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Annalena und Armin

Schlagzeile und Schlagzeile gibt es schon jetzt. Dieser Wahlkampf verheißt, spannend zu werden. Während man über die Landtagswahlen aufgrund wenig zu erwartender überraschender Ergebnisse kaum gesprochen hat, ist bereits die Vorauswahl der Kandidaten der einzelnen Parteien für die Bundestagswahl im Herbst 2021 eine Geschichte voller Drehungen und Wendungen.

Epochale Zeitenwende in Deutschland. Angie verlässt die Bühne

Und die gerade die CDU, die bis dato quasi immer eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben hatte, wenn es um eine derartige Vorauswahl geht, stritt nun sogar im Öffentlichen-Rechtlichen darüber, wer bei ihnen Kanzlerkandidat sein darf – Markus Söder und Armin Laschet. Da merkt man bereits deutlich, wie blank die Nerven in der Mutter aller Parteien liegt. Und das nach einem Pandemiejahr, in welchem sich doch einige der CDU-Granden privat finanziell konsolidiert hatten, wenn man nur an die ein oder andere Maskenverkaufsvermittlung denkt, die sie sich sechsstellig bezahlen haben lassen. Aber gut, sei’s drum. Wer hier deutliche Konsequenzen erwartet, der wartet vermutlich ziemlich lange. Weiter geht’s im Text. Immerhin steht in weniger als einem halben Jahr eine epochale Zeitenwende in Deutschland an.

Vielleicht Friedrich Merz im Finanzressort

Angela Merkel verlässt nach 16 Jahren Amtszeit die Regierungsbühne als Bundeskanzlerin. Schön war’s gewesen. Alte weiße Männer stehen bereits seit rund zwei Jahren in den Startlöchern, um ihr Erbe anzutreten. Nun soll es also der Armin machen. Der Armin, unter dessen CDU-Regentschaft nun schon einige Landtagswahlen, wie etwa die in Baden-Württemberg, katastrophal für die CDU geendet sind. Aber bis zum Herbst kann der Armin ja sicher noch ein bisschen punkten in Gesamtdeutschland. Markus Söder, der wesentlich beliebtere der beiden, wurde derweil vom CDU-Regierungspräsidium wieder auf seinen Platz nach Bayern zitiert. Die große Hoffnung ruht auf eine Mitbeteiligung in der möglichen neuen Regierung als, ja, vielleicht Außenminister mit Friedrich Merz im Finanzressort. Dann wäre vermutlich endlich Ruhe im Karton und jedes Testosteron wäre zufrieden.

Oder Sahra Wagenkneckt als Aussenministerin

Aber vielleicht geht’s ja auch, wie ein lustig-ironischer Videoclip vom NDR extra3 zeigt, erst einmal in die Opposition. Denn der Überraschungscoup konnten die Grünen nun für sich verbuchen. Während die CDU durch Kompetenzgerangel glänzt, schlichen sich die Grünen intern und leise durch die K-Frage und strahlten auch nach der Beantwortung dieser Einmütigkeit und Harmonie aus. Sie schicken Annalena Baerbockins Rennen. Und waren sie vorher schon stark im Aufwind durch die neue Klimabewegung, so führt die Partei in Umfragen sogar vor allen Parteien, seitdem die Katze aus dem Sack ist, dass Baerbock gegen Laschet antritt.

Scheinbar völlig entspannt

Olaf Scholz, der gefühlt schon immer dagewesene SPD-K-Mann sei hier ebenfalls am Rande erwähnt, seine Bedeutung wird vermutlich aber nur größer werden, wenn die Grünen tatsächlich mit der SPD und den Linken nach der Bundestagswahl ein Bündnis eingehen würden – vielleicht mit einer ziemlich kompetenten Sahra Wagenknecht im Gesundheitsministerium.

