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Sperrung der B19 ab 02. August

Das Regierungspräsidium Stuttgart führt ab Montag, den 02. August 2021, an der B 19 in der Ortsdurchfahrt Künzelsau auf einer Länge von rund einem Kilometer eine Fahrbahndeckenerneuerung durch. Die Strecke weist zahlreiche Risse und Verdrückungen auf und bedarf einer Sanierung. Das geht aus einer Mitteilung der Stadt Künzelsau hervor. Weiter heißt es:

Im Zuge der Maßnahme werden ebenso der talseitige Gehweg sowie die Entwässerungseinrichtungen vollständig erneuert. Die gesamte Maßnahme ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Im ersten längeren Bauabschnitt verläuft der Verkehr von der Stadt Künzelsau und aus
Fahrtrichtung Langenburg im Einbahnverkehr auf der B 19. Die Teilsperrung dauert voraussichtlich bis Freitag, den 27. August 2021, an.
Der Verkehr aus Fahrtrichtung Bad Mergentheim/Ingelfingen wird am Kreisverkehr von der B 19 über die Würzburger Straße – Bahnhofstraße – Schillerstraße wieder auf die B 19 geführt. Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer aus der Fahrtrichtung
Schwäbisch Hall/Gaisbach werden analog in die Gegenrichtung geführt. Der Verkehr aus dem Stadtteil Nagelsberg kann am Knotenpunkt von der B 19 kommend in die Mühlbergstraße beziehungsweise Kappensteige abfahren. Von Nagelsberg kommend ist ein Befahren der B 19 auf der Mergentheimer Straße nur nach rechts in Fahrtrichtung Kreisverkehrsplatz/Ingelfingen/Bad Mergentheim möglich. Das Regierungspräsidium Stuttgart bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die Beeinträchtigungen während der Bauzeit.

Parallel dazu führt die Stadt Künzelsau im Zeitrahmen der Arbeiten an der B 19 Asphaltarbeiten in der Bahnhofstraße aus. Über den Beginn und Ablauf dieser Arbeiten in der Bahnhofstraße sowie die Dauer der damit einhergehenden
Sperrung folgen weitere Informationen.




„Laut unserer Information sind nicht nur zwei Lokationen betroffen, sondern weit aus mehr“

Der Hohenlohekreis ist wieder führend, was die Inzidenz betrifft. Das liegt laut dem Landratsamt des Hohenlohekreises unter anderem an einer Bar in Öhringen. Auch der Name der Bar grassierte in der Presse. Daraufhin erntete der Barbetreiber einen Shitstorm.
Nun meldet er sich in den sozialen Medien zu Wort. Unter anderem wurde sein Beitrag in der Facebook-Gruppe „Du weisst, dass Du aus Öhringen kommst, wenn…“ veröffentlicht.
Anbei veröffentlichen wir seine Stellungnahme:
„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Stadt Öhringen und Hohenlohekreis,
aufgrund der aktuellen Beschuldigungen des Corona Ausbruchs in unserer Shishabar Metropol Öhringen möchten wir gerne eine Stellung dazu nehmen:

Mehrfach mussten wir in Zeitungsartikeln unseren Namen lesen, die in Bezug auf ein größeres Infektionsgeschehen im Hohenlohekreis verantwortlich sein soll. Laut unserer Information sind nicht nur zwei Lokationen betroffen, sondern weit aus mehr.
Nach der aktuellen Regelung war zu dieser Zeit keine Testpflicht für Gastronomiebesucher erforderlich! Die Kontaktdaten werden stets konsequent von unseren Mitarbeitern aufgenommen. Die Verantwortlichkeit über die Richtigkeit der Angaben zur Kontaktnachverfolgung liegt nicht bei uns, sondern bei den Gästen! Wir kommen unseren Pflichten kontinuierlich nach und haben alle notwendigen Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus umgesetzt! Das mit unter, in unserer Lokation das Infektionsgeschehen stattgefunden haben soll, bedauern wir sehr.

