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„Ich frage mich, wie das Landratsamt so viele Einwendungen in vier Wochen genau geprüft haben kann.“

In einer Pressemitteilung teilt das Landratsamt Hohenlohekreis Mitte Juni mit, dass der Erörterungstermin zum Windkraftanlagenbau in Wald südlich von Waldenburg, der für den 29. Juni 2021 geplant war, abgesagt wird. Grund sei, so das Landratsamt, dass die neuen Einwendungen „weitgehend inhaltsgleich“ mit den bisher schon bekannten Einwendungen seien (GSCHWÄTZ berichtete): „Die sorgfältige Prüfung und Abwägung der Einwendungen unter Berücksichtigung des Gesetzes zur Reduzierung und Beschleunigung von immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren vom 23. Oktober 2007 hat zu dem Ergebnis geführt, dass diese keiner Erörterung mehr bedürfen.“ schreibt das Landratsamt.

Bürgermeister Herzog kann der Argumentation nicht folgen

Bernd Herzog, Bürgermeister der Stadt Waldenburg, ist irritiert über diesen Beschluss des Landratsamts. Auf GSCHWÄTZ-Anfrage teilt er mit: „Aus vielen Gesprächen kann ich der Argumentation nicht folgen, dass es keine neuen Erkenntnisse oder Argumente gibt.“ Die Stadt Waldenburg hat selbst Einwendungen erhoben, sie ist im Detail auf das Thema „Brandgefahr – Auswirkungen“ eingegangen. Die Einwendung sei prinzipiell „zwar nicht neu- jedoch mit vielen noch nie in der Tiefe angesprochenen Details gespickt.“ Eine Antwort des Landratsamts habe er noch nicht erhalten.
Auch bemängelt er, dass das Thema „Standortgüte“, das bereits in den Einwendungen von 2019 angesprochen sei, „aus meiner Sicht seit 2019 nicht weiter aufgearbeitet oder mit uns abgestimmt“ wurde.

Bürgerinitiative Gegenwind nennt Details der Einwendungen

In diese Kerbe schlägt auch Sandra Schulz von der Bürgerinitiative Gegenwind Waldenburg-Michelbach-Öhringen e.V.: Es wurden „vom Landratsamt keine Gutachten nachgefordert, die jetzt öffentlich ausgelegt waren.“ Als Beispiel nennt sie das Artenschutzgutachten, das Daten von 2014 bis 2016 enthält. Bereits im November 2019 sei dem Landratsamt ein Bericht zugegangen: „Bereits damals [im Artenschutzgutachten. Anm. der Red.] wurde festgestellt, dass nicht alle Anlagenstandorte untersucht wurden.“ Sie meint dazu: „Hierzu hätte an dem für nun im Juni geplanten Erörterungstermin vom Landratsamt vorgestellt werden müssen, in wie weit diese Untersuchungen in der Zwischenzeit durchgeführt wurden.“

Soll etwas verschleiert werden?

Sie habe alle rund 400 Seiten der ausgelegten Unterlagen durchgelesen, sagt Sandra Schulz. Ein Dokument zum Thema „Windhöffigkeit und Standortgüte“ sei ihr besonders aufgefallen: Dieses Dokument, ein „Gutachten zur Standortgüte“, wurde „aus Datenschutzgründen nicht für die Offenlage freigegeben“. Welche „Datenschutzgründe“ das sein sollen, wurde nicht erläutert. „Dies sind Daten, die ausschlaggebend zur
Effizienzberechnung der Anlagen sind. Diese Daten sind unabdingbar.“, so Schulz. Sie fragt sich, ob hier etwas verschleiert werden soll. 

Gutachten über Winddaten veraltet?  

Ganz entscheidend für die Wirtschaftlichkeit der Anlage ist die „Windhöffigkeit“. Auch diesbezüglich fordert Schulz ein neues Gutachten über einen langen Zeitraum. Das bestehende Gutachten ist von 2017 und bezieht sich noch auf die ursprünglich geplanten neun Windräder – von denen es aber für vier bereits einen Teilablehnungsbescheid des Landratsamts gibt.

Logo der BI Gegenwind

Sie verweist auf die Einwendung von Ralf Neumeier, der sich als Ingenieur intensiv mit Strömungstechnik beschäftigt. Neumeier habe eine 35-seitige Einwendung verfasst, die neue Aspekte bezüglich Windhöffigkeit und Schall einbringt.

Grundwasser könnte versiegen

Wichtigste Einwendung ist für Sandra Schulz allerdings der im Februar 2021 überarbeitete „Landschaftspflegerische Begleitplan“. Einwendungen gegen dieses neue Dokument können gar nicht „weitgehend inhaltsgleich“ mit den Einwendungen von 2019 sein. Dort steht wörtlich: „Die Flächenversiegelung und Teilversiegelung durch die Fundamente und Kranaufstellflächen führt zu einem völligen Verlust der Grundwasserneubildung und  der Retentionsfunktion“ – kurz gesagt: Die im Gebiet vorhandenen Bäche würden deutlich weniger Wasser führen, was letztendlich zu einer Veränderung des Gebiets und der Vegetation führen würde. „Absolut inakzeptabel ist ein vollständiger Verlust der Grundwasserneubildung! So ein Risiko kann man doch unmöglich eingehen wollen!“, ist Schulz entsetzt. 

