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An die falsche Adresse

Nach der Corona-Impfung für Erwachsene wird zurzeit diskutiert, ob nicht auch alle Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gegen das Virus geimpft werden sollten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nur eine Impfung für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen, weil diese ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Kinder ohne Vorerkrankung haben dagegen meist einen milden oder sogar asymptomatischen Krankheitsverlauf.

Sorge vor den Auswirkungen

Klar ist: Über Corona-Impfungen bei Kindern muss diskutiert werden, denn daran scheiden sich die Geister. Viele Politiker:innen – beispielsweise Bundesgesundheitsminister Jens Spahn – wünschen sich eine Ausweitung der STIKO-Empfehlung für alle Kinder, weil sie glauben, nur so sei eine Herdenimmunität zu erreichen. Das aber lehnen viele Eltern ab, weil sie darin einen unverhältnismäßigen Eingriff sehen, von dem Kinder nichts bis wenig haben. Sie treibt die Sorge um, welche Auswirkungen die verwendeten Impfstoffe auf ihre Kinder langfristig haben können.

Druck wird aufgebaut

Doch was gar nicht geht: Bereits im Vorfeld wird versucht, per anonymem Schreiben die Hohenloher Schulleiter:innen und Lehrer:innen unter Druck zu setzen, sich gegen Corona-Impfungen bei Kindern einzusetzen (https://www.gschwaetz.de/2021/07/20/sie-machen-sich-moeglicherweise-strafbar/). Das Schreiben wurde der GSCHWÄTZ-Redaktion per Post zugestellt. Es bezieht sich auf dubiose Quellen – beispielsweise die Schweizer Ärzte-Vereinigung Aletheia – und endet mit einer unverhohlenen Drohung: „Die hohe Anzahl von wissenschaftlichen Fakten, die nur noch schwer zu ignorieren sind, wird aber die Gerichte unter Druck setzen, um einen Schuldigen zu benennen. Stellen Sie heute schon sicher, dass Sie nicht dazu zählen.“ Unterzeichnet haben „besorgte Eltern, die leider anonym bleiben möchten“.

Leidtragende wie alle anderen auch

Es ist verständlich, dass die Eltern besorgt um ihren Nachwuchs sind. Jeder will schließlich das Beste für sein Kind. Doch in dem Fall ist der Brief an die falsche Adresse gerichtet. Die Lehrer:innen sind schlicht und ergreifend dafür nicht zuständig. Sie haben die Aufgabe, unseren Kindern Wissen zu vermitteln und ihr soziales Miteinander zu fördern. Schutz vor Krankheiten und das Verhindern staatlicher Maßnahmen gehören nicht dazu. Sie sind nicht schuld an der Pandemie, sondern Leidtragende wie alle anderen auch. Außerdem: Auch viele Lehrer haben Kinder und stehen ebenso vor der Frage, ob sie ihren Nachwuchs impfen lassen oder nicht.

Offen einstehen für Kinderrechte

Wenn es den „besorgten Eltern“ wirklich so ernst ist mit ihrer Sorge, sollten sie aus der Anonymität kommen und für die Rechte ihrer Kinder offen einstehen. Sie könnten sich organisieren und öffentlich auf ihr Anliegen aufmerksam machen – und zwar an den richtigen Stellen, nämlich den Politiker:innen. Demonstrationen und Schreiben an Politiker:innen sind in einer Demokratie legitime Mittel, die jedem zustehen. Druck aufbauen auf eine ganze Berufsgruppe gehört aber nicht dazu.

Kommentar: Sonja Bossert

 




„Sie machen sich möglicherweise strafbar“

Ein beziehungsweise mehrere anonyme Schreiber haben der Redaktion GSCHWÄTZ ein zweiseitiges computergeschriebenes Dokument zukommen lassen, in welchem sie eindringlichst davor warnen, Kinder gegen Corona impfen zu lassen.

Das Dokument trägt den Titel: „Wichtige Informationen mit möglicher strafrechtlicher Relevanz“ und ist unterzeichnet mit „von besorgten Eltern, die leider anonym bleiben möchten“.

