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„Gerade auch um ein Übergreifen in umliegende, weniger betroffene Landkreise abzuwenden, müsste die Landesregierung die betroffenen Städte und Gemeinden stärker unterstützen“

Aus Sicht der fünf Bürgermeister und Oberbürgermeister aus Bad Mergentheim, Crailsheim, Künzelsau, Öhringen und Schwäbisch Hall muss das Land Baden-Württemberg bei der Pandemiebekämpfung mehr Verantwortung übernehmen, wenn die Lage in einzelnen Landkreisen außer Kontrolle ist. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Fachkräftenetzwerks Hohenlohe Plus hervor.

In Schwäbisch Hall und Crailsheim scheinen derzeit die Inzidenzwerte zu explodieren

„Gerade auch um ein Übergreifen in umliegende, weniger betroffene Landkreise abzuwenden, müsste die Landesregierung die betroffenen Städte und Gemeinden stärker unterstützen“, erklärt Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat jüngst, laut einem Bericht der Südwestpresse, die für Montag, den 15. März 2021, geplanten Schulöffnungen für Grundschüler sowie Fünft- und Sechstklässler in Schwäbisch Hall gestoppt. 

Shopping-Ansturm in weniger betroffenen Kreisen: Schlange stehen beim C&A in Heilbronn

Am Samstag, den 13. März 2021, lag der 7-Tage-Inzidenzwert in Schwäbisch Hall bei 216. Angestrebt wird von Bund und Ländern derzeit mindestens 35. Davon ist auch die Nachbarstadt Crailsheim weit entfernt, die am 12. März 2021 einen Inzidenzwert von 523,2 auf ihrer Internetseite verkündete. Laut dem SWR sind davon 70 Prozent Mutationen.

Ganz unverständlich sind die Forderungen der Bürgermeister sicher nicht angesichts der Fotos von der Heilbronner Innenstadt, die aufgrund eines niedrigen Inzidenzwertes ihre Einkaufsgeschäfte in der Innenstadt im Gegensatz zum Umland wieder öffnen durfte und beinahe zusammenbrach unter dem „Shopping“-Ansturm, der daraufhin einsetzte. Der Inzidenzwert steigt seitdem wieder an.

Die Bürgermeister sind besorgt um ihre Innenstädte

„Gefordert sind Strategien und Strukturen, die ein flexibles Vorgehen ermöglichen“, sagen die Bürgermeister in der Pressemiteilung und machen auch konkrete Vorschläge hierzu. Unter anderem sei eine noch schnellere Durchimpfung in Hotspot-Gebieten ihrer Meinung nach sinnvoll und dabei „unter anderem mit mobilen Impfteams zu agieren und eine gezielte Unterstützung der Hausärzte beim Impfen vorzunehmen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass es zu einer Ausstrahlung aus den stark betroffenen Regionen in weniger stark betroffene Regionen kommt.“

Einzelhandel ist laut den Bürgermeistern „kein Infektionstreiber“

„Ein aktives Entgegenwirken durch eine Hotspot-Strategie der Landesregierung würde zudem die heimische Wirtschaft in den betroffenen Gebieten vor extremen Schäden und
Insolvenzen bewahren“, ergänzt Crailsheims Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer. Neben dem gezielten Vorgehen in Hotspot-Situationen sprechen sich die fünf Bürgermeister und Oberbürgermeister bei dann sinkenden Inzidenzwerten für eine kontrollierte Öffnungsstrategie des Einzelhandels aus. „Dieser Bereich ist kein Infektionstreiber. Es muss unser Ziel sein, die Einkaufsstruktur zu erhalten, damit unsere Mittelzentren auch nach der Pandemie noch attraktive Möglichkeiten bieten“, erläutern Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler, Bad Mergentheims Oberbürgermeister Udo Glatthaar und der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann übereinstimmend.




Keine „Wahlparty“ im Landratsamt

Das Landratsamt informiert, dass der Abend der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 14. März 2021 auch im Landratsamt Hohenlohekreis coronabedingt anders ablaufen wird als in der Vergangenheit. So wird es in diesem Jahr keine offizielle Präsentation der Wahlergebnisse im Landratsamt geben. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervor.