Wolfgang Bommes (links), Mitglied des Vereins Gegenwind und Gemeinderat Rolf-Dieter Kempis gehen für Transparenz im Umgang mit dem geplanten Windpark auf die Straße. Foto: GSCHWÄTZ

Dreistellige Anzahl von Einwendungen

Sascha Sprenger, Pressesprecher des Landratsamtes spricht von einer „dreistelligen Anzahl“ von Einwendungen. Sandra Schulz ist verwundert: „Ich frage mich, wie das Landratsamt so viele Einwendungen in vier Wochen genau geprüft haben kann.“

Bei so vielen neuen Aspekten allein in ihrer eigenen Einwendung, kann sie die Begründung des Landratsamts nicht verstehen – sie spricht von einer „absurden Begründung“.

Wie geht es weiter?

Sowohl Sandra Schulz als auch Bürgermeister Herzog können jetzt nur die Entscheidung des Landratsamts abwarten. Parallel, so Herzog, „wird die Gemeinde dem Landratsamt unsere Irritation schriftlich formulieren.“ Egal, wie die Entscheidung ausfällt, steht sowohl den Windradgegnern als auch den Befürwortern der Klageweg offen. Eine Klage vor dem Verwaltungsgericht kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Text: Matthias Lauterer

 




Delta-Variante nun offiziell im Hohenlohekreis eingetroffen

Am Donnerstag, den 24. Juni 2021, ist im Hohenlohekreis erstmals ein Fall mit der zuerst in Indien entdeckten Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Das geht aus einer Meldung des Landratsamtes hervor.

Bislang sind für diesen Fall jedoch keine engen Kontaktpersonen im Hohenlohekreis identifiziert worden, für die eine Quarantäne hätte verfügt werden müssen.

Welcher Impfstoff schützt am besten gegen Delta?

Astrazeneca: Schutz liegt nut bei 66 Prozent

Eine vollständige Impfung mit der Vakzine von Astrazeneca soll zu etwa 60 Prozent vor symptomatischen Erkrankungen schützen. Der Schutz hatte bei der Alpha-Variante bei etwa 66 Prozent gelegen. Krankenhausaufenthalte infolge einer Infektion mit der Delta-Variante soll auch Astrazeneca zu rund 92 Prozent verhindern können. Das geht aus einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland hervor. Weiter heitßt es darin: „Allerdings scheint der Impfschutz gegen die Delta-Variante erst später einzutreten: So war laut PHE bei beiden Impfstoffen nach der ersten Impfdosis nur ein etwa 33-prozentiger Schutz erreicht worden. Der Schutz vor der Alpha-Variante hatte der Behörde zufolge nach nur einer Impfdosis 50 Prozent betragen. Die PHE forderte Geimpfte daher auf, nicht zu lange mit der zweiten Impfdosis abzuwarten, wenn sie zu dieser eingeladen werden.“

Unklar sei jedoch, wie lange der Impfschutz gegen die Delta-Variante anhält. Da sich in Laborversuchen gezeigt hatte, dass Geimpfte weniger Antikörper gegen diese Variante bilden, lässt die Schutzwirkung womöglich schneller wieder nach.

Biontech: Schutz bei 88 Prozent

Laut der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) können symptomatische Erkrankungen durch eine Impfung mit der Vakzine von Biontech/Pfizer zu etwa 88 Prozent verhindert werden und Krankenhausaufenthalte zu 96 Prozent. Zum Vergleich: Symptomatische Erkrankungen durch die zuletzt in Großbritannien vorherrschende Alpha-Variante B.1.1.7 waren zu etwa 93 Prozent verhindert worden.

Die Wirksamkeit der Vakzine von Moderna und Johnson&Johnson in Hinsicht auf die neuartige Mutante muss noch untersucht werden.  Das berichten sowohl das Redaktionsnetzwerk Deutschland als auch die Morgenpost.

Der oberste medizinische Berater von US-Präsident Joe Biden, Anthony Fauci, zeigte sich aber kürzlich in einem Interview mit der „Washington Post“ optimistisch. Gerade das Präparat von Moderna, das auf derselben mRNA-Technologie aufgebaut wie das Biontech-Vakzin, sollte einen ähnlichen Schutz bieten, erklärte der Immunologe.

 

 




In Bistro eingebrochen und Zigaretten gestohlen

In ein Bistro in der Künzelsauer Bahnhofstraße sind Unbekannte in der Nacht auf Donnerstag, den 24. Juni 2021, eingebrochen. Im Zeitraum von 23.30 Uhr bis 5.45 Uhr schlugen die Eindringlinge eine Fensterscheibe ein und verschafften sich so Zugang zu den Räumlichkeiten des Lokals. Im Untergeschoss warfen sie einen Zigarettenautomaten um, brachen diesen auf und entwendeten die Zigaretten. Vermutlich nutzten sie Küchengeschirr dazu als Werkzeug.

