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„Rein freundschaftliche und nachbarschaftliche Besuche sind nicht mehr möglich“

Vom Landkreis Schwäbisch Hall wurde am Samstag, den 20. März 2021 eine Ausgangssperre für den Zeitraum 5 Uhr bis 21 Uhr verhängt. Ziel der Allgemeinverfügung ist es das Bummeln und Verweilen im öffentlichen Raum einzuschränken und die Kontaktbeschränkungen zu verschärfen, heißt es auf der Seite des Landkreises.
Frisöre können weiterhin besucht werden
Die bisherigen Beschränkungen der Corona-Verordnung gelten jedoch weiterhin fort. Das bedeutet, öffentliche Einrichtungen die geöffnet sind, wie beispielsweise Frisöre, Buchläden und Baumärkte können weiterhin besucht werden. Dabei ist die 20 qm Regelung zu beachten. Auch der Besuch von Lebenspartnern, sowie die Fahrt zur Arbeit ist weiterhin erlaubt. Im öffentlichen Raum ist es gestattet alleine oder mit einer weiteren nicht im selben Haushalt lebenden Person oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes zur Bewegung an die frische Luft zu gehen. Kinder unter 14 Jahren zählen dabei nicht mit. Auch das Abholen von Essen in der Gastronomie sowie die Fahrt zu Corona-Testungen ist weiterhin möglich. „Mit der Ausgangsbeschränkungen am Tag sollen Gruppenbildungen und damit mögliche Infektionsquellen vermieden werden. Wir rufen Bürgerinnen und Bürger auf, die Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und die Wohnung nur aus dringendem Grund zu verlassen“, so Landrat Gerhard Bauer.

Änderung der Allgemeinverfügung: Nun explizit Freundschaftsbesuche verboten

Durchfahrten des Landkreises Schwäbisch Hall ist weiterhin möglich. Die Allgemeinverfügung wurde heute nochmals angepasst. Rein freundschaftliche und nachbarschaftliche Besuche im Landkreis und aus anderen Landkreisen sowie Fahrten zu diesem Zweck in andere Landkreise und im Landkreis Schwäbisch Hall sind nicht mehr möglich. Besuche von Lebenspartnern sowie Familienangehörigen sind unter Einhaltung der Corona-Verordnung weiterhin erlaubt. Es wird empfohlen, nur wirklich notwendige Fahrten und Einkäufe vorzunehmen.

Auch Umzüge gelten als triftige Gründe. Die Kontaktbeschränkungen der Corona – Verordnung müssen allerdings eingehalten werden.

Die Allgemeinverfügung ist befristet bis 29. März 2021. Sobald die 7-Tagesinzidenz des Landkreises an drei aufeinander folgenden Tagen einen Wert von 200 unterschreitet, gilt sie als aufgehoben.




„Persönliche Gründe“

Der traditionsreiche Blumenladen Röger in Niedernhall schließt. Das geht aus einer Mitteilung im städtischen Amtsblatt hervor.

Darin heißt es von der Inhaberin Sandra Röger: „Aus persönlichen Gründen werde ich zum 05. April 2021 schweren Herzens meinen Laden schließen.“ Röger bedankt sich bei ihren Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen und die „schönen Begegnungen“.

Bis einschließlich Ostern ist der Blumenladen noch geöffnet. Kunden können hier noch Osterdeko, Salatsetzlinge, Zimmer- und Frühlingspflanzen, Blumenerde sowie Blumensträuße kaufen.

Viele Teile aus Keramik und Glas gibt es zu reduzierten Preisen.

 




Immer höhere Inzidenzen – Wird jetzt alles wieder zugemacht?

Es ist wie beim Tanzen: Erst zwei Schritte vor, dann wieder drei zurück, oder drei Schritte vor, dann wieder zwei zurück. Sehnsüchtig warteten die Bürger:innen in Deutschland auf Lockerungen hinsichtlich der Coronamaßnahmen. Die Inzidenzwerte fielen. Im Hohenlohekreis befand er sich bis vor kurzem fast mustergültig bis 35. Dann kam der Ausbruch in einem Logistikzentrum im Raum Künzelsau (wir berichteten), inklusive dem Nachweis der britischen Mutation. Wenige Tage später nur war der Inzidenzwert wieder dreistellig. Es folgten weitere Ausbrüche, insbesondere in Kitas. Auch in Crailsheim, Schwäbisch Hall und vielen anderen Landkreisen klettern die Inzidenzwerte in Rekordzeit auf ein Höchstniveau. Der Hohenlohekreis hat einen aktuellen Inzidenzwert von 158.

