Wir haben die Flüsse sauber gemacht, wir können die Schornsteine sauber machen. Dafür braucht man aber Geld. Ich war in Indien mit einer Reise des Ausschusses und da wurde uns ganz offen gesagt: Bevor unsere Kinder nicht eine vernünftige Schulbildung haben, interessieren wir uns nicht für die Reinheit unserer Flüsse. Und bei uns ist es umgekehrt Wir haben reine Flüsse, weil wir auch eine gute Schulbildung haben. Und ich glaube, wir brauchen Technologieführerschaft, um die Probleme der Zukunft zu bewältigen. Ich glaube insofern, da ist der Ministerpräsident bei aller persönlicher Wertschätzung nicht der Motor ist, den wir in Baden-Württemberg für die Zukunft brauchen.

GSCHWÄTZ: Manche CDU-Politiker auch aus dem Hohenlohekreis fahren ja auch Tesla. Sie auch?

von Eyb: Das ist völlig in Ordnung. Ich fahre kein Tesla. Ich habe ein Fahrzeug, das aller Voraussicht nach in Stuttgart zusammengebaut wurde. Aber sehr viele Einzelteile kommen sicherlich aus Hohenlohe.

„Kein verantwortungsvoller Landwirt düngt mehr als nötig“

GSCHWÄTZ: Stichwort Düngeverordnung. Das ist ja auch immer so ein streitpunkt zwischen den Grünen und der CDU.

von Eyb: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen verantwortungsvollen Landwirt gibt, wenigstens kenne ich keine hier, die mehr düngen als nötig. Nach dem Motto: Viel hilft auch viel. Unsere Landwirte sind extrem gut ausgebildet. Man muss sich fragen: Was kann ich? Was darf ich? Was ist vernünftig? Aber derjenige, der sät, der will irgendwann auch ernten. Und es ist ganz schön, dass man sich weniger wünscht. Aber man muss sich auch die Frage stellen: Wie kriege ich das hin? Und man kann von dem Landwirt nicht erwarten, dass er weniger düngt und dadurch die Hälfte seiner Ernte kaputtgeht oder sogar noch mehr. Wir können aber auch nicht verheimlichen, dass wir manch einen Stoff brauchen. Denken wir nur an den Weinbau. Da wird dann Kupfer ausgebracht. Also Kupfer ist ja nicht unbedingt das Beste für die Natur. Also man muss auch ein bisschen ehrlich sein.

„Ich habe vor wenigen Tagen einer Dame geschrieben“

GSCHWÄTZ:  Man hat ja schon über die Jahre dazugelernt und hat dann doch immer wieder neue Verordnungen gemacht, weil man erkannt hat, dass diverse Stoffe eben nicht so gut sind für den Menschen.

von Eyb: wenn die Menschen sagen, man geht dann an den Lebensmitteln irgendwie kaputt oder so, da bin ich sehr skeptisch. Ich habe vor wenigen Tagen einer Dame geschrieben. Und die Dame ist 106 Jahre alt geworden. Und ich gehe mal davon aus. 106 Jahre wird man nicht so ohne weiteres. Man, weil man sich vernünftig ernährt hat, weil man eine gute Konstitution hat. Und wir müssen darüber hinaus auch acht geben darauf, dass wir auch satt werden. Und ich möchte die Lebensmittel auch aus Deutschland haben. Ich möchte auch regional ernährt werden. Wir laufen Gefahr, dass Menschen, die nicht in dieser Produktionskette drin sind, die keine Ahnung haben, gewisse Stimmungsbilder erzeugen. Da müssen wir vorsichtig sein.

„Aber ich bin derAbgeordnete von Hohenlohe und nicht der Abgeordnete nur von Künzelsau oder von Dörzbach“

GSCHWÄTZ:Wenn Sie wiedergewählt werden sollten am 14. März 2021 – was möchten Sie noch bewirken für den Hohenlohekreis?

von Eyb: Es bleibt einmal die Infrastruktur. Um die müssen wir uns nach wie vor kümmern. Schule, Straße. Wir kriegen ein neues Krankenhaus in Öhringen.

GSCHWÄTZ: Leider nicht in Künzelsau.

von Eyb: Ja gut. Aber ich bin vier Abgeordnete von Hohenlohe und nicht der Abgeordnete nur von Künzelsau oder von Dörzbach oder wie auch immer. Ich bin überhaupt froh, dass wir ein modernes Krankenhaus hier bekommen. Das Jagsttal hat es ja relativ nah zu Bad Mergentheim. Ich glaube, die Entscheidung, die war sehr schwierig. Ich bin nicht im Kreistag, aber ich glaube letztendlich, die Entscheidung war nachvollziehbar, dass es so gekommen ist. Dann müssen wir sehr viel in die Infrastruktur investieren, was Breitband anbelangt. Da müssen wir noch zusätzlich Gas geben, obwohl wir ja jetzt schon das Zehnfache von dem gemacht haben. Und wir haben sehr viel zu tun, was unser Handwerk anbelangt. Wir müssen unseren Mittelstand stärken. Wir müssen unseren jungen Menschen entsprechende Perspektiven geben und da wird auch viel unternommen.

