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Kind von Pkw angefahren

Ein Kind hat am Dienstag, den 17. August 2021, abends bei einer Kollision mit einem Auto leichte Verletzungen erlitten. Gegen 20.15 Uhr war ein 34-Jähriger mit seinem Pkw auf dem Asternweg in Bretzfeld unterwegs. Plötzlich fuhr das Kind mit einem Fahrrad hinter einem parkenden Pkw auf die Fahrbahn. Der 34-Jährige versuchte noch zu bremsen, konnte eine Kollision aber nicht mehr verhindern.

Eine Rettungswagenbesatzung und ein Notarzt versorgten das leicht verletzte Kind. Es entstand geringer Sachschaden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




„Nicht warten bis zum Sankt Nimmerleinstag“

Mit dem Beschluß, den Tagesordnungspunkt zu Information und Aussprache über das PEKA-Gelände zu streichen, hatte die Sondersitzung des Gemeinderats Künzelsau am 17.August 2021 bereit spektakulär begonnen (wir berichteten).

Eigentlicher Grund für diese Sondersitzung war allerdings ein Antrag der Freien, für die Kindertageseinrichtungen und die Klassenstufen 1 bis 6 insgesamt 98 Luftreinigungsgeräte aus dem Förderprogramm des Landes, das den Einstandspreis mit 50 Prozent bezuschußt, zu kaufen. Weiter sollten etwa 40 Geräte für die Klassen 7 – 12 ohne Landesförderung beschafft werden, so der Antrag.

Bürgermeister spricht sich gegen den Kauf den Antrag aus

Bürgermeister Stefan Neumann argumentierte ungewohnt vehement und mit einem ungewohnt langen Wortbeitrag gegen diesen Antrag: Diese Geräte seien kein Allheilmittel zur Verhinderung von Infektionen, sinnvoller seien – so appellierte er an die Eltern – Impfungen und er zitiert eine Studie, nach der der „flächendeckende Einsatz nicht indiziert“ sei. Laut der Studie sei lüften trotzdem notwendig, die „Luftreiniger keine Alternative zum Außenluftwechsel“ und außer dem wegen der hohen Leistung zu laut. Raumlufttechnische Maßnahmen seien sinnvoller. Außerdem sei die Stadt Künzelsau ja bereits tätig geworden: Bei allen zukünfttgen Bau- oder Renovierungsmassnahmen würden Raumluftanlagen geplant werden.

Gegenrede von Rainer Süßmann

Rainer Süßmann, kommissarischer Schulleiter der Georg-Wagner-Schule, hat bereits gute Erfahrungen mit Luftreinigern in seiner Schule gesammelt. Er vertritt den Antrag seiner Fraktion, den Freien: Die Studie, aus der Neumann zitiert, sei veraltet, außerdem seien die dort untersuchten Geräte nicht die, die der Antrag vorsehe: Die Geräte von Rosenberg oder AFS – beides regionale Firmen – seien anders dimensioniert als die Geräte aus der Studie. In der Tat ist von diesen beiden Luftreinigungsgeräten im Ratssaal nichts zu hören.

„Das sind Nebelkerzen“

„Die Geräte geben uns die Möglichkeit, die Kinder in der Schule zu lassen“, betont Süßmann und ergänzt: „Die helfen ja nicht nur gegen COVID, sondern gegen Pollen, Bakterien, andere Viren oder Schimmelsporen.“ Süßmann kamm die ablehnende Haltung der Stadtverwaltung nicht nachvollziehen: „Das sind Nebelkerzen, man will einfach diese Geräte nicht“.

Reintraut Lindenmaier will wissen, woher die beantragten Anzahl der Geräte kommen: „Wurden die Schulen gefragt, was sie wollen?“ Ja, das seien die Zahlen, die die Schulen selbst genannt haben, bekommt sie von der Verwaltung zur Antwort.

„Nicht warten bis zum Sankt Nimmerleinstag“

Herbert Schneider, der moniert: „Die Kinder stehen an letzter Stelle. Wir müssen möglichst schnell agieren und nicht warten bis zum St. Nimmerleinstag.“ Mit den unterschiedlichsten Wortbeiträgen der Gemeinderäte wird immer klarer, dass der Gemeinderat den Antrag trotz der ablehnenden Haltung der Stadt eher unterstützen, als ablehnen wird.

Bürgermeister Neumann betont nochmals, dass die von ihm zitierte Studie aus dem Juli 2021 und damit ganz aktuell sei. Sein Argument, „Quarantäne können Sie aber damit auch nicht ausschließen“ kommt bereits recht zaghaft.

„Nach Ihrem Beschlußantrag wollen Sie die Geräte, aber nach ihrem Wortbeitrag hier wollen sie sie nicht“, weist Sabine Janny (UBK) den Bürgermeister auf die Diskrepanz hin. Außerdem sagt sie: „Die Jugendlichen haben lange auf die Alten Rücksicht genommen. Das Ziel muß sein, dass die Kinder in die Schule gehen.“ Ein wenig Ironie dürfte in „Außerdem haben wir schon Geld für wesentlich weniger sinnvolle Dinge ausgegeben“ enthalten gewesen sein.

Reduktion der Virenlast in der Luft – stark verringertes Risiko

Auch für Johannes Rückgauer ist oberstes Ziel, „dass wir einen annähernd normalen Betrieb hinbekommen“. Er erklärt nochmals, warum diese Luftreinigungsgeräte das Ansteckungsrisiko erheblich reduzieren: Die Virenlast in der Luft sei ein auschlaggebendes Kriterium für eine Infektion – und diese werde durch derartige Geräte stark verringert.

Folgekosten

Jochen Jäger interessieren die Folgekosten der Geräte: Die Verwaltung informiert, dass pro Gerät ein Vorfilter für 30 Euro pro Jahr notwendig sei und ein HEPA-Filter für 300Euro alle 2 Jahre gebraucht werde. Ausserdem kämen Stromkosten hinzu.

Einstimmig und ohne Enthaltung!

Dem Antrag von Christian von Stetten, die Beschaffung der Anlagen für die Klassenstufen 7-12 zurückzustellen, kann sich der Gemeinderat anschließen, bevor er über den so geänderten Antrag abstimmt. Der geänderte Antrag, 98 Luftreiniger für Kindertageseinrichtungen und Klassenräume der Klassenstufen 1-6 im Rahmen der Landesförderung zu beschaffen, wurde einstimmig und ohne Enthaltung angenommen. Auch Bürgermeister Stefan Neumann stimmte also letztlich für den Antrag.

Text: Matthias Lauterer

 




„Aus Gründen, die von der Stadtverwaltung nicht nachvollziehbar sind“

Quartiere in Innenstädten zu entwickeln ist meist ein langwieriger und schwieriger Prozess. Dafür ist es unerlässlich, Areale frei von Gebäuden und Altlasten zu schaffen, um sie für eine weitere, für die Innenstadt positive, attraktive Nutzung zur Verfügung stellen zu können, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau.

Aushub ist mit Schadstoffen belastet

Im Quartier An der Stadtmauer in Künzelsau wird endlich gebaut. Es sollen in dem neuen Gebäudekomplex attraktive Flächen für Einzelhandel und Wohnungen entstehen. Bis das Quartier baureif war und ein Kaufvertrag mit dem Investor ACTIV-Group geschlossen werden konnte, verging einige Zeit. In den Jahren 2007 bis 2009 hat die Stadtverwaltung die bebauten Flächen von verschiedenen Eigentümern erworben. 2015 wurden die Gebäude abgebrochen und der Abraum teilweise zum Auffüllen des Areals verwendet. Im April 2021 wurde durch Untersuchungen festgestellt, dass der Aushub der Baugrube, der zum Teil aus Abbruchmaterial besteht, mit Schadstoffen belastet ist.

Einwandfreies Vorgehen wurde bestätigt

Das beim Baustart 2021 ausgehobene Material wurde nach einem mit dem Landratsamt Hohenlohekreis abgestimmten Untersuchungskonzept für die abfalltechnische Einstufung des Baugrubenaushubs behandelt. Die Aushubarbeiten wurden von der BFI Zeiser GmbH, einem für Altlastenerkundung qualifizierten Büro für Ingenieurgeologie aus Ellwangen, überwacht, damit eine fachkundige Entsorgung sichergestellt werden konnte. Das Aushubmaterial wurde nach einem Rasterschema beprobt. Ein zweites, von der Stadtverwaltung beauftragtes, qualifiziertes Fachingenieurbüro, CDM Smith GmbH aus Crailsheim, hat die Aushubbegleitung, das Material und die Entsorgung in der Zwischenzeit nochmals begutachtet und ein einwandfreies Vorgehen bestätigt.

Wie ist das belastete Material da hingekommen?

Aus Gründen, die von der Stadtverwaltung Künzelsau bisher nicht nachvollziehbar sind, wurde im Jahr 2015, trotz der Beteiligung von Fachinstituten, beim Abbruch der auf dem Areal stehenden Gebäude belastetes Material verfüllt. Damals konnte nicht damit gerechnet werden, dass es weitere fünf Jahre bis zu einem Baubeginn einer Neubebauung dauert. Die Stadtverwaltung steht mit den damals Beteiligten in Kontakt, um zu klären, wie das belastete Material in die Baugrube gekommen ist.

Keine Belastungen für die Umwelt

„Auch der interne Ablauf steht auf dem Prüfstand“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Wenn Fehler gemacht worden sind, müssen diese aufgearbeitet werden. Wichtig ist jetzt aber auch der Blick nach vorne: Es gab keine belastenden Auswirkungen auf die Umwelt. Und Künzelsau erhält an zentraler Stelle ein attraktives Areal mit einem Drogeriemarkt, Büro- und Wohneinheiten. Trotz der Altlasten-Entsorgung konnte die ACTIV-Group zügig weiter bauen.“

Später gibt es weitere Informationen

Beim jetzigen Verfahrensstand können keine Namen der Beteiligten genannt werden, um eine Vorverurteilung zu vermeiden. Sobald die Untersuchung des Sachverhalts abgeschlossen ist, wird die Stadtverwaltung die Öffentlichkeit weiter unterrichten.

Aufwändige Beprobungen durchgeführt

In Vorbereitung auf einen Baubeginn der ACTIV-Group wurden Ende 2020 mittels Bohrungen orientierende Beprobungen (In-situ-Beprobung) durchgeführt und zunächst erhöhte Werte von belastetem Material festgestellt. Um ein teures Zwischenlagern und ein Verzögern des Bauablaufs zu vermeiden, wurde vor Beginn des Aushubs im Frühjahr 2021 eine weitere aufwändigere Beprobung mittels Baggerschürfungen vorgenommen. Dafür wurde die Baufläche in 15 Rasterfelder aufgeteilt. In jedem Rasterfeld fanden mehrere Baggerschürfe statt. Das Aushubmaterial wurde getrennt nach Auffüllungen und anstehenden (gewachsenen) Böden aufgeschüttet und dann repräsentativ beprobt.

Natürlich im Boden enthalten

Diese weiteren Untersuchungen des Abbruchmaterials, das 2015 zum Auffüllen der Kellerräume der abgebrochenen Gebäude und Einebnen des Areals verwendet wurde, ergaben erhöhte Werte für PCB (Polychlorierte Biphenyle), PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe), Schwermetalle und Sulfat. Die anstehenden (gewachsenen) Böden waren im Wesentlichen unbelastet, bis auf einige Proben mit erhöhtem Arsengehalt. Dieser Stoff ist allerdings auch natürlicherweise im Boden enthalten.

Entsorgungskonzept für die abfalltechnische Einstufung

Mit den vorliegenden Ergebnissen war es möglich, nun mit dem Deponiebetreiber und den Bauherren, Maßnahmen der Wiederverwertung und die weiteren Wege des Aushubmaterials abzustimmen. Mit dem Landratsamt Hohenlohekreis wurde ein fortgeschriebenes „Untersuchungskonzept für die abfalltechnische Einstufung des Baugrubenaushubs mittels Baggerschürfe und Haufwerksbeprobungen“ abgestimmt. Ein darüber hinaus von der Stadtverwaltung beauftragtes qualifiziertes Fachbüro, CDM Smith, hat das Konzept überprüft und es für korrekt befunden. Das Landratsamt Hohenlohekreis bestätigt dieses Vorgehen: „Das Untersuchungskonzept vom 25. Februar 2021 wurde mit der Fachbehörde im Landratsamt Hohenlohekreis abgestimmt. In diesem enthalten ist auch die weitere Vorgehensweise. Die ordnungsgemäße Umsetzung des Konzepts wurde von der Stadt Künzelsau vor Ort überprüft.“

Unterschiedlich stark belastet

Die rund 15.000 Kubikmeter Aushub, die größtenteils aus dem Auffüllmaterial stammten, waren unterschiedlich stark belastet. Gering belastete Teile davon hätten unter bestimmten hydrogeologischen Bedingungen auch wiederverwendet werden können, beispielsweise im Erdbau zur Auffüllung von Dämmen und Wällen oder unter Straßen. Allerdings haben zeitgleich und innerhalb eines wirtschaftlich akzeptablen Radius keine entsprechenden Maßnahmen stattgefunden.

Material wurde ordnungsgemäß entsorgt

Deshalb wurde das Material komplett über die qualifizierten und zertifizierten Entsorgungsfachbetriebe „Bodenaufbereitungsanlage 2.0 BVÖ“ (BVÖ), Firma Schneider aus Öhringen und Baustoff- und Bodenbehandlung Hohenlohe GmbH & Co. KG (BBH) aus Rüblingen entsorgt. Deponiert ist das Material auf Deponien in Heilbronn (Deponie Vogelsang), in Rüblingen (Deponie der Baustoff- und Bodenbehandlung Hohenlohe GmbH & Co. KG – BBH) und in Öhringen (Bodenaufbereitungsanlage 2.0 BVÖ“, Firma Schneider). Sämtliche Maßnahmen wurden also nachvollziehbar von einem qualifizierten Fachingenieurbüro begleitet, das zudem nochmals durch ein weiteres Fachbüro überprüft wurde.

Prognostizierte Gesamtkosten: zwei Millionen Euro

Dafür wurde der Stadtverwaltung von der ACTIV-Group Ende März 2021 ein Angebot und eine Kostenberechnung für die anfallenden Kosten der Entsorgung des kompletten belasteten Materials überlassen. Grundlage hierfür waren zwei Angebote von zwei Subunternehmern. Zur Übernahme dieser Kosten hat sich die Stadtverwaltung mit dem im Mai 2018 abgeschlossenen Kaufvertrag verpflichtet und hat dies im April 2021 auch nach Beratungen im Gemeinderat zugesichert. So hat der Gemeinderat Künzelsau der Zahlung der Entsorgungskosten des kontaminierten Aushubmaterials in Höhe von bisher einer Million Euro zugestimmt. Insgesamt werden rund zwei Millionen Euro prognostiziert. Ob sich nun am Ende für die Stadtverwaltung ein wirtschaftlicher Schaden ergibt, wird aufgearbeitet. Eventuell ist ein solcher entstanden, da die Entsorgungspreise in den letzten Jahren stark gestiegen sind.

Auswirkungen auf die Umwelt?

In der Zeit vom Auffüllen der Kellerräume im Jahr 2015 bis zum Ausheben der Baugrube 2021 ist der Grund und Boden nicht irreversibel geschädigt worden. Durchgeführte Grundwasserproben bestätigten das. Solange die Schadstoffe im Boden gebunden sind, gibt es keine schädlichen Auswirkungen. So stellt auch das Büro für Ingenieurgeologie BFI Zeiser aus Ellwangen in seinem Untersuchungskonzept für die abfalltechnische Einstufung des Baugrubenaushubs im Februar 2021 fest: „Am anstehenden Boden wurden bislang keine Untersuchungen durchgeführt. Da es sich um Talablagerungen beziehungsweise Verwitterungsschichten des unteren Muschelkalks handelt, sind hier erfahrungsgemäß keine Schadstoffbelastungen zu erwarten.“ Auch die beauftragten Fachinstitute haben somit keine Hinweise gefunden, die auf belastende Auswirkungen auf die Umwelt hinweisen. Da die Entsorgung durch eine Fachfirma erfolgte, gab es auch während der Aushubarbeiten keine schädlichen Auswirkungen. Mittlerweile ist das Material abgefahren.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

 

 

 




„Viel Potenzial auf dem Bau“

Das neue Ausbildungsjahr startet – doch viele Firmen suchen weiterhin Nachwuchs: Im Hohenlohekreis sind von insgesamt rund 1.150 gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell noch 500 Plätze zu vergeben. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mit und beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. Die IG BAU Stuttgart warnt vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels, sollte ein Großteil der Stellen unbesetzt bleiben – und ruft Berufsstarter dazu auf, sich insbesondere in der Baubranche umzusehen. Laut Arbeitsagentur sind bei Hoch- und Tiefbauunternehmen in Baden-Württemberg derzeit noch rund 970 Plätze frei. Das entspricht rund 60 Prozent aller gemeldeten Ausbildungsstellen in der Branche.

Mehr Berufsanfänger gewinnen

„Die Corona-Pandemie ist insgesamt am heimischen Ausbildungsmarkt nicht spurlos vorbeigegangen. Teils bieten Firmen weniger Plätze an oder fahren die Lehre ganz zurück. Auch der Berufsschulunterricht kann nicht überall wie gewohnt stattfinden. In vielen Bereichen bewerben sich aber auch deutlich weniger Schulabgänger“, sagt Mike Paul, Bezirksvorsitzender der IG BAU Stuttgart, in der Mitteilung. Doch jeder Azubi, der jetzt fehle, sei in drei Jahren eine dringend gebrauchte Fachkraft weniger. Besonders das Baugewerbe müsse angesichts der anhaltend hohen Auftragslage – vom Wohnungs- bis zum Gleis- und Straßenbau – noch mehr Berufsanfänger für sich gewinnen.

Bei der Bezahlung an der Spitze

Dabei stünden Bau-Azubis im Branchenvergleich in puncto Bezahlung an der Spitze, wie eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt. Ein angehender Maurer kommt demnach im ersten Ausbildungsjahr auf 890 Euro pro Monat. Im zweiten Jahr liegt die Vergütung bei 1.230 Euro, im dritten sind es 1.495 Euro. Im Anschluss an den Gesellenbrief können sich Beschäftigte fortbilden und es bis zum Polier oder Bauleiter bringen.

„Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist wichtig“

Viele Fachleute verließen jedoch nach der Ausbildung ihren Baubetrieb, so die Gewerkschaft – vor allem wegen harter Arbeitsbedingungen und den oft langen, aber unbezahlten Fahrzeiten zu den Baustellen. „Es kommt darauf an, den Bau auch nach der Ausbildung attraktiver zu machen. Gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist hier wichtig“, betont Carsten Burckhardt vom IG BAU-Bundesvorstand.

Die Branche soll für die Zukunft aufgestellt werden

Deshalb fordert die Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde für die Branche eine Entschädigung der Wegezeiten, 5,3 Prozent mehr Einkommen und den Angleich der Ost- an die Westlöhne. Die Arbeitgeber hätten in den Tarifverhandlungen bis Ende September die Chance, die Branche für die Zukunft aufzustellen. „Ohne höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen wird es kaum gelingen, die enorme Nachfrage nach neuen Wohnungen, sanierten Straßen und energetischen Gebäudesanierungen in den kommenden Jahren zu bewältigen“, so Burckhardt.

Weitere Informationen

Informationen rund um die Bau-Ausbildung und freie Plätze vor Ort gibt es bei den Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) unter https://www.bau-stellen.de/.

Quelle: Pressemitteilung der IG Bau




Pkw kollidiert mit Transporter

Rund 18.000 Euro Sachschaden sind das Ergebnis eines Unfalls am Dienstag, den 17. August 2021, in Künzelsau. Gegen 14 Uhr war ein 18-Jähriger mit seinem VW Passat auf der Kreisstraße von Gaisbach kommend in Richtung Kupferzell unterwegs. An der Einmündung zur Bundesstraße 19 musste er zunächst verkehrsbedingt anhalten, da vor ihm ein weiteres Fahrzeug an der Einmündung stand.

Als das Fahrzeug losfuhr, fuhr der junge Mann ebenfalls an und bog nach links in Richtung Kupferzell ab. Hierbei missachtete er die Vorfahrt eines von links aus Richtung Kupferzell kommenden Sprinter-Fahrers. Auf der Bundesstraße 19 kam es zur Kollision.

Der 18-Jährige erlitt leichte Verletzungen. Der 24-jährige Sprinter-Fahrer blieb unverletzt.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




„Wenn du nicht weitermachst, erzähle ich deinen Eltern, was für eine Nutte du bist“

Menschenhandel – wenn man dieses Wort ausspricht, legt sich dessen Schwere wie ein schwarzer Schleier über den Raum. Ein abstrakter schwarzer Schleier, schließlich hatten die wenigsten von uns bisher Kontakt mit Menschenhandel oder Zwangsprostitution und das Klischee besagt: „So etwas gibt es doch nur irgendwo in Osteuropa.“ Dem ist nicht so. Dieses Thema ist nicht immer „so weit weg von uns“, wie es scheint. Sara Huschmann von der Heilbronner Mitternachtsmission arbeitet bei der Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel. Ihre Klient:innen sind vorwiegend Frauen, die zur Zwangsprostitution gezwungen werden. Huschmann weiß: Täglich werden, auch in Baden-Württemberg, Frauen missbraucht und vergewaltigt, um daraus Profit zu schlagen. Wir porträtieren drei mutige Frauen, die es geschafft haben, auszusteigen.

„Am Anfang war er der Traummann“

Sara Huschmann erzählt:

„Frau H. ist in Deutschland geboren und in einer kleinen Stadt in Baden-Württemberg aufgewachsen. Sie war eine ambitionierte Schülerin, ging aufs Gymnasium und ‚wollte nach ihrem Abschluss auf jeden Fall studieren. Sie wusste noch nicht genau was, aber sie wollte, einfach für sich selbst, weiterkommen und sich neues Wissen aneignen‘. Während ihrer Zeit in der Oberstufe lernte H. einen jungen Mann kennen – und verliebte sich unsterblich in ihn. Am Anfang schien alles gut zu sein. H.s neuer Freund war ihr absoluter Traummann – und verhielt sich wie der absolute Traumschwiegersohn. ‚Es war eine Beziehung, die von Komplimenten, Geschenken und einer absoluten Annahme geprägt war.’“

„Er isolierte sie von ihrem Umfeld“

„Was H. erst im Nachhinein aufgefallen ist, war das ständige Bestreben ihres Freundes, sie von ihrem Umfeld zu isolieren. Dadurch, dass H. sich immer weiter von Freunden, Klassenkameraden und Familie entfernte und immer weniger Zeit mit ihnen verbrachte, wurde sie emotional immer abhängiger von ihm. Er steigerte das einige Monate lang immer weiter, bis H. schließlich nur noch auf ihn fokussiert war und kaum mehr Zeit mit anderen Menschen verbrachte.“

„Er hatte Schulden“

„Nach einigen weiteren Monaten offenbarte sich dann der vermeintliche ‚ Traummann‘. Er sagte: ‚Du, hör zu. Ich habe Schulden. Da bin ich einfach so reingerutscht, das war ein Versehen. Es ist wichtig, diese Schulden schnell zu tilgen, damit wir beide eine freie Zukunft miteinander beginnen können – ohne irgendwelche Vorbelastungen.‘ H.s sehnlichster Wunsch war es, eine Familie mit ihrem Partner zu gründen, sich gemeinsam ein Leben aufzubauen und die Zukunft gemeinsam zu verbringen.“

„Sie sollte mit anderen Männern schlafen“

„Einige Wochen nach diesem Gespräch, ist H.s Freund dann plötzlich – und wie er betonte, ‚ganz zufällig‘ – eine Lösung für seine Geldnot eingefallen: ‚Du hör mal‘, sagte er. ‚Ich habe eine Idee, wie wir die Schulden ganz schnell tilgen können. Dann steht unserer gemeinsamen, unkomplizierten, wunderschönen Zukunft nichts mehr im Wege.‘ Auf H.s Rückfrage, wie er sich das denn vorstelle, antwortete er prompt: ‚Es ist ganz einfach: Du schläfst mit ein paar Männern. Dadurch kann man relativ schnell Geld verdienen und unsere Schulden sind weg.‘ Für H. war das keine Frage: ‚Nein, das mache ich nicht. Das möchte ich auf gar keinen Fall.'“

„Nach ihrer Weigerung fing er Streit an“

„Im ersten Moment hat ihr Freund ruhig reagiert, aber er brachte dieses Thema immer wieder bei Gesprächen auf den Tisch – und wurde jedes Mal ungemütlicher. Er hat Streit angefangen, gesagt: ‚Du liebst mich nicht. Du willst nicht, dass wir eine gute Zukunft haben. Wieso kannst Du das nicht für uns tun? Du weißt doch, ich liebe Dich und will nur das Beste für uns.‘ Er hat nicht aufgehört, Streit zu suchen, H. fertig zu machen und sie psychisch unter Druck zu setzen, bis sie unter diesem Druck zusammenbrach und sagte: ‚Okay. Ich werde mich selbst dazu zwingen und es tun.’“

„Sie fühlte sich eklig und dreckig“

„Sie hat also gegen Geld mit Männern geschlafen. Es war für sie ‚ganz schlimm‘. Sie hat sich ‚eklig‘ und ‚dreckig‘ gefühlt und sehr stark darunter gelitten. Nach jedem Mann hat sie, dem Zusammenbruch nahe, gesagt: ‚Ich kann nicht mehr. Das will ich nicht mehr machen.‘ Doch er hat sie gepusht, ihr gesagt: ‚Jetzt komm schon, noch ein paar Mal, dann haben wir es geschafft. Dann können wir eine unbeschwerte Zukunft miteinander haben. Liebst Du mich denn nicht?‘ Einige Male ließ sich H. noch überreden. Für sie war es eine sehr schwierige Situation, denn nach der langen Zeit der Isolation hatte sie niemanden mehr, der ihr nah war und es sie war emotional abhängig von ihrem Peiniger.“

„Der Traummann entpuppte sich als Gewalttäter“

„Nach ungefähr einem Monat sagte H.: ‚Ich kann und will das nicht mehr. Ich kann mich nicht mehr im Spiegel angucken. Es geht nicht mehr.‘ Der psychische Druck hat nicht mehr dazu ausgereicht, sie zum Weitermachen zu bewegen. Daraufhin entpuppte sich ihr ‚Traummann‘ als brutaler Gewalttäter. Er schlug sie immer wieder, missbrauchte sie, schrie: ‚Du machst das. Wenn du das nicht machst, war das erst der Anfang‘.“

„Er wurde immer brutaler“

„Er hörte nicht auf. ‚Wenn du nicht weitermachst, erzähle ich deinen Eltern und deiner ganzen Familie, was du so treibst, was für eine Nutte du bist und was für eine erbärmliche Tochter sie haben.‘ H. war verängstigt. Sie machte weiter, aber es wurde nicht besser. Er wurde immer brutaler, schlug sie immer weiter. Besonders schlimm war es, als sie es ablehnte, bei ihren Freiern bestimmte Praktiken anzuwenden. H. sagte: ‚Ich kann nicht. Ich halte es nicht aus.‘ Er schlug zu.“

„Mit ihrer Familie ging sie zur Polizei“

„Einige Wochen später schlug er sie so zusammen, dass sie die Spuren im Gesicht nicht mehr verstecken konnte. Ihre Familie sah das und fragte sie, was denn los sei. H. schaffte es, sich zu offenbaren – und fand Unterstützung. Gemeinsam mit ihrer Familie ging H. zur Polizei.“

„Sie ist in die ambulante Beratung gekommen“

„Die Polizei hat, nachdem H. dem zugestimmt hatte, den Kontakt zwischen uns hergestellt und die junge Frau an uns weitervermittelt“, erzählt Sara Huschmann. „Sie hat weiterhin bei ihren Eltern gewohnt und ist dann zu uns in die ambulante Beratung gekommen. Wir haben geschaut, was sie möchte, was sie braucht und sie bei der Suche eines Opferanwalts unterstützt. Wir haben H. darüber aufgeklärt, wie es jetzt weitergeht, sie an Psychologen vermittelt und mit ihr gemeinsam das Erlebte ein Stück weit verarbeitet und ihr Raum gegeben, darüber zu sprechen – ohne irgendwelche Vorurteile.“

Die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher

Laut Bundeslagebild des Bundeskriminalamtes gab es 2019 in Deutschland 287 Verfahren wegen Zwangsprostitution, an denen 427 Betroffene beteiligt waren. Hierbei handelt es sich aber ausschließlich um abgeschlossene Verfahren, also das Hellfeld der Polizei. Fachberatungsstellen sind sich einig, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist. Über die Dunkelziffer herrsche sogar eine „weitestgehende Unkenntnis“, wie Sara Huschmann erklärt. „Das liegt an der Randgruppenproblematik, daran, dass Staatsanwaltschaften aufgrund höherer Erfolgschancen oft auf einfacher anzuwendende Straftatbestände ausweichen (zum Beispiel Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz) oder die Opfer aufgrund ihrer Traumata nicht in der Lage sind, auszusagen. Oftmals kommt es erst gar nicht zur Anzeige, also erscheint der Fall auch nicht in der polizeilichen Statistik. Somit ist bei den Zahlen, Menschenhandel und Zwangsprostitution betreffend, höchste Vorsicht geboten.“

350 Betroffene wandten sich an Fachberatungsstellen

Im vergangenen Jahr haben sich nach Informationen des Arbeitskreises „Aktiv gegen Menschenhandel“ allein in Baden-Württemberg 350 Betroffene von Zwangsprostitution an Fachberatungsstellen gewandt.

Text: Priscilla Dekorsi

 




Kreisimpfzentrum in Öhringen schließt

Das Landratsamt des Hohenlohekreises informiert über die Schließung des Kreisimpfzentrums in Öhringen:

Nach dem 12. September 2021 keine Impfungen mehr im KIZ

Das Kreisimpfzentrum des Hohenlohekreises (KIZ) in der Hohenlohe-Sporthalle Öhringen schließt zum 12. September 2021. Auf dieses Datum haben sich Land Baden-Württemberg, Landratsamt Hohenlohekreis und Stadt Öhringen geeinigt. Danach finden Impfungen ausschließlich durch die niedergelassenen Ärzte, Betriebsärzte und durch das mobile Impfteam Heilbronn statt.

Ärzte und mobiles Impfteam Heilbronn stehen für Impfungen zur Verfügung

Der Normalbetrieb im KIZ läuft noch bis zum 5. September 2021. Parallel zum Abbau steht dann bis einschließlich 12. September 2021 ein reduziertes Impfangebot zur Verfügung. Bis zu diesem Termin finden auch weiterhin die mobilen Impfaktionen des KIZ Öhringen im Kreisgebiet statt. Am 19. September 2021 wird die Hohenlohe-Halle an die Stadt Öhringen zurückgegeben, sodass der Sportbetrieb ab dem 20. September 2021 beginnen kann.

Ab dem 20. September 2021 wieder Sportbetrieb

Im KIZ werden bis zum letzten Impftag Erstimpfungen durchgeführt. Termine für Zweitimpfungen, die nach dem 12. September 2021 liegen, müssen von den Betroffenen selbst bei Haus- oder Betriebsarzt vereinbart werden.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis

 

 




Versorgungsamt zieht um

Zum 24. August 2021 zieht das Versorgungsamt des Hohenlohekreises an einen neuen Standort in Künzelsau. Künftig werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Max-Eyth-Straße 4 (Gebäude E) zu finden sein. Auch der Bereich Wohngeld wird dorthin umziehen. Die Schuldnerberatung bleibt weiterhin am bisherigen Standort im Hauptgebäude (Gebäude A) in der Allee 17.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auch künftig über die gewohnten Telefonnummern zu erreichen. Die neuen Räumlichkeiten sind über die Rückseite des Gebäudes barrierefrei zugängig.

Am Tag des Umzugs werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur eingeschränkt telefonisch erreichbar sein. Persönliche Termine sind ab dem 25. August wieder möglich.

Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis




Auf dem Weg zu Elon Musk – Tunnelbohrmaschine der DHBW Mosbach

Die vielleicht schnellste Tunnelbohrmaschine der Welt haben Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach entwickelt. Sie wurde am 16. August der Öffentlichkeit präsentiert. Die rund 150 Ehrengäste und Sponsoren konnten nicht nur die technische und kreative Leistung feiern, sondern auch eine erlösende Nachricht aus Berlin: Die Einreise in die USA für den im September geplanten Wettbewerb in die USA ist möglich.

12 Monate Arbeit

Von der ersten Idee bis zur Fertigstellung bauten die Studenten rund 12 Monate an ihrem sogenannten Dirt Torpedo. Er soll im von Elon Musk weltweit ausgelobten Wettbewerb „Not-a-Boring Competition“ in der kalifornischen Mojave-Wüste gegen 11 weitere Teams antreten.  „Entscheidendes Kriterium bei der Bewertung ist die Geschwindigkeit und Genauigkeit der Tunnelbohrung. Die Teilnehmer sollen die bisherige Geschwindigkeit der Tunnelbohrmaschinen übertreffen, die sich normalerweise langsamer als eine Schnecke fortbewegen“, sagt Teamleiter Adrian Fleck. Die Studenten haben dazu neue technologische Ansätze beim Vortrieb und Abtransport des Aushubs sowie bei der Beton-Verschalung und Navigation entwickelt – und erreichen eine Geschwindigkeit von rund 5,4 Meter pro Stunde, also etwa ein Meter schneller als eine Schnecke.

ebm-Logistikzentrum unterstützt

Feierlich wurde die knapp 4 Meter lange Tunnelbohrmaschine nun aus dem Logistikzentrum des Ventilatorspezialisten ebm-papst auf den Weg in die USA versendet. Thomas Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung bei ebm-papst, einer der Hauptförderer des Projektes, begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft in Mulfingen: „Am Standort Deutschland benötigen wir junge, neugierige und vielversprechende Nachwuchs-Ingenieurinnen und -Ingenieure, wie das Dirt-Torpedo-Team. Im Zusammenspiel von Unternehmen und DHBW sehr gut ausgebildet, treiben sie die Innovationsfreudigkeit unseres Landes weiter voran“, so Wagner.

Minister Hauk: „Die Leistung der Mosbacher Studenten ist sensationell“

Auch Peter Hauk MdL, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, betonte den Wert eines solchen Projekts für alle Beteiligten: „Junge Menschen sind motiviert Veränderungsprozesse voranzutreiben und Zukunft mit Innovation zu gestalten. Die Leistung der Mosbacher Studenten ist sensationell und ein absolutes Aushängeschild für den Ländlichen Raum. Es kann schließlich nicht jeder von sich behaupten, im auserwählten Kreis von Elon Musk zu stehen. Ich hoffe, dass viele Studierende mit ähnlichem Engagement an die Sache gehen und dauerhaft unsere Unternehmen im Land verstärken.“

Rund 40 Sponsoren ermöglichen Teilnahme am Wettbewerb

„Wir sind dank der Unterstützung vieler Förderer nun einsatzbereit“, so Fleck. „Sie waren nicht nur Geldgeber, sondern haben auch beraten und mitgefiebert.“ Rund 40 Unternehmen und Förderer hatten sich an dem Fundraising der Stiftung „Pro DHBW Mosbach“ beteiligt, um die Teilnahme an diesem Hightech-Wettrennen möglich zu machen und Interesse für ein MINT-Studium zu stärken. „Ohne die phänomenale Unterstützung von Spendern und Sponsoren wäre dieses Projekt nicht realisiert worden”, so Gerhard Lauth, Geschäftsführer der Stiftung Pro DHBW Mosbach. Er freut sich, dass sowohl kleine Betriebe als auch „Big Player“ von dem Vorhaben begeistert sind. „Die Unterstützung ist phänomenal, das hat uns beflügelt”, sagt Lauth.

Corona sorgt für Probleme bei Einreise in die USA

Die letzten Wochen waren für das Team nervenaufreibend. Nicht nur standen letzte Optimierungarbeiten an, sondern auch die Zollabfertigung, bei der ebm-papst unterstützte. „Jedes Bauteil muss gelistet sein – und mein Team hat bis zum Schluss Änderung vorgenommen“, verriet Adrian Fleck den Gästen schmunzelnd. Größtes Kopfzerbrechen bereitete allerdings nicht die Maschine selbst und deren Transport, sondern die Einreise des Teams. Die amerikanischen Behörden betrachten den gesamten Schengen-Raum als Corona-Hochrisikogebiet, aus dem eine Einreise nur in Ausnahmefällen, als „National Interest Exception“ (kurz NIE), genehmigt wird. Im mehrstufigen Antragsverfahren unterstützten Bundestagsabgeordnete Nina Warken und der Chef des Bundeskanzleramts Dr. Helge Braun das Team. Die erlösende Nachricht kam am Ende der Feier, gerade als Freunde und Sponsoren die Maschine umringten, fotografierten und sich technische Details erklären ließen: Das gesamte Team um Adrian Fleck und den Dirt Torpedo darf einreisen! „Ein wahrer Einreise-Krimi, der ohne die Hilfe auf bundespolitischer Ebene sicherlich kein Happy End gefunden hätte!“, resümierte Gerhard Lauth.

Unter den letzten 12 von 400 Teilnehmern

Mit dem Erreichen des Finales unter 400 Bewerbungen steht das kleine studentische Team der DHBW Mosbach auf Augenhöhe mit international renommierten Universitäten wie der TU München, der ETH Zürich, der University of Warwick (UK) oder dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) aus den USA. Die Rektorin der DHBW Mosbach, Prof. Dr. Gabi Jeck-Schlottmann, ist bereits jetzt stolz: „In diesem weltweit einzigartigen Wettbewerb sind unsere Studierenden das Gesicht aus Deutschland. Mit ihrem Können und viel Herzblut zeigen sie der Welt, welche Innovationskraft im dualen Studium steckt.“ Die Teammitglieder studieren Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informatik an den DHBW-Standorten Mosbach und Ravensburg sowie an der TU Darmstadt und bringen dadurch verschiedenen Perspektiven ins Projekt ein.

Sponsoren geben insgesamt Geld und Sachspenden im Wert von 500.000 Euro

Mehr als 30 Sponsoren haben neben Begeisterung und Knowhow rund 200.000 Euro als Geldzuwendungen und 300.000 Euro für Sachspenden und Dienstleistungen ins Projekt investiert: das Land Baden-Württemberg und die Unternehmen Bürkert, ebm-papst, FFT, Alethia Group, element six, Herrenknecht, Himmelmann, Interroll, Lütze, Mosca, Moxa, MPDV Mikrolab, Pink, Putzmeister, RSP America, Sika, Thomson, Wassermann, Wayss & Freytag, WIKA, Wittenstein Würth. Das Team erhält zudem PROMOS-Stipendien vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Spenden und ideelle Unterstützung bekam das Team von der DHBW, Siemens, der Region Fulda, der Stiftung ‘Pro DHBW Mosbach’ und von den Maschinenbau-Professoren Dr.-Ing. Gangolf Kohnen, Dr.-Ing. Manuel Ludwig und Prodekan Dr.-Ing. Michael Schrodt der DHBW Mosbach.

Über den Wettbewerb

Bei der Not-a-boring Competition bohren im September 2021 zwölf Teams – von Elon Musk das „Digging Dozen“ genannt – in der Mojave-Wüste einen Miniatur-Tunnel. Dieser wird 30 Meter lang sein und einen Durchmesser von einem halben Meter haben. Bewertet werden dabei in drei Punkte: Wie schnell ist der Tunnel gebohrt? Wie schnell und gut werden Tunnelwand und Fahrbahn ausgekleidet? Wie genau trifft das Ende des Tunnels den zuvor anvisierten Endpunkt? Am Ende soll dann idealerweise ein Mini-Tesla durch den Tunnel fahren können.

www.boringcompany.com/competition

Mehr Infos: www.dirt-torpedo.de und www.mosbach.dbhw.de/not-a-boring-competition

Pressemitteilung der DHBW Mosbach

Die Entwickler präsentieren ihre Tunnelbohrmaschine „Dirt-Torpedo“. Quelle: DHBW Mosbach

Tunnelbohrmaschine „Dirt-Torpedo“. Quelle: DHBW Mosbach

Tunnelbohrmaschine „Dirt-Torpedo“. Quelle: DHBW Mosbach

Tunnelbohrmaschine „Dirt-Torpedo“. Quelle: DHBW Mosbach




Gemeinderat Künzelsau nimmt Peka-Skandal von der Tagesordnung

Einmal mehr beginnt die Sondersitzung des Gemeinderats von Künzelsau vom 17. August 2021, mit einem Paukenschlag. Und einmal mehr ist es Herbert Schneider (FfK), der mit einem Antrag zur Geschäftsordnung für diesen Paukenschlag sorgt: Er beantragt, den Tagesordnungspunkt „Information und Aussprache zum aktuellen Stand Quartier an der Stadtmauer“ gar nicht erst zu behandeln.

Neumann betont Willen zu Transparenz und Offenheit

Zwar betont Bürgermeister Stefan Neumann, dass es ja nur darum ginge, von Seiten der Verwaltung zu informieren und  das Transparenzgebot gegenüber Öffentlichkeit und anwesender Presse zu erfüllen, er findet aber bei den Gemeinderäten wenig Gehör.

Termin zur Akteneinsicht sehr kurzfristig

Hintergrund ist ein recht kurzfristiger anberaumter Termin zur Akteneinsicht, der für den 17. August 2021, 16 Uhr, also unmittelbar vor der um 18 Uhr beginnenden Gemeinderatssitzung, mit Anwesenheit des Anwalts der Stadt, angesetzt war. Vor dem Hintergrund, dass Verena Löhlein-Ehrler bei der letzten Sitzung von „einem Dreiviertelmeter Ordner“ sprach, kann man durchaus verstehen, dass manch ein Ratsmitglied gerne längere und intensivere Akteneinsicht gehabt hätte.

CDU fühlt sich bestens informiert

Auch wenn Robert Volpp (CDU) sich „jetzt bestens informiert“ fühlte und für seine Fraktion eine Ablehnung des Antrags signalisierte, konnte die UBK ihm nicht folgen und machte klar, dass man Schneiders Antrag zustimmen werde.

Erhard Demuth (SPD/GRÜNE) war alles zu kurzfristig: „Ich als einer, der vom Fach ist, hätte gerne Akteneinsicht gehabt“, sagt er – ein beruflicher Termin verhinderte das. Er verweist auf eine diesbezügliche Mail an Stefan Neumann und ist „sehr verwundert, dass von Ihrer Seite keine Reaktion kam“.

Kopplung an den Sitzungstermin

Neumann erklärt, dass die Kurzfristigkeit durch die Kopplung an den Sitzungstermin zustandegekommen sei und begründet, man habe den Punkt „auf die Tagesordnung genommen, weil es die Öffentlichkeit interessiert und wir die Fragen von Herrn Schneider aus der letzten Sitzung beantworten wollen“.  Er betont nochmals: „Wir waren um Transparenz und Offenheit bemüht.“ Er erntet durchaus ungläubige Blicke.

Verzicht auf „Aussprache“ vorgeschlagen

Dr. Andrea Faust (Freie) schlägt vor, keine „Aussprache“ zu machen, sondern den Punkt auf „Information der Öffentlichkeit“ zu beschränken. Sie stellt aber keinen Antrag zur Geschäftsordnung, auch Bürgermeister Neumann gibt ihr keinen Hinweis auf diese Möglichkeit.

Antrag wird knapp angenommen

Die Abstimmung über den Antrag ergibt 9 Ja-Stimmen bei 8 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen – der Antrag, die „Information und Aussprache zum aktuellen Stand Quartier an der Stadtmauer“ nicht zu behandeln wurde damit angenommen. Das PEKA-Thema war damit zumindest für heute erstmal vom Tisch. Ein Mitglied des Gemeinderates erschien erst nach der Abstimmung.

Erklärung des Widerspruchs

Auf den ersten Blick hat sich der Gemeinderat widersprüchlich verhalten, war er doch bisher immer für Transparenz und Offenheit hinsichtlich dieses brandaktuellen Themas. Herbert Schneider erklärt diese Diskrepanz im Nachgespräch: Einerseits sei der Zeitraum für die Akteneinsicht zu kurz und zu kurzfristig bekanntgegeben worden, andererseits habe man juristische Konsequenzen gefürchtet: Mit einer „Aussprache“ wären dem Gemeinderat möglicherweise zukünftige Rechte genommen worden, befürchtet er.

Gesprächsangebot an Neumann steht

Es bleibt Bürgermeister Stefan Neumann natürlich unbenommen, das Gesprächsangebot von GSCHWÄTZ anzunehmen und auf diesem Weg Presse und Öffentlichkeit zu informieren. Er wies jedoch bereits in der Sitzung darauf hin, dass er ja seinen Urlaub bereits für diese Sondersitzung unterbrochen habe.

Die nächste reguläre Gemeinderatssitzung ist für den 14. September terminiert.

Text: Matthias Lauterer