Ergebnisse ab etwa 20 Uhr online einsehbar

Die Ergebnisse des Wahlkreises 21 Hohenlohe werden im Anschluss an die Meldung an die Landeswahlleitung (voraussichtlich nach 20 Uhr) auf der Seite www.hohenlohekreis.de bekannt gegeben. Dort wird unter „Aktuelles“ ein Link hinterlegt sein, über den die Ergebnisse in Tabellenform aufbereitet werden und abrufbar sind.

Die Veröffentlichung im Internet darf jedoch erst nach Eingang aller Schnellmeldungen und erst nach Übermittlung des vorläufigen amtlichen Wahlergebnisses an die Landeswahlleitung erfolgen. Zwischenergebnisse aus dem Gemeinden dürfen online nicht veröffentlicht werden. Diese werden lediglich im Foyer des Landratsamtes ausgehängt.

Auch die Bürgermeisterwahl in Backnang ist am Wahlsonntag

Mit Spannung erwarten die Künzelsauer auch die heutige Wahl des neuen Oberbürgermeisters in Backnang. Stefan kandidiert hier für das Amt des Oberbürgermeisters. Falls er gewinnt, muss sich Künzelau auf die Suche nach einem neuen Rathauschef machen. Aber auch dort gibt es keine Wahlparty, wie die Stadt Backnang informiert. Die Wahlergebnisse sollen ebenfalls am Abend online verkündet werden, zum einen auf der städtischen Internetseite Backnang und zum anderen auf dem städtischen youtube-Kanal. Eine mögliche Neuwahl falls kein Kandidat die erforderliche Mehrheit holt, ist für den 28. März 2021 geplant.




Warum nicht einfach Busfahrer sein, wenn’s mit dem Gastrogewerbe gerade nicht so klappt?

Ceyhan Akin betreibt in Forchtenberg eine Sportsbar, die coronabedingt seit mehreren Monaten zum zweiten Mal nicht öffnen darf. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die lokalen Landtagsabgeordneten auf ihren Veranstaltungen zu besuchen und sie über die sehr schwierige finanzielle Situation der Gastronomie aufmerksam zu machen. Vor kurzem haben wir über seine Begegnung mit dem SPD-Kandidaten Patrick Wegener berichtet, der ruhig und verständnisvoll reagierte und sich anhörte, was der Barbetreiber zu sagen hatte.

Am 12. März besuchte Akin nun zuerst den CDU-Infostand und damit verbunden den CDU-Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb in Künzelsau und im Anschluss daran den Infostand der Grünen mit der Landtagskandidatin Catherine Kern in Niedernhall. Beide Kandidaten wies er auf seine finanzielle Lage hin und filmte ihre Reaktionen.

Während Arnulf von Eyb Akin darauf verwiesen hat, dass er keine Zeit habe, da er gerade Wahlwerbung macht und man könne sich gerne nach der Wahl gerne einmal unter vier Augen unterhalten, schritt Barbara Bruhn von den Grünen ein und stellte sich vor Catherine Kern. Sie verwies Akin darauf, dass der Hohenlohekreis händeringend Busfahrer suche und da Akin von seinem ursprünglichen Beruf Kraftfahrer sei, hätte er ja in dieser schweren Zeit als Busfahrer arbeiten können.

Akins Fazit nach den Gesprächen: Am besten hat in seinen Augen der SPD-Kandidat Patrick Wegener reagiert.

Hier geht’s direkt zu den drei kurzen Videos von Ceyhan Akin:

https://www.facebook.com/ceyhan.akin.9

 

 




Auf die Straße für den Last-Minute-Stimmenfang

Traditionell zeigen sich am letzten Marktfreitag vor der Wahl nochmals die Kandidaten für die Landtagssitze in der Künzelsauer Innenstadt. Am 12. März 2021 waren drei Parteien mit Ihren Wahlkreiskandidaten vertreten: Für die CDU suchte Arnulf von Eyb, der bei der letzten Wahl den Wahlkreissitz erobern konnte, den Kontakt zu den Wählern, die SPD war mit Patrick Wegener vertreten. Am sichtbarsten war aber Uwe Wirkner von der FDP, der einen großen Schirm aufgebaut hatte.

