1

„Die einen unterstützen von hinten, die anderen kämpfen an der Front“

Besuchern des Künzelsauer Stadtfests ist sie bekannt, die „Gulaschkanone“ des THW Ortsverbands Künzelsau. Auf dem Stadtfest beweist das THW, dass es in der Lage ist, eine grosse Zahl von Menschen zu verpflegen. Auf dem Speiseplan steht aber nicht die klassische Gulaschsuppe, sondern beispielsweise Pulled Pork. Diese Fähigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Aufgabenstellung des THW, denn bei Großeinsätzen müssen Helfer und möglicherweise Bevölkerung verpflegt werden. „Die Motivation steht und fällt mit der Verpflegung“ sagt Daniel Franz, stellvertretender Ortsbeauftragter. Und Andreas Schilder, der Ortsbeauftragte ergänzt grinsend: „Ohne Mampf kein Kampf“.

Einsatz im Ahrtal

Erst kürzlich war der Verpflegungstrupp Log-V der Fachgruppe Logistik aus Künzelsau prominent im Einsatz: Neun Mitglieder des Künzelsauer THW waren ins Ahrtal entsendet worden, wo sie ihre Kameraden aus ganz Deutschland im Hochwassereinsatz unterstützten.

Was sind die Aufgaben des THW?

Das THW ist eine Bundesbehörde auf ehrenamtlicher Basis, die Landes- und Kommunalbehörden beim Katastrophenschutz oder der Behördenarbeit unterstützt, erklärt Schilder. Das THW kann neben dem Katastrophenschutz diverse Behörden, etwa Polizei und Zoll auch anderweitig unterstützen, zum Beispiel durch Bereitstellung von Infrastruktur, Verpflegung, Strom, Zelten und ähnlichem. Da der Katastrophenschutz Ländersache ist, kann das THW nur auf lokale Anfrage tätig werden: „In Einsatz bringen können wir uns nicht selbst“, sagt Andreas Schilder.

Die einzelnen Ortsgruppen haben unterschiedliche Schwerpunkte und können je nach Fähigkeit aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen werden.

„Die einen unterstützen von hinten, die anderen kämpfen an der Front“

Die Ortsgruppe Künzelsau besteht aus einem technischen Zug und einer Fachgruppe Logistik. Die Fachgruppen des technischen Zugs sind spezialisiert auf Bergung, Wasserschaden/Pumpen, Notversorgung- und instandsetzung, die Fachgruppe Logistik kümmert sich nicht nur um die Verpflegung, sondern um die Materialerhaltung und versorgt die Helfer mit Brennstoffen und Ersatzteilen oder repariert Einsatzmittel direkt vor Ort. „Die einen unterstützen von hinten, die anderen kämpfen an der Front“, nennt das Schilder. Andere Ortsgruppen haben andere Schwerpunkte, in Pfedelbach gibt es beispielsweise eine Infrastruktur- und Brückenbaugruppe.

„Eine regelrechte Flucht“

Von schwierigen Einsätzen unter hoher körperlicher und mentaler Belastung können Schilder und Franz berichten. Beispielsweise haben sie beim Elbehochwasser 2003 einen Dammbruch miterlebt: „Das war eine regelrechte Flucht“. Auch die Einsätze beim Starkregenereignis im Kocher- und Jagsttal waren äußerst bewegend, schließlich war dieser Einsatz direkt vor der Haustür. Und nicht zuletzt mußte eine Gruppe des THW in Weißbach einen Leichnam bergen.

„Lernen, Hilfe zu holen“

Die Verarbeitung derartiger Belastungen werde innerhalb des THW sehr ernstgenommen, berichtet Daniel Franz. Beginnend mit der Einsatznachbearbeitung geht das Angebot über Schulungen bis hin zur Notfallseelsorge. Ein THW’ler müsse „lernen, Hilfe zu holen“, sagt Franz. Das sei auch Teil der Grunsausbildung. Eine eigene Gruppe, die mit und unter den Helfern arbeitet, ist in der Lage, bereits während der Einsätze zu erkennen, ob möglicherweise eine Traumatisierung aufkommen kann. Und nicht zuletzt seien die Führungskräfte sensibilisiert. „Ich muß in die Gruppe reinhören“, erklärt Schilder eine seiner Aufgaben. Aber darauf seien die Führungskräfte geschult und vorbereitet.