„Das bedauern wir sehr“
Es ist in unserem Interesse, die Infektionszahlen so gering wie möglich zu halten, um unsere Existenzgrundlage weiter betreiben zu können!
Information an alle Laien, die sich mit den täglich ändernden Vorschriften vom Staat / Land BW nicht auskennen:
Bitte unterlasst sinnlose Kommentare und Beschimpfungen und tragt lieber zu einer Solidarität bei!
Man kann die Verantwortlichkeit nicht auf die Lokalbetreiber herunterbrechen, die seit Anbeginn der Pandemie stark darunter leiden.
Wir wünschen allen positiv getesteten Personen – schnelle Genesung! Bleibt stark!
TEAM METROPOL“



Die Kandidaten für die Bundestagswahl stehen fest

Am heutigen Freitag, 30. Juli 2021, hat eine öffentliche Sitzung des Kreiswahlausschusses über die Zulassung der Wahlvorschläge im Wahlkreis 268 Schwäbisch Hall – Hohenlohe für die Bundestagswahl am 26. September 2021 stattgefunden. Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Kreiswahlleiters, Herrn Ersten Landesbeamten Gotthard Wirth, hat der Ausschuss die eingereichten Wahlvorschläge geprüft und über die Zulassung entschieden.

Folgende elf Parteien und Bewerber treten laut Beschlussfassung des Kreiswahlausschusses zur Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis 268 Schwäbisch Hall – Hohenlohe an:

Liste der Kandidaten für die Bundestagswahl 2021.Die Öffentliche Bekanntmachung der zugelassenen Wahlvorschläge erscheint am 5. August 2021 auf den Homepages der Landratsämter Schwäbisch Hall (www.lrasha.de) und Hohenlohekreis (www.hohenlohekreis.de) unter der Rubrik Öffentliche Bekanntmachungen.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis

 

 

 




„Spaß soll natürlich auch nicht fehlen“

Bunte Pavillons säumten am Samstag, den 24. Juli 2021, die Straße unterhalb des alten Rathauses in Künzelsaus Innenstadt. Viele junge Menschen, Gemurmel und Gelächter ließen Volksfestfeeling aufkommen. „Wir haben so oft gehört, dass viele Unternehmen noch Auszubildende suchen und auch, dass viele Azubis sich noch für keinen Ausbildungsplatz entscheiden konnten. Da kam unser Bürgermeister auf die Idee, eine Last-Minute-Ausbildungsmesse zu organisieren, um Unternehmen und Bewerbern die Möglichkeit zu geben, sich gegenseitig kennenzulernen“, erklärte Milen Daibert, Verwaltungsfachangestellte bei der Stadt Künzelsau. Dass viele Schüler und Absolventen noch ohne Ausbildungsplatz seien, erklärte sich Daibert folgendermaßen: „Ich glaube, dass unter den SchülerInnen eine gewisse Unentschlossenheit herrscht, die daraus resultiert, dass wegen Corona weder Praktika noch Ausbildungsmessen möglich waren.“ Das soll sich nun ändern.

Messe wurde spontan organisiert

Helen Bühler von der Stadtverwaltung Künzelsau zeigte das konkrete Ziel der spontan organisierten Messe auf: „Wir wollen die Unternehmen dabei unterstützen, noch die letzten Ausbildungsplätze für dieses Jahr zu vergeben und gleichzeitig unsere Schüler und Schülerinnen hier in Künzelsau dabei unterstützen, einfach einmal wieder mit den Unternehmen ins Gespräch zu kommen und sich noch einmal face to face über die Ausbildungsmöglichkeiten zu unterhalten, weil in letzter Zeit einfach vieles nur noch digital funktioniert hat.“

17 Firmen stellten sich vor

Das Angebot der offenen Ausbildungsplätze ist vielfältig: Ziehl-Abegg beispielsweise sucht im IT-Bereich noch entweder einen dualen Studenten der angewandten Informatik oder einen Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Außerdem werden ein Industrieelektriker, ein Elektroniker für Geräte und Systeme und ein Verfahrensmechaniker eingestellt, wie Holger Matthias Rößler, IT-Ausbilder bei Ziehl-Abegg, erklärt. Doch auch bei den anderen Firmen ist das Angebot an Ausbildungsplätzen breit: Janina Engelhard von der Firma Rosenberg erklärte: „Berufsausbildungen, die man bei uns machen kann, sind verschiedene Studiengänge, Industriekaufmann und -kauffrau, technischer Produktdesigner und verschiedene Elektroniker- und Mechanikerberufe.“ Das ist nur ein kleiner Auszug des Angebotes auf der Ausbildungsmesse. 17 Firmen aus der Region waren mit Ständen präsent und standen den Bewerbern Rede und Antwort.

