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Eine halbe Million Kilometer „stadtgeradelt“

Die Aktion Stadtradeln, die am 14. Juni eröffnet wurde (GSCHWÄTZ berichtete), ist für den Hohenlohekreis nach drei Wochen beendet. Die Zahlen sind eindrucksvoll: 2.366 Radfahrer strampelten bis zum 4. Juli 2021 mehr als eine halbe Million Kilometer und sparten damit der Umwelt den Ausstoß von 74 Tonnen CO₂.

10 Teams melden mehr als 10.000km

313 Teams hatten sich im Hohenlohekreis angemeldet, davon haben 10 Teams die stolze Zahl von 10.000km erreicht. Ein Radler meldete 2.446km, das heißt über 100km pro Tag. Die meisten Teilnehmer verzeichnet das Team der Pestalozzi-Schule aus Pfedelbach: 82 Radelnde haben sich diesem Team angeschlossen.

 

 

 

 




Coronalage: Inzidenzen in Hohenlohe stabil niedrig, in den Urlaubsländern teils deutlich höher.

Weiterhin  auf dem niedrigen Niveau der letzten Wochen bewegen sich die Inzidenzen im Hohenlohekreis. Nur noch vereinzelt werden positive Personen erkannt und gemeldet. Derzeit sind 9 aktive Fälle bekannt.

Mit einer Inzidenz von 2,7 laut Lagebericht Baden-Württemberg vom 4. Juli 2021 liegt der Hohenlohekreis unter der Inzidenz für Baden-Württemberg, die mit 5,6 angegeben wird. Für die bundesweite Inzidenz meldet das RKI einen Wert von 2,6.

Delta-Variante auf dem Vormarsch

Trotz absolut sehr niedriger und weiter fallender Fallzahlen in Baden-Württemberg steigt die Anzahl der Infektionen mit der Delta-Variante an:

Entwicklung der Varianten in Baden-Württemberg, Stand 04. Juli 2021. Quelle: Landesgesundheitsamt

 

Situation in den Urlaubsländern

Ganz anders sieht die Situation in den beliebten Mittelmeer-Urlaubsländern der Deutschen aus:
Liegt die Inzidenz in Italien heute bei 8,7,  meldet Spanien aktuell den Wert 110,0 und Portugal sogar 142,6. Auch die Inzidenzen in der Türkei und Griechenland liegen mit 37,2 und 48,5 deutlich über Deutschland. Kein empfehlenswertes Reiseziel ist wohl Zypern – dort liegt die Inzidenz bei 364,5.
Urlauber sollten also vorsichtig sein: Die Beurteilung der Situation im Urlaubsland kann sich kurzfristig ändern und ein Urlaubsland, das bei der Abreise noch sicher scheint, kann bei der Rückreise schon ein Risikogebiet sein, das eine Quarantänepflicht zuhause auslöst.

Text: Matthias Lauterer

Europaweite Inzidenz, Stand: 03. Juli 2021. Quelle: Risklayer.




Kinderplanschbecken in Künzelsau geöffnet – auch Stand up paddling buchbar

Die Infektionszahlen sinken, die Luft- und Wassertemperaturen steigen wieder. Deshalb ist ab Samstag, den 03. Juli 2021, das Kinderplanschbecken im Künzelsauer Kocherfreibad geöffnet: täglich von 13 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Aufgrund der Inzidenzdaten ist keine Voranmeldung und auch kein Corona-Schnelltest-Ergebnis erforderlich. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

Naturbecken noch geschlossen

Leider kann das Naturbecken noch nicht zum Baden freigegeben werden. „Das bedauern wir alle sehr und versuchen eine schnelle Lösung zu finden“,  erklärt Bernd Scheiderer, Leiter des Stadtbauamtes. „Die Wasserqualität lässt zurzeit keine Öffnung des Naturbeckens zu. Die Fachleute vermuten, dass die Verunreinigungen durch die Wasservögel verursacht werden.“ Wenn jetzt wieder Betrieb im Freibadgelände ist, ziehen sich die Wasservögel voraussichtlich etwas zurück. Zum Wohl der Badegäste müssen höchste Auflagen bezüglich der Wasserqualität erfüllt werden. Weil das Wasser im Naturschwimmbecken mit einer Pflanzenfilteranlage gereinigt wird, benötigt der Reinigungsprozess Zeit und auf den Einsatz von chemischen Mitteln wird komplett verzichtet. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer guten Lösung, damit wir möglichst schnell auch das Naturbecken zum Baden freigeben können.“

