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Neues Testzentrum in der Stadthalle Niedernhall

Seit Freitag, den 23. April 2021, gibt es auch in Niedernhall die Möglichkeit, sich auf eine Corona-Infektion testen zu lassen. In der Stadthalle betreibt die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem TSV Niedernhall ein kommunales Testzentrum, das montags bis freitags von 18 bis 19 Uhr geöffnet ist. Dafür haben sich rund 60 TSV-Mitglieder als ehrenamtliche Helfer gemeldet, die die örtliche Allgemeinarztpraxis Dr. Jens Ehrmann zur Durchführung der Tests geschult hat. Eine nicht geschulte Person darf keine Tests an Dritten vornehmen.

Öffnungszeiten erweiterbar

Die Öffnungszeiten des Testzentrums sind erweiterbar. Falls notwendig, können auch an Wochenenden Tests abgenommen werden, wenn beispielsweise das Vereinsleben, kulturelle Leben oder auch die Außengastronomie wieder öffnet. Ab Ende dieser Woche soll es ein Online-Reservierungssystem geben. Bis dahin gibt es keine Terminreservierung und es kann zu Wartezeiten von bis zu 15 Minuten kommen, bis das Nachweisattest ausgestellt werden kann.

Einmal wöchentlich kostenlos

Die Tests sind einmal wöchentlich kostenlos und erfolgen per Rachentest. Sie werden in einem gesonderten Bereich vorgenommen, der mit Plexiglasscheiben und Sichtschutz vom Wartebereich abgesondert ist. Während des Betriebs des Testzentrums ist die Lüftungsanlage dauerhaft in Betrieb, sodass ein ausreichender Luftaustausch erfolgt. Bei negativem Testergebnis wird ein Nachweis ausgestellt, der für 24 Stunden gültig ist.

Zutritt nur mit FFP2-Maske

Beim Besuch des Testzentrums gelten die üblichen Hygieneregeln. Besucher müssen während der gesamten Wartezeit eine FFP2-Maske tragen. Diese darf nur auf Anweisung des Personals zur Durchführung der Testung abgenommen werden. Im Eingangsbereich gibt es für alle Besucher eine Hand-Desinfektionsstation, an der jeder die Hände desinfizieren muss. Außerdem soll das Personal regelmäßig die Flächen am Arbeitsplatz desinfizieren. Um außerdem Menschenansammlungen zu vermeiden, ist insbesondere in den Wartebereichen ein Abstand von 1,5 Meter einzuhalten.

Einschränkung

Personen, die in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person haben oder hatten, die typische Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus – Fieber, trockener Husten, Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns –  haben oder die keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, dürfen das Testzentrum nicht betreten.

Quelle: Homepage der Stadt Niedernhall

 




Bisher 30.000 Menschen im KIZ Öhringen geimpft

Im Kreisimpfzentrum des Hohenlohekreises in Öhringen konnten am Sonntag, 25. April 2021, Schichtleiter Rainer Schwab gemeinsam mit dem ärztlichen Leiter dieses Tages, Dr. Andreas Baumann, die 30.000 Besucherin begrüßen. Die 78-jährige Irene Huber aus Pfedelbach wurde von ihrem Mann Ladislaus zur Zweitimpfung begleitet, dieser ist bereits seit einigen Tagen ebenfalls zweitgeimpft.

Die beiden bedankten sich für die Glückwünsche, die Rainer Schwab im Namen von Landrat Dr. Matthias Neth überbrachte. Sie freuten sich über einen Gutschein für den Hohenloher Kultursommer sowie über einen Sekt aus Hohenlohe. Am meisten freuten sie sich aber darüber, geimpft zu sein. Um sich vor Ansteckungen zu schützen, verbringt das Ehepaar die meiste Zeit in seinem Garten in Pfedelbach. Es schmerzt die beiden besonders, dass sie sich aus Vorsichtsgründen nicht mit ihren zwei Enkeln treffen können und auch den 18. Geburtstag ihrer Enkelin vor einigen Tagen nicht feiern konnten. Sie hoffen, dass das Impfen wieder vielfältige Kontakte ermöglicht und auch der wichtige Geburtstag gebührend nachgefeiert werden kann.