Voraussetzung: Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Freundlichkeit

Doch was muss ein Bewerber mitbringen, um gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu haben? „Auf jeden Fall Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Freundlichkeit“, erklärte Raja Krause vom Autohaus Widmann.

Wünsche: gute Arbeitsbedingungen, gute Arbeitsklima und Spaß

Sophie besucht die Karoline Breitinger Schule in Künzelsau und träumt von einer Karriere im sozialen Bereich. Sie wünscht sich von ihrem potenziellen Arbeitgeber, „dass das Team super freundlich ist und man sich gut kennenlernen kann.“ Einige Stände weiter stand ein weiterer Interessent. „Mein Name ist Florian Bartmann. Ich habe erst meine Fachhochschulreife beendet und bin gerade auf der Suche nach einer Ausbildung als Mechatroniker oder Elektrotechniker.“ Was das Ausbildungsunternehmen bieten muss, um für Florian attraktiv zu sein? „Gute Arbeitsbedingungen, ein gutes Arbeitsklima und Spaß soll natürlich auch nicht fehlen!“

Text: Priscilla Dekorsi

 

Serhat Enül und Raja Krause vom Autohaus Widmann. Foto: GSCHWÄTZ

 

Das SWG-Team: Jan Spannagel (von links), Fabian Ott, Martin Dörner und Lena Kircher. Foto: GSCHWÄTZ

 

Mario Brand (links), Holger Matthias Rößler und Sina Hauber vertreten Ziehl-Abegg auf der Ausbildungsmesse. Foto: GSCHWÄTZ

 

Team Rosenberg: Janina Engelhard (links), Diana Bäcker und Maximilian Stier. Foto: GSCHWÄTZ

 

Bunter als sonst: Künzelsaus Innenstadt bot am vergangenen Samstag ein Forum rund ums Thema Ausbildung. Foto: GSCHWÄTZ

 




Besondere Impfaktion für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren

Das Landratsamt Hohenlohekreis informiert:

Am kommenden Wochenende bietet das Kreisimpfzentrum (KIZ) Öhringen im Rahmen des Impfens ohne Termin auch Impfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren an. Am Samstag, 31. Juli, 8 bis 18 Uhr, und am Sonntag, 1. August, 8 bis 15 Uhr, sind speziell Kinderärzte und Hausärzte mit Pädiatrie-Erfahrung vor Ort, um die Impfaufklärung durchzuführen.

Ohne Terminvereinbarung

Eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht erforderlich. Mitzubringen ist lediglich ein Lichtbildausweis, eine Versichertenkarte sowie, sofern vorhanden, der Impfausweis. Geimpft wird mit dem Impfstoff von BioNTech.

Auch an jedem anderen Wochenende können Kinder und Jugendliche in Öhringen geimpft werden, dann wird das Aufklärungsgespräch von erfahrenen KIZ-Ärzten übernommen.

Ab dem Alter von 16 Jahren können Jugendliche selber entscheiden, dass sie sich impfen lassen wollen. Jugendliche bis zu 16 Jahren benötigen die Einwilligung ihrer Eltern.

 




Inzidenz in Hohenlohe kratzt an 50er-Marke

Die 7-Tage-Inzidenz im Hohenlohekreis lag gestern, Mittwoch, den 28. Juli 2021, bei 47,9 (Stand 08.59 Uhr). Bis 16 Uhr waren 28 neue Corona-Fälle dazugekommen (https://www.corona-im-hok.de/). Damit droht der Kreis wieder über die magische Marke von 50 und somit in die Inzidenzstufe 4 zu rutschen. In dieser gelten laut Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg, die seit 26. Juli 2021 gültig ist, wieder weitreichende Einschränkungen. Die wichtigsten hier im Überblick:

Einschränkungen für private Treffen

So dürfen sich erneut nur fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Kinder bis 13 Jahren sowie Genesene und Geimpfte zählen dabei nicht dazu. Private Veranstaltungen dürfen mit maximal zehn Personen im Innen- als auch Außenbereich aber dafür ohne Abstandsgebot und Maskenpflicht stattfinden.

Öffentliche Veranstaltungen und Freizeit- sowie Kultureinrichtungen

Zu öffentlichen Veranstaltungen dürfen im Freien maximal 250 Gäste mit den 3G (geimpft, genesen, getestet) oder 200 Gäste mit Mund-Nasen-Schutz kommen. In geschlossenen Räumen dürfen lediglich maximal 100 Gäste mit 3G die Veranstaltung besuchen. Freizeiteinrichtungen dürfen im Freien von einer Person mit 3G je 20 Quadratmeter besucht werden. Die Innenbereiche werden geschlossen. Auch Kultureinrichtungen dürfen sowohl im Innen- als auch Außenbereich lediglich von einer Person mit 3G je 20 Quadratmeter besucht werden.