Ob die Diebe außer den Zigaretten sonst noch etwas entwendeten, ist bislang nicht bekannt. An dem Fenster entstand Sachschaden in Höhe von circa 500 Euro. Zeugenhinweise gehen an das Polizeirevier Künzelsau unter Telefon 07940/94 00.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




„Man merkt, dass die Leute für ihr Projekt brennen“

Am Montag, den 21. Juni 2021, hat Bürgermeister Stefan Neumann mit der Ehrenbürgerin Ursula Berner und weiteren Projektbeteiligten vier Projekte besichtigt, die die Albert Berner-Stiftung im Rahmen des Künzelsauer Bürgerbudgets unterstützt hat. In Nitzenhausen gab es für den Jugendtreff „Schuppen“ unter anderem eine neue Einrichtung, die Dorfgemeinschaft Mäusdorf freut sich über eine neue Schutzhütte auf dem Spielplatz – auf dem Wartberg hat der Seniorenverein Künzelsau den Grillplatz und die Schutzhütte nebenan mitsaniert.

Zu guter Letzt ging es auf die erneuerte Bocciabahn neben dem Künzelsauer Tennisplatz, wo Mäzenin Ursula Berner und Bürgermeister Neumann die etwa 700 Gramm schweren Metallkugeln ins Rollen brachten. Beide zeigten sich mit der Umsetzung aller Projekte sehr zufrieden. „Ich finde es großartig, wie sich die Bevölkerung an den gegebenen Orten einbringt, selber dafür sorgt, dass etwas bewegt wird, Jung und Alt“, lobte Ursula Berner. „Alle sind begeistert von ihren Projekten und werden die auch gebrauchen.“

„Wir sind sehr zufrieden mit der Umsetzung dieser Projekte, weil man merkt, dass die Leute für ihre Idee, für ihr Projekt brennen“, zeigte sich Bürgermeister Neumann ebenso begeistert. „Sie haben unglaublich viele Stunden eingebracht.“ Er erläuterte den Grundgedanken des Bürgerbudgets: „Das ist so gedacht, dass ich selbst mit Hand anlege, ich guck, dass ich mir Unterstützer, Partner an die Seite hole und mit dem Anteil des Bürgerbudgets ist es das dann finanziert.“ Man merke auch, wie vielfältig die Ideen sind.

Text: Dr. Felix Kribus

Bürgermeister Neumann und Ursula Berner wagten ein kleines Spiel. Foto: GSCHWÄTZ




Geplante Verschiebung der Straßen um 6 von 8 Meter zum neuen Krankenhaus in Öhringen

Bei der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses im Hohenlohekreis am 28. Juni 2021 um 14 Uhr in der Stadthalle in Niedernhall soll der Verkehrsausschuss eine Linksabbiegespur zur Erhöhung der Verkehrssicherheit des Krankenhauses in Öhringen genehmigen.

Dabei soll der Verkehrsausschuss laut der Vorlage des Verkehrsausschusses eine überplanmäßige Auszahlung von 80.000 Euro genehmigen.

Hintergrund: Im Zusammenhang mit dem Neubau des Krankenhauses in Öhringen sollen die Kastellstraße und der Einmündungsbereich in die Kreisstraße 2332 (Hindenburgstraße) umgestaltet werden. „Die Straßenbauverwaltung und die Stadt Öhringen kommen überein, dass in der Kreisstraße 2332 zur Erhöhung der Verkehrssicherheit eine Linksabbiegespur sinnvoll ist“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Baumaßnahme umfasst neben der Anlage einer Linksabbiegespur in der K 2332 auch die Verlegung der Kastellstraße um zirka 6 bis 8 m in westliche Richtung sowie die erforderliche verkehrsbedingte Ausstattung. Sie beinhaltet zudem alle notwendigen Veränderungen an den Geh- und Radwegen entlang der K 2332, welche im Zuge der Verbreiterung der Kreisstraße erforderlich werden, den barrierefreien Umbau von zwei Bushaltepunkten sowie den Bau einer Überquerungshilfe für Fußgänger und Radfahrer. Der Anteil des Hohenlohekreises bezieht sich auf den Bau der Linksabbiegespur, welcher in der Anlage 3 der Vereinbarung dargestellt ist.Es ist vorgesehen, die Arbeiten als Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Landkreis und der Stadt Öhringen im 2. Halbjahr 2021 durchzuführen, wobei die Stadt Öhringen die Projektleitung übernimmt.

