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Auf Tauchgang mit Walen, Seepferdchen & Co.

Seit dem 26. Juni gibt es im Science Center Experimenta Heilbronn eine Sonderausstellung aus dem renommierten American Museum of Natural History in New York zu sehen: Sie lädt dazu ein, in die faszinierende Welt der Ozeane einzutauchen und die einzigartigen Lebensräume unter Wasser zu erkunden. Die spannende Reise in verborgene Tiefen ermöglicht Begegnungen mit erstaunlichen Lebewesen und eindrucksvollen Landschaften. Besucher der multimedialen Ausstellung erfahren zudem, wie der Einsatz neuer Technologien die Erforschung dieser bislang noch weitgehend unbekannten Regionen ermöglicht und welche Gefahren der Tiefsee drohen. Die rund 800 Quadratmeter große Sonderausstellung ist erstmals in Deutschland zu sehen und bis Sonntag, den 07. November 2021, in Heilbronn zu Gast. Thematisch begleitet wird sie von Laborkursen für Schulklassen und 360-Grad-Filmen im Science Dome.

Große Geheimnisse sind noch unentdeckt

Sie bedecken über 70 Prozent der Erdoberfläche, sind an manchen Stellen tiefer als der Mount Everest hoch ist und verbergen eine spektakuläre Topografie aus Gebirgen und Gräben. Sie bieten einer Vielzahl von Lebewesen vom mikroskopisch kleinen Plankton bis zum größten lebenden Tier der Erde, dem Blauwal, einen über Jahrmillionen gewachsenen Lebensraum: Ozeane sind eine faszinierende Welt, die Forscher und Wissenschaftler seit Jahrhunderten in ihren Bann ziehen. Dabei birgt dieses bedeutende Ökosystem mit enormem Einfluss auf Klima und Umwelt bis heute große Geheimnisse.

Weniger bekannt als der Mars

Nur ein kleiner Teil des Meeresbodens ist genau kartiert, die versunkenen Landschaften damit weniger bekannt als etwa die Marsoberfläche. Diese unsichtbare Welt zu erkunden, macht die im American Museum of Natural History konzipierte Ausstellung möglich. Zugleich werden aktuelle Forschungsarbeiten präsentiert und die Funktionsweisen der unter Wasser wirkenden Kräfte und Strömungen gezeigt. Wie verbringen Blauwale ihren Tag? Was passiert in den tiefen Gewässern rund um Hawaii? Wie können die besten Standorte für Meeresschutzgebiete identifiziert werden? Diesen und vielen weiteren Fragen geht die Ausstellung aus New York in der experimenta auf den Grund.

Mit Sonartechnik auf den Spuren des Planktons

Die erste Themeninsel stellt den Bereich direkt unterhalb der Wasseroberfläche vor. Dort, wo das Sonnenlicht noch das Geschehen beleuchtet, sind die kleinsten Meeresbewohner unterwegs, das Plankton. Wie die winzigen Organismen mit den Strömungen durch die Meere treiben, wird heute mit Hilfe der Sonartechnik erforscht. Das pflanzliche Phytoplankton ist auf das Licht der Sonne angewiesen, um wachsen zu können, und so zahlreich, dass seine Blüten aus dem Weltraum gesehen werden können. Und: Phytoplankton produziert den Großteil des Sauerstoffs, den wir zum Atmen brauchen. Von ihm ernähren sich tierische Formen wie das Zooplankton, zu dem auch die Larven von Meerestieren wie dem Blauflossenthunfisch und dem Mondfisch zählen.

In der Tiefe des Meeres bringen die Bewohner Licht ins Dunkel

Mit dem Themenbereich „Geheimes Leben“ beginnt der Abstieg in tiefere Gewässer. Dort, wo kaum noch Sonnenlicht hineinreicht, verschwinden scheinbar alle Farben und das für die Ozeane typische Blau beherrscht die Szenerie. Oder trügt dieser Eindruck einer dunklen Welt? Die Antwort darauf liefert eine zufällige Entdeckung des Biologen und Meeresforschers Dr. John Sparks, zugleich der Kurator der Ozean-Ausstellung: Vor den karibischen Cayman Inseln beobachtete er vor einigen Jahren einen fluoreszierenden Aal. Im Gegensatz zur Biolumineszenz, bei der ein Organismus durch eine chemische Reaktion Licht erzeugt, beinhaltet die Biofluoreszenz die Absorption und Wiederemission von Licht durch spezielle Moleküle im Körper eines Tieres. Welche Funktion dieses Phänomen hat, ist noch unbekannt, aber Sparks und seine Kollegen vermuten, dass es der Kommunikation untereinander dient. Bei weiteren nächtlichen Tauchgängen mit speziell entwickelten Ultra-Low-Light-Kameras fand er eine Vielzahl weiterer Fische und anderer Meerestiere, die fluoreszieren und in überraschenden Farbtönen leuchten, wenn sie zuvor mit energiereichem blauen Licht in Kontakt kamen. Einigen davon, wie Drachenköpfen, Aalen, Seepferdchen und Haien, begegnen die Besucher in der Sonderausstellung.

Unterwegs mit den größten Lebewesen der Erde

Der dritte Themenbereich zieht die Besucher mit einem 180-Grad-Panorama-Blick in seinen Bann: In einer hochauflösenden Projektion schwimmen mächtige Meeresbewohner wie Wale, Kalmare und Riesenhaie lebensgroß an den Besuchern vorbei. Direkt daneben geht es zurück in die Vergangenheit: Fossilien von Urzeitwesen zeigen, dass die Weltmeere schon immer belebt waren – auch im süddeutschen Jura-Meer vor 180 Millionen Jahren. Vieles über die imposanten Wasserwesen ist noch immer unbekannt, aber auch hier unterstützen neue Entwicklungen die Forschung: Leicht anzubringende Aufzeichnungsgeräte haften zuverlässig und liefern Daten über das Wander- und Nahrungsverhalten der Tiere. So können Wissenschaftler zum Beispiel den Gesängen von Buckelwalen lauschen, wenn sie Krill jagen. Oder wenn ein großer Weißer Hai bis zu 1.200 Meter tief taucht, können seine Koordinaten mittels Satelliten detektiert werden.

Die Vermessung der Weltmeere

Über Jahrhunderte blieb die Welt unter Wasser dem Menschen weitgehend verborgen, erst moderne Techniken wie Schallwellen, Radar und Laser ermöglichen es, von Satelliten, Flugzeugen, Drohnen und Schiffen aus ein detailliertes Bild der zuvor unsichtbaren Landschaften zu zeichnen. Im vierten Themenbereich begegnen die Besucher daher wissenschaftlich genauen Nachbildungen einiger Unterwasserregionen wie einer Seebergkette nahe der Galapagos-Inseln im Pazifik oder dem Hudson-Canyon im Atlantik. Tauchschiffe, Bojen und Tiefenrekorder liefern zudem umfangreiche Daten zu Strömungen und Temperaturen. So wurde das „Globale Förderband“ entdeckt, eine weltumspannende Meeres-Zirkulation, zu der auch der Golfstrom gehört: An den Polen sinkt Wasser aufgrund seines hohen Salzgehaltes und der niedrigen Temperaturen ab. In der Tiefe strömt es zum Äquator, wo es sich erwärmt, an Dichte verliert und wieder aufsteigt. So entstehen vertikal geschichtete Lebensräume in den Meeren, die durch Unterschiede in Helligkeit, Temperatur, Druck und Salzgehalt verschiedene Ökosysteme bilden.

Genaue Untersuchungen mithilfe neu entwickelter Instrumente

Neu entwickelte Untersuchungsinstrumente, die auf Robotik-Technologie zurückgreifen, ermöglichen heute genaue Untersuchungen der darin lebenden Tiere: Weiche und geräuscharme Greifer mit hydraulisch gesteuerten und gepolsterten mechanischen Fingern sammeln empfindliche Bewohner wie Seegurken, Korallen oder Seefedern ein, um sie eingehend zu untersuchen. In der Ausstellung kann ein Prototyp dieser sogenannten Squishy-Fingers begutachtet werden.

Tauchfahrt: Es geht hinab bis auf den Grund

Einmal in die versunkenen Welten der Tiefsee hinabzutauchen – lang haben Menschen davon geträumt. 1934 erreichte der amerikanische Unterwasserforscher William Beebe mehr als 3.000 Fuß, 1960 schaffte es der Schweizer Ozeanograph Jacques Piccard an Bord der Trieste fast bis in elf Kilometer Tiefe. Auf ihren Spuren geht es in der Sonderausstellung auf Tauchstation: Die virtuelle Reise führt bis auf den Meeresboden, vorbei an vielfältigen Lebewesen und zu ganz unterschiedlichen Lebensräumen unter Wasser.

Projekte zum Schutz dieses Lebensraums

So faszinierend die Welt unterhalb der Wasserlinie ist, so bedeutsam sind Maßnahmen zu ihrem Erhalt. Die Schau des American Museum of Natural History widmet sich daher auch Aktivitäten rund um den Globus, die sich für den Schutz dieses einzigartigen Lebensraums einsetzen und stellt eine ganze Reihe von Wissenschaftlern und Forschern vor, die sich in kleinen lokalen bis hin zu internationalen Projekten engagieren.

Das Meer und der Mensch

Schädliche Fangmethoden etwa führten in der Vergangenheit zur Zerstörung vieler Lebensräume. So ist eine Folge der Überfischung, dass die weltweiten Fischbestände seit 1970 um rund die Hälfte zurückgegangen sind. Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich dort, wo Beschränkungen gelten und nachhaltige Fangmethoden eingesetzt werden, die Natur erholen konnte. Wissenschaftler versuchen daher, weitere Schutzgebiete zu identifizieren, um sichere Brut- und Wachstumsplätze zu schaffen. Die Besucher erfahren, welchen Einfluss der Mensch auf die Meere hat und wie er zu ihrem Schutz beitragen kann.

Der Klimawandel verändert auch das Meer

Eine wichtige Rolle spielt auch der Klimawandel: Die Zunahme von Kohlendioxid in der Atmosphäre bleibt selbst für die Ozeane nicht ohne Folgen. CO2 erhöht den Säuregehalt des Wassers, das Abschmelzen der Polkappen reduziert die Salzkonzentration. So kann das „Globale Förderband“ ins Stocken geraten. Welch schöne Natur dabei auf dem Spiel steht, erleben Besucher an Bord eines virtuellen Tauchboots, das sie durch die Tiefen der Meere navigieren können. Die Sonderausstellung präsentiert auch die jüngste Generation von Wissenschaftlern und Forschern, die daran arbeiten, die vielen Geheimnisse aufzudecken, die in den Welten unterhalb der Wasserlinie noch immer verborgen sind.

 Begleitprogramm

Umfangreiche Einblicke in die Welt der Tiefsee ermöglichen auch zahlreiche Laborkurse und Vorführungen auf dem Kuppelscreen des Science Dome. So lädt der Film „Expedition Reef“ zu einer 360-Grad-Ozeansafari ein, während der die Besucher zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen der Meere reisen. Sie erfahren, wie Korallen leben und welchen Gefahren die Riffbewohner durch Klimawandel und Überfischung ausgesetzt sind. Der 30-minütige Film wird für Kinder ab zehn Jahren empfohlen und kann über den Online-Ticketshop gebucht werden. An Familien mit Kindern ab sechs Jahre richtet sich der Animationsfilm „Die Legende des Zauberriffs“, der Bewusstsein für die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Meere schafft. Die Fische Jake, Shorty und Indigo machen sich auf die Suche nach einem sagenumworbenen Korallenriff. Auf dieser Reise gilt es, viele Abenteuer zu bestehen.

Kurse für Schulklassen

Auch Schulklassen können ihr Wissen und ihr Verständnis über das Leben in den Ozeanen in der experimenta weiter vertiefen: Der Kurs „Welchen Weg geht das Wasser?“ für Dritt- und Viertklässler geht den Fragen nach, wo unser Trinkwasser herkommt, wohin verunreinigtes Wasser verschwindet, und wie es wieder sauber wird. Mittel- und Oberstufenschüler können anhand der Kurse „Säuren und Basen“, „Titrationen“ und „Proteinbiochemie“ ihre Kenntnisse über die chemischen Abläufe verbessern.

 Öffnungszeiten und Preise

Die Sonderausstellung „Ozeane“ ist vom 26. Juni bis 7. November 2021 in der experimenta zu sehen. Sie ist montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Sonderausstellung ist im Eintrittspreis der experimenta enthalten, kann aber auch einzeln gebucht werden. Dann kostet ein Ticket für Erwachsene 7 Euro und ermäßigt 4 Euro.

Quelle: Pressemitteilung der experimenta gGmbH

Nur ein kleiner Teil des Meeres ist erforscht. Foto: experimenta gGmbH




Sprecher des AfD-Kreisverbandes im Amt bestätigt

Bei seinem Kreisparteitag unter der Leitung des Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Großner hat der AfD-Kreisverband Hohenlohe/Schwäbisch Hall turnusgemäß seinen Vorstand gewählt, heißt es in einer Pressemitteilung. Die bisherigen gleichberechtigten Sprecher Anton Baron und Udo Stein seien beide in ihrer Funktion bestätigt worden. „Es spricht für die Geschlossenheit des Kreisverbandes, dass die Wahlergebnisse so eindeutig ausfielen“, so Baron laut der Mitteilung.

Sowohl er wie auch sein Abgeordnetenkollege Udo Stein wurden mit 100 Prozent der abgegebenen Stimmen wiedergewählt. Sie werden unterstützt von den Stellvertretern Winfried Horlacher, Thomas Schmidt und Jens Moll, dem Bundestagsdirektkandidaten des Wahlkreises 268.

Beisitzer sind Christfried Krause und Martin Bürner. Für die Finanzangelegenheiten des Kreisverbandes ist Emely Knorr als Schatzmeisterin verantwortlich. Erklärtes Ziel des Vorstandes ist es, „bei den zukünftigen Wahlen das Stimmergebnis der Landtagswahl 2021 auszubauen“, wie Udo Stein erläuterte. Anton Baron dankt allen Mitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen: „Wir freuen uns darauf, den bürgerlich-konservativen Weg des Kreisverbandes fortzusetzen.“

Quelle: Pressestelle von Anton Baron

 

 

 




Künzelsau mit den Füßen erfahren

Viele Wege führen nach Künzelsau, doch ebenso viele laden zu Wanderungen um und in der Hohenloher Stadt ein. Die Routing-App komoot hat auf ihrer Homepage eine 20 Wandertouren mit Highlights rund um Künzelsau aufgelistet (https://www.komoot.de/guide/38395/wandern-rund-um-kuenzelsau). Dazu gibt es Wegbeschreibungen und Höhenprofile. Start- und Zielpunkt liegen dabei immer an Bushaltestellen, sodass sie auch bequem ohne Auto und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

Tour eins startet und endet am Bahnhof Künzelsau. Die 7,93 Kilometer lange, mittelschwere Wanderung führt unter anderem an der Orthodoxen Kirche, der Bergbahn und dem Carmen-Würth-Forum vorbei. Die Wege sind leicht begehbar. Es ist kein besonderes Können, allerdings eine gute Grundkondition erforderlich.

Die zweite Tour ist eine mittelschwere Wanderung, die eine gute Grundkondition aber kein besonderes Können erfordert. Die leicht begehbaren Wege führen entlang der alten Bahnstrecke, am Künsbach entlang und über den Wertberg. Start und Zielpunkt der 9,23 Kilometer langen Wanderung ist die Bushaltestelle in der Komburgstraße in Künzelsau.

Eine mittelschwere Wanderung führt über 7,48 Kilometer von der Bushaltestelle in der Marc-Chagallstraße über den Waldsportpfad und den Natur-Erlebnispfad in den Taläckern zum Ausgangspunkt zurück. Weitere Highlights auf dem Weg sind Wellingtonien und die Bergstation der Standseilbahn. Die Tour erfordert eine gute Grundkondition, die Wege sind aber leicht begehbar
Traumhafte Ausblicke auf Nagelsberg und die Ruine Zarge bietet eine 7,68 Kilometer lange Wanderung – ebenfalls rund um die Taläcker. Die Tour startet und endet an der Bushaltestelle Da-Vinci-Straße Taläcker. Sie erfordert eine gute Grundkondition und Trittsicherheit. Die Wege sind aber gut begehbar.
11,2 Kilometer lang ist eine Tour rund um den Deubach. Startpunkt ist hier die Bushaltestelle im Vögelein in Künzelsau. Highlights sind hier die Deubach-Klinge sowie der Torrent de Deubach. Die Wanderung ist mittelschwer und erfordert neben einer guten Grundkondition Trittsicherheit. Die Wege sind aber überwiegend gut begehbar.
Durch die Kochertaler Weinberge sowie hoch zur Burgruine Lichteneck führt eine eher anspruchsvolle Wanderung rund um Nagelsberg. Auf dem 7,07 Kilometer langen Weg sind eine gute Grundkondition, Trittsicherheit, festes Schuhwerk sowie am besten alpine Erfahrung notwendig. Start und Ziel ist die Bushaltestelle Mitte/Post in Nagelsberg. Highlights sind neben schönen Aussichten ins Kochertal, die Ruine Zarge, die Burgruine Lichteneck und das Weingut Gaufer.

Das Neue Schloss Ingelfingen und der Schlosspark stehen im Mittelpunkt einer mittelschweren Wanderung, die eine gute Grundkondition sowie Trittsicherheit erfordert. Überwiegend sind die Wege gut begehbar. Los gehts an der Bushaltestelle am Bahnhof Taläcker. Highlights dieser zehn Kilometer langen Tour ist die ehemalige Esse des Hofschlossers von 1784 in Ingelfingen, das Neue Schloss sowie der Schlosspark Ingelfingen.  

Durch die Deubach-Klinge und am Torrent de Deubach vorbei führt eine mittelschwere Wanderung auf 11,2 Kilometern. Eine gute Grundkondition sowie Trittsicherheit sind erforderlich, die Wege aber überwiegend gut begehbar. Start und Ziel ist die Bushaltestelle im Vögelein in Künzelsau.

Ebenfalls am Wasser – aber am Kocher – entlang führt eine leichte Wanderung auf leicht begehbaren Wegen in und um Künzelsau. Die 4,78 Kilometer lange Tour startet und endet an der Bushaltestelle in der Komburgstraße in Künzelsau. Highlights sind neben der Orthodoxen Kirche der Scheurachshof, das Taubenhaus und das Alte Rathaus. 
Etwas für die Ohren bietet eine leichte Tour, die an der Bushaltestelle in der Taläcker Allee startet und endet. Auf ihrem 6,16 Kilometer Weg sind Klanghölzer die Highlights.



100 Jahre TSV Ingelfingen: Erste Videoschnipsel vom Festakt

Erste Videoschnipsel zum Festakt 100 Jahre TSV Ingelfingen auf der Burgruine am Samstag, den 11. Juli 2021, mit Präsentation der über 100 Seiten starken Festschrift und Lockerungsübungen für alle Anwesenden.

Für Euch vor Ort | GSCHWÄTZ – Das Magazin | Wir lieben unser Ländle | www.gschwaetz.de




„Wir sind ganz hintendran, wir kommen noch hinter den Bordellen“

Wenn ein Sportverein, der in einer kleinen Stadt verwurzelt ist, 100 Jahre alt wird, dann ist das ein besonderes Ereignis, das üblicherweise mit einem Festakt gefeiert wird. Festredner aus Politik und Sport geben sich das Mikrofon in die Hand und Schausportgruppen zeigen auf der Bühne ihr Können. Anschließend gemütliches Beisammensein mit den Freunden aus der Kindheit, die man lange nicht gesehen hat.

Wegen Corona nur in kleinem Rahmen gefeiert

Dem TSV Ingelfingen war eine solche Festveranstaltung wegen des Coronavirus nicht vergönnt. Stattdessen konnte in diesem Jahr nur eine kleine Veranstaltung zum Jubiläum stattfinden, immerhin war das Wetter so gut, dass die kleine Feier im Freien auf der Ruine stattfinden konnte.

TSV Ingelfingen: Jugendarbeit und Leistungssport

Zirka 350 jugendliche Mitglieder hat der TSV Ingelfingen, die verschiedenste Sportarten betreiben. Tamara Schneider, 16, ist eine dieser jugendlichen Mitglieder. Sie ist schon seit neun Jahren im Verein und betreibt Gerätturnen [sic! Laut Trainerin Renée Weigel heißt es nicht Geräteturnen, sondern Gerätturnen] – und das überaus erfolgreich: zweimal war sie bereits Landessiegerin. Das zeigt, dass sich der TSV nicht „nur“ dem Breiten- und Freizeitsport widmet, sondern auch die Möglichkeit bietet, große sportliche Erfolge zu erzielen.

Tamara Schneider. Foto: GSCHWÄTZ

Aber nicht alle Kinder und Eltern sind dazu bereit. Renée Weigel, Trainerin der Gerätturner, hat bemerkt, dass sich „immer weniger Kinder den Strapazen der Sportart unterziehen. Die Spaßgesellschaft überfordert die Jugend“, stellt sie fest. Dreimal wöchentliches Training sei schließlich im Wettkampfsport notwendig. Sie erhofft sich allerdings, dass „nach Corona die Eltern ein qualifiziertes Bewegungsangebot suchen“.

Corona fährt alles auf Null

Und durch Corona mußte das Sportangebot quasi auf Null heruntergefahren werden. „Wir hatten ja ein regelrechtes Bewegungsverbot“, sagt Bernd Bauer, der Vorsitzende des TSV. Er wäre glücklich gewesen, wenn wenigstens ein kleines Sportangebot, vor allem für Kinder und Jugendliche, möglich gewesen wäre: „Ich fühle mich von der Politik vera… nicht ernst genommen“ sagt er. Damit meint er die Politik in Berlin und Stuttgart, denn auf die lokale Verwaltung läßt er nichts kommen: „Das ist in Ingelfingen alles korrekt gelaufen“ und die Lockerungen seien vom Hauptamt jeweils sehr schnell umgesetzt worden.

TSV Ingelfingen: in der kleinen Stadt verwurzelt

René Weigel und Bernd Bauer. Foto: GSCHWÄTZ

Bauer sieht, dass heute weniger Kinder und Jugendliche im TSV Sport treiben als noch vor einigen Jahren. Er führt das darauf zurück, dass es viel mehr Angebote gibt und die Kinder und Eltern das Sportangebot eher unverbindlich nutzen: „Die Fluktuation ist zu stark, die Bindung wird nicht fest.“ Fest ist die Bindung der örtlichen Unternehmen zum Verein: „Wir haben knapp 60 Werbepartner, vom Weltmarktführer bis zum Kleinbetrieb. Das zeigt die Verwobenheit in der Stadt.“ Ungefähr 60 Werbepartner hatte der TSV übrigens auch schon vor 70 Jahren: Von den Werbepartnern aus der damaligen Zeit ist heute noch ein einziger übrig geblieben.

„Bin da schon immer“

Eine feste Bindung zum Verein hat Julia Mezger. Sie betreibt Jazztanz, auch eine Disziplin, in der der Gruppen des TSV schon des Öfteren große sportliche Erfolge erzielt haben. „Ich bin da schon immer“, sagt sie. „Einen Verein wechselt man doch nicht: Es ist doch schön, wenn man treu bleibt.“ Auf die Frage, was den Unterschied ausmacht zu anderen Vereinen, antwortet sie daher konsequent: „Das kann ich nicht beurteilen, ich war ja noch nie woanders.“ Das dürfte genau die Einstellung sein, die sich Bernd Bauer wünscht.

Die Fußballer

Haben es nicht geschafft, die untypischen Getränke zu verstecken: Die Fußballer. Foto: GSCHWÄTZ

Vor dem Foto wollten die Fußballer noch schnell die Flaschen mit nichtalkoholischen Getränken verstecken. Seit drei Jahren sind sie nun wieder mit dem TSV fusioniert, nachdem sie viele Jahre lang in einem eigenen Fußballverein, dem SC Ingelfingen, gekickt haben. Die Frage, was sie zum TSV treibt, beantworten sie deshalb mit „weil wir zufällig fusioniert haben mit dem TSV“ – aber mit einem breiten Lachen im Gesicht. „Die Infrastrukutur hat beim SCI einfach gefehlt“, der TSV biete ihnen die notwendige Infrastruktur wie etwa Umkleidekabinen in der relativ neuen Sporthalle.

Hervorragende Infrastruktur

Konstantin Kisser, Basketballer. Foto: GSCHWÄTZ

Die Infrastruktur war auch für Konstantin Kisser, Abteilungsleiter der Basketballer, ein wichtiges Argument, ausgerechnet beim TSV eine Basketball-Abteilung aufzubauen. Er hat hochklassig in mehreren Vereinen gespielt und lobt die moderne Halle: „Viele Gegner aus der Stuttgarter und Ludwigsburger Gegend sind immer wieder überrascht und sagen: „Sowas haben wir nicht.“

TSV: Breitensportangebot für jedes Alter

Nicht nur der Wettkampfsport ist beim TSV vertreten. Susanne Stier leitet das Kinderturnen Hermuthausen/Weldingsfelden, wo die Jüngsten sich spielerisch an den Sport herantasten. Sie ist schon immer sportinteressiert und war bereits als Jugendliche Übungsleiterin. Am TSV gefällt ihr die Zusammenarbeit, „Bernd [Bauer] hat immer ein offenes Ohr für alles“ – und da er Wünsche meistens auch erfüllen kann, gebe es keinerlei Grund zur Klage. „Ich bin gern dabei“, schließt sie.

Begeisterte Breitensportler: Hildegard Bauer, Monika Zeller und Heike Wallner. Foto: GSCHWÄTZ

Auch das Breiten- und Freizeitsportangebot für Erwachsene ist vielfältig. Das können Hildegard Bauer, Monika Zeller und Heike Wallner bestätigen. Hildegard Bauer war früher im Jazztanz und in der Laufgruppe aktiv, heute nutzt sie das Kursangebot des Vereins. Monika Zeller und Heike Wallner turnen in der Frauenturngruppe. Auf die Frage, warum sie beim TSV sind, antwortet Hildegard Bauer spontan „Fasching“, die beiden anderen sagen „Sport“. Auch Monika Zeller ist dem Verein treu: Sie überlegt, wie lange sie bereits im Verein ist – und kommt zu dem Schluß: „Ich bin schon so lange im Verein, dass ich gar nicht mehr weiß, seit wann“.

TSV: Spaß, Fasching und Gemeinschaft

Neben dem Sport spielt natürlich auch der Spaß eine große Rolle im Vereinsleben: Der Fasching ist legendär. Die Prunksitzungen sind regelmäßig ausverkauft und sorgen genauso regelmäßig für Gesprächsstoff in der kleinen Stadt. Und das nicht nur wegen der tanzsportlichen Darbietungen, sondern auch weil die Redner in der Bütt‘ das städtische Leben süffisant auf die Schippe nehmen.

Kurze Festansprache

Bernd Bauer während seiner Festansprache. Foto: GSCHWÄTZ

Die Festansprache von Bernd Bauer ist kurz, ein ganz schneller Überblick über die Geschichte des Vereins sei ausreichend: Den Rest könne man der Festschrift entnehmen, in der die ersten Hundert Jahre und die Gegenwart des Vereins und seiner Vorgänger dargestellt werden. „Das Lesen soll Sie zum Schmunzeln bringen und schöne Erinnerungen hervorrufen“ – auch wenn dunkle Kapitel der Vereinsgeschichte nicht ausgelassen seien. Am Ende seiner Ansprache verweist Bauer auf den Psychiater Spitzer, der feststellt, dass Bewegung eine Grundvoraussetzung zum Lernen ist. „Die Pandemie hat alles auf den Kopf gestellt, es ist eine desaströse Situation.“ Ihm bleibt nur, dem Freizeit- und Breitensport alles Gute zu wünschen, denn „für die fernsehsichtbaren Zirkus- und Konzernsportarten ist schon gesorgt.“

Corona beeinflußt auch die angekündigte Schauturngruppe

Es ist nicht einfach, nach Corona wieder mit Sport anzufangen. Daniela Egner und Heike Wallner führen dies in einem amüsanten Sketch vor. Foto: GSCHWÄTZ

Judith Blaschka kündigt danach eine „international bekannte Schausportgruppe“ auf der steinigen Bühne der Burgruine an – gekommen sind aber nur zwei Frauen. Und die scheinen nicht wirklich Weltklassesportlerinnen zu sein, hat die eine der beiden doch schon Schwierigkeiten, die Bühne zu erklimmen. So eine Leiter ist allerdings auch ein kompliziertes Gerät.

Und das ein oder andere Kilo haben die Sportlerinnen auch noch zugelegt während der Pandemie – an eine Leistungssportdarbietung ist also gar nicht zu denken. Yoga könnte eine Lösung sein und so nimmt das Unheil seinen Lauf …
Daniela Egner und Heike Wallner beweisen, dass man beim TSV nicht nur an Fasching Spaß machen und haben kann.

Vorstellung der Festschrift

Höhepunkt der Veranstaltung ist die Präsentation der Festschrift zum hundertsten Geburtstag des Vereins. Im Titelbild der Festschrift zeigt sich die Vielfalt und das Wesen des TSV: Symbolisch sind Organisation von großen Sport-Events, Zusammenarbeit und Eigeninitiative, Leistungssport, Jugendarbeit, Spaß und die fleißigen Helfer im Hintergrund abgebildet. Auf 108 Seiten wird die Historie und die Gegenwart des TSV dargestellt. Zahlreiche historische Dokumente und Bilder sorgen für einen Eindruck, wie es in der Vergangenheit zugegangen ist.

Dem Redaktionsteam, bestehend aus Ulrike Zeller-Michel, Judith Blaschka und Geraldine Blaschka, sieht man die Erleichterung darüber an, dass sich ihre Anstrengungen gelohnt haben. Mehrere Monate waren sie damit beschäftigt, Bilder aus dem Archiv zu sichten, selber Texte zu schreiben … und immer war die Befürchtung im Hinterkopf, den Termin nicht halten zu können.

Präsentation der Festschrift. Diese gibt es ab sofort auch in einem handlichen DIN-A4-Format. Von links: Ulrike Zeller-Michel, Judith und Geraldine Blaschka. Foto: GSCHWÄTZ

Prost TSV! Die Erleichterung ist der Redaktion der Festschrift anzusehen. von links: Ulrike Zeller-Michel, Judith und Geraldine Blaschka. Foto: GSCHWÄTZ

Bin ich auch drin? Die druckfrische Festschrift findet sofort großes Interesse. Foto: GSCHWÄTZ

Auch das GSCHWÄTZ-Team war mit vier Mann vor Ort, um die Veranstaltung pressetechnisch zu begleiten. Auf dem Fotos ist GSCHWÄTZ-Redakteurin Dr. Sandra Hartmann zu sehen. Bei der Festschrift layoutete GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer nach Vorgaben von Ulrike Zeller, Judith und Geraldine Blaschka die Seiten.

 

Text: Matthias Lauterer

 

 




Strecken, beugen, dehnen, strecken

Am Freitag, den 09. Juli 2021, zitterten Ulrike Zeller, Geraldine und Judith Blaschka noch ein wenig ob des immensen Regens, der sich seine Bahnen brach, ob denn der kleine Festakt, den der TSV Ingelfingen für Samstag auf der Burgruine geplant war, überhaupt stattfinden konnte. Er konnte.

Im Mittelpunkt dieses Festes stand die 100 Seiten starke Festschrift, die unter der Federfrührung von Ulrike Zeller, Geraldine und Judith Blaschka entstanden ist.

Bei strahlendem Sonnenschein und gefühlten 30 Grad gab es nicht nur Steaks, Bier und Spezi, sondern auch ein kleines lustiges Sportprogramm, dass die Vorstände, Abteilungsleiter und Ehrenmitglieder des Vereins nach 1,5 Coronajahren wieder zurück ins gemeinsame aktive Leben holen sollte.

von links: Ulrike Zeller, Geraldine Blaschka, Judith Blaschka. Foto: GSCHWÄTZ

Fantastisches Wetter bei dem kleinen Festakt des tSV Ingelfingen auf der Burgruine. Foto: GSCHWÄTZ

Der herabschauende Hund: Dieser Sketch macht auch auf 1,5 Jahre Jahre zu wenig Bewegung in Coronazeiten aufmerksam. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 




Parteispenden in Hohenlohe: CDU und AfD Geheimniskrämer, alle anderen transparent

Parteispenden sind seit Jahren ein gesellschaftliches Thema. Immer wieder werden Großspenden zum Anlaß gemacht, über die Finanzierung der Parteien zu diskutieren. Auch immer wieder vorkommende Spendenskandale befeuern das Thema regelmäßig.

Großspenden müssen umgehend veröffentlicht werden

Die Parteien haben die Pflicht Großspenden ab 50.001 Euro unmittelbar zu veröffentlichen. Dabei muß der Spender namentlich genannt werden. Viele Spender wollen offenbar, dass ihre Beziehung zu der jeweiligen Partei öffentlich werden, denn es gibt auffallend viele Spenden von genau 50.001 Euro. Weiterhin müssen die Parteien auch Spenden ab 10.000 Euro in ihren jährlichen Rechenschaftsberichten, also nicht sofort, veröffentlichen.

Kleinspenden

Spenden unter 10.000 Euro müssen nicht einzeln im Rechenschaftsbericht erwähnt werden, sondern nur summarisch und ohne Nennung des Spenders. Das ist zum Beispiel der Grund, warum Gesundheitsminister Spahn die Teilnehmer an einem Essen mit ihm aufforderte, ausgerechnet 9.999 Euro an die CDU zu spenden. Derartige, man kann es nicht anders wahrnehmen, Vertuschungsaktionen dienen natürlich nicht der Transparenz.
Es gibt nicht nur die öffentlichkeitswirksame Großspende, sondern der Spender hat auch ein Recht auf Anonymität, wenn seine Spende unter der Grenze von 10.000 Euro liegt.

correctiv befragt Kreisverbände

Bisher war größtenteils unklar, an welche Parteiunterorganisationen gespendet wird, denn nicht nur die Bundes- und Landesverbände erhalten Spenden, sondern auch die Kreisverbände.
In einer großangelegten Kampagne hat das Recherchezentrum correctiv versucht, die lokale Verteilung der Spenden durch Abfrage der Spenden in den Kreisverbänden zu ermitteln. Ganz konnte das nicht gelingen, denn vor allem CDU und AfD zeichnen sich bundesweit dadurch aus, dass sie die Anforderungen nicht beantworteten, auskunftsfreudig zeigten sich hingegen die GRÜNEN:

Auf GSCHWÄTZ-Anfrage hat der CDU Kreisverband Hohenlohe geantwortet: „Den Regelungen des Parteiengesetzes zu Spenden an Parteien und deren Veröffentlichung folgt die CDU genau. Alle veröffentlichungspflichtigen Informationen zu Spenden an Parteien können Sie den aktuellen Rechenschaftsberichten der Parteien auf der Seite des Deutschen Bundestags entnehmen.“ Bemerkenswert auch die weitere Begründung: „Unser Verband hat sich entschieden, nicht über die aus dem Rechenschaftsbericht zu entnehmenden Angaben hinauszugehen, es sei denn, es besteht ein berechtigtes öffentliches Interesse aufgrund konkreter Vorwürfe im Einzelfall.“
„Öffentliches Interesse“ könnte ja gerade darin bestehen, zu erkennen, dass keine konkreten Vorwürfe im Einzelfall auftreten können.

Nicht transparent

Diese Haltung ist sicherlich gesetzeskonform, sie dient allerdings nicht der Transparenz.
Im Gegensatz dazu haben die FDP Hohenlohe und die LINKE ihre Spendeneinnahmen auf GSCHWÄTZ-Anfrage mitgeteilt. Die AfD hat überhaupt nicht geantwortet.

Die Spenden in Hohenlohe

Die Hohenloher Kreisverbände der Parteien haben folgende Spendensummen mitgeteilt:

(Zahlen für 2020 teilweise noch nicht ermittelt, daher in die Summe nicht einbezogen)

CDU und AfD wollen keine Antwort geben, die FDP ist vorläufig Spendenspitzenreiter, wobei man annehmen kann, dass die CDU insgesamt höhere Spendeneinnahmen als die FDP verzeichnet.

Spenden können zu Abhängigkeit und Interessenskonflikt führen

correctiv hat auf seiner Seite beispielhaft gezeigt, dass größere Spenden durchaus den Verdacht eines Abhängigkeitsverhältnisses begründen können, auch wenn alle rechtlichen Vorgaben beachtet werden: „Die SPD in Limburg-Weilburg erhielt nach Recherchen von CORRECTIV.Lokal eine bisher unbekannte 10.000-Euro-Spende von einem regionalen Bauunternehmer. Auffällig ist: Der Spender erhielt seit Jahren Aufträge von einer SPD-geführten Gemeinde in der Region. Einen Zusammenhang zwischen der Spende und den Grundstücksgeschäften weisen der SPD-Kreisverband vor Ort und ein Bürgermeister von sich.“

Im Gegensatz zu anderen Regionen empfangen diejenigen Kreisverbände in Hohenlohe, die ihre Zahlen öffentlich gemacht haben, wenig Spenden. Das heißt aber nicht, dass die jeweilige Bundespartei keine größeren Spenden aus Hohenlohe erhalten hat. Ein Verdacht, dass sich einer der hiesigen Kreisverbände in einen Interessenkonflikt aufgrund eines Spenders begeben hat, kann bei den von den Parteien genannten Summen nicht wirklich aufkommen.

Text: Matthias Lauterer

 




Unterschätztes Ehrenamt

Anneliese Scholz kommt aus Künzelsau und hat dort ein großes ehrenamtliches Netz aufgebaut. Frau Scholz war viele Jahre bei der Stadt Künzelsau angestellt. Ob damals neben ihrer Berufstätigkeit oder inzwischen im Ruhestand, das Ehrenamt ist für Frau Scholz ein großer Bestandteil ihres Lebens. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde Ihr 2020 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen.

Wie man Anschluss findet

Im Podcast wir darüber gesprochen, was Frau Scholz antreibt, wie die Menschen für ein Ehrenamt begeistert werden können und was man tun kann, damit Neubürger Anschluss in der Region finden.

Der Hohenlohe Plus Podcast steht auf der Webseite des Vereins und auf den gängigen Podcast-Kanälen wie Amazon, Apple und Spotify zum Hören bereit.

Mehr Informationen: https://www.hohenlohe.plus/
Mail: info@hohenlohe.plus

Hohenlohe Plus

Seit Jahren kämpfen nicht nur Unternehmen, sondern auch viele andere Arbeitgeber wie Kommunen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas und weitere Einrichtungen darum, Fachkräfte zu gewinnen. Mit Hohenlohe Plus hat sich laut den Machern „ein Netzwerk gebildet, das genau diesen Bedarf für die Region adressiert und konkrete Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel ergreift. Im Jahr 2018 haben sich dazu die fünf größten Städte Hohenlohes – Bad Mergentheim, Crailsheim, Künzelsau, Öhringen und Schwäbisch Hall – im Verein Hohenlohe Plus zusammengeschlossen“.

Städte haben sich zusammengeschlossen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen

Gemeinsam mit Unternehmen, Institutionen, Organisationen und vielen engagierten Menschen sollen Arbeitgeber dabei unterstützt werden, „mehr Fachkräfte zu gewinnen und so die erfolgreiche Weiterentwicklung ihres Unternehmens zu sichern. Indem Kräfte gebündelt werden und Hohenlohe als das in der Öffentlichkeit präsentieren, was es ist: eine der attraktivsten Regionen Deutschlands mit herausragender Lebensqualität und besten Karriereperspektiven“.




Kocher: Pegelstand von deutlich über 2m erwartet

Dauerregen in Künzelsau, alles erscheint grau in grau. Bunte Regenschirme sorgen für den ein oder anderen Farbtupfer.

Dauerregen in Künzelsau.
Foto: GSCHWÄTZ

 

Dauerregen in Künzelsau.
Foto: GSCHWÄTZ

Der Kocher steigt und steigt und steigt – am Vormittag des 9. Juli 2021 innerhalb weniger Stunden von 70 cm auf 176 cm, die Vorhersage geht auf bis zu 250 cm.

Dauerregen in Künzelsau.
Foto: GSCHWÄTZ

Der Künsbach am oberen Markt. Foto: GSCHWÄTZ

Der Künsbach am oberen Markt. Foto: GSCHWÄTZ

Die Brücke nach Scheurachshof ist nicht mehr zu sehen. Foto: GSCHWÄTZ




FDP möchte knapp 90 Milliarden Euro aus der Staatskasse streichen

Am 26. September 2021 wird der Bundestag gewählt. Auch wenn es in den Straßen noch nicht sichtbar ist, hat der Wahlkampf begonnen. Die Programme der Parteien sind verabschiedet und in den Talkshows streitet sich bereits die Politprominenz.

Steuerpolitik der Parteien unter der Lupe

Aber was steht wirklich in den Programmen? Die Süddeutsche Zeitung und das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben die Forderungen der Parteien CDU und CSU, FDP, SPD, GRÜNE und LINKE zum Thema Einkommensteuer untersucht. Die AfD wurde nicht in die Untersuchung einbezogen, als Grund nennt das ZWE: „Nicht berücksichtigt wurde die AfD, weil sie derzeit keine Chance auf eine Regierungsbeteiligung hat. Die Partei hat kein Steuerkonzept vorgelegt.“

Wer gewinnt, wer verliert? Auswirkungen auf das Portemonnaie der Bürger:innen

Für die Bürger:innen ist die Einkommensteuer die wichtigste Steuer. Sie ist jeden Monat auf der Abrechnung sichtbar. Eine Veränderung der zu zahlenden Einkommensteuer verändert unmittelbar die Summe, die den Haushalten jeden Monat zur Verfügung steht. Dazu hat das ZEW Beispielrechnungen durchgeführt, die nicht nur die Einkommensteuer- sondern auch die Vermögenssteuerpläne der Parteien berücksichtigen. Auch bei dieser Betrachtungsweise wird klar, dass sich die Programme der Parteien stark unterscheiden, sowohl für einen Ein-Personenhaushalt

als auch für die klassische Familie mit 2 Kindern:

Alle Parteien können damit argumentieren, dass nahezu jeder Betroffene nur Vorteile aus der jeweiligen Steuerpolitik ziehen wird. Schaut man sich aber an, wer den größten Nutzen hat, ergeben sich doch deutliche Unterschiede: Den größten Nutzen haben bei FDP und UNION die Menschen mit hohem Einkommen, bei SPD, Linken und Grünen werden eher die sozial Schwächeren und die Durchschnittsverdier:innen weniger Steuern zahlen, wogegen die hohen Einkommen stärker besteuert werden als bisher.

Staatsfinanzierung

Die Einkommensteuer ist aber auch die Steuer, aus der ein großer Teil der Staatsausgaben bestritten wird. Daher hat das ZEW untersucht, wie sich die Staatseinnahmen verändern würden, wenn das Steuerprogramm der jeweiligen Partei unverändert in Kraft treten würde, das Ergebnis ist wie folgt: Mit den Programmen der SPD, der LINKEn und der GRÜNEN würde dem Staat mehr Geld zufließen, bei CDU und FDP würde der Staat deutlich weniger Geld einnehmen.

Insbesondere die Mindereinnahmen von 87,6 Milliarden Euro des FDP-Programms wären für den Staat teuer: Für den Haushalt 2022, der noch nicht verabschiedet ist, wird eigentlich mit Einnahmen von 419,8 Mrd. Euro gerechnet. Das bedeutet, dass dem Staat gut 20 Prozent der gesamten Einnahmen wegbrechen würden, käme das FDP-Programm zum Tragen.

Sonstige Auswirkungen

Das macht für die sonstigen Steuereinnahmen der Bundesrepublik einen großen Unterschied: Mehreinnahmen von Geringverdienenden gehen zum größten Teil in den Konsum, der dann unmittelbar weitere Steuereinnahmen für den Staat und Einkommen für Firmen und deren Beschäftigten generiert und der unmittelbar konjunkturell wirksam wird. Bei hohen Einkommen steigt eher die Sparquote, ein Konjunktureffekt kommt, wenn überhaupt, erst in Folgejahren zum Tragen.

Alle Parteien reden von Steuersenkungen – aber sie meinen damit völlig unterschiedliche Dinge.

Das komplette Papier des ZEW kann hier heruntergeladen werden.

Text: Matthias Lauterer