Wasservögel sollen Naturbecken verunreinigt haben

Das Planschbecken, mit einem Wasserpilz und einer Wasserrutsche, ist mit Trinkwasser befüllt und hat eine Wasserfläche von rund einhundert Quadratmeter. Den Spielplatz in Wassernähe finden kleine Badegäste super. Die große Liegewiese bietet viel Platz für Spiel und Bewegung – und das Einhalten der Abstandsregeln.  Auch das Beachvolleyballfeld kann bespielt werden. Tretboote, gesponsert von regionalen Unternehmen, Kanus und Boards für Stand Up Paddling (SUP) können gemietet werden.

„Bei Badewetter sind wir da und haben für diese Saison schöne neue SUP-Boards angeschafft“, so Daniel Heffner von Heffner outdoor events. „Richtig viel Spaß können die Freibadbesucher aber auch mit dem Gruppenboard haben. Die Boards und Boote können auch vorab telefonisch bei uns reserviert werden: Telefon 07940 548514.“

 

 




Brücken bauen zwischen Eltern und Schule

Was tun, wenn ein wichtiger Elternabend in der Schule ansteht, aber die Eltern des Kindes das Einladungsschreiben nicht lesen können? In solchen Fällen können interkulturelle Elternmentoren wie Sonja Reichert helfen und die Eltern mit Migrationsgeschichte sowie die Schule unterstützen, schreibt das Landratsamt Hohenlohekreis in einer Pressemitteilung. Die ehemalige Lehrerin für Deutsch und Englisch am Ganerben-Gymnasium Künzelsau hat sich nach ihrer Pensionierung 2018 zur interkulturellen Elternmentorin ausbilden lassen.

Hilfe bei sprachlichen und kulturellen Herausforderungen

Die Ausbildung und das Projekt sind ein gemeinsames Angebot der Bildungsregion Hohenlohekreis und des Hohenloher Integrationsbündnisses 2025, das seit 2018 besteht. Interkulturelle Elternmentoren begleiten und unterstützen Eltern mit Migrationsgeschichte als neutrale Ansprechpartner im deutschen Kita- und Schulalltag. „Elternmentoren sind Brückenbauer zwischen Eltern und Schule, vermitteln bei sprachlichen und kulturellen Herausforderungen“, erklärt Sonja Reichert in der Mitteilung. „Gerade das differenzierte deutsche Schulsystem ist für Eltern, die nicht in Deutschland aufgewachsen sind, oft überfordernd.“ So kann sie ihnen etwa erklären, welche Schularten und Schulabschlüsse es gibt, muss aber manchmal auch über scheinbar selbstverständliche Grundlagen wie Schulpflicht, Hausaufgaben und Noten aufklären. „Wir können auch bei Elternabenden oder Elternsprechstunden unterstützend tätig sein, wenn das von den Eltern oder Lehrkräften gewünscht wird.“ Möglich sei auch der Einsatz der Elternmentoren von Beginn an, wenn eine Familie aus einem anderen Land zuzieht.