Wer hätte gedacht, dass in dem erzkonservativen Deutschland zum zweiten Mal eine Kanzlerin das Land führen könnte? Eine Kanzlerin mit – Oh Gott, oh, Gott – Kindern noch dazu? Sofort werden Rufe von Männern und auch Frauen laut: „Ja, kann die das überhaupt?“ Ja, schaut, man sich Fotos von Laschet auf der ein oder anderen Prunksitzung mit Narrenkäppi auf dem Kopf an, liegt einem dieselbe Frage auf der Zunge. Immerhin gab es auch reihenweise Pleiten, Pech und Pannen in der Vergangenheit bei der Klimapolitik, der Gesundheitsheitspolitik und bei der aktuellen Coronapolitik bei führenden CDU-/SPD-Koalition. Da fragt auch keiner: Können die das überhaupt? In Umfragen, sogar von Seiten der Wirtschaft jedenfalls, führen Annalena Baerbock und die Grünen derzeit.

Sagen wir mal so: Wer kleine Kinder hat, eine so steile Karriere parallel in der Politik hingelegt hat und sich mit absolutem diplomatischen Fingerspitzengefühl an einem sehr beliebten Robert Habeck vorbei an die Grünenspitze geschoben hat, dem ist einiges zuzutrauen, auch eine Kanzlerschaft. Baerbock müsste nicht trotz ihres familiären Backgrounds gewählt werden, sondern gerade deswegen. Weil es schon jetzt eine absolute Überleistung ist, die sie als Frau zu bringen hat im Vergleich zu ihren männlichen Mitkandidaten. Die sie aber scheinbar völlig entspannt managt.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann 

Annalena Baerbock.

Armin Laschet




Ein fulminanter Sieg schaut anders aus

Weißbachs neuer bleibt der alte Bürgermeister. Selten werden in ländlichen Regionen Bürgermeister abgewählt. Auch Rainer Züfle wurde nun von seinen 1.623 wahlberechtigten Bürger:innen in seinem Amt bestätigt. Ein fulminanter Sieg schaut allerdings anders aus.

Zwar wirke die 80,1 Prozent der Wählerstimmen (vorläufiges Ergebnis) zunächst wie ein fulminanter Sieg. Ein Blick in die Wählerschaft zeigt aber: Lediglich 519 Bürger:innen haben ihr Kreuz bei Züfle gemacht. 99 wählten immerhin den wegen seiner Äußerungen (wir berichteten) stark umstrittenen Herausforderer Mike Mitschke. Samuel Speitelsbach erhielt gerade mal1 2 Stimmen.

Wohin also flossen die ganzen Wählerstimmen? Die Antwort: Viele Weißbacher nahmen ihr Wahlrecht schlicht nicht in Anspruch. Insgesamt gingen fast 1.000 Menschen nicht wählen. Allein deswegen schaut ein fulminanter Sieg anders aus.

Vorläufiges Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. April 2021. Quelle: Screenshot Weißbach Internetseite

Vorläufiges Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. April 2021. Quelle: Screenshot Weißbach Internetseite




„Die russischen Frauen schmeißen den Laden“

„Michail Gorbatschow ist ein bescheidener Mann, sehr nett und umgänglich“, sagt Claus Brümmer. Der gebürtige Künzelsauer muss es wissen: Im Auftrag der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) war er von 1993 bis 2005 als Botschaftsrat zuerst in der Ukraine und später in Moskau tätig. „Die KfW wurde damals angefragt, ob sie bei der Transformation im Osten helfen könnte und hat dann Büros in den deutschen Botschaften eröffnet“, erinnert er sich. Er koordinierte unter anderem deutsch-ukrainische und deutsch-russische Projekte in der wirtschaftlich-technischen Zusammenarbeit.

„Russland verarmte unter Gorbatschow“

In der Zeit organisierte der heute 75-Jährige gemeinsam mit der Gorbatschow-Stiftung das Deutsch-Russische Wirtschaftsforum 2004, dessen Schirmherr der ehemalige sowjetische Staatspräsident war. Dabei war Brümmer mit dem in Deutschland immer noch beliebten Politiker auch Kaffeetrinken und Mittagessen. „Gorbatschow war in Deutschland beliebt, bei den Russen aber nicht“, sagt er. „Durch den Umbruch während seiner Präsidentschaft verarmte das Land.“ Der heutige Präsident Putin hätte das so nicht zugelassen. „Deutschland hat damals viele Milliarden Mark an Russland bezahlt“, erinnert sich Brümmer. „Das Geld wurde unter anderem für die Rückführung der Sowjettruppen verwendet.“ Damit seien beispielsweise Wohnanlagen für die Soldaten in Russland gebaut worden. „Das haben westeuropäische Baufirmen gemacht, denn es musste schnell gehen.“ 1994 bereits sei alles fertig gewesen.