„Wenn ein einzelner Ort sagt: Ich bin schlecht angebunden, dann kann ich nicht sagen: Ich konzentriere mich jetzt auf den Ort“

GSCHWÄTZ: Stichwort Breitbandversorgung. Wir haben ja vor zwei Jahren schon mal ein Interview gehabt und da war das Thema Breitbandversorgung am Beispiel Eberbach eine ganz großes Thema, weil die Macher sich beschwert haben, dass sieteilweise  nicht mal Handyempfang haben und sich erhofft haben, dass die Politik da ein bisschen Abhilfe schafft.Hat sich da mittlerweile etwas getan?

von Eyb: Nein, so einfach geht es natürlich auch nicht. Wenn ein einzelner Ort sagt,ich bin jetzt schlecht angebunden, dann kann man nicht sagen, ich konzentriere mich jetzt auf den Ort. Es muss ja im Gesamtsystem passen. Es gibt Ortschaften, die sehr gut versorgt sind. Nehmen wir mal meine Heimatgemeinde Dörzbach, da wurde die Straße also dort neu gemacht. Warum wurde die Straße neu gemacht? Weil die Wasserleitungen neu gemacht werden mussten. Und wenn man die Straße neu macht, dann ist es nachvollziehbar, dass man auch andere moderne Versorgungsstränge gleich mitverlegt. Und die haben jetzt teilweise Glasfaser quasi ins Haus. In Buchenbach neben Eberbach will man jetzt Masten aufstellen, aber das passt auch nicht so recht. Also ich bin überzeugt, es wird noch ein paar Jahre dauern, aber bis 2025 haben wir das Versprechen, glaube ich, durchgesetzt, an jeder Milchkanne tatsächlich schnelles Internet zu haben.

„An jeder Milchkanne schnelles Internet“

von Eyb: Thema Krankenhaus. Die Schließung ist mittlerweile vollzogen. Den Künzelsauer Standort gibt es nicht mehr. Es wurde versprochen, dass der Rettungsdienst gestärkt wird und dass auch ein solides MVZ da ist. Wie sehen Sie das heute? Ist der Rettungsdienst gestärkt worden? Wenn ja, inwiefern? Und ist das MVZ so, wie Sie es sich vorgesteltt haben? Derzeit sind ja zwei Ärzte drin.

von Eyb: Also der erste Hinweis: Das ist natürlich ein Thema des Kreistages und ich bin nicht Mitglied des Kreistages. Und ich tue mich immer schwer, wenn ich weiß, wie viele Menschen da zusammenkommen und diskutieren und abwägen und Gutachten anschauen. Dass das Krankenhaus in Künzelsau geschlossen wurde, ist natürlich eine bedauerliche Sache. Die Versorgung, die menschliche Versorgung, sie war exzellent. Da hat man immer wieder Gutes gehört. Aber es geht ja nicht nur um die Frage darum, sondern es geht hier auch um die medizinischen Möglichkeiten. Das MVZ wird kommen oder ist es schon angelaufen. Und das mit dem Rettungsdienst, das wird auch kommen. Man diskutiert ja gerade hier, dass wir auch mit einem Hubschrauber besser angeflogen werden können oder versorgt werden.

„Man diskutiert ja gerade hier, dass wir auch mit einem Hubschrauber besser angeflogen werden können oder versorgt werden. „

GSCCHWÄTZ: Aber eigentlich wollte man ja erst das Krankenhaus schließen, wenn diese ganzen Dinge schon da sind und nicht vorher schon.

von Eyb: Gut, also da bin ich jetzt der falsche Ansprechpartner. Ich kann das ja nur zur Kenntnis nehmen und ich unterstütze da, wo ich kann. Das ist meine Aufgabe im Landtag eben auch dafür zu sorgen, z.B. dass die Landarzt-Quote kommt, damit wir eine medizinische Versorgung überall haben, nicht nur in den größeren Städten, sondern auch im Land. Aber das sind alles Prozesse, die gehen nicht von heute auf morgen. Aber man muss sie irgendwann mal angucken und dann entsprechend fördern.

Das Interview führte GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann




„Ich habe das aus Neugier und Liebe zur Medizin gemacht“

Was bringt einen 15-jährigen Schüler dazu, sich ausgiebig mit Corona, der Pandemie und ihren Auswirkungen zu beschäftigen und schließlich darüber eine Hausarbeit zu schreiben? Gabriel Karagiannis, Schüler an der Freien Schule Anne-Sophie Künzelsau, hat es getan – freiwillig, ohne dass ihn ein Lehrer dazu aufforderte. Die Arbeit entstand noch im April 2020, zur Zeit des ersten Lockdowns. Bereits damals kam er zu dem Schluss, „dass die Corona-Maßnahmen von größtem Belang sind, die zur Eindämmung betragen“.