Neuer Kurs im September

Nach der Pandemie wird es auch in diesem Bereich einen großen Nachholbedarf geben, da ist sich Sonja Reichert sicher. Dem stimmt Sonja Schäfer vom Fachdienst Regionale Bildung im Landratsamt Hohenlohekreis zu. Sie weiß: „Die Zusammenarbeit von Eltern und Schule ist sehr wichtig für den schulischen Erfolg von Kindern. Elternmentoren unterstützen Familien und geben ihnen Halt in neuen und ungewohnten Situationen.“ Gemeinsam mit ihrer Kollegin Nadine Rüdenauer betreut sie die Elternmentoren und hofft, weitere Menschen für das Ehrenamt gewinnen zu können. Im September startet ein neuer Schulungskurs im Onlineformat, der in Zusammenarbeit mit der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken durchgeführt wird. An zwölf Samstagen werden die Teilnehmenden in verschiedenen Bereichen auf ihren Einsatz vorbereitet. Neben Informationen zum Schulsystem und zur Rechtslage geht es vor allem auch um die „Schulung der eigenen kulturellen Offenheit“, berichtet Sonja Reichert, die den Kurs 2019 besucht hat. „Durch die Ausbildung und den hohen Praxisbezug habe ich mich sehr gut auf das Ehrenamt vorbereitet gefühlt“, berichtet sie.

Keine bestimmte berufliche Vorbildung nötig

„Wir freuen uns auf viele neue Gesichter“, sagt Sonja Schäfer. „Elternmentoren können selbst Eltern sein, es ist aber kein Muss. Jede interessierte Person ab 18 Jahren mit oder ohne Migrationsgeschichte ist herzlich willkommen.“ Eine bestimmte berufliche Vorbildung ist nicht notwendig. „Wir kommen alle aus unterschiedlichen Richtungen“, erklärt Sonja Reichert. „Wichtig sind Sprachkenntnisse und Offenheit gegenüber anderen Kulturen und den Familien.“ Die bestehende Gruppe zeichnet sich durch ihre kulturelle und sprachliche Vielfalt aus. Aktuell gibt es Elternmentoren in den Sprachen Arabisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Kurdisch und Polnisch. „Wir würden uns sehr freuen, unser Elternmentoren-Team in diesen Sprachen zu erweitern und weitere Sprachen dazuzugewinnen“, sagt Sonja Schäfer. Gerade Arabisch und afrikanische Sprachen sind besonders gefragt. Sie ergänzt, dass es für das Ehrenamt eine Aufwandsentschädigung für Einsätze gibt.

Große Bereicherung

Ihr ehrenamtliches Engagement empfindet Sonja Reichert als große Bereicherung. „Die Arbeit als Elternmentorin erweitert den persönlichen Horizont: Vieles, was wir für selbstverständlich halten, etwa Schulbildung oder Zugang zu Trinkwasser, ist in großen Teilen der Welt nicht selbstverständlich. Das lernt man durch die Kontakte wieder ganz neu zu schätzen“, sagt sie. Antrieb sei für sie auch das Gemeinschaftsgefühl: „Ich möchte, dass wir in dem Land, in dem ich lebe, offen gegenüber Neuankömmlingen sind – so wie ich selbst auch offen empfangen werden möchte, wenn ich irgendwo ankomme und mich nicht auskenne.“ Von den Familien erfahre sie große Dankbarkeit, spüre deren Erleichterung und Freude über die Unterstützung.

Informationen

Der Ausbildungskurs findet als Onlineschulung an zwölf Samstagen von Ende September 2021 bis Mai 2022, jeweils von 8.30 Uhr bis 11.50 Uhr statt. Der erste Termin ist am Samstag, den 25. September 2021. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldeschluss ist 15. August 2021. Für Fragen und weitere Informationen steht Nadine Rüdenauer vom Amt für Kreisschulen und Bildung gerne zur Verfügung unter Telefon 07940/18 924 oder per E-Mail an Nadine.Ruedenauer@Hohenlohekreis.de.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Dieses Wochenende: Coronaimpfungen ohne Termin möglich

Im Kreisimpfzentrum des Hohenlohekreises in Öhringen stehen momentan noch rund 1.000 freie Impftermine für das Wochenende vom 2. bis 4. Juli 2021 zur Verfügung. Zum Einsatz kommen die Impfstoffe von BioNTech und AstraZeneca. Termine können wie gewohnt über die Hotline 116 117 oder online unter www.impfterminservice.de gebucht werden.