Auswirkungen / Kosten / Alternativen

Die Gesamtkosten der Maßnahme inklusive Sanierung der Kastellstraße betragen 2,893 Mio. Euro. Der Anteil des Hohenlohekreises an den vorläufig geschätzten Baukosten für die Linksabbiegespur beträgt zirka 380.000 Euro. Die Abrechnung erfolgt anhand der tatsächlichen Baukosten. Für diese Maßnahme wurden 300.000 Euro in den Haushalt investiv eingestellt. Somit sind noch weitere Mittel in Höhe von 80.000 Euro erforderlich und als überplanmäßige Auszahlungen zu genehmigen. Gemäß § 3 Abs.3 der Hauptsatzung des Hohenlohekreises ist der Kreistag für die Genehmigung von überplanmäßigen Auszahlungen über 50.000 € zuständig.
Die Deckung erfolgt, so die Vorlage des Verkehrsausschusses, „über nicht benötigte Mittel aus der Straßenbaumaßnahme K 2342“.

 




Ob es diesmal klappen wird? Schnelles Internet für den gesamten Hohenlohekreis geplant

Schnelles Internet ist ein Bildungs- und Wirtschaftsfaktor. Das hat spätestens die Corona-Zeit gezeigt, als viele Menschen im Home-Office auf eine Datenverbindung ins Firmennetz angewiesen waren. Wenn dann gleichzeitig noch die Kinder am Distanzunterricht mit einem Videokonferenzsystem teilgenommen haben, waren viele Leitungen nicht mehr ausreichend. Datenübertragungen dauerten lange, die Videokonferenzverbindungen waren ruckelig und selbst der Ton war teils nicht mehr verständlich. Die großen Anbieter haben viel investiert, um die großen Wirtschaftszentren gut anzubinden – auf dem Land hingegen ist die Kapazität des Netzes an vielen Stellen nicht ausreichend, geschweige denn für die zukünftigen Anforderungen gerüstet. Wer seine Daten nicht schnell „um die Welt“ schicken kann, der hat bereits heute Wettbewerbsnachteile. Und wenn Lehrer:in und Schüler:in nicht miteinander kommunizieren können, sind die Auswirkungen auf die Bildung der Kinder gravierend.

Wirtschaftsförderung greift ein

Deshalb gab es bereits einige lokale Projekte, die teilweise erfolgreich waren, teils aber auch fehlgeschlagen sind. Jetzt hat sich die Wirtschaftsregion Hohenlohe-Franken, das ist grob gesagt die gemeinschaftliche Wirtschaftsförderung von Stadt Heilbronn und den Kreisen Heilbronn, Schwäbisch-Hall, Hohenlohe und Main-Tauber, entschlossen, das Thema in die Hand zu nehmen. Sie hat dazu ein „Gigabitkompetenzzentrum“ (GKZ) gegründet, mit dem Ziel, einen Kooperationspartner zu finden, mit dem man in der Region ein flächendeckendes Glasfasernetz aufbauen kann, das zukunftsfähig ist und potentiell jeden Haushalt, jedes Unternehmen erreichen kann. Die Ziele dieses GKZ sind unter anderem die Unterstützung der Gemeinden bei der technischen Definition des Netzes, bei der Vertragsgestaltung, bei der technischen Umsetzung sowie bei der Koordination und mein Marketing. Das GKZ ist also ein Dienstleister, der den Gemeinden im Vorlauf und bei der Netzerstellung sowie zumindest in der Anlaufphase Unterstützung bieten will.

Ziele des GKN. Bild: Präsentation im Gemeinderat Künzelsau

Auswahlverfahren

Seit Mitte 2020 wurde ein EU-weites Markterkundungsverfahren durchgeführt, das zu dem Ergebnis kam, drei Anbieter – Deutsche Giganetz GmbH, NetCom BW und vodafone – in die engere Wahl zu nehmen und mit ihnen das Projekt weiterzuführen. Als Sieger ging aus diesem Verfahren die Deutsche Giganetz GmbH (DGN) hervor, die jetzt den Netzausbau in der Wirtschaftsregion übernehmen wird.  Die DGN ist eine noch junge Firma, die im Wesentlichen einer Investorengruppe gehört: Der Start des Unternehmens wurde durch eine „Infrared Capital Partners“ finanziert, die zwischenzeitlich durch „SunLife Financial“, einem Finanzdienstleister aus Toronto, Kanada, übernommen wurde.

Deutsche Finanziers haben den Markt noch nicht erkannt

Dr. Andreas Schumm, Vorsitzender des Gigabit-Kompetenz-Zentrums präsentiert sein Projekt. Foto: GSCHWÄTZewq1

Kritischen Fragen im Kreistag nach dieser Konstellation begegnet Dr. Andreas Schumm, Geschäftsführer des GKZ mit „die deutschen Finanzgesellschaften haben diesen Markt noch nicht erkannt“ und er verweist auch darauf, dass sich auch beispielsweise bei der Deutschen Telekom wesentliche Anteile nicht in deutscher Hand befänden.