Appell an die Hohenloher Schulleiter:innen und Lehrer:innen

In ihrem Schreiben appellieren die Urheber an die „Rektor:innen und Lehrer:innen im Hohenlohekreis“,  dass dieses Vorgehen [Coronaimpfungen bei Kindern] „aus aktueller wissenschaftlicher Sicht grob fahrlässig und Sie sich in Ihrer Funktion möglicherweise strafbar machen, wenn Sie diese Bestrebungen und Anordnungen unhinterfragt unterstützen“. Sie beziehen sich dann auf einen offenen Brief, den das „unabhängige Ärzte- und Gesundheitsnetzwerk Aletheia“ an die Swissmedic geschrieben hat. Swissmedic ist die Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte in der Schweiz. Aletheia wurde im vergangenen Jahr in der Schweiz von praktizierenden Ärzten und einem Pharmaziestudenten gegründet. Das Netzwerk will laut seiner Homepage „Ärztinnen und Ärzte vernetzen, um eine differenzierte und auf Empirie und Wissenschaftlichkeit basierende Sichtweise auf aktuelle Gesundheitsfragen zu erhalten“, wird in der Schweiz aber sehr kritisch gesehen. Sie gelten als Corona-Skeptiker und einige der Gründungsmitglieder sind bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Der Luzerner Hausarzt Andreas Heisler beispielsweise hatte für Patienten Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt, ohne diese jemals gesehen zu haben, was ihm ein Aufsichtsverfahren der Luzerner Gesundheitsdirektion einbrachte.

Todesfälle nach der Impfung

In dem GSCHWÄTZ zugespielten Schreiben wird von 15.000 Todesfällen in Europa und Nordamerika nach Corona-Impfungen berichtet. Woher diese Zahl stammt, wird leider nicht angegeben. Tatsächlich schreibt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das in Deutschland die Meldungen über Impfnebenwirkungen sammelt, in seinem Sicherheitsbericht vom 15. Juli 2021 von 10.578 Verdachtsfällen mit  schwerwiegende unerwünschten Reaktionen nach einer Impfung mit einem der Corona-Vakzine (https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/newsroom/dossiers/sicherheitsberichte/sicherheitsbericht-27-12-bis-30-06-21.pdf?__blob=publicationFile&v=5). Das sind solche Fälle, in denen die Personen im Krankenhaus behandelt werden mussten oder die Reaktionen hatten, die als medizinisch bedeutsam eingestuft wurden. Zu Todesfällen nach Impfungen heißt es in dem PEI-Sicherheitsbericht: „In 1.028 dieser Verdachtsfälle sind die Personen in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung gestorben.“ Dies entspricht einem Anteil zwischen 0,1 bis 1,1 Prozent je nach Vakzin. Bei einigen der Verstorbenen bestand laut PEI bereits vor der Impfung eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, die als Todesursache infrage komme.

Unverhohlene Drohung

Die Verfasser des anonymen Schreibens fordern die Adressaten auf, sich für den „Stopp der gefährlichen Impfung, insbesondere für Kinder, einzusetzen“ und endet mit einer unverhohlenen Drohung: „Die Verantwortlichkeit für allfällige körperliche und psychische Schäden ist keineswegs geklärt und wird wohl erst in zukünftigen Verfahren geklärt werden. Die hohe Anzahl von wissenschaftlichen Fakten, die nur noch schwer zu ignorieren sind, wird aber die Gerichte unter Druck setzen, um einen Schuldigen zu benennen. Stellen Sie heute schon sicher, dass Sie nicht dazu zählen.“

 

 




Fahrradfahrerin mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht

Schwere Verletzungen zog sich eine Fahrradfahrerin am Sonntag, den 18. Juli 2021, in Ingelfingen zu. Die Frau radelte gegen 9.45 Uhr mit einer Gruppe weiterer Fahrradfahrer auf der Straße „Neuer Wasen“. Wohl durch einen Fahrfehler verlor die 51-Jährige das Gleichgewicht und stürzte zu Boden. Die schwerverletzte Frau wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Hohenlohekreis wieder auf Inzidenzstufe 2

Am gestrigen Montag, den 19. Juli 2021, hat das Landesgesundheitsamt am fünften Kalendertag in Folge einen 7-Tage-Inzidenzwert von über 10 auf 100.000 Einwohner für den Hohenlohekreis veröffentlicht, schreibt das Landratsamt Hohenlohekreis in einer Pressemitteilung. Die Inzidenz lag gestern bei 14,2. Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat diese Überschreitung am selben Tag per Allgemeinverfügung offiziell festgestellt. Bereits am heutigen Dienstag, den 20. Juli 2021, treten die Regelungen der Inzidenzstufe 2 aus dem Stufenplan des Landes Baden-Württemberg in Kraft.

Damit gelten unter anderem die folgenden Regelungen. Erwähnt sind nur die Bereiche, in denen eine Änderung eintritt:

  • Bei privaten Treffen sind statt 25 Personen nur noch 15 Personen aus 4 Haushalten erlaubt. Kinder dieser Haushalte und bis zu fünf weitere Kinder bis 13 Jahre sowie Geimpfte und Genesene zählen dabei nicht mit.
  • Private Feiern und Veranstaltungen sind nur noch mit 200 statt 300 Personen möglich. In geschlossenen Räumen gilt generell die 3G-Regel (Geimpft, Genesen, Getestet).
  • Öffentliche Veranstaltungen und Sportwettkämpfe: im Freien sind nur noch 750 statt 1.500 Personen erlaubt, in Räumen 250 Personen. Ab 200 Personen Maskenpflicht.
  • In der Gastronomie gilt innen ein Rauchverbot.
  • Die Besucherzahl bei Messen ist auf eine Person je angefangene sieben Quadratmeter (ohne 3G-Regel) oder eine Person je angefangene drei Quadratmeter (mit 3G-Regel) begrenzt.
  • Diskotheken sind geschlossen.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Nach mehr als 10 Jahren: Kreisräte stimmen für Kreishaus in Künzelsau