„Wir sind nicht Arbeitskollegen, sondern Kameraden“

„Wir sind nicht Arbeitskollegen, sondern Kameraden“, charakterisiert Franz das ganz besondere Verhältnis, das die THW-Helfer untereinander aufbauen. Dieses Verhältnis ist auch notwendig, denn „Privatsphäre hat man im Einsatz nicht.“

Nicht alle Einsätze sind Katastropheneinsätze

Glücklicherweise sind nicht alle Einsätze so belastend – beim Besuch des GSCHWÄTZ-Reporters war beispielsweise die Gruppe Wasserschaden/Pumpen auf Anfrage des Landratsamtes unterwegs, um an einem Biotop zu arbeiten.
Auch wenn die THW-Helfer der Geheimhaltungspflicht unterliegen, „Informationen aus dem Einsatz gehen nie nach draußen“, berichtet Schilder auch von einem Einsatz, wo das THW die Polizei unterstützt hat – beim Abtransport von wiedergefundenem Diebesgut.

Nachwuchspflege

Die Ortsgruppe Künzelsau besteht momentan aus rund 160 ehrenamtlichen Aktiven, darunter sind auch etwa 10 Prozent Frauen. Aber wie steht es um den Nachwuchs an freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern? Da sind Franz und Schilder optimistisch: „Wir betreiben eine intensive Jugendarbeit, zum Beispiel durch Projekttage in Schulen“ erzählen sie. Dort arbeiten die Schüler dann an Themen wie „was passiert, wenn wir 2-3 Tage keinen Strom haben?“. Dazu komme natürlich die Mund-zu-Mund-Propaganda. Etwa 50 Kinder und Jugendliche sind in den Jugendgruppen des THW Künzelsau aktiv und lernen dort spielerisch handwerkliche Fähigkeiten, aber auch physikalische Grundlagen von Strom und Licht oder erste Hilfe.

„Quereinsteiger“ ab 18 Jahren sind ebenfalls gerne gesehen. Diese erwarte eine Grundausbildung im Umfang von 80 bis 100 Stunden, anschließend eine Fachausbildung innerhalb der Gruppe. Und Weiterbildung, etwa im Umgang mit schweren LKWs und Maschinen, Funk oder Atemschutz folgt. Auch der Bundesfreiwilligendienst ist beim THW möglich: Im Oktober wird zum erstenmal ein „BuFDi“ in Künzelsau seinen Dienst auftreten.

Stolz auf das Material und die eigene Leistung

Beim Gang durch die Gerätehalle ist Schilder und Franz der Stolz auf die Qualität ihres Einsatzmaterials anzumerken, etwa wenn sie die Schläuche der Gruppe Wasserschaden zeigen: „Die fördern 20.000 Liter pro Minute. Bis zu Tennisballgröße nehmen die einfach alles mit.“ Der Fahrzeugpark ist modern: „Wir sind inzwischen finanziell gut ausgestattet, die finanzielle Unterstützung des Bundes ist da.“ Fünf neue Fahrzeuge innerhalb von 2 Jahren bestätigen das.
Auch auf die Leistung ihrer Truppe sind die beiden stolz: „Der Bergungstrupp braucht nach Alarmierung 15 – 20 Minuten bis zum Rausfahren. Inklusive Umkleiden.“

„Die Hülle abstreifen“

Denn „Einsatzkleidung geht nie nach Hause. Das ist auch Psychologie: Im wahrsten Sinne die Hülle abstreifen.“ Abgesehen davon, dass die Kleidung nach einem Einsatz natürlich auch mit Stoffen kontaminiert sein kann, „die man nicht zuhause haben will“.

Text: Matthias Lauterer

Andreas Schilder. Foto: THW Künzelsau

Daniel Franz. Foto: THW Künzelsau

Verpflegungstrupp im Einsatz bei der Jagst-Umweltkatastrophe. Foto: THW Künzelsau

Hochwassereinsatz des THW Künzelsau. Foto: THW Künzelsau

Hochwassereinsatz des THW Künzelsau. Foto: THW Künzelsau

Bergungsgruppe des THW. Foto: THW Künzelsau

Jeder Handgriff muß sitzen – deshalb hat jeder Ausrüstungsgegenstand seinen definierten Platz. Foto: GSCHWÄTZ

Blick über den modernen Fahrzeugpark des THW Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