Konzept sieht technische Vorteile gegenüber bestehenden Netzen vor

Das technische Konzept von GKZ und DGN sieht ein Glasfasernetz vor, das nicht nur schnellen Download, sondern auch eine hohe Uploadkapazität bereitstellt: Das ist wichtig für Menschen, die große Datenmengen verschicken müssen oder die an Videokonferenzen teilnehmen, die in hoher Bildauflösung stattfinden. Die derzeitigen Netze, so Schumm, seien sehr asymmetrisch und böten eben keine hohe Uploadkapazität. Beispielsweise wird im Glasfaser-Kabelnetz von vodafone ein Tarif mit 500MBit/s Downloadrate vertrieben – im Upload bietet dieser Tarif 25 MBit/s an. In den Standardtarifen der DGN ist die Uploadrate deutlich höher: sie beträgt die Hälfte der Downloadrate.

Auch soll ein „point-to-point“-Netzkonzept realisiert werden, das bedeutet, dass jeder Anschlussinhaber sozusagen eine dezidierte Leitung hat und sich nicht mehrere Teilnehmer eine Leitung und damit die Kapazität teilen müssen – auch das sieht Schumm als Vorteil gegenüber den „klassischen“ Netzbetreibern.

Marktgerechte Preise und hohe Leistung für die Bürger:innen

Für die Interessenten, sowohl Haushalte als auch Industrie und Gewerbe, kann der Zugang recht preisgünstig erfolgen: Der Hausanschluß ist sogar kostenlos, wenn sich die potentiellen Kunden in der Vermarktungsphase für einen Vertragsabschluß über 2 Jahre entscheiden. Nach den zwei Jahren stehen den Kunden Wechselmöglichkeiten offen, auch andere Anbieter werden das Netz dann nutzen können. Im Gegenzug sollen die Tarife von DGN auch in den Netzen der Mitbewerber angeboten werden, denn Doppelstrukturen sollen vermieden werden.
Die Preise der DKN sind tendenziell höher als die der Mitbewerber: Für den oben erwähnten vodafone-Tarif mit 500/25 Mbit/s werden für zwei Jahre etwa 780 Euro verlangt, bei DGN zahlt man aktuell für einen Tarif mit etwas besserem Angeboten 600/300  MBit/s rund 1.080 Euro in zwei Jahren – allerdings sind die Mitbewerber im Hohenlohekreis nicht überall verfügbar.

Im Idealfall kostenlos für die Gemeinden

Der große Vorteil für die Gemeinden, so präsentiert es Schumm, sei, dass im Idealfall keinerlei Investitionskosten für die Gemeinden entstehen. Dieser Idealfall tritt dann ein, wenn mindestens 35 Prozent der potentiellen Kunden auch einen Vertrag mit der DGN abschließen. In diesem Fall wird DGN das Netz eigenwirtschaftlich und ohne Kosten für die Gemeinden betreiben. Schließen nur 20 – 35 Prozent der Haushalte und Firmen einen Vertrag mit der DGN, soll der Ausbau „in Absprache mit den Gemeinden“ stattfinden – das kann nur bedeuten,  dass mit der jeweiligen Gemeinde über einen Investitionszuschuss verhandelt wird. Bei unter 20% Beteiligung soll vorläufig nicht investiert werden, in diesem Falle plant man „eine erneute Vermarktung nach maximal zwei Jahren“.

Ein Rosinenpicking seitens des Netzbetreibers könne nicht stattfinden, versichert Schumm. Die Vereinbarung sehe vor, dass eine Gemeinde komplett angeschlossen wird, nicht beispielsweise nur eine Neubausiedlung oder ein Gewerbegebiet. Die Reihenfolge des Ausbaus soll mit der Region abgestimmt werden und ist sicherlich davon abhängig, wie schnell sich die jeweiligen Gemeindegremien für eine Vereinbarung mit DGN entscheiden.

Kreis übernimmt Kosten für die GKZ

Die Kosten für die Dienstleistungsgesellschaft GKZ werden von den an der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken beteiligten Kreisen getragen. Der Kreistag des Hohenlohekreises hat zugestimmt, seinen Anteil, das sind rund 47.000 Euro in den ersten beiden Jahren, zu übernehmen.

Fazit

Nachdem bisher mehrere lokale und gemeindeübergreifende Ansätze nicht wirklich erfolgreich waren, ist definitiv ein Bedarf vorhanden, da auch die bisher tätigen Investoren nur bestimmte Teile des Kreises angebunden haben: Gerade dem Hohenlohekreis, in dem es noch viele Gemeinden ohne schnelles Internet gibt, täte die „Aufrüstung“ der Netze gut. Auch unter den vielen kleinen und mittelständischen Firmen in Hohenlohe, die teils in weltweite Lieferketten eingebunden sind und den schnellen Kontakt zu ihren Kunden und Lieferanten benötigen, dürfte es einige geben, die das Angebot nutzen könnten. Und in der Corona-Zeit hat der Bildungssektor in der Corona-Zeit dazugelernt und wird auch zukünftig viele Bildungs- und Weiterbildungsangebote dezentral, also über das Netz, anbieten.