Teilnahme an Regierungsverhandlungen

Zweimal war der gelernte Bankkaufmann bei Regierungsverhandlungen dabei. „Baltische und polnische Diplomaten sagten damals, dass ihre Staaten so schnell wie möglich in die EU und besser noch in die Nato müssen“, plaudert er aus dem Nähkästchen. „Die Balten hatten Angst, weil sie eine 30-prozentige russische Minderheit haben.“ Nach seiner Zeit in der Botschaft war der studierte Diplom-Kaufmann noch zwei Jahre selbstständiger Finanz- und Wirtschaftsberater für deutsch-russische Projekte in Moskau. Was er besonders bedauert: „Das deutsch-russische Verhältnis ist seit 2007 schlechter geworden.“

Auslandssemester in Südafrika

Claus Brümmer hat es früh hinaus in die Welt gezogen. Nach einer Bankenlehre in Heilbronn studierte er Betriebswirtschaft- und Bankwirtschaftslehre in Saarbrücken. Verbrachte schon in dieser Zeit je ein Auslandssemester in Südafrika und auf den Philippinen – eine Besonderheit in den 1970er-Jahren. Nach zweijähriger Tätigkeit in Berlin wechselte er 1977 zur KfW in Frankfurt, für die er schließlich von 1993 bis 1999 als Botschaftsrat ein Büro in der deutschen Botschaft in Kiew leitete. Er erinnert sich: „Als ich 1993 nach Kiew kam, war die Ukraine sozial runtergewirtschaftet und völlig verarmt.“

„Wir lernten auch die kyrillische Schrift“

Doch zunächst einmal musste Brümmer Russisch lernen. „Am Russicum in Bochum (heute: Landesspracheninstitut NRW) waren wir den ganzen Tag im Sprachlabor und lernten auch die kyrillische Schrift“, blickt der Mann zurück. Die sei übrigens gar nicht so unterschiedlich zur lateinischen Schrift, wie viele glauben. Trotzdem war zu Anfang noch ein Dolmetscher nötig. „Viele Menschen in der Ostukraine konnten gar kein Ukrainisch, denen war Russisch lieber“, erzählt Brümmer. Die Ostukraine sei stark russifiziert gewesen. „Aber in der Westukraine war das anders, die Menschen dort wollten kein Russisch sprechen.“ Ukrainisch habe er dann aber nicht auch noch gelernt.

„Das ist völkerrechtlich nicht in Ordnung“

Zur Besetzung der Krim durch Russland hat der pensionierte Botschaftsrat eine klare Meinung: „Das ist völkerrechtlich nicht in Ordnung.“ Das zeige sich auch daran, dass nur wenige Staaten – darunter Nordkorea, Kuba, Syrien und Nicaragua – die Annexion anerkannt haben. „Den Hafen Sewastopol haben sich Russland und die Ukraine geteilt, Teile der jeweiligen Flotte lagen dort nebeneinander.“ Claus Brümmer blickt gern auf seine Jahre in der Ukraine zurück: „Das war eine tolle, friedliche Zeit.“ Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm der Jahrmarkt in Welyki Sorotschynzi, den er mit der Muswiese vergleicht: „Das war immer schön und toll“. Die Mitarbeiter der deutschen Botschaft seien in Kiew sehr angesehen gewesen. „Deutschland war nach dem Ersten Weltkrieg an der ersten Unabhängigkeit der Ukraine beteiligt“, sagt er. „Zu Lenins Zeiten hatten die Ukrainer eine große kulturelle Unabhängigkeit.“ Zu Sowjetzeiten hätte auch die Übertragung der Krim durch Chruschtschow 1954 keine große Rolle gespielt.