Der nächste Lockdown droht

Nun verkündet Jens Spahn am Freitag, den 19. März 2021, in einer Pressekonferenz mit Lars Schaade, dem Vizepräsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI), und dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach das, was die einen schon befürchtet, beziehungsweise die anderen erhofft haben: Es werde erst einmal keine weiteren Coronalockerungen geben, im Gegenteil. Eventuell gehe es wieder zurück in den vollständigen Lockdown.

Spahn appellierte an die Bundesländer, möglichst ähnliche Vorgehensweisen bei den Coronamaßnahmen anzuwenden.

„Es liegen ziemlich herausfordernde Wochen vor uns“

„Diese Woche hat uns vor Augen geführt, wie unberechenbar dieses Virus ist. Ich verstehe die Sehnsucht nach schnellen Lösungen. Die gibt es aber nicht“, sagte Spahn und unterstrich: „Wir sind in der dritten Welle, die Zahlen steigen, der Anteil der Mutationen ist groß. Es liegen ziemlich herausfordernde Wochen vor uns.“

Spahn zeigte auf, dass es noch ein langer Weg sein werde, bis es richtige Öffnungen geben könne. Denn es gäbe nach wie vor nicht genügend Impfstoff in Europa. Selbst wenn nun alles reibungslos klappen würde, würde es noch mehrere Wochen dauern, bis allein die Risikogruppen geimpft wären.

„Wir werden noch einen langen Atem brauchen“

Erst dann können wir auch über breitere Öffnungen der Gesellschaft reden. Wir werden also noch einen langen Atem brauchen.“

Es sei geplant, dass ab dem 19. April 2021 auch in Hausarztpraxen geimpft werde. „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir damit früher beginnen könnten.“

An Ostern sollen die Menschen möglichst nicht reisen und das Fest selbst in kleinstem Kreis feiern. Denn bei einer sich abzeichnenden Inzidenz von 200 und mehr in den Städten und Gemeinden werde es, so der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, eine Überlastung der Intensivstationen geben.

Intensivbettenbelegung DIVI-Zentralregister. Stand: 20.03.2021. Quelle: ntv




„Das ist das ganz normale Verfahren“

Wie GSCHWÄTZ berichtete, beklagt sich ein Autofahrer, der während der Ausgangssperre an einer Tankstelle angetroffen wurde, über das Vorgehen der Behörden – er habe schließlich einen triftigen Grund angegeben, warum er trotz Ausgangssperre unterwegs war.

Verwundert äußert sich nun Gerald Olma, Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn, auf GSCHWÄTZ-Anfrage: Bei der Vielzahl von Verfahren seien die Beamten nicht in der Lage, alle Erklärungsversuche direkt vor Ort zu überprüfen, so auch in diesem Falle. Dafür gebe es ja die Anhörung im  Bußgeldverfahren: Hier habe der Autofahrer die Möglichkeit, sich nochmals detailliert zu äußern. „Das ist das ganz normale Verfahren“, sagt er.

Beamt:innen werden oft fragwürdige Begründungen genannt

Er betonte, dass die Polizeibeamt:innen in eindeutigen Fällen, etwa wenn jemand nach Ende der Spätschicht auf der Rückfahrt von der Arbeit in Arbeitskleidung angetroffen wird, selbstverständlich kein Verfahren einleiten würden. Olma berichtet aber auch davon, dass den Beamt:innen regelmäßig auch sehr fragwürdige Begründungen angeboten werden.

Anhörungsverfahren läuft noch

Das Ordnungsamt der Stadt Öhringen bestätigt, dass das Anhörungsverfahren noch läuft – ein Bußgeld sei noch nicht verhängt worden.