War das Publikumsinteresse anfangs gering, konnte man eine halbe Stunde nach dem Aufbau der Stände alle Kandidaten im Gespräch mit Bürgern sehen.

Mit regionalen Wahlergebnissen ist am Sonntag, den 14. März, ab 20 Uhr zu rechnen.

Die Wahllokale sind bis 18 geöffnet, mit dem Ergebnis des Hohenlohekreises kann ab etwa 20 Uhr gerechnet werden.

Text: Matthias Lauterer

Straßenwahlkampf 2021 – Arnulf von Eyb (CDU) im Gespräch. Foto: GSCHWÄTZ

Straßenwahlkampf 2021 – Patrick Wegener (SPD) Foto: GSCHWÄTZ

 

Straßenwahlkampf 2021 – Uwe Wirkner (FDP) (rechts) Foto: GSCHWÄTZ




30.550 Euro Corona-Bußgelder durch das Landratsamt Hohenlohekreis

Ein anonymer Brief an Landrat Dr. Matthias Neth, in dem der Landrat aufgefordert wird, die Einhaltung der Corona-Auflagen durch das lokale Handwerk und Gewerbe zu kontrollieren, erreichte auch die GSCHWÄTZ-Redaktion.

Der anonyme Schreiber des Briefs wirft allgemein den Politikern „Unfähigkeit“ sowie zwei Künzelsauer Friseursalons ein nicht-corona-gerechtes Verhalten vor.

Friseurbetriebe widersprechen den Vorwürfen

S.Süleyman vom Salon Hair-Concept kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen: Am ersten Tag nach der Wiederöffnung habe es einen großen Andrang gegeben, aber selbst da sei nicht gegen die Maskenpflicht und die sonstigen Regeln verstoßen worden. Das sei aber ohnehin eine einmalige Situation gewesen: „Im Moment haben wir nur zwei bis drei Kunden gleichzeitig im Salon“.

Tülay Koyunseven von Tülay Haardesign in der Keltergasse weist ebenfalls alle erhobenen Vorwürfe von sich: „Wir tragen Maske.“ Dass die Vorwürfe des Briefschreibers gar nicht stimmen können, erkenne sie allein daran, dass bei ihr gar nicht so viele Friseurinnen beschäftigt sind, wie der Briefschreiber bei der Arbeit gesehen haben will.

Behörden werden dem Fall nachgehen

Das Landratsamt bestätigt den Eingang des anonymen Schreibens. Allerdings sei der Landrat nicht der richtige Adressat, daher habe man das Schreiben zuständigkeitshalber an die Stadtverwaltung Künzelsau übergeben, denn „derartige Kontrollen obliegen vorrangig den Ortspolizeibehörden“, teilt Sascha Sprenger, Pressesprecher des Hohenlohekreises, mit. Auch „anonyme Anzeigen werden überprüft und gegebenenfalls geahndet.“

Von einer Untätigkeit der Behörden könne aber keine Rede sein: „Wir haben seit Beginn der Corona-Maßnahmen Bußgelder (ohne Gebühren und Auslagen) in Höhe von 30.550 Euro verhängt“, so Sascha Sprenger, Pressesprecher des Hohenlohekreises. Dazu kommen noch die Gelder, die im Bereich der Großen Kreisstadt Öhringen angefallen sind.

Text: Matthias Lauterer

 




„Es ist schwer, seine Freunde nicht um sich zu haben“

In Zeiten von Corona und dem deswegen entstandenen Lockdown wurden die sozialen Kontakte ziemlich eingeschränkt. Zum Teil sind auch viele verloren gegangen. Man hat sich nicht wie jeden Tag üblich in der Schule getroffen und konnte miteinander reden, Quatsch machen und sich umarmen. Und bei uns Schülern gab es zeitweise wenig Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen in Person. Auch mir fällt das über eine so lange Zeitspanne immer noch nicht leicht – meine Freunde nicht um mich herum zu haben.

