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„Sie machen sich möglicherweise strafbar“

Ein beziehungsweise mehrere anonyme Schreiber haben der Redaktion GSCHWÄTZ ein zweiseitiges computergeschriebenes Dokument zukommen lassen, in welchem sie eindringlichst davor warnen, Kinder gegen Corona impfen zu lassen.

Das Dokument trägt den Titel: „Wichtige Informationen mit möglicher strafrechtlicher Relevanz“ und ist unterzeichnet mit „von besorgten Eltern, die leider anonym bleiben möchten“.

Appell an die Hohenloher Schulleiter:innen und Lehrer:innen

In ihrem Schreiben appellieren die Urheber an die „Rektor:innen und Lehrer:innen im Hohenlohekreis“,  dass dieses Vorgehen [Coronaimpfungen bei Kindern] „aus aktueller wissenschaftlicher Sicht grob fahrlässig und Sie sich in Ihrer Funktion möglicherweise strafbar machen, wenn Sie diese Bestrebungen und Anordnungen unhinterfragt unterstützen“. Sie beziehen sich dann auf einen offenen Brief, den das „unabhängige Ärzte- und Gesundheitsnetzwerk Aletheia“ an die Swissmedic geschrieben hat. Swissmedic ist die Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte in der Schweiz. Aletheia wurde im vergangenen Jahr in der Schweiz von praktizierenden Ärzten und einem Pharmaziestudenten gegründet. Das Netzwerk will laut seiner Homepage „Ärztinnen und Ärzte vernetzen, um eine differenzierte und auf Empirie und Wissenschaftlichkeit basierende Sichtweise auf aktuelle Gesundheitsfragen zu erhalten“, wird in der Schweiz aber sehr kritisch gesehen. Sie gelten als Corona-Skeptiker und einige der Gründungsmitglieder sind bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Der Luzerner Hausarzt Andreas Heisler beispielsweise hatte für Patienten Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt, ohne diese jemals gesehen zu haben, was ihm ein Aufsichtsverfahren der Luzerner Gesundheitsdirektion einbrachte.

Todesfälle nach der Impfung

In dem GSCHWÄTZ zugespielten Schreiben wird von 15.000 Todesfällen in Europa und Nordamerika nach Corona-Impfungen berichtet. Woher diese Zahl stammt, wird leider nicht angegeben. Tatsächlich schreibt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das in Deutschland die Meldungen über Impfnebenwirkungen sammelt, in seinem Sicherheitsbericht vom 15. Juli 2021 von 10.578 Verdachtsfällen mit  schwerwiegende unerwünschten Reaktionen nach einer Impfung mit einem der Corona-Vakzine (https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/newsroom/dossiers/sicherheitsberichte/sicherheitsbericht-27-12-bis-30-06-21.pdf?__blob=publicationFile&v=5). Das sind solche Fälle, in denen die Personen im Krankenhaus behandelt werden mussten oder die Reaktionen hatten, die als medizinisch bedeutsam eingestuft wurden. Zu Todesfällen nach Impfungen heißt es in dem PEI-Sicherheitsbericht: „In 1.028 dieser Verdachtsfälle sind die Personen in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung gestorben.“ Dies entspricht einem Anteil zwischen 0,1 bis 1,1 Prozent je nach Vakzin. Bei einigen der Verstorbenen bestand laut PEI bereits vor der Impfung eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, die als Todesursache infrage komme.

Unverhohlene Drohung

Die Verfasser des anonymen Schreibens fordern die Adressaten auf, sich für den „Stopp der gefährlichen Impfung, insbesondere für Kinder, einzusetzen“ und endet mit einer unverhohlenen Drohung: „Die Verantwortlichkeit für allfällige körperliche und psychische Schäden ist keineswegs geklärt und wird wohl erst in zukünftigen Verfahren geklärt werden. Die hohe Anzahl von wissenschaftlichen Fakten, die nur noch schwer zu ignorieren sind, wird aber die Gerichte unter Druck setzen, um einen Schuldigen zu benennen. Stellen Sie heute schon sicher, dass Sie nicht dazu zählen.“

 

 




Fahrradfahrerin mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht

Schwere Verletzungen zog sich eine Fahrradfahrerin am Sonntag, den 18. Juli 2021, in Ingelfingen zu. Die Frau radelte gegen 9.45 Uhr mit einer Gruppe weiterer Fahrradfahrer auf der Straße „Neuer Wasen“. Wohl durch einen Fahrfehler verlor die 51-Jährige das Gleichgewicht und stürzte zu Boden. Die schwerverletzte Frau wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Hohenlohekreis wieder auf Inzidenzstufe 2

Am gestrigen Montag, den 19. Juli 2021, hat das Landesgesundheitsamt am fünften Kalendertag in Folge einen 7-Tage-Inzidenzwert von über 10 auf 100.000 Einwohner für den Hohenlohekreis veröffentlicht, schreibt das Landratsamt Hohenlohekreis in einer Pressemitteilung. Die Inzidenz lag gestern bei 14,2. Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat diese Überschreitung am selben Tag per Allgemeinverfügung offiziell festgestellt. Bereits am heutigen Dienstag, den 20. Juli 2021, treten die Regelungen der Inzidenzstufe 2 aus dem Stufenplan des Landes Baden-Württemberg in Kraft.