Anwalt geht von Verfahrenseinstellung aus

Der Anwalt des Autofahrers, Dr. Maximilian Ohlenschlager, ist optimistisch, was den Ausgang des Verfahrens angeht: „Mein Mandant hat nach Rücksprache mit mir schriftlich Stellung bezogen und wartet derzeit auf die Mitteilung der Stadt Öhringen betreffend die Einstellung des Verfahrens.“ Er legt Wert darauf, dass sein Mandant sich „bereits vor Ort zu den Vorwürfen geäußert“ habe: „Da die Polizei die dargelegten Gründe nicht nachvollziehen konnte oder wollte, wurde Anzeige verfasst und schriftlicher Anhörungsbogen zugestellt.“ Für ihn sind derartige Mandanten nicht selten: „Ich würde aufgrund der persönliche Erfahrungswerte jedoch sagen, dass die überwiegende Mehrheit der Mandanten – ca. 70 % – sich bereits durch Erhalt eines Anhörungsschreibens dazu veranlasst sieht, unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ – also auch für ihn ein ganz normales Verfahren.

Autofahrer fühlt sich möglicherweise ungerecht behandelt

Über die Motive seines Mandanten mutmaßt Ohlenschlager: „Ich denke, dass sich mein Mandant – sicherlich objektiv nachvollziehbar – ungerecht behandelt fühlte und insbesondere vor dem Hintergrund der in den Medien zu lesenden Vorgabe der verhältnismäßigen, milden Umsetzung der Corona-Verordnungen sein Unverständnis über die Vorkommnisse zum Ausdruck bringen wollte.“

Text: Matthias Lauterer




„Kein Zutritts- und Teilnahmeverbot“ für Schüler aus Hochrisikokreisen

Im Kreis Schwäbisch-Hall sind die Corona-Inzidenzen in den letzten Wochen stark angestiegen, in Crailsheim zeitweise auf über 500, in Schrozberg sogar auf über 1.000. Beide Gemeinden haben die daher ihre Coronamaßnahmen verschärft, unter anderem, in dem die geplante schulöffnung nicht stattfand (wir berichteten). Im Hohenlohekreis hingegen fanden Schulöffnungen statt.

Diverse Schüler aus den stark betroffenen Gebieten besuchen in Künzelsau aber weiterbildende Schulen. Geht aus den Corona-Verordnungen der Bundesregierung und des Landes Baden-Württemberg hervor, ob man Schülern aus derartigen Risikogebieten den Schulbesuch in anderen Kreisen untersagen kann?

Kein Zutritts- und Teilnahmeverbot

Mit einem klaren Nein beantwortet Sascha Sprenger, Pressesprecher des Hohenlohekreises, diese Frage: „Die Corona-Verordnungen sehen keine Untersagung des Schulbesuchs oder verpflichtende Testungen von Schülern und Lehrern aus Gebieten mit einer hohen Inzidenz vor. Ein Zutritts- und Teilnahmeverbot besteht nicht.“

Schnelltests für Schüler:innen: Möglichkeiten werden geprüft

Er ergänzt: „Für die Schulen in Trägerschaft des Kreises werden derzeit Möglichkeiten geprüft, zeitnah Schnelltests auch für Schüler:innen. An der gewerblichen Schule Künzelsau haben die Schüler:innen, die noch bis Montag ihre IHK-Prüfungen ablegen, die Möglichkeit, sich einem Schnelltest zu unterziehen. Die Testungen dort werden von der MediKün-Apotheke vorgenommen.“ Das Schlossgymnasium etwa bietet Schüler:innen bereits freiwillige Tests an. Für Lehrer besteht bereits seit einigen Wochen die Möglichkeit, zweimal wöchentlich bei Ärzten, Apothekern  oder in Testzentren einen Schnelltest durchführen zu lassen.

Schnelltests auch für die Kleinsten geplant

Auch für die Schulen, die von der Stadt Künzelsau betrieben werden, sind Schnelltests geplant: „Es ist geplant, dass Schüler:innen in den städtischen Schulen wöchentlich zwei Selbsttests angeboten werden. Darauf arbeiten aktuell die Schulen in Kooperation mit dem Schulträger, der Stadtverwaltung, hin. Die Tests sind freiwillig und sollen anfangs von Lehrer:innen sowie Ehrenamtlichen angeleitet werden“, teilt Elke Sturm, Pressesprecherin der Stadt Künzelsau, mit. Diese Strategie sei bewährt: „Nach etwas Übung können die Schüler:innen den Test selbst durchführen. Je jünger die Schüler, desto mehr Unterstützung wird es am Anfang benötigen. Die „Kleinen“ werden dauerhaft begleitet. In Ulm wird das so schon erfolgreich praktiziert.“