20.000l/min – deutlich größer als ein Feuerwehrschlauch. Foto: GSCHWÄTZ




Frauen an die Macht? Deutschland Schlusslicht im europäischen Vergleich

Von den insgesamt 224 baden-württembergischen Kandidaturen zur Bundestagswahl am Sonntag, den 26. September 2021, sind 96 Frauen. Das entspricht einem Frauenanteil von 42,9 Prozent. Damit liegt Baden-Württemberg bei den Landeslisten leicht über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 41,3 Prozent. Im 2017 gewählten Bundestag sind zurzeit 31,4 Prozent der Abgeordneten weiblich. Der Frauenanteil stagniert seit 2002, die Männer dominieren eindeutig in der deutschen Politik.

Männer dominieren in vielen Bereichen

Die heutige, westlich orientierte Welt ist nach wie vor hauptsächlich patriarchalisch geprägt. Das heißt, Männer dominieren, kontrollieren und repräsentieren unser gesellschaftliches System in den entscheidenden Bereichen, wie Politik, Wirtschaft und Familie. So hat die Allbright-Stiftung festgestellt, dass in der Corona-Pandemie deutsche Konzerne wieder verstärkt auf Männer in den Führungsriegen setzen und selbst junge Unternehmen, die neu an die deutsche Börse kommen, meist ohne Frauen wachsen. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat wiederum festgestellt, dass sich auch heutzutage noch die meisten Paare bei der Eheschließung für den Nachnamen des Mannes entscheiden.

Die älteste Gesellschaftsform ist das Matriarchat

Im Gegensatz dazu gilt als die älteste Gesellschaftsform der Welt das Matriarchat. Spuren dieser Strukturen wurden bereits in der Altsteinzeit entdeckt. Das Matriarchat ist laut Wikipedia nicht gleichbedeutend mit Vorherrschaft der Frauen, in der die Männer unterdrückt werden. Vielmehr ist es ein Gesellschaftstyp, in dem alle sozialen und rechtlichen Beziehungen über die Linie der Mütter organisiert wird und Frauen die alleinige politische Macht innehaben.

Unterschiede werden respektiert

Die Begründerin der Matriarchatsforschung, Dr. Heide Göttner-Abendroth, betont, dass im Matriarchat die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Generationen respektiert werden. Es werden keine Hierarchien geschaffen, sondern es wird vielmehr Wert auf ein Gleichgewicht gelegt: zwischen den Geschlechtern, den Generationen und auch zwischen Mensch und Natur.

Die Geschlechter gelten als gleichwertig

Im Matriarchat ist die Linie der Mutter entscheidend: Großmütter, Mütter, Schwestern, Tanten, Töchter und Nichten leben mit den direkt verwandten Männern zusammen. Sie entscheiden über die Geschicke des Clans und des ganzen Dorfes, sind die Verwalterinnen des Familienvermögens und schlichten Streit. Kinder erhalten automatisch den Namen der Mutter und wachsen auch in ihrem Clan auf. Die Institution der Ehe, wie wir sie kennen, gibt es nicht, und die biologische Vaterschaft spielt keine Rolle. Häufig ist sogar unbekannt, wer der Vater eines Kindes ist. Doch gelten die Geschlechter als gleichwertig mit jeweils geschlechtsspezifischen Aufgaben.

Weltweit gibt es matriarchalisch organisierte Völker

Auch in der heutigen Zeit gibt es noch auf allen Kontinenten matriarchalisch organisierte Völker, die häufig in Rand- und Rückzugsgebieten leben. Von ihnen sind die Mosuo in China, die Minangkabau in Indonesien und die Khasi in Indien die bekanntesten. In Afrika leben zahlreiche Völker mit matriarchalischen Strukturen oder Relikten: die Luapula in Sambia, die Ashanti und Akan in Ghana, die Ila in Simbabwe, die Yoruba und Bijagos in Westafrika, Völker im Sudan und in der Kabylei in Algerien bis hin zu den Tuareg in der Sahara.

Ehescheidung ist keine Schande

Bei den Letztgenannten darf die Frau vor einer Ehe verschiedene Liebhaber haben, sie entscheidet selbst, wen sie heiratet und sie darf ihren Mann verstoßen. Eine Ehescheidung ist bei den Tuareg keine Schande. Trennt sich ein Paar, bleiben die Kinder bei der Frau. Die Söhne der Schwester werden von Männern in der Weitergabe ihrer Besitztümer bevorzugt, da man hier von einer engeren Verbindung ausgeht, als es bei eigenen Söhnen der Fall ist.