Der Austausch findet jetzt über soziale Netzwerke satt

Ich habe jedoch das Glück in einer Zeit zu leben, in der es die sozialen Netzwerke gibt, über die man sich austauschen kann und in ständigem Kontakt mit seinen Freunden steht. Aber auch hier muss man immer auch selbst etwas dafür tun, denn nur erwarten funktioniert auf Dauer nicht. In dieser Zeit haben wahrscheinlich auch viele Eltern gemerkt, dass soziale Netzwerke auch einmal anders genutzt werden können, sinnvoller. Jedoch ist es nicht das gleiche, wie wenn man sich persönlich gegenüberstehen würde.

In so einer Zeit muss man kreativ sein

Es ist sehr traurig, wenn man selbst mitbekommt, wie man vereinsamt und wie man sich auch immer weiter auseinanderlebt, wenn man den Kontakt nicht regelmäßig hält, also habe ich mir etwas einfallen lassen für mich und meine Freunde. Zuerst musste ich für diese Idee aber einkaufen gehen. Im Einkaufswagen landeten Dinge wie Chips, Gummibärchen, Capri Sonne und kleine Erfrischungsgetränke. Nach dem Einkauf habe ich alles auf sechs Kartons aufgeteilt, für sechs Freunde von mir und habe auf jedes Päckchen eine Notiz geschrieben: „Liebe/r… Ich würde mich sehr freuen, wenn du nächsten Samstag um 20.00 Uhr bei einem Video-Anruf dabei sein könntest, hierfür benötigst du dann den Inhalt des Päckchens. Liebe Grüße“

Man hat immer ein Grinsen in den Gesichtern erkennen können

Um es dann umzusetzen, mussten die Päckchen verteilt werden. Zum Glück hatte ich jemanden, der mir mit dieser Aufgabe helfen konnte. Mit Maske und Päckchen habe ich dann vor den Haustüren meiner Freunde gestanden und das Päckchen überreicht. An jeder Tür hat sich das Gleiche abgespielt: Erst Verwirrung und dann hat man immer ein Grinsen auf den Gesichtern erkennen können. Manchmal habe ich auch schon direkt zu hören bekommen, dass sie auf jeden Fall dabei wären, was mich natürlich sehr gefreut hat.

Anfangs war es etwas holprig

Um Punkt 20 Uhr ging es los: Ich habe die ganze Truppe angerufen und zusammengetrommelt. Am Anfang lief es etwas holprig, aber auf meine Mädels ist Verlass, sodass wir die Jungs auch ziemlich schnell zum Auftauen gebracht haben. Als der Ball mal ins Rollen gekommen war, gab es kein Halten mehr. Wir haben uns ausgetauscht über unseren Alltag und einander viel gefragt. Aber wir haben auch Quatsch gemacht, was die Stimmung auch sehr aufgelockert hat. Nach einer Stunde haben sich die ersten leider schon verabschiedet, aber den Rest hat das nicht davon abgehalten, weiter zu telefonieren. Am Schluss waren es dann nur noch wir Mädels, denn uns ist der Gesprächsstoff nicht ausgegangen. Wir haben noch ewig telefoniert, das hat man dann auch ein paar Wochen später an der Telefonrechnung gemerkt. Dennoch sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir das nochmal wiederholen müssen. Auch wenn es an das Treffen in Person nicht rankommt, war es dennoch lustig.

Text: Cora-Lee Pusker

 

Cora-Lee Pusker (rechts unten) trifft sich in Corona-Zeiten mit ihren Freunden virtuell. Foto: GSCHWÄTZ




„So ein Handeln muss auch immer verhältnismäßig sein“

Samstag, den 20. Februar 2021, 21.40 Uhr – wenige Stunden vor Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre im Hohenlohekreis: An der Aral-Tankstelle in Öhringen ist so gut wie nichts los, die Straßen sind wie leergefegt. Es geht ein eisiger Wind, die Außentemperatur beträgt rund vier Grad. Plötzlich fährt ein silberner BMW vor. Christian Endresz aus Bretzfeld steigt aus. Der 42-Jährige kommt gerade aus dem wenige hundert Meter entfernten Krankenhaus. Er hat seine Partnerin mit einer Schnittverletzung in die Notaufnahme gebracht. „Im Moment ist das so, dass man als Begleitperson das Krankenhaus nicht betreten darf. Aufgrund der Anwohner hatte ich nicht die Möglichkeit, im laufenden Auto sitzenzubleiben und auf meine Partnerin zu warten“, erklärt Endresz. „Als logische Schlussfolgerung wollte ich mir, während ich auf meine Partnerin gewartet habe, kurz an der benachbarten Tankstelle einen Kaffee holen und die Toilette benutzen.“