Von der Vogel-Grippe über SARS bis zur Corona-Krise

Gabriel Karagiannis beleuchtet in seiner Arbeit, was das Corona-Virus ist, mögliche Auslöser, die Stadien, die das Virus durchläuft, besonders betroffene Gruppen und mögliche Lösungswege. Dafür geht er sehr weit zurück in der Geschichte – bis ins Jahr 1918 und dem Ausbruch der Spanischen Grippe – und schlägt einen Bogen über die asiatische Grippe, Vogel-Grippe und Sars-Pandemie zur heutigen Corona-Krise. Der Schüler erörtert eine mögliche Theorie zur Entstehung des Sars-Cov2-Virus und erklärt, was Corona eigentlich ist und welche Verläufe Covid-19 nehmen kann. Und er untersucht ein mögliches Vorgehen zur Milderung von Krankheitsverläufen. Bemerkenswert ist vor allem, dass er schon im April 2020 vermutete, dass es zu einem erneuten Ausbruch im Herbst oder Winter kommen werde, wie es dann ja auch geschah.

„Die Infos mussten mühsam im Internet zusammengesucht werden“

„Ich habe das aus Neugier und Liebe zur Medizin gemacht“, erklärt der Neuntklässler, der findet, dass er seiner Schule viel zu verdanken habe. „Zu Beginn der Pandemie hieß es ja immer, dass die Wissenschaftler selbst noch nicht so viel wissen.“ Die Datenlage war unübersichtlich, die Recherche dementsprechend anstrengend. „Die Infos mussten mühsam im Internet zusammengesucht werden“, erzählt der junge Mann, dessen Lieblingsfächer Sprachen, Religion und Biologie sind. Am Anfang dachte er noch, dass das eher eine kleine Sache wird, aber ihm war wichtig, dass es verstanden wird. Letztendlich zog sich die Arbeit über sieben Monate. „Aber ich habe auch Unterstützung bekommen, ganz besonders von meinem ehemaligen Bio-Lehrer und Mentor Wolfgang Schiele.“

„Am besten wäre gewesen, gleich alles zuzumachen“

Besonders wichtig war dem Niedernhaller auch, dass die Leser verstehen, „dass es Gründe für die Corona-Maßnahmen gibt“. Manche der Maßnahmen findet er gut, andere aber auch schlecht. „Am besten wäre gewesen, gleich alles zuzumachen“, findet er. Als Beispiel führt er die autofreien Samstage in den 1970er-Jahren an. „Das wäre doch auch eine Möglichkeit ab Herbst gewesen – Sonntage daheim“, meint er. „Oder dass in jeden Laden nur zwei Leute rein dürfen.“ Natürlich seien auch Masken wichtig. Aber: „Diese FFP2-Masken machen keinen Unterschied, Masken mit Filtern wären auch schon gut.“

„Die Politik müsste klarer werden, zu den Menschen sprechen und einen Plan aufzeigen“

Auch ihm gehe es „auf den Keks, wenn die Maßnahmen immer wieder verlängert werden.“ Und Gabriel findet: „Die Politik müsste klarer werden, zu den Menschen sprechen und einen Plan aufzeigen.“ Denn eines sei klar: In Deutschland könne man sich auf die Infos verlassen, erteilt er allen Verschwörungstheoretikern eine Absage. „Man weiß, dass viel gemacht wurde“, findet er. Auch die meisten Jugendlichen würden sich an die Vorgaben halten. „Es sind doch nicht nur Jugendliche, die die Regeln ignorieren. Die, die sich vorher an nichts gehalten haben, machen das jetzt auch nicht“, sagt er. Was ihm fehlt: der Dialog. „Man müsste viel mehr miteinander reden und sich gegenseitig zuhören“, ist seine Meinung. „Denn nur so funktioniert Demokratie.“

„Und so wurde aus ihm ein junger Wissenschaftler“

„Ein wichtiger Bereich unserer Schulkonzeption ist das Erkennen und Fördern von Talenten. Dies betrifft grundsätzlich alle Bereiche der persönlichen Begabungen, Fähigkeiten, Einstellungen und Motivationen“, schreibt Wolfgang Schiele, Mitglied der Schulleitung an der Freien Schule Anne-Sophie Künzelsau und Gabriels ehemaliger Bio-Lehrer. Er unterstützte das Projekt seines Schülers nachhaltig und ist voll des Lobes: „Bei Gabriel Karagiannis war schon in den ersten Stunden und Begegnungen im MINT-Bereich erkennbar, dass seine Neugierde und sein Interesse ein Türöffner sind, um ihn ganz tief in die fachlichen und überfachlichen Inhalte der Naturwissenschaften eintauchen zu lassen. Beinahe wie von selbst fand er Zusammenhänge wie zum Beispiel dem Auge (Sehen) und der Optik. Also zwischen den einzelnen Disziplinen der Naturwissenschaften.“ Schon bald sei so aus Gabriel ein junger „Wissenschaftler“ geworden, „der sich nicht scheute, am Wochenende oder auch in den Ferien die Erörterung einer Herausforderung, eines Problems zu klären und mit mir zu diskutieren“. Und auch damals schon habe der 15-Jährige die Bereitschaft zu zusätzlichen Referaten, Präsentationen und Vertiefungsgruppen gezeigt.