Auch in dieser Woche werden im Kreisimpfzentrum Öhringen von Donnerstag bis Sonntag wieder rund 3.000 Impfungen durchgeführt.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




„Wer als Kreis leistungsfähig sein will, braucht eine leistungsfähige Verwaltung“

„Keine besonderen Vorkommnisse“ – so hätte man die Neuwahl des Landrats durch den Kreistag des Hohenlohekreises am 26. April 2021 umschreiben können, denn einziger Kandidat war der Amtsinhaber Dr. Matthias Neth – wäre dem SWR nicht eine Panne passiert: Er meldete die Wiederwahl Neths bereits vor Beginn der Wahlhandlung.

Landrat sitzt im Publikum

Geleitet wurde die Sitzung vom 1. stellvertretenden Vorsitzenden des Kreistags, Dieter Pallotta, dem es vor allem oblag, die Formalien der Wahl zu verlesen. Dr. Matthias Neth hatte derweil im Publikum Platz genommen.

Bewerbungsrede – Rückblick und Ausblick

In seiner Bewerbungsrede ließ Neth die vergangenen acht Jahre seiner Amtszeit Revue passieren und verwies darauf, wie viel erreicht wurde: Die Neustrukturierung des Gesundheitswesens, neue und größtenteils erfolgreiche Wege bei der Abfallwirtschaft und im Nahverkehr, Erfolge bei der Digitalisierung insbesondere der Schulen, den Straßenbau und die Präsentation des Kreises bei der Landesgartenschau in Öhringen sah er als Höhepunkte seiner Amtszeit. Dazu kamen, von außen aufgezwungen, das Jagstunglück, das Starkregenereignis, die Flüchtlinge und natürlich Corona – all diese Probleme sei man gemeinsam angegangen und habe zusammen zu Lösungen gefunden. Der Bevölkerung dankte er für die gezeigte Veränderungsbereitschaft.

Aber nicht Rückblick, sondern Ausblick solle der Inhalt der Rede sein und so schaute er voraus ins Jahr 2037 – das Jahr, in dem seine Tochter 18 Jahre alt wird.

„Wir können und werden den Landkreis weiterentwickeln.“

„Alles, was wir heute anpacken, werden die Lebensgrundlagen für die kommende Generation sein“ stellte er als Motto voran und nannte die 3 Punkte „Zukunftsfähigkeit – Nachhaltigkeit – Zusammenhalt“ als Ziele seiner Politik.

Neth möchte „Kreidezeit an den Schulen“ beenden

Zukunftsfähigkeit bedeutet für ihn: Bildung, Digitalisierung und Demografie, drei Themen, die Neth eng vernetzt sieht. Bildung darf für den Kreis nicht erst in beruflicher Schulen beginnen, die coronabedingt wird die Digitalisierung „die Kreidezeit an allen Schulen“ beenden. Durch Corona werde auch „das Soziale“, die Kinder und Jugendhilfe eine neue Bedeutung erhalten.  Aber auch die Bürger:innen müssen besser ans Internet angebunden werden: „Corona hat uns gezeigt: Glasfaser muss in jedem Haushalt verfügbar sein.“

Hohenlohekreis wächst hinsichtlich der Einwohnerzahl

Der Hohenlohekreis sei einer der wenigen Kreise mit Bevölkerungswachstum. Da auch der Anteil älterer Bürger:innen steige, würden neue Anforderungen an das Gesundheitswesen aufkommen – und auch für diesen Bevölkerungskreis werden sich durch die Digitalisierung neue Möglichkeiten eröffnen.

Klimawandel, Flächennutzung, veränderte Mobilität, das sind für Neth die Themen, die er unter Nachhaltigkeit versteht. Er will die Möglichkeiten, die der Landkreis hat, gezielt umsetzen, etwa durch Beratung der Städte und Gemeinden und beim ökologischen und ökonomischen Bauen. Der Schulterschluss mit den Gemeinden sei ihm wichtig. Als gute Ansätze nannte er den neu gegründeten Klimabeirat in Künzelsau oder die Stadtwerke in Öhringen.

ökologisches Bauen

Mobilität sei das bestimmende Thema. Ein Großteil des Verkehrs im ländlichen Raum wird auch in Zunkunft über die Straße laufen, „A6 und B19 sind kein Selbstzweck“. Straßenbau müsse dort vorangetrieben werden, wo ein Interesse der Bürger und der Unternehmen vorliegt.