Text: Matthias Lauterer

 




„Dieses Plakat ist so erbärmlich wie eure Klimapolitik“

Lea hängt gerade ein weißes Leintuch aus ihrem Fenster und befestigt es dort. Über dem Frisörsalon Kyre in der Künzelsauer Innenstadt steht nun: „Dieses Plakat ist so erbärmlich wie eure Klimapolitik.“ Nur unweit von Leas Fenster gibt es zeitgleich eine Klimademo von Hohenlohe for future, die am Freitag, den 29. März 2021 wieder zu einem weltweiten Klimastreik aufgerufen hat.

Das GSCHWÄTZ sei aber sehr „tendenziös“.

Auch Künzelsaus Fridays-for-future-Anhänger gehen auf die Straße und zwar am alten Rathaus. Um 10.30 Uhr ist die Zahl der Teilnehmer und Organisatoren noch überschaubar. Eine der Organisatorinnen, Priscilla Reinauer, lehnt ein Interview mit GSCHWÄTZ ab, ebenso eine Lehrerin. Die Lehrerin sagt, dass GSCHWÄTZ wäre politisch „in Richtung AfD“ ausgerichtet. Auf welche Berichterstattung sie sich beziehe bei ihrer Aussage, das kann sie nicht näher begründen. Das GSCHWÄTZ sei aber sehr „tendenziös“. Wie sie unsere zahlreichen Berichterstattungen über die Klimademos fand, wollen wir wissen, auch dazu konnte sie nichts weiter sagen.

„Es muss jede Partei eine Lösung  haben.“

Lea jedenfalls wollte uns gegenüber sagen, warum sie demonstriert: „Weil es erst der Anfang ist. Wir brauchen einen Strukturwandel, um eine Antwort auf die Klimafrage zu haben.“ Die Grünen als Partei reichen ihrer Meinung nach nicht für den Wandel. „Es muss jede Partei eine Lösung  haben.“ Haben die Parteien das denn?“, wollen wir wissen. „Auf dem Papier vielleicht“, sagt die 24-Jährige und lacht.

Klaus Heger fordert mehr Photovoltaikanlagen, unter anderem auf Parkplätzen

Rentner Klaus Heger nimmt an der Klimademo teil, „weil ich vorgehen will gegen den Klimawandel.“ Er fordert mehr Photovoltaikanlagen, unter anderem auf Parkplätzen, und ein Ende der Atomkraft. Hinsichtlich der baden-württembergischen Landespolitik hofft er, dass die FDP nicht mitregieren darf, da er hier nötige grüne Politik nicht sieht.

Klimademo 19. März 2021 Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Klimademo 19. März 2021 Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Klimademo 19. März 2021 Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Klimademo 19. März 2021 Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Klimademo 19. März 2021 Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Bye, bye, Klassenzimmer

Ab Montag, den 22. März 2021, gilt in Baden-Württemberg auch an den Grundschulen eine Maskenpflicht für Lehrkräfte sowie Schüler:innen. Die 5. und 6. Klassen können zur Umsetzung der Abstandsregel auf Wechselunterricht umsteigen. Eine entsprechende Anpassung der Corona-Verordnung ist gerade in der Abstimmung.

Kretschmann: „Tendenz zeigt leider in die falsche Richtung“

Die Landesregierung plant ab Montag weitere Anpassungen der Coronaregeln. Demnach wird der von der Ministerpräsidentenkonferenz am 03. März beschlossene 4. Öffnungsschritt – geplant frühestens ab dem 22. März 2021 – zunächst zurückgestellt. Der Schritt sieht weitere Öffnungen bei Inzidenzwerten unter 50 bzw. zwischen 50 und 100 Infektionen auf 100.0000 Einwohner vor. Die für diesen Öffnungsschritt notwendigen stabilen beziehungsweise rückläufigen Inzidenzen sind derzeit aber nicht in Sicht.