AstraZeneca und Biontech

Wer bisher keinen Termin gebucht hat oder sich kurzfristig zur Erstimpfung entschließt, kann am Samstag, 3. Juli, und Sonntag, 4. Juli, jeweils zwischen 14 Uhr und 19 Uhr in das Kreisimpfzentrum Öhringen kommen und sich mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen. Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig. Mitgebracht werden muss lediglich ein Lichtbildausweis, eine Versichertenkarte sowie sofern vorhanden Impfausweis und Medikamentenplan. Das Tragen einer FFP2-Maske ist verpflichtend.

 




„Eine komplexe Fragestellung mit weitreichenden Auswirkungen“

Am Montag, den 28. Juni 2021, fanden vor dem Arbeitsgericht in Crailsheim drei Güteverhandlungen statt. Drei Mitarbeiter haben gegen ihren Arbeitgeber geklagt (GSCHWÄTZ berichtete), um eine Lohnnachzahlung aufgrund eines ihrer Meinung nach rechtswidrigen Passus in der Betriebsvereinbarung „Bündnis für Arbeit“ zu erreichen.

Rund 40 Auflösungsverträge geschlossen

Markus Löw, der Personalleiter von ebm, wollte vor Ort direkt nach dem Prozess keine Stellungnahme abgeben. Inzwischen hat ebm-Pressesprecher Hauke Hannig die Anfrage von GSCHWÄTZ beantwortet. Er bestätigt, dass ebm „zwischen April und Juni 2020 Auflösungsverträge mit knapp 40 Mitarbeitenden bei ebm-papst Mulfingen abgeschlossen“ hat. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir ein Umsatzminus von knapp 30 Prozent zu verzeichnen. Wir konnten durch verantwortungsbewusstes Vorgehen, hohen Einsatz und Flexibilität der gesamten Belegschaft Monat für Monat stetig aufholen und zum Ende ein gutes Geschäftsjahr in der ebm-papst Gruppe erzielen.“, so Hannig. Die Zahl von 40 Auflösungsverträgen nannte Hannig bereits im Januar 2021 (GSCHWÄTZ berichtete), es wurden also keine weiteren Auflösungsverträge geschlossen.

Inzwischen stellt ebm wieder Mitarbeiter ein, da der Geschäftsverlauf sich gegenüber dem Corona-bedingten Einbruch erholt hat, wie auch auf der Jahrespressekonferenz veröffentlicht wurde.

Keine weiteren Klagen bekannt

Auf die Frage, ob noch Klagen weiterer Mitarbeiter anhängig seien, antwortet Hannig: „Nein, es wurden keine weiteren Klagen eingereicht.“

„Komplexe Fragestellung mit weitreichenden Auswirkungen“

Den Vorwurf des „Zeitspiels“ kann Hannig nicht nachvollziehen: „Da es sich um eine komplexe Fragestellung mit u. a. weitreichenden Auswirkungen handelt, kann dieses Thema nicht im Rahmen einer Güteverhandlung abschließend geklärt werden.“ Der vom Gericht angeforderte Schriftsatz wird in den nächsten Tagen bei Gericht eingehen. Das Ziel von ebm sei es, „an unserer mit Betriebsrat und Geschäftsführung seit Jahren getroffenen Vereinbarung festhalten zu können, die hohe Sozialleistungen und ein Bündnis für Arbeit bietet.“
Richterin Anja Nägele-Berkner hatte bereits im Termin angedeutet, dass unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen, die allerdings noch nicht juristisch geprüft sind, die gesamte Betriebsvereinbarung nichtig sein könnte. „Das kann hohe Wellen schlagen“, sagte sie während der Gütetermine. Das wären tatsächlich weitreichende Auswirkungen.