Öffentlicher Nahverkehr „darf nicht nur über den Schulbusverkehr definiert werden“

Parallel will Neth den öffentlichen Nahverkehr, auf Straße und Schiene, ausbauen, als ein „Mobilitätsangebot für alle“ , einen Mobilitätspakt will er demnächst vorstellen.

Er sieht einen Konflikt bei der Nutzung von Flächen: Wohnen, Verkehr, Landwirtschaft und Natur- und Landschaftsschutz konkurrieren um knapper werdende Flächen. Obwohl die Planungshoheit bei den Gemeinden liegt, kann der Landkreis hier Unterstützung anbieten.

Tourismus und Wirtschaft: „Unser Landkreis braucht sich nicht zu verstecken“

„Unser Landkreis braucht sich nicht zu verstecken“, sagt Neth und verspricht eine  Neugestaltung der Wirtschaftsförderung und des Tourismus – er spricht von der Entwicklung eines eigenständigen Markenkerns. Dazu gehöre auch das neue Landratsamt: „Wer als Kreis leistungsfähig sein will, braucht eine leistungsfähige Verwaltung“ – der Bau des Kreishauses müsse allerdings vernünftig sein und zu Hohenlohe passen.

„Lassen Sie uns einen Gegenentwurf schaffen, der nicht die Verwerfungen unterstützt, sondern den Zusammenhalt“

Etwas Selbstkritik klingt an, als er davon spricht, Umsetzungen zu beschleunigen. Sein Ziel sei die Eigenständigkeit des Kreises, vergleichbare Lebensbedingungen in allen Gemeinden des Kreises sowie ein guter Stil und Umgang in diesen politischen Zeiten. Der Hohenlohekreis sein ein kleiner Kreis mit großer Verbundenheit: „Diese Stärke müssen wir betonen.“

Seine Rede schließt er mit einem Blick in die Augen seiner jetzt zweijährigen Tochter: Er sieht da Neugier, Lebensfreude und Zukunftslust, für Neth sind das typisch hohenlohische Eigenschaften.

Der Kreistag wählte Dr. Matthias Neth mit 40 von 42 abgegebenen Stimmen. „Ich nehme die Wahl unglaublich gerne an“, freut sich Neth über dieses klare Ergebnis.

Text: Matthias Lauterer




Kaum Hoffnung auf Klassenzimmerunterricht vor den Pfingstferien

Die Inzidenz des Hohenlohekreises fiel im Laufe der vergangenen Tage von 265 auf knapp 200. Nun steigt sie laut dem Landratsamt des Hohenlohekreises wegen 28 neuer Fälle wieder auf 262,7 (Stand:  25. April 2021).  So besteht kaum eine Hoffnung, dass die Schulen im Hohenlohekreis bis zu den Pfingstferien wieder öffnen könnten.

Die Schulen öffnen gemäß der Bundes-„Notbremse“ wieder, wenn an fünf aufeinanderfolgenden Tagen der Inzidenzwert unter 165 liegt. Sollte der Inzidenwert jedoch dann wieder nach oben schnellen (zum Beispiel wegen der dann folgenden diversen Schnelltests an Schulen), dann wären die Schulen ab dem übernächsten Tag schon wieder geschlossen. Wie schnell das geschehen kann, konnte man auch im Hohenlohekreis in jüngster Vergangenheit erleben, wenn man die Hotspots in den Firmen und Kitas denkt.

Unter einem Inzidenzwert von 165 gibt es auch kein Klassenzimmerunterricht per se, sondern lediglich Wechselunterricht (homeschooling und stundenweise Klassenzimmernunterricht). Erst ab einem Inzidenzwert von unter 100 soll es wieder richtigen regulären Schulunterricht geben.

Bis es soweit ist, kann es noch eine Weile dauern.




Hochsicherheitstrakt in Kocherstetten?

Über die Schönheit der neuerrichteten Häuser im Neubaugebiet Kocherstetten mag man streiten. Nicht streiten kann man darüber, dass sie alle modern sind und sowohl dem Geschmack der Zeit als auch und den Anforderungen der diversen Energiesparverordnungen entsprechen. Dazu sind sie – und das kann man nicht von allen Neubaugebieten sagen – stilistisch abwechslungsreich, unterschiedlich groß und sogar ein klein wenig bunt.