Das Kreishaus ist auf dem Weg. Nach über zehn Jahren hat sich der Kreistag auf seiner Sitzung am Montag, 19. Juli 2021, in Kupferzell nach gut zwei Stunden Diskussion mit überwältigender Mehrheit dafür ausgesprochen, das neue Landratsamt zentral in Künzelsau zu errichten.

Der Zeitpunkt sei nun ideal

Landrat Dr.Matthias Neth beginnt die Debatte mit einer Beschreibung des derzeitigen Zustands. Auf der einen Seite sagt er „Verbesserungen sind dringend notwendig“, andererseits weiß er, dass eine „Renovierung des Landratsamts wirtschaftlich nicht darstellbar“ ist. Der Zeitpunkt sei nun ideal für einen Neubau, da die Schulsanierungen beendet seien und der Krankenhausneubau auf dem Weg sei. Ende der 2020er Jahre kämen neue Schulsanierungen auf den Kreis zu.

Vom Rathaus bis zum Kaufland soll sich das neue Kreishaus-Areal erstrecken

Drei Gebäude und drei optionale Erweiterungsgebäude enthält das Konzept (GSCHWÄTZ berichtete), 600 Arbeitsplätze sollen in diesen Gebäuden unterkommen. Die Gebäude sollen modular und nacheinander gebaut werden, zuerst ein Verwaltungsgebäude, danach das neue repräsentative Gebäude am Standort des heutigen Landratsamts.

„Erst Kreispolitik, dann Strukturpolitik“

Mit den Worten „Erst Kreispolitik, dann Strukturpolitik“ appelliert er an die Kreisrät:innen, das Beste für den Kreis im Sinn zu haben und nicht Strukturpolitik für einzelne Gemeinden zu betreiben. Zuletzt dankt er der Stadt Künzelsau, die nicht nur die Sanierung des Bodens auf dem Schotterparkplatz übernimmt, sondern auch ein Nahwärmekonzept auf den Weg bringen will, an das auch das Kreishaus angeschlossen werden könnte.

Prämissen des Kreises

Kreiskämmerer Schellmann stellt die Prämissen des Projekts vor:

  • Aufgabe von Anmietungen: Allein für die gemieteten Räumlichkeiten entstehen jährliche Kosten von 370.000 Euro pro Jahr.
  • Reduzierung von Standorten: Außer den Standorten Kupferzell und Stäffelesrain sollen alle Ämter und Behörden am Standort Künzelsau zentral angesiedelt werden.
  • Erschließung von Synergien: Durch den zentralen Standort erwarte Schellmann einen jährlichen Synergieeffekt von etwa 100.000 Euro pro Jahr.

Die Anzahl und die Ausstattung der Arbeitsplätze sollen die neuen Arbeitsformen wie Home-Office und Teilzeit wiederspiegeln, daher plant Schellmann bei fast 1.000 Mitarbeiter:innen nur mit rund 600 Arbeitsplätzen in Künzelsau.

„Richtig schwäbisch finanziert“

Die Gesamtkosten beziffert Schellmann auf ungefähr 60 Millionen Euro. 20 Millionen seien bereits verfügbar, 40 Millionen seien durch Kredite zu finanzieren – ein Drittel Eigenkapital und zwei Drittel Fremdkapital, das nennt Schellmann „richtig schwäbisch finanziert“. Die Zinssituation sei günstig, sodass jährlich etwa 1.6 Millionen Euro an Tilgung und Zinsen anfallen würden, die zu einem großen Teil durch die Einsparungen finanziert werden könnten.

Ein nichtoffener Planungswettbewerb –  das bedeutet, dass geeignete Büros eingeladen werden – soll jetzt folgen. „Ein langer Weg liegt vor uns“, sagt Schellmann zum Abschluß seines Vortrags.

