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Ausbildungsplätze zu vergeben

Auch wenn das neue Ausbildungsjahr in vielen Unternehmen bereits im September 2021 beginnt, sind viele Ausbildungsstellen noch offen.

Diesen Betrieben stellt die Stadtverwaltung Künzelsau am Samstag, den 24. Juli von 10 bis 15 Uhr Plätze in der Künzelsauer Innenstadt zur Verfügung, um bei einer „Last-Minute Ausbildungsaktion“ mit einem Informationsstand präsent zu sein und die letzten Bewerber:innen zu gewinnen. Das geht aus einer aktuellen Meldung der Stadtverwaltung hervor.

„Viele Ausbildungsbörsen konnten nicht stattfinden“

Bürgermeister Stefan Neumann hat die Aktion kurzfristig ins Leben gerufen: „Vor allem aufgrund der Pandemie konnten weniger Kontakte geknüpft werden und viele Ausbildungsbörsen nicht stattfinden. Deshalb ist es jetzt wichtig, jungen Menschen bei der Ausbildungssuche zu helfen und die noch offenen Ausbildungsstellen zu besetzen.“

Von 10 bis 15 Uhr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich

Unternehmen aus Künzelsau und aus dem Gewerbepark Hohenlohe werden sich mit ihren Informationsständen entlang der Hauptstraße unterhalb vom Alten Rathaus präsentieren. Die meisten dieser Ausbildungsbetriebe haben noch offene Ausbildungsplätze für dieses Jahr zu vergeben. Von 10 bis 15 Uhr können sich Interessierte über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren und mit den Unternehmen ins Gespräch kommen.

Beteiligte Unternehmen

Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen mit vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten sind mit dabei. Bisher angemeldet sind: GEMÜ Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG, Kratschmayer Kälte-Klima-Lüftung GmbH, R. STAHL Schaltgeräte GmbH, Residenzen Schloß Stetten, Rosenberg Ventilatoren GmbH, Sparkasse Hohenlohekreis, Stadtverwaltung Künzelsau, STAHL CraneSystems GmbH, SWG Schraubenwerk Gaisbach GmbH, temPERSO Rummel & Glass GmbH, Volksbank Hohenlohe eG, Würth Elektronik eiSos GmbH & Co. KG und ZIEHL-ABEGG SE.

Corona-Regeln

Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig. Alle Personen, die ein Gespräch am Informationsstand führen, erfassen ihre Kontaktdaten mit einem ausgehängten QR-Code über die Luca-App oder mit einem Anmeldezettel und tragen einen Mund-Nasen-Schutz. Darüber hinaus gelten die allgemeinen AHA-Regeln.




Am Wochenende „offenes Impfen“

Das Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen hat die Termine für das „offene Impfen“ angepasst. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamtees des Hohenlohekreises hervor.

Ab sofort ist die Impfung ohne vorherige Terminvereinbarung immer freitags und samstags von 8 bis 18 Uhr und sonntags von 8 bis 15 Uhr möglich. Die angekündigten offenen Impftage vom 19. bis 22. Juli 2021 entfallen.

„Es hat sich gezeigt, dass das offene Impfangebot unter der Woche nur wenig genutzt wird“, erklärt Mike Weise, Leiter des KIZ. „Deshalb haben wir entschieden, die offenen Impftage auf das Wochenende zu konzentrieren.“




Ab nächster Woche bespielbar

Geradezu malerisch gelegen unter der Burg ist der neue Spielplatz des Kindergartens in Kocherstetten, der im Herbst 2020 fertiggestellt wurde. Rund 150.000 Euro hat die Stadt Künzelsau bereits für die Anlage dieses Spielplatzes aufgewendet, für Landschaftsgestaltung und Beschattung werden nochmals Kosten entstehen.

Keine Kinder auf dem Spielplatz

Das einzige, was dem Spielplatz bisher fehlt, sind spielende Kinder. Die können den Spielplatz bis heute nur mit sehnsuchtsvollen Augen betrachten, aber nicht benutzen: „Es steht lediglich die Anbringung der Geländer und Zaunanlage aus“, informiert Helen Bühler, Leiterin des Fachbereichs Stadtmarketing/Kultur/Presse. Da der Spielplatz an eine Wiese grenzt, die bis zum Kocherufer geht, ist eine Abgrenzung notwendig. Die langen Lieferzeiten seien schuld, dass Geländer und Zäune noch nicht angebracht werden können, sagt Bühler. Umlaufende Gerüchte, dass bei der Planung oder dem Aufbau etwas schiefgelaufen sei, dementiert sie: „Bei der Errichtung des Spielplatzes wurden alle Normen eingehalten. Eine Nachbesserung war nicht erforderlich.“

Ein Bauzaun soll die Kinder schützen

Die Kinder dürfen sich freuen, sie werden die neuen Spielgeräte voraussichtlich ab nächster Woche in Besitz nehmen können: „Es wird vorübergehend ein Bauzaun angebracht, sodass der Spielplatz voraussichtlich kommende Woche für die Kinder nutzbar ist.“
Eine pragmatische Idee, auf die man auch schon früher hätte draufkommen können.

Text: Matthias Lauterer

 

Malerisch gelegen: Der neue Spielplatz für den Kindergarten in Kocherstetten. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 

 

 




Künzelsau wird kaum noch wiederzuerkennen sein

Große Bauprojekte prägen momentan das Bild der Innenstadt von Künzelsau, am PEKA-Areal wird bereits intensiv gebaut, am MUSTANG-Areal ist alles vorbereitet, um mit dem Bau beginnen zu können. Das nächste Großprojekt, das in den Startlöchern steht, ist das neue Landratsamt, von vielen auch als „Kreishaus“ bezeichnet, das nicht nur das heutige Landratsamt ersetzen soll, sondern auch den Stadteingang von Künzelsau stark verändern wird. Vom Rathaus bis zum Kaufland-Einkaufszentrum soll kaum ein Stein auf dem anderen bleiben.

Das Gebiet der Neuplanung umfaßt den rot umrandeten Bereich. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat.

Dies ist jedenfalls der Präsentation von Christine Tritschler vom Büro ORplan zu entnehmen, die sie den Künzelsauer Gemeinderäten am Dienstag, 13. Juli 2021, vorstellte. Einige Veränderungen gegenüber den bisherigen Planungen sowie ein Bauphasenplan waren die wesentlichen neuen Inhalte.

So stellen sich die Planer das neue Gesicht Künzelsaus vor – in etwa 10 Jahren. Deutlich zu sehen die neue Stadtachse zwischen Rathaus und Bergbahn, an der die Gebäude des Landratsamts liegen werden. Quer dazu ist Raum für die Trasse der Kochertalbahn. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat.