2 Meter hoch, rund 18 Meter lang

Bei genauerem Hinsehen sticht ein im Bau befindliches Haus allerdings heraus: Vom Haus sieht man zwar noch wenig, aber was man schon sieht, sind riesige Betonmauern, 2 Meter hoch, die auf der Grundstücksgrenze platziert sind – die untere Mauer geht über die komplette Grundstücksbreite von etwa 18 Meter.

In Kocherstetten spricht man bereits von einem „Hochsicherheitstrakt“, der da im Bau sei.

Anwohner befürchten sogar, dass der Anblick noch betonlastiger werden könnte: Sollte auf diese Mauer im oberen Bereich des Grundstücks noch eine Garage aufgesetzt werden, wird die Betonwand nochmals um rund 3 Meter höher werden.

„Wer will schon einen steilen Garten?“

Bei einer Besichtigung der Baustelle durch das Bauamt der Stadt Künzelsau, konnte kein Verstoß gegen die Landesbauordnung festgestellt werden.
Die Stadt Künzelsau teilt auf Anfrage mit: „Die Maßnahmen wie Carport und Stützmauer wurden baurechtlich im Bauantrag behandelt und genehmigt, weil sie zulässig sind. Ein Verstoß gegen die Landesbauordnung oder den vorliegenden Bebauungsplan liegt also nicht vor. „Über die Sinnhaftigkeit einer Bebauung und der Gartengestaltung kann man immer diskutieren. Wer will einen steilen Garten?“

Text: Matthias Lauterer

Manch ein Anwohner findet die Stützmauer nicht wirklich schön. Foto: GSCHWÄTZ

18m lange Mauer. Foto: GSCHWÄTZ




22-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt

Rettungskräfte brachten nach einem Unfall bei Ingelfingen einen 22-Jährigen ins Krankenhaus.
Der junge Mann war laut einer Polizeimitteilung am Mittwochnachmittag, den 21. April 2021, mit seinem Motorrad von Jagstberg in Richtung Hermuthausen unterwegs, als er knapp 500 Meter nach dem Ortsausgang in einer Linkskurve, vermutlich aufgrund von nicht angepasster Geschwindigkeit, die Kontrolle über sein Motorrad verlor, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Kawasaki geriet zunächst ins Bankett und touchierte dort einen Begrenzungspfosten.
Daraufhin stürzte der 22-Jährige und rutschte zusammen mit seiner Maschine einen knapp zwei Meter tiefen Abhang hinunter. Der Motorradfahrer wurde hierbei schwer verletzt.



Wahl des Landrats am 26. April 2021

Am Montag, den 26. April 2021, trifft sich der Kreistag zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung in der Neuensteiner Sporthalle. Tagesordnungspunkt Nummer eins ist dann die Wahl des Landrats. Der derzeitige Amtsinhaber, Dr. Matthias Neth, ist der einzige Bewerber. Seine jetzige Amtszeit endet am 22. Juli 2021.

Als weitere Punkte stehen auf der Tagesordnung die Beschaffung eines Leitsystems und von Bordrechnern für den Nahverkehr Hohenlohekreis (NVH), die Beschaffung von Corona-Selbsttests zur Eindämmung des Pandemiegeschehens sowie die Bekanntgabe von Beschlüssen.

Die Sitzung des Kreistags beginnt um 14 Uhr. Um die derzeit geltenden Abstandsregeln einhalten zu können, sind die Zuhörerplätze begrenzt. Der Zutritt zur Sporthalle ist nur mit einer FFP2-Maske gestattet. Die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Der Sitzungssaal wird auch während der Sitzung regelmäßig gelüftet. Personen mit Fieber, Symptomen einer Atemwegserkrankung, einer bekannten oder nachgewiesenen Corona-Infektion oder einem Verdacht darauf ist der Zutritt nicht gestattet.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis



Neues Ausbruchsgeschehen an einer Schule im Raum Künzelsau

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat am Mittwoch, den 21. April 2021, insgesamt 56 neue Corona-Infektionsfälle an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt damit bei 204,2 pro 100.000 Einwohner.

Statistik

Am häufigsten betroffen sind momentan die 20- bis 29-Jährigen, und zwar mit 21,74 Prozent, gefolgt von der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen mit 17,39 Prozent. Die Zehn- bis 19-Jährigen sind genauso oft betroffen wie die 50- bis 59-Jährigen, nämlich mit 12,61 Prozent. Auf die Gruppe der Null- bis Neunjährigen entfallen 6,69 Prozent der Fälle der vergangenen Woche und auf die 30- bis 39-Jährigen 10,87 Prozent. Die 60- bis 69-Jährigen stellen 10,87 Prozent, die 70- bis 79-Jährigen 4,78 Prozent und die 80- bis 89-Jährigen nur noch 2,17 Prozent.

Ausbruch an einer Schule

In den vergangenen sieben Tagen wurde vom Gesundheitsamt ein neues Ausbruchsgeschehen erfasst und an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Es handelt sich hierbei um eine Schule im Raum Künzelsau.

Betroffene Einrichtungen

Im Zuge eines Updates der Kontaktpersonenmanagement-Software Sormas im Gesundheitsamt des Hohenlohekreises kam es vom 16. auf den 17. April in den Lageberichten des Landesgesundheitsamtes sowie dem Dashboard des Hohenlohekreises zu fehlerhaften Angaben bei der Gesamtzahl der Infektionen sowie den Todeszahlen im Kreis. Konkret wurden rund 250 Infektionsfälle sowie acht Todesfälle weniger angezeigt als zuvor. Die aktuellen Fallzahlen sowie die Inzidenz sind davon nicht betroffen. Die Fehler im Dashboard sind bereits behoben, bis zum kommenden Wochenende soll auch die Fehleranalyse der Datenbanken abgeschlossen sein.

 Kreisimpfzentrum Öhringen

Das Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen führt in dieser Woche von Donnerstag bis Sonntag rund 3.500 Erst- und Zweitimpfungen durch. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Umbuchung von Impfberechtigen über 60 Jahre bei einem gebuchten Termin mit dem Impfstoff von AstraZeneca nicht ohne medizinische Indikation möglich ist.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

 




Autonomes Fahren mit E-Kleinbus wird in Künzelsau geprobt

Mit dem Förderaufruf „Kooperative Mobilitätskonzepte im ländlichen Raum“ unter der Frage „Wie lassen sich bürgerschaftliche oder unternehmerische Sharing-Konzepte durch Autohäuser, Autowerkstätten und Autohändler professionell unterstützten?“, wurde der Grundstein für die zukünftige Mobilitätsentwicklung in Künzelsau gelegt. Demnach soll ein automatisierter E-Shuttle die klassischen Mobilitätsangebote in Künzelsau ergänzen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. „Es ist sehr erfreulich, dass ein so innovatives Mobilitätsprojekt in Künzelsau umgesetzt wird. Ich bin allen beteiligten Akteuren sehr dankbar“, so Bürgermeister Stefan Neumann.

Gespräche in großer Runde

Nach dem Projektkickoff im vergangenen September haben sich die verschiedenen Projektpartner intensiv mit ihren jeweiligen Aufgabengebieten befasst. Zu den Beteiligten zählen die hfcon GmbH & Co. KG, die Stegmaier Nutzfahrzeuge GmbH, die Emm! solutions GmbH, die Stadtverwaltung Künzelsau, die Residenz Schloss Stetten sowie die Hochschule Heilbronn. Ungefähr alle sechs Wochen wurden die Fortschritte des Projektes in großer Runde besprochen.

Umrüstung, Zulassung und Übergabe des Fahrzeugs

Das Fahrzeug, ein umgebauter MAN eTGE, wurde bestellt und für den Personentransport zugelassen. Gespräche und Abstimmungen mit dem Kraftfahrtbundesamt in Flensburg und dem TÜV SÜD in Bezug auf die Zulassung des Fahrzeugs im automatisierten Betrieb wurden von Emm! solutions geführt und das Vorgehen für den Zulassungsprozess festgelegt. Im Fahrzeug wurde eine elektrische Schiebetür und eine Trittstufe verbaut. Die Umrüstung des automatisierten Transports für acht Personen erfolgt durch die Firma Stegmaier.

Test auf Schloss Stetten

Der Sicherheitsfahrer kann jederzeit auf die manuellen Fahrfunktionen zugreifen und damit das automatisierte Fahren beenden. Ende März wurde das Fahrzeug offiziell von Würth Leasing an die Firma Stegmaier zum Umbau übergeben. „Wir wünschen allen Projektpartnern schon heute viel Erfolg und freuen uns, unser Leasingobjekt live vor Ort in der Residenz Schloss Stetten testen zu können“, so Martin Steeb, Projektverantwortlicher bei der Würth Leasing.

Teststrecke auf dem Gelände der Seniorenresidenz Schloss Stetten

Die 1.400 Meter lange Teststrecke mit sechs Haltestellen befindet sich auf dem Gelände der Seniorenresidenz Schloss Stetten. Hier wird das Fahrzeug ab Sommer 2021 den automatisierten Regelbetrieb erproben. In diesen Tagen beginnen die Fahrbahnverbreiterung und die Installation der Ladesäule. Geplant ist, dass die Bewohner:innen per Knopfdruck an den Haltestellen und telefonisch von ihren Wohnungen einen Fahrauftrag aufgeben können. Durch die Verortung des Telefons wird die nächstgelegene Haltestelle zugeordnet, an dem die Fahrgäste abgeholt werden können. Die 300 Senior:innen haben so die Möglichkeit, automatisiert von ihren Wohnungen zum Essen, Schwimmbad, zur Bibliothek oder zum Gesundheitscampus auf dem Residenz-Gelände zu fahren. Auch Personen, die den öffentlichen Nahverkehr rund um Künzelsau nutzen, können von der NVH-Haltestelle in Schloss Stetten mit dem autonom fahrenden Bus zum Eingang des Gesundheitscampus gelangen.

Einsatz in Künzelsauer Innenstadt

Im weiteren Verlauf der Projektumsetzung wird das Shuttle im manuellen Betrieb mit Sicherheitsfahrer in der Innenstadt von Künzelsau unterwegs sein, um zum Beispiel die Integration von Lieferservices und die Entlastung der Parkplatzsituation am Campus Künzelsau zu erproben.

Fragebogen zum Mobilitätsverhalten

Die Stadtverwaltung Künzelsau hat gemeinsam mit der hfcon GmbH & Co. KG und Studierenden der Hochschule Heilbronn, Reinhold-Würth Hochschule, Campus Künzelsau einen Nutzerfragebogen entwickelt und abgestimmt. Dieser Fragebogen soll das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung und der Bewohner:innen in Schloss Stetten analysieren. Die Nutzung des automatisierten Bürgershuttles ist für jeden kostenlos. Die Leitung des Gesamtprojektes und somit auch die Leitstellenkoordination wird von Emm! solutions übernommen. Die Fahrstrecke auf Schloss Stetten wurde bereits mithilfe eines Forschungsfahrzeuges aufgezeichnet und zu einer Karte zusammengesetzt, welche für den späteren Fahrbetrieb als Referenz zur Lokalisierung des Fahrzeuges benötigt wird.

Weitere Planungen

Die Hochschule Heilbronn hat mit Emm! solutions das Konzept für die E/E-Architektur und die entsprechenden Hardwarekomponenten erstellt. Auch mit der Implementierung des Softwarearchitekturkonzeptes wurde begonnen. In der weiteren Planung baut die Hochschule Heilbronn die Simulationsumgebung zur virtuellen Testung der Software aus. Die Firma Stegmaier hat in Kooperation mit der Hochschule Heilbronn die Pläne zum Anbau der Sensoren erhalten und beginnt nun mit dem Einbau. Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Sicherheitskonzept, mit dem ebenfalls begonnen wurde.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Martin Steeb (links) übergab das Fahrzeug an Marc Stegmaier. Foto: Johannes Schmidt/emm! Solutions




„Wir dürfen bei weitem nicht alles, was wir gerne würden“

GSCHWÄTZ berichtete kürzlich von einem Hohenloher Bürger, dem es nicht gelungen ist, in der allergologischen Ambulanz der Lungenfachklinik Löwenstein einen Termin zu bekommen, obwohl sein Hausarzt ihn direkt in diese überwiesen hatte. Es ging um eine Allergie gegen Wespengift. Und sein langer Weg zu einer Überweisung von einem Allergologen zu einem Termin in der Fachklinik. Ein bürokratisches Lehrstück.

Die Geschichte dieses Bürgers hat GSCHWÄTZ  veranlasst, direkt bei der Klinik Löwenstein nachzufragen. Dr. Axel Kempa, Chefarzt Pneumologie /Beatmungsmedizin /Intensivmedizin hat die Rechtslage in einem Video-Interview erläutert:

Die Antwort seiner Mitarbeiterin, dass die Ambulanzen der Klinik Löwenstein nur auf Überweisung eines Arztes mit der Zusatzbezeichnung „Allergologie“ oder „Pneumologie“ tätig werden dürfen, sei korrekt, beginnt Kempa das Gespräch. Niedergelassene Ärzte bekommen ihr Geld von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Krankenhäuser werden aus einem „stationären Topf“ bezahlt. „Diese Sektorengrenzen sind sehr hoch, es ist nicht einfach, die zu überwinden. Da achtet als Hüterin die KV so genau, dass man sich das fast nicht vorstellen kann, dass wir da keinen Unsinn machen“, erklärt Kempa mit einem Schmunzeln und ergänzt: „Wir dürfen bei weitem nicht alles, was wir gerne würden“.

Ermächtigungsambulanzen ist ein Fachfilter vorgeschaltet

Zwar habe die Klinik Löwenstein eine sogenannte „Ermächtigungsambulanz“ für Allergologie gemäß §116 SGB V, allerdings sei dieser tatsächlich ein sogenannter „Fachfilter“ vorgeschaltet, so dass nur spezielle Fachärzte in diese Ambulanzen überweisen dürften. „Lungenfachärzte, HNO-Ärzte oder Hautärzte haben oft diese Zusatzbezeichnung Allergologe“, so Kempa.

Das bestätigt so auch die KV: „In der Tat arbeiten in der Klinik Löwenstein einige von uns ermächtigte Ärzt:innen. Diese sind keine Vertragsärzt:innen, sie haben aber von der KV eine Ermächtigung, GKV-Patient:innen in ihrem Spezialgebiet ambulant behandeln zu können. Sie brauchen dafür eine Überweisung eines Vertragsarztes und manchmal auch die Überweisung einer Vertragsärztin einer bestimmten Fachrichtung“, teilt uns Swantje Middelhoff, Pressereferentin der KV Baden-Württemberg, mit.

Andere Situation in Universitätsklinken

Ganz anders, erklärt Kempa, sei die Situation in Universtätskliniken, für die gelte nämlich der §117 SGB V, in dem geregelt ist, dass Hochschulambulanzen auch ermächtigt sind, Kassenpatienten zu behandeln.

Einschlägige Versorgung im Hohenlohekreis „weniger üppig“

„Die Facharztversorgung ist ein großes gesellschaftliches Problem“, stellt Kempa fest, dass die Facharztdichte im ländlichen Raum geringer ist als in Ballungsgebieten, im Hohenlohekreis gebe es beispielsweise keinen niedergelassenen Pneumologen. „Die Versorgung ist weniger üppig“, in Stuttgart gebe es wohl um die 10 niedergelassene Pneumologen.

Terminvergabegesetz soll Patienten unterstützen

Das Problem sei aber politisch erkannt, konstatiert Kempa und verweist auf das Terminvergabegesetz, das noch vor der Corona-Pandemie in Kraft trat. Über die Telefonnummer 116117 oder die Webseite der KV kann man sich über die KV einen Facharzttermin vermitteln lassen, für Ärzte sei für die Terminvergabe sogar ein komplexes Anreizsystem erschaffen worden.

Für Josef K. war der Service der KV allerdings keine große Hilfe – zum einen nannte man ihm eine urologische Praxis statt eines Allergologen, zum anderen sind sowohl Allergologen als auch Pneumologen in der einfachen Arztsuche auf der Webseite der KV nicht als Suchkriterium aufgelistet.

Josef K. hat sich jetzt einen Termin in der Universitätsklinik in Würzburg geben lassen.

Text: Matthias Lauterer

Dr. Axel Kempa, Chefarzt Pneumologie/Beatmungsmedizin/Intensivmedizin der zum SLK-Verbund gehörenden Lungenfachklinik Löwenstein.
Bild: Katrin Spannblöchl/Studio KD Busch

Allergologen kennt die einfache Arztsuche der KV nicht.
Bild: Screenshot