1

Inzidenz im Hohenlohekreis sinkt weiter

Laut Landesgesundheitsamt betrug die 7-Tage-Inzidenz im Hohenlohekreis am Sonntag, 16. Mai 2021, 110,1. Eine Woche zuvor lag der Wert noch bei 180.

Starke Unterschiede zwischen den Gemeinden

Es ist allerdings weiterhin eine starke Ungleichverteilung innerhalb der Gemeinden festzustellen, in einigen Gemeinden liegen die Werte sehr niedrig, in anderen verharren sie auf einem hohen Niveau.

Inzidenzentwicklung HOK – Stand 20120516

 

Inzidenz pro Gemeinde, Stand 20210516

 

 




Große Schäden bei Wasseraustritt im Ärztehaus Schloß Stetten

Gleich zweimal an denselben Schadensort ausrücken musste die Künzelsauer Feuerwehr am vergangenen Wochenende: Sowohl am Freitag, den 14. Mai 2021 als auch am Sonntag, den 16. Mai 2021, wurde sie wegen eines Wasserschadens in das neue Ärztehaus auf Schoß Stetten gerufen. „Auf gut 100 m² standen bis zu 3 cm Wasser“, so der Einsatzbericht der Feuerwehr. Laut Feuerwehr war am Freitag „ein abgerissener Schlauch an einem Eckventil“ die Ursache des Schadens, ein Wasserrohrbruch wurde für den Einsatz am  Sonntag genannt.

Am Freitag und Samstag nahezu derselbe Alarm

Am Sonntagmorgen dann nahezu derselbe Alarm: Wieder ein Wasserschaden, und wieder musste die Feuerwehr mit Wassersaugern und Wasserschiebern die betroffenen Räume trockenlegen.

Die Feuerwehr nennt als Ursache des Schadens vom Freitag „ein abgerissener Schlauch an einem Eckventil“, dieselbe Ursache bedingte den Einsatz am Sonntag. Beide Schäden entstanden in einem Laborraum im Erdgeschoß.

Beeinträchtigungen im Praxisbetrieb „über Wochen“ erwartet

Der Praxisbetrieb ist beeinträchtigt: Dr. Andreas Kühn, Betreiber des dortigen Schmerzpraxis, befürchtet, dass wohl „über Wochen keine Behandlung im Keller möglich“ sein dürfte.  Auf seiner Homepage ist bereits zu lesen, dass „der Betrieb zur Zeit vor allem beim Bodymapping, Biofeedback und PDAs eingeschränkt“ ist.

Eine Aussage über die Schadenshöhe ist noch nicht möglich.

Text: Matthias Lauterer

Edit: Aufgrund einer später zugegangenen Information wurde der Artikel geändert: Der Schaden entstand nicht, wie ursprünglich geschrieben, im Obergeschoß, sondern im Erdgeschoß.

 

 




Jetzt doch: Corona-Testpflicht im Kindergarten Niedernhall

Nicht schlecht staunten einige Niedernhaller Eltern, als sie am Mittwochnachmittag, den 12. Mai 2021, über die Kindergarten-App einen Brief von Bürgermeister Achim Beck erhielten. In diesem Brief (siehe unten) werden die Eltern informiert, dass die Kindergartenkinder ab Montag, 17. Mai 2021, die Einrichtung nur noch besuchen dürfen, wenn sie sich zweimal wöchentlich, jeweils am Montag und Donnerstag, einem Corona-Schnelltest unterziehen. Beck weist in seinem Schreiben darauf hin, dass die 7-Tage Inzidenz in Niedernhall derzeit über 500 liegt, Maßnahmen zur Eindämmung also dringend notwendig sind.

