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Staatssekretär verbreitet Optimismus für den Bau der Kochertalbahn

„Es hat mir niemand das mit den 90 Prozent geglaubt“, sagt Christian von Stetten am Samstag, 04. September auf einer Veranstaltung mit Staatsekretär Steffen Bilger aus dem Verkehrsministerium, „deswegen habe ich den Staatssekretär gebeten, bei seinem nächsten Besuch in der Gegend  vorbeizukommen“. Der Veranstaltungsort war passend gewählt: Vor dem ehemaligen Bahnhofsgebäude in Künzelsau.

Von Waldenburg nach Künzelsau

Mit den 90 Prozent meint von Stetten den Bundeszuschuß für den Bau der geplanten Kochertalbahn. Wie bereits berichtet, hat der Kreistag eine Studie in Auftrag gegeben, die in eine standardisierte Bewertung münden soll. Mit dieser Bewertung kann der Bau der Kochertalbahn vom Bahnhof in Waldenburg bis nach Künzelsau beim Verkehrsministerium in Stuttgart beantragt werden, ein entsprechendes Förderprogramm der Landesregierung wurde bereits auf den Weg gebracht.

Verbundprojekt Kochertalbahn und Elektrifizierung der Hohenlohebahn

Von Stetten erklärt nochmals das Konzept, einerseits die Kochertalbahn  zu reaktivieren, auch um andererseits mit den damit entstehenden Passagierzahlen die Elektrifizierung der Hohenlohebahn zwischen Cappel und Schwäbisch-Hall voranzutreiben.

Machbarkeitsstudie von 2012 war nicht erfolgreich

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann faßt die Historie zusammen: „Eine Machbarkeitsstudie im Jahr 2012 war nicht erfolgreich. Aber seitdem hat sich Vieles geändert: Neue Wohngebiete wurden errichtet, die Hochschule wurde erweitert und durch die geplante Anbindung an die Firma WÜRTH sind hohe Fahrgastzahlen zu erwarten.“ Mehrere Trassen seien diskutiert worden, auch eine mit Endstation auf Taläcker und Anschluß an die Bergbahn. Aber Neumann  weiß: „Mit jedem Umsteigepunkt verlieren Sie 20 Prozent der Fahrgäste.“

Bei Reaktivierung von Strecken sogar 90 Prozent

Den Geldkoffer hatte Staatssekretär Steffen Bilger zwar noch nicht dabei, dafür brachte er gute Nachrichten mit: „Es spricht alles dafür, solche Strecken zu finanzieren, wir haben ambitionierte Klimaziele. Deshalb haben wir die Laufzeit des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes verlängert und die Mittel auf 2 Milliarden Euro jährlich erhöht“. Er bestätigt von Stettens Zahl von 90 Prozent: „Der Zuschuss beträgt 75 Prozent, bei Reaktivierung von Strecken sogar 90 Prozent“.

Voraussetzungen für Zuschüsse wurden erleichtert

Außerdem, und das sei seine zweite gute Nachricht, sagt Bilger: „Die standardisierte Bewertung wurde reformiert, sodass viele Projekte die den Faktor 1 bisher nicht erreicht haben, jetzt über 1 liegen. Es ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, solche Projekte voranzutreiben.“ Experten des Verkehrsministeriums hätten die sich die vorläufigen Planungen angesehen und seien zum Ergebnis gekommen „das sieht gut aus.“

Das Land ist jetzt in der Verantwortung

Bilger verspricht auf Seiten des Bundes schnelle und unbürokratische Bearbeitung: „Das Land muss die Unterlagen beim Verkehrsministerium einreichen. Wir machen dann nur noch den Haken dran.“

Von Stetten ist optimistisch, dass das Land schnell entscheiden wird: „Stuttgart ist bereit, verschiedene Schritte parallel statt sequentiell abzuwickeln.“ Neumann hat ebenfalls positives Feedback aus der Landesregierung zu vermelden: „Der Förderverein Wir bauen die neue Kochertalbahn e.V. hat gute Vorarbeit geleistet. Das Land hat das erkannt.“

Weiterführung der Trasse durchs Kochertal?

Die Frage aus dem Publikum, ob die Trasse eventuell über Künzelsau hinaus nach Ingelfingen, Niedernhall und Forchtenberg führen kann, antwortet von Stetten: „In dem Augenblick, wo das Verkehrsministerium den Haken dran gemacht hat, ist es Aufgabe der Bürgermeister von Ingelfingen, Niedernhall und Forchtenberg, weiterzudenken.“

Wermutstropfen

Einen kleinen Wermutstropfen hat Bilger allerdings auch mitgebracht: „Für die A6 mache ich mir Sorgen“, sagt er. Um den geplanten Ausbau der A6 auf sechs Spuren scheint es also nicht so gut zu stehen wie um die Kochertalbahn.

Einzigartige Finanzierung

Abschließend verweist von Stetten darauf: „So eine Finanzierung hat es noch nie gegeben. Ich freue mich, dass der Landtag und die Bundesregierung dahinterstehen.“

Text: Matthias Lauterer

 

Große Pläne für die Kochertalbahn: Christian von Stetten, Steffen Bilger und Stefan Neumann (v.r.). Foto: GSCHWÄTZ

Christian von Stetten und Staatssekretär Steffen Bilger. Foto: GSCHWÄTZ




„Und am Ende wird man gar nichts davon sehen“

Am Montag, den 06. September 2021 lud die Stadt Künzelsau zum feierlichen ersten Spatenstich für den Bau zweier Regenüberlaufbecken, der Aufweitung des Kanals in der Langenburger Strasse sowie der Erneuerung des Abwasserpumpwerks ein.