Damit gelten unter anderem die folgenden Regelungen. Erwähnt sind nur die Bereiche, in denen eine Änderung eintritt:

  • Bei privaten Treffen sind statt 25 Personen nur noch 15 Personen aus 4 Haushalten erlaubt. Kinder dieser Haushalte und bis zu fünf weitere Kinder bis 13 Jahre sowie Geimpfte und Genesene zählen dabei nicht mit.
  • Private Feiern und Veranstaltungen sind nur noch mit 200 statt 300 Personen möglich. In geschlossenen Räumen gilt generell die 3G-Regel (Geimpft, Genesen, Getestet).
  • Öffentliche Veranstaltungen und Sportwettkämpfe: im Freien sind nur noch 750 statt 1.500 Personen erlaubt, in Räumen 250 Personen. Ab 200 Personen Maskenpflicht.
  • In der Gastronomie gilt innen ein Rauchverbot.
  • Die Besucherzahl bei Messen ist auf eine Person je angefangene sieben Quadratmeter (ohne 3G-Regel) oder eine Person je angefangene drei Quadratmeter (mit 3G-Regel) begrenzt.
  • Diskotheken sind geschlossen.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Nach mehr als 10 Jahren: Kreisräte stimmen für Kreishaus in Künzelsau

Das Kreishaus ist auf dem Weg. Nach über zehn Jahren hat sich der Kreistag auf seiner Sitzung am Montag, 19. Juli 2021, in Kupferzell nach gut zwei Stunden Diskussion mit überwältigender Mehrheit dafür ausgesprochen, das neue Landratsamt zentral in Künzelsau zu errichten.

Der Zeitpunkt sei nun ideal

Landrat Dr.Matthias Neth beginnt die Debatte mit einer Beschreibung des derzeitigen Zustands. Auf der einen Seite sagt er „Verbesserungen sind dringend notwendig“, andererseits weiß er, dass eine „Renovierung des Landratsamts wirtschaftlich nicht darstellbar“ ist. Der Zeitpunkt sei nun ideal für einen Neubau, da die Schulsanierungen beendet seien und der Krankenhausneubau auf dem Weg sei. Ende der 2020er Jahre kämen neue Schulsanierungen auf den Kreis zu.

Vom Rathaus bis zum Kaufland soll sich das neue Kreishaus-Areal erstrecken

Drei Gebäude und drei optionale Erweiterungsgebäude enthält das Konzept (GSCHWÄTZ berichtete), 600 Arbeitsplätze sollen in diesen Gebäuden unterkommen. Die Gebäude sollen modular und nacheinander gebaut werden, zuerst ein Verwaltungsgebäude, danach das neue repräsentative Gebäude am Standort des heutigen Landratsamts.

„Erst Kreispolitik, dann Strukturpolitik“

Mit den Worten „Erst Kreispolitik, dann Strukturpolitik“ appelliert er an die Kreisrät:innen, das Beste für den Kreis im Sinn zu haben und nicht Strukturpolitik für einzelne Gemeinden zu betreiben. Zuletzt dankt er der Stadt Künzelsau, die nicht nur die Sanierung des Bodens auf dem Schotterparkplatz übernimmt, sondern auch ein Nahwärmekonzept auf den Weg bringen will, an das auch das Kreishaus angeschlossen werden könnte.

Prämissen des Kreises

Kreiskämmerer Schellmann stellt die Prämissen des Projekts vor:

  • Aufgabe von Anmietungen: Allein für die gemieteten Räumlichkeiten entstehen jährliche Kosten von 370.000 Euro pro Jahr.
  • Reduzierung von Standorten: Außer den Standorten Kupferzell und Stäffelesrain sollen alle Ämter und Behörden am Standort Künzelsau zentral angesiedelt werden.
  • Erschließung von Synergien: Durch den zentralen Standort erwarte Schellmann einen jährlichen Synergieeffekt von etwa 100.000 Euro pro Jahr.

Die Anzahl und die Ausstattung der Arbeitsplätze sollen die neuen Arbeitsformen wie Home-Office und Teilzeit wiederspiegeln, daher plant Schellmann bei fast 1.000 Mitarbeiter:innen nur mit rund 600 Arbeitsplätzen in Künzelsau.

„Richtig schwäbisch finanziert“

Die Gesamtkosten beziffert Schellmann auf ungefähr 60 Millionen Euro. 20 Millionen seien bereits verfügbar, 40 Millionen seien durch Kredite zu finanzieren – ein Drittel Eigenkapital und zwei Drittel Fremdkapital, das nennt Schellmann „richtig schwäbisch finanziert“. Die Zinssituation sei günstig, sodass jährlich etwa 1.6 Millionen Euro an Tilgung und Zinsen anfallen würden, die zu einem großen Teil durch die Einsparungen finanziert werden könnten.

Ein nichtoffener Planungswettbewerb –  das bedeutet, dass geeignete Büros eingeladen werden – soll jetzt folgen. „Ein langer Weg liegt vor uns“, sagt Schellmann zum Abschluß seines Vortrags.

„Nicht emotional“ vorgehen

Prof. Otto Weidmann wollte „rational, realistisch und nicht emotional“ vorgehen und schlug gleich vor, nicht nur ein Kreishaus in Künzelsau zu errichten, sondern auch einen Schwerpunkt „im Süden des Kreises“ zu errichten. Dieser Standort sollte gemietet werden – das entspricht natürlich nicht den Vorgaben, die der Kreistag selbst formuliert hatte. Er hält „die genannten Schätzungen für deutlich zu optmistisch“. Einige der Anwesenden unterstellten Weidmann unterschwellig Lokalpolitik statt Kreispolitik, vor allem da sich ja ein potentieller Vermieter einer Fläche in Öhringen schon öffentlich gezeigt hat. Ute Oettinger-Griese drückte es deutlich aus: „Die Kreisreform war 1972, da muß man jetzt mal drüber weggucken“. Außer Weidmann waren nahezu alle Rät:innen gegen einen weiteren Schwerpunkt. Spannend, dass beide Seiten die Digitalisierung als Argument für ihren Standpunkt heranzogen. Thomas Dubovy stellt daher auch fest: „Die Digitalisierung ist ein Chamäleon.“

Mißtrauen gegen Künzelsauer Bürgermeister Neumann

Ingrid Kircher-Wieland stellt klar, dass sowohl der Bedarf als auch die Tatsache, dass keine Zeit zu verlieren ist, unstrittig sind. Da Ihrer Meinung nach der Zeitverzug von der Stadt Künzelsau verursacht wurde, fordert sie, alle Versprechungen von Künzelsau schriftlich zu fixieren. Auch sei der Kreistag nicht für die Stadtentwicklung von Künzelsau zuständig. Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann verzieht bei diesem Vorwurf keine Miene, warum auch: Schließlich hat er bereits einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluß vorzuweisen.

Zu hohe finanzielle Belastung befürchtet

Anton Baron sieht die Gefahr, dass der Vorschlag der Verwaltung finanziell nicht haltbar ist und malt das Gespenst eines Baustopps an die Wand.  Er verweist darauf, dass die AfD „sich schon immer hinter das Kreishaus gestellt“ habe. Landrat Neth erwidert, dass auch wegen des finanziellen Risikos in mehreren Schritten und modular geplant werde. Baron ist aber nicht der Einzige, der die hohe finanzielle Belastung des Kreises bemängelt: Auch Irmgard Kircher-Wieland und Dieter Palotta äußern Bedenken.

„Nicht im Kreis drehen, auch wenns der Kreistag ist“

Dagegen wirft Achim Beck ein: „Wir tun so, als müßten wir morgen 60 Millionen auf den Tisch legen.“ Er will „auf jeden Fall weiterkommen und das ganz schnell“ und sorgt mit seinem Appell die Kreisrät:innen, „nicht im Gremium rumzueiern und sich im Kreis zu drehen, auch wenn’s der Kreistag ist“ für Gelächter.

Das HOBAG-Gebäude ist der Knackpunkt

Wichtiger Diskussionspunkt ist das HOBAG-Gebäude – soll es erhalten werden oder einem Neubau weichen? Neth erklärt, dass die angesetzte Summe von 60 Millionen nur gehalten werden kann, wenn das HOBAG-Gebäude erhalten bleibt. Ansonsten müsse man mit Kosten von 75 Millionen Euro rechnen. Trotzdem ist Hans-Jürgen Saknus der Meinung: „Neu, leistungsfähig und modern: Das ist das HOBAG-Gebäude nicht. Das soll das Sinnbild der Hohenloher Kreispolitik sein?“ Er will ein „Ensemble schaffen, das emotional ansprechend ist“.

Quer über alle Fraktionen besteht Einigkeit, dass die modulare Strategie sehr vernünftig ist. Zum einen könne man auf neue Anforderungen, Neth spricht zum Beispiel von Katastrophen- und Bevölkerungsschutz, noch reagieren, zum anderen habe man auch die Möglichkeit, finanziell flexibel zu reagieren.

Modulare Strategie findet Zustimmung

Nach kurzer Unterbrechung, in der sich die Fraktionen nochmals beraten, wird der ursprüngliche Antrag in drei Punkten verändert: Die Anzahl der Arbeitsplätze soll nicht festgelegt werden. Die Formulierung „nach derzeitigem Stand 600 Arbeitsplätze“ soll Flexibilität nach oben und unten schaffen. Außerdem wird von den Architekten gefordert, in ihren Entwürfen auch einen Vorschlag zu machen, in dem das HOBAG-Gebäude erhalten bleibt. „Geld spielt eine Rolle im Hohenlohekreis“, findet Thilo Michler.

Die insgesamt 8 Anträge wurden jeweils mit hoher Mehrheit angenommen, einmal gab es drei Enthaltungen, zwei Anträge wurden mit jeweils einer Gegenstimme angenommen.

Damit können die nächsten Schritte für das Kreishaus getan werden: Die Stadt Künzelsau ist in der Verpflichtung, möglichst schnell Baurecht zu schaffen. Der Kreis kann die Ausschreibung für den Architektenwettbewerb beginnen.

Landrat Neth schließt den Tagesordnungspunkt mit den Worten „Dieser Beschluss hat Herr Neumann Millionen gekostet.“ Darüber kann Neumann jetzt lächeln.

Foto: Matthias Lauterer

Das Gebiet der Neuplanung umfaßt den rot umrandeten Bereich. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat.

So stellen sich die Planer das neue Gesicht Künzelsaus vor – in etwa 10 Jahren. Deutlich zu sehen die neue Stadtachse zwischen Rathaus und Bergbahn, an der die Gebäude des Landratsamts liegen werden. Quer dazu ist Raum für die Trasse der Kochertalbahn. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat.




Ausbildungsplätze zu vergeben

Auch wenn das neue Ausbildungsjahr in vielen Unternehmen bereits im September 2021 beginnt, sind viele Ausbildungsstellen noch offen.

Diesen Betrieben stellt die Stadtverwaltung Künzelsau am Samstag, den 24. Juli von 10 bis 15 Uhr Plätze in der Künzelsauer Innenstadt zur Verfügung, um bei einer „Last-Minute Ausbildungsaktion“ mit einem Informationsstand präsent zu sein und die letzten Bewerber:innen zu gewinnen. Das geht aus einer aktuellen Meldung der Stadtverwaltung hervor.

„Viele Ausbildungsbörsen konnten nicht stattfinden“

Bürgermeister Stefan Neumann hat die Aktion kurzfristig ins Leben gerufen: „Vor allem aufgrund der Pandemie konnten weniger Kontakte geknüpft werden und viele Ausbildungsbörsen nicht stattfinden. Deshalb ist es jetzt wichtig, jungen Menschen bei der Ausbildungssuche zu helfen und die noch offenen Ausbildungsstellen zu besetzen.“

Von 10 bis 15 Uhr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich

Unternehmen aus Künzelsau und aus dem Gewerbepark Hohenlohe werden sich mit ihren Informationsständen entlang der Hauptstraße unterhalb vom Alten Rathaus präsentieren. Die meisten dieser Ausbildungsbetriebe haben noch offene Ausbildungsplätze für dieses Jahr zu vergeben. Von 10 bis 15 Uhr können sich Interessierte über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren und mit den Unternehmen ins Gespräch kommen.

Beteiligte Unternehmen

Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen mit vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten sind mit dabei. Bisher angemeldet sind: GEMÜ Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG, Kratschmayer Kälte-Klima-Lüftung GmbH, R. STAHL Schaltgeräte GmbH, Residenzen Schloß Stetten, Rosenberg Ventilatoren GmbH, Sparkasse Hohenlohekreis, Stadtverwaltung Künzelsau, STAHL CraneSystems GmbH, SWG Schraubenwerk Gaisbach GmbH, temPERSO Rummel & Glass GmbH, Volksbank Hohenlohe eG, Würth Elektronik eiSos GmbH & Co. KG und ZIEHL-ABEGG SE.

Corona-Regeln

Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig. Alle Personen, die ein Gespräch am Informationsstand führen, erfassen ihre Kontaktdaten mit einem ausgehängten QR-Code über die Luca-App oder mit einem Anmeldezettel und tragen einen Mund-Nasen-Schutz. Darüber hinaus gelten die allgemeinen AHA-Regeln.




Am Wochenende „offenes Impfen“

Das Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen hat die Termine für das „offene Impfen“ angepasst. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamtees des Hohenlohekreises hervor.

Ab sofort ist die Impfung ohne vorherige Terminvereinbarung immer freitags und samstags von 8 bis 18 Uhr und sonntags von 8 bis 15 Uhr möglich. Die angekündigten offenen Impftage vom 19. bis 22. Juli 2021 entfallen.

„Es hat sich gezeigt, dass das offene Impfangebot unter der Woche nur wenig genutzt wird“, erklärt Mike Weise, Leiter des KIZ. „Deshalb haben wir entschieden, die offenen Impftage auf das Wochenende zu konzentrieren.“




Ab nächster Woche bespielbar

Geradezu malerisch gelegen unter der Burg ist der neue Spielplatz des Kindergartens in Kocherstetten, der im Herbst 2020 fertiggestellt wurde. Rund 150.000 Euro hat die Stadt Künzelsau bereits für die Anlage dieses Spielplatzes aufgewendet, für Landschaftsgestaltung und Beschattung werden nochmals Kosten entstehen.

Keine Kinder auf dem Spielplatz

Das einzige, was dem Spielplatz bisher fehlt, sind spielende Kinder. Die können den Spielplatz bis heute nur mit sehnsuchtsvollen Augen betrachten, aber nicht benutzen: „Es steht lediglich die Anbringung der Geländer und Zaunanlage aus“, informiert Helen Bühler, Leiterin des Fachbereichs Stadtmarketing/Kultur/Presse. Da der Spielplatz an eine Wiese grenzt, die bis zum Kocherufer geht, ist eine Abgrenzung notwendig. Die langen Lieferzeiten seien schuld, dass Geländer und Zäune noch nicht angebracht werden können, sagt Bühler. Umlaufende Gerüchte, dass bei der Planung oder dem Aufbau etwas schiefgelaufen sei, dementiert sie: „Bei der Errichtung des Spielplatzes wurden alle Normen eingehalten. Eine Nachbesserung war nicht erforderlich.“

Ein Bauzaun soll die Kinder schützen

Die Kinder dürfen sich freuen, sie werden die neuen Spielgeräte voraussichtlich ab nächster Woche in Besitz nehmen können: „Es wird vorübergehend ein Bauzaun angebracht, sodass der Spielplatz voraussichtlich kommende Woche für die Kinder nutzbar ist.“
Eine pragmatische Idee, auf die man auch schon früher hätte draufkommen können.

Text: Matthias Lauterer

 

Malerisch gelegen: Der neue Spielplatz für den Kindergarten in Kocherstetten. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 

 

 




Künzelsau wird kaum noch wiederzuerkennen sein

Große Bauprojekte prägen momentan das Bild der Innenstadt von Künzelsau, am PEKA-Areal wird bereits intensiv gebaut, am MUSTANG-Areal ist alles vorbereitet, um mit dem Bau beginnen zu können. Das nächste Großprojekt, das in den Startlöchern steht, ist das neue Landratsamt, von vielen auch als „Kreishaus“ bezeichnet, das nicht nur das heutige Landratsamt ersetzen soll, sondern auch den Stadteingang von Künzelsau stark verändern wird. Vom Rathaus bis zum Kaufland-Einkaufszentrum soll kaum ein Stein auf dem anderen bleiben.

Das Gebiet der Neuplanung umfaßt den rot umrandeten Bereich. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat.

Dies ist jedenfalls der Präsentation von Christine Tritschler vom Büro ORplan zu entnehmen, die sie den Künzelsauer Gemeinderäten am Dienstag, 13. Juli 2021, vorstellte. Einige Veränderungen gegenüber den bisherigen Planungen sowie ein Bauphasenplan waren die wesentlichen neuen Inhalte.

So stellen sich die Planer das neue Gesicht Künzelsaus vor – in etwa 10 Jahren. Deutlich zu sehen die neue Stadtachse zwischen Rathaus und Bergbahn, an der die Gebäude des Landratsamts liegen werden. Quer dazu ist Raum für die Trasse der Kochertalbahn. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat.

So ist vonseiten des Kreises kein einhäusiges Landratsamt mehr gewünscht, sondern ein „modulares System“ angedacht, das aus mehreren Gebäuden bedarfsgerecht aufgebaut werden kann. Das zentrale Gebäude soll auf dem heutigen Schotterparkplatz am Kaufland errichtet werden, zwei weitere Gebäude sind östlich davon an der neuen Stadtachse Richtung Rathaus geplant. Auf dem nördlichen Teil des heutigen Schotterparkplatz soll ein Parkhaus für etwa 250 Fahrzeuge errichtet werden. Dieser Teil der Umgestaltung könnte, so Tritschler bereits bis Ende 2023 realisiert sein, sofern der notwendige Bebauungsplan schnell verabschiedet werden kann. In einer späteren Bauphase sollen dann die heutigen Gebäude des Landratsamtes abgerissen und dort ein neues repräsentatives Gebäude errichtet werden. Die weiteren Baumassnahmen, inklusive eines eventuellen Neubaus des Kaufland-Gebäudes werden voraussichtlich mindestens bis 2030 dauern.

Bergstraße: HOBAG-Gebäude und Landratsamt werden neuen Gebäuden weichen. Foto: GSCHWÄTZ

Geplante, aber noch nicht umsetzungsreife Infrastrukturmaßnahmen wie die Kochertalbahn oder ein angedachtes Nahwärmenetz sowie eventuell eine Umgestaltung oder ein Neubau des Kaufland-Gebäudes werden bei den städtebaulichen Planungen berücksichtigt.

Aufgrund der städteplanerischen Vorplanung soll nun ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden, der für Qualität sorgen soll.

Eine „Herzensangelegenheit“

Für Michael Schellmann, den Kämmerer des Kreises, ist das Projekt eine „Herzensangelegenheit“, mit der er sich seit 15 Jahren beschäftigt. Schließlich sollen die derzeit 23 Standorte, an denen Kreisbehörden tätig sind, möglichst am zentralen Standort mit 600 bis 650 Mitarbeitern integriert werden. Das Ziel, die A-Lage zu erhalten und gleichzeitig mit einem modularen Ansatz flexibel zu sein, sei durch die Planungen realisiert worden. Er lobt die lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen Kreis und Stadt und appelliert an die Entscheidungsträger, den ambitionierten Zeitplan durch schnelle politische Entscheidungen zu unterstützen.

Lauffaule Künzelsauer Einkäufer

Verena Löhlein-Ehrler bezweifelt, dass das Parkhaus am richtigen Platz steht, „Wie lauffaul der Künzelsauer Einkäufer ist, sehen wir an den Wertwiesen“, und  bemängelt, dass in den neuen Plänen weniger Geschäfts- und Wohnfläche geplant sei. Das kann Tritschler nicht bestätigen: „Die Quadratmeter für das Landratsamt sind gleichgeblieben, tatsächlich sind aber Wohn- und Geschäftsgebäude eher zurückgesetzt“ – und damit auch auf spätere Bauphasen verschoben.  Wichtig ist Tritschler, „den Verkehr direkt am Stadteingang abzuholen und ihn nicht durch die Stadt zu führen“, daher sieht sie das Parkhaus an der richtigen Stelle, auch weil es direkt an die Stuttgarter Straße angeschlossen werden soll.

Auch Skepsis gegenüber den Aussagen des Landratsamts geäußert

Aufgrund der Beteuerungen bezüglich des Krankenhauses äußert Boris d’Angelo Skepsis „gegenüber dem, was vom Kreis kommt“. Letztlich, sagt er aber, „gibts für Künzelsau gar keine andere Wahl, als zuzustimmen“. Er sieht ansonsten die Gefahr, dass man das Landratsamt verlieren könnte.

Politische Entscheidungen müssen kommen

Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag einstimmig zu. Bürgermeister Neumann versprach, die Beratungen über den Bebauungsplan unmittelbar nach der Sommerpause aufzunehmen.
Am Montag,  19. Juli 2021, werden die Planungen dem Kreistag vorgestellt. Stimmt auch dieser zu, steht dem Umbau des Gesichts von Künzelsau nichts mehr im Wege. Allein für die vom Kreis geplanten Gebäude sind bis zu 60 Millionen Euro angesetzt.

Text: Matthias Lauterer

 

 




„Anwohner und Geschäftsleute bekommen schon gar keine Versicherung mehr, die Hochwasserereignisse abdeckt“

Fünf Jahre nach der Sturzflut am 29. Mai 2016 stellte Sabrina Theel von der beauftragten Firma BIT Ingenieure in der Gemeinderatssitzung vom Dienstag, 13. Juli 2021, die aktuell geplanten Hochwasser- und Starkregen-Schutzmaßnahmen vor.

Im ersten Schritt Massnahmen für Amrichshausen und die Innenstadt

Geplant sind im ersten Schritt ein Hochwasserrückhaltebecken in Amrichshausen sowie fünf Massnahmen an Künsbach und Kemmeter Bach.

Geplante Hochwasserschutzmassnahmen in Künzelsau. Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat

Für Amrichshausen ist oberhalb des Dorfes ein rund 5000 m³ fassendes Rückhaltebecken mit einem rund 3,4m hohen Damm geplant, der Deubach soll einen neuen Verlauf bekommen, um ihn zu verlangsamen. Der Ablauf aus dem Becken wird nicht gesteuert sein, die Durchflussmenge ist durch die Größe des Rohrs begrenzt. Das sei, so Theel, eine äußerst preisgünstige Maßnahme. Dieses Bauwerk soll in der Lage sein, die Überschwemmung der Gemeinde Amrichshausen bei einem 100-jährigen Hochwasser (HW100) sogar unter Berücksichtigung eines Klimaerwärmungszuschlags von 15 Prozent, zu vermeiden.

„Letzte Woche wären wir beinahe wieder abgesoffen“

Gerhard Rudolph ist froh, dass endlich Maßnahmen getroffen werden: „Es hat sich bei den letzten Starkregen gezeigt, dass es 5 vor 12 ist“. Herbert Schneider stimmt zu: „Letzte Woche wären wir beinahe wieder abgesoffen“, 15 bis 20 Zentimeter hätten nur gefehlt. Dennoch hat er Bedenken wegen der Größe des Bauwerks, eine Vertiefung des Geländes wäre weniger Aufwand, meint er. Dem widerspricht Theel: Da das Grundwasser bereits knapp unter der Oberfläche steht, kann eine Vertiefung nicht durchgeführt werden.

Belsenberg weiter ungeschützt

Die in Belsenberg wohnenden Gemeinderäte fordern weitere Maßnahmen zum Schutz ihres Dorfes: Sabine Janny weist darauf hin, dass unterhalb des geplanten Beckens in Amrichshausen bereits weitere Bodenversiegelungen geplant sind, durch die bei Starkregen Wasser sehr schnell nach Belsenberg fließt. Wolfgang Kubat ergänzt, dass sich der Deubach inzwischen selber stark begradigt hat, „mindestens 5 Gumpen sind verschwunden“, und das Wasser daher sehr schnell nach Belsenberg schießt. Er fordert zwischen Amrichshausen und Belsenberg weitere Maßnahmen – in Belsenberg selber sei aufgrund des Artenschutzes an Maßnahmen kaum zu denken.

Sie müssen sich aber auf die Haushaltsplanungen für das Jahr 2022 vertrösten lassen, wo die neuen Projekte definiert werden. „Mit den Maßnahmen, die wir heute vorstellen, ist  es nicht getan“, versichert Bürgermeister Stefan Neumann, „im nächsten Jahr gehts weiter“.

Schutz für die Innenstadt

Zweiter Schwerpunkt ist der Künsbach, der 2016 die gesamte Innenstadt verwüstete. Hier sind gleich fünf Massnahmen geplant. Da im Bachlauf von Künsbach und Kemmeter Bach kaum Platz für ein Rückhaltebecken ist, schlägt Theel hier Massnahmen vor, die den Bachlauf sauber von Geröll und Holz halten sollen, um den Abfluß zu gewährleisten.

Mit einem Raumrechen am Kemmeter Bach, einem Geröllfang am Künsbach, einem Palisadenrechen hinter dem Zusammenfluss von Künsbach und Kemmeter Bach sowie Kaskaden in Höhe des oberen Marktes in Künzelsau will Theel einen Abfluß des Wassers gewährleisten. Ein Einlaufbauwerk auf Höhe des Baumarktes Maas soll zurückgestellt werden und erst zusammen mit einer geplanten Baumassnahme des Eigentümers verwirklicht werden.

Am oberen Markt sind Kaskaden zur Geröllrückhaltung geplant.
Foto: Sitzungsunterlagen Gemeinderat

Ein Gutachten steht noch aus

Das Ergebnis einer „Geschiebepotentialanalyse“, also einer Berechnung, wieviel Material die Bäche bei Hochwasser mitführen und wieviel davon durch die Maßnahmen gefiltert werden, steht noch aus. Erst mit diesen Daten kann die Bauplanung finalisiert und können Zuschüsse angefordert werden.

Nicht ohne Kritik

Boris d’Angelo ist überzeugt, dass diese Maßnahmen bei einem weiteren Starkregenereignis die Stadt nicht schützen können. Er ist der Meinung, dass die Verdolung, für die er das Wort „Baupfusch“ in den Mund nimmt, solche Wassermassen schlichtweg nicht bewältigen kann. Er wirft der Verwaltung vor: „Keiner will diesen Mangel, der damals gebaut wurde, wieder auf den Tisch legen“. Die Verdolung, so erklärt Theel, soll einem HW100 standhalten, beim Starkregen 2016 sei deutlich mehr Wasser angefallen. Für d’Angelo ist das ein Grund mehr, Massnahmen zu fordern, die das Wasser zurückhalten, zum Beispiel spricht er von einer „Staumauer“ im Bereich Gaisbach/Haag. Robert Volpp ist da bei ihm: auch er sieht die Notwendigkeit eines Rückhaltebeckens im Bereich des Künsbachs.

„Anwohner und Geschäftsleute bekommen schon gar keine Versicherung mehr“

Weiterhin fordert d’Angelo die Überprüfung der wahren Kapazität der Hauptstrassenverdolung. Als Bürgermeister Neumann den Sinn dieser Massnahme mit „welche Antwort haben wir dann?“ hinterfragt, beendet d’Angelo die Diskussion mit den Worten „Also gut, ich ziehe meinen Vorschlag zurück, kostet nur Geld“. Johannes Rückgauer fordert ebenfalls dringend Massnahmen zur Wassermengenreduzierung, denn „Anwohner und Geschäftsleute bekommen schon gar keine Versicherung mehr, die Hochwasserereignisse abdeckt“.

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen

Inzwischen wirft die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ein neues Licht auf die Problematik der Kapazität der Verdolung und die Schutzmaßnahmen für die Innenstadt. Man muss sich überlegen, ob das „HW100“ als Maßzahl noch sinnvoll ist, wenn die Frequenz der Starkregenereignisse zunimmt – und genau damit rechnen ja die Meteorologen.

Im nächsten Jahr weitere Schutzmassnahmen

Auch Neumann weist nochmals darauf hin, dass weitere Massnahmen folgen müssen und verweist auf die Haushaltsberatungen für das nächste Jahr. Ein Ausgleich zwischen Kernstadt und Außenbereichen soll dabei das Ziel sein. Trotz aller Maßnahmen warnt er vor der Unberechenbarkeit des Wassers: „Wir dürfen nicht kommunizieren, dass jetzt alles sicher ist“, sagt er. „Wir werden aber besser und besser.“

Text: Matthias Lauterer




Grundloses Fehlen zog die strengsten Strafen nach sich

100 Jahre TSV Ingelfingen – ein Grund zum Feiern. Wir haben im Rahmen der Feierlichkeiten mit den Autorinnen der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum gesprochen: Ulrike Zeller-Michel, Geraldine Blaschka und Judith Blaschka.

GSCHWÄTZ: Hallo zusammen, bitte stellen Sie sich und ihre Rolle im Verein kurz vor.

Ulrike Zeller-Michel: Ich heiße Ulrike Zeller-Michel, bin Pressewart im Verein. Seit fast 20 Jahren. Als Kind war ich auch schon in verschiedenen Gruppen im Verein.

„Ich bin ein Urgestein im Verein“

Geraldine Blaschka: Ich bin Geraldine Blaschka und mache seit rund drei Jahren die Abteilungsleitung vom Jazztanz im Verein. Außerdem habe ich noch zwei Gruppen, die ich schon trainiere, seit ich 15 bin. Angefangen habe ich selbst, als ich klein war.

Judith Blaschka: Im Mutterkindturnen! Geraldine ist meine Tochter. Ich bin Judith Blaschka. Auf gewisse Art und Weise bin ich ein Urgestein im Verein, aber ich hatte auch mal eine kleine Auszeit. Ich habe früher Jazztanz-Gruppen im Verein geleitet und bin die letzten Jahre im Orga-Team. Das heißt, ich bin dabei bei der Organisation und ab und zu mal bei der Moderation von Events.

„Wir haben auch viel dazu gelernt“

GSCHWÄTZ: 100 Jahre TSV Ingelfingen – Was bedeutet das für Sie?

J. Blaschka: Jede Menge Arbeit (lacht) und Verantwortung.

Zeller-Michel: Aber auch Spaß.

G. Blaschka: Immer wieder etwas Neues.

Zeller-Michel: Wir haben auch viel dazugelernt, glaube ich.

J. Blaschka: Und dass wir stolz darauf sein können, dass dieser Verein trotz vieler Hürden und Themen, die er bewältigen musste so gut und in dieser Größe überstanden hat.

Präsentation der Festschrift. Foto: GSCHWÄTZ

„Wir schwelgen gerne in Erinnerungen“

GSCHWÄTZ: Wie ist die Idee zu der Festschrift entstanden?

J.Blaschka: Wir hatten im September letzten Jahres eine Klausursitzung zum 100-jährigen Jubiläum und haben dort festgelegt, was wir tun wollen, welche Veranstaltungen es geben soll und haben dort auch definiert, dass es eine Festschrift geben soll. Wir hatten beim 75-jährigen Jubiläum auch schon eine und das fanden wir alle toll, weil wir selbst auch sehr gern darin blättern und in Erinnerungen schwelgen.

„Wir haben uns freiwillig gemeldet“

GSCHWÄTZ: Wussten Sie gleich, dass Sie das Verfassen der Festschrift in die Hand nehmen wollen?

J.Blaschka: Sagen wir es mal so: Wir haben uns freiwillig gemeldet (lacht).

Zeller-Michel: Ja, als Pressewart habe ich mir eigentlich schon gedacht, dass ich da in irgendeiner Weise mitwirken sollte und auch will.

 „Im Dezember haben wir richtig angefangen“

GSCHWÄTZ: Wie viel Arbeit war das? Wie lange haben Sie daran gesessen?

G.Blaschka: Im Dezember haben wir richtig angefangen.

J. Blaschka: Ja, da haben wir die Interviews geführt. Also zuerst einmal einen Plan gemacht und dank Sandra (Hartmann) auch Hinweise bekommen, worauf wir achten sollen.

Zeller-Michel: Sandra hat uns auch einige Ideen für Interviews und Porträts gegeben…

J. Blaschka: …und uns viel beigebracht, worauf wir achten sollen. Was wir uns auch gemerkt haben (lacht).

 „Das war echt cool“

GSCHWÄTZ: Nachdem Sie sich nun so intensiv mit dem TSV Ingelfingen beschäftigt haben. Was sind Ihre Highlights aus 100 Jahren Vereinsgeschichte?

Zeller-Michel: Sie beziehen da auch die Erstellung der Festschrift mit ein? Denn für mich waren es auf jeden Fall die beiden Interviews, die ich geführt habe. Es war noch einmal eine ganz andere Art, meine Interviewpartner kennenzulernen. Ich habe Frau Jakob und Herr Rohrbach interviewt. Frau Jakob war sehr lange Kassiererin im Verein und Herr Rohrbach ist Übungsleiter.

G. Blaschka: Ich fand die Steckbriefe über die Gruppen selbst super. Es war total interessant, da zu sehen, was die Gruppen eigentlich über sich selbst denken. Auch war ein Highlight für mich, als wir unsere Festschrift druckfertig hatten. Das war echt cool, das erste Mal zu sehen, wie sie dann aussehen wird.

„Es wurden Strafen angedroht“

J. Blaschka: Also meine Highlights waren auch die Interviews. Ich durfte den Bürgermeister im Ruhestand, unseren Vereinsvorsitzenden und Renée Weigel interviewen. Außerdem war es für mich ein Highlight, die Zusammenarbeit in unserem Organisationsteam, das ein bisschen größer war, zu erleben. Und dann war noch der Hammer, dass ich am Ende in unserem Archiv Schriftstücke von 1921 bis 1926 gefunden habe, wie man damals mit den Vereinsmitgliedern gesprochen hat und welch eindeutig klare Ansagen es damals gab (lacht). Es wurden Strafen angedroht, wenn man nicht zu Veranstaltungen erschien. Ich zitiere aus der Festschrift: „Die Mitglieder werden dringend ersucht an den angegebenen Abenden möglichst zahlreich zu erscheinen. Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, dass grundloses unentschuldigtes Fernbleiben laut Statuten die strengsten Strafen nach sich zieht.“ (alle drei lachen) Das wäre manchmal schon hilfreich bei Arbeitsdiensten, wenn man so sprechen würde.

Prost TSV! Die Erleichterung ist der Redaktion der Festschrift anzusehen: Ulrike Zeller-Michel, Geraldine und Judith Blaschka (v.l.). Foto: GSCHWÄTZ

„Die Gründung des Vereins hat für Überraschungen gesorgt“

GSCHWÄTZ: Was haben Sie Neues über den Verein und dessen Mitglieder erfahren, das sie überrascht hat?

G.Blaschka: Die Gründung des Vereins hat für Überraschungen gesorgt. Keiner wusste so recht, warum eigentlich 1921 das Gründungsjahr ist.

 „Es gab 1921 schon eine Gründung“

GSCHWÄTZ: Was hat dabei für Verwirrung gesorgt?

J. Blaschka: Wir waren deswegen so verwundert, weil wir zwar 1921 als Gründungsjahr haben, es aber 1920 schon einmal eine Gründung eines Fußballclubs gab. Ich habe dann gefragt: „Warum haben wir 1921 und nicht 1920 als Gründungsjahr?“ und dank unserem Vereinsvorsitzenden wurden wir in die Geschichte eingeführt.

„Der Spielbetrieb hat 1921 begonnen“

GSCHWÄTZ: Und wieso ist es jetzt 1921?

Zeller-Michel: Der Spielbetrieb hat erst 1921 begonnen und es lag kein Eintrag ins Vereinsregister vor. Abschließend weiß man nicht, ob es nun am Spielbetrieb oder am fehlenden Eintrag ins Vereinsregister lag.

GSCHWÄTZ: Also hat der TSV seine Wurzeln quasi in einem Fußballclub?

J.Blaschka: Das kann man so sagen.

„Mir wurde bewusst, wie viele Personen nicht mehr unter uns sind“

GSCHWÄTZ: Sind Sie bei Ihrer Recherche auch auf Informationen gestoßen, die Sie schockiert oder traurig gemacht haben?

J.Blaschka: Ich sag es mal so: In der „Neuzeit“, in der ich unterwegs war, wurde mir schmerzlich oft bewusst, wie viele Personen, die ich selbst kenne, den Verein begleitet haben und jetzt nicht mehr unter uns sind. Wenn es um die „frühen Jahre“ geht, war da die Erkenntnis, wie sehr damals schon ein Verein hat kämpfen müssen, um existieren zu können und einen Platz zu haben, an dem man trainieren kann. Schon damals waren das immer wiederkehrende Themen. Das waren schon damals Fragen, wie „Wo können wir Fußball spielen?“, weil Plätze beispielsweise dem Bahnbau zum Opfer gefallen sind. Das finde ich interessant aber auch bezeichnend dafür, wie ein Verein auch teilweise kämpfen muss.

„Es gab Phasen, wo es zäher gelaufen ist“

GSCHWÄTZ: Was war schwierig an der Umsetzung des Projektes? Gab es besondere Hürden?

Zeller-Michel: Corona hat es vielleicht ein bisschen schwieriger gemacht. Und wie überall gab es auch zwischenzeitlich mal Phasen, wo es ein bisschen zäher gelaufen ist.

J. Blaschka: Am Ende wussten wir drei aber ganz klar: Wenn der Druck kommt, dann läuft es (lacht).

„Irgendetwas Witziges gab es immer“

GSCHWÄTZ: Was hat Sie seit Dezember in Bezug auf das Projekt zum Lachen gebracht? Gab es irgendwelche Knallergeschichten?

J. Blaschka: Also gelacht haben wir sehr viel. Das haben wir auch in die Festschrift reingebracht. Das war, glaube ich, auch der einzige Sport den wir in der Zeit getrieben haben (lacht). Also Bauchmuskelkater hatten wir auf jeden Fall.

Zeller-Michel: Irgendetwas Witziges gab es immer.

J. Blaschka: Also vielleicht auch die Erkenntnisse, die man aus den Interviews und Porträts mitgebracht hat über die man sich dann ausgetauscht hat.

G. Blaschka: Lustig war auch, dass wir zehn Mal die Auflistung gemacht haben, welche Seite denn nun was beinhalten soll.

Zeller-Michel: Und dann war doch wieder alles anders (lacht).

J. Blaschka: Auf jeden Fall war es insgesamt sehr spaßig.

Von links: Ulrike Zeller, Geraldine Blaschka, Judith Blaschka. Foto: GSCHWÄTZ

 „Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die sich für den Verein einsetzen“

GSCHWÄTZ: Sehen Sie den TSV Ingelfingen, nachdem Sie sich intensiv mit der Vereinsgeschichte beschäftigt haben, nun mit anderen Augen?

J. Blaschka: Also vielleicht nicht unbedingt den TSV, aber ich schaue mir heute die Festschrift zum 75-Jährigen Jubiläum mit anderen Augen an, wissend, was alles dahinter steckt, so eine Festschrift zu erstellen. Ohne die Vorarbeit zur 75-Jahres-Festschrift wäre unsere auch gar nicht so möglich gewesen. Diese Recherche zu den frühen Vereinszeiten, die der Altbürgermeister Ehrmann mit dem Herrn Bauer geleistet hat, ist schon sagenhaft.

Zeller-Michel: Mir ist noch einmal bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass es Menschen gibt, die sich für den Verein, über die ganzen 100 Jahre gesehen, einsetzen und wirklich viel Freizeit dafür opfern. Das kann nur so funktionieren. Viele sehen vielleicht gar nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt, dass so ein Verein läuft. Viele Leute erwarten einfach, dass die Übungsstunden für ihr Geld stattfinden. Mir ist wirklich noch einmal bewusst geworden, was es überhaupt bedeutet, so einen Verein zu führen.

j. Blaschka: Am Ende sind es die Menschen. Wenn du keine Menschen hast, die Übungsleiter machen oder sich um all diese Abläufe kümmern, dann gibt es keinen Verein. Dann gibt es vielleicht ein Sportstudio, wo man hingeht und dafür teuer bezahlt, aber dann gibt es kein Vereinsleben.

„Halli-Galli-Fasching wird es nicht mehr geben“

GSCHWÄTZ: Angenommen, Sie könnten mit einer Zeitmaschine an einen Zeitpunkt in 100 Jahren Vereinsgeschichte reisen. Welcher wäre das?

J. Blaschka: Ich würde zurückkehren zu Pfingstfesten und Fasching. Aber richtig Fasching. Nicht nur Prunksitzungen, sondern Halli-Galli-Fasching. Ich weiß jedoch, das wird es nicht mehr geben… Also zumindest nicht den Halli-Galli-Fasching.

G. Blaschka: Ich auch. Also die früheren Prunksitzungen kenne ich ja nicht, aber die ersten, die ich miterlebt habe, waren eigentlich die besten.

Zeller-Michel: Was ich immer schön fand, waren tolle Aktionen mit dem Ausschuss und den Übungsleitern in den 2000-er Jahren. Kanufahren, Hochseilgarten, Fliegen, Bogenschießen,… Das waren immer schöne Veranstaltungen.

„Wir haben viel anzubieten“

GSCHWÄTZ: Was lieben Sie an Ihrem Verein?

J. Blaschka: Alles. Vor allem, dass er manchmal chaotisch ist, aber wenn es drauf ankommt, finden sich doch immer wieder die zusammen, die sich finden müssen, damit etwas auf die Beine gestellt wird.

G. Blaschka: Ich denke immer, das ist ein kleiner Verein, aber wir haben eigentlich schon viel anzubieten. Trotzdem ist es familiär. Jeder kennt jeden.

Zeller-Michel: Ich finde auch, dass wir ein breites Sportangebot haben.

J. Blaschka: Wir sind einfach gut (lacht). Das kann man zum Abschluss schreiben: Der TSV Ingelfingen ist gut.

 

Interview: Priscilla Dekorsi