So ist vonseiten des Kreises kein einhäusiges Landratsamt mehr gewünscht, sondern ein „modulares System“ angedacht, das aus mehreren Gebäuden bedarfsgerecht aufgebaut werden kann. Das zentrale Gebäude soll auf dem heutigen Schotterparkplatz am Kaufland errichtet werden, zwei weitere Gebäude sind östlich davon an der neuen Stadtachse Richtung Rathaus geplant. Auf dem nördlichen Teil des heutigen Schotterparkplatz soll ein Parkhaus für etwa 250 Fahrzeuge errichtet werden. Dieser Teil der Umgestaltung könnte, so Tritschler bereits bis Ende 2023 realisiert sein, sofern der notwendige Bebauungsplan schnell verabschiedet werden kann. In einer späteren Bauphase sollen dann die heutigen Gebäude des Landratsamtes abgerissen und dort ein neues repräsentatives Gebäude errichtet werden. Die weiteren Baumassnahmen, inklusive eines eventuellen Neubaus des Kaufland-Gebäudes werden voraussichtlich mindestens bis 2030 dauern.

Bergstraße: HOBAG-Gebäude und Landratsamt werden neuen Gebäuden weichen. Foto: GSCHWÄTZ

Geplante, aber noch nicht umsetzungsreife Infrastrukturmaßnahmen wie die Kochertalbahn oder ein angedachtes Nahwärmenetz sowie eventuell eine Umgestaltung oder ein Neubau des Kaufland-Gebäudes werden bei den städtebaulichen Planungen berücksichtigt.

Aufgrund der städteplanerischen Vorplanung soll nun ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden, der für Qualität sorgen soll.

Eine „Herzensangelegenheit“

Für Michael Schellmann, den Kämmerer des Kreises, ist das Projekt eine „Herzensangelegenheit“, mit der er sich seit 15 Jahren beschäftigt. Schließlich sollen die derzeit 23 Standorte, an denen Kreisbehörden tätig sind, möglichst am zentralen Standort mit 600 bis 650 Mitarbeitern integriert werden. Das Ziel, die A-Lage zu erhalten und gleichzeitig mit einem modularen Ansatz flexibel zu sein, sei durch die Planungen realisiert worden. Er lobt die lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen Kreis und Stadt und appelliert an die Entscheidungsträger, den ambitionierten Zeitplan durch schnelle politische Entscheidungen zu unterstützen.

Lauffaule Künzelsauer Einkäufer

Verena Löhlein-Ehrler bezweifelt, dass das Parkhaus am richtigen Platz steht, „Wie lauffaul der Künzelsauer Einkäufer ist, sehen wir an den Wertwiesen“, und  bemängelt, dass in den neuen Plänen weniger Geschäfts- und Wohnfläche geplant sei. Das kann Tritschler nicht bestätigen: „Die Quadratmeter für das Landratsamt sind gleichgeblieben, tatsächlich sind aber Wohn- und Geschäftsgebäude eher zurückgesetzt“ – und damit auch auf spätere Bauphasen verschoben.  Wichtig ist Tritschler, „den Verkehr direkt am Stadteingang abzuholen und ihn nicht durch die Stadt zu führen“, daher sieht sie das Parkhaus an der richtigen Stelle, auch weil es direkt an die Stuttgarter Straße angeschlossen werden soll.

Auch Skepsis gegenüber den Aussagen des Landratsamts geäußert

Aufgrund der Beteuerungen bezüglich des Krankenhauses äußert Boris d’Angelo Skepsis „gegenüber dem, was vom Kreis kommt“. Letztlich, sagt er aber, „gibts für Künzelsau gar keine andere Wahl, als zuzustimmen“. Er sieht ansonsten die Gefahr, dass man das Landratsamt verlieren könnte.

Politische Entscheidungen müssen kommen

Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag einstimmig zu. Bürgermeister Neumann versprach, die Beratungen über den Bebauungsplan unmittelbar nach der Sommerpause aufzunehmen.
Am Montag,  19. Juli 2021, werden die Planungen dem Kreistag vorgestellt. Stimmt auch dieser zu, steht dem Umbau des Gesichts von Künzelsau nichts mehr im Wege. Allein für die vom Kreis geplanten Gebäude sind bis zu 60 Millionen Euro angesetzt.

Text: Matthias Lauterer

 

 




„Anwohner und Geschäftsleute bekommen schon gar keine Versicherung mehr, die Hochwasserereignisse abdeckt“

Fünf Jahre nach der Sturzflut am 29. Mai 2016 stellte Sabrina Theel von der beauftragten Firma BIT Ingenieure in der Gemeinderatssitzung vom Dienstag, 13. Juli 2021, die aktuell geplanten Hochwasser- und Starkregen-Schutzmaßnahmen vor.

Im ersten Schritt Massnahmen für Amrichshausen und die Innenstadt

Geplant sind im ersten Schritt ein Hochwasserrückhaltebecken in Amrichshausen sowie fünf Massnahmen an Künsbach und Kemmeter Bach.

Geplante Hochwasserschutzmassnahmen in Künzelsau. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat

Für Amrichshausen ist oberhalb des Dorfes ein rund 5000 m³ fassendes Rückhaltebecken mit einem rund 3,4m hohen Damm geplant, der Deubach soll einen neuen Verlauf bekommen, um ihn zu verlangsamen. Der Ablauf aus dem Becken wird nicht gesteuert sein, die Durchflussmenge ist durch die Größe des Rohrs begrenzt. Das sei, so Theel, eine äußerst preisgünstige Maßnahme. Dieses Bauwerk soll in der Lage sein, die Überschwemmung der Gemeinde Amrichshausen bei einem 100-jährigen Hochwasser (HW100) sogar unter Berücksichtigung eines Klimaerwärmungszuschlags von 15 Prozent, zu vermeiden.

„Letzte Woche wären wir beinahe wieder abgesoffen“

Gerhard Rudolph ist froh, dass endlich Maßnahmen getroffen werden: „Es hat sich bei den letzten Starkregen gezeigt, dass es 5 vor 12 ist“. Herbert Schneider stimmt zu: „Letzte Woche wären wir beinahe wieder abgesoffen“, 15 bis 20 Zentimeter hätten nur gefehlt. Dennoch hat er Bedenken wegen der Größe des Bauwerks, eine Vertiefung des Geländes wäre weniger Aufwand, meint er. Dem widerspricht Theel: Da das Grundwasser bereits knapp unter der Oberfläche steht, kann eine Vertiefung nicht durchgeführt werden.

