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Immer öfter zu sehen: Blaumohnfelder in Hohenlohe

Manchmal stehen sie auch selbst ‚nur so‘ in ihrem Feld: Familie Sieglin aus Ruckhardtshausen. Breite Fahrgassen dienten als Wege durch den fast abgeblühten Blaumohn. Der Boden ist ausgetreten von vielen Besuchern im Herbst. Wieso das? „Es war wirklich eine Gradwanderung“, sagt der Senior Wolfgang Sieglin zu den bis zu 200 Fahrzeugen pro Tag, die ihre Felder mit Blaumohn während der Blütezeit besucht und durchstreift haben. Spaziergänger und Fahrradfahrer noch nicht mitgerechnet.

Mohn-Touristen

Die Landwirtsfamilie Sieglin teilt diese Freude am Anblick der attraktiven und ursprünglich heimischen Frucht sehr gern und betont: „Wenn die Besucher auch im nächsten Jahr kommen, begegnen wir ihnen positiv und erlauben den Zutritt über die Fahrgassen. Das Mohnfeld können wir ja sowieso nicht einzäunen“, erklären sie. Fahrgassen sind die vorhandenen und nicht bewachsenen Fahrspuren der Traktoren. Offiziell gilt natürlich auch hier das Betretungsverbot für landwirtschaftliche Nutzflächen. Doch die Mehrheit der ‚Mohn-Touristen‘ ist rücksichtsvoll, wie die Sieglin’s bestätigen. Gleichwohl gab es Situationen, in denen sie eingriffen. So gab es beispielsweise professionelle Fotoshootings im Abendlicht, die sich bis in den Privatgarten der Familie ausdehnten. Profi-Fotografen mit voller Ausrüstung, Requisiten, Bräute und ganze Großfamilien standen dafür im Acker. „Als Kulisse für gewerbliche Fotografie, wie Hochzeitsfotos oder gar Aktfotos soll es bitte nicht dienen“, betonen die Eigentümer der Felder in Ruckhardtshausen.

Besucheransturm: Fahrgassen bilden

Stattdessen wollen sie die Besucher gut informieren und bitten, dass sie zum Beispiel in den Fahrgassen bleiben und keinen Müll hinterlassen. Auch ohne Schaden anzurichten, kann man den besonderen Anblick genießen und sich zeitgleich schlau machen. Neben den reinen Verhaltensregeln wurden Informationstafeln zum Mohnanbau und der Initiative „Blütenkorn“ aufgestellt. Die Zeit und Möglichkeit für dieses Engagement verdanken die Landwirte Sieglin auch der Tatsache, dass sie schon vor fast 30 Jahren eine sogenannte Vollkooperation mit anderen Höfen eingegangen sind. 2016 wurde die ursprüngliche Betriebsgemeinschaft (BG) mit dem Namen ‚Sieglin-Melchior-Ehmann‘ ein Teil der BG Neuhof. Das heißt: Mehrere Betriebe sind zusammengelegt, Gewinne und Verluste werden geteilt. Der Hof Ruckhardtshausen umfasst rund 30 Hektar Wald und 100 Hektar Ackerland. Auf 35 Hektar davon wuchs in diesem Jahr der attraktive Blaumohn. Er wird Ende Juli bis Anfang August geerntet und ist dann ganz trocken – der Fachmann sagt ‚abgereift‘, sodass man ihn gut mit dem Mähdrescher ernten kann. Der Versuch, diesen hier wieder heimisch zu machen, ist nicht einfach zu realisieren. Aber er stellt eine Nische im Markt mit – mit Chancen und Risiken dar. Darüber, sowie über Anbauverfahren und besondere Kulturen, informieren aufgestellte Feldrandschilder. So ist hier auch zu lesen, dass die ‚BG Neuhof‘ gemeinsam mit der ‚Möhnsheimer Mühle‘ und der Uni Hohenheim das Projekt „Blütenkorn“ gestartet hat. Bei „Blütenkorn“ Getreide werden streifenweise Blühmischungen in die Felder gesät, um damit Nützlingen im Feld zu fördern. Geplant ist weiterhin ein Lehrpfad für die Höfe der Betriebsgemeinschaft ‚Neuhof‘. Alles mit dem Ziel, die Öffentlichkeit besser über die Arbeit in der Landwirtschaft zu informieren. Das geht fast nur gemeinsam.