Unabhängig durch Rentiere

In Europa haben die Samen in Lappland noch matriarchalische Strukturen. Bei ihnen ist die Gleichberechtigung der Frauen eine uralte Tradition. Sie sind stimmberechtigt in den traditionellen Versammlungen, häufig ziehen die Männer bei der Heirat zur Familie der Braut. Kinder können auch den Familiennamen der Mutter tragen. Oft besitzen die Frauen von Kindheit an ihre eigenen Rentiere, was sie ökonomisch unabhängig macht. Viele haben auch ein eigenes Ren-Markierungszeichen.

Deutschland lediglich im unteren Drittel

Laut Statistischem Bundesamt waren in Deutschland im Jahr 2020 lediglich rund 28 Prozent der Führungspositionen in Unternehmen mit Frauen besetzt – was zwei Prozent weniger als im Jahr davor entspricht. Damit landete Deutschland im EU-weiten Vergleich im unteren Drittel. EU-Spitzenreiter war Lettland mit 47 Prozent, dicht gefolgt von Polen (44 Prozent) und Schweden (42 Prozent). Auf dem letzten Platz landete Zypern mit 25 Prozent.

Text: Sonja Bossert

 

 




Hall und Hohenlohe anders mobil

Die Allianz Mobilitätswende für Baden-Württemberg, das Bündnis Mobilitätswende Schwäbisch Hall und Hohenlohe for Future laden im Vorfeld der Bundestagswahl am Dienstag, den 21. September 2021, um 19 Uhr zu einer digitalen Diskussionsrunde mit den Direktkandidaten des Wahlkreises Schwäbisch Hall-Hohenlohe ein. Teilnehmer sind Kevin Leiser (SPD), Harald Ebner, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Cedric Schiele, (Die LINKE) sowie Valentin Abel (FDP). Dr. Axel Friedrich, ehemaliger Leiter des Bundesumweltamtes, wird ein Impulsreferat halten.

Teilnehmer können Fragen stellen

Die Podiumsdiskussion beginnt um 19 Uhr. Es soll über zentrale Themen der Mobilitätspolitik gesprochen werden und wie diese im Wahlkreis, im Land und bundesweit umgesetzt werden können: Wie stehen die Kandidaten zum Tempolimit? Was halten sie vom Ausbau weiterer Straßen und Projekten wie dem Weilertunnel in Schwäbisch Hall? Alle Teilnehmenden sind eingeladen, Fragen zu stellen.

Weitere Informationen

Die Veranstaltung wird als Zoom-Konferenz stattfinden. Sie steht allen Interessierten offen. Mehr Informationen und Anmeldung erfolgen unter https://mobilitaetswende-bw.de/termin/schwaebisch-hall-in-berlin-die-richtigen-weichen-stellen-vorfahrt-fuer-den-klimaschutz/.

Quelle: Pressemitteilung von Hohenlohe for Future




Beratung rund um die Pflege und das Wohnen im Alter

Am Donnerstag, den 16. September 2021, zieht der Pflegestützpunkt Hohenlohekreis innerhalb von Künzelsau um. Die Mitarbeiterinnen verlassen die Rösleinsbergstraße 29 und beziehen neu eingerichtete Räume im 1. Obergeschoss des ehemaligen Krankenhauses in der Stettenstraße 32. Passend zum neuen Standort bekommt der Pflegestützpunkt den Namen „Pflegestützpunkt Hohenlohekreis im Gesundheitszentrum“.

Kostenlose Beratung

Der Pflegestützpunkt bietet eine kostenlose Beratung zu Fragen im Vor- und Umfeld der Pflege sowie Beratung rund um das Thema Wohnen im Alter. Die Beraterinnen arbeiten mit Trägern von Hilfs- und Unterstützungsangeboten zusammen und informieren zu Leistungen der Pflegeversicherung und anderen finanziellen Hilfen.