Post vom Ordnungsamt

Was dann geschieht, beschreibt Endresz so: Auf einmal kommen zwei Beamte auf Endresz zu. Der 42-Jährige erklärt den Polizisten seine Situation und sie nehmen die Personalien des Vertriebsaußendienstlers auf. Wenige Tage später bekommt Endresz Post vom Ordnungsamt –  es geht um eine „Anhörung im Bußgeldverfahren“. Ihm wird ein Verstoß gegen die Corona-Verordnung vorgeworfen, denn er habe sich ohne triftigen Grund auf dem Tankstellengelände aufgehalten.

„So ein Handeln muss immer verhältnismäßig sein“

Rechtsanwalt Dr. Maximilian Ohlenschlager vertritt Endresz in diesem Fall. „Staatliches Eingriffshandeln bedarf zunächst einmal einer Eingriffsgrundlage. Die haben wir in Form der Corona-Verordnung. Das ändert aber nichts daran, dass zuerst einmal von den Behörden geprüft werden muss, ob ein Tatbestand vorliegt oder ob eine Ausnahme davon zu machen ist. Auf der nächsten Ebene muss so ein Handeln natürlich auch immer verhältnismäßig sein“, erklärt der Rechtsanwalt. Der 31-Jährige fährt fort: „Meinem Mandanten wird vorgeworfen, dass er sich außerhalb der Zeiten, in denen er sich hätte frei bewegen dürfen, ohne triftigen Grund außerhalb seiner Meldeadresse in Bretzfeld bewegt hat. Das ist gerade nicht der Fall, denn wir haben hier eine Ausnahmevorschrift, die zutreffend ist: Notfallmedizinische Versorgung. Mein Mandant hat als Begleitperson eine Person, die nicht in der Lage war, sich selbst in diese notfallmedizinische Versorgung zu begeben, dabei unterstützt, diese zu erhalten.“

„Der Mann hat sichfeste Beweise vorgelegt“

Endresz befindet sich derzeit noch im Anhörungsverfahren.  Ohlenschlager erläutert: „Wir haben jetzt schriftlich zu dem Sachverhalt Stellung dazu genommen und erklärt, warum dieses polizeiliche Handeln nicht rechtens war. Ich gehe davon aus, dass die Behörde keinesfalls nach dem, was hier glaubhaft vorgetragen wurde, den Bußgeldbescheid erlassen wird, weil – und das muss man sich auch vor Augen führen – wenn der Grund dargelegt ist, dann ist es an der Behörde, diese Gründe als inplausibel darzulegen und auch im Einzelfall zu widerlegen. Das wird hier nicht geschehen, denn der Mandant hat stichfeste Beweise vorgelegt.“

„Wenn Sie sich nicht dagegen wehren, dann müssen Sie auch zahlen“

Unterstützung eines Anwalts im Falle eines Widerspruchs gegen den Vorwurf einer Ordnungswidrigkeit kostet rund 500 Euro. Bekommt man Recht, übernimmt diese Kosten die Staatskasse. „Wenn man in einer ähnlichen Situation ist wie mein Mandant, dann macht es auf jeden Fall Sinn, sich dagegen zu wehren“, rät der junge Rechtsanwalt. „Was man nicht vergessen darf: Wenn ein Bußgeldbescheid erlassen wurde, dann ist der zunächst einmal in der Welt. Wenn Sie sich nicht dagegen wehren, dann müssen Sie ihn auch zahlen. Deswegen mein Tipp: Wenn ein Bußgeldbescheid erlassen wurde und man das Gefühl hat, man wurde ungerecht behandelt, nicht lange zögern – gehen Sie schnell entweder zu mir oder zu einem meiner Kollegen und legen Sie dagegen Einspruch ein, damit der Erfolg des Rechtsmittels auch geprüft werden kann.“ „Denn“, so resümiert Ohlenschlager, „was ganz wichtig ist, ist, dass das Vertrauen in den Rechtsstaat, auch infolge derartiger Maßnahmen, wie sie gerade mein Mandant geschildert hat, nicht erschüttert wird.“

Text: Priscilla Dekorsi




Anmeldungen für kostenlose Tests sind ab sofort möglich

Die Stadtverwaltung Künzelsau richtet in der Stadthalle in Künzelsau ein Testzentrum ein, das ab Montag in Betrieb geht. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung in Künzelsau hervor.