Tarifvorbehalt muss geprüft werden

Auch ist ebm nicht der Meinung des Klägeranwalts, dass ausgerechnet der Tarif der Metall- und Elektroindustrie einschlägig sein muss: „Auch hier gilt, dass ein möglicher Tarifvorbehalt ausführlich gegen verschiedenste Tarifwerke geprüft werden muss und dies vermutlich erst im Rahmen weiterer Prozess-Schritte abschließend geklärt werden kann.“

Hannig weist weiterhin darauf hin, dass nicht alle Terminverlegungsanträge von ebm gestellt wurden: „Termine wurde von beiden Seiten u.a. aufgrund von Terminüberschneidungen mehrfach verlegt. Ein Termin wurde schließlich durch das Gericht verschoben.“
Nach GSCHWÄTZ-Informationen wurde zweimal ein geplanter Termin krankheitsbedingt kurzfristig verlegt.

Text: Matthias Lauterer




„Wir möchten zeigen, was in Künzelsau alles entsteht“

Bereits zum zweiten Mal kommt Sebastian Frey nach Künzelsau, um mit Interessierten die „Natur-nah-dran“-Fläche an den Wertwiesen zu erkunden, schreibt die Stadtverwaltung Künzelsau in einer Pressemitteilung. Bei der Bürgerexkursion am Samstag, den 10. Juli 2021, um 14 Uhr wird der Diplom-Landschaftsökologe aus Neckarsulm zeigen, welche Pflanzen mit welchen Techniken angelegt wurden und hilfreiche Tipps geben, wie die Erhaltung der Vielzahl von Lebewesen auch im eigenen Garten umgesetzt werden kann.

Anlage- und Pflegetipps

Er unterstützt den Künzelsauer Bauhof bei der Umsetzung der „Natur-nah-dran“-Flächen in Künzelsau. Alle Teilnehmer:innen erhalten einen Flyer des NABU mit Anlage- und Pflegetipps und einem Probe-Saatgut für eine kleine Fläche zu Hause. Sebastian Frey freut sich: „Schon bei der ersten Bürgerexkursion waren viele Neugierige mit dabei. Ich freue mich, dass wir mit den „Natur-nah-dran“-Flächen Begeisterung und Interesse geweckt haben.“ Treffpunkt in den Wertwiesen unterhalb des Schlosses Bartenau.

Anmeldung

Aufgrund der aktuellen Corona-Vorschriften ist eine Voranmeldung bei Helen Bühler von der Stadtverwaltung Künzelsau unter Telefon 07940/129 120 oder per E-Mail an mailto:helen.buehler@kuenzelsau.de mit Angabe der Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefon oder E-Mail) erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.

Hinweis zu Fotoaufnahmen

Im Rahmen von städtischen Veranstaltungen werden Foto- und Videoaufnahmen erstellt. Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären sich die Teilnehmer:innen mit der Veröffentlichung der Aufnahmen, auf denen auch sie eventuell abgebildet sind, für unsere Kommunikationszwecke und die Kommunikationszwecke des NABU einverstanden. Wer das nicht möchte, soll die Fotografen oder Mitarbeiter vor Ort ansprechen.

Hintergrund zum Strategiethema „Zukunft Wohnen“

„Wir gestalten gemeinsam unsere Zukunft in Künzelsau!“ Mit diesem Ziel hat der Gemeinderat mit der Stadtverwaltung Künzelsau die „Strategie 2030“ ins Leben gerufen. Jedes Jahr steht ein anderes Thema im Mittelpunkt – im Jahr 2021 das Thema „Zukunft Wohnen“. „In einem interessanten Begleitprogramm möchten wir zeigen, was in Künzelsau alles entsteht und wie lebenswert die Stadt ist“, so Bürgermeister Stefan Neumann in der Mitteilung. Themen wie Neubau oder Sanierung, Künzelsauer Baugebiete oder die biologische Vielfalt stehen im Fokus und werden in Vorträgen, bei Spaziergängen oder Baubegehungen nähergebracht.