Belsenberg weiter ungeschützt

Die in Belsenberg wohnenden Gemeinderäte fordern weitere Maßnahmen zum Schutz ihres Dorfes: Sabine Janny weist darauf hin, dass unterhalb des geplanten Beckens in Amrichshausen bereits weitere Bodenversiegelungen geplant sind, durch die bei Starkregen Wasser sehr schnell nach Belsenberg fließt. Wolfgang Kubat ergänzt, dass sich der Deubach inzwischen selber stark begradigt hat, „mindestens 5 Gumpen sind verschwunden“, und das Wasser daher sehr schnell nach Belsenberg schießt. Er fordert zwischen Amrichshausen und Belsenberg weitere Maßnahmen – in Belsenberg selber sei aufgrund des Artenschutzes an Maßnahmen kaum zu denken.

Sie müssen sich aber auf die Haushaltsplanungen für das Jahr 2022 vertrösten lassen, wo die neuen Projekte definiert werden. „Mit den Maßnahmen, die wir heute vorstellen, ist  es nicht getan“, versichert Bürgermeister Stefan Neumann, „im nächsten Jahr gehts weiter“.

Schutz für die Innenstadt

Zweiter Schwerpunkt ist der Künsbach, der 2016 die gesamte Innenstadt verwüstete. Hier sind gleich fünf Massnahmen geplant. Da im Bachlauf von Künsbach und Kemmeter Bach kaum Platz für ein Rückhaltebecken ist, schlägt Theel hier Massnahmen vor, die den Bachlauf sauber von Geröll und Holz halten sollen, um den Abfluß zu gewährleisten.

Mit einem Raumrechen am Kemmeter Bach, einem Geröllfang am Künsbach, einem Palisadenrechen hinter dem Zusammenfluss von Künsbach und Kemmeter Bach sowie Kaskaden in Höhe des oberen Marktes in Künzelsau will Theel einen Abfluß des Wassers gewährleisten. Ein Einlaufbauwerk auf Höhe des Baumarktes Maas soll zurückgestellt werden und erst zusammen mit einer geplanten Baumassnahme des Eigentümers verwirklicht werden.

Am oberen Markt sind Kaskaden zur Geröllrückhaltung geplant.
Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat

Ein Gutachten steht noch aus

Das Ergebnis einer „Geschiebepotentialanalyse“, also einer Berechnung, wieviel Material die Bäche bei Hochwasser mitführen und wieviel davon durch die Maßnahmen gefiltert werden, steht noch aus. Erst mit diesen Daten kann die Bauplanung finalisiert und können Zuschüsse angefordert werden.

Nicht ohne Kritik

Boris d’Angelo ist überzeugt, dass diese Maßnahmen bei einem weiteren Starkregenereignis die Stadt nicht schützen können. Er ist der Meinung, dass die Verdolung, für die er das Wort „Baupfusch“ in den Mund nimmt, solche Wassermassen schlichtweg nicht bewältigen kann. Er wirft der Verwaltung vor: „Keiner will diesen Mangel, der damals gebaut wurde, wieder auf den Tisch legen“. Die Verdolung, so erklärt Theel, soll einem HW100 standhalten, beim Starkregen 2016 sei deutlich mehr Wasser angefallen. Für d’Angelo ist das ein Grund mehr, Massnahmen zu fordern, die das Wasser zurückhalten, zum Beispiel spricht er von einer „Staumauer“ im Bereich Gaisbach/Haag. Robert Volpp ist da bei ihm: auch er sieht die Notwendigkeit eines Rückhaltebeckens im Bereich des Künsbachs.

„Anwohner und Geschäftsleute bekommen schon gar keine Versicherung mehr“

Weiterhin fordert d’Angelo die Überprüfung der wahren Kapazität der Hauptstrassenverdolung. Als Bürgermeister Neumann den Sinn dieser Massnahme mit „welche Antwort haben wir dann?“ hinterfragt, beendet d’Angelo die Diskussion mit den Worten „Also gut, ich ziehe meinen Vorschlag zurück, kostet nur Geld“. Johannes Rückgauer fordert ebenfalls dringend Massnahmen zur Wassermengenreduzierung, denn „Anwohner und Geschäftsleute bekommen schon gar keine Versicherung mehr, die Hochwasserereignisse abdeckt“.

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen

Inzwischen wirft die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ein neues Licht auf die Problematik der Kapazität der Verdolung und die Schutzmaßnahmen für die Innenstadt. Man muss sich überlegen, ob das „HW100“ als Maßzahl noch sinnvoll ist, wenn die Frequenz der Starkregenereignisse zunimmt – und genau damit rechnen ja die Meteorologen.

Im nächsten Jahr weitere Schutzmassnahmen

Auch Neumann weist nochmals darauf hin, dass weitere Massnahmen folgen müssen und verweist auf die Haushaltsberatungen für das nächste Jahr. Ein Ausgleich zwischen Kernstadt und Außenbereichen soll dabei das Ziel sein. Trotz aller Maßnahmen warnt er vor der Unberechenbarkeit des Wassers: „Wir dürfen nicht kommunizieren, dass jetzt alles sicher ist“, sagt er. „Wir werden aber besser und besser.“

Text: Matthias Lauterer




Grundloses Fehlen zog die strengsten Strafen nach sich

100 Jahre TSV Ingelfingen – ein Grund zum Feiern. Wir haben im Rahmen der Feierlichkeiten mit den Autorinnen der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum gesprochen: Ulrike Zeller-Michel, Geraldine Blaschka und Judith Blaschka.

GSCHWÄTZ: Hallo zusammen, bitte stellen Sie sich und ihre Rolle im Verein kurz vor.

Ulrike Zeller-Michel: Ich heiße Ulrike Zeller-Michel, bin Pressewart im Verein. Seit fast 20 Jahren. Als Kind war ich auch schon in verschiedenen Gruppen im Verein.

„Ich bin ein Urgestein im Verein“

Geraldine Blaschka: Ich bin Geraldine Blaschka und mache seit rund drei Jahren die Abteilungsleitung vom Jazztanz im Verein. Außerdem habe ich noch zwei Gruppen, die ich schon trainiere, seit ich 15 bin. Angefangen habe ich selbst, als ich klein war.

Judith Blaschka: Im Mutterkindturnen! Geraldine ist meine Tochter. Ich bin Judith Blaschka. Auf gewisse Art und Weise bin ich ein Urgestein im Verein, aber ich hatte auch mal eine kleine Auszeit. Ich habe früher Jazztanz-Gruppen im Verein geleitet und bin die letzten Jahre im Orga-Team. Das heißt, ich bin dabei bei der Organisation und ab und zu mal bei der Moderation von Events.