„Corona war eine neue Herausforderung“

Corona stellte für den Neuntklässler nach Ansicht des Lehrers eine „neue Herausforderung dar“. „Anfangs waren sehr viele Meinungen, Vorgaben und Entscheidungen mit einem großen Fragezeichen von ihm versehen“, so Schiele weiter. „Ich erinnere mich sehr genau, wie er wochenlang mit Fragen kämpfte, selbst Theorien und Zusammenhänge fand und sich immer tiefer einarbeitete.“ So wurde aus Gabriel ein jugendlicher Experte, der für sich Fragen und Antworten gefunden hätte und der andere an seinem Wissen und Erkenntnis teilhaben lassen wollte – Gabriel begann „zu schreiben, zu recherchieren und an die Öffentlichkeit zu treten“.

„Ich hab die Arbeit meinen Lehrern gezeigt“, sagt Gabriel Karagiannis. Nun wolle er dazu eine Präsentation halten und sein Projekt als Extra-Arbeit werten lassen.

„Ich wünsche ihm, dass er sich diese Motivation erhält“

„Ich bewundere ihn, wie er die Chance an der Schule nutzte, wie er willensstark durchhielt. Immer wieder einen Schritt zurückging, um nach vorne zu kommen“, schreibt der Bio-Lehrer. „Ich wünsche ihm, dass er sich diese Motivation erhält und bin mir sicher, er hat eine interessante Zukunft vor sich. Eine Zukunft, in der er stetig wächst und sich die Zusammenhänge der Wissenschaft und der Welt immer mehr zu eigen macht.“

 




„Die Kinder zeigen ihre Schmerzen auf den Videos deutlich“

Schwerer sexueller Missbrauch lautet die Anklage – am dritten Tag im Prozess gegen einen Lehrer der Waldorfschule Schwäbisch Hall kommen brisante Details ans Tageslicht. Zwei seiner Schülerinnen, zu diesem Zeitpunkt acht und elf Jahre alt, soll der 63-Jährige missbraucht haben. Doch nach Aussage der Kriminalhauptkommissarin Christina B. am letzten Verhandlungstag sollen das keine Einzelfälle gewesen sein – die Missbräuche sollen sich über Jahrzehnte hinweg erstreckt haben und bis ins Jahr 1988 zurückzuführen sein.

Vermutlich heimliche Aufnahmen der Schülerinnen

Beim Angeklagten wurde kinderpornografisches Film- und Fotomaterial sichergestellt, auf dem zum Teil Vergewaltigungen von Babys und Kleinkindern zu sehen sind.

Bilder einer Schülerin

Lea H., Polizeikommissaranwärterin, hat das Bildmaterial ausgewertet. „Mir sind auf dem Asservat 20, auf einem Tablet, drei Bilder einer Schülerin aufgefallen. Ein Mal oberkörper-, ein Mal unterkörperfrei. Ich vermute, dass es ein Video war, auf dem sie sich umgezogen hat und von dem später Screenshots gemacht wurden.“ Des Weiteren wurden Videos gefunden, die den Angeklagten im Gespräch mit Schülerinnen zeigen, die vermutlich heimlich aufgenommen wurden. Unter anderem wurde einem Mädchen dabei heimlich bewusst in den Ausschnitt gefilmt. Außerdem sichtete die Polizeikomissaranwärterin kinderpornografische Bilder, bei denen unter anderem die Gesichter der missbrauchten Kinder durch die einer Schülerin des Angeklagten ausgetauscht wurden.

Thema K.O.-Tropfen im Unterricht?

Die junge Polizistin berichtet des Weiteren von der Sichtung von 43 Webverläufen, auf denen der Angeklagte nach verschiedenen Substanzen, wie K.O.-Tropfen, Schlafgas, Chloroform und „Schlafmittel für ein zehnjähriges Kind“ gesucht haben soll. Er habe danach gesucht, wie es hergestellt wird und wo man es kaufen könne. Außerdem suchte er auf Google danach, wie ein zehnjähriges Kind einen Orgasmus erleben könne. Der Angeklagte rechtfertigt diese Suchanfragen damit, im Unterricht das Thema K.O.-Tropfen durchgenommen zu haben, um die Kinder für diese Gefahr zu sensibilisieren. Anschließend gibt Lea H. Aussagen einer Schülerin wieder: „Sie hat erzählt, dass es einige Vorfälle gab, die ihr unangenehm waren. Der Angeklagte hat ihr vorne in die Hose gegriffen und sie zu sich gezogen und ihr gesagt, dass er erregt sei. Außerdem hat er sie gefragt, ob sie wisse, was Solosex sei.“

„Das sind zu einem erheblichen Anteil Vergewaltigungen“

Marc K., Polizeihauptkommissar, hat die kinderpornografischen Videos, die beim Angeklagten gefunden wurden, ausgewertet. Er beschreibt die schweren Vergewaltigungen an Babys und Kleinkindern, die auf den Videos zu sehen sind. „Auf einem der Videos, das mit einer Nahaufnahme des Analbereichs eines kleinen Kindes beginnt, hört man das Kind sagen: ‚Nicht mehr da rein‘. Es ist unstrittig, dass das alles nicht nur dokumentierter Missbrauch von Kindern ist, sondern, dass das auch zu einem erheblichen Anteil Vergewaltigungen sind. Die Kinder auf den Videos leiden unter monate- und jahrelanger psychischer und sonstiger Gewalt. Die Kinder zeigen ihre Schmerzen auf den Videos deutlich.“ Die häufigsten Google-Suchanfragen des Angeklagten, die der Kriminalhauptkommissar ausgewertet hat, ergaben unter anderem Manipulierbarkeit, Bindungswirkung, Abhörbarkeit von Handys und Drohne mit Livecam.

