1

Künzelsau: Vollsperrung der B19 Mergentheimer Straße bis 08. September 2021

„Der Bund saniert seit Montag, 2. August 2021 die B 19 in der Ortsdurchfahrt Künzelsau (Hohenlohekreis) im ersten Bauabschnitt auf einer Länge von etwa einem Kilometer. Die Strecke weist zahlreiche Risse und Verdrückungen auf und bedarf einer Sanierung. Im Zuge der Maßnahme werden ebenso der talseitige Gehweg sowie die Entwässerungseinrichtungen vollständig erneuert. Die gesamte Maßnahme ist in zwei Bauabschnitte unterteilt.

Die nun auszuführenden Asphaltarbeiten können nicht mehr mit der Einbahnregelung des Verkehrs durchgeführt werden. Hierfür ist eine Vollsperrung der Mergentheimer Straße für die Dauer der Arbeiten notwendig.

Die Vollsperrung wird von Montag, 30. August 2021, bis Mittwoch, 8. September 2021, eingerichtet. Im Anschluss wird für die Restarbeiten bis Freitag, 10. September 2021 die bisherige Einbahnregelung wiederhergestellt.“

So teilt es das Regierungspräsidum Stuttgart kurzfristig am Donnerstag, 26. August 2021, in einer Pressemitteilung mit. Die Folge dieser Sperrung ist, dass die beiden ARAL-Tankstellen in der Mergentheimer Straße nicht angefahren werden können.

„Jeder will neue Straßen, aber beim Richten will keiner zurücktreten.“

Holger Kunze, der beim Autohaus Kunze den Service verantwortet, antwortet auf die Frage, wie er diese Situation empfindet, mit spontaner Ironie: „Geil“. Er beschreibt die aktuelle Lage so: „Die Tankstelle ist zu, die Anfahrt zur Werkstatt ist in geringem Umfang möglich.“

Untergrund war marode

Er ist über den Fortgang der Arbeiten gut informiert und weiß: „Der Untergrund war halt marode“. Die  Tragschicht könnte schon am heutigen Dienstag, den 31. August 2021, fertig aufgetragen werden, hofft er. Dann wäre auch die Zufahrt zur Werkstatt wieder möglich.

„nicht so prickelnd“

Er kritisiert, dass der Informationsfluß nicht optimal war: „Es hat sich ein paarmal verschoben“, äußert aber generell Verständnis für die Arbeiten:  „Jeder will neue Straßen, aber beim Richten will keiner zurücktreten.“ Sein Bruder, der für die Tankstelle und den Autoverleih zuständig ist, ist da vielleicht anderer Meinung: „Der findet es nicht so prickelnd“, drückt es Holger Kunze recht diplomatisch aus.

Text: Matthias Lauterer

B19 gesperrt – kein Durchkommen zu den Tankstellen. Foto: GSCHWÄTZ

B19 gesperrt – kein Durchkommen zu den Tankstellen. Foto: GSCHWÄTZ

B19 gesperrt – kein Durchkommen zu den Tankstellen. Foto: GSCHWÄTZ

B19 gesperrt – kein Durchkommen zu den Tankstellen. Foto: GSCHWÄTZ




„Es war mir wichtig, nach Forchtenberg zu kommen, in das Geburtshaus von Sophie Scholl“

Am Donnerstag, den 26. August 2021, hat Theresa Schopper, baden-württembergische Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, im Rahmen ihrer diesjährigen Sommertour den Hohenlohekreis besucht. Der Schwerpunkt ihres Besuchs lag auf dem Kennenlernen der hiesigen Kultur-, Bildungs- und Sportangebote sowie dem Gedenken an Sophie Scholl, die in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Würth-Areal und Forchtenberg besucht

Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vorstandes der Stiftung Würth, Prof. Dr. Harald Unkelbach, präsentierten die Sportler:innen des FC Würth-Künzelsau bei einer Fechtvorführung ihr Können. Im Anschluss bekamen die Teilnehmenden eine Führung über das Schulgelände der Freien Schule Anne-Sophie in Künzelsau. Ein Besuch der aktuellen Kunstausstellung im Museum Würth 2 gab Gelegenheit zum Austausch, auch über die Innovationsregion Hohenlohe e.V., der gemeinsamen Initiative Hohenloher Unternehmen zur Förderung technischer Bildung. Anlässlich des diesjährigen Gedenkens an Sophie Scholl besuchte die Ministerin am Nachmittag deren Geburtsstadt Forchtenberg und machte gemeinsam mit Renate S. Deck von der Denkstätte Weiße Rose an einigen Stationen des Hans-und-Sophie-Scholl-Pfads Halt.

Ministerin zeigt sich beeindruckt

Am Ende des Tages zeigte sich Kultusministerin Schopper beeindruckt von der Vielzahl an Bildungseinrichtungen, Museen und anderen Kulturangeboten des Kreises: „Der Hohenlohekreis ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie eine lebendige Kulturlandschaft zur lebenslangen Bildung gepflegt wird. Ich komme sehr gerne wieder.“ Besonders bewegt hat sie das Gedenken an Sophie Scholl: „Es war mir wichtig, nach Forchtenberg zu kommen, in das Geburtshaus von Sophie Scholl. Es ist unsere Aufgabe, ihre Zivilcourage auch heute noch an junge Leute weiterzugeben.“

Landrat Neth: „Ich bin stolz auf das breitgefächerte Bildungsangebot im Hohenlohekreis“

Für Landrat Dr. Matthias Neth ist die Förderung von Bildung und Sport im Landkreis besonders wichtig: „Ich bin stolz auf das breitgefächerte Bildungsangebot im Hohenlohekreis und das große Engagement, das viele der Bürgerinnen und Bürger durch aktive Vereinsarbeit leisten. Das ist die Grundlage für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg des Hohenlohekreises. Uns obliegt es, diesen stetig weiter zu fördern.“

Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis

 




Ingwer-Bier, Kefir, Sauerteigbrot herstellen: Die „Bakterien-Dealerin“ ist zu Gast in Lauda

Seit Hunderten von Jahren begleitet den Menschen das Thema der Haltbarmachung (Fermentation). Neben Trocknen, Salzen, Räuchern und Einlegen war die Fermentation eines der Hauptthemen der Konservierung von Lebensmitteln – und sie ist es noch immer. Die ländliche Heimvolkshochschule Lauda lädt zu einem Kurs über die Haltbarmachung von Lebensmitteln ein, der von der Weltreisenden Alexis Görtz geleitet wird.

Fermentation – uralte Kuluturtechnik

Viel Wissen und Weisheit zu der Kunst der Fermentation ist in Vergessenheit geraten, da kommt die Neugier, wie man seine Lebensmittel einlagern könnte, genau richtig. So kann der kreative Umgang mit Lebensmitteln zum Haltbarmachen wie zu Omas Zeiten, dabei die weltweite Vielfalt der Bakterien- und Pilzkulturen einbeziehen, dem Menschen ein Gefühl von Erdung vermitteln. Dieser Kurs, geleitet von Alexis Görtz aus Berlin, wird Ihnen die theoretischen und praktischen Grundlagen dazu bieten.

Der Kurs bietet einen Einblick in die Kunst der Herstellung von: Sauerkraut oder Kimchi – Gemüsefermentation, Essig aus Obst, Wasserkefir, Kurkuma/ Ingwer Bier, Sauerteigbrot, Kombucha, Milchprodukte (Jogurt, Milch Kefir), Chili Sauce, EXTRA: tempeh.

Seminarleiterin Alexis Görtz ist „Bakterien-Dealerin“

Alexis Görtz ist Weltreisende und Kulturliebhaberin. Sie hat über 30 Länder besucht und die lokalen Delikatessen dieser Länder kennengelernt und das sind die meiste Zeit fermentierte Speisen. Fasziniert von dem intensivem Geschmack, Konservierungstechniken und gesundheitlichen Vorteilen in Lebensmitteln, war sie Mitbegründerin der „Edible Alchemy“ im Jahr 2013 in Kanada. Sie brachte ihr gebündeltes Wissen mit nach Berlin und bildet seit 2014 Menschen in Fermentation weiter. Alexis wird oft „Bakterien-Barista“ oder „Bakterien-Dealerin“ genannt.

Info und Anmeldung

Nähere Information und Anmeldung: Ländliche Heimvolkshochschule Lauda, Brunnenstr. 12, 97922 Lauda, Tel. 09343-1887; E-Mail: info@lhvhs-lauda.de; www.lhvhs-lauda.de

 




Bei der Sparkasse werden Kultur-Beutel gesammelt

Ein Kulturbeutel wird gewöhnlich mit auf Reisen genommen. Doch was passiert, wenn man mit dem Begriff Kulturbeutel jongliert und daraus Kultur im Beutel kreiert? Es entsteht eine Mitmachaktion, die Menschen miteinander verbindet.

Idee kommt aus Schleswig-Holstein

„Was bedeutet Kultur für mich?“ und „Wie wirkt Kultur gemeinschaftsstiftend?“ – um diesen Fragen nachzugehen, hat das Kulturwerk Schleswig-Holstein e. V. die Veranstaltungsreihe „Kultur im Beutel“ (KiB) ins Leben gerufen. Durch die Teilnahme des Kulturwerks Schleswig-Holstein an einem Workshop des Regionalmanagements Kultur im Hohenlohekreis war auch im Hohenlohekreis die Begeisterung für die Aktion „KiB-Kultur im Beutel“ groß.

„Wie wirkt Kultur gemeinschaftsstiftend?“

In einer Art Gedankenschmiede wird nachgefragt, wie Kultur im täglichen Leben auf uns wirkt. So füllen sich Beutel mit Gegenständen, Gedanken und kreativen Ideen. Mit der Aktion „KiB – Kultur im Beutel“ im Hohenlohekreis sind alle Hohenloher Vereine, Schulklassen, Kulturschaffende und Bürgerinnen und Bürgern eingeladen, sich Gedanken über den Inhalt ihres eigenen Kulturbeutels zu machen und anschließend den befüllten Beutel in eine Ausstellung zu geben.

Kulturbeutel bei der Sparkasse abgeben

Vom 20. September bis 08. Oktober 2021 können die Kulturbeutel in einer Sparkassen-Filiale der Sparkasse Hohenlohekreis abgegeben werden. Die Hohenloher Kulturbeutel werden vom 13. Oktober bis 10. November 2021 in den Sparkassen-Filialen ausgestellt und gehen im Anschluss in die bundesweite Ausstellung von „KiB-Kultur im Beutel“ des Kulturwerks Schleswig-Holstein. Auch bei der Wahl des Beutels sind den kreativen Ideen keine Grenzen gesetzt (Zip-Beutel, Täschchen, Säckchen o.ä.).

Info

Weitere Informationen sowie die Anmeldung zur Aktion „KiB-Kultur im Beutel“ finden Sie unter www.hohenloher-kultursommer.de/de/festival-projekte/kultur-im-beutel.

Pressemitteilung Kulturstiftung Hohenlohe




Garnberg: Tödlicher Arbeitsunfall mit Radlader

Bereits in der Nacht von Freitag, 27. August 2021, auf Samstag, 28. August 2021, kurz nach Mitternacht, ereignete sich im Bereich des Steinbacher Weges ein schwerer Arbeitsunfall. Nach den bisherigen Ermittlungen geriet ein 58-jähriger Mann in den Gefahrenbereich eines Radladers, der von einem 23-jährigen Fahrer bedient wurde.

Unachtsamkeit als Ursache?

Infolge Unachtsamkeit und herrschender Dunkelheit beachtete er nicht den Bewegungsradius der Maschine und wird von dieser erfasst. Hierbei erleidet er tödliche Verletzungen.

