Der Impfmotor in Deutschland hat, trotz allem Stottern, an Fahrt aufgenommen. Immer mehr Menschen haben ihren ersten Piks erhalten, viele sogar schon den zweiten. Stolz zeigen auch Prominente ihren Oberarm mit dem Pflaster nach der Impfung vor. Viele Menschen klagen in den Tagen danach über grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Für die meisten ist der Spuk nach einem oder mehreren Tagen vorbei und sie können wieder ihrem Tagewerk nachgehen – begleitet von dem erhebenden Gedanken, nun vor Corona geschützt zu sein.
Impfung ist keine Kleinigkeit
Dass diese Impfung durchaus keine Kleinigkeit ist und es nicht immer so einfach abläuft, zeigt die 54. Sitzung der Stiftung Corona Ausschuss vom 28. Mai 2021, die auf dem Youtube-Kanal und der Homepage der Stiftung abrufbar ist. Hier berichtet eine Frau, die sich mit dem Impfstoff von AstraZeneca hat impfen lassen und von der Impfung schwere Gesundheitsschäden davongetragen hat, von ihren Erfahrungen. Jetzt lebt sie mit einem „von einem Labor bestätigten Impfschaden“, wie sie selbst sagt.
„Ein schlechtes Gefühl auf dem Weg ins Impfzentrum“
Ramona Klüglein wollte „mit gutem Beispiel vorangehen“ und außerdem sei es „von Arbeitgeberseite gern gesehen worden“, begründet sie ihre Motivation zur Impfung. Es hätte eine gewisse Erwartungshaltung, aber keinen Druck gegeben. Doch schon auf dem Weg ins Impfzentrum habe sie „ein schlechtes Gefühl“ gehabt. Nach der Impfung am 10. März 2021 hatte die junge Mutter zunächst die üblichen Nebenwirkungen wie Schüttelfrost und Fieber: „Es ging mir nicht gut und ich lag zwei Tage flach.“ Allerdings hätte sie sich nichts dabei gedacht und nach zwei Tagen sei es ihr auch wieder besser gegangen, sodass sie eine Woche lang normal zur Arbeit gegangen sei. „Am Sonntag hat’s dann langsam angefangen“, blickt die Frau zurück. „Ich hatte Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.“ Doch auch hier habe sie nichts weiter dabei gedacht, auf einen Magen-Darm-Infekt getippt, von dem auch der Hausarzt ausgegangen sei. „Eine richtige Diagnose hätte der gar nicht stellen können, denn dafür braucht man CT und alles drum und dran“, merkt sie noch an.
„Ich lag vier Tage im Koma“
„Es wurde von Tag zu Tag schlimmer und nach vier Tagen haben wir den Notarzt gerufen“, erinnert sich die Patientin. Mit Verdacht auf Mesenterialvenenthrombosen sei sie ins Krankenhaus eingeliefert worden: „Die Lebervene war zu, die Milz und die Nieren waren betroffen. Der Dünndarm war so stark betroffen, dass sie den rausnehmen mussten. Ich habe jetzt nur noch 50 Zentimeter von vorher 3,50 Meter.“ Mehrere Notoperationen seien nötig gewesen, vier Tage lag sie im Koma, insgesamt elf Tage auf der Intensivstation, und war auch an der Beatmung angeschlossen. Erinnern könne sie sich an diese Zeit nicht mehr, sie wisse nur noch,“dass ich sehr stark halluziniert habe“. Es habe sehr schlecht um sie gestanden: „Die Ärzte haben meiner Familie keine Hoffnung mehr gemacht. Die haben gesagt, macht euch bitte aufs Schlimmste gefasst, wir wissen nicht, ob sie es schafft.“
Blutverdünner, damit sich die Thrombosen nicht wieder bilden