Am nächsten Verhandlungstag, dem 16. März, wird der Sachverständige zu dem Fall Stellung nehmen und die Plädoyers sollen vorgetragen werden.

Text: Priscilla Dekorsi




Feuer auf Terasse lässt Wohnhaus brennen

Der Löschzug Künzelsau, die Feuerwehr Mulfingen und die Führungsgruppe Kochertal wurden heute Morgen zu einem Wohnhausbrand nach Hollenbach gerufen. Vermutlich auf der Terrasse des Hauses brach das Feuer aus und griff rasch auf das Dach über.

Mit mehreren Atemschutztrupps wurde der Brand bekämpft. Um an letzte Glutnester zu gelangen musste über die Drehleiter ein Großteil der Dachhaut geöffnet werden. Gegen 12 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr Künzelsau beendet.

Wohnhausbrand in Hollenbach. Quelle: Feuerwehr Künzelsau

Wohnhausbrand in Hollenbach. Quelle: Feuerwehr Künzelsau

Wohnhausbrand in Hollenbach. Quelle: Feuerwehr Künzelsau

Wohnhausbrand in Hollenbach. Quelle: Feuerwehr Künzelsau




Die Maus wird 50

Am Sonntag, den 07. März 2021, feiert die „Sendung mit der Maus“ ihren 50. Geburtstag. 1971 wurde die erste Sendung ausgestrahlt. Seitdem begeistert sie Jung und Alt mit spannenden und informativen Lach- und Sachgeschichten.

Einladung nach Öhringen

Öhringens Oberbürgermeister und vierfacher Familienvater Thilo Michler gratuliert der Maus, dem Elefanten und dem ganzen Maus-Team auch vonseiten der Großen Kreisstadt, heißt es in einer Pressemitteilung. Michler nutzt die Gelegenheit für eine Einladung: „Herzlichen Glückwunsch liebe Maus! Wir laden Euch herzlich in unser familienfreundliches Öhringen ein und wollen Euch Hohenlohe, die innovative Region der Weltmarktführer, zeigen – hier gibt es reichlich Stoff für tolle Sachgeschichten. In Öhringen werden Kinder großgeschrieben: über 40 Spielplätze, moderne und vielfältige Schulen, tolle Sportmöglichkeiten und eine wunderschöne Natur zum Toben und Wachsen sowie super leckeres Eis. Kommt vorbei!“, sagt der OB.

Online Geburtstagsgrüße übermitteln

Wer der Maus gratulieren möchte, kann unter dem Motto „Wir feiern #mitdermaus“ mit eigenen fotografierten oder gefilmten Maus-Momenten beteiligen. Die Beiträge können auf der offiziellen Grußseite des WDR unter http://www.wdrmaus.de hochgeladen werden.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Öhringen




Digitaler Telefonassistent beantwortet Fragen rund um Corona

Bürger, die sich bei der Corona-Info-Hotline des Hohenlohekreises unter Telefon 07940/18 888 melden, erwartet ab diesem Donnerstag, den 04. März 2021, ein neuer Service, teilt das Landratsamt Hohenlohekreis in einer Pressemitteilung mit. Ab diesem Tag nimmt der digitale Telefon-Assistent „CovBot“ die eingehenden Anrufe entgegen und beantwortet dem Anrufer die erste Frage in Bezug auf Corona-Themen. Falls der Anrufer danach noch weitere Fragen hat, so hat er während der Erreichbarkeit (Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr) die Möglichkeit, sich mit einem Mitarbeiter verbinden zu lassen. Außerhalb der Erreichbarkeit kann der Anrufer eine Nachricht hinterlassen und wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt zurückgerufen. Ziel ist es, die Entgegennahme jedes einzelnen Anrufs auch außerhalb der Betriebszeiten sowie vor allem bei einem hohen Anrufaufkommen zu gewährleisten.

Standard-Fragen

„Der digitale Assistent kann viele Standard-Fragen, die bei der Hotline auflaufen, sehr schnell beantworten – und das auch außerhalb der normalen Erreichbarkeit“, erklärt die stellvertretende Fachdienstleiterin für Infektionsschutz im Gesundheitsamt des Hohenlohekreises, Dr. Julia Hammerich in der Mitteilung. „So wollen wir sicherstellen, dass alle Fragen der Bürgerinnen und Bürger schnellstmöglich geklärt werden können.“

Kontinuierliche Aktualisierung

Der Telefon-Assistent wird durch das Gesundheitsamt kontinuierlich aktualisiert und gewährleistet dadurch die Beantwortung der Fragen auf Basis der aktuellen Verordnungen und Beschlüsse.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




„Wer mobil sein will, braucht kein eigenes Auto“

„Wer mobil sein will, braucht kein eigenes Auto“ ist der Slogan des Öhringer Carsharing-Angebots. Mit drei Fahrzeugen soll ein Beitrag zum Klimaschutz in Hohenlohe geleistet werden. Die Stadt Öhringen verspricht sich durch das Angebot mehr Platz auf den Straßen und öffentlichen Plätzen, heißt es in einer Pressemitteilung. An drei Standorten im Stadtgebiet steht jeweils ein Fahrzeug bereit: am Hafenmarkt in der Innenstadt, auf dem Kundenparkplatz des BAG Raiffeisen Marktes und ganz neu direkt am Hauptbahnhof. Der Standort an den Kesseläckern sei bisher vergleichsweise wenig genutzt worden, Stadt und Carsharing-Betreiber versprechen sich von der Standortverlagerung daher höhere Buchungszahlen und ein steigendes Bewusstsein für den Komfort des nachhaltigen Angebots.

„Carsharing auch für Berufspendler und Touristen am Bahngleis erreichbar“

„Wir freuen uns, dass die Stadt eine Standortverlagerung des Fahrzeugs in den Kesseläckern an den Bahnhof ermöglicht hat. So ist das Öhringer Carsharing zukünftig auch für Berufspendler und Touristen direkt am Bahngleis erreichbar.“, so Helmut Götz, Geschäftsführer des Carsharing-Betreibers Europaservice Götz, in der Mitteilung. „Zu Beginn der Campingsaison wollen wir ein zusätzliches Fahrzeug beim Wohnmobilpark HEICamp platzieren, um den Campern auch bei schlechtem Wetter den Weg in die Stadt so bequem wie möglich zu machen.“

Stündliche Gebühr plus Beitrag für gefahrene Kilometer

Nach der einmaligen Registrierung buchen die Nutzer die Fahrzeuge bequem online, telefonisch oder mit der Smartphone-App Flinkster. Anschließend wird das Fahrzeug auf einem der reservierten Parkplätze übernommen. Geöffnet wird das Auto mit der Kundenkarte, der sogenannten DriveCard. Für die Nutzung werden eine stündliche Gebühr sowie ein Betrag pro gefahrenem Kilometer fällig. Monatliche Kosten fallen nicht an. Nach der Fahrt wird das Auto am gleichen Parkplatz abgestellt. Einmal registrierte Nutzer können Tausende von Fahrzeugen innerhalb des Flinkster-Verbunds in ganz Deutschland nutzen.

Carsharing bereits seit 2019 in Öhringen

Die Bestenergie Hohenlohe GmbH & Co. KG wurde mit dem Ziel gegründet, moderne Energiekonzepte in der Region zu initiieren und hatte es sich in diesem Rahmen 2019 auf die Agenda geschrieben, das Thema Carsharing in Öhringen zu etablieren. So sollte zunächst für zwei Jahre ein Angebot mit drei Fahrzeugen geschaffen werden. Unterstützt wird das Öhringer Carsharing durch die Firmen Autohaus Koch GmbH, BAG Hohenlohe Raiffeisen eG und EDi Energie-Direkt Hohenlohe GmbH sowie die Stadt Öhringen.

Geteiltes Fahrzeug kann bis zu acht Privatwagen ersetzen

Die Idee, Autos mit anderen Menschen zu teilen, gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Die Vorteile sind offensichtlich: Nutzer sparen sich die teure Anschaffung eines eigenen Autos sowie hohe Kosten für Reparaturen, Wartungen und Versicherungen. Außerdem bietet Carsharing denjenigen, die sich kein eigenes Auto leisten können, einen einfachen Zugang zu Mobilität. In Deutschland gibt es bereits in etwa 855 Städten Carsharing-Angebote. Über zwei Millionen Menschen teilen sich rund 26.000 Fahrzeuge. Studien gehen davon aus, dass ein geteiltes Fahrzeug bis zu acht private Fahrzeuge ersetzen kann. Interessenten können sich unter www.drive-carsharing.com über das Angebot informieren und auf Wunsch registrieren.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Öhringen




„Missbrauch des Verfassungsschutzes als Machtinstrument der Regierung“

Die AfD rückt nun offiziell ins deutschlandweite Visier des Verfassungsschutzes.

Das berichtet unter anderem der Spiegel. Der AfD wird unter anderem Rechtsextremismus vorgeworfen. Für die Partei bedeutet diese Einstufung nun laut dem Spiegel: „Die Behörde kann die Partei nun geheim beobachten.“

1000 Seiten dickes Gutachten

Der AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron kritisiert diesen Schritt scharf. Anbei veröffentlichen wir seine Stellungnahme:

„Dass dieser Schritt kommt, war für mich nicht überraschend“

„Dass dieser Schritt kommt, war für mich nicht überraschend – allerdings nicht, weil wir als durch und durch demokratische Partei dafür zahlreiche Anlässe geboten hätten, sondern wegen des Missbrauchs des Verfassungsschutzes als Machtinstrument der Regierung. Der letzte seriöse Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hatte schließlich mehrfach beklagt, welcher Druck auf ihn von Seiten der Regierungspolitik ausgeübt worden sei, die AfD beobachten zu lassen.