Da andererseits der Anbieter ein Interesse daran hat, seine Investition möglichst früh an den Markt zu bringen und Umsätze zu generieren, dürfte die Realisation einer Gemeindeversorgung recht schnell durchführbar sein.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 




China rettet ebm

Bei der Jahrespressekonferenz zeigt sich die ebm-papst-Gruppe optimistisch. Zwar war wegen der Corona-Pandemie insgesamt ein Umsatzrückgang zu verzeichnen, trotzdem zeigt sich Stefan Brandl, scheidender Vorsitzender der Geschäftsführung, recht zufrieden: „Hinter uns liegt ein sehr schwieriges Geschäftsjahr. Nach einem Umsatzrückgang von -28,6 % im April 2020 konnten wir durch verantwortungsbewusstes Vorgehen, hohen Einsatz und Flexibilität der gesamten Belegschaft Monat für Monat stetig aufholen und ein gutes Geschäftsjahr in der ebm-papst Gruppe erzielen.“ Thomas Wagner, sein designierter Nachfolger, spricht von einem hohen Auftragseingang seit September: „Der Anspannungsgrad ist hoch“.  In einigen Bereichen derzeit sei man für 6 Monate ausverkauft. 

Thomas Wagner, ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG, Portraits der Geschäftsführer am 03. Mai, 2021

Stärkster Umsatzrückgang im Automotive-Bereich

In Asien und Europa (ohne Deutschland) erreichten die Umsätze ungefähr Vorjahresniveau, in Deutschland und den USA sank der Umsatz um 6,4 Prozent und 7,1 Prozent. Am stärksten vom Umsatzrückgang betroffen ist das von St. Georgen geleitete Geschäftsfeld Automotive/Antriebstechnik mit -4.8 Prozent. Der Geschäftsbereich Hausgeräte/Heiztechnik, der vom Standort Landshut geführt wird, konnte seinen Umsatz nahezu stabil halten ( -1.0 Prozent) und die industrielle Lufttechnik, die von der Mulfinger Zentrale betreut wird, fiel um 2,4  Prozent. 

Corona

Nicht nur der stabile Umsatz in China und Asien war für ebm-papst positiv. Auch der frühe Kontakt mit der Corona-Infektion in den chinesischen Werken half ebm-papst bei der Entwicklung der Hygienemaßnahmen und der coronabedingten Arbeitsorganisation in den anderen Standorten. In den deutschen Standorten verzeichnete man 320 positive Corona-Fälle unter den Mitarbeitern. Seit dem 10. Juni 2021 können sich Mitarbeiter impfen lassen, bereits über 1.000 Mitarbeiter haben dieses Angebot angenommen.

Große Ziele für das Geschäftsjahr 2021/22

Die Forschung und Entwicklung steht weiterhin im Mittelpunkt: Wurden im Geschäftsjahr 20/21 114,7 Mio Euro dafür aufgewendet, sollen diese Ausgaben um rund 10 Prozent auf 126.2 Mio Euro steigen.
Die Investitionen sollen eine Rekordhöhe erreichen von 182,7 Mio. Euro erreichen. Wichtigste Projekte sind ein Werkneubau in Johnson-City, USA, die Erweiterung des Standorts in Xian, China. sowie drei neue Forschungs- und Entwicklungs-Gebäude am Hauptsitz in Mulfingen. Hinter der Erweiterung der Auslandsstandorte steht die Internationalisierungsstrategie „local for local“, durch die unter anderem Lieferengpässe in den internationalen Lieferketten aufgefangen werden soll. Thomas Nürnberger, Vorstand für den weltweiten Vertrieb, berichtet, dass im Corona-Jahr durch diese Strategie die Effekte des Zusammenbruchs einiger Lieferketten, in Grenzen gelten werden konnten.

Auch nach Corona werden Systeme zur Regelung der Luftqualität ein wachsender Markt bleiben. Zusammen mit den Angeboten im Bereich aktiver Gebäudesteuerung sieht sich ebm-papst in diesem wie auch anderen Zukunftsmärkten gut aufgestellt. Bis zum Jahr 2026 ist im Rahmen einer Strategie „move26“ ein Umsatz von 2,6 Mrd. Euro als Ziel gesetzt. Ein großer Teil dieses Umsatzzuwachses wird in den Märkten außerhalb Europas erwartet.

Personal

Nach dem Verkauf der IKOR-Gruppe, deren Mitarbeiter in den Planzahlen für 2021/22 nicht mehr enthalten sind, plant Hans-Peter Fuchs, im Vorstand verantwortlich für Finanzen, mit einer leicht steigenden Belegschaft im Unternehmen.

Ausbildung

Besonders stolz ist man bei ebm-papst auf die interne Aus- und Weiterbildung, um den Fachkräftebedarf zu decken. Am 31. März 2021 waren 338 Auszubildende und DH-Studenten in der Gruppe beschäftigt.

Text: Matthias Lauterer
Fotos: bereitgestellt von ebm-papst




Künzelsau heute abend komplett in Regenbogenfarben?

Nach Informationen, die exklusiv GSCHWÄTZ vorliegen, soll Künzelsau während des Fußball-EM-Spiels Deutschland – Ungarn komplett in Regenbogenfarben leuchten. Es soll damit ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Intoleranz gesetzt werden.