„Die Oligarchen bringen ihr Geld ins Ausland“

Natürlich war Brümmer während seiner Zeit in der Ukraine auch auf der Krim, hat in der Stadt Sudak einen Russischkurs besucht. „Die Krim ist ein Traum“, blickt er zurück. Allerdings möge er das russische System nicht, denn dadurch würden die Krimtataren unterdrückt. Die Ukrainer dagegen hätten diesen große Rechte eingeräumt. In Russland sei heute fast alles gleichgeschaltet. Das Land selbst hat nur Rohstoffe und wenige selbstständige Firmen. „Nennen Sie mir ein Produkt aus Russland, das auf dem Weltmarkt bestehen kann“, sagt Brümmer. „Die Großstädte dort sind noch ganz passabel, aber auf dem Land ist alles kaputt, da gibt es keine Infrastruktur.“ Die Oligarchen würden ihr Geld ins Ausland bringen, denn dort sei es sicherer. Außerdem sei die Korruption hoch, aber die jungen Leute würden nicht für Korrupte arbeiten wollen. „Deshalb emigrieren viele von ihnen.“ Die Russen seien ein langsames Volk, das schon viel ertragen habe. Hinzu komme, dass das Land weit sei und die Leute deshalb nichts erfahren. Manche würden auch einen starken Staat mögen, denn „da muss man nicht selbst denken, sondern kann sich gut einrichten.“

„Die russische Seele ist toll“

„Das ist zwar eine Macho-Gesellschaft, aber die russischen Frauen schmeißen den Laden“, sagt Brümmer. „Die Männer sind schlapp, haben oft Alkoholprobleme, lassen sich bedienen.“ Sie würden sich auf die Frauen verlassen, ihr Beitrag sei eher das Kümmern um die Banjas. Allerdings ist keine Frau in der Regierung oder Gouverneurin, außer vielleicht in St. Petersburg.“ Er selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es „ganz anders war, wenn eine Frau dabei war und nicht nur Großsprecher auf der anderen Seite.“ Auch das sei eine interkulturelle Erfahrung. „Aber die russische Seele ist toll“, erinnert er sich zurück an die tolle Gastfreundschaft.

Aktives Pensionärsleben

2009 zog Claus Brümmer in seine Heimatstadt Künzelsau zurück und lebt hier ein aktives Pensionärsleben. Er ist in mehreren Vereinen aktiv, beispielsweise im Verein Künzelsauer Seniorinnen und Senioren oder seit 2020 als stellvertretender Vorsitzender im Verein StadtGeschichte Künzelsau. Im Jahr 2015 hat er das sogenannte Gerst-Haus in der Künzelsauer Innenstadt und 2018 das Nachbarhaus gekauft. Die beiden will er im Lauf der nächsten fünf bis zehn Jahre sanieren lassen und dann dem Künzelsauer Stadtmuseum als Schenkung oder Stiftung zur Verfügung stellen. Hin und wieder hält er noch Vorträge über die Ukraine und Russland sowie zu anderen zeithistorischen Themen.

„Die Korruption hat mich schwer aufgeregt.“

In Zeiten von Corona wartet und hofft Brümmer nun auf die Impfung – denn er sei schon immer viel gereist. Allerdings wolle er da auf seinen Hausarzt warten – „nur wenn es ganz kritisch kommt, würde ich ins Impfzentrum gehen“. Vor Jahren hatte Brümmer eine Bypass-Operation. „Das war von dem ganzen Stress in Russland und der Ukraine“, meint er. „Die Korruption hat mich schwer aufgeregt.“ Man sollte mal eine andere als die deutsche Verwaltung kennenlernen. „Schlechte Verwaltung behindert die Wirtschaft, da geht nichts voran“, sagt er und nennt als Beispiele Abchasien, Transnistrien und Moldawien.

„Kritisieren ist einfach“

Zur derzeitigen Situation in Deutschland meint er: „Kritisieren ist einfach, ich möchte kein Politiker sein.“ Die Menschen wüssten doch manchmal gar nicht, wie gut es ihnen in Deutschland gehe. 2020 – kurz vor dem ersten Lockdown – hat Brümmer noch in Sydney Urlaub gemacht. Am 15. März kam er nach Deutschland zurück. „Beim Rückflug war noch alles ganz normal, aber am Flughafen Frankfurt saßen schon alle mit Masken hinter den Schaltern“, erinnert er sich. „Ich habe mich nur gewundert, was hier los ist.“ In Australien hatte er von der beginnenden Pandemie nur am Rande etwas mitbekommen. Und das Kupferzell in der Zeit zu einem Hotspot geworden war, habe er auch erst zu Hause erfahren.