„Weniger als zwei Wochen vor der Wahl war ein solcher Schritt bislang undenkbar“

Was mich jedoch überrascht, ist der Zeitpunkt. Weniger als zwei Wochen vor einer Wahl war ein solcher Schritt bislang undenkbar. Zwar gab es keine offizielle Veröffentlichung. Dass eine solche Information aus einer Videokonferenz von insgesamt 17 Ämtern nach außen dringt, war jedoch absehbar. Insofern dürfte der Zeitpunkt der internen Verkündung bewusst gewählt worden sein. Dieses Vorgehen hat eine neue Qualität. Gäbe es in Ungarn oder Polen eine vergleichbare Stigmatisierung der größten Oppositionspartei durch eine Regierungsbehörde im Wahlkampf, wäre der Aufschrei zurecht enorm. Gegen die AfD kann man sich so etwas aber anscheinend erlauben, da diese politisch nicht links von der Mitte verortet ist.

kein „fairer demokratischer Wettbewerb“

Für unsere politische Arbeit hat dieses Vorgehen dementsprechend keine Auswirkungen – abgesehen von der Tatsache, dass uns die Ablehnung eines fairen demokratischen Wettbewerbs durch Bundes- und Landesregierung noch klarer vor Augen geführt wurde. 

„Darum geht es der Bundesregierung auch: Um eine maximale politische Beschädigung der AfD bis zu diesem Zeitpunkt.“

Selbstverständlich wird gegen diesen Schritt auch mit juristischen Mitteln vorgegangen, wie Angehörige unseres Bundesvorstandes schon heute deutlich gemacht haben. Ich gehe fest davon aus, dass wir dabei letztlich Recht bekommen werden, weil die Justiz noch weitgehend unabhängig urteilt. Der Weg durch sämtliche Instanzen kann sich jedoch über Jahre hinziehen. Darum geht es der Bundesregierung auch: Um eine maximale politische Beschädigung der AfD bis zu diesem Zeitpunkt. Unsere Wähler dürften dieses Spiel zwar durchschauen, in anderweitiger Hinsicht wird damit allerdings sehr wohl Schaden verursacht, womit ich bei Ihrer zweiten Frage bin. Eine Suspendierung von Beamten mit AfD-Parteibuch ist nur aufgrund des Verdachtsfalls zwar nicht vorstellbar, sehr wohl aber ein Beförderungs- oder Einstellungsstopp. Was hier unbescholtenen Bürgern angetan wird, sollte eigentlich jeden wahrhaftigen Demokraten empören.

„Die Mehrheit der Mitglieder ist jedoch ganz klar für eine eindeutige Abgrenzung gegenüber solchen politischen Irrlichtern, die bei anderen Parteien übrigens auch existieren“

Abschließend möchte ich versichern, dass mir natürlich bewusst ist, dass es innerhalb der AfD einzelne Mitglieder gibt, mit denen ich aufgrund ihrer Aussagen, ihrer Vergangenheit oder ihrer ideologischen Prägung nichts zu tun haben möchte. Die Mehrheit der Mitglieder ist jedoch ganz klar für eine eindeutige Abgrenzung gegenüber solchen politischen Irrlichtern, die bei anderen Parteien übrigens auch existieren. Nicht umsonst sind Herr Gedeon und Herr Räpple keine Mitglieder mehr, und auch in Baden-Württemberg gibt es weitere dementsprechende Verfahren. Die AfD steht mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes.




„Beim Besamen habe ich gespürt, dass eine brutale Hitze im Stall ist“ 

Kühe fühlen sich bei niedrigen Temperaturen wohl – dies ist bekannt. Immer extremere Sommer erhöhen den Druck auf Landwirte, Abhilfe beim Thema Überhitzung zu schaffen. Daher gibt es gleich mehrere Ansätze zur kontrollierten Klimaführung der Milchviehställe. Ziehl-Abegg bietet mit einer speziellen Ventilatoreinheit eine leise und energieoptimierte Kühlung an, die einfach zu installieren ist. Zwei Landwirte aus Bayern und Baden-Württemberg sprechen über die Erfahrung mit den Systemen.

Praxisbeispiele aus der Landwirtschaft

Der Milchviehstall von Peter Maurus im Allgäu wurde 2008 gebaut. Da beide Längsseiten im 50 Meter langen Bauwerk offen sind, sollte eigentlich keine Lüftung nötig sein. „Das hat aber an heißen Tagen nicht funktioniert“, sagt er. Große Deckenventilatoren, welche die Luft vertikal bewegen, will er nicht: „Diese Hubschrauber trocknen den Stallboden aus“, sagt er. Dieser Effekt sei bei den horizontal blasenden Ventilatoren nicht zu bemerken. Daher hat er sich Anfang 2020 entschieden, für die 100 Kühe vier Ventilatoren von Ziehl-Abegg einbauen zu lassen. Diese fördern Luft von der Nordseite horizontal durch den Stall. Dies bedeutet nicht nur Umluft, sondern auch kühle frische Außenluft.