Sie müsse nun regelmäßig zum Hausarzt, der ihre Werte kontrolliert, und Blutverdünner nehmen, damit sich die Thrombosen nicht wieder bilden. Wie lange das so bleibe, wisse allerdings noch niemand. „Ein CT ist momentan nicht geplant, ab und zu wird mal ein Ultraschall gemacht, weil ich durch die ganzen Therapien, die das Krankenhaus mit mir gemacht hat, auch Nebenwirkungen habe“, erzählt Ramona Klüglein. „Die haben eine Lyse-Therapie gemacht, das heißt, die sind durch die Leber in die Adern rein. Dadurch hat sich da ein Riesen-Hämatom gebildet und auch eine Verkapselung. Das muss alles auch erst heilen.“
„Es ist momentan noch alles sehr vage“
Jetzt sei sie erst einmal über den Berg – allerdings bleiben Langzeitfolgen: „Womit ich jetzt mein ganzes Leben lang zu kämpfen haben werde, ist zu gucken, dass ich die ganzen Vitamine und Nährstoffe aufnehme, die mein Körper braucht.“ Das laufe alles über den Dünndarm, von dem sie nur noch ein kurzes Stück habe. „Es ist momentan noch alles sehr vage. Man kann noch nicht feststellen, ob ich einen Vitamin- und Nährstoffmangel habe. Das zeigt sich immer erst verzögert, relativ spät. Das wird auf jeden Fall engmaschig kontrolliert.“ Teilweise habe sie auch noch starke Schmerzen – geht aber davon aus, dass das „momentan überwiegend die nach-operativen Schmerzen sind, weil sie ja doch schon in mir rumgewühlt haben“. Sie hoffe, dass keine Schmerzen bleiben, „aber das kann mir halt auch niemand sagen. Es weiß ja niemand.“
Auswirkungen im Alltag
Der Impfschaden hat auch ganz praktische Auswirkungen auf ihren Alltag: „Ich muss mit dem Zucker aufpassen, ich muss mit dem Salz aufpassen. Ich soll momentan keine Lactose, keine Geschmacksverstärker und keine Fertigprodukte, dafür aber ballaststoffarm essen.“ alles müsse sie sich selbst zubereiten, ihre Nahrung solle weich gekocht sein und nicht zu stark gewürzt. Außerdem müsse sie jeden Bissen ausgiebig kauen. „Es ist eine Herausforderung, zucker- und salzfrei zu kochen, weil das überall drin ist“, erzählt sie. Zwei bis drei Stunden gehen täglich fürs Kochen drauf. Außerdem sollen die Portionen klein und auf fünf bis sechs Mahlzeiten am Tag verteilt sein: „Das ist ein wahnsinniger Aufwand. Da kann ich nie mehr 40 Stunden arbeiten.“
„Überlegt euch das mit Impfen gut“
Heute würde Ramona Klüglein die Impfung nicht mehr machen: „Ich bin in solchen Beziehungen eigentlich eher ein ängstlicher Typ und wenn das jemand so zu mir gesagt hätte, also das was ich jetzt weiß, dann hätte ich die Impfung nicht durchgezogen.“ Aber es sei ihre Entscheidung gewesen, sich impfen zu lassen, und „das ist jetzt einfach so“. Sie hat deshalb einen „Appell an alle: Bitte überlegt euch das mit dem Impfen gut.“
Stiftung Corona Ausschuss
Die Stiftung Corona Ausschuss wurde im vergangenen Jahr in Berlin von vier Rechtsanwält:innen gegründet (https://corona-ausschuss.de/). Sie will die Beschränkungen, die die Bundes- und Landesregierungen während der Corona-Pandemie verhängt haben, untersuchen und welche Auswirkungen diese auf die Menschen in unserem Land haben. Das soll mittels live übertragener, mehrstündiger Online-Sitzungen geschehen. Außerdem sollen Experten aus Wissenschaft und Praxis die Arbeit der Stiftung begleiten und unterstützen.
Text: Sonja Bossert