Alles vorbereitet für den Spatenstich. Foto: GSCHWÄTZ.

2,8 Millionen – „Und am Ende wird man gar nichts davon sehen“

Bürgermeister Stefan Neumann. Foto: GSCHWÄTZ.

Bürgermeister Stefan Neumann rechnet mit Kosten von 2,8 Millionen Euro für diese vier Baumaßnahmen. „Und am Ende wird man gar nichts davon sehen“, sagt er.

Beeindruckende Zahlen

Julia Haas und Dr.Ing. Alexander Krohs, CDM Smith. Foto: GSCHWÄTZ

Dr.-Ing Alexander Krohs, Bereichsleiter Wasser beim Planungsbüro CDM Smith, erläutert die Hintergründe der Baumaßnahme: 2016 habe man eine Überrechnung der Wassermengen durchgeführt und festgestellt, dass Maßnahmen zur Mengensteuerung des sogenannten Mischwassers notwendig sind. Mischwasser nennt man die Mischung aus Abwasser und Regenwasser. Bei Starkregen kann es vorkommen, dass zuviel Mischwasser in die Kläranlage geleitet wird. Dies will man durch den Bau zweier Überlaufbecken erreichen, in denen das Mischwasser gesammelt und kontrolliert abgeleitet werden kann. Das größere Rückhaltebecken wird 400 m3 fassen können. Es wird in Form einer 80 Meter langen Röhre mit einem Durchmesser von 2,6m gebaut werden. „Das ist eine interessante Maßnahme, sowohl technisch als auch durch die Lage am Kocher“, schließt Krohs.

Nicht tragfähiger Boden wird zum Problem

Seine Mitarbeiterin Julia Haas präsentiert einige weitere Daten: Das Becken wird nicht aus Beton, sondern aus GfK (glasfaserverstärkter Kunststoff) gefertigt und mit einem Schwebstoffrückhaltesystem ausgestattet. „GFK ist glatter als Beton und daher weniger reinigungsintensiv“, sagt sie. „Der Boden ist aufgefüllt und nicht tragfähig“, benennt Haas ein Problem, das auf die Baufirma zukommen wird. Ursprünglich war eine Pfahlgründung auf 6m tiefen Säulen geplant, die insgesamt 17m tief in der Erde stehen sollten.

„Flüssigboden“ als alternative Methode

Die beauftragte Baufirma Leonhard Weiss hat einen anderen Vorschlag: Uwe Breuninger, Gebietsleiter bei Leonhard Weiss erklärt das Verfahren, das er „Flüssigboden“ nennt: Erst wird die Grube ausgehoben und mit einem „schwachen  Beton“ zur Verfestigung und zur Auftriebssicherung gefüllt. Dieser „schwache Beton“ wird aus dem vorhandenen mit Zement hergestellt und flüssig eingefüllt.
Dieses Material wird anschließend nochmals ausgehoben, um Platz für die 80m lange Röhre zu schaffen. „Mit diesem Verfahren erhalten wir Stabilität und es ist viel leiser für die Anwohner“, sagt er. Sein Vorschlag wird jetzt geprüft.

Anlieger haben Einwände

Diskussionsbedarf bei den Anliegern, rechts Uwe Breuninger von Leonhard Weiss. Foto: GSCHWÄTZ.

Der symbolische Spatenstich: (v.l.): Julia Haas, Verena Löhlein-Ehrler, Hans-Jürgen Saknus, m liks:

Nicht so zufrieden mit der Planung waren einige Anlieger, die sich im Vorfeld nicht gehört fühlten. Sie kritisierten unter anderem eine geplante LKW-Zufahrt über Weg, den sie als Privatweg kennen sowie Gefährdungen der Gebäude durch die Bauarbeiten und den Verkehr mit schweren LKW.

Link zum Lageplan:

120734-5-01-015 – Lageplan RÜB 14 und RÜB 12 – 10.05.2021

Text: Matthias Lauterer




„Bundestagswahl in Deutschland – der Kampf um die Deutungshoheit“

Zu einer Veranstaltung unter diesem Titel lädt der Rotary Club Künzelsau Öhringen am 9. September 2021 in die Stadthalle Nobelgusch in Pfedelbach ein. Beginn der Veranstaltung ist um 19:00 Uhr, Einlaß ist ab 18:00 Uhr.

Julius van de Laar und Walter Döring

Der Rotary Club teilt mit: „Als Key-Note-Speaker konnte mit Julius van de Laar ein ausgewiesener, anerkannter Politikexperte verpflichtet werden, der vielen von uns aus verschiedenen Nachrichtensendungen und Talkshows bekannt ist.
Ebenso konnte mit Dr. Walter Döring (Wirtschaftsminister a.D.) ein hochkarätiger Moderator
gewonnen werden.

Marketing und Wahlkampf

Jede Kampagne ist ein Wettlauf um die Definition: Durch welche Linse blickt die Öffentlichkeit auf die zentralen gesellschaftspolitischen Themen unserer Zeit? Der Kampagnen- und Strategieberater Julius van de Laar gewährt einen Blick durch das Schlüsselloch in den Maschinenraum der Macht und zeigt, wie Wahlkampf-Teams arbeiten, welche Botschaften mobilisiert und wie sie entwickelt werden. Darüber hinaus beleuchtet er, was Unternehmen und Start-ups aus der politischen Kommunikation lernen können und warum Marketing und Wahlkämpfe mehr gemeinsam haben, als die meisten denken.“

Anmeldung noch möglich

Es sind noch Zuschauerplätze frei, eine Anmeldung ist unter 0171-3624444 oder per mail unter olaf.tuerpe@kanal-tuerpe.de möglich. 

Die Veranstaltung wird auch online live übertragen. Startseite dafür ist https://www.inspiredbyrotary.org/

Text: Matthias Lauterer 




„Ich bin nicht über die Landesliste abgesichert, damit ich unabhängig und frei entscheiden kann“

Mit dem Elektroroller kommt Christian von Stetten schwungvoll zum GSCHWÄTZ-Interview und lacht über die Bemerkung „man sieht, dass Sie oft in Berlin sind“.

GSCHWÄTZ: Wieviel Prozent der Erststimmen haben Sie bei der letzten Wahl erreicht und wie optimistisch sind Sie? Schließlich hat Hohenlohe bei der Landtagswahl erstmals den CDU-Kandidaten nicht direkt gewählt.

von Stetten: Ich komme von etwas über 40 Prozent. Die Umfragen sprechen nicht für uns. Leute haben mir empfohlen, auf die Landesliste zu gehen.

GSCHWÄTZ: Sie sind nicht über die Landesliste abgesichert?

„Die Leute kennen mich“

von Stetten: Nein. Die Leute kennen mich. Ich kann in Berlin nur unabhängig und frei für die Bürger im Wahlkreis agieren, wenn ich nicht abgesichert bin. Es ist ein Unterschied, ob man über den Wahlkreis oder über die Liste gewählt wird. Wenn Sie über Liste gewählt sind, haben Sie eine gewisse Abhängigkeit von der Partei.

GSCHWÄTZ: Haben Sie denn einmal gegen die Parteilinie gestimmt?

Auch schon „gegen die Regierung gestimmt“

von Stetten: Ja, beispielsweise kürzlich, bei der Verlängerung der epidemischen Lage, habe ich gegen die Regierung gestimmt. Bei der ersten Feststellung der epidemischen Lage habe ich dafür gestimmt. Aber inzwischen haben alle ein Impfangebot erhalten. Wir brauchen wieder mehr Normalität.

GSCHWÄTZ: Kommen wir zurück zur Einschätzung Ihrer Chancen …

„Ich bin optimistisch“

von Stetten: Bei der letzten Wahl hatte ich gut doppelt so viele Stimmen wie der Zweite. Ausserdem hatte ich deutlich mehr Stimmen als meine Partei Zweitstimmen erhielt. [Redaktion: von Stetten erhielt 68.589 Erststimmen, die CDU bekam 58.085 Zweitstimmen] Ich habe also viele Stimmen erhalten von Menschen, die mit der Zweitstimme nicht CDU gewählt haben. Es gab eine Wahlanalyse, daher weiß ich, dass ich sogar Stimmen bekommen habe, wo die Zweitstimme für die LINKE war. Die Kandidaten von FDP und GRÜNEN sind über die Landesliste fast sicher gewählt, auch der SPD-Kandidat hat gute Chancen, über die Liste gewählt zu werden.
Ich bin optimistisch. Aber es stimmt: Die Wähler im Wahlkreis können mich stoppen.

„Die Wähler im Wahlkreis können mich stoppen“

GSCHWÄTZ: Woran machen Sie den schlechten Stand der CDU fest?

von Stetten: Ich hoffe, dass unser Spitzenkandidat eine Strategie hat und wir nach der Wahl feststellen, dass die Strategie richtig war. Ich habe damals Friedrich Merz unterstützt. Trotzdem finde ich, dass Armin Laschet ein guter Kandidat ist: Er ist ein sehr guter Ministerpräsident und würde auch ein sehr guter Bundeskanzler sein.

„Armin Laschet ist ein sehr guter Ministerpräsident“

GSCHWÄTZ: Nach 16 Jahren an der Regierung und den schlechten Umfrageergebnissen. Was wird die CDU anders machen, nach der Wahl, um wieder nach oben zu kommen?

Auf den Koalitionspartner kommts an

von Stetten: Das kommt auf die Koalitionspartner an. Ich könnte jetzt wie vor vier Jahren sagen, Steuererleichterungen und Bürokratievereinfachung. Das hat die SPD verweigert.
In der CDU-FDP Regierung hatten wir damals Steuerthemen sogar schon im Bundestag beschlossen. Aber vieles, was Steuern angeht, muss durch den Bundesrat – und der hat das mit der damaligen Rot-Grünen Bundesratsmehrheit abgelehnt.

GSCHWÄTZ: Was wollen Sie konkret für den Wahlkreis umsetzen?

von Stetten: Da ist vor allem die Verkehrspolitik zu nennen. Der Autobahnausbau der A6 zwischen Weinsberg bis Crailsheim zum Beispiel. Der kostet 1.1 Milliarden Euro, das Geld steht bereit.
Der Spatenstich war, das haben Sie vielleicht gar nicht mitbekommen, bereits im April in Schnelldorf.

GSCHWÄTZ: Das liegt doch schon in Bayern?

Ausbau von A6: „Der grüne Verkehrsminister in Stuttgart sieht seine vorrangige Aufgabe nicht im Autobahnausbau“

von Stetten: Richtig. Der grüne Verkehrsminister in Stuttgart sieht seine vorrangige Aufgabe nicht im Autobahnbau. Das ist kein tragbarer Zustand, vor allem nicht, wo er für weitere 5 Jahre bestätigt wurde. Wir haben ihm daher in Berlin mit Bundestagsbeschluss die Planungshoheit für den Autobahnbau entzogen. Das macht nun direkt das Verkehrsministerium, wir geben jetzt Vollgas.
Ähnlich ist die Situation beim Ausbau der B19 auf drei oder vier Spuren zwischen Gaisbach und Schwäbisch-Hall. Da hatten die Landräte aus Schwäbisch-Hall und Hohenlohe vordringlichen Bedarf für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Der Landesminister hat die Weiterleitung nach Berlin verweigert. Meine wichtigste Aufgabe in dieser Sache ist, die Landräte beim Ausbau zu unterstützen – Mittel zur Förderung sind vorhanden, jetzt sind die Landräte am Zug.

Ausbau B19: „Jetzt sind die Landräte am Zug“

Vor vier Jahren habe ich die Initiative zum Ausbau der Kochertalbahn mit einem Haltepunkt bei Würth gestartet. Gleichzeitig steht auch die Elektrifizierung der Hohenlohebahn bis Schwäbisch-Hall im Raum. Laut einer Untersuchung hat die zu wenig Fahrgäste. Die Reaktivierung der Kochertalbahn würde auch für die Hohenlohebahn mehr Fahrgäste bringen, vor allem wenn auch Firmen mit Jobtickets die Bahn unterstützen.

GSCHWÄTZ: Warum Elektrifizierung? Würden Hybrid- oder Batteriezüge nicht ausreichen?

von Stetten: Sie kriegen hohe Zuschüsse für die Elektrifizierung, aber keinen Zuschuß für den Betrieb. Das macht den Oberleitungsbau sinnvoller. Und da die Strecke dann als Ausweichstrecke genutzt werden kann, werden die Zuschüsse noch höher.
Für die Kochertalbahn hat der Bund 90 Prozent Zuschuss in Aussicht gestellt. Bei geschätzten Kosten blieben für Land, die beiden Kreise und die Gemeinden noch 11 Millionen – verteilt über sechs Jahre,  das muss doch zu machen sein.
Das sind die Projekte für den Wahlkreis.

Kochertal- und Hohenlohebahn: „Das sind die Projekte für den Wahlkreis“

GSCHWÄTZ: Der Wahlkampf verläuft eher schleppend. In der Innenstadt sind noch wenig Aktivitäten sichtbar. Sie planen noch 2 Großveranstaltungen?

von Stetten: Mit Wolfgang Bosbach und Friedrich Merz – wenn man sieht, dass diese beiden mit mir gemeinsam Wahlkampf machen, dann ist klar, für welchen Teil der CDU ich stehe.

GSCHWÄTZ: Aber Sie kommen nicht nach Künzelsau.

Keine geeignete Halle in Künzelsau

von Stetten: Weil wir hier keine geeignete Halle haben. Die Stadthalle fasst maximal ungefähr 380 Personen in Nicht-Corona-Zeiten. Bei Bosbach und Merz rechnen wir mit deutlich mehr Publikum, da blieb zum Beispiel nur die Arena in Ilshofen.

GSCHWÄTZ: Herr von Stetten, wir danken für dieses Gespräch.

 

 




Ein hochrangiger Fachbeamter war zufällig beim Zahnarzt…und die Geschichte nahm ihren Lauf

Zur Freitagabend-Krimizeit hatte die FDP Hohenlohe am Freitag, 4. September 2021, ins Künzelsauer Anne-Sophie-Haus geladen. Dieses ehemalige Polizeirevier war eine angemessene Kulisse für das Thema, über das Dr. Florian Toncar, Abgeordneter des Bundestages und Obmann im Wirecard-Untersuchungsausschuß, vortrug: Toncar informierte über den Wirecard-Skandal, den „größten Bankraub der Geschichte“, wie er die Vorgänge bezeichnete, mit insgesamt etwa 27 Mrd. Euro Schaden. Das entspricht dem Jahreshaushalt mancher Bundesländer oder, ganz aktuell, ungefähr der prognostizierten Schadenssumme der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Er redet frei, nicht ohne die vom etwa 20-köpfigen Publikum erwarteten feinen Spitzen gegen den politischen Gegner und an einigen Stellen mit einem sarkastisch-humorvollen Unterton.

Aufstieg und Fall von Wirecard

Michael Schenk (Mitte) stellt Florian Toncar (rrechts) vor. Links: Valentin Abel. Foto GSCHWÄTZ.

Toncar berichtet über Aufstieg und Fall der Firma Wirecard und beleuchtet insbesondere das Tun und vor allem das Nichtstun der Behörden. Vor allem BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, und die zuständige Staatsanwaltschaft München kritisiert er heftig. Die Informationen, die er aus dem Untersuchungsausschuss mitbringt, wirken teils geradezu grotesk. Zum Beispiel als er über die Entscheidungsfindung der BaFin über ein Leerverkaufsverbot für Wirecard-Aktien berichtet: Die zuständige hochrangige Mitarbeiterin war krank, ihre Vertreterin war zwar im Hause, wurde aber in die Entscheidung nicht einbezogen, ein hochrangiger Fachbeamter war zufällig beim Zahnarzt und so wurde die weitestreichende Entscheidung, die die BaFin je getroffen hat, quasi auf Sachbearbeiterebene getroffen. Dass es sich dabei auch noch um eine Fehlentscheidung gehandelt hat, die den Schaden letztendlich vergrößerte, steht auf einem anderen Blatt.

Einfluß der Politik

Nicht nur die Behörden, Aufsichtsgremien und die Wirtschaftsprüfer haben versagt, so Toncars Ansicht, sondern auch die Politik. Insbesondere das Finanzministerium in Person von SPD-Kanzlerkandidat Scholz sieht er in der Verantwortung. Die oberste Ebene des Ministeriums sei durchweg informiert gewesen und hätte einschreiten können, habe der Untersuchungsausschuss herausgearbeitet. Die europäische Finanzaufsicht ESMA spricht sogar von „beispiellosem“ Einfluß des Ministeriums. Toncar wirft Scholz vor, er habe „vorher und hinterher nicht gehandelt“.