„Wir haben auch viel dazu gelernt“

GSCHWÄTZ: 100 Jahre TSV Ingelfingen – Was bedeutet das für Sie?

J. Blaschka: Jede Menge Arbeit (lacht) und Verantwortung.

Zeller-Michel: Aber auch Spaß.

G. Blaschka: Immer wieder etwas Neues.

Zeller-Michel: Wir haben auch viel dazugelernt, glaube ich.

J. Blaschka: Und dass wir stolz darauf sein können, dass dieser Verein trotz vieler Hürden und Themen, die er bewältigen musste so gut und in dieser Größe überstanden hat.

Präsentation der Festschrift. Foto: GSCHWÄTZ

„Wir schwelgen gerne in Erinnerungen“

GSCHWÄTZ: Wie ist die Idee zu der Festschrift entstanden?

J.Blaschka: Wir hatten im September letzten Jahres eine Klausursitzung zum 100-jährigen Jubiläum und haben dort festgelegt, was wir tun wollen, welche Veranstaltungen es geben soll und haben dort auch definiert, dass es eine Festschrift geben soll. Wir hatten beim 75-jährigen Jubiläum auch schon eine und das fanden wir alle toll, weil wir selbst auch sehr gern darin blättern und in Erinnerungen schwelgen.

„Wir haben uns freiwillig gemeldet“

GSCHWÄTZ: Wussten Sie gleich, dass Sie das Verfassen der Festschrift in die Hand nehmen wollen?

J.Blaschka: Sagen wir es mal so: Wir haben uns freiwillig gemeldet (lacht).

Zeller-Michel: Ja, als Pressewart habe ich mir eigentlich schon gedacht, dass ich da in irgendeiner Weise mitwirken sollte und auch will.

 „Im Dezember haben wir richtig angefangen“

GSCHWÄTZ: Wie viel Arbeit war das? Wie lange haben Sie daran gesessen?

G.Blaschka: Im Dezember haben wir richtig angefangen.

J. Blaschka: Ja, da haben wir die Interviews geführt. Also zuerst einmal einen Plan gemacht und dank Sandra (Hartmann) auch Hinweise bekommen, worauf wir achten sollen.

Zeller-Michel: Sandra hat uns auch einige Ideen für Interviews und Porträts gegeben…

J. Blaschka: …und uns viel beigebracht, worauf wir achten sollen. Was wir uns auch gemerkt haben (lacht).

 „Das war echt cool“

GSCHWÄTZ: Nachdem Sie sich nun so intensiv mit dem TSV Ingelfingen beschäftigt haben. Was sind Ihre Highlights aus 100 Jahren Vereinsgeschichte?

Zeller-Michel: Sie beziehen da auch die Erstellung der Festschrift mit ein? Denn für mich waren es auf jeden Fall die beiden Interviews, die ich geführt habe. Es war noch einmal eine ganz andere Art, meine Interviewpartner kennenzulernen. Ich habe Frau Jakob und Herr Rohrbach interviewt. Frau Jakob war sehr lange Kassiererin im Verein und Herr Rohrbach ist Übungsleiter.

G. Blaschka: Ich fand die Steckbriefe über die Gruppen selbst super. Es war total interessant, da zu sehen, was die Gruppen eigentlich über sich selbst denken. Auch war ein Highlight für mich, als wir unsere Festschrift druckfertig hatten. Das war echt cool, das erste Mal zu sehen, wie sie dann aussehen wird.

„Es wurden Strafen angedroht“

J. Blaschka: Also meine Highlights waren auch die Interviews. Ich durfte den Bürgermeister im Ruhestand, unseren Vereinsvorsitzenden und Renée Weigel interviewen. Außerdem war es für mich ein Highlight, die Zusammenarbeit in unserem Organisationsteam, das ein bisschen größer war, zu erleben. Und dann war noch der Hammer, dass ich am Ende in unserem Archiv Schriftstücke von 1921 bis 1926 gefunden habe, wie man damals mit den Vereinsmitgliedern gesprochen hat und welch eindeutig klare Ansagen es damals gab (lacht). Es wurden Strafen angedroht, wenn man nicht zu Veranstaltungen erschien. Ich zitiere aus der Festschrift: „Die Mitglieder werden dringend ersucht an den angegebenen Abenden möglichst zahlreich zu erscheinen. Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, dass grundloses unentschuldigtes Fernbleiben laut Statuten die strengsten Strafen nach sich zieht.“ (alle drei lachen) Das wäre manchmal schon hilfreich bei Arbeitsdiensten, wenn man so sprechen würde.

Prost TSV! Die Erleichterung ist der Redaktion der Festschrift anzusehen: Ulrike Zeller-Michel, Geraldine und Judith Blaschka (v.l.). Foto: GSCHWÄTZ

„Die Gründung des Vereins hat für Überraschungen gesorgt“

GSCHWÄTZ: Was haben Sie Neues über den Verein und dessen Mitglieder erfahren, das sie überrascht hat?

G.Blaschka: Die Gründung des Vereins hat für Überraschungen gesorgt. Keiner wusste so recht, warum eigentlich 1921 das Gründungsjahr ist.

 „Es gab 1921 schon eine Gründung“

GSCHWÄTZ: Was hat dabei für Verwirrung gesorgt?

J. Blaschka: Wir waren deswegen so verwundert, weil wir zwar 1921 als Gründungsjahr haben, es aber 1920 schon einmal eine Gründung eines Fußballclubs gab. Ich habe dann gefragt: „Warum haben wir 1921 und nicht 1920 als Gründungsjahr?“ und dank unserem Vereinsvorsitzenden wurden wir in die Geschichte eingeführt.

„Der Spielbetrieb hat 1921 begonnen“

GSCHWÄTZ: Und wieso ist es jetzt 1921?

Zeller-Michel: Der Spielbetrieb hat erst 1921 begonnen und es lag kein Eintrag ins Vereinsregister vor. Abschließend weiß man nicht, ob es nun am Spielbetrieb oder am fehlenden Eintrag ins Vereinsregister lag.

GSCHWÄTZ: Also hat der TSV seine Wurzeln quasi in einem Fußballclub?

J.Blaschka: Das kann man so sagen.

„Mir wurde bewusst, wie viele Personen nicht mehr unter uns sind“

GSCHWÄTZ: Sind Sie bei Ihrer Recherche auch auf Informationen gestoßen, die Sie schockiert oder traurig gemacht haben?