„In einer Übergangsphase können die Schüler:innen auch Alltagsmasken tragen, wenn kurzfristig keine medizinischen Masken für Kinder beschafft werden können“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Die aktuelle Lage ist derart dynamisch, dass wir unsere Maßnahmen an diesem Infektionsgeschehen ausrichten müssen. Die Tendenz zeigt leider in die falsche Richtung. Auf dieser Grundlage sind weitere Öffnungen derzeit unrealistisch und nicht sinnvoll.“

Ab der siebten Klasse weiterhin zu Hause

Zusätzlich wird ab Montag an den Schulen neu eingeführt: Die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske für Lehrkräfte sowie für Schüler:innen. Die Maskenpflicht gilt im und außerhalb des Unterrichts. In einer Übergangsphase können die Schüler:innen auch Alltagsmasken tragen, wenn kurzfristig keine medizinischen Masken für Kinder beschafft werden können. Auch an weiterführenden Schulen müssen ab Montag, den 22. März 2021, medizinische Masken getragen werden. Weiterhin soll den weiterführenden Schulen zur Umsetzung der Abstandsregeln ermöglicht werden, Wechselunterricht zu wählen. Dies gilt auch für die sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ).




Weiterhin keine Aussicht auf Öffnung der Läden in Hohenlohe

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat am Mittwoch, den 17. März 2021, insgesamt 57 neue Corona-Infektionsfälle an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Etwa 20 davon waren bereits als Kontaktpersonen zu einem anderen Fall in Quarantäne.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt damit bei 134,9 pro 100.000 Einwohner.

Betroffen ist unter anderem eine Kinderbetreuungseinrichtung im Raum Neuenstein, wodurch eine Quarantäne für rund 35 Personen notwendig wurde. Außerdem gibt es weitere Fälle in bereits betroffenen Unternehmen.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

 




Mit Gehzeugen die Mobilitätswende anmahnen

Wie an zahlreichen Orten weltweit veranstalten Parents for Future Hohenlohe und Fridays for Future Künzelsau am Freitag, den 19. März 2021, eine Kunstaktion und eine Mahnwache. Die Aktion findet von 10 bis 13 Uhr am Alten Rathaus in Künzelsau statt, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die neue Legislaturperiode im Landtag wird die letzte sein, die die Klimakrise noch abmildern kann“, erklärt Nicola Hellgardt von Parents for Future Hohenlohe. „Deswegen erwarten wir von allen demokratischen Parteien, mit aller Kraft sozial gerechte Maßnahmen zur Beschränkung der Erderhitzung um maximal 1,5 Grad zu verfolgen.“ 

Enormer Platzbedarf

Bei dieser Aktion setzen die Mitglieder von Fridays for Future Künzelsau auch erstmals sogenannte Gehzeuge ein, mit denen sie im Straßenverkehr in und um Künzelsau auffallen wollen. „Gehzeuge sind Holzgestelle zum Umschnallen in SUV-Größe“, so Sam Retzsch von den Fridays, die ein Gehzeug tragen wird. „Unser Gestell veranschaulicht den enormen Platzbedarf, der für Autos im öffentlichen Raum vorgesehen wird.“ „Anstatt in Zeiten der Klimakrise viel stärker in Bus und Bahn zu investieren, wird immer noch mit anwachsendem motorisiertem Individualverkehr geplant,“ bedauert Mario Dietel von den Fridays mit Blick auf den sechsspurigen Ausbau der A6 und die vierspurige Erweiterung der B19. „Die Bevölkerung darf sich ein solches Vorhaben der Politik, das die Einhaltung der Pariser Klimaziele verhindert, nicht gefallen lassen. Wir alle sollten für die Mobilitätswende kämpfen.“

Forderung: Tempo 30

Die Aktivist:innen fordern zudem Tempo 30 im gesamten Künzelsauer Stadtgebiet und gleichberechtigte Nutzungsmöglichkeiten der Verkehrswege für alle Verkehrsteilnehmer:innen. Sylvia Schöne von den Parents for Future formuliert es so: „Wir könnten ganz sicher auf verbreiterte Straßen verzichten, wenn man den ÖPNV radikal ausbauen und vergünstigen, sowie ein durchgängiges und sicheres Radwegenetz schaffen würde.“ Die öffentliche Aktion „Gehzeuge“ soll auf die dringend notwendige Mobilitätswende aufmerksam machen.