Fest überzeugt: Wales wird Europameister

Nachdem es bei der Generalprobe am Dienstagabend, den 21. Juni 2021, noch technische Probleme mit der Illumination gab (siehe Foto), ist Projektleiter Cevin Canard von der Firma Confuse-a-cat Ltd. zuversichtlich, dass am Abend alles glatt gehen wird: „We will be happy to support your town, anyway, the Welsh Red Dragons will win the championship“, ist er optimistisch, dass seine Heimat Wales Europameister werden wird.

Text: Matthias Lauterer

 

 




Endlich spielt wieder Musik

Am Donnerstag, den 24. Juni 2021, findet der Johannes-Krämermarkt mit rund 90 Marktständen von 8.30 Uhr bis 18 Uhr in der Künzelsauer Innenstadt statt. Die Hauptstraße und der Obere Bach sind an diesem Tag gesperrt, außerdem die Stuttgarter Straße ab der Alleekreuzung und die Komburgstraße. In der Stuttgarter Straße ist die Zufahrt zur Rathaustiefgarage frei. Auch die Komburgstraße ist für Anlieger aus Richtung Morsbach befahrbar. In der Stettenstraße und in der Keltergasse besteht absolutes Halteverbot. Die Bushaltestelle „Bären“ wird in die Austraße verlegt.

„Sommer in der Stadt“

Ausklingen lassen kann man den Krämermarkt am Donnerstag im Rahmen von „Sommer in der Stadt“ von 17 bis 20 Uhr am Unteren Markt mit der Live-Band Rockfever. Fortgesetzt wird „Sommer in der Stadt“ auch am Wochenende mit den Auftritten von Chris Reckwardt am Freitag, den 25. Juni, und der Band Shadow & Danny am Samstag, den 26. Juni, von 18 bis 21 Uhr am Unteren Markt. Schon vor den Auftritten sorgt der Jugendkulturverein Kokolores mit einem DJ und einem Essens- und Getränkeangebot für eine sommerliche Stimmung. Der Eintritt ist frei.

Kein Schnelltest nötig

Aktuell muss kein Corona-Schnelltest oder Nachweis über Genesung oder Impfung beim Eintritt vorgelegt werden. Für die Kontaktnachverfolgung wird den Besucher:innen die Nutzung der Luca-App empfohlen. Alternativ können die Kontaktdaten auf Anmeldezetteln erfasst werden. Es gelten die allgemeinen und jeweils aktuellen Corona-Vorgaben und Hygiene-Vorschriften. Ein Mund-Nasen-Schutz in Form einer FFP2-Maske oder medizinischen Maske ist im eingegrenzten Bereich zu tragen, sofern die Besucher nicht an ihrem Tisch sitzen.

Informationen

Bei Änderungen der Corona-Auflagen müssen Veranstaltungsabende unter Umständen auch kurzfristig abgesagt werden. Regnet es, finden die Veranstaltungen nicht statt. Aktuelle Informationen werden kommuniziert über die städtische Homepage und über Facebook „Künzelsau – meine Stadt“ und Instagram „kuenzelsau.meinestadt“.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




„Freunde meinten, wir seien verrückt, da würde mehr geklaut werden“

An vielen Bauernhöfen gibt es sie mittlerweile – Kühlautomaten oder Holzhäuschen, in denen die Landwirte Erzeugnisse ihrer Höfe anbieten: beispielsweise Eier, Fleischwaren oder Nudeln. Unter den Kunden erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit, denn hier kann unkompliziert eingekauft werden – auch nachts oder am Wochenende, wenn alle anderen Läden geschlossen haben. Und gerade in Corona-Zeiten, wenn die Menschen nicht so mobil und die Möglichkeiten begrenzt sind.

Fast alles aus eigener Herstellung

Auch Familie Böhm, die auf dem Oberen Railhof bei Mulfingen Ferkelzucht, Schweinemast und Landbau betreibt, hat vor ihrem Anwesen seit Ostern 2021 eine kleine Gartenhütte mit Kühlschrank stehen. Außer den Getränken stammt alles hier aus eigener Herstellung. Doch gibt es nicht nur Dosenwurst von den eigenen Schweinen, Holunderblütengelee, Marmelade, Bärlauchpesto oder Kuchen im Glas. An Sonn- und Feiertagen kommen Kuchenliebhaber voll auf ihre Kosten. Dann backen Christina Böhm und ihre Tochter Jessica ganz frisch typischen Landfrauenkuchen – zum Beispiel Erdbeerkuchen oder Kekskuchen mit Trauben – eben was saisonal gerade angesagt ist. Jeweils zwei Kuchenstücke sind in einer kleinen Schachtel, die sich die Kunden aus dem Kühlschrank nehmen können. Unter der Woche gibt es selbst hergestelltes Gebäck wie Flachswickel, Erdbeerherzen oder verschiedene Kekse. Gebäck mit Schokolade hat zurzeit Sommerpause, doch sobald das Wetter wieder kühler wird, gibt es auch wieder die beliebten Flammenden Herzen und in der Adventszeit Weihnachtsplätzchen.

