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Glasflasche ins Gesicht geschlagen

Nach einer Körperverletzung am frühen Sonntagmorgen, den 22. August 2021, bei einem Weinfest in Niedernhall sucht die Polizei nach Zeugen und dem Geschädigten. Ein etwa 25 Jahre alter Besucher des Festes in der Keltergasse war zwischen Mitternacht und 1 Uhr mit zwei jungen Männern in Streit geraten. Aus dem Disput soll sich nach Angaben der Polizei eine handfeste Auseinandersetzung entwickelt haben, bei der der etwa 25-Jährige von einem seiner Kontrahenten mit einer Glasflasche ins Gesicht geschlagen wurde.

Die Besatzung eines Rettungswagens kümmerte sich schließlich um den Verletzten. Dieser und weitere Zeugen, die die Auseinandersetzung beobachten konnten, werden gebeten, sich beim Polizeiposten Niedernhall unter der Telefonnummer 07940 8294 zu melden.




„Schwer zu begreifen, warum uns absichtlich Steine in den Weg gelegt werden“

Das geplante dreitätige Festival am Wertwiesen in Künzelsau vom 27. bis 28. August 2021 (wir berichteten) fällt ins Wasser beziehungsweise wird auf 2022 verschoben. Nur wenige Tage vor dem Festivalwochenende sagt der Veranstalter Schlaraffenklang ab. In seiner Begründung loben  Stefan Ole Linseisen und Marco Schrenk, die Geschäftsführer von Schlaraffenklang, die Stadt Künzelsau, kritisieren aber das Landratsamt in seiner Entscheidungspolitik deutlich.

Festival soll nachgeholt werden

Das Festival soll 2022 mit denselben Acts stattfinden. Entsprechende Ersatztermine werden gemeinsam mit den Künstlern und der Stadt Künzelsau im September 2021 besprochen. Die Künstler haben, so die Veranstalter in ihrer Presseerklärung, haben bereits zugesichert 2022 in Künzelsau zu spielen.

Maskenpflicht sei auf dem kompletten Veranstaltungsgelände verhängt worden

Warum das Festival so wenige Tage vorher abgesagt wird, dazu erklärt Schlaraffenklang: „Aufgrund der behördlichen Verordnung durch den Landkreis Hohenlohe ist eine Maskenpflicht in Bereichen, indem man keinen Mindestabstand einhalten kann, also somit auf dem kompletten Veranstaltungsgelände, verhängt worden. Zusätzlich gelte die 3G-Regel. Dies wurde von uns seit Donnerstag anders kommuniziert, da in Rücksprache mit den verantwortlichen Ämtern, sowie mit lokalen weiteren Veranstaltern die Maskenpflicht
anders kommuniziert wurde. Die offizielle behördliche Bekanntgabe des Landratsamts erhielten wir am 23. August 2021 am Nachmittag. Dies nur knapp 5 Tage vor der erstenVeranstaltung, wodurch uns jeglicher Spielraum für Konzeptanpassungen genommen wurde.“

Erst kurz vorher sei Bekanntgabe bezüglich Maskenpflicht vom Landratsamt gekommen

Interessant sei ebenfalls der Sachverhalt, so Schlaraffenklang weiter, „dass bei Veranstaltungen am gleichen Wochenende in anderen Regionen von Baden-Württemberg diese Regelungen nicht greifen, obwohl dort teils mehr Menschen auf kleinerem Gelände zusammenkommen. Aussage des Landratsamts ist, dass dort unter anderem eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, die es im Nachhinein jedoch so nicht wirklich hätte geben dürfen.“