J.Blaschka: Ich sag es mal so: In der „Neuzeit“, in der ich unterwegs war, wurde mir schmerzlich oft bewusst, wie viele Personen, die ich selbst kenne, den Verein begleitet haben und jetzt nicht mehr unter uns sind. Wenn es um die „frühen Jahre“ geht, war da die Erkenntnis, wie sehr damals schon ein Verein hat kämpfen müssen, um existieren zu können und einen Platz zu haben, an dem man trainieren kann. Schon damals waren das immer wiederkehrende Themen. Das waren schon damals Fragen, wie „Wo können wir Fußball spielen?“, weil Plätze beispielsweise dem Bahnbau zum Opfer gefallen sind. Das finde ich interessant aber auch bezeichnend dafür, wie ein Verein auch teilweise kämpfen muss.

„Es gab Phasen, wo es zäher gelaufen ist“

GSCHWÄTZ: Was war schwierig an der Umsetzung des Projektes? Gab es besondere Hürden?

Zeller-Michel: Corona hat es vielleicht ein bisschen schwieriger gemacht. Und wie überall gab es auch zwischenzeitlich mal Phasen, wo es ein bisschen zäher gelaufen ist.

J. Blaschka: Am Ende wussten wir drei aber ganz klar: Wenn der Druck kommt, dann läuft es (lacht).

„Irgendetwas Witziges gab es immer“

GSCHWÄTZ: Was hat Sie seit Dezember in Bezug auf das Projekt zum Lachen gebracht? Gab es irgendwelche Knallergeschichten?

J. Blaschka: Also gelacht haben wir sehr viel. Das haben wir auch in die Festschrift reingebracht. Das war, glaube ich, auch der einzige Sport den wir in der Zeit getrieben haben (lacht). Also Bauchmuskelkater hatten wir auf jeden Fall.

Zeller-Michel: Irgendetwas Witziges gab es immer.

J. Blaschka: Also vielleicht auch die Erkenntnisse, die man aus den Interviews und Porträts mitgebracht hat über die man sich dann ausgetauscht hat.

G. Blaschka: Lustig war auch, dass wir zehn Mal die Auflistung gemacht haben, welche Seite denn nun was beinhalten soll.

Zeller-Michel: Und dann war doch wieder alles anders (lacht).

J. Blaschka: Auf jeden Fall war es insgesamt sehr spaßig.

Von links: Ulrike Zeller, Geraldine Blaschka, Judith Blaschka. Foto: GSCHWÄTZ

 „Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die sich für den Verein einsetzen“

GSCHWÄTZ: Sehen Sie den TSV Ingelfingen, nachdem Sie sich intensiv mit der Vereinsgeschichte beschäftigt haben, nun mit anderen Augen?

J. Blaschka: Also vielleicht nicht unbedingt den TSV, aber ich schaue mir heute die Festschrift zum 75-Jährigen Jubiläum mit anderen Augen an, wissend, was alles dahinter steckt, so eine Festschrift zu erstellen. Ohne die Vorarbeit zur 75-Jahres-Festschrift wäre unsere auch gar nicht so möglich gewesen. Diese Recherche zu den frühen Vereinszeiten, die der Altbürgermeister Ehrmann mit dem Herrn Bauer geleistet hat, ist schon sagenhaft.

Zeller-Michel: Mir ist noch einmal bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass es Menschen gibt, die sich für den Verein, über die ganzen 100 Jahre gesehen, einsetzen und wirklich viel Freizeit dafür opfern. Das kann nur so funktionieren. Viele sehen vielleicht gar nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt, dass so ein Verein läuft. Viele Leute erwarten einfach, dass die Übungsstunden für ihr Geld stattfinden. Mir ist wirklich noch einmal bewusst geworden, was es überhaupt bedeutet, so einen Verein zu führen.

j. Blaschka: Am Ende sind es die Menschen. Wenn du keine Menschen hast, die Übungsleiter machen oder sich um all diese Abläufe kümmern, dann gibt es keinen Verein. Dann gibt es vielleicht ein Sportstudio, wo man hingeht und dafür teuer bezahlt, aber dann gibt es kein Vereinsleben.

„Halli-Galli-Fasching wird es nicht mehr geben“

GSCHWÄTZ: Angenommen, Sie könnten mit einer Zeitmaschine an einen Zeitpunkt in 100 Jahren Vereinsgeschichte reisen. Welcher wäre das?

J. Blaschka: Ich würde zurückkehren zu Pfingstfesten und Fasching. Aber richtig Fasching. Nicht nur Prunksitzungen, sondern Halli-Galli-Fasching. Ich weiß jedoch, das wird es nicht mehr geben… Also zumindest nicht den Halli-Galli-Fasching.

G. Blaschka: Ich auch. Also die früheren Prunksitzungen kenne ich ja nicht, aber die ersten, die ich miterlebt habe, waren eigentlich die besten.

Zeller-Michel: Was ich immer schön fand, waren tolle Aktionen mit dem Ausschuss und den Übungsleitern in den 2000-er Jahren. Kanufahren, Hochseilgarten, Fliegen, Bogenschießen,… Das waren immer schöne Veranstaltungen.

„Wir haben viel anzubieten“

GSCHWÄTZ: Was lieben Sie an Ihrem Verein?

J. Blaschka: Alles. Vor allem, dass er manchmal chaotisch ist, aber wenn es drauf ankommt, finden sich doch immer wieder die zusammen, die sich finden müssen, damit etwas auf die Beine gestellt wird.

G. Blaschka: Ich denke immer, das ist ein kleiner Verein, aber wir haben eigentlich schon viel anzubieten. Trotzdem ist es familiär. Jeder kennt jeden.

Zeller-Michel: Ich finde auch, dass wir ein breites Sportangebot haben.

J. Blaschka: Wir sind einfach gut (lacht). Das kann man zum Abschluss schreiben: Der TSV Ingelfingen ist gut.

 

Interview: Priscilla Dekorsi

 

 

 




Zurzeit rollt hier keine Kugel

Seit Ende Juni 2021 ist die Bocciabahn neben dem Tennisplatz in Künzelsau offiziell eröffnet. Er war Teil des Künzelsauer Bürgerbudgets (GSCHWÄTZ berichtete unter https://www.gschwaetz.de/2021/06/24/man-merkt-dass-die-leute-fuer-ihr-projekt-brennen/). Doch momentan trennen Absperrbänder die Spieler von der Bahn, wie eine Leserin an GSCHWÄTZ schrieb: „Zurzeit ist immer noch ein Absperrband um die Fläche. Oder ist der Platz offen und es dient nur zur Abgrenzung? Wir würden sehr gerne spielen, sind uns aber unsicher.“

Zu viel Regen

Helen Bühler von der Stadtverwaltung sagte auf unsere Anfrage hin: „Das Problem sind die momentanen Platzverhältnisse nach dem vielen Regen.“ Deshalb sei der Platz aktuell gesperrt. Es würde aber täglich jemand vom TSV Künzelsau nachschauen, ob man den Platz eventuell öffnen könne. „Spätestens am Wochenende, wenn das Wetter wieder besser wird, soll er geöffnet werden“, so die Stadtsprecherin.