Quelle: Pressemitteilung von Fridays for Future Künzelsau




Schnelltests zur Eigenanwendung für Schüler:innen

Mit der schrittweisen Öffnung der Schulen in Baden-Württemberg seit Montag, den 15. März 2021, sollen laut dem Kultusministerium Schüler:innen optimalerweise wöchentlich mindestens zweimal per Schnelltest auf Corona getestet werden. Doch wie genau das ablaufen soll, wissen bislang weder die Schulen noch die Familien.  GSCHWÄTZ hat beim Kultusministerium nachgefragt.

Tests sind freiwillig

Demnach sollen gemäß der, so Pressesprecherin Christina Sattler, „Teststrategie des Landes“, die jeweiligen Kommunen ab Ende März 2021 in Testzentren vor Ort und/auch direkt in Kitas und Schulen die Tests des Landes verwenden. Diese „agieren stationär und ambulant“. Laut Sattler gäbe es eine hohe Zunahme an „kommunalen Angeboten“ diesbezüglich, so dass die „kommunale Infrastruktur bereits in drei Viertel der Kommunen im Land zur Verfügung“ stehe.

Land Baden-Württemberg zahlt

Das sieht jedoch nicht überall so aus, besonders auf dem Land kann vielleicht noch eine größere Stadt mit einem Testzentrum punkten, aber kleinere Gemeinden tun sich unter anderem angesichts nicht flächendeckend zur Verfügung stehenden Tests und Personalmangels noch schwer in der Umsetzung.

Bislang nur Schnelltestzentrum als Testmöglichkeit

Im Kochertal haben Familien derzeit die Möglichkeiten, ihre schulpflichtigen Kinder, in Künzelsau im Schnelltestzentrum testen zu lassen. Hier sind aber die Termine begehrt und begrenzt (wir berichteten). Weitere Möglichkeiten gibt es derzeit nicht.

Bis zu den Osterferien soll es daher zunächst bei der bisherigen Struktur bleiben:

// Schul- und Kita-Personal kann sich mit den Berechtigungsscheinen (diese gibt es bei den Schulen) bei Ärzten und Apotheken sowie in den kommunalen Testzentren testen lassen.

// Schüler:innen können von den kommunalen Testzentren stationär oder mit mobilen Teams (vielerorts derzeit noch nicht möglich) in der Schule getestet werden

Christine Sattler verweist darauf, dass auch Schulen ihren Schüler:innen und Schülern „angeleitete Selbsttestangebote machen“ können, zum Beispiel, indem sie dafür Mittel aus den ihnen zur Verfügung stehenden Corona-Schulbudgets (Gesamthöhe von 40 Millionen Euro; Budgets pro Schule mit einem Sockelbetrag plus einem Betrag je nach Schülerzahl) verwenden. Ob hierfür eine ausreichende Menge an Schnelltests vorhanden ist, ist noch nicht bekannt. Nach den Osterferien soll es aber mit den diesen Selbsttests richtig losgehen, betont das Kultusministerium gegenüber GSCHWÄTZ:

Schulen sollen bald informiert werden

„Nach den Osterferien sollen den Schulen zusätzlich zu den oben beschriebenen und an den Schulen bekannten Strukturen, Schnelltests zur Eigenanwendung für das Personal und für Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen. Das Testangebot wird spätestens ab dann massiv ausgeweitet. Das Kultusministerium und das Sozialministerium sind aktuell mit den Kommunalen Landesverbänden im Gespräch, um dieses Modell in der Teststrategie des Landes zu verankern. Eine Kabinettsbefassung hierüber steht in Kürze bevor. Sobald die Gespräche hierzu abgeschlossen sind und die Schnelltests zur Eigenanwendung in die Teststrategie des Landes aufgenommen und beschlossen wurden, werden die Schulen umgehend über diese erweiterten Möglichkeiten sowie die konkrete Umsetzung informiert. Im Ergebnis wird es Testangebote für das Personal der Kitas, der Schulen sowie für alle Schülerinnen und Schüler anlasslos zweimal die Woche geben.“

Auf freiwilliger Basis

Die Tests sind nicht verpflichtend, sondern finden auf freiwilliger Basis statt. Folglich hat es für die Teilnahme dieser Schülerinnen und Schüler am Schul- und Unterrichtsbetrieb auch keine Folgen. Allerdings ist es natürlich das Ziel, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler die Tests in Anspruch nehmen. Die Tests sind freiwillig.