Von Gastronomie, Einzelhandel bis zu Beherbergungsbetrieben

Auch Gastronomie und Vergnügungsstätten sind betroffen: Sie dürfen im Freien eine unbeschränkte Anzahl an Personen mit 3G begrüßen, im Innenbereich eine Person mit 3G je 2,5 Quadratmeter. Im Einzelhandel darf eine Person mit 3G je angefangene zehn Quadratmeter einkaufen. Für den Einzelhandel, der nicht der Grundversorgung dient, gilt die Dokumentationspflicht. Bei körpernahen Dienstleistungen, bei denen keine Maske getragen werden kann, ist eins der 3G sowie eine Datenerfassung nötig. In Beherbergungsbetrieben müssen die Gäste bei der Anreise einen negativen Test, einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen und sich anschließend alle drei Tage testen lassen.

Sport

Gemeinsam Sport machen dürfen dann im Freien maximal 25 Personen und im Innenbereich 14 Personen jeweils mit 3G. Geimpfte und genesene Personen werden dabei nicht mitgezählt. Zu sportlichen Wettkämpfen dürfen im Freien maximal 250 Besucher und im Innenbereich bis zu 100 Personen jeweils mit 3G kommen.

 

#Hohenlohe #HOK #BadenWürttemberg




„Die nächste Welle wird die Welle der Kinder und Jugendlichen“

Drei große Luftreiniger erlauben dem Künzelsauer Gemeinderat seit einiger Zeit wieder öffentliche Sitzungen im Ratssaal. Und trotzdem schienen einige Anwesende verwundert, als Verena Löhlein-Ehrler gleich zu Beginn der Sitzung vom Dienstag, den  27. Juli 2021, einen Antrag einbrachte, dass Kinder bis zwölf Jahre nur noch in Räumen beschult werden sollen, die mit Luftreinigern ausgestattet sind.

Die Konsequenz ist allen klar: Bei Annahme des Antrags wäre die Stadt Künzelsau als Schulträger verpflichtet, schnellstmöglich die entsprechenden Geräte zu beschaffen, aufzustellen und zu betreiben.

Rainer Süßmann begründet den Antrag

Rainer Süßmann, kommissarischer Leiter der Georg-Wagner-Schule, hat bereits Erfahrung mit Luftreinigern. Er hat in seiner Schule derzeit sechs solche Geräte, die in Räumen eingesetzt werden, die schlecht zu belüften sind. Süßmann berichtet davon, dass es in den Klassenzimmern, in denen die Geräte eingesetzt waren, keinen Coronafall gegeben habe, in anderen Klassenräumen schon. Er weist aber sofort darauf hin, dass das nur eine Einzelbetrachtung ist, die nicht statistisch signifikant sein muss.

Süßmann begründet den Antrag seiner Fraktionskollegin – er  ist dabei emotional und sichtlich aufgewühlt: Das allerhöchste Ziel müsse es sein, den Kindern einen geregelten Schulbetrieb zu ermöglichen.“Es muss alles getan werden, dass die Menschen, die Kinder, im geregelten Tagesablauf bleiben.“  Er hat mehrfach Quarantänesituationen einzelner Klassen mitbekommen: „Die Politik macht es sich einfach – Ein Fall in der Klasse und alle gehen in Quarantäne.“ Mit allen Konsequenzen für die Familien: Es muss für Betreuung gesorgt werden, das können in diesem Fall nur die Eltern sein, die dann aus dem Beruf gerissen werden.

Kinder können noch nicht geimpft werden

Süßmann weist darauf hin, dass Kinder bis zwölf Jahre momentan noch nicht geimpft und daher leicht angesteckt werden können. Sie können, da die Infektion meist nur leicht oder gar unmerklich verläuft, das Virus weiterverbreiten. „Ich mache mir ehrlich Sorgen“, sagt Süßmann, „Die nächste Welle wird die Welle der Kinder und Jugendlichen.“

Effekt der Luftreinigung durch Studie belegt

Die Empfehlung, einfach noch öfter zu lüften, sei im Sinne eines geregelten Unterrichts nicht umsetzbar, oder deutlicher: „Alle zehn Minuten lüften, das ist Schwachsinn“ – man merkt ihm an, dass er mit dem Herzen bei der Sache, bei seinen Schülern ist. Süßmann zitiert eine „Stuttgarter Studie“, deren Ergebnisse eindeutig seien: Die Aerosolbelastung könne durch Luftreinigung deutlich reduziert werden.

Ob die Stadt Künzelsau als Schulträger wirklich bereits alles versucht hat? Süßmann zweifelt das an: Man habe die Geräte im Gemeinderat, man habe den Einzelhandel durch den Aufbau einer Teststation unterstützt, aber die Kinder?

Jetzt seien die Lieferanten noch lieferfähig – wenn man zu spät bestelle, hätte man die Geräte im Sommer 2022. Seine Begründung schließt er mit einem eindringlichen Appell: „Wenn wir jetzt nichts machen, dann wird es nicht mehr so sein, dass zwanzig Kinder beim Therapeuten sitzen, sondern 40 oder 60 … die sind dann nicht leistungsfähig.“

Neumann eher defensiv

Bürgermeister Stefan Neumann ist eher defensiv eingestellt: Die Stadt habe bereits derartige Geräte und für schlecht zu lüftende Räume könne man durchaus weitere Geräte bestellen. Er weist darauf hin, dass man diesen Antrag in dieser Sitzung nicht abstimmen könne, sondern gegebenenfalls eine Sondersitzung in der Urlaubszeit einberufen müsse. Außerdem sei das „keine finanzielle Entscheidung, sondern eine Grundsatzentscheidung“.

Stimmung im Gemeinderat größtenteils unterstützend

Herbert Schneider ist auch der Meinung, dass eine schnelle Entscheidung nötig ist. Die Schulen sollten seiner Meinung nach unmittelbar die notwendigen Zahlen ermitteln, damit man eine Sondersitzung einberufen kann. Überschlägig schätzt er mit 100.000 Euro Kosten.

Der Bundestagswahlkampf wird bemerkbar

Parteipolitik im Wahlkampf mag sich Christian von Stetten nicht verkneifen: Er verweist darauf, dass der Bund 500 Millionen Euro bereitgestellt habe. Das Land Bayern fördere die Anschaffung von Luftreinigern mit 50 Prozent. „Das Kultusministerium in Stuttgart sieht das völlig anders.“ Weiter sagt er: „Ich würde abraten, ins Blaue hinein die Geräte zu beschaffen.“ Erst solle man in Stuttgart eine Förderanfrage stellen.

Anderer Meinung ist Hans-Jürgen Saknus: Er meint, dass auch das Land Baden-Württemberg ein Förderprogramm hat – aber das sei nun Sache der Stadt, sich kundig zu machen. Seine Fraktion würde den Antrag jedenfalls unterstützen. „Delta trifft vor allem die Jungen, daher ist diese Initiative wichtig. Ich hoffe, dass das Land alles tut, damit kein Lockdown bei den Schulen passiert.“

Auch Robert Volpp kann sich der Notwendigkeit der Geräte anschließen.

Süßmann pflichtet Saknus bei und zitiert eine Aussage von Ministerpräsident Kretschmann, der von einem 50-prozentigen Zuschuss, nicht nur für schlecht zu lüftende Räume, gesprochen haben soll. Er nennt noch einmal Zahlen: Es seien ungefähr 40 bis 60 Geräte notwendig, die teureren Geräte lägen bei etwa 4.000 Euro. Das würde Anschaffungskosten von bis zu 240.000 Euro bedeuten – eventuelle Zuschüsse von Bund oder Land nicht eingerechnet.

Löhlein-Ehrler betont nochmals, dass ein Warten auf Stuttgart gefährlich sein kann: „Wir müssen ein wenig schneller sein als die anderen, wegen der Lieferfähigkeit.“

Sondersitzung des Gemeinderats in Aussicht gestellt

Bürgermeister Neumann weist nochmals darauf hin, dass es sich um eine Grundsatzentscheidung handle und der Gemeinderat sich über die Finanzierung Gedanken machen müsse. Er stellt eine Sondersitzung in der Urlaubsperiode zum Thema in Aussicht, die dann auch hybrid stattfinden könne. Einen Entscheid im Umlaufverfahren hält er für nicht problemangemessen.

Text: Matthias Lauterer

ebm-papst und Sauter Heizungstechnik installieren Luftreiniger und Sensoren zur digitalisierten Luftqualitätsmessung in der Johann-Friedrich-Mayer-Schule in Kupferzell. Foto: Sauter Heizungstechnik

In der Grundschule Kocherstetten werden kleinere Luftreiniger getestet. Bild: Steffen Gahm/Grundschule Kocherstetten

 

 

 




Auf Weltreise durch zehn Länder

Durch zehn Länder reisen – was in Corona-Zeiten alles andere als einfach sein dürfte, kann man am Samstag, den 25. September 2021, im Hotel-Restaurant Anne-Sophie in Künzelsau erleben. Küchenchef Sören Hoch und Sommelier Jens Leutelt laden unter dem Motto „10 Länder – 10 Gänge“ dazu ein, die internationale und kulinarische Vielfalt aus zehn verschiedenen Ländern zu entdecken.

Es gibt alles, was das Herz des Gourmets begehrt: Ceviche aus Peru, kanadischer Hummer, Dashi Brühe aus Japan, Bismarckhering aus Norwegen, aus Indien kommt die Maispoularde, aus Russland der Borschtsch und den USA das Shoort Rip. Crème brûlée aus Frankreich, irischer Pie und Toblerone aus der Schweiz beschließen das Menü. Umrundet wird das Ganze von Weinen aus Deutschland wie dem 2019er Chardonnay Raw like sushi des rheinhessischen Weingut Schembs, dem 2017er Eschendorfer Lump vom Weingut Sauer in Franken oder 2017er Großheppacher Wanne vom Weingut Ellwanger in Württemberg.

Los geht die kulinarische Weltreise um 19 Uhr. Das Menü kostet inklusive Wein und pro Person 145 Euro. Eine Reservierung ist erforderlich.




Bundeswehr aus dem Hohenlohekreis verabschiedet

Am vergangenen Wochenende waren im Hohenlohekreis zum vorerst letzten Mal Bundeswehr-Soldaten zur Bewältigung der Corona-Lage im Einsatz, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis. Die Soldaten des Panzerbataillons 363 aus Hardheim wurden am Sonntag, den 25. Juli 2021, nach ihrem Dienst im Kreisimpfzentrum Öhringen von Schichtleiter Rainer Schwab und unter Applaus der Mitarbeiter:innen verabschiedet.

Fünf bis neun Wochen in Hohenlohe

„Ich bin sehr dankbar für die vielseitige Unterstützung, die wir in den vergangenen Monaten durch die Bundeswehr erfahren haben. Ohne die Hilfe der Soldaten wäre insbesondere die Fallermittlung in der Hochphase der Pandemie nicht mehr leistbar gewesen“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth in der Mitteilung. Seit Ende Oktober 2020 hat der Hohenlohekreis Unterstützung durch die Bundeswehr erhalten. Insgesamt wurden 12 zwölf Hilfeleistungsanträge für die Kontaktpersonennachverfolgung im Gesundheitsamt, nichtmedizinische Tätigkeiten im Kreisimpfzentrum sowie Schnelltests vor Alten- und Pflegeheimen genehmigt. Die Truppen der Verbände Jägerbataillon 291, Panzerbataillon 363, Logistikbataillon 461, Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie Oberrhein und Jägerbataillon 292 waren zwischen fünf und 24 Wochen lang eingesetzt.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

 

 




„Haben Sie Ihr Haus im Griff, wenn Sie das nicht wußten?“ 

„Positiv ist, dass heute öffentlich diskutiert wird, aber das ist auch das einzige, was positiv ist.“ So begann Herbert Schneider die Diskussion zum Tagesordnungspunkt „Quartier an der Stadtmauer Beschluss über überplanmäßige Ausgaben“ der Sitzung des Künzelsauer Gemeinderats vom 27. Juli 2021. Er kritisierte, dass der Rat über eine hohe Summe abstimmen sollte, ohne eine vollständige Akteneinsicht erhalten zu haben: „Die Akten, die wir sehen wollten, waren nicht da.“ 

Es geht um insgesamt geschätzte 1.8 Millionen Euro, die die Stadt an die activ-group, den Bauherren auf dem PEKA-Gelände, für außerplanmäßig angefallene Entsorgungskosten zahlen soll (GSCHWÄTZ berichtete). Nichtöffentlich wurden bereits 300.000 Euro bewilligt, jetzt standen weitere 700.000 Euro zur Bewilligung an. 

Schneider bemängelte, dass es keine Information darüber gibt, wo das kontaminierte Material jetzt lagert, welche Kosten pro Tonne aufgerufen werden und ob die activ-group mehrere alternative Angebote eingeholt hat. Eine Kostenkontrolle sei so nicht möglich. „Vertrauen sieht für mich anders aus“, war sein Schlußsatz.

Information über belastetes Material seit 2015 einigen Beteiligten bekannt

Bürgermeister Stefan Neumann gesteht zu, dass Akten nicht vorhanden waren – diese seien beim Anwalt gewesen. Die Zahlungsverpflichtung bestehe, das sei im Kaufvertrag so festgelgt und die Kostenrechnungen der activ-group seien belastbar. „Manche Beteiligte, auch aus der Stadt Künzelsau, hatten die Information, dass belastetes Material vorliegt, seit 2015“, schloß er an. Gerade im Hinblick darauf, dass es strafrechtliche Ermittlungen gibt, ist dieser Satz bemerkenswert. Nur: Namen wurden nicht genannt. Im Moment sei man in Verhandlungen mit der Versicherung: „Wo hat man die Möglichkeit, auf Verantwortliche durchzugreifen und was zahlt die Eigenschadensversicherung?“, stellt er in den Raum.

Keine Information über Art und Menge der Schadstoffe seitens der Verwaltung

Wolfgang Schmelzle schlägt in dieselbe Kerbe wie Schneider: „Transparenz sieht anders aus“. Bei dieser Summe würde er „voll in die Öffentlichkeit gehen“, auch ihn (GSCHWÄTZ berichtete) interessiert, was und wieviel eigentlich der fachgerechten Entsorgung zugeführt wurde. Das Ansinnen, in die Öffentlichkeit zu gehen, weist Stefan Neumann zurück. Dass die Bevölkerung ein Recht auf Information darüber hat, was sich jahrelang in ihrem Boden, in ihrem Wasser und in ihrer Luft befunden haben mag, scheint nicht von Interesse zu sein.

„Wir haben einen Umweltskandal allererster Güte mitten in der Stadt“

Noch härtere Worte findet Boris d’Angelo: Bezüglich der Transparenz pflichtet er Schneider und Schmelzle bei, auch ihm fehlt die angemahnte Kontrolle: „Das haben Sie alles in den Wind geschlagen“, wirft er Neumann vor. „Wir haben einen Umweltskandal allererster Güte mitten in der Stadt“, sagt d’Angelo und fragt sich, ob dieser Skandal fahrlässig oder wissentlich herbeigeführt wurde. Fahrlässig wäre es, so sein Resümee, wenn der Gemeinderat ohne Unterlagen über 700.000 Euro beschließen würde, und beruft sich dabei auf seinen Amtseid, nach dem er „zum Wohl der Stadt“ zu handeln habe. Er will erst Einsicht in die Unterlagen, ansonsten sehe er sich außerstande, zuzustimmen.

„Ein Vorfall, wie er permanent stattfindet“

Auf die Seite des Bürgermeisters schlägt sich Verena Löhlein-Ehrler: Als Juristin ist sie der Meinung, dass man „bei einer derartigen Gemengelage alle juristischen Beziehungen aufdröseln“ müsse. Als erstes Ergebnis des Aufdröselns sieht sie die Stadt ebenfalls in der Zahlungspflicht – und da im Vertrag keine Fristen stünden, bedeute das, dass das Zahlungsziel nur „sofort“ heißen könne. Allerdings ist auch sie der Meinung, dass weitere Verbindungen unbedingt aufgeklärt werden müssen. Ihren Vorrednern wirft sie vor, dass sie die bereitgestellten Akten, sie spricht von „einem dreiviertel Meter“, gar nicht angesehen hätten. „Man hätte die Akten kopieren können“, bevor man die Originale dem Anwalt übergeben hat, weiß sie. Sie spricht aus der juristischen Praxis, wenn sie meint, dass man im Nachgang die Verantwortlichen suchen müsse, ist aber pessimistisch: Wahrscheinlich bekäme man kein eindeutiges Ergebnis. Als sie sagt, das sei „ein Vorfall, wie er permanent stattfindet“ und man den Ball flachhalten, solle, geht mehr als nur ein Raunen durch den Saal – man weiß nicht, ob Sie die Verklappung des Abfalls oder die juristische Aufarbeitung des Falls meint.

„… in der Hoffnung, dass sauberes Material …“

Auch Robert Volpp will für die Freigabe der 700.000 Euro stimmen. Er befürchtet, dass ansonsten weitere Regressforderungen auf die Stadt zukommen könnten, „wenn wir das jetzt hinausziehen. Wir sind in der Pflicht“.  Er spricht auch davon, dass er immer „in der Hoffnung, dass sauberes Material“ verbracht wurde, war.

Neumann bleibt äußerlich unbewegt

Bürgermeister Neumann sitzt während der Wortbeiträge mit unbewegter Miene da, die Ellbogen auf dem Tisch abgestützt und dreht seinen Kugelschreiber in beiden Händen. Er ist offensichtlich angespannt.

Herbert Schneider betont, dass aus einem Schreiben von Dr. Hoffmann, dem Anwalt der Stadt Künzelsau, hervorgehe, dass man bei Unterzeichnung des Kaufvertrags vom belasteten Material gewußt habe – Neumann unterbricht: „Teilen der Beteiligten wars bekannt“ und bestätigt damit nochmals, dass die Kontamination lange bekannt war. Schneider fragt nochmals, wo das Material nun liegt, das müsse ja aus den vorliegenden Rechnungen hervorgehen und ob die activ-group unter mehreren Entsorgungsangeboten ausgewählt habe. Eine Antwort erhält er wieder nicht.

Wenn es bekannt war – dann müssen Verprobungen stattgefunden haben!

GSCHWÄTZ hatte die Frage aufgeworfen, warum 2015 keine Verprobungen gemacht worden seien und ob das nicht bereits eine Fahrlässigkeit der Verwaltung gewesen sei. Diese Frage scheint jetzt geklärt: Offenbar haben Verprobungen stattgefunden und manche damals Beteiligten kannten das Ergebnis dieser Verprobungen. Das führt natürlich zu weiteren Fragen, die sicherlich juristisch relevant sein werden.

„Haben Sie Ihr Haus im Griff, wenn Sie das nicht wußten?“

Boris d’Angelo erntet ein lautes Auflachen von Verena Löhlein-Ehrler, als er ihr Verbreitung von juristischem Halbwissen vorwirft, der Rest des Gemeinderates äußert sich dazu nicht. d’Angelo fragt daraufhin den Bürgermeister direkt nach seinem Wissensstand zum Kaufzeitpunkt 2018:
„Haben Sie, Herr Neumann, davon Kenntnis gehabt?“
„Wenn ich davon Kenntnis gehabt hätte, hätte ich nicht unterschrieben“, antwortet Neumann mit kräftiger Stimme.
„Haben Sie Ihr Haus im Griff, wenn Sie das nicht wußten?“
Fast flüsternd antwortet Neumann: „Lassen wir das, Herr d’Angelo …“.

Keine pauschale Zahlungsermächtigung ohne den Gemeinderat

Als letzter Redner der Rednerliste spricht Hans-Jürgen Saknus: Er will dem Punkt 1, der Freigabe der 700.000 Euro notgedrungen zustimmen, da seine Fraktion hier auch eine Pflicht der Stadt erkennt. Den beiden anderen Punkten der Beschlußvorlage will er aber nicht zustimmen: Er will weder dem Antrag, das Geld aus den Töpfen „Energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung“ und „Gestaltung Platz Bergstation Taläcker“ zu entnehmen, zustimmen noch der Ermächtigung, dass weitere Zahlungen ohne Zustimmung des Gemeinderats nur nach Prüfung durch das Bauamt geleistet werden können.

Um eine weitere Diskussion nicht aufkommen zu lassen, werden diese beiden Punkte gar nicht zur Abstimmung gestellt. Neumann gerät dabei ein wenig ins Schwimmen, zuletzt springt ihm Christian von Stetten außerhalb der Rednerliste zur Seite, indem er mehr feststellt, als fragt: „Wir stimmen jetzt darüber ab, ob wir vertragstreu sind?“.

Nach dieser Frage stimmte der Gemeinderat mit 6 Gegenstimmen der sofortigen Freigabe der im Raum stehenden 700.000 Euro zu. Die haushaltsrechtliche Klärung und das weitere Vorgehen bei weiteren Rechnungen bleiben vorläufig offen.

Text: Matthias Lauterer