In den Facebook-Gruppen der Eltern wird heftig diskutiert

Trotzdem gibt es Kritik vonseiten der Eltern, obwohl die Tests an sich überwiegend als sinnvoll angesehen werden. Wichtigster Kritikpunkt ist die Kurzfristigkeit der Ankündigung: Eltern hätten keine Zeit, ihre Kinder auf die Tests vorzubereiten. Außerdem finden es einige Eltern sehr befremdlich, dass das Rathaus wegen des Brückentags am Freitag, 14. Mai 2021, nicht besetzt ist. Einige Eltern unterstellen Achim Beck sogar die Absicht, durch die kurzfristige Ankündigung Rückfragen unmöglich machen zu wollen: „Es hat schon e Gschmäckle“. Einer stellt die Frage, ob ein Bürgermeister eine solche Entscheidung überhaupt ohne Gemeinderatsbeschluß treffen könne. Und sogar die Rechtmäßigkeit des Kaufs einer großen Zahl von Testkits wird aus Elternkreisen hinterfragt.

„Nichtmal mehr wütend“ sondern „einfach nur traurig und maßlos enttäuscht“

Für manche entsteht der Eindruck, dass Beck einfach nur hilflos ist angesichts der extrem hohen Inzidenz, und nicht wisse, wo er ansetzen soll. Die Kindergärten seien sicherlich nicht das Problem, schließlich habe es bei den freiwilligen Tests nur einen positiven Fall gegeben – und auch der sei durch PCR-Test falsifiziert worden.

Spiel mit der Abhängigkeit der Eltern

Wie aus den facebook-Beiträgen und aus dem persönlichen Gespräch mit Eltern hervorgeht, fühlen sich die Betroffenen von Bürgermeister Achim Beck nicht ernstgenommen, geradezu überfahren. Es gehe schließlich um eine Notbetreuung, die Eltern seien von dieser Dienstleistung der Gemeinde abhängig, da sie selber zur Arbeit gehen müssen. Diese Zwangslage, so ist der Eindruck, nutze Beck aus.

Testpflicht im Niedernhaller Kindergarten – Screenshot facebook (anonymisiert)

Abstrichstäbchen erzeugen Angst

Die Eltern eines Kindes berichten davon, das ihr Kind inzwischen Angst vor den Tests entwickelt hat. In Österreich verwendet man für Kinder andere Formen von Tests, zum Beispiel Spuck- oder Lolli-Tests. Diese sind nicht schmerzhaft und vom Vorgehen her kindgerechter:

Testpflicht im Niedernhaller Kindergarten – Screenshot facebook (anonymisiert)

Flucht in Sarkasmus

Den ein oder anderen Beitrag in der facebook-Gruppe kann man nur noch als Flucht in den Sarkasmus verstehen:

Testpflicht im Niedernhaller Kindergarten – Screenshot facebook (anonymisiert)

 

Auch Bürgermeister Beck in einer Zwangslage

Ganz ohne Zweifel befindet sich auch Bürgermeister Beck in einer Zwangslage: Die hohe Inzidenz in Niedernhall und Umgebung hat nicht nur Auswirkungen auf das Leben der Menschen und der Wirtschaft der Stadt, sondern sie treibt die Inzidenz des Hohenlohekreises nach oben – und von dieser Kennzahl ist zum Beispiel abhängig, ob und wann Geschäfte und Gastronomie im gesamten Landkreis wieder öffnen dürfen. GSCHWÄTZ hat daher versucht, von Bürgermeister Beck eine Stellungnahme zu erhalten, zum Beispiel darüber, worauf er die hohe Inzidenz in seiner Stadt zurückführt und über die rechtlichen Hintergründe seiner  Entscheidung.

Das Rathaus war nicht besetzt

Leider war er am Freitag weder für telefonische noch für schriftliche Rückfragen erreichbar: Das Rathaus war nicht besetzt.

Text: Matthias Lauterer

 

Brief von Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck vom 12. Mai 2021. Quelle: privat




Schon der Sand wird knapp

„Die Vorprodukte werden knapp“, hört man aus vielen Industriebereichen. Es geht dabei nicht nur um importierte Hightech-Produkte wie Computerchips, die in Industrieprodukten eingebaut werden, oder Grafikkarten für Gamer oder Bitcoin-Miner – nein es geht auch um Produkte, die in Deutschland erzeugt werden, wie Bauholz oder Plastikverpackungen.