Telefonnummern bleiben gleich

Die Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunkts sind weiterhin unter den Telefonnummern 07940/9355 012, -013 und -014 zu erreichen. Am Tag des Umzugs wird der Pflegestützpunkt aber nur eingeschränkt telefonisch erreichbar sein. Persönliche Beratungstermine können erst wieder ab dem 17. September 2021 erfolgen.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis




Warum manche Busse derzeit im Hohenlohekreis ausfallen

Seit Montag, den 13. September 2021, vermutlich bis Mittwoch, den 15. September 2021, fallen diverse Buslinien des öffentlichen Nahverkehrs in Baden-Württemberg und auch im Hohenlohekreis aus.

„Ein Teil der Busse konnten wir ersetzen“

Im Hohenlohekreis sind laut Auskunft des Hohenloher Nahverkehrs in Künzelsau die Linien 19, 26 und 28 betroffen. „Ein Teil der Busse konnten wir ersetzen, aber eben nicht alle“, erklärt Herr Schön vom HNV in Künzelsau, warum die Linie 19 morgens um 6:55 Uhr nicht wie geplant vom Künzelsauer Bahnhaof abfährt, dafür aber nachmittags regulär läuft.

Die Linie 19 etwa fährt manchmal und manchmal nicht

Der Grund für den lückenhaften Ausfall ist ein von der Gewerkschaft verdi ausgerufener Streik. Aber nicht alle Busunternehmen beteiligen sich daran. Die Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH in Schwäbisch Hall beteiligt sich am Streik. Dadurch fallen teilweise die Linien 19,26 und 28 aus, die das Busunternehmen eigentlich im Hohenlohekreis abdeckt.

Stundenlandes Warten

Auf Nachfrage, warum sie streiken, verweist die Pressestelle des Busunternehmens in Stuttgart auf Verdi. Verdi wiederum erklärt gegenüber dem SWR, dass die Gewerkschaft für die rund 9.000 Fahrer:innen der privaten Omnibusunternehmen in Baden-Württemberg bezahlte Standzeiten erreichen möchte. Teilweise müssten Busfahrer:innen stundenlang warten bis zu ihrem nächsten Einsatz. AAuch den Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung will die Gewerkschaft durchsetzen. Hier gebe es schon eine Einigung, das Thema nach den Tarifverhandlungen zu regeln, so Binder. Der Streik ist bis einschließlich Mittwoch, den 15. September 2021, angesetzt, bevor es in der kommenden Woche in die siebte Verhandlungsrunde geht.

Das Schwäbisch Haller Busunternehmen ist übrigens kein privates, sondern gehört zur Deutschen Bahn. Die deutsche Bahn wiederum ist eine Aktiengesellschaft, die sich 100 Prozent in der Hand des Bundes befindet und damit in öffentlicher Hand.

 




Wer im Glashaus sitzt …

Wenn sich die AfD jetzt vehement und in deftigen Worten gegen das vom grünen Finanzminister Bayaz ins Gespräch gebrachte Portal zur anonymen Anzeige von Steuervergehen wehrt, dann muss man sich fragen, auf welcher Seite die AfD steht:

Anton Baron, der AfD-Landtagsabgeordnete für den Hohenlohekreis  schreibt: „Statt dem Steuerzahler, der den Staatsapparat durchfinanziert, mit derart üblen Methoden zu begegnen, (…)“.

Die AfD nennt es also „Denunziation“, wenn ein steuerzahlender Bürger sich darüber aufregt, dass sich ein anderer ander „Durchfinanzierung des Staatsapparats“ nicht beteiligt und diese  mutmaßliche Straftat zur Anzeige bringt. Damit wird der ehrliche Steuerzahler zum Täter und der Hinterzieher zum Opfer deklariert, denn wie das Hoffmann von Fallersleben zugeschriebene Sprichwort sagt: Der größte Schuft im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.
Die AfD macht also den „braven Bürger“ zum Schuft und schützt den Straftäter. Was für eine Umkehr der Begrifflichkeiten.

Steht die AfD auf der Seite der Kriminellen?

Es scheint, als stelle sich die AfD auf die Seite der Steuerhinterzieher, wo doch die Bekämpfung der Kriminalität eines der großen Wahlkampfthemen der AfD ist.

AfD hat selbst das Denunziantentum sogar gefördert

Man erinnert sich noch an sogenannte „Lehrermeldeportale“. Diese wurden von AfD-Politikern oder sogar Landesverbänden eingerichtet, damit Schüler und Eltern der AfD unliebsame politische Aussagen von Lehrern anonym im Internet melden können. Teilweise waren persönliche Daten der gemeldeten Personen öffentlich sichtbar. Das waren damals für die AfD wohl keine „üblen Methoden“, das war für die AfD wohl keine Denunziation. Wohl aber für Bundesjustizministerin Barley, die diese Portale „organisierte Denunziation“ nannte.