Text: Sonja Bossert

 

Claus Brümmer (sitzend links) bei einer Vertragsunterzeichnung. Hinter ihm stehend: der damalige Bundeskanzler Schröder (2.v.l.) und der damalige ukrainische Präsident Leonid Kutschma (2.v.r.). Foto: privat

 




Neues Testzentrum in der Stadthalle Niedernhall

Seit Freitag, den 23. April 2021, gibt es auch in Niedernhall die Möglichkeit, sich auf eine Corona-Infektion testen zu lassen. In der Stadthalle betreibt die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem TSV Niedernhall ein kommunales Testzentrum, das montags bis freitags von 18 bis 19 Uhr geöffnet ist. Dafür haben sich rund 60 TSV-Mitglieder als ehrenamtliche Helfer gemeldet, die die örtliche Allgemeinarztpraxis Dr. Jens Ehrmann zur Durchführung der Tests geschult hat. Eine nicht geschulte Person darf keine Tests an Dritten vornehmen.

Öffnungszeiten erweiterbar

Die Öffnungszeiten des Testzentrums sind erweiterbar. Falls notwendig, können auch an Wochenenden Tests abgenommen werden, wenn beispielsweise das Vereinsleben, kulturelle Leben oder auch die Außengastronomie wieder öffnet. Ab Ende dieser Woche soll es ein Online-Reservierungssystem geben. Bis dahin gibt es keine Terminreservierung und es kann zu Wartezeiten von bis zu 15 Minuten kommen, bis das Nachweisattest ausgestellt werden kann.

Einmal wöchentlich kostenlos

Die Tests sind einmal wöchentlich kostenlos und erfolgen per Rachentest. Sie werden in einem gesonderten Bereich vorgenommen, der mit Plexiglasscheiben und Sichtschutz vom Wartebereich abgesondert ist. Während des Betriebs des Testzentrums ist die Lüftungsanlage dauerhaft in Betrieb, sodass ein ausreichender Luftaustausch erfolgt. Bei negativem Testergebnis wird ein Nachweis ausgestellt, der für 24 Stunden gültig ist.

Zutritt nur mit FFP2-Maske

Beim Besuch des Testzentrums gelten die üblichen Hygieneregeln. Besucher müssen während der gesamten Wartezeit eine FFP2-Maske tragen. Diese darf nur auf Anweisung des Personals zur Durchführung der Testung abgenommen werden. Im Eingangsbereich gibt es für alle Besucher eine Hand-Desinfektionsstation, an der jeder die Hände desinfizieren muss. Außerdem soll das Personal regelmäßig die Flächen am Arbeitsplatz desinfizieren. Um außerdem Menschenansammlungen zu vermeiden, ist insbesondere in den Wartebereichen ein Abstand von 1,5 Meter einzuhalten.

Einschränkung

Personen, die in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person haben oder hatten, die typische Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus – Fieber, trockener Husten, Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns –  haben oder die keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, dürfen das Testzentrum nicht betreten.

Quelle: Homepage der Stadt Niedernhall

 




Bisher 30.000 Menschen im KIZ Öhringen geimpft

Im Kreisimpfzentrum des Hohenlohekreises in Öhringen konnten am Sonntag, 25. April 2021, Schichtleiter Rainer Schwab gemeinsam mit dem ärztlichen Leiter dieses Tages, Dr. Andreas Baumann, die 30.000 Besucherin begrüßen. Die 78-jährige Irene Huber aus Pfedelbach wurde von ihrem Mann Ladislaus zur Zweitimpfung begleitet, dieser ist bereits seit einigen Tagen ebenfalls zweitgeimpft.

Die beiden bedankten sich für die Glückwünsche, die Rainer Schwab im Namen von Landrat Dr. Matthias Neth überbrachte. Sie freuten sich über einen Gutschein für den Hohenloher Kultursommer sowie über einen Sekt aus Hohenlohe. Am meisten freuten sie sich aber darüber, geimpft zu sein. Um sich vor Ansteckungen zu schützen, verbringt das Ehepaar die meiste Zeit in seinem Garten in Pfedelbach. Es schmerzt die beiden besonders, dass sie sich aus Vorsichtsgründen nicht mit ihren zwei Enkeln treffen können und auch den 18. Geburtstag ihrer Enkelin vor einigen Tagen nicht feiern konnten. Sie hoffen, dass das Impfen wieder vielfältige Kontakte ermöglicht und auch der wichtige Geburtstag gebührend nachgefeiert werden kann.