„Nicht emotional“ vorgehen

Prof. Otto Weidmann wollte „rational, realistisch und nicht emotional“ vorgehen und schlug gleich vor, nicht nur ein Kreishaus in Künzelsau zu errichten, sondern auch einen Schwerpunkt „im Süden des Kreises“ zu errichten. Dieser Standort sollte gemietet werden – das entspricht natürlich nicht den Vorgaben, die der Kreistag selbst formuliert hatte. Er hält „die genannten Schätzungen für deutlich zu optmistisch“. Einige der Anwesenden unterstellten Weidmann unterschwellig Lokalpolitik statt Kreispolitik, vor allem da sich ja ein potentieller Vermieter einer Fläche in Öhringen schon öffentlich gezeigt hat. Ute Oettinger-Griese drückte es deutlich aus: „Die Kreisreform war 1972, da muß man jetzt mal drüber weggucken“. Außer Weidmann waren nahezu alle Rät:innen gegen einen weiteren Schwerpunkt. Spannend, dass beide Seiten die Digitalisierung als Argument für ihren Standpunkt heranzogen. Thomas Dubovy stellt daher auch fest: „Die Digitalisierung ist ein Chamäleon.“

Mißtrauen gegen Künzelsauer Bürgermeister Neumann

Ingrid Kircher-Wieland stellt klar, dass sowohl der Bedarf als auch die Tatsache, dass keine Zeit zu verlieren ist, unstrittig sind. Da Ihrer Meinung nach der Zeitverzug von der Stadt Künzelsau verursacht wurde, fordert sie, alle Versprechungen von Künzelsau schriftlich zu fixieren. Auch sei der Kreistag nicht für die Stadtentwicklung von Künzelsau zuständig. Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann verzieht bei diesem Vorwurf keine Miene, warum auch: Schließlich hat er bereits einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluß vorzuweisen.

Zu hohe finanzielle Belastung befürchtet

Anton Baron sieht die Gefahr, dass der Vorschlag der Verwaltung finanziell nicht haltbar ist und malt das Gespenst eines Baustopps an die Wand.  Er verweist darauf, dass die AfD „sich schon immer hinter das Kreishaus gestellt“ habe. Landrat Neth erwidert, dass auch wegen des finanziellen Risikos in mehreren Schritten und modular geplant werde. Baron ist aber nicht der Einzige, der die hohe finanzielle Belastung des Kreises bemängelt: Auch Irmgard Kircher-Wieland und Dieter Palotta äußern Bedenken.

„Nicht im Kreis drehen, auch wenns der Kreistag ist“

Dagegen wirft Achim Beck ein: „Wir tun so, als müßten wir morgen 60 Millionen auf den Tisch legen.“ Er will „auf jeden Fall weiterkommen und das ganz schnell“ und sorgt mit seinem Appell die Kreisrät:innen, „nicht im Gremium rumzueiern und sich im Kreis zu drehen, auch wenn’s der Kreistag ist“ für Gelächter.

Das HOBAG-Gebäude ist der Knackpunkt

Wichtiger Diskussionspunkt ist das HOBAG-Gebäude – soll es erhalten werden oder einem Neubau weichen? Neth erklärt, dass die angesetzte Summe von 60 Millionen nur gehalten werden kann, wenn das HOBAG-Gebäude erhalten bleibt. Ansonsten müsse man mit Kosten von 75 Millionen Euro rechnen. Trotzdem ist Hans-Jürgen Saknus der Meinung: „Neu, leistungsfähig und modern: Das ist das HOBAG-Gebäude nicht. Das soll das Sinnbild der Hohenloher Kreispolitik sein?“ Er will ein „Ensemble schaffen, das emotional ansprechend ist“.

Quer über alle Fraktionen besteht Einigkeit, dass die modulare Strategie sehr vernünftig ist. Zum einen könne man auf neue Anforderungen, Neth spricht zum Beispiel von Katastrophen- und Bevölkerungsschutz, noch reagieren, zum anderen habe man auch die Möglichkeit, finanziell flexibel zu reagieren.

Modulare Strategie findet Zustimmung

Nach kurzer Unterbrechung, in der sich die Fraktionen nochmals beraten, wird der ursprüngliche Antrag in drei Punkten verändert: Die Anzahl der Arbeitsplätze soll nicht festgelegt werden. Die Formulierung „nach derzeitigem Stand 600 Arbeitsplätze“ soll Flexibilität nach oben und unten schaffen. Außerdem wird von den Architekten gefordert, in ihren Entwürfen auch einen Vorschlag zu machen, in dem das HOBAG-Gebäude erhalten bleibt. „Geld spielt eine Rolle im Hohenlohekreis“, findet Thilo Michler.

Die insgesamt 8 Anträge wurden jeweils mit hoher Mehrheit angenommen, einmal gab es drei Enthaltungen, zwei Anträge wurden mit jeweils einer Gegenstimme angenommen.

Damit können die nächsten Schritte für das Kreishaus getan werden: Die Stadt Künzelsau ist in der Verpflichtung, möglichst schnell Baurecht zu schaffen. Der Kreis kann die Ausschreibung für den Architektenwettbewerb beginnen.