Im Melkstand von Peter Maurus in Obergünzburg sorgen zwei kleine Ventilatoren für einen angenehmen Luftzug. Foto: ZIEHL-Abegg / Rainer Grill

Dabei kommt der Luftstrom nicht nur den Tieren zugute. Maurus weiß aus eigener Erfahrung, wie heiß es in den Vorjahren während der Sommermonate war: „Beim Besamen habe ich gespürt, dass eine brutale Hitze im Stall ist“, erinnert er sich. Er sah auch, wie die Tiere nicht mehr ruhig liegen, sondern heftig „pumpen“. Er wollte daher eine Lösung – und diese hat ihm Haka-Lüftungstechnik mit den Ziehl-Abegg-Geräten geboten.

Der 50 Meter lange und 20 Meter breite Stall von Peter Maurus im Allgäu wird quer belüftet. Vier spezielle Landwirtschaftsventilatoren sind an den Außenwänden angebracht Foto: ZIEHL-Abegg / Rainer Grill

Vorher „war der Kühleffekt nicht richtig da“

Dieter Bosch zeigt seine vorbildliche Steuerungszentrale im Tierstall in Aalen-Weidenfeld. Foto: Ziehl-Abegg, Rainer Grill

Ebenso wie bei Dieter Bosch auf der Ostalb. Auch bei ihm stiegen die Temperaturen im Sommer steil an. Im alten Kuhstall hatte der Landwirt Kamine auf dem Dach im Einsatz. „Aber da war der Kühleffekt nicht richtig da“, blickt er zurück. Jetzt belüftet er sein neues Gebäude (70 x 30 Meter) in Längsrichtung. Dazu sind fünf ZAplus-Einheiten von Ziehl-Abegg mit Drahtseilen an die Decke gehängt und schräg ausgerichtet worden. Ein weiterer Ventilator bläst frische Luft von außen in den Stall für die 120 Milchkühe. Der Vorteil: ZAplus ist eine robuste Einheit, die Motor, Ventilator und Nachleitrad beinhaltet. Das optimierte bionische Design der Flügel reduziert die Geräuschentwicklung und senkt den Energieverbrauch.

Die hängende Montage im Stall in Aalen-Weidenfeld war einfach, weil der schwarze Kunststoffring mit dem Ventilator eine Einheit bildet und die Nachleitfunktion bereits integriert ist. Foto: Ziehl-Abegg / Rainer Grill

Optimierung der Melkstände – „Fliegen mögen keinen Luftzug“

Bei Maurus wie bei Bosch war der Melkstand noch ein neuralgischer Punkt. „Die Roboter saßen ebenso wie die Euter voller Fliegen“, erklärt Dieter Bosch. Die Tiere sind sehr unruhig im vollautomatisierten Melkstand gewesen. Peter Maurus hatte sich bei anderen Landwirten angeschaut, wie diese ihre Melkstände belüften. „Blechlüfter scheppern“, so sein Fazit. Wegen der geringen Deckenhöhe hat er zwei kleine Lüfter benötigt, die aber dennoch sicher für Kühlung und einen spürbaren Luftzug sorgen. „Die zwei kleinen Axialventilatoren von Ziehl-Abegg sind sehr leise und bringen die nötige Leistung“, erzählt Peter Maurus. Auch Dieter Bosch lobt die Ruhe, die nun in seinem Melkstand herrscht: „Denn: Fliegen mögen keinen Luftzug.“

In beiden Ställen, sowohl bei Peter Maurus als auch bei Dieter Bosch, sind AC-Geräte im Einsatz. „AC-Ventilatoren sind günstiger als moderne EC-Geräte und können ideal mit einem zentralen Fcontrol-Regelgerät gesteuert werden“, sagt Stephan Weixler von Haka. Die Frequenzumrichter hat ebenfalls Ziehl-Abegg hergestellt.

Quelle: Pressemitteilung Ziehl-Abegg

 




Corona in Forchtenberger Kindergarten

Wie Forchtenbergs Bürgermeister Michael Foss auf GSCHWÄTZ-Anfrage bestätigte, wurde im Kindergarten Forchtenberg ein Kind positiv auf Corona getestet. Daher befinden sich alle 15 Kinder der Kindergartengruppe sowie die beiden Erzieherinnen jetzt als Kontaktpersonen K1 in 14-tägiger Quarantäne.

Weitere Kindergartengruppen oder Erzieherinnen müßten, so Foss, nicht in Quarantäne, da die Gruppen bereits „streng abgetrennt“ seien.

Noch nicht bekannt, welcher Virusstamm vorliegt

Die Sequenzierung findet momentan statt, eine Rückmeldung des Gesundheitsamtes, um welchen Virustyp es sich bei dem infizierten Kind handelt, habe er noch nicht bekommen, sagt Foss. Wenn es sich bei dem gefundenen Virus um eine der hochansteckenden Mutationen handeln sollte, sind laut Corona-Verordnung weitere Quarantänemassnahmen notwendig: In diesem Fall müssen sich Haushaltsangehörige des infizierten Kindes sowie Haushaltsangehörige von Kontaktpersonen von Infizierten ebenfalls in Quarantäne begeben.

Organisatorisch gut vorbereitet

Foss bestätigt, dass die Verwaltung auf derartige Fälle vorbereitet ist: „Das ist ein vorbereiteter Weg.“ Alle Daten sind vorhanden, sodass die Benachrichtigung der Eltern sehr schnell vonstatten gegangen sei.

Text: Matthias Lauterer