Auch in dieser Woche werden im Kreisimpfzentrum Öhringen von Donnerstag bis Sonntag wieder rund 3.000 Impfungen durchgeführt.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




„Wer als Kreis leistungsfähig sein will, braucht eine leistungsfähige Verwaltung“

„Keine besonderen Vorkommnisse“ – so hätte man die Neuwahl des Landrats durch den Kreistag des Hohenlohekreises am 26. April 2021 umschreiben können, denn einziger Kandidat war der Amtsinhaber Dr. Matthias Neth – wäre dem SWR nicht eine Panne passiert: Er meldete die Wiederwahl Neths bereits vor Beginn der Wahlhandlung.

Landrat sitzt im Publikum

Geleitet wurde die Sitzung vom 1. stellvertretenden Vorsitzenden des Kreistags, Dieter Pallotta, dem es vor allem oblag, die Formalien der Wahl zu verlesen. Dr. Matthias Neth hatte derweil im Publikum Platz genommen.

Bewerbungsrede – Rückblick und Ausblick

In seiner Bewerbungsrede ließ Neth die vergangenen acht Jahre seiner Amtszeit Revue passieren und verwies darauf, wie viel erreicht wurde: Die Neustrukturierung des Gesundheitswesens, neue und größtenteils erfolgreiche Wege bei der Abfallwirtschaft und im Nahverkehr, Erfolge bei der Digitalisierung insbesondere der Schulen, den Straßenbau und die Präsentation des Kreises bei der Landesgartenschau in Öhringen sah er als Höhepunkte seiner Amtszeit. Dazu kamen, von außen aufgezwungen, das Jagstunglück, das Starkregenereignis, die Flüchtlinge und natürlich Corona – all diese Probleme sei man gemeinsam angegangen und habe zusammen zu Lösungen gefunden. Der Bevölkerung dankte er für die gezeigte Veränderungsbereitschaft.

Aber nicht Rückblick, sondern Ausblick solle der Inhalt der Rede sein und so schaute er voraus ins Jahr 2037 – das Jahr, in dem seine Tochter 18 Jahre alt wird.

„Wir können und werden den Landkreis weiterentwickeln.“

„Alles, was wir heute anpacken, werden die Lebensgrundlagen für die kommende Generation sein“ stellte er als Motto voran und nannte die 3 Punkte „Zukunftsfähigkeit – Nachhaltigkeit – Zusammenhalt“ als Ziele seiner Politik.

Neth möchte „Kreidezeit an den Schulen“ beenden

Zukunftsfähigkeit bedeutet für ihn: Bildung, Digitalisierung und Demografie, drei Themen, die Neth eng vernetzt sieht. Bildung darf für den Kreis nicht erst in beruflicher Schulen beginnen, die coronabedingt wird die Digitalisierung „die Kreidezeit an allen Schulen“ beenden. Durch Corona werde auch „das Soziale“, die Kinder und Jugendhilfe eine neue Bedeutung erhalten.  Aber auch die Bürger:innen müssen besser ans Internet angebunden werden: „Corona hat uns gezeigt: Glasfaser muss in jedem Haushalt verfügbar sein.“

Hohenlohekreis wächst hinsichtlich der Einwohnerzahl

Der Hohenlohekreis sei einer der wenigen Kreise mit Bevölkerungswachstum. Da auch der Anteil älterer Bürger:innen steige, würden neue Anforderungen an das Gesundheitswesen aufkommen – und auch für diesen Bevölkerungskreis werden sich durch die Digitalisierung neue Möglichkeiten eröffnen.

Klimawandel, Flächennutzung, veränderte Mobilität, das sind für Neth die Themen, die er unter Nachhaltigkeit versteht. Er will die Möglichkeiten, die der Landkreis hat, gezielt umsetzen, etwa durch Beratung der Städte und Gemeinden und beim ökologischen und ökonomischen Bauen. Der Schulterschluss mit den Gemeinden sei ihm wichtig. Als gute Ansätze nannte er den neu gegründeten Klimabeirat in Künzelsau oder die Stadtwerke in Öhringen.