Landrat Neth schließt den Tagesordnungspunkt mit den Worten „Dieser Beschluss hat Herr Neumann Millionen gekostet.“ Darüber kann Neumann jetzt lächeln.

Foto: Matthias Lauterer

Das Gebiet der Neuplanung umfaßt den rot umrandeten Bereich. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat.

So stellen sich die Planer das neue Gesicht Künzelsaus vor – in etwa 10 Jahren. Deutlich zu sehen die neue Stadtachse zwischen Rathaus und Bergbahn, an der die Gebäude des Landratsamts liegen werden. Quer dazu ist Raum für die Trasse der Kochertalbahn. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat.




Ausbildungsplätze zu vergeben

Auch wenn das neue Ausbildungsjahr in vielen Unternehmen bereits im September 2021 beginnt, sind viele Ausbildungsstellen noch offen.

Diesen Betrieben stellt die Stadtverwaltung Künzelsau am Samstag, den 24. Juli von 10 bis 15 Uhr Plätze in der Künzelsauer Innenstadt zur Verfügung, um bei einer „Last-Minute Ausbildungsaktion“ mit einem Informationsstand präsent zu sein und die letzten Bewerber:innen zu gewinnen. Das geht aus einer aktuellen Meldung der Stadtverwaltung hervor.

„Viele Ausbildungsbörsen konnten nicht stattfinden“

Bürgermeister Stefan Neumann hat die Aktion kurzfristig ins Leben gerufen: „Vor allem aufgrund der Pandemie konnten weniger Kontakte geknüpft werden und viele Ausbildungsbörsen nicht stattfinden. Deshalb ist es jetzt wichtig, jungen Menschen bei der Ausbildungssuche zu helfen und die noch offenen Ausbildungsstellen zu besetzen.“

Von 10 bis 15 Uhr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich

Unternehmen aus Künzelsau und aus dem Gewerbepark Hohenlohe werden sich mit ihren Informationsständen entlang der Hauptstraße unterhalb vom Alten Rathaus präsentieren. Die meisten dieser Ausbildungsbetriebe haben noch offene Ausbildungsplätze für dieses Jahr zu vergeben. Von 10 bis 15 Uhr können sich Interessierte über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren und mit den Unternehmen ins Gespräch kommen.

Beteiligte Unternehmen

Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen mit vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten sind mit dabei. Bisher angemeldet sind: GEMÜ Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG, Kratschmayer Kälte-Klima-Lüftung GmbH, R. STAHL Schaltgeräte GmbH, Residenzen Schloß Stetten, Rosenberg Ventilatoren GmbH, Sparkasse Hohenlohekreis, Stadtverwaltung Künzelsau, STAHL CraneSystems GmbH, SWG Schraubenwerk Gaisbach GmbH, temPERSO Rummel & Glass GmbH, Volksbank Hohenlohe eG, Würth Elektronik eiSos GmbH & Co. KG und ZIEHL-ABEGG SE.

Corona-Regeln

Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig. Alle Personen, die ein Gespräch am Informationsstand führen, erfassen ihre Kontaktdaten mit einem ausgehängten QR-Code über die Luca-App oder mit einem Anmeldezettel und tragen einen Mund-Nasen-Schutz. Darüber hinaus gelten die allgemeinen AHA-Regeln.




Am Wochenende „offenes Impfen“

Das Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen hat die Termine für das „offene Impfen“ angepasst. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamtees des Hohenlohekreises hervor.

Ab sofort ist die Impfung ohne vorherige Terminvereinbarung immer freitags und samstags von 8 bis 18 Uhr und sonntags von 8 bis 15 Uhr möglich. Die angekündigten offenen Impftage vom 19. bis 22. Juli 2021 entfallen.

„Es hat sich gezeigt, dass das offene Impfangebot unter der Woche nur wenig genutzt wird“, erklärt Mike Weise, Leiter des KIZ. „Deshalb haben wir entschieden, die offenen Impftage auf das Wochenende zu konzentrieren.“




Ab nächster Woche bespielbar

Geradezu malerisch gelegen unter der Burg ist der neue Spielplatz des Kindergartens in Kocherstetten, der im Herbst 2020 fertiggestellt wurde. Rund 150.000 Euro hat die Stadt Künzelsau bereits für die Anlage dieses Spielplatzes aufgewendet, für Landschaftsgestaltung und Beschattung werden nochmals Kosten entstehen.