Auch in Hohenlohe spürbar

Im Künzelsauer Gemeinderat wurde schon zweimal über die Knappheit von Bauholz gesprochen, einmal beim Bericht von Stadtförster Stephan Römer (GSCHWÄTZ berichtete), aber auch bei der Diskussion um den Bau von Holzhäusern auf Taläcker (GSCHWÄTZ berichtete). Und auch Peter Fenkl, der Vorstandsvorsitzende von Ziehl-Abegg, kennt das Thema: „Mittlerweile wird es insbesondere bei den elektronischen Komponenten immer schwieriger. Wir kennen das zum Beispiel aus der Automobilindustrie, wo ganze Werke stillstehen. Das ist etwas, auf das wir uns vorbereiten müssen.“ Auch Zulieferfirmen, die die knappen Vorprodukte gar nicht verarbeiten, sind letztendlich von Produktionskürzungen ihrer Kunden betroffen.

Ist Corona an allem schuld?

Ist es die weltweite Corona-Epidemie, die auch die getakteten Lieferketten der Wirtschaft befallen und lahmgelegt hat? Hat der querstehende Containerfrachter Evergiven die Handelsketten in Unordnung gebracht? Oder stößt die Globalisierung an die Kapazitätsgrenzen der Logistik?

Riesige Umschlagmengen in den europäischen Häfen

Im Rotterdamer Hafen, dem größten Industriehafen werden pro Jahr über 12.000 Öltanker abgefertigt, dazu ca. 18.000 weitere Seeschiffe. Und der Rotterdamer Hafen macht nur etwa 37% der Tonnage aus, die zwischen Lee Havre und Hamburg für Zentraleuropa umgeschlagen wird.

Der Hamburger Hafen schlägt jährlich rund 5 Mio. Container aller Größen um. Die Ware kommt aus aller Welt, hauptsächlich aus dem Fernen Osten, dem Mittleren Osten (Öl und Gas) sowie Nordamerika und wird von Hamburg aus vor allem nach Zentral- und Osteuropa verteilt.

Schon der Sand wird knapp

„Silizium gibts wie Sand am Meer“ sagt ein spöttischer Spruch, der aktueller nicht sein könnte. Denn es gibt nicht mehr genug Silizium. Und auch nicht mehr genug Sand. So mußte Saudi-Arabien, ein Staat mit riesigen Sandwüsten, den Sand für die Errichtung seiner berühmten Luxusinseln in Form einer Palme aus Australien importieren. Und auch in Deutschlands wird der Sand knapp. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften hat das bereits 2018 in einer Studie festgestellt: Zwar gebe es in Deutschland „fast unendlich“ viel Sand, allerdings sei die Gewinnung in Deutschland immer schwieriger, denn ein großer Teil der Vorkommen sei nicht mehr abbaubar. Schutzgebiete oder vorhandene Überbauung werden als Gründe genannt. Sand ist allerdings einer der wichtigsten Rohstoffe für die Bauwirtschaft. Auch dem ZDF-Magazin Royale mit Jan Böhmermann war die Sandknappheit eine ganze Sendung wert.

Bauwirtschaft auch von Holzknappheit betroffen

Fast so wichtig für die Bauwirtschaft wie Sand ist Holz. Dieses Bauholz wurde in den verschiedensten Qualitäten zu einem großen Teil in Deutschen Wäldern erzeugt, jedoch ist in den letzten Monaten ein starker Preisanstieg zu sehen.  Die Baubranche spricht von einer Verdopplung der Preise, auch seien die Lieferfristen immer länger geworden. Der Waldbesitzer spürt davon wenig: Die Abnahmepreise für Rohholz sinken eher. Die Sägewerke hingegen sind voll ausgelastet:  Grund dafür scheint zu sein, dass die USA, deren Holzproduktion wegen vieler Waldbrände eingeschränkt ist, aber auch China und Indien, große Mengen Schnittholz guter Qualität aus Europa importieren. Gerade bei den guten Qualitäten sind aber aufgrund der Trockenheit nicht genug Mengen vorhanden, was den Preis treibt.