„Wenn wir den Wald erhalten wollen, müssen wir jetzt eingreifen“

Himmelblaue Fahnen lockten Waldfreunde am Sonntag, den 11. Juli 2021, auf einen Feldweg zwischen Ailringen und Hollenbach. Den blauen Fahnen folgend ging es mitten durch den Wald, matschige Schotterpisten entlang, durch Schlaglöcher und Pfützen. Am Ziel angelangt hieß es: Anhalten – Luft holen – Staunen.

9.000 Bäume auf fünf Hektar Fläche

„Wir befinden uns hier im Gemeindewald Mulfingen“, erklärte Martin Killat, Revierleiter in Mulfingen. „Wir stehen vor einer großen Pflanzfläche, die wir Anfang dieses Jahres bepflanzt haben. Es sind circa fünf Hektar.“ Fünf Hektar und sage und schreibe rund 9.000 Bäume. „Früher sah diese Fläche noch so aus, wie man dort drüben sieht“, sagte der junge Förster und deutete auf einige kahle, krank aussehende Bäume. „Die Fichten, die vorher auf der Pflanzfläche standen, sind vom Borkenkäfer befallen worden. Leider mussten sie daraufhin gefällt werden und es ist eine große Kahlfläche entstanden. Natürlich wollten wir dem Wald relativ schnell wieder neues Leben einhauchen und neue Bäume pflanzen.“ Denn, wie Dezernent Dr. Wolfgang Eißen erläuterte: „Der Wald, der bewirtschaftet wird, leistet einen größeren Beitrag zum Klimaschutz, bindet mehr CO₂, produziert mehr Sauerstoff, als einer, der nicht bewirtschaftet wird.“

„Wir waren selbst überrascht über die Welle des Engagements“

Doch woher kommen all diese neuen Bäumchen und das öffentliche Interesse an ihnen? Das erklärte Isabel Haspel, Redakteurin und Reporterin bei Hitradio Antenne 1: „Wir haben letzten November gemeinsam mit der Cleven-Stiftung und dem Ministerium für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Aktion gestartet ‚Zukunft schenken mit Hitradio Antenne 1‘. Dabei hatten die Menschen in Baden-Württemberg die Chance, für fünf Euro Baumpate zu werden und einen Baum zu spenden, um unseren Wald in Baden-Württemberg zu retten. Wir waren selbst überrascht über die Welle des Engagements, die uns da entgegenkam. Heute stehen wir hier und können in verschiedenen Regionen in Baden-Württemberg mehr als 100.000 Bäume pflanzen. Wir finden es genial, wie ganz Baden-Württemberg da mitgezogen hat.“

„Wir wollen ja Wälder erhalten“

Auch seitens der Politik stößt diese Aktion auf große Begeisterung. „Das hat keine fünf Minuten gedauert, dann war das Projekt im Gremium durch“, verriet Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel. Der Minister für den ländlichen Raum, Peter Hauk, stellte klar: „Wir wollen ja, als Zielsetzung des Ministeriums, Wälder erhalten. Wälder, wie wir sie kennen. Wälder mit hohen Bäumen. Wir wollen keine Steppen wie im Süden Europas und keine Savannen, wo Sträucher und vereinzelt Bäume drin stehen. Wir wollen und brauchen Wälder, auch im Interesse des Klimaschutzes als Kohlenstoffspeicher.“

Grundstein für ein gesamtgesellschaftliches Engagement

Forstamtsleiter Thomas Maier sieht diesbezüglich dringenden Handlungsbedarf. „Wenn wir einen Wald auch für unsere späteren Generationen haben möchten, in dem auch alte Bäume stehen, dann müssen wir jetzt eingreifen.“ Aktionen wie „Zukunft schenken mit Hitradio Antenne 1“ können einen Grundstein für ein gesamtgesellschaftliches Engagement zum Erhalt unserer Wälder legen, indem sie für den Lebensraum Wald sensibilisieren und den Umgang mit ihm diskutieren.

Text: Priscilla Dekorsi

 

Rund 9.000 Bäumchen wurden im Mulfinger Gemeindewald gepflanzt. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

Das Forst-Team (v.l.n.r.): Thomas Maier, Amtsleiter des Forstamts, Stephan Buchner, Funktionsamt Forstamt, Christian Jakob, Holzverkaufsstelle Forstamt, Martin Killat, Revierleiter Mulfingen, und Thomas Schmitt, Leiter des Forstreviers Kochertal. Foto: GSCHWÄTZ

 

Die Gemeinderäte Thomas Lanig, Christoph Schiedel und Armin Deubler (v.l.n.r.) waren auch vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

Dr. Hans-Dieter Cleven, Gründer der Cleven-Stiftung,  Malte Heinemann, Geschäftsführer der Cleven-Stiftung, der Verleger Valdo Lehari und Peter Hauk, Minister für ländlichen Raum (v.l.n.r.). Foto: GSCHWÄTZ

 

Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel plädierte für einen bewussten Umgang mit dem Wald. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 




Die Sommerferien-Langeweile vertreiben

Die Stadtverwaltung Künzelsau bietet auch dieses Jahr wieder eine durchgängige Betreuung in den Sommerferien für Kindergarten- und Schulkinder an, teilt sie in einer Pressemitteilung mit. Zusammen mit vielen engagierten Veranstaltern – darunter Unternehmen, Organisationen und Vereine – wurde ein Programm für die Ferien auf die Beine gestellt. Spiel und Spaß, spielerisches Lernen, Wandertouren und Ausflüge und vor allem Gemeinschaft für Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse bietet außerdem die Sommerschule in den letzten drei Wochen der Sommerferien mit Unterstützung durch die Albert-Berner-Stiftung.

Kostenlose Angebote

Das klassische Sommerferienprogramm enthält über 30 Programmpunkte. Die meisten Angebote sind kostenlos und richten sich an Kinder und Jugendliche zwischen vier und 17 Jahren. Viele spannende Abenteuer, sportliche Aktivitäten, jede Menge Spaß und vieles mehr sorgen in den Ferien für Abwechslung. Kinder können sich zum Beispiel bei einem Besuch in der experimenta Heilbronn faszinieren lassen, Naturwissenschaften kennenlernen und Ozeane bewundern.