Keine Kinder auf dem Spielplatz

Das einzige, was dem Spielplatz bisher fehlt, sind spielende Kinder. Die können den Spielplatz bis heute nur mit sehnsuchtsvollen Augen betrachten, aber nicht benutzen: „Es steht lediglich die Anbringung der Geländer und Zaunanlage aus“, informiert Helen Bühler, Leiterin des Fachbereichs Stadtmarketing/Kultur/Presse. Da der Spielplatz an eine Wiese grenzt, die bis zum Kocherufer geht, ist eine Abgrenzung notwendig. Die langen Lieferzeiten seien schuld, dass Geländer und Zäune noch nicht angebracht werden können, sagt Bühler. Umlaufende Gerüchte, dass bei der Planung oder dem Aufbau etwas schiefgelaufen sei, dementiert sie: „Bei der Errichtung des Spielplatzes wurden alle Normen eingehalten. Eine Nachbesserung war nicht erforderlich.“

Ein Bauzaun soll die Kinder schützen

Die Kinder dürfen sich freuen, sie werden die neuen Spielgeräte voraussichtlich ab nächster Woche in Besitz nehmen können: „Es wird vorübergehend ein Bauzaun angebracht, sodass der Spielplatz voraussichtlich kommende Woche für die Kinder nutzbar ist.“
Eine pragmatische Idee, auf die man auch schon früher hätte draufkommen können.

Text: Matthias Lauterer

 

Malerisch gelegen: Der neue Spielplatz für den Kindergarten in Kocherstetten. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 

 

 




Künzelsau wird kaum noch wiederzuerkennen sein

Große Bauprojekte prägen momentan das Bild der Innenstadt von Künzelsau, am PEKA-Areal wird bereits intensiv gebaut, am MUSTANG-Areal ist alles vorbereitet, um mit dem Bau beginnen zu können. Das nächste Großprojekt, das in den Startlöchern steht, ist das neue Landratsamt, von vielen auch als „Kreishaus“ bezeichnet, das nicht nur das heutige Landratsamt ersetzen soll, sondern auch den Stadteingang von Künzelsau stark verändern wird. Vom Rathaus bis zum Kaufland-Einkaufszentrum soll kaum ein Stein auf dem anderen bleiben.

Das Gebiet der Neuplanung umfaßt den rot umrandeten Bereich. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat.

Dies ist jedenfalls der Präsentation von Christine Tritschler vom Büro ORplan zu entnehmen, die sie den Künzelsauer Gemeinderäten am Dienstag, 13. Juli 2021, vorstellte. Einige Veränderungen gegenüber den bisherigen Planungen sowie ein Bauphasenplan waren die wesentlichen neuen Inhalte.

So stellen sich die Planer das neue Gesicht Künzelsaus vor – in etwa 10 Jahren. Deutlich zu sehen die neue Stadtachse zwischen Rathaus und Bergbahn, an der die Gebäude des Landratsamts liegen werden. Quer dazu ist Raum für die Trasse der Kochertalbahn. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat.

So ist vonseiten des Kreises kein einhäusiges Landratsamt mehr gewünscht, sondern ein „modulares System“ angedacht, das aus mehreren Gebäuden bedarfsgerecht aufgebaut werden kann. Das zentrale Gebäude soll auf dem heutigen Schotterparkplatz am Kaufland errichtet werden, zwei weitere Gebäude sind östlich davon an der neuen Stadtachse Richtung Rathaus geplant. Auf dem nördlichen Teil des heutigen Schotterparkplatz soll ein Parkhaus für etwa 250 Fahrzeuge errichtet werden. Dieser Teil der Umgestaltung könnte, so Tritschler bereits bis Ende 2023 realisiert sein, sofern der notwendige Bebauungsplan schnell verabschiedet werden kann. In einer späteren Bauphase sollen dann die heutigen Gebäude des Landratsamtes abgerissen und dort ein neues repräsentatives Gebäude errichtet werden. Die weiteren Baumassnahmen, inklusive eines eventuellen Neubaus des Kaufland-Gebäudes werden voraussichtlich mindestens bis 2030 dauern.

Bergstraße: HOBAG-Gebäude und Landratsamt werden neuen Gebäuden weichen. Foto: GSCHWÄTZ

Geplante, aber noch nicht umsetzungsreife Infrastrukturmaßnahmen wie die Kochertalbahn oder ein angedachtes Nahwärmenetz sowie eventuell eine Umgestaltung oder ein Neubau des Kaufland-Gebäudes werden bei den städtebaulichen Planungen berücksichtigt.

Aufgrund der städteplanerischen Vorplanung soll nun ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden, der für Qualität sorgen soll.

Eine „Herzensangelegenheit“

Für Michael Schellmann, den Kämmerer des Kreises, ist das Projekt eine „Herzensangelegenheit“, mit der er sich seit 15 Jahren beschäftigt. Schließlich sollen die derzeit 23 Standorte, an denen Kreisbehörden tätig sind, möglichst am zentralen Standort mit 600 bis 650 Mitarbeitern integriert werden. Das Ziel, die A-Lage zu erhalten und gleichzeitig mit einem modularen Ansatz flexibel zu sein, sei durch die Planungen realisiert worden. Er lobt die lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen Kreis und Stadt und appelliert an die Entscheidungsträger, den ambitionierten Zeitplan durch schnelle politische Entscheidungen zu unterstützen.