ökologisches Bauen

Mobilität sei das bestimmende Thema. Ein Großteil des Verkehrs im ländlichen Raum wird auch in Zunkunft über die Straße laufen, „A6 und B19 sind kein Selbstzweck“. Straßenbau müsse dort vorangetrieben werden, wo ein Interesse der Bürger und der Unternehmen vorliegt.

Öffentlicher Nahverkehr „darf nicht nur über den Schulbusverkehr definiert werden“

Parallel will Neth den öffentlichen Nahverkehr, auf Straße und Schiene, ausbauen, als ein „Mobilitätsangebot für alle“ , einen Mobilitätspakt will er demnächst vorstellen.

Er sieht einen Konflikt bei der Nutzung von Flächen: Wohnen, Verkehr, Landwirtschaft und Natur- und Landschaftsschutz konkurrieren um knapper werdende Flächen. Obwohl die Planungshoheit bei den Gemeinden liegt, kann der Landkreis hier Unterstützung anbieten.

Tourismus und Wirtschaft: „Unser Landkreis braucht sich nicht zu verstecken“

„Unser Landkreis braucht sich nicht zu verstecken“, sagt Neth und verspricht eine  Neugestaltung der Wirtschaftsförderung und des Tourismus – er spricht von der Entwicklung eines eigenständigen Markenkerns. Dazu gehöre auch das neue Landratsamt: „Wer als Kreis leistungsfähig sein will, braucht eine leistungsfähige Verwaltung“ – der Bau des Kreishauses müsse allerdings vernünftig sein und zu Hohenlohe passen.

„Lassen Sie uns einen Gegenentwurf schaffen, der nicht die Verwerfungen unterstützt, sondern den Zusammenhalt“

Etwas Selbstkritik klingt an, als er davon spricht, Umsetzungen zu beschleunigen. Sein Ziel sei die Eigenständigkeit des Kreises, vergleichbare Lebensbedingungen in allen Gemeinden des Kreises sowie ein guter Stil und Umgang in diesen politischen Zeiten. Der Hohenlohekreis sein ein kleiner Kreis mit großer Verbundenheit: „Diese Stärke müssen wir betonen.“

Seine Rede schließt er mit einem Blick in die Augen seiner jetzt zweijährigen Tochter: Er sieht da Neugier, Lebensfreude und Zukunftslust, für Neth sind das typisch hohenlohische Eigenschaften.

Der Kreistag wählte Dr. Matthias Neth mit 40 von 42 abgegebenen Stimmen. „Ich nehme die Wahl unglaublich gerne an“, freut sich Neth über dieses klare Ergebnis.

Text: Matthias Lauterer




Kaum Hoffnung auf Klassenzimmerunterricht vor den Pfingstferien

Die Inzidenz des Hohenlohekreises fiel im Laufe der vergangenen Tage von 265 auf knapp 200. Nun steigt sie laut dem Landratsamt des Hohenlohekreises wegen 28 neuer Fälle wieder auf 262,7 (Stand:  25. April 2021).  So besteht kaum eine Hoffnung, dass die Schulen im Hohenlohekreis bis zu den Pfingstferien wieder öffnen könnten.

Die Schulen öffnen gemäß der Bundes-„Notbremse“ wieder, wenn an fünf aufeinanderfolgenden Tagen der Inzidenzwert unter 165 liegt. Sollte der Inzidenwert jedoch dann wieder nach oben schnellen (zum Beispiel wegen der dann folgenden diversen Schnelltests an Schulen), dann wären die Schulen ab dem übernächsten Tag schon wieder geschlossen. Wie schnell das geschehen kann, konnte man auch im Hohenlohekreis in jüngster Vergangenheit erleben, wenn man die Hotspots in den Firmen und Kitas denkt.

Unter einem Inzidenzwert von 165 gibt es auch kein Klassenzimmerunterricht per se, sondern lediglich Wechselunterricht (homeschooling und stundenweise Klassenzimmernunterricht). Erst ab einem Inzidenzwert von unter 100 soll es wieder richtigen regulären Schulunterricht geben.

Bis es soweit ist, kann es noch eine Weile dauern.




Hochsicherheitstrakt in Kocherstetten?