Aber schon jetzt werden kostenlose Tests im ehemaligen Krankenhausgebäude angeboten. „Die Hohenlohe-Apotheke, die Apotheke MediKÜN und der Ortsverein Künzelsau des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) stemmen den Betrieb gemeinsam mit der Stadt“, so Bürgermeister Stefan Neumann. Den Test selbst und das System für die bequemen Terminbuchungen übers Internet, die technische Leitung und die Organisation vor Ort übernehmen die Apotheker Hans-Peter van Dorp und Julian Bockmann. Wer keinen Internet-Anschluss hat, kann sich bei der Stadtverwaltung anmelden. „Aber auch beim Empfang der Menschen, die sich in der Stadthalle testen lassen, packt unser städtisches Team mit an. Schon jetzt danke ich allen Beteiligten herzlich für ihr Engagement. Mit diesem Testangebot tragen wir alle zum Eindämmen der Pandemie bei. Nutzen Sie diese Möglichkeit“, ruft Bürgermeister Stefan Neumann auf.

Wer kann sich testen lassen?

Jede und jeder kann sich kostenlos im Testzentrum auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen. Es werden nur Menschen getestet, die symptomfrei sind. Wer Symptome einer Coronavirus-Infektion hat, wendet sich bitte direkt an den Hausarzt oder das Gesundheitsamt.

Nur mit Anmeldung und Terminvereinbarung

Wer sich testen lassen möchte, muss sich zwingend anmelden. Das geht am einfachsten übers Internet, weil der Testablauf sowohl für das Team des Testzentrums als auch für Personen, die sich testen lassen, einfacher und schneller über die Online-Anmeldung möglich ist. Über das Online-Buchungssystems ist ein schneller Durchgang im Testzentrum garantiert, weil alle persönlichen Daten bei der Anmeldung in der Stadthalle bereits vorhanden sind und nur kurz über einen QR-Code eingescannt werden. Unmittelbar nach dem Test wird der getesteten Person das Ergebnis als Bescheinigung per E-Mail zugeschickt. Wer sich online angemeldet hat, kann gleich nach dem Abstrich das Testzentrum verlassen und die ganze Prozedur im Optimalfall in wenigen Minuten hinter sich bringen. Unvorhergesehen kann es natürlich dennoch immer zu Wartezeiten kommen.

Anmelden ist online über das Termin-Buchungs-Portal möglich: www.apo-schnelltest.de/testcenter-kuenzelsau

Eine telefonische Anmeldung im Rathaus ist auch möglich, sollte aber der Ausnahmefall sein und gilt nur für Menschen, die keinen Internetzugang besitzen. Sie beansprucht mehr Zeit, zunächst für die manuelle Aufnahme der Personalien bei der Stadtverwaltung. Aber auch vor Ort muss mehr Zeit eingeplant werden, voraussichtlich 30 bis 45 Minuten je nach Situation, weil die getestete Person auf das Ergebnis und die Bescheinigung warten muss.

Wer keine Möglichkeit zur Online-Anmeldung hat, kann einen Test-Termin bei der Stadtverwaltung Künzelsau vereinbaren: Montag bis Freitag von 8.30 bis 18.30 Uhr, Samstag von 9 bis 13 Uhr, Telefon 07940 129-0.

Öffnungszeiten Testzentrum

Bereits seit Mittwoch, den 10. März 2021, bieten die Apotheker Hans-Peter van Dorp und Julian Bockmann Corona-Schnelltests im ehemaligen Krankenhausgebäude in Künzelsau an. Die nächsten Testtermine sind am Freitag, 12. März 2021 von 18 bis 21 Uhr. Dafür ist nur eine Online-Anmeldung über das Buchungs-Portal möglich: www.apo-schnelltest.de/testcenter-kuenzelsau

Übers Wochenende ziehen die Apotheken mit ihrer Test-Infrastruktur in die größere und damit für den Betrieb besser geeignete Stadthalle Künzelsau um.

Das Testzentrum in der Stadthalle Künzelsau, Schulstraße 9, ist ab Montag, 15. März 2021 für vereinbarte Termine geöffnet: Montag, Mittwoch und Freitag, von 18 bis 21 Uhr.

„Damit sich möglichst wenig Menschen gleichzeitig in der Stadthalle aufhalten, bitten wir Sie rechtzeitig zum vereinbarten Termin zu kommen – aber maximal 10 Minuten vorher“, so die beiden Apotheker Julian Bockmann und Hans-Peter van Dorp. Parkplätze stehen bei der Stadthalle kostenlos zur Verfügung.

Nur mit Ausweis und Maske ins Testzentrum

Wer sich testen lässt, muss unbedingt seinen Personalausweis mitbringen und kann nur mit einer FFP2-Maske die Stadthalle betreten. „Ich freue mich, dass der Schulterschluss zwischen Apotheken und DRK gelungen ist und geschultes Fachpersonal die Abstriche und Ergebnisauswertung vornimmt“, so Patrick Braun, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Künzelsau. Es werden nasale Abstriche gemacht, wobei das Teststäbchen zirka 2 bis 2,5 Zentimeter in den unteren Nasenbereich eingeführt wird. Die Ergebnisse des Schnelltests werden innerhalb kurzer Zeit an die angegebene E-Mail-Adresse mitgeteilt. Wer sich telefonisch bei der Stadtverwaltung angemeldet hat, muss warten, bis das Ergebnis ausgewertet und die Bescheinigung ausgestellt ist. Sollte ein Testergebnis positiv ausfallen, muss sich die betreffende Person umgehend in Quarantäne begeben und mit dem Gesundheitsamt Verbindung aufnehmen. Auch vom Testzentrum wird das Ergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt. Von dort wird die PCR-Testung veranlasst.

Testtermine und Anmeldung für kostenlose Corona-Schnelltests in Künzelsau:

Freitag, 12. März 2021,
18 bis 21 Uhr, ehemaliges Krankhausgebäude, Stettenstraße, Künzelsau. Anmeldung nur online möglich über Termin-Buchungsportal: www.apo-schnelltest.de/testcenter-kuenzelsau

Ab Montag, 15. März 2021,

Testzentrum Stadthalle Künzelsau, Schulstraße 9.

Montag, Mittwoch und Freitag 18 bis 21 Uhr

  • Anmeldung online möglich über Termin-Buchungsportal:
    www.apo-schnelltest.de/testcenter-kuenzelsau
  • Anmeldung von Personen ohne Internetzugang
    bei der Stadtverwaltung Künzelsau:
    Montag bis Freitag von 8.30 bis 18.30 Uhr,
    Samstag von 9 bis 13 Uhr, Telefon 07940 129-0

 




Schlachtplatte to go in Forchtenberg

Über eine kreative Forchtenberger Idee hat der SWR in seiner Sendung Landesschau Baden-Württemberg Anfang März 2020 berichtet: den Forchtenberger Besen Drive-In der Winzerfamilie Fröscher vom Rebenhof. „Als es mit der Krise losgegangen ist, hat man sich halt Gedanken gemacht, wie man das Unternehmen am Laufen halten kann“, sagt Winzer Ferdinand Fröscher im SWR-Interview. Sein Gedanke: „Bequem vorfahren, am Fenster bestellen und dann ans Auto das Essen rausbekommen“. Dazu müssen die Kunden nicht mal aussteigen – ganz nach dem Vorbild großer Fastfood-Ketten und ganz Corona-konform. Sogar Zahlen ohne Kontakt ist möglich – mittels einer Bezahl-Pfanne.