Lauffaule Künzelsauer Einkäufer

Verena Löhlein-Ehrler bezweifelt, dass das Parkhaus am richtigen Platz steht, „Wie lauffaul der Künzelsauer Einkäufer ist, sehen wir an den Wertwiesen“, und  bemängelt, dass in den neuen Plänen weniger Geschäfts- und Wohnfläche geplant sei. Das kann Tritschler nicht bestätigen: „Die Quadratmeter für das Landratsamt sind gleichgeblieben, tatsächlich sind aber Wohn- und Geschäftsgebäude eher zurückgesetzt“ – und damit auch auf spätere Bauphasen verschoben.  Wichtig ist Tritschler, „den Verkehr direkt am Stadteingang abzuholen und ihn nicht durch die Stadt zu führen“, daher sieht sie das Parkhaus an der richtigen Stelle, auch weil es direkt an die Stuttgarter Straße angeschlossen werden soll.

Auch Skepsis gegenüber den Aussagen des Landratsamts geäußert

Aufgrund der Beteuerungen bezüglich des Krankenhauses äußert Boris d’Angelo Skepsis „gegenüber dem, was vom Kreis kommt“. Letztlich, sagt er aber, „gibts für Künzelsau gar keine andere Wahl, als zuzustimmen“. Er sieht ansonsten die Gefahr, dass man das Landratsamt verlieren könnte.

Politische Entscheidungen müssen kommen

Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag einstimmig zu. Bürgermeister Neumann versprach, die Beratungen über den Bebauungsplan unmittelbar nach der Sommerpause aufzunehmen.
Am Montag,  19. Juli 2021, werden die Planungen dem Kreistag vorgestellt. Stimmt auch dieser zu, steht dem Umbau des Gesichts von Künzelsau nichts mehr im Wege. Allein für die vom Kreis geplanten Gebäude sind bis zu 60 Millionen Euro angesetzt.

Text: Matthias Lauterer

 

 




„Anwohner und Geschäftsleute bekommen schon gar keine Versicherung mehr, die Hochwasserereignisse abdeckt“

Fünf Jahre nach der Sturzflut am 29. Mai 2016 stellte Sabrina Theel von der beauftragten Firma BIT Ingenieure in der Gemeinderatssitzung vom Dienstag, 13. Juli 2021, die aktuell geplanten Hochwasser- und Starkregen-Schutzmaßnahmen vor.

Im ersten Schritt Massnahmen für Amrichshausen und die Innenstadt

Geplant sind im ersten Schritt ein Hochwasserrückhaltebecken in Amrichshausen sowie fünf Massnahmen an Künsbach und Kemmeter Bach.

Geplante Hochwasserschutzmassnahmen in Künzelsau. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat

Für Amrichshausen ist oberhalb des Dorfes ein rund 5000 m³ fassendes Rückhaltebecken mit einem rund 3,4m hohen Damm geplant, der Deubach soll einen neuen Verlauf bekommen, um ihn zu verlangsamen. Der Ablauf aus dem Becken wird nicht gesteuert sein, die Durchflussmenge ist durch die Größe des Rohrs begrenzt. Das sei, so Theel, eine äußerst preisgünstige Maßnahme. Dieses Bauwerk soll in der Lage sein, die Überschwemmung der Gemeinde Amrichshausen bei einem 100-jährigen Hochwasser (HW100) sogar unter Berücksichtigung eines Klimaerwärmungszuschlags von 15 Prozent, zu vermeiden.

„Letzte Woche wären wir beinahe wieder abgesoffen“

Gerhard Rudolph ist froh, dass endlich Maßnahmen getroffen werden: „Es hat sich bei den letzten Starkregen gezeigt, dass es 5 vor 12 ist“. Herbert Schneider stimmt zu: „Letzte Woche wären wir beinahe wieder abgesoffen“, 15 bis 20 Zentimeter hätten nur gefehlt. Dennoch hat er Bedenken wegen der Größe des Bauwerks, eine Vertiefung des Geländes wäre weniger Aufwand, meint er. Dem widerspricht Theel: Da das Grundwasser bereits knapp unter der Oberfläche steht, kann eine Vertiefung nicht durchgeführt werden.

Belsenberg weiter ungeschützt

Die in Belsenberg wohnenden Gemeinderäte fordern weitere Maßnahmen zum Schutz ihres Dorfes: Sabine Janny weist darauf hin, dass unterhalb des geplanten Beckens in Amrichshausen bereits weitere Bodenversiegelungen geplant sind, durch die bei Starkregen Wasser sehr schnell nach Belsenberg fließt. Wolfgang Kubat ergänzt, dass sich der Deubach inzwischen selber stark begradigt hat, „mindestens 5 Gumpen sind verschwunden“, und das Wasser daher sehr schnell nach Belsenberg schießt. Er fordert zwischen Amrichshausen und Belsenberg weitere Maßnahmen – in Belsenberg selber sei aufgrund des Artenschutzes an Maßnahmen kaum zu denken.