Sachverständiger klärt Unfallursache

Zur endgültigen Klärung des Unfallgeschehens wurde durch die Staatsanwaltschaft Heilbronn ein Sachverständiger beauftragt. Die Unfallaufnahme erfolgte durch die Verkehrspolizei in Weinsberg.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Heilbronn

 




Abkochgebot von Trinkwasser im Bereich Bretzfeld aufgehoben

Das Abkochgebot für die Wasserversorgung in mehreren Ortsteilen der Gemeinde Bretzfeld wird aufgehoben. Kontrolluntersuchungen haben ergeben, dass die mikrobiologischen Grenzwerte wieder eingehalten werden. Zuvor war eine Spülung der betroffenen Leitungen sowie eine Chlorung des Wassers im betroffenen Wasservorratsbehälter vorgenommen worden, um eine Desinfektion des Trinkwassers zu bewirken. In den kommenden Tagen werden weitere Kontrollen durchgeführt.

Am 25. August waren bei einer routinemäßigen Kontrolle erhöhte Werte für Echerichia coli und coliforme Keime festgestellt worden. Betroffen waren die Ortsteile Scheppach, Bretzfeld, Rappach, Waldbach, Dimbach, Schwabbach und Siebeneich.

 

Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis




Tropfen auf den heißen Stein: Über 60 Prozent der Menschen sind in Deutschland geimpft

Aktuell sind in Deutschland 61 Prozent der Bürger:innen gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus einer Statistik der Suchmaschine bing hervor (Stand: 30. August 2021). Mit dieser Quote stünde Deutschland eigentlich kurz davor, dass man das Coronavirus in den Griff bekommt.Ursprünglich empfahl die Impfkomission hierfür , dass mindestens 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein müsse.

Wegen Deltavariante sollen sich nun mindestens 85 Prozent der Bevölkerung impfen lassen

Diese Zahlen wurden nun jedoch angesichts der Delta-Variante, die noch ansteckender sein soll, korrigiert. Nun müssen es mindestens Prozent der Bürger:innen ab 12 Jahren sein. Ansonsten drohe im Herbst die ierte Welle, die laut dem ZDF ähnlich gravierend ausfallen könne wie die zweite beziehungsweise dritte Welle.

Lockdowns sollten eigentlich an die Intensivbettenauslastung geknüpft werden – Was ist von diesem Plan übrig?

Damit drohen auch wieder neue Lockdowns. Wollte man eigentlich das Lockdown- und Coronamaßnahmenkonzept während der Sommermonate überarbeiten und sich nicht mehr an den stark schwankenden Inzidenzen orientieren, sondern an der Intensivbettenauslastung, scheint sich in diesem Bereich bislang nicht viel getan zu haben. Weiterhin ist der Fokus auf die Inzidenzen gerichtet.

Inzidenz im Hohenlohekreis 51,5 Prozent

Derzeit liegt die Inzidenz im Hohenlohekreis bei 51,5 Prozent (letzter veröffentlichter Stand auf der Internetseit des Landratsamtes www.corona-im-hok.de vom 26.08.2021) 3 neue Corona-Fälle wurden gemeldet. Insgesamt gab es bislang 146 Todesfälle im Hohenlohekreis. Deutschlandweit liegt die Inzidenz laut Frankfurter Allgemeine Zeitung bei 75,8.

Bei einer dauerhaften 7-Tages-Inzidenz von über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner können die Länder selbst entscheiden, ob sie die Läden schließen und Shoppen nur noch mit Termin erlauben. Oder ob sie mindestens 40 Quadratmeter Einkaufsfläche pro Kundin und Kunde vorschreiben. Oder ob sie die Zahl derer, die zusammen Sport treiben, wieder auf fünf beschränken. So steht es in den Coronaregeln des Bundes. Bislang sind keine neuen Coronaßnahmen im Hohenlohekreis bekannt.

Wie realistisch ist eine Impfquotenerfüllung von 85 Prozent ab dem Alter von 12?

Rein theoretisch sei eine derart hohe Impfquote, wie nun vorgegeben wird, möglich, schreibt das ZDF in seinem Artikel mit Hinweis auf Impfexperten. Aber besonders fraglich ist, wie viele Eltern ihre Kinder ab 12 Jahren impfen lassen. Erst vor kurzem ist der Wirkstoff für Kinder überhaupt erst zugelassen worden. Seitdem wird immer wieder von mobilen Impfteams berichtet, die in die Schulen vor Ort kommen und die „Impf-Hemmschwelle“ senken sollen, damit die Schüler:innen sich schneller impfen lassen.

Beim Bundestagswahlkampf spielte das Thema Corona überraschenderweise bislang eine eher untergeordnete Rolle

Was passiert, wenn die Impfquote nicht erfüllt wird, ob die Bürger:innen dann die nächsten Jahre immer wieder Lockdowns bei Coronawellen haben werden, bleibt abzuwarten. Beim Bundestagswahlkampf (Gewält wird am 26. September 2021) spielte das Thema überraschenderweise bislang eine eher untergeordnete Rolle, obwohl es das Thema ist, das wohl am meisten Bürger:innen derzeit direkt betrifft – oder spätestens, wenn die vierte Welle beginnt.

Weltweit sind laut einer Statistik von google lediglich 26,8 Prozent der Menschen geimpft.

Text: Dr. Sandra Hartmann




„Es kommt Andrea so vor, als dienten diese Gespräche einzig einer intensiven Fehlersuche“

Andrea heißt nicht Andrea. Andrea ist ein Name, den sowohl ein Mann als auch eine Frau tragen könnte. Andrea will anonym bleiben, denn Andrea erzählt GSCHWÄTZ ihre Erfahrungen als Mobbingopfer in einem Hohenloher Unternehmen. Andrea schildert hier ihre persönliche Sicht der Dinge.*

Andrea ist nicht mehr ganz jung

Andrea ist nicht mehr ganz jung, wie denn auch: Schon seit über 20 Jahren arbeitet Andrea erfolgreich in einem Unternehmen, hat sich ein Netzwerk an Kontakten bei den Geschäftspartnern des Unternehmens aufgebaut und ist als vertrauenswürdig und zuverlässig bekannt. Der langjährige Vorgesetzte von Andrea sieht das ganz ähnlich: Andrea bekommt von ihm regelmäßig gute Leistungsbeurteilungen. Längere Ausfallzeiten hat Andrea nicht vorzuweisen.

Der Anfang: Wechsel des Vorgesetzten – und eine längere Krankheitsphase

Nachdem der langjährige Vorgesetzte in den Ruhestand verabschiedet wurde, bekommt die Arbeitsgruppe, in der Andrea beschäftigt ist, einen neuen Vorgesetzten: Dieser, er soll hier Bert heißen, ist gut 10 Jahre jünger als Andrea, aber auch bereits seit rund 5 Jahren im Unternehmen.

Im Jahr 2018 muss Andrea operiert werden, benötigt eine Reha und kehrt 2019 mittels einer  Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell wieder an die Arbeit zurück. Es war zwar eine langwierige Erkrankung, aber keine Erkrankung, die für die Zukunft die Arbeitsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen dürfte.

Wöchentliches „Abstimmungsgespräch“

Nach der Rückkehr aus der Krankheit, so berichtet es Andrea, sei das Arbeitsklima nicht mehr gewesen wie vorher: „Nach 20 Jahren in meinem Sachgebiet führt man mit mir plötzlich ein wöchentliches Abstimmungsgespräch“. Um andere Mitarbeiter habe sich Bert weniger intensiv gekümmert, sagt Andrea, „mit den Kollegen führte er keine solchen Gespräche“. Es kommt Andrea so vor, als dienten diese Gespräche einzig einer intensiven Fehlersuche. „Er geht tief in die Details, um Fehler zu finden“. Andrea ist bereits zu diesem Zeitpunkt stark verunsichert.

Aufbau von Druck

In einer Zeit, in der Überstunden verboten und Zeitkontoabbau angesagt war, wird Andrea von Bert mit  Arbeit überhäuft und fühlt sich mehr und mehr unter Druck gesetzt. Aus dem Familienkreis kommt der Tipp, dem Vorgesetzten die Überlast darzulegen, ihn zur Priorisierung aufzufordern. Das wirkt offenbar: „Ich wäre untergegangen, das nagt ja an einem“, so Andrea.

Abschneiden von der Kommunikation

Die Unsicherheit wird verstärkt, als Andreas Arbeitsplatz aus dem Teamverband weg an einen Einzelarbeitsplatz verlegt wird. „Da hat man mich von der Kommunikation ganz abgeschnitten.“ In Andreas Arbeitsbereich ist die Kommunikation im Kollegenkreis essentiell.

Fehler gefunden

Und wie es überall vorkommt, wo Menschen arbeiten, unterläuft Andrea irgendwann tatsächlich ein Fehler. Ein Fehler, der der Firma auf den ersten Blick einige Hundert Euro kostet. Auf den zweiten Blick konnte der Fehler ausgebügelt werden, denn genaugenommen – so schildert es Andrea – lag der Fehler bei einem Geschäftspartner, der seinen Fehler umgehend rückgängig gemacht habe. Bert macht Andrea dafür verantwortlich, diesen Fehler des Partners nicht erkannt zu haben. Andrea erhält eine Abmahnung.
Trotz der wöchentlichen Gespräche hat Bert den ursprünglichen Fehler nicht bemerkt, sondern erst, als der kumulierte Schaden eine bestimmte Höhe erreicht hatte. Andrea weiß nicht, was davon zu halten ist. Um die Abmahnung kümmern sich Anwälte.

Zeitlicher Ablauf wird unklar

Der zeitliche Ablauf der weiteren Vorkommnisse geht aus Andreas Bericht nicht mehr exakt hervor. Immer aufgewühlter wird Andrea. Die Sätze werden kürzer und unzusammenhängender und enden nicht immer mit einem Punkt. Das Gespräch wird jetzt sehr emotional, Andrea fühlt sich auch nach Monaten noch immer tief getroffen, verweist mehrmals auf „über 20 Jahre  in der Firma“ und nennt die Firma sogar „Heimat“.

Verweis auf minderwertigen Arbeitsplatz

Aber Andreas Leidensweg ist noch nicht zu Ende: Andrea soll die Abteilung komplett verlassen, auf einen Arbeitsplatz, der keine Verantwortung mehr beinhaltet und auch schlechter bezahlt wird.
Dieses Angebot will Andrea nicht annehmen.

Von einem Gespräch mit Vorgesetzten und Personalabteilung mit falscher Ankündigung berichtet Andrea. Zu einem als „Personalgespräch“ angekündigten Termin hätte Andrea eine Vertrauensperson, etwa einen Betriebsrat, mitbringen können.

Als Andreas Firmenrechner im Home-Office nicht funktionieren wollte und Andrea vorschlägt „da nehm ich doch lieber meinen eigenen“, wird das als Verweigerung ausgelegt. Das sei aber nur eine kleine Anekdote am Rande, meint Andrea.

Aufhebungsvertrag angeboten

Irgendwann während dieser Zeit, jedenfalls nach der Rückkehr aus der Reha, bietet der Arbeitgeber Andrea einen Aufhebungsvertrag an, den Andrea nicht unterschreibt. Irgendwann wird Andrea freigestellt. Als Andrea nach Ablauf der Freistellung wieder an den Arbeitsplatz gehen will, ist die Zugangskarte gesperrt. Nur mithilfe eines freundlichen Kollegen erreicht Andrea den Arbeitsplatz – nur um dort von Bert regelrecht hinausgeworfen zu werden. Wie laut es dabei wurde und ob tatsächlich mit dem Sicherheitsdienst gedroht wurde, wissen nur die, die dabei waren. Und die haben eine unterschiedliche Wahrnehmung. Andrea empfindet „diese Bloßstellung vor den Kollegen“ als demütigend.

„Welchen Preis zahlst Du als Mensch?“

„Man hat mir den Job komplett weggenommen“, sagt Andrea. Sich jetzt vor Gericht detailliert rechtfertigen zu müssen, fällt Andrea schwer. Andrea seufzt: „Welchen Preis zahlst Du als Mensch?“

„Ohne den familiären Rückhalt wäre ich verloren“

Die Räume der Firma, mit der sich Andrea seit vielen Jahren identifiziert hat, hat Andrea seit mehreren Monaten nicht mehr betreten, denn Andrea ist seit vielen Wochen arbeitsunfähig, erhält inzwischen Krankengeld. „Ohne den familiären Rückhalt wäre ich verloren“, betont Andrea. Andrea ist psychisch schwer angeschlagen und sieht das als Folge des Mobbings durch den Vorgesetzten Bert. Ob Andrea jemals wieder arbeiten kann, steht in den Sternen.

Noch ist Andrea formal bei der Firma beschäftigt – aber auch um dieses Thema kümmern sich inzwischen Rechtsanwälte.

Text: Matthias Lauterer

*Andrea ist ein realer Mensch. Andreas Geschichte ist nicht fiktiv. Möglicherweise würde ein Vertreter der Firma einige geschilderte Episoden ganz anders erklären – trotzdem zeigt der Beitrag ganz bewußt nur die subjektive Perspektive von Andrea, weil Andrea anonym bleiben möchte. Der Fall Andrea zeigt, wie gewisse Vorgehensweisen, die möglicherweise arbeitsrechtlich nicht zu beanstanden sind, von den Betroffenen empfunden werden und welche Auswirkungen sie auf die Menschen haben können.




„Die Ortspolizeibehörden sind zuständig“

Fakt ist, dass die größte Sommerveranstaltung, die in Künzelsau geplant war und auf die sich viele Menschen gefreut haben, das Schlaraffenklang-Festival nicht stattfinden wird. Der Veranstalter weist jegliche Verantwortung dafür von sich und wirft dem Landratsamt vor, ihm Steine in den Weg gelegt zu haben.

Landratsamt kann Vorwürfe des Veranstalters nicht nachvollziehen

Nicht nachvollziehen kann Sascha Sprenger, Pressesprecher des Landratsamtes, die Aussagen von  Stefan Ole Linseisen und Marco Schrenk, den Geschäftsführern von Schlaraffenklang, gegenüber GSCHWÄTZ . Die Veranstalter des geplanten Festivals in Künzelsau kritisierten das Landratsamt, da dieses ihnen anscheinend erst  5 Tage vor dem geplanten Festival die Auflagen für eine Maskenpflicht auf dem gesamten Festivalgelände mitgeteilt hätten.

Maskenpflicht ist in der Corona-Verordnung des Landes geregelt

Sprenger sagt, dass es keine behördliche Verordnung des Landratsamtes gegeben habe, die Coronamaßnahmen ergäben sich aus der aktuell geltenden Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg, auf diese hat der Landkreis keinen Einfluss. Die Corona-Verordnung sieht eine Maskenpflicht unter bestimmten Voraussetzungen vor, erläutert Sprenger auf  GSCHWÄTZ-Anfrage: „Gem. § 3 Abs. 2 Nr. 2 CoronaVO gibt es im Freien keine Maskenpflicht, es sei denn, es ist davon auszugehen, dass ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Personen nicht zuverlässig eingehalten werden kann. Im Hygienekonzept waren keine Maßnahmen zur Einhaltung des Mindestabstands beschrieben. Daher war davon auszugehen, dass die Veranstaltung wie ein normales Open-Air ablaufen soll und deshalb in manchen Bereichen wie z. B. vor der Bühne, vor Verkaufsständen und in Wartebereichen der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann.“

Ortspolizei Künzelsau dafür zuständig

Im Übrigen sei das Landratsamt für die Genehmigung derartiger Veranstaltungen auch nicht der richtige Ansprechpartner, sondern die Stadt Künzelsau: „Die Ortspolizeibehörden (= Städte und Gemeinden) sind für den Vollzug der CoronaVO des Landes Baden-Württemberg zuständig und entscheiden auch über eventuelle Ausnahmen in eigener Zuständigkeit.“

Stadt Künzelsau hat das Landratsamt um Rat gefragt

Die Stadt Künzelsau habe das Landratsamt allerdings um Rat gefragt, die entsprechende E-Mail mit dem Hygienekonzept des Veranstalters sei am Freitag, 20.08.2021, beim Landratsamt eingegangen „und wurde am Montagvormittag, 23.08.21, per E-Mail beantwortet, also am nächsten Arbeitstag“, so Sprenger.

Sprenger fährt fort: „Es gab also keine „offizielle behördliche Bekanntgabe des Landratsamts“ oder eine „behördliche Verordnung durch den Landkreis Hohenlohe““.

Änderung des Veranstaltungskonzepts

Hintergrund der Anfrage der Stadt Künzelsau war offenbar eine Änderung des Veranstaltungskonzepts: War anfangs noch von „Tanzquadraten“ die Rede (GSCHWÄTZ berichtete), in denen die Abstandsregeln wohl gewahrt gewesen wären, schreibt Sprenger aufgrund des vorgelegten Hygienekonzepts jetzt davon, „dass die Veranstaltung wie ein normales Open-Air ablaufen soll“. Warum diese Änderung kurzfristig vorgenommen werden sollte, ist unklar.

Landratsamt widerspricht Linseisen vehement

Kontrovers wird es, wenn Sprenger die Aussage, dass ähnliche Veranstaltungen an anderen Standorten maskenlos stattfinden würden, kommentiert: „Nachfragen bspw. bei der Stadt Mannheim (als einem der vom Veranstalter genannten Beispiele) haben ergeben, dass sich die Behörden auch dort an der CoronaVO orientieren und keine Ausnahmen von der Maskenpflicht zulassen.“
Zu Linseisens Aussage „Aussage des Landratsamts ist, dass dort unter anderem eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, die es im Nachhinein jedoch so nicht wirklich hätte geben dürfen“, erwidert Sprenger: „Es gab auch von Seiten des Landratsamts keine Aussage zu Veranstaltungen in anderen Regionen von Baden-Württemberg.“

Landratsamt telefonisch für Schlaraffenklang nicht erreichbar?

Schlaraffenklang monierte in seiner Pressemitteilung, dass das Landratsamt bzw. die betreffenden Sachbearbeiter:innen telefonisch nicht erreichbar war. Auch in diesem Punkt verweist Sprenger wieder auf die Zuständigkeiten: „Die Ortspolizeibehörden (= Städte und Gemeinden) sind für den Vollzug der CoronaVO zuständig und entscheiden auch über eventuelle Ausnahmen in eigener Zuständigkeit. Das Landratsamt als übergeordnete Behörde war in diesem Fall auf Anfrage der Stadt Künzelsau lediglich beratend tätig.“

Text: Matthias Lauterer

 

 

 

 

 

 

 




Zeugen für Wohnungseinbruch gesucht

Unbekannte verschafften sich zwischen Montagmorgen, 23. August 2021, gegen 4.45 Uhr, und Mittwochabend, 25. August 2021, gegen 20.30 Uhr, unbemerkt Zutritt zu einer Wohnung in Dörzbach.

Innerhalb dieses Zeitraums begaben sich die Täter zu dem Haus in der Straße „Jagstblick“. An dem Gebäude machten sie sich an einem Fenster zu einer Wohnung zu schaffen, öffneten dieses und betraten die Wohnung. Im Inneren durchwühlten sie das Inventar. Ob die Einbrecher etwas entwendet haben, ist Bestandteil der Ermittlungen.

Zeugen gesucht

Zeugen, die Angaben zu dem Einbruch machen können oder in diesem Bereich eine verdächtige Wahrnehmung machen konnten, werden gebeten, sich beim Polizeiposten Krautheim unter der Telefonnummer 062940234 zu melden.

Pressemitteilung der Polizei Heilbronn