Termine Sommerferienprogramm

#1 Instrumentenkarusell – Ferienstart mit Musik am Donnerstag, den 29. Juli 2021

#2 Wir bemalen Kochersteine am Montag, den 02. August 2021

#3 Inlineskate-Kurs (drei Termine, nachmittags) am Montag, den 02. August, Mittwoch, den 04. August sowie am Freitag, den 06. August

#4 Töpfern (drei Termine, vormittags) am Dienstag, den 03. August, Mittwoch, den 04. August, sowie am Dienstag, den 17. August

#5 Töpfern (drei Termine, nachmittags) am Dienstag, den 03. August, Mittwoch, den 04. August und am Dienstag, den 17. August

#6 Das Glücksrad-Theater für Groß und Klein am Dienstag, den 03. August

#7 Experimenta – Wissenschaft hautnah am Dienstag, den 03. August

#8 Experimenta – Wissenschaft hautnah am Mittwoch, 04. August

#9 Geheime Spurensuche I am Donnerstag, den 05. August

#10 Pony-Pferd-Kuh-Runde auch für die Kleinen am Samstag, den 07. August

#11 Drei Tage auf dem Pferdehof, von Montag, den 09. August bis Mittwoch, den 11. August (drei Tage am Stück mit Übernachtung)

#12 Die Welt vor der Maskenpflicht: Hallo Lippen! am Mittwoch, den 11. August

#13 ZUMBA für Kids am Donnerstag, den 12. August, von 14 bis 15 Uhr

#14 ZUMBA für Kids am Donnerstag, den 12. August, von 15 bis 16 Uhr

#15 Pony-Pferd-Kuh-Runde auch für die Kleinen am Samstag, den 21. August

#16 D’Artagnan und die Musketiere – Einführung in die Sportart Fechten am Dienstag, den 24. August

#17 Bastler und Schrauber aufgepasst! am Dienstag, den 24. August

#18 Geheime Spurensuche II am Mittwoch, den 25. August

#19 Hallo Sommer! Wir haben lange auf dich gewartet… am Mittwoch, den 25. August

#20 Komm wir spielen Indianer am Donnerstag, den 26. August

#21 Sport-Spiel-Spaß am Freitag, den 27. August

#22 Zwei Tage auf dem Pferdehof von Montag, den 30. August, bis Dienstag, 31. August (zwei Tage am Stück mit Übernachtung)

#23 Luft hacken – Wir bauen eine CO2-Ampel von Montag, den 30. August, bis Dienstag, den 31. August

#24 Bastelfreunde aufgepasst am Mittwoch, den 01. September

#25 Sicheres Radfahren am Donnerstag, den 02. September

#26 Workshop für Fotoschätze am Donnerstag, den 02. September

#27 Selbstbehauptung und Selbstverteidigung mit Wendo (für Mädchen von 10 bis 12 Jahren) am Dienstag, den 07. September

#28 „Be your own Security“ – Selbstbehauptung und Selbstverteidigung mit Wendo (für Mädchen/junge Frauen von 14 bis 17 Jahren) am Dienstag, den 07. September

#29 Im September ist der Schulstart nicht mehr weit am Mittwoch, den 08. September, von 15 bis 16 Uhr

#30 Im September ist der Schulstart nicht mehr weit am Mittwoch, den 08. September, von 15 bis 16 Uhr

#31 Taste Dich ran, ein Klavier Schnupperkurs für Kinder am Donnerstag, den 09. September

#32 Mitarbeiter in der Stadtbücherei gesucht! ab Dienstag, den 03. August

Anmeldung und Kontakt

Die Stadtverwaltung Künzelsau bittet um Verständnis, dass Kinder aus Künzelsau und Teilorten bei der Anmeldung zum Sommerferienprogramm Vorrang haben. Auswärtige Kinder können sich anmelden. Bei freien Plätzen wird die Anmeldung berücksichtigt. Das Anmeldeformular und weitere Informationen zu den Programmpunkten gibt es online unter www.kuenzelsau.de/ferienbetreuung. Anmeldungen müssen über das Anmeldeformular schriftlich an die Stadtverwaltung Künzelsau, Stuttgarter Straße 7, 74653 Künzelsau gerichtet werden. Bei Fragen zum Sommerferienprogramm steht Vivien Müller von der Stadtverwaltung Künzelsau unter Telefon 07940/129 108 oder per E-Mail vivien.mueller@kuenzelsau.de zur Verfügung.

Für alle Aktionen und Veranstaltungen gilt: Die Auflagen und Einschränkungen der Corona-Verordnungen müssen eingehalten werden.

Ferienspaß in der Künzelsauer Sommerschule

Ferien und Schule – das hört sich erst einmal ungewöhnlich an. Doch der Erfolg der Künzelsauer Sommerschule spricht für sich. Bereits zum zehnten Mal geht dieses Betreuungsangebot der Stadtverwaltung Künzelsau an den Start, dieses Mal gekoppelt mit dem Angebot der Lernbrücken. Schüler der ersten bis sechsten Klasse aus dem gesamten Stadtgebiet haben die Chance, ihre schulischen und sozialen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Neben Spaß und Betreuung bietet die Künzelsauer Sommerschule auch die Möglichkeit, Lernstoff – anders als im Schulalltag – zu erschließen oder zu wiederholen. Praktisches Alltagswissen wird erworben und Gemeinschaft mit anderen Kindern erlebt. Altersgerecht und spielerisch werden dabei auch die sozialen Kompetenzen wie Motivation, Kommunikationsfähigkeit und Teamarbeit gefördert. „Dass wir auch diesen Sommer diese einmalige Betreuungsmöglichkeit anbieten können, freut mich besonders“, so Bürgermeister Stefan Neumann mit Blick auf die finanzielle Förderung der Albert-Berner-Stiftung, die dieses freiwillige Angebot der Stadt erst ermöglicht.

Wochen einzeln buchbar

Von Montag, den 23. August 2021, bis Freitag, den 10. September 2021, ist jede der drei Ferienwochen einzeln buchbar und steht unter dem Motto „Spaß in den Ferien“. Jeweils montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr bietet das pädagogische Fachpersonal einen unterhaltsamen Tagesablauf. Nach einem gemeinsamen Frühstück starten die Kinder gestärkt in den Tag. In einer lockeren Runde steht vormittags Lernen (in den Lernbrücken) und Spielen auf dem Plan. Ein Snack zwischendurch und ein Mittagessen sind gute Voraussetzungen für die freizeitpädagogischen Angebote am Nachmittag mit Malen, Basteln, sportlichen Aktivitäten, Spielen und Spaß in der Natur. Einmal in der Woche wird ein ganztägiger Ausflug unternommen.

