Das mit der nun doch nicht verordneten Osterruhe, weil rechtlich kaum durchsetzbar, hat Staatschefin Angela Merkel alleine auf ihre Kappe genommen, wohlweislich vermutlich, da sie sowieso nur noch ein paar Monate im Amt sein wird und daher Schaden von den restlichen CDU-Entscheidungsträgern abwenden wollte. Aber bei dem Auf und ab mit der zu beschließenden Osterruhe (erst nein, dann ja, dann nein, dann halb), zeigte sich doch, wie verblüffend und auch ungewöhnlich unstringent die Politik der derzeitigen Bundeskanzlerin und der dazugehörigen Bundesregierung geworden ist. Normalerweise geht Angela Merkel ihren Regierungskurs unbeirrt weiter, nun gerät sie zunehmend ins Stolpern und Straucheln – vermutlich nicht innerlich. Denn sie ist zweifellos eine hochgradig intelligente Physikerin, die innerlich sehr wohl weiß, wie der Coronaweg zu gehen wäre.
Langsam aber sicher völlig unlogisch
Aber sie stolpert zunehmend über 16 Bundesländerchefs in Deutschland, die ihr kurz vor der Bundestagswahl immer mehr das Leben schwer machen. Mit dem Auf und Nieder um den Coronaimpfstoff AstraZeneca kommt nun noch ein weiteres Problem dazu. Wie schädlich ist dieser Impfstoff wirklich? Denn zuerst war AstraZeneca nur zugelassen für Menschen im so genannten besten Lebensalter. Kinder und ältere Menschen sollten nicht damit geimpft werden. Begründet wurde das damit, dass es noch keine Studien über die ältere und jüngere Generation und die Impfverträglichkeit bezüglich AstraZeneca gäbe. Hinter hervor gehaltener Hand wurde jedoch bereits zu Beginn der europaweiten Impfungen AstraZeneca als der vermeintlich schlechteste der führenden Impfstoffe bezeichnet – wegen höherer Nebenwirkungen und auch wegen einer wohl verminderten Wirksamkeit.
Nebenwirkungen wie Ausschläge und Thrombosen
Auch als im Hohenlohekreis die ersten Bürger mit AstraZeneca geimpft wurden, gab es einige, die den Impfstoff sehr gut vertragen haben, aber auch einige, die heftige Nebenwirkungen wie Ausschläge und Schwellungen davontrugen (wir berichteten). Auch bundesweit waren die Impfreaktionen nach einer Impfung AftraZeneca im Vergleich zu den anderen Impfstoffen schlechter. Hinzu kamen Berichte von Thrombosen und ersten Todesopfern.
Diverse Länder stoppten AstraZeneca-Impfungen, Bundesregierung taumelte hinterher
Diverse europäische Länder sperrten den Impfstoff daraufhin, auch die Bundesregierung reagierte, wenn auch zeitverzögert und stoppte die Impfungen mit AstraZeneca, um zu prüfen, wie gefährlich dieser wirklich ist. Kurze Zeit später bekam er wieder die Zulassung in Deutschland, es wurde weiter geimpft, nun auch noch ausgeweitet auf die Über-60-Jährigen. Angesichts des Impfstoffengpasses war diese Botschaft zumindest in dieser Hinsicht eine Entspannung. Aber zu welchem Preis? Die Kritik an AstraZeneca reisst nicht ab. Nun korrigierte die Bundesregierung abermals ihren Kurs. Fortan wird der Impfstoff nur noch Menschen ab 60 Jahren verabreicht.
Jüngeren Menschen wird der Impfstoff nicht mehr empfohlen (sie können sich jedoch freiwillig damit impfen lassen nach Rücksprache mit ihrem Arzt). Das ist eine Kehrtwende um 180 Grad. Begründet wird das Ganze mit einem höheren Impfrisiko für Unter-60-Jährige. Warum das Risiko bei Über-60-Jährigen nun auf einmal viel geringer sein soll, kann denn auch keiner so recht erklären.
Rolle rückwärts
Die jüngere Bevölkerungsgruppe soll nun mit anderen Impfstoffen behandelt werden, hier haben wir aber gerade einen Lieferengpass. So müssen die 18- bis 60-Jährigen wohl noch längere Zeit darauf warten, dass sie drankommen in der Impfreihenfolge, während die Über-60-Jährigen sich jetzt überlegen dürfen, ob sie sich nun freuen dürfen auf eine zeitnahe Impfung mit AstraZeneca oder eher nicht.
KIZ Öhringen: AstraZeneca-Impfstoff nur noch entsprechend der neuen Maßgaben im Einsatz
Das Kreisimpfzentrum Öhringen wird trotz der Neubewertung des Impfstoffs von AstraZeneca am Osterwochenende keine Termine absagen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervor. Stattdessen wird abhängig vom Alter und vom gebuchten Impfstoff wie folgt verfahren:
- Personen, die das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und einen Termin mit AstraZeneca gebucht haben, werden im Impfzentrum durch die Ärzte sorgfältig aufgeklärt und können dann entscheiden, ob sie den gebuchten Impfstoff in Anspruch nehmen. Sollten sie diesen ablehnen, werden so viele Personen dieser Gruppe wie möglich mit BioNTech geimpft. Personen, für die kein BioNTech-Impfstoff mehr für eine „Umbuchung“ zur Verfügung steht, werden im Impfzentrum erfasst und dem Callcenter des Landes für einen Rückruf zur erneuten Terminvereinbarung übermittelt.
- Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben und einen Termin mit AstraZeneca gebucht haben, werden mit diesem geimpft. Hier ist eine Umbuchung weder von der Ständigen Impfkommission empfohlen noch durch das Land Baden-Württemberg vorgesehen.
- Personen, die einen Termin mit dem Impfstoff BioNTech gebucht haben, erhalten diesen. Eine nachträgliche Umbuchung findet nicht statt.
Nachdem die Ständige Impfkommission am 30. März 2021 die Impfung mit AstraZeneca aufgrund weiterer Fälle von Hirnvenenthrombosen neu bewertet hat, kam die Gesundheitsministerkonferenz der Länder zu folgendem Beschluss:
Der Impfstoff von AstraZeneca kommt, beginnend ab dem 31. März 2021, zum Einsatz bei
- a) impfberechtigten Personen, die älter als 60 Jahre sind;
- b) impfberechtigten Personen unter 60 Jahren, die gemeinsam mit dem impfenden Arzt nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung entscheiden, mit AstraZeneca geimpft werden zu wollen.
AstaZeneca bekommt einen neuen Markennahmen
Derweil wird AstraZeneca fortan unter einem anderen Namen vertrieben, wie das Pharmaunternehmen gegenüber web.de mitteilte.