Mutige Planung: 8. Messe Öhringen soll Ende September stattfinden
Mit einem gerüttelt Maß an Optimismus sind die Planer der 8. Messe Öhringen bei der Planung. Nicht nur, dass man mitten in der Pandemie eine Messe vom 30. September bis 03. Oktober 2021 plant – auch soll die Messe ein ganz neues Konzept bekommen: Das Messegelände ist nicht mehr auf dem Parkplatz gegenüber der Kultura geplant, sondern direkt an der Innenstadt – vom für die Landesgartenschau neu gestalteten Hofgarten bis hin zur Kultura. Außerdem soll die Ausstellung nicht mehr in den bisher üblichen Großzelten stattfinden, stattdessen sind kleine Einheiten von etwa 3m x 3m bis zu 10m x 10m geplant. So soll eine aufgelockerte und großräumige Struktur geschaffen werden, die Corona-geeignet sein soll.
„Einmalig und zukunftsorientiert“
„Die Messe im Park präsentiert sich 2021 einmalig und zukunftsorientiert in unverwechselbarem Ambiente. Hier wird ein innovatives, attraktives, wirtschaftliches und unverwechselbares Konzept umgesetzt, das Öhringen als Wirtschafts- und Messestandort in Hohenlohe weiter voranbringen wird. Nun hoffen wir, dass uns Corona bis dahin diese Freiheit erlauben wird“, sagt Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler.
Einzelhandel und Messe am neuen Standort verbinden
„Durch das neue Konzept können Messe und Einzelhandel in der Innenstadt miteinander verbunden werden“, sagt Marco Koenitz von der veranstaltenden Agentur D. Koenitz GmbH aus Koblenz. „Unbewußt haben wir eine weise Entscheidung getroffen, als wir uns gegen den Mai-Termin und für eine neue Location entschieden haben“ – mit den kleinen Ständen im Freien, einer Einbahnstraßenregelung und Zugangskontrollen könne die Messe auch unter Pandemiebedingungen stattfinden, hofft er. Bereits ca. 50 Stände seien vermietet, trotzdem gebe es noch hervorragende Standorte – am Ende rechnet er mit etwa 150 Ausstellern. Das sind rund 50 weniger als bisher üblich. Die Rückmeldungen der Aussteller seien allerdings begeistert: „Das Messegeschehen sucht einen Auftakt“, erkennt Koenitz, Öhringen könnte dieser Auftakt als eine der möglicherweise ersten Verbrauchermessen nach Corona werden.
Bewährtes bleibt erhalten
Auch mit dem neuen Konzept soll Bewährtes und Charakteristisches beibehalten werden: Die Ehrenamtsbörse, die Ausbildungshalle und das „Bauzelt“ soll es wieder geben.
Ehrenamtsbörse für Vereine
„Gerade die Vereine haben während der Pandemie einen Rückschlag durch Schließungen erhalten. Ihre wertvolle Arbeit müssen wir in den Vordergrund stellen und ihnen den Rücken stärken, auch wenn die Messe sicherlich nicht so wird, wie wir sie aus den letzten Jahren kennen“, sagt der Hauptamtsleiter der Stadt Öhringen, Ulrich Vogtmann.
Ausbildungshalle – Information für Jugendliche
„Wir kämpfen um Arbeitskräfte“, sagt Doris Köhler von der Firma Schneider Bau. „Durch die Pandemie konnten wir die Jugendlichen in den Schulen kaum informieren. Mit der Ausbildungshalle und unserem bekannten Gemeinschaftsstand wollen wir Berufsorientierung geben und für das Handwerk werben.“ Sie bemängelt, dass die Schulen „nur Deutsch und Mathe“ unterrichtet hätten und die Berufsförderung nicht stattgefunden habe. Die Jugendlichen seien auf die Ausbildung daher nur ungenügend vorbereitet.
Gemeinschaftsstand Bau
Köhler ist auch der führende Kopf bei der Organisation des „Gemeinschaftsstands Bau“. Sie muß feststellen, dass erste Betriebe bereits das Handtuch geworfen hätten, anderen sei der Aufwand für die Messe zu hoch geworden. Daher werden 2021 einige neue Partner auf dem Gemeinschaftsstand vertreten sei. Ein Schwerpunkt werde e-Infrastruktur am Bau sein: Solaranlagen für den Carport sowie modular aufgebaute Ladetechnik für das Elektroauto seien Themen.
„Sie werden die kreativen Betriebe sehen, die den Lebenswillen haben“
So ganz überzeugt davon, dass die Messe stattfinden kann, scheint sie noch nicht zu sein, denn sie plant vorsorglich parallel einen digitalen Auftritt. Wenn sie aber über die teilnehmenden Unternehmen spricht, ist sie voller Enthusiasmus: „Die Unternehmen möchten Leistung erbringen – dazu brauchen wir den Kontakt. Sie werden die kreativen Betriebe sehen, die den Lebenswillen haben“.
Text: Matthias Lauterer

