“Seine Erfolgsgeschichte ist die Erfolgsgeschichte eines ganzen Dorfes“, sagt Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann. Landrat Dr. Matthias Neth nennt ihn „Ein Vorbild für Mut und Engagement“ und „die Dampfmaschine Amrichshausens“. Für Barbara Eckle, Präsidentin des Hohenloher Sportkreises, ist er schlicht und einfach ein „verlässlicher und kompetenter Freund und Partner“ und „ein Vorbild und Aushängeschild für den Sport“. Die Rede ist von Gerhard Rudolph, dem am Freitag, den 06. August 2021, auf dem Amrichshausener Dorfplatz das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.
Er denkt lange nicht ans Aufhören
Die Liste von Rudolphs Engagement ist lang: Neben der Tätigkeit als Ortsvorsteher und Stadtrat ist er Gründungsmitglied des SC Amrichshausen und hat 26 Jahre lang als Vorstand im Verein mitgewirkt. Heute ist er Ehrenvorsitzender. Zudem ist er stellvertretender Präsident des Hohenloher Sportkreises. Auch wenn es um ganz pragmatische Dinge wie Sportheim-, Sportplatz- oder Dorfplatzbau geht – Rudolph hat stets tatkräftig mit angepackt. Selbst heute noch, nach rund einem halben Jahrhundert ehrenamtlichem Engagement, denkt Rudolph noch lange nicht ans Aufhören. Auch bei den Zukunftswünschen des 68-Jährigen steht die Gemeinschaft im Vordergrund: „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass, wie Herr Neumann schon erwähnt hat, die Grundschule erhalten bleibt und wir einen Anbau bekommen für die Grundschule in Amrichshausen und vor allem, dass auch das langersehnte Dorfgemeinschaftshaus noch verwirklicht wird.“
Alle sind wegen ihm gekommen
„Als sie angekommen sind, haben Sie mir gesagt, Sie könnten noch gar nicht so richtig glauben, dass all diese Leute heute allein wegen Ihnen hier sind“, beginnt Neth seine Rede an Rudolph gewandt. „Dann habe ich Ihnen gesagt: ‚Das ist vielleicht der Grund, warum sie heute geehrt werden.‘“
„Der Staat muss danken können“
„‚Eine der seltensten Befähigungen ist die Befähigung, Befähigung anzuerkennen‘ – das stammt von Elbert Hubbard und ich bin froh und glücklich und dankbar, dass wir als Staat, dass wir als Land eine besondere Auszeichnung haben, um Befähigung anzuerkennen: nämlich das Bundesverdienstkreuz“, fährt Neth in seiner Laudatio fort. „Ich glaube, dass der Bundespräsident den Richtigen ausgewählt hat.“ Das Bundesverdienstkreuz wurde 1951 von Theodor Heuss gestiftet, den Matthias Neth folgendermaßen zitiert: „Der Staat muss danken können.“ Der Landrat erläutert: „Diese Ehrung sollen Menschen erhalten, die sich über das übliche Maß hinaus und weit mehr, als ihrer Pflicht entspricht, für die Belange ihrer Mitmenschen und der Gemeinschaft eingesetzt haben. Lieber Herr Rudolph, das charakterisiert Sie ja schon.“
„Hat sich hier jemand einen Spaß erlaubt?“
In seiner Danksagung gibt sich der dreifache Vater und, wie Barbara Eckle verrät, „begeisterte Opa“ Gerhard Rudolph sehr bescheiden. „Ich freue mich natürlich sehr über die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und bin sprachlos, wie ich zu dieser Auszeichnung gekommen bin – vielen herzlichen Dank. Als ich im Februar dieses Jahres von Ministerpräsident Winfried Kretschmann Post bekommen habe und er mir mitgeteilt hat, dass der Bundespräsident mir das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen hat, habe ich zu meiner Frau und meinen drei Söhnen gesagt: ‚Stimmt das oder hat sich hier jemand einen Spaß erlaubt?‘. Nach genauer Inspizierung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das doch stimmt und die Ankündigung des Ministerpräsidenten ernst ist. Nun durfte ich das Bundesverdienstkreuz in Empfang nehmen und ich bin immer noch überwältigt.“
Text: Priscilla Dekorsi
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Landrat Dr. Neth heftet dem Geehrten das Bundesverdienstkreuz an. Foto: GSCHWÄTZ

Gerhard Rudolph mit seiner Frau Gisela, Landrat Dr. Neth (links) und Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann (rechts). Foto: GSCHWÄTZ

Nala Türkoglu sorgt mit ihrem Gesang für Gänsehaut-Momente bei der Verleihung. Foto: GSCHWÄTZ

Und alle sind gekommen, um dem Geehrten zu gratulieren: Gerhard Rudolph mit der Landtagsabgeordneten Catherine Kern (Grüne)…

… mit der Präsidentin des Hohenloher Sportkreises, Barbara Eckle, …

… und dem Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb (CDU). Fotos: GSCHWÄTZ