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Weiter Blick ins Kochertal

„Der Weg am Südhang in Morsbach nördlich des Kochers ist seit vielen Jahren sehr beliebt“, so Ortsvorsteher Carsten Zeller. „Man trifft sich dort und mittlerweile auch immer mehr Ortsfremde.“ Die im Frühjahr angebrachten Schilder machen es nun auch auswärtigen Spaziergängern und Wanderern leicht, die ausgewählte und schönste Rundwanderroute gut zu erkennen.

Schilder entlang der Strecke weisen den Weg

Schon Anfang des Jahres haben sich die Mitglieder des Ortschaftsrates Morsbach zusammengetan und ihre Idee umgesetzt. Sie haben ein Logo für „ihren“ Wanderweg entworfen. Dann wurden gemeinsam mit dem Marketing-Team der Stadtverwaltung Künzelsau kleine Schilder kreiert. Mitte April haben die Morsbacher noch einmal eine Gemeinschaftsaktion gestartet und die Schilder entlang der Rundwanderstrecke angebracht.

Eine knappe Stunde Wandern

Der 3,2 Kilometer lange Weg ist komplett asphaltiert, eignet sich auch hervorragend für Kinderwagen und kann in beide Richtungen gegangen werden. Ungefähr 90 Höhenmeter bergauf und bergab sind zu bewältigen. 45 Minuten bis eine Stunde Wanderzeit sollten eingeplant werden.

Weite Ausblicke ins Kochertal

Besonderheiten des Weges sind die Ausblicke über die Ortschaft Morsbach und den Kocher-Verlauf Richtung Kocherstetten mit Schloss Stetten. Der Blick Kocher abwärts öffnet die Sicht bis nach Künzelsau mit dem Stadtteil Taläcker im Hintergrund. Seit kurzem gibt es direkt an dem Weg eine Alpaka-Farm mit vier wunderschönen Alpakas. Genügend Sitz- und Ruhebänke entlang des Weges laden außerdem zum Verweilen ein.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Streckenverlauf des Wanderwegs rund um Morsbach.

Schilder weisen jetzt den Wanderfreunden den Weg. Foto: Alexander Hofmann

 




Auszubildende von ebm-papst erhalten Artur Fischer Erfinderpreis

Am Montag, den 28. Juni 2021, fand die Verleihung des Artur Fischer Erfinderpreises bei der Fischer Unternehmensgruppe in Tumlingen statt, schreibt ebm-pabst in einer Pressemitteilung. Damit ehrt der Spezialist von Dübeln und Konstruktionsbaukästen Erfindungen privater Erfinder und im Rahmen eines Schülerwettbewerbs die Erfindungen von Schulklassen, Schüler AGs und einzelnen Schüler:innen, die besonders innovativ und von großem gesellschaftlichen Nutzen sind.

In die Endrunde mit einem Reinigungsroboter

Zwei Auszubildende von ebm-papst, Henning Abel und Timo Reimer, hatten sich mit ihrem Reinigungsroboter ChimneyBot unter mehr als 100 eingereichten Projekten durchgesetzt und die Endrunde erreicht. Dort konnten sie gleich zwei Preise entgegennehmen: den dritten Platz des Wettbewerbs, dotiert mit einem Preisgeld von 1.000 Euro, und zusätzlich den Zuschauerpreis. Beim ChimneyBot handelt es sich um einen Roboter, welcher das Reinigen und Inspizieren senkrechter Kaminrohre übernimmt und dabei neben der Reinigungsfunktion den Fokus auf Sicherheit, Ergonomie und Verbesserung von Arbeitsabläufen setzt.

„Die Nominierung ist ein sehr großer Erfolg“

„Die Nominierung für die Endrunde der letzten drei Plätze ist angesichts des immer sehr starken Teilnehmerfeldes bei dieser einmaligen und namhaften Veranstaltung ein sehr großer Erfolg. Ich hoffe, dass sich weitere Auszubildende davon begeistern lassen und mit neuen Ideen und Engagement in die Fußstapfen von Henning und Timo treten“, sagte Sven Schmieg, Ausbildungsmeister der technischen Aus- und Weiterbildung bei ebm-papst Mulfingen, laut der Mitteilung. Die beiden angehenden Studenten waren bereits beim Wettbewerb „Jugend forscht“ mit ihrer Erfindung erfolgreich und erreichten in diesem Jahr den ersten Platz beim Regionalwettbewerb Heilbronn-Franken.

Der Artur Fischer Erfinderpreis Baden-Württemberg wird alle zwei Jahre mit Preisen im Gesamtwert von 36.000 Euro verliehen.