Aus Jux wird ein Verkaufsschlager

„Das war eigentlich eine Jux-Idee von mir“, sagt Ferdinand Fröscher im Gespräch mit GSCHWÄTZ. Erst 2018 hatte er die Alte Kelter in Forchtenberg gekauft, um dort einen Besen aufzumachen. Der war als zweites Standbein gedacht, denn „das eine oder andere Unwetter“ hatte dem Weinbaubetrieb zu schaffen gemacht. „Eröffnung war im November 2019, kurz darauf mussten wir schon wieder zumachen“, blickt der junge Winzer zurück. Weil bei ihnen auf dem Hof die Gegebenheiten gut seien – alles ist ebenerdig und die Küche deshalb gut zu erreichen – hatte er die Idee mit dem Drive-In. Mit der Resonanz sei er ganz zufrieden: Der Zulauf ist gut.“ Mittlerweile ist der Besen Drive-In im ganzen Kochertal und auch überregional bekannt.

Die ganze Familie hilft

Dass die Idee gut ankommt, zeigt der sonntägliche Stau vor dem Bestellhäuschen. Sogar mit Traktoren kommt die Kundschaft angetuckert. „Mindestens 200 gehen an einem Besen-Wochenende über die Theke“, sagt SWR-Autorin Yvonne Schwotka. Deshalb muss auch die ganze Familie ran – von der Oma bis hin zur Verlobten. „Wir machen das jetzt bis auf Weiteres 14-tägig“, sagt Ferdinand Fröscher zu GSCHWÄTZ, der hofft, „dass die Regierung das mit dem Impfen jetzt endlich auf die Reihe bekommt“. „Denn wer“, so fragt er, „geht spontan abends weg und lässt sich vorher testen?“Außerdem: Der Besen lebe von Geselligkeit, engem Beieinandersitzen und Gesprächen mit anderen Besuchern. Im Sommer soll dann auch wieder der Hof-Besen der Familie Fröscher stattfinden.

Deftige Hausmannskost

Doch Burger, Pommes und Co, gibt es hier nicht. Ganz nach Besen-Art steht deftige Hausmannskost wie Maultaschen, Käsespätzlen, Bratwurst mit Kraut aber auch Krustenbraten auf der Speisekarte. Als besonderes Schmankerl wird das i-Tüpfele angeboten – dieses Mal ist es Rindergulasch mit Spätzle. Für Leckermäuler gibt es außerdem Pfannkuchen mit Honig oder Gsälz. Angesichts der wieder kühlen Temperaturen könnte auch der Glühwein to go schmecken. Wer möchte, kann im Besen Drive-In auch Wein vom Rebenhof Fröscher kaufen.

Öffnungszeiten

Bereits zehn Mal hat Familie Fröscher ihren Besen Drive-In schon geöffnet seit April 2020. Die nächsten Termine stehen auch schon fest: Am Samstag, den 13. März, und Sonntag, den 14. März 2021, sowie am Samstag, den 27. März, und Sonntag, den 28. März 2021. Samstags können die Speisen von 16 bis 19.30 Uhr und sonntags von 11 bis 15 Uhr am Schalter bestellt und abgeholt werden. Wer das i-Tüpfele haben möchte, sollte sich etwa zwei Tage vorher unter Telefon 07947/9433 601 seine Portion sichern, rät Winzer Ferdinand Fröscher.

 




Vollbrand einer Scheune, Feuer auf Wohnhäuser übergegriffen

Am frühen Donnerstagmorgen, den 11. März 2021, gegen 02.20 Uhr, geriet im Criesbacher Ortskern eine Scheune aus unbekannter Ursache in Brand. Das Feuer war schnell auf den Dachstuhl des angebauten Wohngebäudes sowie den Dachstuhl des angrenzenden Nachbarhauses übergegriffen. Die als Brennholzlager dienende Scheune brannte völlig aus. Die Dächer der beiden Wohnhäuser wurden stark beschädigte, die Gebäude sind vorläufig nicht bewohnbar.

Auch die umliegenden Gebäude erlitten leichte Schäden. Durch die enge Bauweise der alten Ortsmitte, bestand die Gefahr, dass sich der Brand noch weiter ausbreitete, was die Feuerwehr durch einen Großeinsatz verhindern konnte. Menschen wurden nicht verletzt.

Der Sachschaden kann noch nicht beziffert werden. Die umliegenden Feuerwehren waren mit insgesamt 16 Fahrzeugen und zirka 90 Mann im Einsatz. Diese wurden durch das THW und dem Rettungsdienst unterstützt. Die polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache dauern an.