Anonyme Strafanzeigen bereits heute möglich

Straftaten aller Art können übrigens bereits heute den Behörden anonym mitgeteilt werden, zumindest wenn man sich mit den Werkzeugen des Internets ein wenig auskennt. Die „Internetwachen“ der Polizeibehörden stehen dafür zur Verfügung.
Und die Behörden werden auch bei anonymen Anzeigen tätig.

Eine grundlose Anschuldigung sollte man tunlichst vermeiden, denn auch in diesem Falle werden die Behörden tätig: Die falsche Verdächtigung ist ebenfalls eine Straftat, die mit Gefängnis bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe belegt ist.

Ein Kommentar von Matthias Lauterer

 




„Wir kommen uns langsam verarscht vor“

Auch bei der Gemeinderatssitzung vom 14. September gab es beim Thema PEKA-Areal ein heftiges Wortgefecht. Ein „Bericht: Quartier an der Stadtmauer“ stand auf der Tagesordnung. Dieser fiel jedoch  überraschend kurz aus: Das Aushubmaterial sei  zwischenzeitlich abgefahren und der ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt. Derzeit sei eine interne Untersuchung innerhalb der Stadtverwaltung im Gange, die ergeben soll, ob 2015 Fehler gemacht wurden. Die Firma Lämmle (erstmals wurde der Name eines der Beteiligten genannt!) habe man angeschrieben und habe eine Rückmeldung von deren Anwälten erhalten. Außerdem sei Anfang Oktober 2021 ein weiterer Akteneinsichtstermin geplant.

Akteneinsichtstermin wird zum Knackpunkt

Gegen diesen Termin wandte sich Boris d’Angelo: Er beantragte, den Termin nicht von 17:00-18:00 Uhr stattfinden zu lassen, sondern ihn so zu legen, dass auch berufstätige Gemeinderäte die Akten einsehen könnten.

„Es ist Ihnen zuzumuten …“

Neumann erwiderte: „Es ist Ihnen zuzumuten, dass Sie sich das bei so früher Bekanntgabe einrichten können.“ Im Übrigen sei die Terminierung eine Entscheidung der Verwaltung und der Gemeinderat habe hier kein Antragsrecht. Boris d’Angelo geht im Anschluss so weit, dass er unterstellt, dass gewisse Gemeinderäte bewußt von der Akteneinsicht ausgeschlossen werden sollen. In dieselbe Kerbe hieb Herbert Schneider und wurde ebenfalls recht deftig: „Wir kommen uns langsam verarscht vor. Ein reines Dahinschieben ist das. Wir wollen hier eine ordentliche Akteneinsicht. Wenn das nicht möglich ist, dann tuts mir leid.“ Und auch Sabine Janny bemängelt: „Ich als Selbständige muss mein Geschäft schließen. Ich verstehe nicht, warum man hier nicht entgegenkommen kann.“

Neumann reagiert ungewohnt ärgerlich

Nach dieser Wortmeldung schließt Bürgermeister Stefan Neumann den Tagesordnungspunkt, was Boris d’Angelo zu einem Antrag zur Geschäftsordnung veranlasst: „Es ist nicht rechtens, meinen Antrag gar nicht erst zuzulassen, das verstößt gegen die Gemeindeordnung. Ich beantrage daher Abstimmung. Sie können dann das Abstimmungsergebnis übergehen, wenn Sie einen Schaden für die Stadt sehen. Aber dann gibt es die Möglichkeit der rechtlichen Prüfung.“

Auch diesen Antrag weist Neumann in ungewohnt verärgertem Ton zurück.

Die Fronten sind verhärtet – diese Sitzung hat nicht dazu geführt, dass sich diese Situation entschärft hat.

Text: Matthias Lauterer




Hohenlohekreis schafft Luftreiniger für sonderpädagogische Schulen an

Als Träger der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren an der Geschwister-Scholl-Schule und der Erich Kästner-Schule in Künzelsau stattet der Hohenlohekreis die Klassenräume der Klassenstufen 1 – 6 mit hochwertigen Raumluftreinigungsgeräten aus.