Einheitliche Konzepte auch regionenübergreifend wünschenswert

Weiterhin sei das Landratsamt nur schwer erreichbar gewesen: „Schade für uns ist ebenfalls, dass die zuständigen Personen im Landratsamt für uns nicht telefonisch erreichbar, oder ansprechbar waren“, sagen die Geschäftsführer in ihrer Pressemitteilung und betonen, worum es ihnen geht: „Unser Argument ist nicht, dass andere, ähnliche Veranstaltungen ebenfalls mit der Maskenpflicht belegt werden sollen, sondern uns als Firma „Schlaraffenklang Events“ hätte es gefreut, wenn alle Landkreise mit ihren eigenen Prüfstellen sich an ein gemeinsames Konzept halten würden und dies auch von vornherein korrekt kommuniziert worden wäre. Unseres Erachtens ist es nicht fair, erst groß über die Presse sämtliche Freiheiten anzukündigen, um das Lob dafür zu ernten, aber dann bei der Umsetzung entweder kurzfristig zurückzurudern oder gar keine Auskunft darüber zu erteilen. Die unterschiedlichen Auslegungen in den Regionen sehen wir als Wettbewerbsverzerrung an und warten bis heute auch noch auf eine offizielle Stellungnahme hierzu. Die Sinnhaftigkeit, dass in Diskotheken die Maskenpflicht wegfällt, bei Open-Air-Veranstaltungen aber bestehen bleibt, ist auch für erfahrene Veranstalter zusätzlich nicht
mehr nachvollziehbar, da wir stets sehr um den Schutz aller Gäste bemüht sind, indem die Kapazitäten minimiert wurden und die 3G-Regel ebenfalls bestehen bleibt.“

Corona: „Als Veranstalter waren die letzten eineinhalb Jahre nicht einfach“

Schwierig sei die Lage durch Corona generell für Veranstalter aus der kulturellen Branche: „Als Veranstalter waren die letzten eineinhalb Jahre nicht einfach. Besonders für uns, da wir erst im Oktober 2019 gegründet wurden und eigentlich fast nur „Corona-Veranstaltungen“
durchführen konnten. Während andere Veranstalter lieber nichts unternahmen, haben wir als Firma versucht, den Menschen Zugang zu Musik und zur Kultur zu ermöglichen. Egal ob Auto-, Abstandskonzerte oder Live-Stream-Events. Allerdings fällt es auch uns nun
sehr schwer zu begreifen, warum uns absichtlich Steine in den Weg gelegt werden, obwohl der eigentliche Weg selbst schon kein leichter ist.“

Dank geht an die Stadt Künzelsau

Leinseisen und Schrenk bedanken sich bei den Sponsoren, „die uns bereits mitgeteilt haben, dass sie auch 2022 wieder dabei sind. Besonders erwähnen möchten wir auch, dass Bürgermeister Stefan Neumann und die komplette Stadtverwaltung Künzelsau inklusive
Ordnungsamt diese Veranstaltungen unterstützt haben. Es ist gut zu wissen, solche Partner bei der Stadt Künzelsau und auch bei den Sponsoren, um sich zu haben, was uns ebenfalls positiv in die Zukunft blicken lässt. Alle Tickets behalten Ihre Gültigkeit für die Ersatzveranstaltungen 2022, können jedoch auf Wunsch auch storniert werden. Für die Ticketinhaber, die uns jedoch weiterhin die Treue halten werden, werden wir uns im Jahr 2022 mit einer weiteren Überraschung und einem noch faszinierenderen Festival
bedanken.“

Flyer Schlaraffenklangfestival in Künzelsau im August 2021. Quelle: Veranstalter




Am Donnerstag steigt eine Urlaubsparty am oberen Bach

Am Donnerstag, den 26. August 2021 spielt die Band „Shadows Revenge“ von 17 bis 20 Uhr am oberen Bach in Künzelsau.

Kräftige Gitarren-Sounds, dynamische Rhythmen von Bass und Schlagzeug sowie mehrstimmiger Gesang in allen Facetten der Rock und Pop Covers – so entsteht ein überzeugender Rock-Sound. Die sechs Bandmitglieder Nicole, Tina, Timo, Markus, Matze und Jan, alle aus dem schönen Hohenloher Land, sorgen für Stimmung.

Das Team der Gaststätte „Alte Schmiede“ verwöhnt die Besucher mit leckerem griechischen Essen und einem reichhaltigen Getränkeangebot.

Den ganzen Sommer – jede Woche: Live-Musik

Mit der Veranstaltungsreihe „Sommer in der Stadt“ ermöglicht die Stadtverwaltung Künzelsau auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit Gastronomen und Vereinen Corona-konforme Veranstaltungen über den Sommer hinweg. In lockerer Atmosphäre ist jede Woche an wechselnden Plätzen in der Künzelsauer Innenstadt Live-Musik zu genießen. Für das leibliche Wohl sorgen die Künzelsauer Gastronomen und Vereine an wechselnden zentralen Plätzen: Unterer Markt, Obere Hauptstraße, Oberer Bach, Busbahnhof und am Biergarten Wertwiesen. Liegestühle, Lounge-Möbel, Sandflächen und Pflanzen laden zum Verweilen ein. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist kostenfrei.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

 

 




Klimastammtisch im Biergarten am Kocher

Der Klimabeirat lädt zum zweiten Klimastammtisch ein. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt Künzelsau hervor.