Quelle: Pressemitteilung von ebm-pabst

Der ChimneyBot soll beim Reinigen von senkrechten Rohren helfen. Foto: ebm-pabst




Landrat Dr. Neth ruft zur Corona-Schutzimpfung auf

In den kommenden Wochen bietet das Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen mehrere „offene Impftage“ an, schreibt das Landratsamt Hohenlohekreis in einer Pressemitteilung. Für diese Termine seien keine Terminbuchungen notwendig. Dabei wird das von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene heterologe Impfschema angewendet. Das heißt, der Erstimpfung mit AstraZeneca folgt nach vier Wochen eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff von BioNTech oder Moderna.

„Gerade jetzt ist die beste Zeit, sich impfen zu lassen“

Dass zuletzt mehrere Impfzentren in der Region freie Termine sowie offene Impftage gemeldet haben, diese dann aber nur zu einem kleinen Bruchteil genutzt wurden, sieht Landrat Dr. Matthias Neth laut der Mitteilung mit Sorge: „Die Impfung großer Teile der Bevölkerung ist der einzige nachhaltige Weg aus der Pandemie. Der derzeit niedrige Inzidenzwert und die damit verbundenen Lockerungen bis hin zur Aussetzung der 3G-Regel (Geimpft, Genesen, Getestet) dürfen uns nicht dazu verleiten zu glauben, dass Impfungen oder auch Tests nicht notwendig sind – ganz im Gegenteil. Gerade jetzt ist die beste Zeit, sich impfen zu lassen, um rechtzeitig den Impfschutz aufzubauen.“ Denn spätestens im Herbst müsse man nicht zuletzt wegen der hoch ansteckenden Delta-Variante damit rechnen, dass die Infektionszahlen wieder steigen.

„Gerade die Zweitimpfung ist entscheidend“

Dr. Neth ruft zudem dazu auf, keine Zweittermine verfallen zu lassen. Auch im KIZ Öhringen sind zuletzt fast zehn Prozent der Zweittermine nicht wahrgenommen worden. „Das halte ich für verantwortungslos“, meint der Landrat. „Wir wissen mittlerweile, dass gerade die Zweitimpfung entscheidend ist für eine hohe Schutzwirkung gegen die Delta-Variante.“ Wer seinen Zweittermin nicht wahrnehmen kann, wird gebeten, den Termin abzusagen, um den Impfstoff anderen zur Verfügung stellen zu können.

„Davon profitieren am Ende alle“

Letztendlich gebe es bei der Corona-Impfung eine moralische Verantwortung für einen selbst, für das engere Umfeld und die Gesellschaft, so der Landrat. „Nur mit einer ausreichend hohen Impfquote und der Einhaltung der Hygienemaßnahmen können wir beispielsweise eine neue Corona-Welle oder auch einen Lockdown im Herbst/Winter vermeiden. Und davon profitieren am Ende alle.“

Die nächsten offenen Impftage im KIZ Öhringen sind:

  • Donnerstag, der 08. Juli 2021, von 14 bis 20 Uhr
  • Freitag, der 09. Juli 2021, von 7 bis 210 Uhr
  • Samstag, der 10. Juli 2021, von 7 bis 21 Uhr
  • Sonntag, der 11. Juli 2021, von 7 bis 14 Uhr
  • Montag, der 12. Juli 2021, von 13 bis 19 Uhr
  • Dienstag, der 13. Juli 2021, von 13 bis 19 Uhr
  • Mittwoch, der 14. Juli 2021, von 13 bis 19 Uhr

Sobald auch andere Impfstoffe für offene Angebote zur Verfügung stehen, teilt das Kreisimpfzentrum dies über die regionalen Medien und auf der Homepage http://www.corona-im-hok.de mit.

Für die offenen Impftage sind lediglich der Personalausweis sowie der Impfausweis, sofern vorhanden, notwendig.

Vierwöchiger Abstand wird umgesetzt

Der von der STIKO empfohlene Abstand zwischen einer Impfung mit AstraZeneca und einem mRNA-Impfstoff von vier Wochen wird auch bei bereits gebuchten AstraZeneca-Terminen umgesetzt. Dazu werden die Zweittermine vor Ort vergeben, weil im Terminservice-Portal technisch bedingt bislang nur der Impfabstand von zwölf Wochen dargestellt wird. Betreffende Personen, die bereits einen Zweittermin über das Portal erhalten haben, werden gebeten, diesen zu löschen. Das Sozialministerium hat darüber hinaus angekündigt, die STIKO-Empfehlung zur Verkürzung der Terminabstände beim heterologen Impfschema bei AstraZeneca auch für die bereits erfolgten Erstimpfungen landesweit zu regeln. Über die Umsetzung im KIZ Öhringen wird schnellstmöglich informiert.

1000 Impfdosen von Johnson&Johnson

Dem KIZ Öhringen wurden zudem rund 1000 Dosen des Impfstoffes von Johnson&Johnson zugesagt. Diese werden als buchbare Termine am Freitag, den 09. Juli, am Samstag, den 10. Juli, und am Sonntag, den 11. Juli, angeboten. Die Termine werden im Buchungssystem freigeschaltet, sobald der Liefertermin sowie die genaue Dosenanzahl feststehen. Diese Termine werden voraussichtlich ab Donnerstag, den 08. Juli, ab nachmittags unter www.impfterminservice.de buchbar sein.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Urlaubsfeeling in der Stadt

Am kommenden Wochenende heißt es wieder „Sommer in der Stadt“ in Künzelsau. Am Donnerstag, den 08. Juli 2021, spielt ab 17 Uhr die Band „Steel, wine & honey“ in der Oberen Hauptstraße. Der Spiel- und Singkreis Gaisbach übernimmt einen Tag später, am Freitag, den 09. Juli, ab 17 Uhr die Bewirtung am Unteren Markt. Ab 18 Uhr tritt das Akkordeonorchester Gaisbach auf. Am Samstag, 10. Juli 2021 bewirtet der Griechische Schulverein ab 15 Uhr am Unteren Markt und sorgt mit griechischer Musik für Stimmung. Ab 18 Uhr übernimmt die Band „JAWA“ die musikalische Umrahmung.

Eintritt ist kostenfrei

Aktionen schaffen Urlaubsfeeling an wechselnden zentralen Plätzen in Künzelsau: Unterer Markt, obere Hauptstraße, Oberer Bach, Busbahnhof und am Biergarten Wertwiesen. Liegestühle, Lounge-Möbel, Sandflächen und Pflanzen laden zum Verweilen ein. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist kostenfrei.

Informationen

Für die Kontaktnachverfolgung wird den Besucher:innen die Nutzung der Luca-App empfohlen. Alternativ können die Kontaktdaten auf Anmeldezetteln erfasst werden. Es gelten die allgemeinen und jeweils aktuellen Corona-Vorgaben und Hygiene-Vorschriften. Bei Änderungen der Auflagen müssen Veranstaltungsabende unter Umständen auch kurzfristig abgesagt werden. Bei Regen finden die Veranstaltungen nicht statt. Aktuelle Informationen und alle weiteren Aktionen werden kommuniziert über die städtische Homepage unter http://www.kuenzelsau.de/sommerinderstadt und über Facebook „Künzelsau – meine Stadt“ und Instagram „kuenzelsau.meinestadt“.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




„Wir als Stadtverwaltung sprechen uns ganz klar gegen die geplanten Windräder in Waldenburg aus.“

GSCHWÄTZ berichtete, dass die Anhörung zu den Bürgereinwänden gegen den Windpark Karlsfurtebene vom Landratsamt abgesagt wurde. GSCHWÄTZ hat dazu den Waldenburger Bürgermeister Bernd Herzog befragt.

Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraftanlagen, wir sind nur mit dem geplanten Standort nicht einverstanden.

Dieser lässt keine Zweifel offen. „Wir als Stadtverwaltung sprechen uns ganz klar gegen die geplanten Windräder in Waldenburg aus. Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraftanlagen, wir sind nur mit dem geplanten Standort nicht einverstanden. Der Standort, an dem diese Anlagen gebaut werden sollen, liegt im Wald und in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten. Wir sehen da eine konkrete Brandgefahr.“ Obwohl, so der Bürgermeister, zahlreiche Argumente, wie beispielsweise die Störung der Sichtachse, gegen das Bauprojekt sprechen, sei der entscheidende Punkt die Brandgefahr. „Diese Gefahr wollen wir nicht hinnehmen. Gestern in der Gemeinderatssitzung haben wir dieses Thema umfassend mit allen relevanten Informationen und vielen Details erörtert. Das Brandschutzkonzept, das für den geplanten Windpark vorgelegt wurde, ist kaum individualisiert und für uns nicht überzeugend.“

Herzog sieht kein Schutzkonzept für den Wald

Auf die Frage, wie Herzog die Chancen, das Großprojekt zu verhindern, sehe, antwortet dieser: „Auf einer meiner Folien der Gemeinderatssitzung war ein Bild der Koalitionsverhandlungen der Landesregierung abgebildet. (Regierung in Baden-Württemberg: Kretschmann und Strobl unterzeichnen Koalitionsvertrag – Baden-Württemberg – Stuttgarter Nachrichten (stuttgarter-nachrichten.de)) Man sieht darauf die Herrschaften (Winfried Kretschmann und Thomas Strobl) den Koalitionsvertrag in die Kamera halten. Auf der ersten Seite ist das Bild eines Waldes abgedruckt. Windräder verändern die Umgebungssituation nachhaltig. Im Falle Waldenburgs würde dadurch der Wald nachhaltig durch Generatoren geschädigt – und das ohne Schutzkonzept! Es kann nicht politischer Wille sein, den Wald zu zerstören und Menschen in Gefahr zu bringen. Unsere Regierung sagt, sie sei für Mensch und Natur. Insofern vertraue ich darauf, dass der Bürgerwille gehört wird.“

„Wir sehen eine Handlungsmacht beim Bürger“

Die Entscheidung, ob der Windpark gebaut wird, trifft das Landratsamt. „Wir versuchen die Menschen vor Ort sauber und sachlich zu informieren“, erzählt Herzog. „Dass durch die Corona-Verordnungen die Möglichkeit, Informationsveranstaltungen zu initiieren, eingeschränkt ist, ist unserer Sache natürlich nicht zuträglich. Aber wir sehen, nichtsdestotrotz, auch eine Handlungsmacht beim Bürger. Hier geht es um so eine wichtige Sache. Jeder Bürger sollte sich informieren und, wenn er dagegen ist, seine Verantwortung wahrnehmen und dem Landratsamt seine Meinung mit einer Einwendung kundtun. Ich persönlich habe auch das Landratsamt angeschrieben und meine Meinung zu diesem Thema zum Ausdruck gebracht.“

Bürgerinitiative Gegenwind ist auch weiter aktiv

Auf der Website der Initiative Gegenwind sind ausführliche und weiterführende Informationen, sowie eine Hilfestellung beim Verfassen einer solchen Einwendung zu finden: Windpark Öhringen Karlsfurtebene verhindern (gegenwind-waldenburg.de)

Auch am kommenden Samstag wird die Bürgerinitiative wieder am Waldenburger Marktplatz an der Hauptstraße stehen, über den geplanten Windpark aufklären und für den Schwäbisch-Fränkischen Wald kämpfen.

Text: Priscilla Dekorsi

 




FDP startet mit „grünem“ Thema in den Wahlkampf

Am 26. September 2021 ist Bundestagswahl und die Parteien beginnen mit dem Wahlkampf. So auch die FDP Hohenlohe, die zum Wahlkampfauftakt am  Donnerstag, 15. Juli 2021, um 19:30 in den Württemberger Hof, Karlsvorstadt 4 in Öhringen, einlädt.

Zum Thema „Der European Green Deal und seine Auswirkungen auf unseren Alltag“ sprechen Valentin Abel, Bundestagskandidat und Andreas Glück, seit 2019 Mitglied des Europaparlaments. Die FDP schreibt dazu:

FDP fordert Technologieoffenheit

„Für uns Liberale gilt auch in Umweltfragen der Ansatz „So viel Staat wie nötig, so wenig Staat wie möglich“. Wir vertrauen nicht blind einer einzigen Technologie, sondern wollen, dass die beste von ihnen – die am effizientesten Treibhausgase reduziert – sich am Ende durchsetzen kann. Dazu braucht es echte Technologieoffenheit, eine ganzheitliche Betrachtung des kompletten Lebenszyklus und die Bereitschaft, Experten Gehör zu schenken.“

Teilnahme vor Ort oder über Zoom und Instagramm möglich

Die Teilnahme ist in Präsenz möglich, dazu bittet der Kreisverband um Anmeldung unter info@fdp-hohenlohe.de. Wer über das Internet teilnehmen möchte kann der Veranstaltung auf Zoom mit der Meeting-ID 528 717 5489 oder via Instagram Live auf dem Profil von Valentin Abel @valentin_christian_abel tun folgen.

 

Valentin Abel, Bundestagskandidat der FDP. Foto: FDP Hohenlohe

Andreas Glück, FDP, MdEP. Foto: FDP

 

 




Sanierungsarbeiten Westernhausen / Sindeldorf / Schleierhof

Die Landesstraße 1046 zwischen Ortsende Westernhausen und Westernhäuser Höhe, Kreuzung Sindeldorf – Schleierhof, muss von Montag, den 12. Juli, bis Freitag, den 16. Juli 2021, für den Gesamtverkehr gesperrt werden. Grund ist die Sanierung der Fahrbahndecke durch die Straßenmeisterei Künzelsau. Je nach Witterungsverhältnissen und Verlauf der Bauarbeiten ist es möglich, dass die Sperrung früher aufgehoben werden kann.

Der Verkehr in Richtung Westernhausen wird ab Westernhäuser Höhe über Sindeldorf – Marlach – Winzenhofen –  Westernhausen und umgekehrt umgeleitet.

 




Jeder achte Mitarbeiter hat die Gastro-Branche im Corona-Jahr verlassen

Supermarktkasse statt Biertheke: Im Zuge der Corona-Pandemie verzeichnen die Hotels und Gaststätten im Hohenlohekreis eine dramatische Abwanderung von Fachkräften. So hätten innerhalb des vergangenen Jahres im Landkreis rund 200 Köche, Servicekräfte und Hotelangestellte dem Gastgewerbe den Rücken gekehrt – das ist jeder achte Beschäftigte der Branche, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf jüngste Zahlen der Arbeitsagentur mitteilt.

„Ausgerechnet in der Sommersaison fehlt das Personal“

Angesichts weiterer Lockdowns bis in den Mai hinein dürfte sich der Personal-Schwund bis heute nochmals zugespitzt haben, befürchtet Burkhard Siebert, Geschäftsführer der NGG-Region Heilbronn, in der Mitteilung. „Viele Menschen schätzen es, nach langen Entbehrungen endlich wieder essen zu gehen oder zu reisen. Aber ausgerechnet in der Sommersaison fehlt einem Großteil der Betriebe schlicht das Personal, um die Gäste bewirten zu können“, so Siebert. Für die Lage macht der Gewerkschafter insbesondere die Einkommenseinbußen durch die Kurzarbeit verantwortlich: „Gastro- und Hotel-Beschäftigte arbeiten sowieso meist zu geringen Löhnen. Wenn es dann nur noch das deutlich niedrigere Kurzarbeitergeld gibt, wissen viele nicht, wie sie über die Runden kommen sollen.“

„Gastgewerbe steht nicht für rosige Arbeitsbedingungen“

Wenn die gut ausgebildeten Fachkräfte in Anwalts- oder Arztpraxen die Büroorganisation übernehmen oder in Supermärkten zwei Euro mehr pro Stunde verdienen als in Hotels und Gaststätten, dürfe es niemanden überraschen, dass sich die Menschen neu orientierten. „Schon vor Corona stand das Gastgewerbe nicht gerade für rosige Arbeitsbedingungen. Unbezahlte Überstunden, ein rauer Umgangston und eine hohe Abbruchquote unter Azubis sind nur einige strukturelle Probleme. Die Unternehmen haben es über Jahre versäumt, die Arbeit attraktiver zu machen. Das rächt sich jetzt“, kritisiert Siebert.

„Es geht um einen Kulturwandel“

Wirte und Hoteliers hätten nun die Chance, die Branche neu aufzustellen. Zwar seien viele Firmen nach wie vor schwer durch die Pandemie getroffen. Doch wer künftig überhaupt noch Fachleute gewinnen wolle, müsse jetzt umdenken und sich zu armutsfesten Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen bekennen. Dazu seien Tarifverträge unverzichtbar, unterstreicht Siebert: „Am Ende geht es um einen Kulturwandel. Auch Servicekräfte haben ein Recht darauf, vor dem Dienst zu wissen, wann Feierabend ist. Sie haben Anspruch auf eine anständige Bezahlung – unabhängig vom Trinkgeld. Und auf eine faire Behandlung durch den Chef.“

Paar Cent mehr für den Kaffee

Gastronomen, die das Mittagessen so günstig anböten, dass sie davon das Personal nicht mehr bezahlen könnten, machten ohnehin grundsätzlich etwas falsch. „Viele Gäste sind durchaus bereit, ein paar Cent mehr für die Tasse Kaffee zu bezahlen – gerade jetzt, wo den Menschen bewusst geworden ist, dass der Besuch im Stammlokal ein entscheidendes Stück Lebensqualität ist“, so Siebert.

Umfassende Finanzhilfen des Staates

Die Gewerkschaft NGG verweist zudem auf die umfassenden Finanzhilfen des Staates für angeschlagene Betriebe. So können sich Hotels und Gaststätten im Rahmen der Überbrückungshilfen in diesem Monat bis zu 60 Prozent der Personalkosten bezuschussen lassen, wenn sie Angestellte aus der Kurzarbeit zurückholen (Restart-Prämie). „Klar ist: Köchinnen, Kellner & Co. freuen sich darauf, endlich wieder Gäste empfangen zu können. Viele arbeiten mit großer Leidenschaft im Service. Auf diese Motivation können die Betriebe bauen – und sollten das Personal nicht erneut durch prekäre Löhne und schlechte Arbeitszeiten verprellen“, so Siebert weiter.

Dennoch darf man nicht vergessen, dass die Gastrobranche durch die Coronalockdowns schwer gebeutelt ist. Die Verluste, die durch die Coronahilfen teilweise nicht annäherend kompensiert werden konnten (so dürfen die Coronahilfen etwa nicht zur Bezahlung von Löhnen und Gehältern verwendet werden, was aber nicht selten ein großer Teil der monatlichen Ausgaben darstellt), müssen viele Gastronomen nun erst wieder hereinarbeiten.

Zwölf Prozent der Beschäftigen sind weg

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit beschäftigte das Hotel- und Gaststättengewerbe im Hohenlohekreis zum Jahreswechsel 1.721 Menschen. Genau ein Jahr zuvor – vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie – waren es noch 1.957. Damit haben innerhalb von zwölf Monaten zwölf Prozent der Beschäftigten die Branche verlassen.

Quelle: Pressemitteilung der Gewerkschaft NGG




„Das ist nichts für schwache Nerven“

Kryptowährungen sind zurzeit in aller Munde – für viele sind sie die Geldanlage der Zukunft. Besonders bekannt: Bitcoin. Doch sobald US-Unternehmer Elon Musk einmal hustet, kann der Kurs in den Keller rauschen. Einer, der sich seit 2017 mit der Thematik beschäftigt, ist ein 49-jähriger Vater aus dem Kochertal. Er hat selbst erfolgreich in Kryptowährungen investiert und erzählt uns von seinen anfänglichen Zweifeln und Erfahrungen, die er letztlich gemacht hat. Sein Name ist der Redaktion bekannt, der Mann möchte diesen allerdings nicht veröffentlicht wissen.

„Papa, was ist eigentlich Bitcoin“

„Papa, was ist eigentlich Bitcoin, hat mich im April 2017 mein 14-jähriger Sohn gefragt“, erzählt der Mann. „Ich habe ihm gesagt, dass das eine digitale Währung im Internet ist und ich auch nicht mehr weiß.“ Der Junge daraufhin: „Aber Papa, der war vor ein paar Jahren keine fünf Euro wert und jetzt kostet er 1.500 Euro.“ Und wie es der Zufall will: Keine zwei Stunden später traf der Mann bei einem Bekannten auf einen Geschäftsmann, der sich mit Bitcoin auskannte und von dessen immenser Wertsteigerung sprach. „Da war mein Interesse geweckt und daheim habe ich gleich den Begriff Bitcoin gegoogelt“, so der Kochertäler weiter. „Ich wollte wissen, was es damit auf sich hat und was es so interessant macht. Vielleicht Betrug wie eine Art Schneeballsystem?“

Vielfältige Art von Veränderung

Bei seinen Recherchen entdeckte der Mann, dass mehrere Banken Bitcoin-Zertifikate anbieten, was ihn davon überzeugte, dass es sich dabei um etwas Seriöses handelt. „Daraufhin habe ich mich sehr intensiv mit Bitcoin, Kryptowährungen allgemein und der darauf basierenden Blockchain-Technologie auseinandergesetzt.“ Vier Monate später fühlte er sich ausreichend informiert und ist seither überzeugt: „Ich hatte festgestellt, welch vielfältige Art von Veränderung dies auf das Leben von allen Menschen haben kann.“

„Jeder sollte sich vorher einen Plan machen“

Im Juli 2017 investierte der Mann das erste Mal in Bitcoin – anfänglich eine geringe Summe. „Ich wollte sehen, wie es funktioniert.“ Nach oben oder unten gebe es kein Limit. Aber er findet auch: „Es ist wichtig, dass ich mich richtig in die Thematik eingearbeitet habe.“ Viele Menschen wüssten gar nicht, welche Möglichkeiten die Blockchain-Technologie bietet. „Die meisten sagen, Blockchain sind für mich drei große Fragezeichen“, sagt der 49-Jährige. Deshalb empfiehlt er jedem Neuling zum Einstieg das Youtube-Video „How blockchain is changing money and business“ von Don Tapscott (https://www.youtube.com/watch?v=Pl8OlkkwRpc&t=16s). „Und jeder sollte sich vorher einen Plan machen, wann und zu welchem Kurs er aussteigt und sich strikt daran halten.“

„Das ist regelrecht explodiert“

Für den Mann lief das Investment von Anfang an gut. Er hat auch auf andere Blockchains und andere Coins gesetzt und sagt: „Das ist regelrecht explodiert.“ Nach zwei Wochen hatte er das 30-fache seines ursprünglich investierten Geldes verdient. Über die genaue Höhe des Gewinns schweigt er sich allerdings aus. In erster Linie gehe es ihm sowieso um das System, denn „das fasziniert mich“. Mittlerweile sei er bei rund 50 verschiedenen Währungen involviert und sagt: „Da muss man Buch führen.“

Das Investment sollte breit gestreut werden

„Es gibt nicht den optimalen Zeitpunkt für den Einstieg“, sagt er und rät deshalb, „jeden Monat investieren, nicht alles auf einmal.“ Denn wenn man sein Investment breit streue, bekomme man letztendlich einen Durchschnittswert. Verlieren könne man nur, wenn man unter dem ursprünglichen Einstiegskurs aussteigt. Außerdem sollten Leute, die sich nicht auskennen, nur in Bitcoin investieren, denn das sei „der sichere Hafen, quasi die Mutter aller Kryptowährungen“. Der Kauf von Kryptowährungen sei zurzeit noch steuerfrei. Wer seine Währungen weniger als ein Jahr hält, muss diesen Verkauf mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern. „Das wird sich aber ändern, denn der Gesetzgeber will die Haltefrist verlängern.“

„Einfach liegen lassen“

Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Kryptowährungen starken Schwankungen sowohl nach oben als auch noch unten unterliegen können. „Die Volatilität bei Kryptowährungen ist enorm“, so der Mann. „Das ist nichts für schwache Nerven.“ Ihn selbst aber mache das nicht nervös, weil er wisse, was hinter Bitcoin steckt. Trotzdem beschäftige er sich täglich damit. „Vom Gewinn nehme ich einen Teil raus, den anderen investiere ich weiter oder ich tausche in andere Coins, je nach Kurs“, sagt er. Doch wer sich nicht auskennt, dem rät er: „Einfach liegen lassen.“

Bei Bitcoin gibt es keinen zentralen Angriffspunkt

Der Mann zählt drei Hauptrisiken auf beim Umgang mit Kryptowährungen: Hacker können den Sicherheitscode knacken, mit dem die Investments geschützt sind. Allerdings sei das bei Bitcoin unmöglich, weil die dezentral auf mehrere Millionen Rechner verteilt seien. Darum gebe es keinen zentralen Angriffspunkt. Kursschwankungen seien ein weiteres Risiko, mit dem aber jeder Anleger auch beispielsweise bei Aktien rechnen müsse. Und letztendlich könne es immer auch zu einem Internetausfall kommen, durch den der Anleger von seiner „Droge“ abgeschnitten werde.

Der Empfänger ist längst bekannt

Der Mann versucht auch, mit Vorurteilen aufzuräumen. So würden laut verschiedener Studien 85 Prozent der weltweiten illegalen Transaktionen in US-Dollar abgewickelt. Der Anteil von Überweisungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen sei hier verschwindend gering. Am Ende der Bezahlkette mit Kryptowährungen muss fast immer eine Bank stehen, mit deren Hilfe die Währung umgetauscht werden kann. Doch zur Eröffnung eines Bankkontos müsse man seine persönlichen Daten angeben. Das heißt, wenn ein Betrag in Kryptowährung eingeht, ist der Empfänger längst bekannt.

Betrieb mit erneuerbaren Energien

„Es ist schon richtig, dass das Bitcoin-Schürfen unglaublich viel Strom verbraucht“, gibt der Mann zu – aktuell sei das etwa so viel wie der ganze niederländische Staat in einem Jahr. „Doch etwa 40 Prozent dieses Stroms stammen aus erneuerbaren Energien.“ So werde Europas größte Mining-Farm in Island ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben. Der Mit-Gründer und Geschäftsführer der Genesis Group, Marco Streng, hat ein hauseigenes Geothermie-Kraftwerk aus Bitcoin-Erträgen finanziert. Der überflüssige Strom fließt in das nationale Stromnetz.

Einkauf bei Aldi

Kryptowährungen haben aber auch ganz praktische Seiten: „Man kann im Internet alles damit bezahlen.“ Doch auch bei Aldi könne man damit einkaufen oder ganz normal am Automat Geld abheben – dann mithilfe einer Kreditkarte.

Als Einstiegsplattform, um Kryptowährungen zu kaufen, bietet sich binance.de an.

Text: Sonja Bossert

 

 




Wie frei ist die Presse wirklich?

Das Thema „mediale Zensur“ polarisiert. Ganz besonders während des letzten Jahres haben sich die Debatten zwischen Menschen, die ihre Grundrechte gefährdet sehen und denen, die sagen „Zensur? Das gibt es doch höchstens in Nordkorea“ enorm zugespitzt, sich gar zu einem emotionalen Pulverfass entwickelt. Hier möchte ich von meinen kürzlich gemachten Erfahrungen im Hohenlohekreis berichten.

Youtube übt Meinungsdiktatur aus

Immer wieder erscheinen sogenannte „Re-uploads“ auf YouTube, Facebook und anderen zugehörigen Seiten, die der Datenkrake angehören. „Re-uploads“ sind, wie der Name schon sagt, Beiträge, die ein zweites Mal hochgeladen werden müssen, weil sie von der Plattform, mit der Begründung „gegen Community-Richtlinien zu verstoßen“ entfernt wurden. Wer hierbei an Hitlergruß oder Hakenkreuz denkt – weit gefehlt! Auch unser Magazin wurde im vergangenen Jahr Opfer dieser Zensur. Es ging um ein Interview mit der Initiatorin der Querdenken-Kundgebungen in Öhringen. Sie hat, ganz offensichtlich, einfach ihre persönliche Meinung vertreten und – Überraschung – das Video wurde wenig später wegen vermeintlichen „Verstoßes gegen die Community-Richtlinien“ gelöscht. Das ist fatal, denn die Aufgabe der Presse besteht ja gerade darin, mit verschiedenen Parteien zu sprechen, die verschiedenen Meinungen zu veröffentlichen, und somit dem Leser die Chance auf eine ausgewogene, kritische persönliche Meinungsbildung zu geben. Es geht eben NICHT darum, eine vorgefertigte Meinung vorzukauen in der Hoffnung, dass diese artig wiederholt wird. Darum ist es sogar die Pflicht der Presse, das Gespräch mit polarisierenden Menschen zu suchen – wie der Leser schließlich dazu steht, bleibt ihm selbst überlassen. Wir für unseren Teil haben höchstes Vertrauen in das Urteilsvermögen unserer Leser. Wenn YouTube das nicht hat, finde ich das bedenklich. Die Einmischung von YouTube & Co. in die Inhalte der freien Presse hat somit einen meinungsdiktatorischen Charakter, der Anlass zur Sorge bietet.

Politik spricht sich selber jegliche Medienkompetenz ab

Dann gibt es noch die andere Seite der Zensur, die mindestens genauso besorgniserregend ist und die ich auch am eigenen Leib erfahren habe. Weniger anonym als die dubiose Durchsetzung der „Community-Richtlinien“, aber genauso erschütternd. Auf einer Veranstaltung im Hohenlohekreis, unter anderem mit Abgeordneten des Landtages, also Berufspolitikern (!), bat mich der Verantwortliche ziemlich eindringlich, doch bitte „die Zwischentöne außen vor zu lassen“ und mich ausschließlich „auf die offiziellen Informationen zu beschränken“, die dort kommuniziert wurden. Sprich: Zahlen, Daten, Fakten. Um an diese zu gelangen, kann man auch einfach die jeweilige Pressemitteilung lesen und wir können uns unsere journalistische Arbeit sparen. Ich war ein wenig vor den Kopf gestoßen und habe erst einige Stunden später die Tragweite dieser Art des Umgangs mit Journalisten realisiert.

Wenn die Presse aufpassen muss, was sie schreibt und die Politiker nicht mehr aufpassen müssen, was sie sagen …

Wenn die Presse aufpassen muss, was sie schreibt und die Politiker nicht mehr aufpassen müssen, was sie sagen, dann sind wir in einer Gesellschaft angekommen, in der unseren Politiken jegliche Kompetenz abgesprochen wird. Wenn demnach selbst die eigenen Mitarbeiter der Auffassung sind, dass ihre gewählten Volksvertreter, die in öffentlichen Auftritten geschult sind, nicht in der Lage sind, sich eine halbe Stunde lang so zu benehmen, dass ihr Verhalten und ihre Aussagen kein negatives Licht auf sie werfen, dann ist das mehr als traurig.

Ein Kommentar von Priscilla Dekorsi