Die Luftreiniger wurden rechtzeitig vor Beginn des Schuljahres 2021/2022 geliefert und installiert. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor. Weiter heißt es darin:

„Der Hohenlohekreis trägt mit dieser Investition dazu bei, dass die jungen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 – 6, für welche es noch keine Impfmöglichkeit gegen das Corona-Virus gibt, möglichst keine erneuten Schulschließungen erfahren und bestmöglich vor dem Virus geschützt werden. Die Reinigungsgeräte sollen dazu beitragen, die Virenbelastung in den Klassenzimmern zwischen den alle 20 Minuten notwendigen Lüftungseinheiten zu verringern und damit diese vulnerable Gruppe zu schützen.

Die Anschaffung der Luftreiniger erfolgte unabhängig von einer eventuellen Förderung über das Landesförderprogramm zur Beschaffung von mobilen Raumluftreinigungsgeräten.

Gleichwohl entsprechen die beschafften Geräte den technischen Vorgaben des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, sodass für den zweiten Förderzyklus im Förderprogramm ein Antrag gestellt werden konnte. Sofern die vom Land Baden-Württemberg bereit gestellten Mittel ausreichen, darf mit einer 50%igen Förderquote gerechnet werden.“

 




Kunterbuntes Shopping-Erlebnis

Am Freitag, den 17. September 2021, findet in Künzelsau das traditionelle Mitternachtsshopping statt, teilt die Stadtverwaltung mit. Viele Einzelhändler der Werbegemeinschaft Künzelsau laden an diesem Abend Kunden bis 24 Uhr zu einem Shopping-Erlebnis ein. Einige Geschäfte bieten besondere Aktionen an: Gutscheine, Rabatte und vieles mehr.

Ganz besonderes Flair

Mit einem kreativen Beleuchtungskonzept wird die Hauptstraße in Szene gesetzt. Speziell ab Einbruch der Dunkelheit entsteht ein großes Farbenspiel in der Künzelsauer Innenstadt. Mit bunten Lichtkegeln erstrahlt die Hauptstraße in einem stimmungsvollen Licht. Besucher:innen des Mitternachtsshopping erleben die Stadt in einem ganz besonderen Flair.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




„Sommer in der Stadt“ geht zu Ende

Am Freitag, den 17. September 2021, endet die erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Sommer in der Stadt“ mit der Cover-Band „Keep alive“, schreibt die Stadtverwaltung Künzelsau in einer Pressemitteilung. Die fünf Musiker spielen von 17 bis 20 Uhr am Bistro OXN in der Künzelsauer Hauptstraße einen bunten Mix, der von Songs der letzten Jahrzehnte bis heute reicht.

Keine Voranmeldung erforderlich

Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist kostenfrei. Für die Kontaktnachverfolgung wird den Besucher:innen die Nutzung der Luca-App empfohlen. Alternativ können die Kontaktdaten auf Anmeldezetteln erfasst werden. Es gelten die allgemeinen und jeweils aktuellen Corona-Vorgaben und Hygiene-Vorschriften. Außerhalb des Sitzplatzes ist die Einhaltung des Mindestabstandes beziehungsweise ein Mund-Nasen-Schutz verpflichtend. Bei Änderungen der Corona-Auflagen müssen Veranstaltungsabende unter Umständen auch kurzfristig abgesagt werden. Bei Regen finden die Veranstaltungen nicht statt.

Erfolgreiche Veranstaltungsreihe

Seit Anfang Juni laden Gastronomen, Vereine und die Stadtverwaltung Künzelsau fast jedes Wochenende zu Live-Musik und Aktionen in die Künzelsauer Innenstadt ein. Die Bewirtung wird von Künzelsauer Gastronomen und Vereinen übernommen. Liegestühle, Sandflächen und Pflanzen bringen Urlaubsfeeling in die Stadt und laden zum Verweilen ein. Schon heute bedankt sich die Stadtverwaltung Künzelsau bei allen Künstlern, Gastronomen und Vereinen, die bei „Sommer in der Stadt“ mitgewirkt und unter Corona-Bedingungen diese Veranstaltungsreihe ermöglicht haben.

Informationen

Aktuelle Informationen werden über die städtische Homepage unter www.kuenzelsau.de/sommerinderstadt und über Facebook „Künzelsau – meine Stadt“ und Instagram „kuenzelsau.meinestadt“ kommuniziert.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

#Künzelsau #Keepalive