Landesweites Projekt

Biologische Vielfalt wird in Künzelsau großgeschrieben: Mit „Natur nah dran“-Flächen und Aktionen soll die Erhaltung der Vielzahl von Lebewesen und die Vielfalt von Lebensräumen gefördert werden. Künzelsau ist eine von 15 Städten und Gemeinden, die sich erfolgreich um eine Teilnahme am landesweiten Projekt „Natur nah dran“ für 2020 beworben hatte und eine Förderung erhält. Bei der Planung und Umsetzung dieser Flächen wird die Stadtverwaltung Künzelsau von der Planbar Güthler GmbH aus Ludwigsburg und von Sebastian Frey, Diplom-Landschaftsökologe aus Neckarsulm, unterstützt. Weitere Informationen unter http://www.kuenzelsau.de/wohnen2021.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Die „Natur-nah-dran“-Fläche an den Wertwiesen hat sich in den vergangenen Wochen weiterentwickelt. Foto: Olivier Schniepp/Foto Linke GmbH




„Zum Glück haben Herr Neth und Herr Spieles gesagt: ‚Natürlich‘“

Kupferzell – die schöne 6000-Seelen-Gemeinde an der Kupfer, die letztes Jahr als Corona-Hotspot galt, steht weiterhin im Rampenlicht. Dieses Mal geht es um die Ergebnisse der Studie zur Bildung von Antikörpern nach einer COVID-19-Erkrankung und deren Langzeitfolgen, Corona-Monitoring genannt. Bei einer Informationsveranstaltung am vergangenen Samstag versammeln sich der Kupferzeller Bürgermeister Christoph Spieles und Abgeordnete des hiesigen Landtags um Dr. Julia Strandmark vom RKI, die die Feldleitung des Corona-Monitorings übernimmt.

RKI: „Das bricht alle Rekorde“

„Wir wurden hier in Kupferzell mit offenen Armen willkommen geheißen, was unsere Arbeit natürlich ungemein erleichtert“, erzählt Strandmark und lobt die hohe Partizipation der Kupferzeller an der Studie: „Im Mai 2020 sind wir hier in Kupferzell angekommen und haben ungefähr 2500 EinwohnerInnen zur Studie eingeladen. Davon haben mehr als 2000 einen Termin gebucht und an unserer Studie teilgenommen. Das bricht alle Rekorde, die wir bisher an Teilnahmebereitschaft erlebt haben.“

Erste RKI-Studie ermittelt hohe Dunkelziffer

Im Rahmen der ersten der drei Studien seien sowohl Rachenabstriche genommen worden, „um aktive Infektionen zu messen“, als auch Blutproben, „um Antikörper im Blut nachzuweisen“. Das Untersuchen von gesunden Menschen diene dem Zweck, so Strandmark, anhand der Immunreaktion abschätzen zu können, wie viele der Studienteilnehmer zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Virus in Kontakt gekommen seien. Das seien im Rahmen der ersten Erhebung 12% gewesen. Durch die Testung der asymptomatischen Studienteilnehmer habe sich, nach Angabe Strandmarks, die Inzidenz in Kupferzell versechsfacht.

In der zweiten Studie geht es um Antikörper

Im Oktober 2020 sei der zweite Feldversuch in Kupferzell gestartet worden. „Zu diesem zweiten Teil der Studie haben wir nun alle Personen eingeladen, die entweder Antikörper im Blut oder einen positiven PCR-Test hatten“, erklärt Strandmark. „Das waren 289 Teilnehmer. Davon haben 271 mitgemacht. Dadurch, dass wir noch einmal Proben von den gleichen Personen wie im Mai genommen haben, können wir nun Aussagen über den Verlauf der Antikörperdichte treffen. Was mich persönlich sehr gefreut hat ist, dass 80% der Menschen, die bei der ersten Erhebung im Mai Antikörper im Blut hatten, diese sechs Monate später im Oktober immer noch hatten.“ Des Weiteren habe sich das RKI mit der Frage beschäftigt, ob tatsächlich die Antikörper im Blut bei der Immunabwehr des Coronavirus die primäre Rolle spielten, oder ob auch die zelluläre Immunantwort, also die T-Zellen, relevant seien. Analog dazu habe man sich mit der durch die Impfung initiierten Immunität beschäftigt.

Dritte Studie beschäftigt sich mit Langzeitfolgen

„Die letzte Frage, der wir uns in dieser Studie gestellt haben, ist die nach ‚Long COVID‘, also nach den Langzeitfolgen einer Corona-Infektion. Um diese besser verstehen zu können haben wir noch einmal nachgefragt, ob wir denn nicht ein drittes Mal in Kupferzell vorbeikommen dürften. Zum Glück haben Herr Neth und Herr Spieles gesagt: ‚Natürlich‘. Deswegen sind wir jetzt seit zwei Wochen wieder hier.“ Strandmark zieht ein positives Resümee der Untersuchungen, die nun vorerst beendet seien. Zum Ende des Sommers gebe es allerdings zusätzlich ausführliche Befragungen, um sich erneut mit dem Thema „Langzeitfolgen“ auseinanderzusetzen.

Text: Priscilla Dekorsi

 




Spuren nach Grafeneck

Am Dienstag, den 06. Juli 2021, gastiert das Reutlinger Theater in der Tonne e.V. mit dem Straßentheaterprojekt „Hierbleiben … Spuren nach Grafeneck“ auf dem Hof des Eduard Knoll Wohnzentrums in Krautheim. Das Projekt beleuchtet dabei ab 10 Uhr ein historisch bedeutendes Ereignis der „Euthanasie“-Verbrechen. Durch die Begegnung mit den Darsteller:innen mit Behinderung im öffentlichen Raum soll auch ihre heutige Situation aufgezeigt werden, schreibt das Theater in einer Pressemitteilung.

Graue Busse

Die berüchtigten Grauen Busse kamen auch in die damalige Kreispflegeanstalt in Krautheim und deportierten Menschen mit Einschränkungen nach Grafeneck, die dort am Tag der Ankunft ermordet wurden. Insgesamt wurden im Jahr 1940 in der Zeit des Nationalsozialismus 10.654 Menschen mit Behinderungen oder geistigen Erkrankungen in Grafeneck ermordet, weil sie den Nationalsozialisten als „lebensunwert“ galten.

Aufführungen an 25 Orten

In Anspielung an die Grauen Busse, die damals zur Deportation dienten, wurden 25 Herkunftsorte der Menschen mit Einschränkungen in Baden-Württemberg für das Straßentheaterprojekt ausgewählt. Grafeneck selbst ist Teil dieser 25 Orte. Der Theaterbus fährt mit dem inklusiven Ensemble, Requisiten, Bühnenbild und Kunstobjekten direkt vor Ort, um die performative Aufführung umzusetzen. Unter der Regie von Theaterintendant Enrico Urbanek wird das Projekt vom Theater Reutlingen Die Tonne umgesetzt.

Direkter regionaler Bezug

Bei diesem Projekt verbindet sich Choreografie, Musik, bildender Kunst, Medienkunst und dokumentarischen Elementen. Über eine facettenreiche Auseinandersetzung zwischen Ensemble und Publikum werden Denkanstöße gegeben, die weit über Betroffenheit einerseits und Information andererseits hinausgehen. Durch den Einsatz historischer Fakten in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum Gedenkstätte Grafeneck, dem Kreisarchiv Hohenlohekreis sowie dem Historiker Dr. Hans-Werner Scheuing wird ein direkter regionaler und gesellschaftlicher Bezug hergestellt.

Begegnungen mit dem Ensemble

Der Bus verweilt dabei circa eineinhalb Stunden auf dem Hof des Eduard Knoll Wohnzentrums und bietet verschiedene Begegnungen mit dem Ensemble. Die Interaktionen mit dem Publikum können aufgrund der Corona-Pandemie nur unter gebührendem Abstand stattfinden. Um die nötigen Abstände zwischen den Zuschauer:innen während der Corona-Pandemie einzuhalten, wird eine Theatersituation aufgebaut, sodass Sitzplätze in einem abgesperrten Bereich vor der Bühne vorhanden sind. Der Eintritt ist frei, man kann jederzeit dazu stoßen und wieder weiterziehen.