„Das Angebot wird sehr gut angenommen“

„Wir wollten ein Alleinstellungsmerkmal, das uns von den anderen Anbietern abhebt“, sagt Jessica Böhm, die die Idee zu dem Kuchenverkauf hatte. Die 20-Jährige macht zurzeit eine Weiterbildung zur Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin an der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell und im Unterricht wurde dieses Thema behandelt. Die Kunden sind begeistert: „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, erzählt Christina Böhm. „An manchen Tagen verkaufen wir rund 15 Bleche mit Kuchen.“ Natürlich sei es wetterabhängig. Bei schlechtem Wetter haben sie auch mal weniger verkauft – mussten dafür aber auch schon mal nachbacken. „Denn das geht ja nicht, dass die Kunden hierherkommen und dann ist kein Kuchen mehr da“, sagt die dreifache Mutter.

Ganze Kuchen auf Vorbestellung

Ein weiterer Service der Familie: Kunden können bei ihnen auch ganze Kuchen vorbestellen für Geburtstage, Familienfeiern oder auch einfach so. „Das ist gut, weil es kalkulierbar ist“, freut sich Christina Böhm. Außerdem gibt es Gutscheine, Geschenkkörbe sowie Fleischpakete auf Vorbestellung.

„Bis jetzt passt es einwandfrei“

„Freunde meinten, wir seien verrückt, da würde mehr geklaut werden“, blicken die zwei Frauen zurück. Das Ganze basiert auf Vertrauen, die Kunden legen das Geld in eine kleine Kasse, die an der Hüttenwand hängt. „Doch wir wurden positiv überrascht, denn bis jetzt passt es einwandfrei“, sagt Jessica Böhm. Manche Leute würden auch mal mehr Geld in die Kasse geben – quasi als kleines Trinkgeld.

Kundschaft zu Pferd

Doch wer verirrt sich auf den etwas abgelegenen Hof? „Das sind viele Fahrradfahrer, auch wenn kein Radweg hier direkt vorbeiführt“, so Christina Böhm. „Viele ältere Leute kommen aber auch gezielt mit dem Auto hierher.“ Sogar schon Reiter mit Pferden haben sie hier oben gesehen, die einer kleinen Kaffeepause nicht abgeneigt waren. Denn auch das gibt es bei Familie Böhm: Kaffee, den sich die Kunden sogar selbst frisch aufbrühen können. Eigens dafür steht in der Hütte ein Kaffeeautomat mit Gebrauchsanweisung, frisches Wasser, Kaffeepads, Milch und Zucker bereit. Für ganz Durstige gibt es angesichts der derzeitigen Temperaturen kalten Kaffee und andere gekühlte Getränke aus dem Kühlschrank.

Alle packen mit an

Das Angebot ist ein Familienprojekt. Beim Aufbau der Gartenhütte haben alle fünf Böhms angepackt – auch Vater Harald und die beiden Söhne Florian und Patrick. „Jessi ist fürs Moderne zuständig und ich mache das Landfrauenmäßige“, erklärt die gelernte Hauswirtschafterin. Ihre 20-jährige Tochter hatte die Idee zu den selbst hergestellten Müsliriegeln und beklebt die Kuchenschachteln, Tütchen und Gläser mit Etiketten, auf die sie die Inhaltsstoffe und Allergene schreibt. Um sich rechtlich abzusichern, hielten die Böhms zuvor Rücksprache mit dem Veterinäramt.

Kummerkasten für neue Ideen

„Wir freuen uns auch über Rückmeldungen“, sagen Mutter und Tochter. Eigens dafür gibt es in der Hütte einen Kummerkasten und Kärtchen, auf die die Kunden ihre Anregungen notieren können. „Da können die Leute auch drauf schreiben, was sie sich für Kuchen wünschen.“ Werbung machen die Kuchenbäckerinnen über die sozialen Medien sowie Mundpropaganda. In der Hütte hängt eine Telefonnummer, über die das jeweilige Kuchenangebot per WhatsApp bekannt gegeben wird.

Grillsortiment

Den Böhms gehen die Ideen vorerst nicht aus: Demnächst wollen sie in ihrem Selbstbedienungshäusle auch vakuumierte, gefrorene Schweinesteaks und Grillwürste anbieten. Diese und auch die Dosenwurst stellt übrigens die Landmetzgerei Rüdinger in Krautheim her.

Text: Sonja Bossert

Landfrauenkuchen von der Familie Böhm. Foto: GSCHWÄTZ

Auch Kekse, Kuchen im Glas und Holunderblütengelee warten auf Leckermäuler. Foto: GSCHWÄTZ

Auch die Erdbeerherzen erfreuen sich großer Beliebtheit. Foto: GSCHWÄTZ

Geschenkkörbe gibt es entweder schon fertig gepackt oder nach Wunsch der Kunden. Foto: GSCHWÄTZ

Gekühltes Getränke- und Wurstsortiment. Foto: GSCHWÄTZ

Hier können sich die Kunden ihren Kaffee frisch zubereiten. Foto: GSCHWÄTZ