Es fehlt sogar an Plastikfolie

Kunststoffe sind Produkt und sichtbares Zeichen des Wohlstands, Kunststoffe sind überall zu finden, besonders augenfällig beim Gang durch die Kühlregale eines beliebigen Lebensmittelmarkts. Und trotzdem wird das „Plastik“ knapp und die Rohstoffpreise steigen. Der Gesamtverband der Kunststoffverarbeitenden Industrie (GKV) schiebt dies oberflächlich auf den Zusammenbruch der Logistik in der Corona-Pandemie, auf steigende Containerpreise und ein Durcheinander in den Häfen. Die beiden wohl wichtigsten Gründe nennt der Verband zuletzt: Eigenbedarf  durch den steigenden Eigenverbrauch der chinesischen Industrie sowie die Verletzlichkeit der weltweiten Lieferketten, in diesem Fall angeblich durch die Schneefälle in den USA, also letztendlich das Wetter.

Es betrifft nicht nur Rohstoffe

„Automobilindustrie stoppt Produktion wegen Chipmangel“, solche Überschriften las man in den letzten Wochen. Alle Autohersteller und -zulieferer, nicht nur in Deutschland, sind betroffen. So baut Peugeot inzwischen wieder analoge Tachos ein – und macht das Fahrzeug dadurch nebenbei 400€ billiger. BMW-Chef Oliver Zipse kommentiert die Situation eher flapsig: „Momentan geht es ziemlich drunter und drüber. Zum Glück in den meisten Märkten drüber“ – noch laufen seine Geschäfte offenbar gut, auch wenn er mit Mehrkosten für Rohstoffe von 500 Mio Euro bis 1 Mrd Euro rechnet. Im Bereich der automobilen Oberklasse scheint die Preissensibilität der Kunden gering zu sein, bei VW hingegen rechnet man für 2021 mit einer Minderproduktion von 100.000 Fahrzeugen – und damit werden auch die Zulieferer entsprechend weniger Komponenten liefern. Auch hier wird Corona als externe Begründung herangezogen: Schließlich seien es die Chips für die  Spielcomputer und die Aufrüstung der Home-Offices, die die Autoindustrie gerade beeinträchtigen. Das ist kaum zu glauben – gerade Computer und Grafikkarten sind ja ebenfalls Mangelware – und die Chipfabriken sind hochspezialisiert. Außerdem melden die asiatischen Chipfabriken im Automotive-Bereich gute Auslastungen – wohl für chinesische Hersteller. Es ist zu befürchten, dass Zipse die Situation verkennt, wenn er meint, dass BMW weder die Just-in-time-Belieferung aufgeben noch „Vorräte horten“ will, da „das kein sehr langfristiges Thema“ sei. Eine immer selbstbewußter auftretende chinesische Wirtschaft ist auf „flexible Liefervereinbarungen“ der deutschen Automobilindustrie mit der „verlängerten Werkbank“ langfristig nicht angewiesen.

Die Symptome sind sichtbar – aber wie heißt die Krankheit?

In Wahrheit ist also nicht Corona der Auslöser der diversen Stoffknappheiten. Auch nicht – diesen Vorwurf hört man aus den Aussagen der Industrie immer wieder heraus – die auf Kante genähte weltweite Produktion und Logistik, die nicht in der Lage ist, Kapazitäten flexibel auf- und abzubauen. Und schon gar nicht die tagelange Blockade des Suezkanals.

Die wahre Krankheit liegt tiefer

All das sind nur die Symptome einer Krankheit, die viel tiefer liegt. Das eigentliche Problem liegt darin, dass die Erde von Unternehmern und Politikern der großen Industrienationen als unendlicher Rohstofflieferant angesehen wird. Schon die immer wieder betonte Notwendigkeit der Globalisierung zeigt aber auf, dass die Industrieländer ihren Teil der Welt bereits im ökonomischen Sinn ausgebeutet haben: Ressourcen wie Bodenschätze, aber auch Arbeitskräfte, werden jetzt anderswo ausgebeutet, wo sie billiger oder überhaupt noch verfügbar sind. Aber auch nur so lange, bis auch dort die Quellen versiegen, die Rohstoffe durch aufstrebende Nationen vor Ort verwendet werden oder die Arbeitskräfte durch wachsenden Wohlstand teurer werden.

Philosophie der beliebig ausbeutbaren Mutter Erde ist am Ende

Vielleicht können wir gerade den Anfang vom Ende der Wachstumsphilosophie, die von der beliebigen Verfügbarkeit von Bodenschätzen und anderen Ressourcen unsere Erde ausgeht, beobachten. Diese Philosophie ist aber die Grundlage unserer gesamten weltweiten Wirtschaftsordnung.

Wir sehen gerade die Anfänge – wann werden wir beginnen, uns auf die Auswirkungen dieser Situation vorzubereiten? Oder werden wir wie beim Klima wieder alles hinausschieben, bis unsere Gesellschaft nicht mehr in der Lage ist, die Folgen der selbstverschuldeten Situation zu bewältigen?

Umdenken ist erforderlich

Ein Umdenken ist erforderlich – selbst eine vollständige Kreislaufwirtschaft kann die Bedarfe einer immer weiter auf Wachstum setzenden Industrieproduktion nicht decken, sie verlangsamt den Ressourcenraubbau nur.

Text: Matthias Lauterer

Dubais Palmeninseln: Auf australischem Sand gebaut. Quelle: bing maps

 

Containerschiff im Hamburger Hafen. Quelle: pixabay

 

Ausbeutung von Bodenschätzen: Kupfermine in Gällivare, Schweden. Quelle: pixabay

 

Geistermine in USA – anderswo sind die Bodenschätze billiger verfügbar. Quelle: pixabay.




„Erst müssen alle medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft sein, bevor es an die Grundrechte geht“

Die von Schauspielern und Kollegen aus der Medienbranche geführte coronakritische Kampagne #allesdichtmachen (wir berichteten) bewegte und erregte die Gemüter.

Nun erschien am 29. April in der Zeit, ein großes Interview mit dem Titel „Es geht nicht darum, wer Recht hat“. (Link zum Interview)

Untertützung der #allesdichtmachen-Kampagne

Kolleg:innen distanzierten sich von den Mitwirkenden dieses Videoprojekts schleunigst, einige  Beteiligte wie Heike Makatsch ließen nach dem ersten Shitstorm sofort ihr Video wieder entfernen. Andere wie Jan Joseph Liefers versuchen in Talkshowrunden zu erklären, warum sie diese ironischen Beiträge gedreht hatten, die die Coronapoitik der Regierung kritisieren. Nun haben sich namhafte Kulturschaffende in Wochenzeitung Die Zeit zu Wort gemeldet und die Gedanken hinter #allesdichtmachen unterstützt.

Die Rhetorik des Ausnahmezustandes

Daniel Kehlmann, Thea Dorn und Juli Zeh kritisieren sich ihre Kollegen, sondern unterstützen sie in ihrer Kritik. So sagte Thea Dorn in dem ausführlichen Interview etwa: „Die Rhetorik des Ausnahmezustandes dient dazu, Maßnahmen zu legitimieren, die unter normalen Bedingungen undenkbar wären.“ Damit spielte sie auf die großen Grundrechtseinschnitte an. Dabei schwingt die Frage im Raum, ob diese Eingriffe in die Grundrechte in Ausnahmezuständen überhaupt erlaubt sind in einer Demokratie.

„Ausnahmezustand“ kann alles rechtfertigen

Mit diesem Wort „Ausnahmezustand“ könne man ja dann schließlich immer alles rechtfertigen. Nur: Wann befindet sich eine Gesellschaft in einem Ausnahmezustand? Das große Ziel sei „Todesverhinderung“. Damit rechtfertige dann die Politik alles, was sie damit einhergehend machen oder verbieten. Aber, gibt Dorn zu bedenken: „Stellen wir uns kurz einmal vor, was er Staat alles verbieten müsste, wenn er tatsächlich verpflichtet wäre,  den Tod als solchen zu verhindern.“ Da müssten die Maßnahmen wesentlich konsequenter in allen Bereichen sein. Kehlmann sieht diesen „Ausnahmezustand“ und die Legitimation diverser Gesetze ebenfalls kritisch und verweist auf ein ähnliches Vorgehen bei der amerikanischen Regierung nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Es gibt nie Alternativlosigkeit

Daniel Kehlmann kritisiert überdies, dass es hieße, die Maßnahmen seien von der Wissenschaft vorgegeben und alternativlos. Das widerspreche sich. Es gibt nie „Alternativlosigkeit“, vor allem in der Wissenschaft. Auch hinsichtlich der Coronapolitik gäbe es zahlreiche seriöse Stimmen, die einen anderen Kurs empfehlen. Diese kämen nur nicht wirklich zu Wort oder werden sofort kritisiert für ihre teils regierungskritischen Aussagen.