Über die Schönheit der neuerrichteten Häuser im Neubaugebiet Kocherstetten mag man streiten. Nicht streiten kann man darüber, dass sie alle modern sind und sowohl dem Geschmack der Zeit als auch und den Anforderungen der diversen Energiesparverordnungen entsprechen. Dazu sind sie – und das kann man nicht von allen Neubaugebieten sagen – stilistisch abwechslungsreich, unterschiedlich groß und sogar ein klein wenig bunt.

2 Meter hoch, rund 18 Meter lang

Bei genauerem Hinsehen sticht ein im Bau befindliches Haus allerdings heraus: Vom Haus sieht man zwar noch wenig, aber was man schon sieht, sind riesige Betonmauern, 2 Meter hoch, die auf der Grundstücksgrenze platziert sind – die untere Mauer geht über die komplette Grundstücksbreite von etwa 18 Meter.

In Kocherstetten spricht man bereits von einem „Hochsicherheitstrakt“, der da im Bau sei.

Anwohner befürchten sogar, dass der Anblick noch betonlastiger werden könnte: Sollte auf diese Mauer im oberen Bereich des Grundstücks noch eine Garage aufgesetzt werden, wird die Betonwand nochmals um rund 3 Meter höher werden.

„Wer will schon einen steilen Garten?“

Bei einer Besichtigung der Baustelle durch das Bauamt der Stadt Künzelsau, konnte kein Verstoß gegen die Landesbauordnung festgestellt werden.
Die Stadt Künzelsau teilt auf Anfrage mit: „Die Maßnahmen wie Carport und Stützmauer wurden baurechtlich im Bauantrag behandelt und genehmigt, weil sie zulässig sind. Ein Verstoß gegen die Landesbauordnung oder den vorliegenden Bebauungsplan liegt also nicht vor. „Über die Sinnhaftigkeit einer Bebauung und der Gartengestaltung kann man immer diskutieren. Wer will einen steilen Garten?“

Text: Matthias Lauterer

Manch ein Anwohner findet die Stützmauer nicht wirklich schön. Foto: GSCHWÄTZ

18m lange Mauer. Foto: GSCHWÄTZ




22-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt

Rettungskräfte brachten nach einem Unfall bei Ingelfingen einen 22-Jährigen ins Krankenhaus.
Der junge Mann war laut einer Polizeimitteilung am Mittwochnachmittag, den 21. April 2021, mit seinem Motorrad von Jagstberg in Richtung Hermuthausen unterwegs, als er knapp 500 Meter nach dem Ortsausgang in einer Linkskurve, vermutlich aufgrund von nicht angepasster Geschwindigkeit, die Kontrolle über sein Motorrad verlor, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Kawasaki geriet zunächst ins Bankett und touchierte dort einen Begrenzungspfosten.
Daraufhin stürzte der 22-Jährige und rutschte zusammen mit seiner Maschine einen knapp zwei Meter tiefen Abhang hinunter. Der Motorradfahrer wurde hierbei schwer verletzt.



Wahl des Landrats am 26. April 2021

Am Montag, den 26. April 2021, trifft sich der Kreistag zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung in der Neuensteiner Sporthalle. Tagesordnungspunkt Nummer eins ist dann die Wahl des Landrats. Der derzeitige Amtsinhaber, Dr. Matthias Neth, ist der einzige Bewerber. Seine jetzige Amtszeit endet am 22. Juli 2021.

Als weitere Punkte stehen auf der Tagesordnung die Beschaffung eines Leitsystems und von Bordrechnern für den Nahverkehr Hohenlohekreis (NVH), die Beschaffung von Corona-Selbsttests zur Eindämmung des Pandemiegeschehens sowie die Bekanntgabe von Beschlüssen.

Die Sitzung des Kreistags beginnt um 14 Uhr. Um die derzeit geltenden Abstandsregeln einhalten zu können, sind die Zuhörerplätze begrenzt. Der Zutritt zur Sporthalle ist nur mit einer FFP2-Maske gestattet. Die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Der Sitzungssaal wird auch während der Sitzung regelmäßig gelüftet. Personen mit Fieber, Symptomen einer Atemwegserkrankung, einer bekannten oder nachgewiesenen Corona-Infektion oder einem Verdacht darauf ist der Zutritt nicht gestattet.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis