„Wenn wir den Wald erhalten wollen, müssen wir jetzt eingreifen“
Himmelblaue Fahnen lockten Waldfreunde am Sonntag, den 11. Juli 2021, auf einen Feldweg zwischen Ailringen und Hollenbach. Den blauen Fahnen folgend ging es mitten durch den Wald, matschige Schotterpisten entlang, durch Schlaglöcher und Pfützen. Am Ziel angelangt hieß es: Anhalten – Luft holen – Staunen.
9.000 Bäume auf fünf Hektar Fläche
„Wir befinden uns hier im Gemeindewald Mulfingen“, erklärte Martin Killat, Revierleiter in Mulfingen. „Wir stehen vor einer großen Pflanzfläche, die wir Anfang dieses Jahres bepflanzt haben. Es sind circa fünf Hektar.“ Fünf Hektar und sage und schreibe rund 9.000 Bäume. „Früher sah diese Fläche noch so aus, wie man dort drüben sieht“, sagte der junge Förster und deutete auf einige kahle, krank aussehende Bäume. „Die Fichten, die vorher auf der Pflanzfläche standen, sind vom Borkenkäfer befallen worden. Leider mussten sie daraufhin gefällt werden und es ist eine große Kahlfläche entstanden. Natürlich wollten wir dem Wald relativ schnell wieder neues Leben einhauchen und neue Bäume pflanzen.“ Denn, wie Dezernent Dr. Wolfgang Eißen erläuterte: „Der Wald, der bewirtschaftet wird, leistet einen größeren Beitrag zum Klimaschutz, bindet mehr CO₂, produziert mehr Sauerstoff, als einer, der nicht bewirtschaftet wird.“
„Wir waren selbst überrascht über die Welle des Engagements“
Doch woher kommen all diese neuen Bäumchen und das öffentliche Interesse an ihnen? Das erklärte Isabel Haspel, Redakteurin und Reporterin bei Hitradio Antenne 1: „Wir haben letzten November gemeinsam mit der Cleven-Stiftung und dem Ministerium für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Aktion gestartet ‚Zukunft schenken mit Hitradio Antenne 1‘. Dabei hatten die Menschen in Baden-Württemberg die Chance, für fünf Euro Baumpate zu werden und einen Baum zu spenden, um unseren Wald in Baden-Württemberg zu retten. Wir waren selbst überrascht über die Welle des Engagements, die uns da entgegenkam. Heute stehen wir hier und können in verschiedenen Regionen in Baden-Württemberg mehr als 100.000 Bäume pflanzen. Wir finden es genial, wie ganz Baden-Württemberg da mitgezogen hat.“
„Wir wollen ja Wälder erhalten“
Auch seitens der Politik stößt diese Aktion auf große Begeisterung. „Das hat keine fünf Minuten gedauert, dann war das Projekt im Gremium durch“, verriet Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel. Der Minister für den ländlichen Raum, Peter Hauk, stellte klar: „Wir wollen ja, als Zielsetzung des Ministeriums, Wälder erhalten. Wälder, wie wir sie kennen. Wälder mit hohen Bäumen. Wir wollen keine Steppen wie im Süden Europas und keine Savannen, wo Sträucher und vereinzelt Bäume drin stehen. Wir wollen und brauchen Wälder, auch im Interesse des Klimaschutzes als Kohlenstoffspeicher.“
Grundstein für ein gesamtgesellschaftliches Engagement
Forstamtsleiter Thomas Maier sieht diesbezüglich dringenden Handlungsbedarf. „Wenn wir einen Wald auch für unsere späteren Generationen haben möchten, in dem auch alte Bäume stehen, dann müssen wir jetzt eingreifen.“ Aktionen wie „Zukunft schenken mit Hitradio Antenne 1“ können einen Grundstein für ein gesamtgesellschaftliches Engagement zum Erhalt unserer Wälder legen, indem sie für den Lebensraum Wald sensibilisieren und den Umgang mit ihm diskutieren.
Text: Priscilla Dekorsi

Rund 9.000 Bäumchen wurden im Mulfinger Gemeindewald gepflanzt. Foto: GSCHWÄTZ

Das Forst-Team (v.l.n.r.): Thomas Maier, Amtsleiter des Forstamts, Stephan Buchner, Funktionsamt Forstamt, Christian Jakob, Holzverkaufsstelle Forstamt, Martin Killat, Revierleiter Mulfingen, und Thomas Schmitt, Leiter des Forstreviers Kochertal. Foto: GSCHWÄTZ

Die Gemeinderäte Thomas Lanig, Christoph Schiedel und Armin Deubler (v.l.n.r.) waren auch vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

Dr. Hans-Dieter Cleven, Gründer der Cleven-Stiftung, Malte Heinemann, Geschäftsführer der Cleven-Stiftung, der Verleger Valdo Lehari und Peter Hauk, Minister für ländlichen Raum (v.l.n.r.). Foto: GSCHWÄTZ

Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel plädierte für einen bewussten Umgang mit dem Wald. Foto: GSCHWÄTZ