Kehlmann verweist dabei auf andere Länder, die andere Maßnahmen, teilweise effektivere, ergriffen haben und die damit gut gefahren seien, doch aber darüber spreche man nicht.

„Bürokratieverliebtheit“ bremst vieles aus

Juli Zeh wiederum kritisiert „die Bürokratieverliebtheit“ bei uns, die vieles ausbremse. Das helfe aber in einer Pandemie wenig, sondern behindere eher. Es gehe, so betonten alle drei, nicht darum, dass der „Staat gar nichts hätte tun sollen“ gegen Corona. Aber, so Juristin Juli Zeh: „Die Verfassung verpflichtet uns darauf, die Pandemie möglichst effektiv, mit möglichst wenig Grundrechtseingriffen, zu bekämpfen. Daraus folgt die politische Nowendigkeit, alle medizinischen und technischen Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor man an die Grundrechte geht. Impfung bereitstellen, Alten- und Pflegeheime angemessen schützen, Krankenhäuser großzügig ausstatten. Das ist nicht nur verfassungsmäßig geboten, sondern kann auch wesentliche wirksamer sein als Ausgangssperren, die den Bürger stark belasten.“

„Es geht nicht darum, wer Recht hat“, erschien am 29. April in der Zeit: „Es geht nicht darum, wer recht hat“ | ZEIT ONLINE

Juli Zeh, Schriftstellerin und Verfassungsrichterin in Brandenburg. Foto: Sven Mandel / CC-BY-SA-4.0

 




Einer der gefährlichsten Schulwege der Welt

Die Rotary Clubs in Schwäbisch Hall und Künzelsau / Öhringen unterstützen langjährig ein Projekt der Schülerhilfe Nepal. Diese Hilfe sichert nun den weiteren Schulausbau für zusätzliche 300 SchülerInnen aus dem schwer zugänglichen Hochland um Thambesi / Nepal. Eine aktuelle Zusage über weitere 45.000 Euro garantiert die Nachhaltigkeit des ehrenamtlichen Engagements.

Bildung als Weg aus der Armut

“Die Eltern im weiten Umkreis der bereits entstandenen Schule im schwer zugänglichen Hochland um Thambesi, ergreifen sehr gern die Chance, ihre Kinder an diese Schule zu gehen zu lassen. Die Motivation der Schüler für Schule und Bildung ist sehr hoch. Sie wird als Weg aus der Armut gesehen“, weiß Alexander Schaeff als langjähriger Rotary-Projektkoordinator für den ‚Nepal-Schulneu- & Ausbau‘ sehr genau. Er arbeitet im Länderausschuss Deutschland – Nepal auf Bundesebene dafür sehr eng mit der ‚Schülerhilfe Nepal e.V.‘ zusammen.

Verdoppelung der Schülerzahl ist gesichert

Alle, von den beiden regionalen Rotary Clubs Schwäbisch Hall und Künzelsau / Öhringen gesammelten Gelder, fließen genau dahin, wofür sie vorgesehen sind. Bisher waren das der erste Bauabschnitt des Schulgebäudes für 300 SchülerInnen im Jahr 2016, die Ausstattung eines Computerlabors und der Anschluss einer Solaranlage in den Jahren danach. Bereits 87.000 Euro wurden von allen Unterstützern seit 2014 dafür insgesamt fest zugesagt, 42.000.- € sind bereits geflossen. „So kann die Schule für 600 Kinder bald verdoppelt werden. Für dieses schwer zugängliche Gebiet ist das eine Riesenschule“, weiß Schaeff, da er vor Ort war und in engem Kontakt mit dem Architekten und der Schülerhilfe steht. Er weiß auch, dass die Gemeinde Thambesi ihren Eigenanteil in Form von Baumaterial und Arbeitskräften wieder leisten wird. Aktuell muss der Ausbaustart warten, denn auch in Nepal steht wegen Covid-19 vieles still.