Beeindruckendes Theatererlebnis

„Wir danken dem Eduard Knoll Wohnzentrum, der LEADER-Region Hohenlohe-Tauber, dem Kreisarchiv Hohenlohekreis und Historiker Dr. Scheuing für die Unterstützung der Aufführung des Projekts in Krautheim nach allen Möglichkeiten, trotz Corona“, so Projektleiter Maximilian Tremmel. Ursprünglich sollte die Premiere am 08. Mai 2020 in Reutlingen im Rahmen des Festivals Kultur vom Rande stattfinden. Die Corona-Pandemie machte eine Neuplanung nötig, die erste Aufführung fand am 17. September 2020 in Mosbach statt. Die Aufführungen des Projekts stoßen auf großes Interesse bei der Bevölkerung. In Gesprächen berichteten die Zuschauer:innen, darunter auch mehrere Schulklassen, von einem beeindruckenden und bewegenden Theatererlebnis.

Bereits fünf Aufführungen im Juni 2021

Nach den ersten sieben Aufführungen im Herbst 2020 stehen für 2021 weitere Aufführungen auf dem Programm. Nach der winter- und coronabedingten konnten bereits weitere fünf Aufführungen im Juni 2021 gespielt werden, darunter in Sigmaringen, Gammertingen-Mariaberg und Gengenbach.

Künstlerische Ausbildung

Das seit 60 Jahren bestehende Theater Reutlingen Die Tonne hat bereits seit vielen Jahren Erfahrungen mit der inklusiven Theaterarbeit und präsentiert die entwickelten Inszenierungen regelmäßig auf Festivals im deutschsprachigen Raum. Seit 2012 gibt es an dem Theater eine von den örtlichen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen mitgetragene Initiative, bei der Menschen mit Beeinträchtigungen einen Teil ihrer Arbeitszeit am Theater absolvieren und dort eine künstlerische Ausbildung erhalten.

Förderung

Das Projekt wird gefördert durch die LEADER-Förderung (ein von der EU eingerichtetes Förderprogramm für die Entwicklung ländlicher Räume) und von der „Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb“ im Rahmen von „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, den Landkreis Reutlingen sowie durch Daimler Truck. Kooperationspartner sind BAFF (Träger Lebenshilfe und BruderhausDiakonie), die Fakultät für Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, die BruderhausDiakonie-Werkstätten Reutlingen sowie die Habila GmbH Rappertshofen Reutlingen.

Quelle: Pressemitteilung des Theaters Reutlingen Die Tonne




Lebensraum für Biene, Hummel und Co.

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen GEMÜ erstmalig die Blühpatenschaft für eine Fläche von 2.000 Quadratmeter in Mulfingen-Ochsental übernommen. Dieses Engagement führt der Ingelfinger Ventilspezialist nun fort, heißt es in einer Pressemitteilung. Als Bestäuber sorgen Insekten für eine einzigartige Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Aber Biene, Hummel und Co. benötigen ausreichend Lebensraum und Nahrung, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Um die Erhaltung dieses Lebensraums in der heimischen Region zu unterstützen, hat GEMÜ auch für das Jahr 2021 die Blühpatenschaft für 2.000 Quadratmeter Blühwiese auf einem Acker der Familie Franz in Ochsental übernommen.

Rein biologisch

Die Blühwiese sowie die angrenzenden Felder werden rein biologisch bewirtschaftet, sodass keinerlei Pestizide auf die Blühwiese gelangen können. Diese ist nicht nur schön anzusehen, sie ist auch Teil des Ökosystems und dient dem Erhalt der Artenvielfalt. Damit will GEMÜ einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Lebensraums von Bienen und anderen Insekten in der heimischen Region leisten.

Unterstützung von jedermann

Blühpate kann im Prinzip jeder werden – Unternehmen, Organisationen, soziale Einrichtungen, aber auch Privatleute. Interessierte können sich beispielsweise an den Bienenzuchtverein Hohenlohe-Öhringen (https://imker-oehringen.de/) oder den Landesbauernverband Baden-Württemberg (https://www.bwbluehtauf.de/) wenden.

Quelle: Pressemitteilung der GEMÜ