Freier Markt hat gewirkt

Auf der anderen Seite sieht Toncar durch den Wirecard-Skandal den freien Markt gestärkt: „Die privaten Institutionen haben funktioniert, Presse, Aufsichtsrat und Investoren. [Red.: der Journalist Dan McCrum von der Financial Times wurde wegen seiner (korrekten!) Berichterstattung sogar der Verschwörung gegen Wirecard bezichtigt und daraufhin strafrechtlich verfolgt]. Presse und Marktreaktion haben erst die Reaktion hervorgerufen.“

Politische Folgerungen

Ein erstes Gesetz, Toncar nennt es „Schlechtes-Gewissen-Gesetz“ habe die Regierung als Konsequenz bereits verabschiedet. Dieses richte sich aber nur an die Wirtschaftsprüfer. In diesem Gesetz sieht Toncar die Gefahr, dass sich aufgrund der erhöhten Haftungsgrenzen ein Oligopol bilden könnte. Ihm fehlt eine Stärkung der Aufsichtsräte: „Starker Aufsichtsrat, starke Eigentümer“, meint Toncar. Auch die eingeleitete BaFin-Reform geht Toncar nicht weit genug: Mehr Personal, dafür auch mehr Aufgaben, sei nicht ausreichend. Er fordert eine „GSG9 für den Finanzmarkt“, die ähnlich wie die GSG9 „ihre Rucksäcke packt und hinfliegt“, wenn irgendwo ein Problem auftaucht. Außerdem will er, dass sich die BaFin verstärkt darum kümmert, „komplexe risikobehaftete Geschäfte zu kontrollieren und schlecht verstandene Geschäftsmodelle zu prüfen.“

Vertiefendes Interview

Nach dem Vortrag standen Florian Toncar und Valentin Abel GSCHWÄTZ Rede und Antwort:

GSCHWÄTZ: Verschärfte Regeln zur Marktüberwachung – das klingt nicht nach dem freien Markt, den die FDP immer fordert?

Toncar: Im Gegenteil! Der Kapitalmarkt braucht Regeln, zum Beispiel über wahrheitsgemäße Berichterstattung. Diese Regeln sind Funktionsvoraussetzung für einen freien Markt, denn die Anleger sollen entscheiden können, wo ihr Geld hingeht, nicht irgendeine staatliche Institution. Nur die Marktakteure können die regulierende Funktion ausüben.

GSCHWÄTZ: Umfragen ergeben, dass die FDP eine hohe Anziehungskraft auf junge Leute ausübt, warum?

Toncar: Das beantworte ich Ihnen mal ganz stichpunkthaft:

  • Modernisierung und Digitalisierung
  • keine weiteren Schulden
  • Klimaschutz durch Technologie. Deutschland ist Exportnation. Wir können uns entscheiden für  „Buße und Verzicht“ oder den Klimaschutz als Chance für Deutschland begreifen.

Auch eine Forderung der Freien Demokraten. Foto:GSCHWÄTZ

Marcel Wander, der gerade erst seinen Beitrittsantrag zur FDP abgegeben hat, ist noch Schüler. Er ergänzt zur Frage nach der Jugend: „Die Bildungspolitik und die Digitalisierung in der Schule. Wir haben in den Klassenräumen teilweise noch Tageslichtprojektoren im Einsatz. Und Bildung ist ein Aufstiegsversprechen.“ Und Urs Markert, Kreisvorsitzender der JuLis ergänzt: „Die FDP fordert mehr Mitspracherecht für die Jugend, zum Beispiel die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre und die Einrichtung von Jugendparlamenten. Das ist ein Beitrag zur Generationengerechtigkeit, genauso wie die Forderung nach der schwarzen Null“.

GSCHWÄTZ: Herr Abel, Sie sind der Direktkandidat der FDP im Wahlkreis. Wollen Sie jetzt doch lieber  regieren als gar nicht regieren?

Abel:  Wir wollen immer regieren, wollen dabei aber eine liberale Handschrift sehen, das ist uns 2017 schwergefallen.

GSCHWÄTZ: Nach den aktuellen Zahlen könnte aber auch eine Rot-Schwarze Zweiparteienkoalition möglich werden?

Abel: Schwarz-Rot und Schwarz-Grün wäre beides nicht gut. Wir wollen einen Neuanfang mit frischem Wind. Es ist so viel liegengeblieben, dass die nächste Regierung ein 10-Jahres-Programm in 4 Jahren absolvieren muss. Rot-Schwarz wäre da kein Impuls. An der FDP vorbei soll es keine Regierung geben, unser Fokus liegt daher auf einem starken FDP-Ergebnis.

GSCHWÄTZ: Auf welchem Rang der Landesliste stehen Sie und wo müßte die FDP landen, damit Sie in den Bundestag einziehen?

Abel: Ich stehe auf Platz 12 und bei bundesweit 9-10 Prozent wäre ich wahrscheinlich gewählt.

GSCHWÄTZ: Und was würden Sie speziell für den Wahlkreis erreichen wollen?

Der ländliche Raum soll den Anschluß nicht verlieren

Abel: Ich werde mich dafür einsetzen, dass der ländliche Raum bezüglich Infrastruktur nicht den Anschluß verliert. Das betrifft den Verkehr auf Straße und Schiene, aber auch die Digital-Infrastruktur. Die Vernetzung von Ämtern und handfeste Verbesserung des digitalen Angebots für den Bürger ist hier zu nennen.

Den Mittelstand im Wahlkreis weiter stärken

Außerdem stärkt die FDP traditionell den Mittelstand. Der Mittelstand ist gerade in unserem Wahlkreis sehr wichtig. Wenn kleine und mittlere Unternehmen am Markt teilnehmen, dann bringt das Wohlstand für die Menschen.

Alternativer Vorschlag zum Klimaschutz

Und zu guter Letzt haben wir einen Alternativvorschlag zur Klimapolitik vorgelegt, nämlich die CO2-Bekämpfung mit marktwirtschaftlichen Mitteln. Wir fordern einen CO2-Mengendeckel und einen Handel mit CO2-Mengenzertifikaten.

GSCHWÄTZ: Herr Toncar, Herr Abel, wir danken Ihnen für das Gespräch.




Künzelsauer entwickelt Virenscanner für die Luft

Nahezu jeder kennt den Virenscanner auf dem PC, der unerwünschte und schädliche Inhaltsstoffe des World Wide Web  erkennen und fernhalten soll. Etwas ähnliches für die Umgebungsluft entwickelt derzeit Prof. Dr. Ralph Wystup aus Künzelsau. „Menschen wollen ihren persönlichen Raum sicher machen“, sagt er. „Auch die Atemluft. Dazu entwickeln wir unser „Luftradar“.“

Luftradar für die Atemluft

Klein, leicht und günstig soll das Gerät werden, das es zukünftig erlauben soll, in der Luft vorhandene Partikel von Pollengröße bis hinab zu Feinstäuben und Viren zu erkennen und bei gefährlichen Partikeln oder Aerosolen Alarm zu schlagen. Über das Gewicht sagt Wystup nichts, aber die sonstigen Daten lassen aufhorchen: Klein wie ein Schuhkarton soll das „Luftradar“ werden, der Zielpreis liegt im mittleren vierstelligen Bereich.

„Alles, was in er Luft ist, wollen wir erfassen können“

Die Wirkungsweise seines Detektors vergleicht er mit einer App zur Bestimmung von Pflanzen: Erst wird ein Foto gemacht, dieses Foto wird mit bekannten Daten verglichen. Wenn dieser Schritt zu keinem Ergebnis führt, werden Experten kontaktiert. Und ganz ähnlich soll seine Entwicklung auch funktionieren:

Rasterelektronenmikroskop statt Fotoapparat

Allzuviele Details will er noch nicht preisgeben, nur soviel: Da ein Fotoapparat nicht ausreicht, kleinste Teilchen sichtbar zu machen, verwenden Wystup und sein Team ein miniaturisiertes Rasterelektronenmikroskop (REM), wie es beispielsweise auch in Raumsonden zur Erforschung des Alls eingesetzt wird und auf dem Markt verfügbar ist.
Das damit erzeugte Bild wird von einer künstlichen Intelligenz untersucht und möglichst in Deckung mit bekannten Teilchen gebracht. „Bilderkennung ist nichts Neues“, sagt Wystup dazu und weiß auch: „Bilddatenbanken für Bakterien oder Viren sind vorhanden“. Falls die entdeckten Teilchen bekannt und gefährlich sind, wird gewarnt. Sollten unidentifizierbare Luftobjekte gefunden werden, werden wie bei der Blumen-App ebenfalls Experten kontaktiert.

Anwendungsmöglichkeiten

Wystup sieht viele Anwendungen: „Stellen Sie sich vor, Sie gehen einfach durch eine Drehtür und Ihre  Atemluft wird analysiert“ nennt er einen Anwendungsfall. Krankenhäuser, Labore oder ähnliche Institutionen dürften ein Markt sein. Aber auch zur Luftqualitätsmessung, zum Beispiel in Innenstädten wäre ein kleines und mobiles Gerät sicherlich einsetzbar. Und natürlich gibt es wissenschaftliche Anwendungen: zum Beispiel könnten Biologen die Zusammensetzung einer Blumenwiese anhand der Art und Konzentration der Pollen in der Luft erfassen.

Aktueller Stand

Zeigen kann Wystup das Gerät noch nicht, denn noch ist der Scanner ein gutes Stück weit von der Marktreife entfernt. Als erster Meilenstein soll nun ein Prototyp hergestellt werden, der Teilchen bis hinunter zur Pollengröße erkennen kann. Pollen sind etwa tausendmal so groß wie Viren, in den nächsten Schritten sollen dann Bakterien und später auch Viren erkannt und analysiert werden können.

Für die Entwicklung des Prototypen und die spätere Fertigung hat Wystup ein Unternehmen gegründet, er nennt es nicht etwa hochdeutsch „MeineLuft“ oder Denglisch „MyLuft“, sondern auf hohenlohisch „meiluft“. Er selbst ist für die Entwicklung der Hardware verantwortlich, sein Bruder Frederik entwickelt die Software. „Um an die Zuschüsse zu kommen, müssen Sie ein kleines Unternehmen gründen, weil es die spezielle Programme nur für kleine und mittlere Unternehmen gibt“, begründet Wystup.

Erstmal die Finanzierung sichern

Ralph Wystup demonstriert seine futuristische Atemschutzmaske. Foto: GSCHWÄTZ / Archiv

Derzeit ist Wystup mit Banken und Investoren im Gespräch, um die Finanzierung der Prototypen zu sichern. Da er bereits 13 Patente angemeldet hat, ist er optimistisch, dass sein Projekt für Geldgeber interessant ist. Bis Mitte/Ende 2022 soll der Prototyp fertiggestellt sein.

Anderes Projekt auf Eis

Für den Virendetektor hat Wystup ein anderes Projekt auf Eis gelegt: Die futuristische Atemschuzmaske, die in Zusammenarbeit mit mehreren hohenlohischen Unternehmen entwickelt wurde, wird vorerst nicht weiterentwickelt. Der Bedarf an einem solch komplexen Atemschutz, bei dem sowohl die ein- als auch die ausgeatmete Lust gefiltert wird, habe sich während der Pandemie nicht gezeigt. „Der Sensor ist lukrativer“, meint Wystup.

Text: Matthias Lauterer




Brand einer Photovoltaikanlage in der Abt-Knittel-Straße auf der Giebelheide

Freitagabend, den 03. September 2021: Großbrand in der Abt-Knittel-Straße auf der Niedernhaller Giebelheide. Die Feuerwehren von Niederhall, Weißbach und Künzelsau sind laut Leserberichten wohl vor Ort im Einsatz, ebenso wie der Rettungsdienst, die Polizei und weitere Helfer sind vor Ort.

Eine Photovoltaikanlage hat laut Zeugen vor Ort gebrannt.

Brand in der Abt-Knittel-Straße auf der Giebelheide. Foto: privat

Brand in der Abt-Knittel-Straße auf der Giebelheide. Foto: privat

Brand in der Abt-Knittel-Straße auf der Giebelheide. Foto: privat

Brand in der Abt-Knittel-Straße auf der Giebelheide. Foto: privat

Brand in der Abt-Knittel-Straße auf der Giebelheide. Foto: privat

Brand in der Abt-Knittel-Straße auf der Giebelheide. Foto: privat

Brand in der Abt-Knittel-Straße auf der Giebelheide. Foto: privat




AfD: Keine Steuer-Denunziationsplattform

AfD-Kreissprecher Anton Baron kritisiert die Steuer-Denunziationsplattform von Finanzminister Bayaz (Grüne)  als Absage an den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Die Pläne des Ministers schaffen ein Klima des Misstrauens. Besonders beschämend sei, dass die grüne Spitzenkandidatin Bärbock diesen Steuer-Pranger auch noch verteidigt. Statt dem Steuerzahler, der den Staatsapparat durchfinanziert, mit derart üblen Methoden zu begegnen, sollte sich Bayaz lieber Gedanken um Ausgabenkürzungen machen, besonders bei den horrenden Kosten für grüne Weltrettungsphantasien. Zwar müsse der rechtstreue Bürger seine Steuern bezahlen, aber das Sorgen für Steuergerechtigkeit sei Kernaufgabe des Staates und nicht der Bürger. „Wir sind gespannt, ob die CDU als Koalitionspartner mit mehr als nur Wahlkampfrhetorik gegen dieses Portal aufwarten kann oder wie üblich einknickt, um die ungleiche Koalition zu erhalten“, so Baron weiter.

Pressemitteilung der AfD Hohenlohe Schwäbisch-Hall




FDP findet Wasserstoff als einer der „Zukunftsantriebe“ sinnvoll

In den Räumen der EnBW in Öhringen ließen sich am Freitag, 27. August 2021, zahlreiche Bürger sowie Stephen Brauer (MdL, FDP) und Valentin Abel (FDP-Kandidat für die Bundestagswahl 2021) unter dem Titel „Wohin geht die Reise mit dem Wasserstoff?“ Zukunftsoptionen für die Energiewende erläutern.

Die FDP teilt dazu mit:

Wohin geht die Reise mit dem Wasserstoff ?

Der Leiter des Regionalzentrums Neckar-Franken der EnBW, Michael Gutjahr, begrüßte zahlreiche Mitglieder und Gäste der FDP Hohenlohe am Öhringer Standort.

Nach der Vorstellung des Unternehmens übernahm Dr. Heike Grüner die fachliche Erläuterung der „Wasserstoff-Insel“.

Was ist die „Wasserstoff-Insel“?

Das Projekt will eine Lösungsmöglichkeit für die Energiewende erarbeiten, indem überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien gespeichert und damit nutzbar gemacht werden kann. Die erneuerbaren Energiequellen unterliegen wetterabhängig starken Schwankungen. „Windräder und Photovoltaik-Anlagen müssen zurzeit abgeschaltet werden, wenn zu viel Strom aus diesen Energiequellen erzeugt wird, da keine Speicherkapazitäten vorhanden sind“, so Grüner.

Power-2-Gas als Schlüsseltechnologie

Eine entscheidende Technologie ist dabei „Power-to-Gas“. Hierbei wird durch Strom aus Wasser Gas hergestellt. Das Wasser wird in seine chemischen Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Den Wasserstoff kann man in das bereits vorhandene Erdgasnetz (ca. 500 000 km in Deutschland) einspeisen, weitertransportieren und wenn nötig wieder zum Verbrauch bereitstellen. „Speichern“ ist das Zauberwort der Öhringer Wasserstoff-Insel, dem Leuchtturmprojekt für die Region im Bereich erneuerbare Energien.

Erdgasinfrastruktur nutzen

Das Ziel ist einen sicheren Netzbetrieb auch mit Mischgasen zu schaffen. Somit könnte die vorhandene Infrastruktur der Erdgasleitungen ein wichtiger Teil der Energiewende werden.

Quelle: Pressemitteilung der FDP Hohenlohe

 




Ausbildungsbeginn bei ebm-papst für 81 Auszubildende und Studierende

81 junge Menschen beginnen am 1. September 2021 ihre Ausbildung oder ihr duales bzw. kooperatives Studium in der ebm-papst Gruppe, Technologieführer von Ventilatoren und Motoren. Davon 58 in Mulfingen, sechs in Landshut und 17 in St. Georgen.

Die Berufsausbildung ist besonders für ländlich geprägte Unternehmen, wie ebm-papst, ein bedeutendes Instrument zur Gewinnung von Fachkräften. Hansjörg Kaltenbrunner, Ausbildungsleiter von ebm-papst St. Georgen sagt: „Der immer größer werdende Fachkräftemangel hebt die Wertigkeit der Ausbildung fortlaufend nach oben. Wer im härter werdenden Wettbewerb langfristig bestehen möchte, muss auf die jungen digitalgeprägten Menschen setzten.“

350 junge Menschen in Ausbildung

Insgesamt bildet das Familienunternehmen derzeit rund 350 Auszubildende und DH-Studenten in 23 unterschiedlichen Berufen an seinen deutschen Standorten aus. ebm-papst steht seit Jahrzehnten für eine moderne Ausbildung auf Augenhöhe und ermöglicht neben den klassischen Inhalten viele Weiterbildungsmöglichkeiten u.a. durch Auslandsaufenthalte in den weltweiten Tochterunternehmen oder bei spannenden Azubiprojekte, wie beispielsweise den Energiescouts, an. Timo Pflüger, Aus- und Weiterbildungsleiter von ebm-papst Mulfingen, sagt: „Für uns sind nicht nur die Noten wichtig, sondern die erkennbare Begeisterung für den Ausbildungsberuf bzw. Studiengang und die Teamfähigkeit. Wir bieten eine sichere Ausbildung an, bei der der junge Mensch und die Gesundheit stets im Vordergrund stehen.“

Übernahme ist gelebte Praxis

Eine spätere Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis ist für das Unternehmen dabei von Arbeitgeber- wie Arbeitnehmerseite gelebte Praxis. Auch bietet ebm-papst seinen jungen Menschen Unterstützung, sofern diese einen weiteren Bildungsschritt unternehmen möchten. Gerald Rudolf, Leiter der gewerblichen-technischen Ausbildung bei ebm-papst Landshut, betont: „Wir werden die Arbeits- und Lernumgebung unserer Auszubildenden möglichst so gestalten, dass sie sich wohl fühlen und Freude an der Ausbildung haben, denn nur so kann jeder von ihnen dass Maximale erreichen.“

Corona bedeutet rückläufige Bewerberzahlen

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten viele Aktivitäten wie z. B. Praktika, Projekte mit Kooperationsschulen und Berufsinformationstage nicht durchgeführt werden. Dadurch entfielen für ebm-papst wichtige Kontaktpunkte zu Schüler:innen, was insgesamt zu rückläufigen Bewerberzahlen führte.
Die weltweite Corona-Pandemie forderte auch in der Ausbildung bei ebm-papst in den vergangenen Monaten eine hohe Flexibilität von Ausbilder:innen und Auszubildenden und wurde kontinuierlich den herrschenden COVID-19-Situationen angepasst, beispielsweise durch ein theoretisches und praktisches Lernen im mobilem Umfeld, der Steuerung von Teamgrößen in den Ausbildungsbereichen oder individueller Betreuung und Unterstützung durch die Ausbilder:innen .

Damit konnte ebm-papst an seinem hohen Ausbildungsniveau festhalten und wird seinen jungen Menschen auch nach dem Abschluss eine langfristige Perspektive bieten.

Bewerbung für das nächste Ausbildungsjahr bereits jetzt möglich

Für das Ausbildungsjahr ab dem 1. September 2022 sucht ebm-papst bereits Auszubildende an allen deutschen Standorten. Die angebotenen Ausbildungsberufe finden Sie unter: www.karriere.de.ebmpapst.com. Eine Bewerbung ist seit dem 1. August 2021 möglich.

ebm-papst bildet in folgenden Ausbildungsberufen und DH-Studien aus:

Kaufmännische Ausbildung:
–           Kaufmann/-frau für Büromanagement
–           Industriekaufmann/-frau
–           Industriekaufmann/-frau mit Zusatzqualifikation
–           Fachkraft für Lagerlogistik
–           Fachlagerist/-in

Gewerblich-technische Ausbildung:
–           Elektroniker/-in für Geräte und Systeme
–           Elektroniker/-in für Betriebstechnik
–           Industrieelektriker/-in
–           Maschinen- und Anlagenführer/-in
–           Mechatroniker/-in
–           Industriemechaniker/-in
–           Zerspanungsmechaniker/-in
–           Technische/-r Produktdesigner/-in
–           Verfahrensmechaniker/-in für Beschichtungstechnik
–           Fachinformatiker/-in für Systemintegration

Studium (DHBW):
–           Bachelor of Engineering – Elektrotechnik
–           Bachelor of Engineering – Elektrotechnik/Infotronik
–           Bachelor of Engineering – Mechatronik
–           Bachelor of Engineering – Maschinenbau – KE
–           Bachelor of Engineering – Maschinenbau – PT
–           Bachelor of Engineering – Wirtschaftsingenieurwesen – IPL
–           Bachelor of Engineering – Wirtschaftsingenieurwesen – ITV
–           Bachelor of Science – Wirtschaftsinformatik
–           Bachelor of Science – Angewandte Informatik
–           Bachelor of Arts – Controlling & Consulting
–           Bachelor of Arts – Onlinemedien
–           Kooperativer Studiengang – Elektroniker/-in – Bachelor

Pressemitteilung ebm-papst