Tatkräftige Unterstützung in schwieriger Zeit

Die aktuelle und schwierige Situation, hat die beiden Serviceclubs mit ihren Präsidenten, Manfred Koller von Schwäbisch Hall und Klaus Wittig von Künzelsau / Öhringen nicht davon abgehalten, das Vorhaben insofern weiterzutreiben, dass auch schon die kommenden ClubpräsidentInnen involviert wurden. „Wir und unsere Nachfolger und Nachfolgerinnen im Präsidentenamt, haben unsere volle Unterstützung für dieses nachhaltige Clubengagement zugsichert“, bekräftigen sie. Das ist ein gutes Bekenntnis für sinnvolles und nachhaltiges Ehrenamt, was dem Servicegedanken von Rotary zu 100% entspricht.

Quelle: Pressemitteilung der Rotary Clubs Schwäbisch Hall und Künzelsau / Öhringen

Schule in Thambesi /Nepal Foto: Rotary Club Schwäbisch-Hall

Schule in Thambesi /Nepal Foto: Rotary Club Schwäbisch-Hall

Schule in Thambesi /Nepal Foto: Rotary Club Schwäbisch-Hall

Schule in Thambesi /Nepal Foto: Rotary Club Schwäbisch-Hall

Schule in Thambesi /Nepal Foto: Rotary Club Schwäbisch-Hall

Schule in Thambesi /Nepal Foto: Rotary Club Schwäbisch-Hall

 




Inzidenz im Hohenlohekreis weiterhin sinkend – die 100er-Marke aber noch nicht erreicht

Am 12. Mai 2021 wurden 48 Menschen positiv auf das Virus getestet, am 13. Mai 2021 eine Person. Insgesamt ergibt sich eine 7-Tage-Inzidenz von 139,4 (Stand 12. Mai 2021, am Feiertag fand keine Aktualisierung der Inzidenzzahlen statt). Die Tendenz ist, ausgehend von einem Spitzenwert von 280,  weiterhin stark fallend, der Hohenlohekreis hat die Schranke von 100, die zur automatischen Aufhebung der Bundesnotbremse führt, noch nicht erreicht.

Starke Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden

Auffallend ist die Inzidenzverteilung auf Gemeinden: In einigen Gemeinden liegt die Inzidenz bereits unter 100, in anderen verharrt sie weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Inzidenzverteilung in den Gemeinden. Stand: 12.Mai 2021

 

 




Orangenlimo statt Urinprobe

Mit Orangenlimonade versuchte ein Lkw-Fahrer am frühen Dienstagmorgen, den 11. Mai 2021, Polizeibeamte während einer Kontrolle hinters Licht zu führen.
Laut Polizeibericht war der 34-Jährige gegen 1.45 Uhr in Mulfingen mit einem Pritschen-Lkw unterwegs und wurde in der Hauptstraße einer Verkehrskontrolle unterzogen. Aufgrund des auffälligen Verhaltens des Mannes, vermuteten die Beamten, dass dieser unter dem Einfluss von Drogen stehen könnte. Als der 34-Jährige aufgefordert wurde, eine Urinprobe für einen Drogenvortest abzugeben, schüttete er Orangenlimonade in den Becher und versuchte die Polizisten damit zu täuschen. Die Beamten bemerkten den Schwindel jedoch schnell, denn die Flüssigkeit im Becher war kalt und roch eindeutig nach Orange. Daraufhin gab der Mann echten Urin für den Test ab, welcher positiv auf Drogen ausfiel. Daraufhin musste der 34-Jährige eine Blutentnahme im Krankenhaus über sich ergehen lassen.
Sofern in dieser ebenfalls Drogen nachgewiesen werden, muss der 32-Jährige mit einem Bußgeld und Konsequenzen für seine Fahrerlaubnis rechnen, heißt es im Polizeibericht.



Robert Koch-Institut kommt erneut nach Kupferzell

Im Juni wird erneut ein Studienteam des Robert Koch-Instituts (RKI) in Kupferzell zu Gast sein, schreibt das Landratsamt Hohenlohekreis in einer Pressemitteilung. In der geplanten Folgeuntersuchung zur Studie „Corona-Monitoring lokal“ geht es um die Beschreibung möglicher Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion sowie die zeitabhängige Nachweisbarkeit von Antikörpern.

Teilnahme ist freiwillig

Bürger:innen, die bereits an den vorhergehenden Untersuchungen von „Corona-Monitoring lokal“ teilgenommen haben, erhalten dazu in den nächsten Tagen eine Einladung per Post. Die Teilnahme ist freiwillig. Das Studienprogramm sieht eine Befragung vor, ausgewählte Teilnehmende werden zusätzlich zu einer Blutprobe eingeladen. Das RKI nutzt für die Untersuchungen, die von Montag, den 14. Juni 2021, bis Montag, den 28. Juni, an der Kupferzeller Carl-Julius-Weber-Halle geplant sind, die beiden Medi-Busse, die bereits im vergangenen Jahr im Einsatz waren.

Mechanismus der Immunabwehr

Neben Tests auf Antikörper plant das RKI-Team Untersuchungen zu einem weiteren Mechanismus der Immunabwehr, der sogenannten zellulären Immunität gegen SARS-CoV-2. Die Frage, welche gesundheitlichen Folgen eine Infektion hat und wie sich die Konzentration von Antikörpern sowie die Immunabwehr gegen das Corona-Virus über die Zeit entwickeln, ist für die Wissenschaft von großer Bedeutung.

„Wir unterstützen sehr gerne“

„Wir freuen uns, das RKI erneut im Hohenlohekreis begrüßen zu dürfen und unterstützen natürlich sehr gerne“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth in der Mitteilung. „Wir hoffen, dass durch die Untersuchungen neue Erkenntnisse über das Virus gewonnen werden können.“

„Ich bin sehr zuversichtlich“

„Ich freue mich, wenn Kupferzell seinen Teil im Kampf gegen die Corona-Pandemie beitragen kann“, ergänzt der Kupferzeller Bürgermeister Christoph Spieles. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich wie bei den Untersuchungen im vergangenen Jahr viele der ausgewählten Kupferzellerinnen und Kupferzeller beteiligen werden.“

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Auf der K2342 kann wieder gefahren werden

Am Freitag, 07. Mai 2021, haben Landrat Dr. Matthias Neth und Martin Piott, Bürgermeister der Gemeinde Bretzfeld, die Kreisstraße K 2342 nach einer Bauzeit von etwa sieben Monaten wieder für den Verkehr freigegeben. Die Gemeinschaftsmaßnahme des Hohenlohekreises, des Landkreises Heilbronn und der Gemeinde Bretzfeld kostete nach Angaben des Landratsamtes Hohenlohekreis insgesamt rund 1,9 Millionen Euro. „Es freut mich sehr, dass wir dieses kreisübergreifende Projekt trotz der aktuellen Lage erfolgreich zustande bekommen haben“, sagte Landrat Dr. Matthias Neth bei der Freigabe. „Mein Dank geht an alle Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.“

Radweg neu angelegt

Die Baumaßnahme umfasste den Ausbau der Straße zwischen Waldbach und Eschenau im Landkreis Heilbronn mit einer Baulänge von etwa 1,3 Kilometern auf eine einheitliche Fahrbahnbreite von sechs Metern. Zudem wurde ein straßenbegleitender Radweg angelegt, der künftig eine sichere Verbindung zur S-Bahn-Haltestelle in Eschenau und Richtung Breitenauer See möglich macht. Am Radweg weist eine Informationstafel auf zwei Zehntsteine hin, die während der Bauarbeiten in der alten Straße gefunden worden waren. Diese Kleindenkmäler wurden gereinigt und haben nun am Radweg einen neuen Standort gefunden.

Ausgleichsmaßnahmen

Für die naturschutzrechtlichen Belange wurden in einvernehmlicher Abstimmung mit dem Landschaftsplaner und der Unteren Naturschutzbehörde Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen festgelegt. Hierzu sind noch umfangreiche Gehölzpflanzungen und Aufforstarbeiten nach Ende der Vegetationsperiode vorgesehen.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis