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Gemeinsam etwas Gutes tun

Traditionell umgeben Streuobstbäume die Ortschaften und begleiten häufig Wege und Straßen. Als Kulturpflanze bieten Streuobstbäume zudem regionale und saisonale Lebensmittel, deren Wertschätzung in der Gesellschaft mit dieser Sammelaktion gestärkt werden soll. Die Stadtverwaltung Künzelsau möchte laut Pressemitteilung der Vergeudung wertvoller Nahrungsmittel entgegenwirken und veranstaltet deshalb auch in diesem Jahr eine gemeinsame Apfel-Sammelaktion in Belsenberg – und zwar am Freitag, den 17. September, und am Samstag, den 18. September 2021.

Knapp 1.000 Flaschen Apfelschorle

Aus den gesammelten Äpfeln macht die Hohenloher Fruchtsäfte GmbH in Schwäbisch Hall original Hohenloher Apfelsaftschorle – vergangenes Jahr knapp 1.000 Flaschen Apfelschorle mit den Künzelsauer Äpfeln. Gesammelt werden die Äpfel von 9 bis 13 Uhr im zukünftigen Baugebiet „In den Hälden“ auf den grün markierten Flächen laut Plan. Die Obstsammler sollten Körbe, Eimer und Behälter zum Aufsammeln der Äpfel sowie – falls vorhanden – einen Rüttelhaken mitbringen.

Nur ungespritzte Äpfel werden verwendet

Die zentrale Sammelstelle der Äpfel ist direkt im zukünftigen Baugebiet „In den Hälden“ in Belsenberg. Jeder ist willkommen und erhält für die gesammelten Äpfel einen Gutschein, der im Nachgang bei der Stadtverwaltung Künzelsau gegen Apfelsaftsaftschorle eingelöst werden kann. Auch Obstbauern oder Privatpersonen, die Äpfel übrig haben und diese spenden möchten, können ihre Äpfel abgeben. Außerdem können Privatpersonen ihre Äpfel auch direkt nach Schwäbisch Hall liefern und erhalten das Apfelsaftschorle nach Vorlage der Quittung bei der Stadtverwaltung Künzelsau. Es ist zu beachten, dass alle Äpfel ungespritzt und nicht verfault beziehungsweise wurmig entgegengenommen werden.

Weitere Informationen

Rückfragen und Anmeldungen bis zum 16. September 2021 nimmt Marina Schukowski-Hust unter Telefon 07940/129 422 oder per E-Mail marina.schukowski-hust@kuenzelsau.de entgegen. Die Sammelaktion wird vollständig von der Stadtverwaltung Künzelsau organisiert und der Transport der Äpfel ist gewährleistet. Das Apfelsaftschorle kann nach Fertigstellung im Rathaus Künzelsau abgeholt werden. Hierzu werden Kontaktdaten der Beteiligten vor Ort aufgenommen. Die Sammelaktion findet unter den dann geltenden Corona-Auflagen statt.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

 




Motorradfahrer kollidieren auf Acker

Zwei junge Kraftradfahrer verletzten sich am Montagabend bei einem Unfall am Künzelsauer Wartberg. Die beiden 21-jährigen Männer waren mit ihren Motocross-Maschinen auf einem Acker unterwegs, als sich die beiden Motorräder berührten und die Fahrer stürzten. Rettungskräfte brachten die Männer in ein Krankenhaus.

Ohne Versicherung, ohne Führerschein

Bei der Unfallaufnahme stellte sich heraus, dass keines der beiden Fahrzeuge den notwendigen Versicherungsschutz und einer der beiden Fahrer keinen Führerschein, um das Motorrad zu führen, besaß. Auf beide Männer kommt nun eine Anzeige zu. An den Motorrädern entstanden Schäden in Höhe von insgesamt rund 3.000 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Action fast ohne Atempause

Kurz nach 22 Uhr stehen an einem schwülheißen Sonntag im August 2021 auch die Sieger des finalen Spieltags beim „Ziehl-Abegg Royal eSports Masters“ fest. Wie der Motoren- und Ventilatorenhersteller mit Hauptsitz in Künzelsau mitteilte, führte er erstmals ein internationales eSports-Turnier an zwei aufeinanderfolgenden Wettkampftagen vom 14. bis 15. August 2021 durch.

„Einige von uns sind nicht schlecht dabei“

Organisiert und technisch aufbereitet wurde die eSports-Veranstaltung von der IT-Abteilung um Ausbildungsleiter Holger M. Rößler und mehreren IT-Azubis, die den Live-Stream via Twitch während des gesamten Turnierverlaufs mit Expertenwissen und Humor kommentierten. „Ich bin nicht der Einzige, der in der Freizeit gerne mal ein Online-Game zockt. Einige von uns aus der IT-Abteilung sind bei bekannten Spielen wie Rocket League im internationalen Gamer-Ranking nicht schlecht dabei“, betont Holger M. Rößler in der Pressemitteilung.

Keine unbekannten Größen

Am Samstag traten von 16 Uhr bis 22 Uhr insgesamt 16 Teams mit jeweils drei Spielern zum Kräftemessen in Rocket League, einem beliebten Autoballspiel in der weltweiten Gamer-Community, gegeneinander an. Den ersten Platz sicherte sich mit The Juicy Kids eines der Favoriten-Teams – die Team-Mitglieder Carca, Fabso und Youngstar sind im internationalen Ranking der Rocket-League-Ligen keine unbekannten Größen. Für den Sieg beim „Royal eSports Masters“ gab es 300 Euro. Die Freiwildgiraffen als unterlegener Finalgegner erhielten ein Preisgeld in Höhe von 150 Euro. 75 Euro gab es noch für das Team „Krähende Geier“, die den dritten Platz belegten.

Zahlreiche englische Fachbegriffe

Am zweiten und finalen Spieltag des eSports-Turniers spielten am Sonntag von 15 Uhr bis 22 Uhr im Fantasy-Game League of Legends insgesamt acht Teams mit jeweils fünf Spielern um den Gesamtsieg. Auch bei dem beliebten Fantasy-Game dominierten in den Live-Kommentaren englischsprachige Fachbegriffe aus der Gamer-Community. Am Ende setzte sich im großen Finale das Team „Deutsch Jahrndorf Five“ gegen ihre Gamer-Kollegen „Deutsch Jahrndorf Zero“ durch und sicherten sich dadurch 500 Euro Preisgeld. Das unterlegene Finalteam und „The ELO Submarine“ als Turnierdritter durften sich jeweils über 250 Euro und 125 Euro freuen.

Gelungene Premiere

Für Ziehl-Abegg bedeutete das international besetzte eSports-Turnier eine gelungene Premiere. Auch Peter Fenkl zeigte sich von dem eSports-Event beeindruckt. „Ziehl-Abegg geht nicht nur technologisch voran, sondern nimmt auch beim Angebot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Vorreiterrolle ein“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Ziehl-Abegg.

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg/Andreas Scholz

 

 

 




„Hauptsache was mit Bulldog“

Für einige Zeit auf einem Bauernhof leben, morgens früh raus, auf dem Acker und im Stall helfen – anstatt Ausschlafen und in den Urlaub fahren? Linus Ehrhardt hat’s gemacht. Der 14-Jährige ist für zwei Wochen auf den Hof der Familie Messerschmidt in Pfedelbach-Ohnholz gezogen und hat dort im Stall und bei der Heu- und Strohernte geholfen. Der Kontakt kam über das Evangelische Bauernwerk in Hohebuch zustande, das über sein Programm Landleben-Live Jugendlichen Aktivferien auf Bauernhöfen ermöglicht. Von dem Angebot hatte Linus im Landwirtschaftlichen Wochenblatt gelesen.

Keine Angst vor großen Maschinen

„Ich mache alles mit“, sagt der Junge selbstbewusst. „Gleich am ersten Tag durfte ich mit dem Traktor die Ballen setzen.“ Dass er keine Angst vor großen Maschinen hat, stellt er denn auch gleich unter Beweis: Er holt den sogenannten Hoftrac – eine Art kleinerer Radlader und sein Lieblingsfahrzeug – und schiebt damit Futter in die Traufe der Rinder im Offenstall. „Bisher gab es noch nichts, das mir hier noch nicht gefallen hätte, aber das Beste ist das Traktorfahren.“ Auf dem Hof und den Wiesen darf er das auch, auf den öffentlichen Straßen noch nicht. „Und Willi hat gesagt, dass ich bis zum Ende alles gefahren sein muss“, zitiert Linus seinen Gastvater Willi Messerschmidt.

Das Leben auf einem großen Hof kennenlernen

Linus wohnt normalerweise in Setzingen in der Nähe von Ulm. Dort betreibt seine Familie Landwirtschaft im Nebenerwerb. Aber: „Wir sind zu klein und ich wollte das Leben auf einem großen Hof kennenlernen“, erklärt er. Das kann er in Ohnholz: Familie Messerschmidt hat insgesamt 180 Kühe und Rinder und 60 Hektar Wiesen. Sie schlachten ihre Tiere teils selbst auf dem Hof, verkaufen sie aber auch an die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft in Schwäbisch Hall. Hofbesitzerin Karin Messerschmidt freut sich über die Unterstützung: „Linus ist eine große Hilfe und er ist ein offener Kerl.“ Man merke ihm die Vorkenntnisse an, sagt die 54-Jährige.

Hier wird’s nicht langweilig

„Es war gar nicht schlimm“, sagt der angehende Zehntklässler zur Frage nach dem Heimweh. Denn der Kontakt zu den Eltern – die den Aufenthalt des Sohnes gut finden – war nur telefonisch möglich, Besuch gab es keinen.  „Nach ein, zwei Tagen hatte ich mich eingewöhnt.“ Und auf dem Messerschmidt-Hof werde es bei all der Arbeit im Sommer sowieso nicht langweilig: Los geht’s morgens meist um acht Uhr. Füttern, Ausmisten, Heu und Stroh holen, Kühe melken. Vieles geht zwar heutzutage mit Maschinen und ist dennoch Arbeit, die getan werden muss. Unterbrochen wird der Tagesablauf von der Mittagspause.

„Ich brauch keinen Urlaub“

Nach zwei Wochen ist Linus‘ Aufenthalt bei Familie Messerschmidt auch schon wieder vorbei. Aber er hat sich vorgenommen, wiederzukommen. „Daheim geht’s dann gerade so weiter“, sagt der Realschüler. „Aber das macht nichts, ich brauch keinen Urlaub.“ Er sei schon bestimmt zehn Jahre nicht mehr im Urlaub gewesen. Nach den Sommerferien startet er in sein letztes Schuljahr. Nach der zehnten Klasse will er gleich mit einer Ausbildung beginnen. „Zehn Jahre Schule reichen“, ist er überzeugt. Natürlich im landwirtschaftlichen Bereich und am liebsten als Fachkraft für Agrarservice oder Landmaschinenmechaniker: „Hauptsache irgendwas mit Bulldog.“

Sohn räumt Zimmer für den Gast

In ein oder zwei Jahren kann er sich außerdem wieder einen solchen Aufenthalt auf einem fremden Hof vorstellen. Auch für Karin Messerschmidt war es das erste Mal, dass sie einen jugendlichen Gast auf Zeit aufgenommen hat. Und sie würde es wieder tun, obwohl sie eigentlich keinen Platz hat. „Wenn mein Sohn sein Zimmer wieder zur Verfügung stellt“, sagt die zweifache Mutter. Denn um Linus etwas Privatsphäre zu ermöglichen, hat der 16-jährige Sohn der Messerschmidts eigens sein Zimmer geräumt.

Informationen

Im Rahmen von Landleben-live des Evangelischen Bauernwerks in Waldenburg-Hohebuch können Jugendliche ab 14 Jahren für zwei bis sechs Wochen das Leben auf dem Land kennenlernen. Als Familienmitglied auf Zeit packen sie mit an und packen überall mit an: bei der Ernte, den Tieren, im Garten und im Haushalt oder bei der Betreuung der Kinder. Jugendliche ab 16 Jahren können auf Wunsch auch in andere Bundesländer oder sogar in die Schweiz vermittelt werden.

Text: Sonja Bossert

Volle Konzentration: Linus bei der Arbeit mit seinem Lieblingsfahrzeug. Foto: GSCHWÄTZ




Zurück ins Leben

Im Hohenlohekreis liegt laut Dashboard am Dienstag, den 17. August 2021 (Stand: 8.18 Uhr), die 7-Tage-Inzidenz bei 25,7 pro 100.000 Einwohner.

Die Inzidenzstufen sind gefallen

Ganz wichtig seit Montag, den 16. August 2021: Die bisherigen vier Inzidenzstufen entfallen in Baden-Württemberg. Dafür gilt laut Homepage des Sozialministeriums grundsätzlich in Innenbereichen die 3G-Pflicht. Wer also voll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchte, muss ab da einen Geimpften-, Genesenen oder negativen Test-Nachweis vorlegen. In Clubs und Diskotheken ist sogar ein PCR-Test nötig (maximal 48 Stunden alt), ansonsten sollen Antigentests ausreichend sein, die aber nur maximal 24 Stunden alt sein dürfen.

Überprüfung der Nachweise vor Ort

Die Tests werden entweder „vor Ort unter Aufsicht desjenigen, der das Vorliegen eines Testnachweises überprüfen muss“ vorgenommen oder „im Rahmen einer betrieblichen Testung im Sinne des Arbeitsschutzes durch Personal, das die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzt“ oder er wird von einem Leistungserbringer vorgenommen und überwacht, heißt es auf der Homepage der Landesregierung. Anbieter:innen, Veranstalter:innen und Betreiber:innen beispielsweise von Restaurants oder Clubs sind dabei „zur Überprüfung der vorzulegenden Test-, Impf- oder Genesenennachweise verpflichtet“.

Regeln für Kinder und Schüler:innen

Als getestete Person gelten weiterhin Kinder unter sechs Jahren und „Schülerin oder Schüler einer Grundschule, eines sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums, einer auf der Grundschule aufbauenden Schule oder einer beruflichen Schule, wobei die Glaubhaftmachung in der Regel durch ein entsprechendes Ausweisdokument zu erfolgen hat“. Nach den Sommerferien gilt wie bereits angekündigt in den Schulen inzidenzunabhängig und für zunächst zwei Wochen wieder generell die Maskenpflicht im Unterricht. Schüler:innen, Lehrkräfte und Personal sollen dann auch wieder ein kostenloses engmaschiges Testangebot erhalten.

Private Feste ohne Beschränkungen

Die neue Verordnung bedeutet auch, dass private Zusammenkünfte und private Veranstaltungen ohne Beschränkungen zulässig sind. Die Maskenpflicht in Innenräumen beziehungsweise in Außenräumen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, gilt aber nach wie vor für alle.

Öffentliche Veranstaltungen

Stadien und Kulturveranstaltungen im Freien dürfen für bis zu maximal 5.000 Personen unter Vollauslastung oder bei darüber hinausgehender Besucherzahl zu maximal 50 Prozent beziehungsweise bis zu 25.000 Menschen öffnen. Das gilt nicht für kirchliche oder religiöse Veranstaltungen. Diese sind unbeschränkt möglich, brauchen allerdings ein Hygienekonzept.

Überprüfung alle vier Wochen

Sollte sich das Ausbruchsgeschehen wieder verstärken und eine Überlastung des Gesundheitswesens drohen, will die Landesregierung zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Dazu soll die Auslastung der Intensivbetten, die Sieben-Tage-Inzidenz, die Impfquote und die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe fortlaufend beobachtet werden. Die Maßnahmen sollen mindestens alle vier Wochen überprüft werden.




Urlaubsfeeling und Live-Musik an drei Abenden

„Sommer in der Stadt“ lautet das Motto, unter dem in lockerer und gemütlicher Atmosphäre Live-Musik in der Innenstadt geboten wird. Diese Woche können sich Besucher:innen gleich an drei Abenden auf tolle Künstler freuen.

Abwechslungsreiches Musikprogramm

Am Donnerstag, den 19. August 2021, tritt am Sandstrand des Restaurants Emma am Alten Bahnhof von 17 bis 20 Uhr Flo Rössler auf. Eine ausgewählte Sammlung musikalischer Lieblingswerke der 90er und 2000er, aber auch aktuelle Lieder aus den Charts werden zu hören sein. Weiter geht es am Freitag, den 20. August 2021, mit dem Verein Theater im Fluss von 17 bis 21 Uhr, der die Bewirtung am Unteren Markt übernimmt. Ab 18 Uhr sorgen die Lazy Monkeys für Unterhaltung. Auf der Playlist: Lieder von U2, Adele, AC/DC, den Toten Hosen, Pink, Sportfreunde Stiller und vielen anderen Künstlern. Am Samstag, den 21. August 2021, bewirtet der Verein Theater im Fluss bereits ab 15 Uhr am Unteren Markt. Die Musiker der Cover-Band Steel, Wine & Honey spielen von 18 Uhr bis 21 Uhr bekannte Rock- und Pop-Songs.

Informationen

Eine Voranmeldung zu den Veranstaltungen ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist kostenfrei. Für die Kontaktnachverfolgung wird den Besucher:innen die Nutzung der Luca-App empfohlen. Alternativ können die Kontaktdaten auf Anmeldezetteln erfasst werden. Es gelten die allgemeinen und jeweils aktuellen Corona-Vorgaben und Hygiene-Vorschriften. Bei Änderungen der Corona-Auflagen müssen Veranstaltungsabende unter Umständen auch kurzfristig abgesagt werden. Bei Regen finden die Veranstaltungen nicht statt. Aktuelle Informationen und alle weiteren Aktionen werden kommuniziert über die städtische Homepage unter http://www.kuenzelsau.de/sommerinderstadt und über Facebook Künzelsau – meine Stadt und Instagram kuenzelsau.meinestadt.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Wer wird das Bauernopfer?

Der PEKA-Skandal um die Herkunft und den Verbleib kontaminierten Mülls, der auf dem PEKA-Areal gefunden wurde, bietet Stoff für einen abendfüllenden Wirtschaftskrimi.

Diverse geheimnisvoll im Dunkeln bleibende Hintermänner, von denen nur die Schatten zu sehen sind, reich an Geld und Einfluß. Ein Kleinstadtbürgermeister, der sich im Netz des vielen Geldes verfängt. Teure Juristen, die Müll und Schadstoffe zwischen Paragraphen und Akten verschwinden lassen. Und eine Bevölkerung, die gezielt im Unklaren darüber gelassen wird, welchen Gefahren sie möglicherweise ausgesetzt war. Da läßt sich was draus machen – am besten in Schwarz-Weiss, das ist dramatisch.

Wer wird das Bauernopfer?

In solchen Kriminalgeschichten kommen normalerweise die Dunkelmänner nahezu ungeschoren davon, denn sie werden ja für den Teil 2 noch benötigt. Irgendein Hauptdarsteller wird dafür am Ende zum Bauernopfer, das dann öffentlich zur Verantwortung gezogen wird.
Es könnte gut sein, dass letztendlich Bürgermeister Neumann diese Rolle übernehmen muss.

Ein Kommentar von Matthias Lauterer




Nur durch kriminelle Energie erklärbar

Auch einige Wochen nach dem ersten Aufkommen von Gerüchten und höchstens rudimentär zu nennenden Informationen über den kontaminierten Bauschutt auf dem PEKA-Areal, sind immernoch die allereinfachsten Fragen offen:

  • Welche Gefahrstoffe wurden eigentlich gefunden?
  • Welchen Gefahren für Mensch, Umwelt und Grundwasser war die Künzelsauer Bevölkerung durch dieses Material gute 5 Jahre lang ausgesetzt?
  • Wieviel kontaminiertes Material wurde gefunden?
  • Wo wurde das Material wirklich entsorgt?

Auf konkrete Nachfrage bei der Stadt Künzelsau erhielt GSCHWÄTZ eine Antwort, bei der man vermuten konnte, dass man uns versehentlich die Antwort auf eine ganz andere Anfrage geschickt hat. Konkrete Antworten auf unsere oben aufgelisteten Fragen fehlten gänzlich. Eine nochmalige Anfrage wurde gar nicht mehr beantwortet. Man muss also von einer Aussageverweigerung ausgehen, ebenso wie bei Bürgermeister Stefan Neumann, der eine Gesprächsanfrage zu diesem doch sehr wichtigen Thema von öffentlichem Interesse bislang nicht beantwortetet hat. „Dazu bin ich noch nicht gekommen“, teilte er gegenüber GSCHWÄTZ mündlich mit. Aber selbst diese Aussage ist schon mehr als 2 Wochen alt.

Eine Leserin kommentiert dieses Vorgehen der Verwaltung in einem Kommentar unter dem auf www.gschwaetz.de erschienen Artikel so:

„Wie kann GSCHWÄTZ auch so unfair sein und konkrete Fragen stellen, die doch keiner beantworten will? Das wird doch bereits in der grossen Politik so gemacht. Da hat sich das Rathaus Künzelsau nur perfekt angepasst.“

Bürgermeister und Stadt verweigern jegliche Information

Welchen Sinn eine derartige Aussageverweigerung haben mag, wo sich Neumann doch selber als Geschädigten sieht, ist fraglich. Er hat laut eigener Aussage von der ganzen Sache nichts gewußt:  „Wenn ich davon Kenntnis gehabt hätte, hätte ich nicht unterschrieben“, sagte er am 27. Juli 2021 im Gemeinderat auf direkte Nachfrage.

Nicht alle sind so schweigsam

Andere Stellen geben da schon mehr preis als die Stadtverwaltung und der Bürgermeister.

Der damalige Entsorger wundert sich gegenüber GSCHWÄTZ (wir berichteten) etwa darüber, dass aus den rund 3.500 Tonnen Schutt, die er im Auftrag der Stadtverwaltung versenkt hat, plötzlich – aktuelle Marktpreise für die Entsorgung auf einer Deponie der Deponieklasse 3 unterstellt – rund 20.000 Tonnen werden. Warum spricht der damalige Entsorger von rund 3.500 Tonnen, während die Stadtverwaltung nun rund 1,8 Million Entsorgungskosten in den Raum stellt? Rechnet man diesen Betrag auf die Tonnen um und nimmt aktuelle Marktpreise, dann kämen rund 17.000 Tonnen mehr Altlasten heraus. Gibt es wirklich auf einmal so viel mehr Entsorgungsmüll? Wenn ja, woher kommt dieser? Oder wurde hier nun ein überhöht anmutender Betrag in den Raum gestellt?

Die Rechnungsprüfer der Stadt werden diese Diskrepanz in den Entsorgungskosten zu erklären haben. Nicht umsonst wurde im Gemeinderat die Frage gestellt, ob die activ-group, die die Entsorgung organisiert hat, Alternativangebote eingeholt hat. Schließlich gibt es ja auch eine Schadensminderungspflicht bei Versicherungsfällen wie diesem. Die Rechnungsprüfer der Stadt werden erklären müssen, wie sie die Rechnungen – inzwischen hat der Gemeinderat bereits eine Million Euro hierfür freigeben müssen – geprüft haben. Haben die Rechnungsprüfer alternative Preise verglichen?

Ein „alter Hase“ im Bauwesen, den GSCHWÄTZ befragt hat, kann sich die im Raum stehende Summe fast nur durch kriminelle Energie erklären: „Wenn ich so einen Vertrag habe, dann schmeiß ich auf jeden LKW ein bißchen kontaminiertes Material“, sagt er. Und fügt hinzu, dass er so ein Vorgehen in seiner langen Zeit auf dem Bau durchaus schon erlebt habe.

Einzige Erklärung: Kriminelles Vorgehen

Von krimineller Energie darf man in der Tat ausgehen, denn die Staatsanwaltschaft hat nun die Ermittlungen aufgenommen: Irgendjemand müsse bereits 2015 kontaminiertes Material in die Baugrube eingebracht haben. Dass dies 2015 geschah, hat Bürgermeister Neumann im Gemeinderat bestätigt.

Es gibt dabei nicht viele Möglichkeiten: Entweder es stammt aus dem Abrissmaterial oder es stammt von woanders her. Wenn es aus dem Abrissmaterial stammt, muss es … nennen wir es: Unstimmigkeiten bei den Verprobungen gegeben haben. Dass das Material damals verprobt und für einbaufähig befunden wurde, hat der damalige Entsorger unlängst im Interview bestätigt. Auch wurde im Interview bestätigt, dass die damalige Bauleitung die korrekte Leistung der Entsorgungsfirma abgenommen hat. Ein anderer Fall, nicht minder kriminell, wäre es, wenn möglicherweise kontaminiertes Material zu dem Bauschautt in die PEKA-Grube gekippt wurde.

GSCHWÄTZ hat die damalige Bauleitung, ein lokales Unternehmen, vor wenigen Tagen um ein Gespräch gebeten – die Antwort steht noch aus.

Es sind also weitere Fragen offen:

  • Welchen Sinn hat es, 2015 Schadstoffe auf einem Gelände abzulagern, das kurz vor der Bebauung steht?
  • Wie kann es sein, dass die Ergebnisse der Verprobungen im Jahr 2015 ganz anders ausgefallen sind als die Verprobung des angeblich identischen Materials im Jahr 2021?
  • Wer hat die Verprobungen damals durchgeführt?
  • Wer hat auf wessen Veranlassung kontaminiertes Material verfüllt und wo kam dieses Material her?
  • Wer sind die Beteiligten „auch aus der Stadt Künzelsau“, die Bürgermeister Neumann offenbar kennt? Und: Warum gibt er die Namen nicht preis?
  • Wie ist die Gestaltung der Verträge, die der Stadt offenbar keinerlei Eingreifmöglichkeit lassen, zu erklären?

Warum nutzt Neumann nicht das Strafrecht?

Eine weitere Frage stellt sich unabhängig davon, was wann wie und auf wessen Veranlassung hin geschehen ist:

  • Warum habt Bürgermeister Stefan Neumann nicht umgehend Strafanzeige erstattet, als er von dem Skandal erfahren hat?

Auch wenn er beim Verkauf von dem kontaminierten Material nichts gewußt haben mag, teilte er im Gemeinderat vom 27. Juli 2021 doch auch mit, dass er inzwischen mehr weiß: „Manche Beteiligte, auch aus der Stadt Künzelsau, hatten die Information, dass belastetes Material vorliegt, seit 2015“, sagte er und wiederholte diese Aussage sogar nochmals.

Bis zur Aufnahme der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft war dort keine Strafanzeige der Stadt Künzelsau eingegangen.

Ein Bürgermeister, der Kenntnis von einer Straftat hat, die dem Wohl seiner Stadt in erheblicher Weise schadet und der sogar weiß, dass es Mitwisser dieser Straftat gibt, der sie offenbar sogar kennt, und der dennoch keine Strafanzeige stellt, macht sich möglicherweise selber eines Dienstvergehens oder sogar einer Straftat schuldig. Schon allein aus Selbstschutz hätte man annehmen können, dass er sich Unterstützung der Ermittlungsbehörden sucht.

Soll die Versicherung zahlen?

Die Aussagen im Gemeinderat vom 27. Juli 2021 lassen darauf schließen, dass man einen möglichst großen Anteil der Schadenssumme elegant durch Versicherer begleichen lassen möchte, ohne dass die wirklich Verantwortlichen ans Licht kommen oder gar zur Rechenschaft gezogen werden. Sollte das tatsächlich der Plan sein, gleicht dieser dem Tanz auf einer Rasierklinge, denn die Versicherungen prüfen Schadensfälle sehr intensiv.

Man kann die letzte Frage also auch anders formulieren:

  • Warum verweist Neumann auf Versicherer, statt die Verantwortlichen zu ermitteln und diese verantwortlich zu machen?

Eine Frage ist bereits beantwortet

Eine Frage ist allerdings beantwortet: Ja, die Bürger werden hier veräppelt. Aber selbst diese Antwort wirft mindestens eine neue Frage auf:

  • Von wievielen Seiten werden wir eigentlich veräppelt?

Bertolt-Brecht, der vor 75 Jahren starb, wußte bereits: „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen – den Vorhang zu und alle Fragen offen.“
Es wäre zu wünschen, dass Bürgermeister und Verwaltung den Vorhang aufziehen, damit die Fragen endlich beantwortet werden können. Öffentlichkeit wäre in diesem Fall der beste Schutz vor weiterer Verschleierung – und Verstrickung.

Text: Matthias Lauterer

Alle GSCHWÄTZ-Beiträge zum Peka-Skandal: Hier klicken.

 

 




Feuerwehr Weißbach rettet Patient mit einem Tragetuch aus einem Gebäude

Feuerwehr Weißbach Hilfeleistung Rettungsdienst (Tragehilfe)

Am Sonntag, den 15. August 2021 um 10:30 Uhr wurde die Kleineinsatzgruppe Weißbach nach AAO (Alarm und Ausrückeordnung), von der integrierten Leitstelle des Hohenlohekreis zu einer Tragehilfe in das Gemeindegebiet alarmiert. Der Patient wurde mit dem Tragetuch aus dem Gebäude gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph 65 wurde vom Landeplatz an die Einsatzstelle gebracht. Beim Umlagern des Patienten vom Rettungswagen in den Rettungshubschrauber wurde der Rettungsdienst ebenfalls unterstützt.

Quelle: Luftrettung ADAC

 




„Das Thema wird uns wieder beschäftigen“

Am vergangenen Dienstag rückt in Neuenstein ein Thema in den Fokus, das für lange Zeit medial in Vergessenheit geraten ist: die Zuwanderung von Geflüchteten und deren Integration.

Erfolgreiche Integration

Im Rahmen seiner Sommertour besucht Sozialminister Manfred „Manne“ Lucha das Gebäude der Arbeitsinitiative Hohenlohekreis GmbH (AIH), wo unter anderem die AIH GmbH ihre Arbeit vorstellt. Mit der Vorstellung von Geflüchteten aus Togo und Georgien zeigt die AIH Beispiele für erfolgreiche Integration mit der Kursleiterin des Deutschkurses, Larissa Fertig. Anschließend stellen Integrationsbeauftragter Dr. Mark Wittlinger und Integrationsmanagerin Christine Obermüller das „Integrationsbündnis 2025“ vor, dessen Ziel es ist, Geflüchteten möglichst schnell Deutschkenntnisse zu vermitteln, sowie sie in Gesellschaft- und Arbeitsleben zu integrieren.

„Wir können das nicht akzeptieren“

„Als wir“ 2017 „vor einer brennenden Flüchtlingsunterkunft hier in Neuenstein standen“, erzählt Landrat Dr. Neth „und kurz davor in Pfedelbach, sind wir einer Zivilgesellschaft begegnet, die unglaublich viel Engagement und Zivilcourage aufgebracht hat, die gesagt hat: ‚Das sind nicht wir. Wir sind mehr.‘ Das Gefühl war: ‚Wir können das nicht akzeptieren.‘ Im Kreistag bestand dann auch der klare Wunsch, einen Gegenentwurf zu machen. Und der war ganz klar: Wir wollen Aushängeschild für Integration sein. Wir wollen keine Willkommenskultur, die überhöht ist wie die am Münchener Hauptbahnhof, sondern die einfach sagt: ‚Hier vor Ort leisten wir Integrationsarbeit‘.“

„Darauf sind wir stolz“

„Ich sage Ihnen emotional, wenn sie nachts vor zwei bezugsfertigen brennenden Unterkünften stehen – der Anruf kam immer so zwischen drei und halb vier – dann fragen Sie sich schon, wie Sie denn so ein Problem von Integration in der Gesellschaft hinbekommen“, fährt Neth fort. „Deshalb haben wir einstimmig im Kreistag gesagt, wir wollen einen Gegenentwurf setzen. Das haben wir über jede Parteipolitik hinweg beschlossen. Darauf sind wir stolz. Genauso wie wir darauf stolz sind, was Frau Zeile mit der AIH leistet.“

Maßnahmen zur Integration

Die AIH bietet Angebote für arbeitslose Menschen, Schüler:innen, die am Übergang von der Schule zum Beruf stehen, und für Asylbewerber:innen. Die Integrationsarbeit der AIH äußert sich in Deutschkursen und „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“, einem „befristeten Arbeitsmarktprogramm des Bundes“, das Geflüchteten „niederschwellige Angebote“ machen soll, „um den deutschen Arbeitsmarkt kennenzulernen“.

„Es werden immer mehr Flüchtlinge kommen“

„Wir wussten schon immer, dass das Thema ‚Akzeptanz‘, was Flüchtlingsunterkünfte angeht, schwierig ist. Wir haben deshalb auch gesagt: ‚Keine großen Unterkünfte‘, sondern Familienwohnungen, die auch anderweitig nutzbar sind“, erklärt Neth. „Klar ist, es werden wieder mehr Flüchtlinge in den Hohenlohekreis kommen. Da braucht man kein großer Prophet zu sein, man muss nur zusehen, was gerade in Afghanistan passiert. Das Thema wird uns wieder beschäftigen. Deshalb bereiten wir uns darauf vor.“

Text: Priscilla Dekorsi

Landrat Dr. Matthias Neth und Sozialminister Manfred „Manne“ Lucha in Neuenstein. Foto: GSCHWÄTZ

Begrüßung im Foyer der AIH in Neuenstein. Foto: GSCHWÄTZ

Zeile übergibt Minister Lucha ein Geschenk, das in der Kreativwerkstatt der AIH von Geflüchteten gefertigt wurde. Foto: GSCHWÄTZ

Die Leiterin des Deutschkurses bei der AIH, Larissa Fertig. Foto: GSCHWÄTZ

Elguja Khodeli (links), Komla Mawufe Konu und Deutschkursleiterin Larissa Fertig. Fertig hat die beiden Geflüchteten mit ihrem Kursangebot beim Start ins Berufsleben unterstützt, denn: Ohne Bleiberecht gibt es keinen Integrationskurs und ohne Sprachkompetenz ist auch kein Ausbildungsplatz in Sicht. Fertig bietet für diesen Fall Erstorientierungskurse an und bei der AIH kann man Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen absolvieren. Foto: GSCHWÄTZ