Sie müssen sich aber auf die Haushaltsplanungen für das Jahr 2022 vertrösten lassen, wo die neuen Projekte definiert werden. „Mit den Maßnahmen, die wir heute vorstellen, ist  es nicht getan“, versichert Bürgermeister Stefan Neumann, „im nächsten Jahr gehts weiter“.

Schutz für die Innenstadt

Zweiter Schwerpunkt ist der Künsbach, der 2016 die gesamte Innenstadt verwüstete. Hier sind gleich fünf Massnahmen geplant. Da im Bachlauf von Künsbach und Kemmeter Bach kaum Platz für ein Rückhaltebecken ist, schlägt Theel hier Massnahmen vor, die den Bachlauf sauber von Geröll und Holz halten sollen, um den Abfluß zu gewährleisten.

Mit einem Raumrechen am Kemmeter Bach, einem Geröllfang am Künsbach, einem Palisadenrechen hinter dem Zusammenfluss von Künsbach und Kemmeter Bach sowie Kaskaden in Höhe des oberen Marktes in Künzelsau will Theel einen Abfluß des Wassers gewährleisten. Ein Einlaufbauwerk auf Höhe des Baumarktes Maas soll zurückgestellt werden und erst zusammen mit einer geplanten Baumassnahme des Eigentümers verwirklicht werden.

Am oberen Markt sind Kaskaden zur Geröllrückhaltung geplant.
Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat

Ein Gutachten steht noch aus

Das Ergebnis einer „Geschiebepotentialanalyse“, also einer Berechnung, wieviel Material die Bäche bei Hochwasser mitführen und wieviel davon durch die Maßnahmen gefiltert werden, steht noch aus. Erst mit diesen Daten kann die Bauplanung finalisiert und können Zuschüsse angefordert werden.

Nicht ohne Kritik

Boris d’Angelo ist überzeugt, dass diese Maßnahmen bei einem weiteren Starkregenereignis die Stadt nicht schützen können. Er ist der Meinung, dass die Verdolung, für die er das Wort „Baupfusch“ in den Mund nimmt, solche Wassermassen schlichtweg nicht bewältigen kann. Er wirft der Verwaltung vor: „Keiner will diesen Mangel, der damals gebaut wurde, wieder auf den Tisch legen“. Die Verdolung, so erklärt Theel, soll einem HW100 standhalten, beim Starkregen 2016 sei deutlich mehr Wasser angefallen. Für d’Angelo ist das ein Grund mehr, Massnahmen zu fordern, die das Wasser zurückhalten, zum Beispiel spricht er von einer „Staumauer“ im Bereich Gaisbach/Haag. Robert Volpp ist da bei ihm: auch er sieht die Notwendigkeit eines Rückhaltebeckens im Bereich des Künsbachs.

„Anwohner und Geschäftsleute bekommen schon gar keine Versicherung mehr“

Weiterhin fordert d’Angelo die Überprüfung der wahren Kapazität der Hauptstrassenverdolung. Als Bürgermeister Neumann den Sinn dieser Massnahme mit „welche Antwort haben wir dann?“ hinterfragt, beendet d’Angelo die Diskussion mit den Worten „Also gut, ich ziehe meinen Vorschlag zurück, kostet nur Geld“. Johannes Rückgauer fordert ebenfalls dringend Massnahmen zur Wassermengenreduzierung, denn „Anwohner und Geschäftsleute bekommen schon gar keine Versicherung mehr, die Hochwasserereignisse abdeckt“.

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen

Inzwischen wirft die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ein neues Licht auf die Problematik der Kapazität der Verdolung und die Schutzmaßnahmen für die Innenstadt. Man muss sich überlegen, ob das „HW100“ als Maßzahl noch sinnvoll ist, wenn die Frequenz der Starkregenereignisse zunimmt – und genau damit rechnen ja die Meteorologen.

Im nächsten Jahr weitere Schutzmassnahmen

Auch Neumann weist nochmals darauf hin, dass weitere Massnahmen folgen müssen und verweist auf die Haushaltsberatungen für das nächste Jahr. Ein Ausgleich zwischen Kernstadt und Außenbereichen soll dabei das Ziel sein. Trotz aller Maßnahmen warnt er vor der Unberechenbarkeit des Wassers: „Wir dürfen nicht kommunizieren, dass jetzt alles sicher ist“, sagt er. „Wir werden aber besser und besser.“

Text: Matthias Lauterer