Am Donnerstag, den 26. August 2021, veranstaltet der Künzelsauer Klimabeirat um 19 Uhr im Biergarten beim Kocherfreibad in Künzelsau den zweiten offenen Klimastammtisch.

Alle, die sich informieren oder – noch besser – für mehr Klimaschutz engagieren möchten, sind herzlich eingeladen.

Bei Regenwetter wird ein alternativer Treffpunkt auf der Homepage oder dem Facebook-Auftritt der Stadtverwaltung Künzelsau veröffentlicht: http://www.kuenzelsau.de , http://www.facebook.com/kuenzelsau.meinestadt

Mehr Informationen zum Klimabeirat: https://kuenzelsau.de/site/Kuenzelsau/node/835447?QUERYSTRING=Klimabeirat




Weitere Impfaktionen auf dem Marktplatz in Öhringen und auf dem Wertstoffhof in Beltersrot

Auch in dieser Woche bietet das Impfteam aus dem Kreisimpfzentrum Öhringen wieder zahlreiche Möglichkeiten an, kurzfristig und wohnortnah eine Corona-Schutzimpfung zu bekommen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Mitten in der Öhringer Innenstadt

So werden die Räume des ehemaligen ZEITGEIST-Ladens am Marktplatz in Öhringen in dieser Woche als Impflokal genutzt. Der Impfbetrieb ist vorgesehen von Mittwoch, 25. August 2021, bis Samstag, 28. August 2021, jeweils von 7 bis 13 Uhr.

Mobiles Impfteam

Am Samstag, 28. August 2021, wird wie bereits an den vergangenen Samstagen von 8 bis 12 Uhr sowie von 13.30 bis 16 Uhr ein mobiles Impfteam auf dem Wertstoffhof Stäffelesrain in Beltersrot im Einsatz sein.

Johnson und Biontech

Geimpft wird jeweils ohne vorherige Anmeldung mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson (nur eine Impfung) oder BioNTech (zwei Impfungen erforderlich). Geimpft wird, solange der Vorrat reicht. Das Mitbringen von Lichtbildausweis, Impfausweis sowie Versichertenkarte ist hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig.

offenes Impfen

Nach wie vor findet im Kreisimpfzentrum Öhringen immer freitags und samstags von 8 bis 18 Uhr und sonntags von 8 bis 15 Uhr das offene Impfen ohne Termin statt. Dabei werden die Impfstoffe von BioNTech, Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson angeboten, solange der Vorrat reicht.

 




„Lust am Kaputtmachen“

Laut Michael Schenk, Vorsitzender FDP Hohenlohe, zerstörten Unbekannte in Öhringen am Kreisverkehr Richtung Büttelbronn Möhrig ein Großflächenplakat der FDP. Der Kreisvorsitzende hat nun bei der Polizei Anzeige erstattet.

Einem Mitglied der FDP ist die Zerstörung des Plakates am Montag, den 23. August 2021 aufgefallen. aufgefallen. Vermutlich wurde es am Wochenende zerstört. Schenk geht von einer mutwilligen Sachbeschädigung aus. „Das Plakat ist ja regelrecht zerschlagen worden“, sagt Schenk gegenüber GSCHWÄTZ. Wer das gewesen sein könnte, weiß er nicht.

Allerdings komme das im Wahlkampf immer mal wieder parteiübergreifend vor, dass Plakate übermalt oder auch angezündet werden.

„Manchmal ist es auch einfach die Lust am Kaputtmachen oder der Frust gegenüber der Politik“, sagt Schenk. Das Plakat wird nun ersetzt, die Kosten von zirka 400 Euro trägt die FDP. Weitere Zerstörungen sind aktuell nicht bekannt.

 

 




„Ich möchte eine Stimme für diejenigen sein, die für ihre menschlichen Grundrechte kämpfen“

Derzeit liest man, wenn man Angelina Jolie in google eingibt, erst einmal, dass sie den Weltrekord ihrer medialen Dauerrivalin Jennifer Aniston geknackt hat. – nämlich, so viele Anhänger wie kein anderer in Rekordzeit auf Instagram bekommen zu haben. Nach zwei Tagen und 2 Beiträgen von ihr sind es immerhin schon 7,5 Millionen. Aber das dürfte der Schauspielern relativ egal sein.

Afghanistan

in ihrem ersten Post erklärt sie ihren Anhängern, warum sie nun doch auf Instagram vertreten ist – etwas, das die Schauspielerin bislang tunlichst vermeiden wollte: „Derzeit verlieren die Menschen in Afghanistan die Möglichkeit, über die sozialen Netzwerke zu kommunizieren und sich frei zu äussern. Ich bin daher nun auf Instagram, um ihre Geschichten zu teilen und eine Stimme zu sein für diejenigen, die für ihre menschlichen Grundrechte kämpfen.“

Brief eines Mädchens

Angelina Jolie veröffentlicht in ihrem ersten Posting einen Ausschnitt eines Briefes von einem afghanischen Mädchen. Wer sich dahinter verbirgt, ist nicht bekannt. Der Brief, handschriftlich geschrieben und wurde in Englisch verfasst.

Angst vor der Taliban

Darin beschreibt das Mädchen ihre Angst vor den Taliban, zur Schule gehen seit nicht mehr möglich, ebenso wenig, in Frieden und Freiheit zu leben, seitdem die Taliban da seien. Auf einem Foto sieht man sieben verschleierte Frauen mit dem Rücken zum Fotografen stehen. Ob eine davon die junge Frau ist, die den Brief geschrieben hat, ist nicht bekannt.

Jolie selbst, so berichtet sie, sei 2 Wochen vor dem 11. September 2001, an der afghanischen Grenze gewesen. Dort habe sie afghanische Flüchtlinge getroffen, die vor der Taliban fliehen.

Derzeit bleibt die Lage in Afghanistan weiter angespannt. Die deutsche Regierung hat bislang laut der ARD rund 3.000 Menschen ausser Landes gebracht.

Rund 30.000 Menschen wurden bislang aus Afghanistan ausgeflogen. Am Montagmorgen, den 23. August 2021, kam es zu einem Schusswechsel zwischen der Taliban, deutschen Soldaten und amerikanischen. Eine afghanischer Sicherheitsmann starb bei dem Schusswechsel am Flughafen in Kabul.

Angelina Jolie. Screenshot aus dem Kinofim „They want me dead“

 

 




80-Jähriger eingeklemmt zwischen Ackerschiene und Traktorrad

Schwer verletzt wurde laut Polizeiangaben ein 80-jähriger Mann bei einem Arbeitsunfall am Freitagnachmittag, den 20. August 2021, in Mulfingen-Eberbach. Der Senior wollte mit seinem Traktor einen Baumstamm aus dem Waldbereich zu seinem Grundstück ziehen. Auf dem Grundstück verkeilte sich der Stamm zwischen der Ackerschiene und dem rechten Hinterrad, worauf dieses Rad blockierte.

Beim Absteigen rutschte der Mann vermutlich ab. Er wurde zwischen der Ackerschiene und dem linken Hinterrad des Traktors eingeklemmt. Da sich dieses Rad weiterhin drehte, wurden dem 80-Jährigen schwere Verletzungen am linken Arm zugefügt. Durch seine Hilferufe wurden Nachbarn auf den Verunglückten aufmerksam und befreiten diesen aus seiner misslichen Lage.

Er wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Die örtliche Feuerwehr war ebenfalls mit mehreren Fahrzeugen und Einsatzkräften am Unglücksort.




Auto aufgebrochen und ausgeräumt

Eine Niedernhallerin hat sich am Sonntag, den 22. August 2021, in dem öffentlichen Netzwerk facebook zu Wort gemeldet und darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Auto am vergangenen Wochenende in Öhringen aufgebrochen und Wertsachen daraus entwendet worden sind.

Antonia Lorenz beschreibt darin, dass sie ihr Auto an dem bekannten öffentlichen Parkplatz an der alten Turnhalle, direkt angrenzend zum Hofgarten, geparkt hat. Das Auto sei aufgebrochen und sämtliche Wertsachen daraus entwendet worden.

Screenshot des öffentlichen Postings von Antonia Lorenz

 




„Wir arbeiten an einem nachhaltigen Überleben“

Viele Branchen waren und sind durch die Auswirkungen der Corona-Lockdowns in ihrer Existenz gefährdet. Einige dieser Branchen suchten den Weg in die Öffentlichkeit, über andere wurde recht wenig berichtet. Eine der Branchen, die kaum öffentlich zu Wort kamen, sind die Veranstalter von Kulturveranstaltungen. GSCHWÄTZ hat mit Eva Hosemann, der künstlerischen Leiterin, und Roland Halter, dem Geschäftsführer der Burgfestspiele Jagsthausen (BFS) unter anderem über dieses Thema gesprochen.

Zwei Jahre kompletter Ausfall

In den Jahren 2020 und 2021 fiel das Programm der Burgfestspiele den Corona-Einschränkungen komplett zum Opfer. Einzig zwei Konzerte konnten 2021 stattfinden. Eine auch persönlich besonders unglückliche Wendung für Eva Hosemann, die mit dem Programm 2020 ihre erste Saison als künstlerische Leiterin bestreiten wollte. „Und schon haben wir nicht gespielt“, sagt sie mit einem eher gequälten Lachen. „Als Kulturschaffender ist das eine Tragödie“, sagt sie, aber fügt hinzu: „In der Tragödie sterben alle, wir arbeiten aber an einem nachhaltigen Überleben.“ Den Optimismus sieht man daran, dass rund um die Burg Jagsthausen schon mit dem Programm für 2022 geworben wird. Die Veranstalter möchten die Stücke aufführen, die für 2020 geplant waren.

Die Lobby fehlt

„Wir waren die ersten, die aus der Szene rausgeschossen wurden und wir kommen als letzte wieder rein“, beschreibt Halter die Situation. „Bedauerlicherweise haben wir nicht die Lobby wie DFL oder UEFA oder andere verantwortungslose Veranstalter.“ Er verweist auf die bekannten Bilder von nahezu voll besetzten Fußballstadien in Budapest, St.Petersburg oder Wembley. Deutliche Worte sind das – aber „ich weiß nicht, wie ich aus meinem Herzen eine Mördergrube machen sollte“.

Manche Akteure haben den Beruf komplett gewechselt

Im Jahr 2020 war das gesamte Ensemble bereits engagiert, die Verträge waren unterschrieben, als die Vorstellungen abgesagt wurden. Glück für die Künstler, denn aufgrund der bestehenden Verträge konnte Kurzarbeit beantragt werden und die Künstler hatten daher immerhin Einnahmen. Die Spielzeit 2021 wurde so frühzeitig abgesagt, dass man gar keine Engagements abgeschlossen hat. Trotz der Absagen habe man große Teile des Ensembles für 2022 halten können. Einige geplante Akteure seien allerdings durch andere Engagements gebunden, andere hätten sogar den Beruf gewechselt. „Besonders für die Freiberufler ergaben sich echte Notlagen.“ Hosemann berichtet von einem Ensemblemitglied, das eine Übergangstätigkeit in der Pflege angenommen habe und sich jetzt für eine Ausbildung im Pflegebereich entschieden hat.

Keine Möglichkeit, ein alternatives Programm anzubieten

Häuser mit festem Ensemble hätten einen Vorteil, meint Hosemann: „Mit einem eigenen Ensemble kann man Übergangsprogramme selber machen, bei uns hätte jede Idee neu installiert werden müssen.“  So sei für die Burgfestspiele (BFS) in Jagsthausen ein Alternativprogramm nicht möglich gewesen. Andere Bühnen konnten beispielsweise interaktive Aktionen über das Internet anbieten.

Aus den Corona-Hilfen-Töpfen gab es keine Förderung, einzig aus dem „Nothilfefonds Kultur“ des Landes Baden-Württemberg sei Geld geflossen. Auf das Land Baden-Württemberg läßt Halter nichts kommen: „In den letzten Jahren hatten wir eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem Ministerium, eine tolle Unterstützung, ideell und finanziell. Es ist leicht zu schimpfen, aber wir haben keinen Grund zu schimpfen“.

„Kein Geldgeber ist abgesprungen“

Noch begeisterter ist er, wenn er über die Sponsoren der BFS spricht: „Nicht ein Geldgeber, nicht ein Sponsor ist abgesprungen“.

Statt 860 nur 180 Zuschauer

Andere Theater haben 2021 zumindest ein abgespecktes Programm gespielt. Das kann Eva Hosemann bestätigen. „Wo eine potente Stadt und eine Touristik dahintersteckt“, sei das teilweise möglich gewesen. Zum Beispiel in Schwäbisch-Hall, wo es breite Zu- und Abgangswege gibt und die Bestuhlung etwas luftiger gestellt werden kann. „Hier auf dem Dorf ist es zu eng für das große Spektakel, da sind die Hygieneauflagen nicht zu erfüllen, auch wegen der Dreifachnutzung des Schlosses als Privatwohnung, Hotel und Theater“ sei das nicht leistbar. „Wir wären nur noch ein Hygienekonzeptunternehmen gewesen“, wirft Halter ein. Coronabedingt vor 180 Zuschauern statt wie in normalen Jahren vor bis zu 860 Zuschauern zu spielen, das sei wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.
Die Gegebenheiten der einzelnen Spielstätten seien nunmal sehr unterschiedlich – einige Veranstalter hätten ihr Ensemble auch in Kohorten eingeteilt, die nichts miteinander zu tun haben.

Der Reiz von Jagsthausen

Das geht bei den BFS aber nicht: In Jagsthausen übernehmen Schauspieler nämlich bis zu drei Rollen – vom Götz bis zum Kindertheater. „Das ist ja das Reizvolle: einen Schauspieler in drei komplett unterschiedlichen Rollen sehen zu können“, beschreibt es Hosemann aus Sicht des Publikums. „Auch für die Schauspieler ist das ein Anreiz. Das macht Spaß, auch wenn die Proben anstrengend sind.“

„Eine der großen Aufgaben ist es, in kurzer Zeit ein homogenes Ensemble zu erzeugen“, sagt Hosemann, „dazu ist die Auswahl der Schauspieler wichtig“ – das ist einer der Anreize für sie selbst.

Stephan Szász, Götz-Darsteller. Foto bereitgestellt von den BFS, ©_Janosch-Orlowsky

Und dann ist da ja noch der Spielort, die historische Götzenburg: „Das ist für mich überhaupt immer so ein Faszinosum, ich kann Wände berühren, die Götz vielleicht auch berührt hat, kann Landschaften sehen, die er vielleicht auch sah. Das ist für mich immer eine wunderbare Inspirationsquelle.“ So drückt es Stephan Szász, der Darsteller des Götz, aus.

Halter und Hosemann können das nachvollziehen: „Das geht mir genauso, wenn ich an einem historischen Ort bin“ – das letzte Mal habe er in der Goslarer Kaiserpfalz so empfunden. Und Hosemann wird etwas wehmütig, wenn sie an ihre Zeit in Wien zurückdenkt, wo man „pausenlos auf historischen Spuren wandelt“.

Jeder Euro erzeugt weitere vier Euro

Aber zurück zu den ökonomischen Folgen der coronabedingten Schließung: Nicht nur die Festspiele selbst, auch die Schauspieler und die weiteren Beteiligten leiden unter dem Ausfall – lokale Handwerker, Einzelhändler, Gastronomie und Hotellerie eingeschlossen. „Die Umwegrentabilität der Festspiele ist 1:4“ sagt, Halter. Was er damit meint: Jeder Euro, der für den Festspielbesuch ausgegeben wird, erzeugt weitere 4 Euro, die in der Region ausgegeben werden. Das beginnt beim Handwerker, der beim Bühnenbau beteiligt ist und endet bei der Hotellerie und den Freizeitaktivitäten.  „Die Besucher bleiben gerne mal einen Tag länger und besuchen zum Beispiel das Kloster Schöntal, die Grablege des Götz, oder andere kulturhistorische Stätten der Region.“

Im zweiten Teil des Gesprächs sprechen Hosemann und Halter darüber, was die coronabedingte Einsamkeit mit den Menschen macht und warum Kultur so wichtig für die Entwicklung von Kindern ist.

Weitere Informationen, alles zum Spielplan und Kartenbestellungen auf: https://burgfestspiele-jagsthausen.de/spielplan/

Das Gespräch führte Matthias Lauterer