Anmeldung und Kontakt Sommerschule

Eingeladen sind alle Schüler:innen aus dem gesamten Stadtgebiet. Eine Woche kostet inklusive Mahlzeiten und Ausflüge 60 Euro. Dieses günstige Angebot der Stadtverwaltung Künzelsau ist nur durch die finanzielle Unterstützung der Albert-Berner-Stiftung möglich. Die Sommerschule wird auch dieses Jahr wieder in den Räumen der Georg-Wagner-Schule am Kocher stattfinden.

Ein paar Restplätze sind noch frei. Anmelden kann man sich über das Anmeldeformular unter www.kuenzelsau.de/ferienbetreuung. Bei Fragen zur Sommerschule stehen Julia Knobel unter Telefon 07940/129 114 oder per E-Mail julia.knobel@kuenzelsau.de sowie Barbara Schütz unter Telefon 07940/98 290 53 und per E-Mail Barbara.Schuetz@gewas-kuenzelsau.de zur Verfügung.

Die Sommerschule wird entsprechend der zu dieser Zeit geltenden Corona-Verordnung und der damit verbundenen Regelungen stattfinden. Zudem werden die Kinder zweimal pro Woche getestet.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Ein kurzes Statement ist hier zu wenig

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser – Dieser Satz wird dem Anführer der russischen Oktoberrevolution, Lenin, zugeschrieben. Man muss Lenin wirklich nicht mögen, um festzustellen, dass sich dieser Satz immer wieder bewahrheitet. In der Politik kommt er einem regelmäßig dann in den Sinn, wenn es um Ergebnisse von „Selbstverpflichtungen“ oder „Appellen an die Selbstverantwortung“ geht.

Zu viel vertraut?

Diese Erfahrung muss jetzt auch die Stadt Künzelsau machen, hat sie sich doch offenbar auch auf Versprechungen verlassen, ohne diese zu kontrollieren. In einem kurz angebundenen Statement berichtete Bürgermeister Stefan Neumann im Rahmen der Gemeinderatssitzung vom Dienstag, 13. Juli 2021, davon, dass beim Bau des Quartiers an der Stadtmauer belastetes Abbruchmaterial festgestellt wurde.

Vorher standen dort Gebäude aus Beton

Auf dem Gelände, das, so Neumann, die Stadt Künzelsau in den Jahren 2007 bis 2009 erworben hatte, standen das PEKA-Kaufhaus und das Gebäude mit der Gaststätte Hopfenlocher – beides Betongebäude im Stil der 60er Jahre. Diese Gebäude wurden im Jahre 2015 abgerissen. Das Gelände wurde teilweise mit dem Abbruchschutt aufgefüllt.

Bekannt, dass in Altbauten oftmals Schadstoffe sind

Es ist bekannt, dass in Beton aus dieser Zeit oft Schadstoffe zu finden sind. Über die Schädlichkeit einiger damals gebräuchlicher Zusatzstoffe war noch wenig bekannt, heute ist die Verwendung einiger dieser Zusatzstoffe stark reglementiert. Auch soll die Zementherstellung manchmal der Schadstoffbeseitigung gedient haben. Weitere Schadstoffe, die bei Gebäuden aus dieser Zeit immer wieder gefunden werden, sind zum Beispiel mineralfaserhaltige Materialien oder Holzverkleidungen, die noch immer hochgiftige Insektizide (Lindan) enthalten.
Vorsicht beim Abriss oder der Sanierung solcher Gebäude ist also immer angebracht.

Entsprechende Vereinbarung nicht eingehalten?

Neumann legt Wert darauf, dass mit den vorherigen Eigentümern vereinbart war, dass nach dem Abbruch ausschliesslich unbelastetes Material verfüllt werden darf. Dies wurde, so Neumann, von den Eigentümern so zugesichert. Neumann fragt sich deshalb: „Wie ist das Material in die Grube gekommen?“
Die offensichtlichere Frage „Warum hat man das beim Verfüllen 2015 nicht geprüft und warum ist das niemandem aufgefallen?“ wurde im Gemeinderat nicht angerissen, zumindest nicht öffentlich. Oder will Neumann damit sagen, dass jemand nachts mit dem LKW kontaminierten Schutt in die Grube geschüttet haben könnte?

Situation undurchsichtig

Mit den vorherigen Eigentümern der Gebäude sei die Stadt Künzelsau in Kontakt, so Neumann. Wer die damaligen Eigentümer waren, will er nicht sagen. Er will eine Vorverurteilung vermeiden.

Wer trägt die Kosten für die teure Entsorgung der Schadstoffe

Auf jeden Fall werden für die Entsorgung des Materials höhere Kosten entstehen als ursprünglich geplant, wie hoch diese Kosten sein können, ist noch nicht bekannt.
Das Gelände war schon mehr als 10 Jahre im Eigentum der Stadt. Ob diese Kosten nach so langer Zeit noch auf die Alteigentümer umgelegt werden können, ist offen. Möglicherweise kann diese Frage nur gerichtlich geklärt werden.
Auch könnten mögliche strafbare Handlungen nach 10 Jahren ebenfalls bereits verjährt sein.

Womöglich bleibt die Stadt Künzelsau, genauer: die Bürger:innen der Stadt, letztlich auf diesen Kosten sitzen.

Mehr Transparenz wäre in diesem Falle angebracht

Die Bebauung der Innenstadt und die damit verbundenen Themen interessieren die Bürger:innen. Vor allem dann, wenn es Außergewöhnliches zu berichten gibt oder wenn es um Geld geht. Im Sinne der Transparenz wäre es erforderlich, dass ein solches Thema in öffentlicher Sitzung ausgiebig diskutiert und die ganz offensichtlichen Fragen gestellt und beantwortet werden.
Offenbar war auch die Mehrheit des Gemeinderats in der letzten Sitzung dieser Meinung, denn der Antrag, das Thema in öffentlicher Sitzung zu behandeln wurde vom Rat mit 11:9 Stimmen angenommen, jedoch vom Bürgermeister so nicht umgesetzt.
Ein knappes Statement, das mehr Fragen aufkommen lässt als es beantwortet, kann bei einem solch wichtigen Thema sicher nicht genügen.

Text: Matthias Lauterer