Regenwürmer und Hunde als Tiere auf dem Bauernhof

„Ich war heute früh noch in Serbien“, bemerkt der junge Nebenerwerbslandwirt Samuel Sieglin gleich zum Start. Er hat Maschinenbau studiert und arbeitet weltweit für eine regionale Firma der Landtechnik im Feldversuchswesen. Demnächst wechselt er dort ins Produktmanagement. „Die Hofübergabe läuft“, erklärt die Familie, der auch Andrea, als Frau von Senior Wolfgang und Julia, als Frau von Samuel Sieglin angehören. „Wir standen auch vor der Frage, was machen wir aus den alten Gebäuden“, erklären sie weiter. „Ferienwohnungen und Seminarräume waren eine Möglichkeit. Diese Umnutzung ist nun beantragt“. Auf die Frage, ob es noch Tiere auf dem Hof gibt, antwortet Senior Wolfgang verschmitzt: „Regenwürmer und Hunde – die pflegen wir gut. Denn Regenwürmer sind die Lieblinge aller Landwirte. Sie lockern den Boden und setzen organische Stoffe um.“ Er macht sich stark für seine Kollegen und deren Arbeit und weiß, dass die meisten Bauern gut nach dem Boden schauen. „Wenn ich durchs Land fahre, sehe ich, dass immer mehr Felder top-in-Schuss sind. Das sieht man einfach und dazu gehört, meiner Meinung nach, ein lebendiger Boden.“ „Ohne Beregnung“, meint der erfahrene Landwirt weiter, „hat man nur EINE Möglichkeit zu säen. Da muss jede Maßnahme sitzen“. Der Mohn ist eine sensible Pflanze und zeigt Boden-Unterschiede sehr stark. So hat eine Hälfte des Feldes schon geblüht, als die andere noch nicht so weit war. In Summe hat es aber gestimmt bei der Ernte. „Es gibt endlos viele Patentrezepte aber eins steht fest: Die wenigen Landwirte, die übrig sind, sind richtige ‚Käpsele‘“, freut sich Wolfgang Sieglin stolz.




„Immer weniger Ärzt:innen führen Abbrüche durch“

Der 28. September 2021 wurde zum Safe-Abortion-Day erklärt. Es ist ein historisches Datum, denn an diesem Tag vor 150 Jahren wurde der §218 ins Strafgesetzbuch aufgenommen. Seitdem sind Schwangerschaftsabbrüche prinzipiell strafbar, wenn nicht eine der dort genannten Ausnahmen zutrifft.

„Immer weniger Ärztinnen und Ärzte führen Abbrüche durch“

Die Recherchegruppe CORRECTIV will sich ein Bild darüber machen, welchen Hürden und Schwierigkeiten sich Frauen, stellen müssen, die mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch konfrontiert sind. CORRECTIV schreibt: „Wer in Deutschland eine Schwangerschaft abbrechen will, steht vor vielen Hürden: Es ist schwer, verlässliche Informationen zu bekommen. Immer weniger Ärztinnen und Ärzte führen Abbrüche durch. Ungewollt Schwangere werden bei ihrer Entscheidung oft unter Druck gesetzt.“

Unsichere Rechtslage für Ärzt:innen

Auch Ärzt:innen wird es schwer gemacht, Abtreibungen durchzuführen: Der §219a StGB wird von Gerichten gerne so ausgelegt, dass schon die sachliche Mitteilung beispielsweise auf einer Praxishomepage, dass die Praxis Schwangerschaftsabbrüche durchführt, eine strafbare „Werbung für den Abbruch einer Schwangerschaft“ sein soll. Eine Ärztin aus Gießen, Kristina Hänel, wurde vom OLG Frankfurt Anfang des Jahres rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt.

Lange Wege zu Klinik oder Praxis

Sichere Schwangerschaftsabbrüche sind für ungewollt Schwangere lebenswichtig. Doch immer weniger Ärztinnen und Ärzte in Deutschland führen Abtreibungen durch. Schon jetzt müssen ungewollt Schwangere lange Wege zur Klinik oder Praxis und längere Wartezeiten bis zu einer Abtreibung in Kauf nehmen – eine finanzielle, psychische und physische Belastung.“, schreibt CORRECTIV. 

CORRECTIV.Lokal startet Anonyme Umfrage im Netz   

CORRECTIV sucht daher zum Beginn seiner Recherche Menschen, die von ihrem Schwangerschaftsabbruch und den Hürden erzählen, die sie dabei erlebt haben. Dafür hat CORRECTIV.Lokal eine anonyme Umfrage entwickelt, die unter http://correctiv.org/dein-abbruch erreichbar ist. Die Befragung aller Krankenhäuser mit gynäkologischer Station ist ein weiterer Rechercheansatz, den CORRECTIV verfolgt. 

Die Befragung zu Erfahrungen mit Schwangerschaftsabbrüchen ist Teil einer Recherchekooperation zwischen CORRECTIV.Lokal und GSCHWÄTZ. GSCHWÄTZ wird über die Ergebnisse der Recherche berichten. 

 Text: Matthias Lauterer

 




„Graben zwischen den Gebäuden“, der „enorme Stützmauern“ nötig mache

Nachdem die Präsentation des Bauvorhabens auf dem SIGLOCH-Gelände (GSCHWÄTZ berichtete) zwischen Langenburger Straße und Kapellenweg zu großer Mißbilligung bei den Anwohnern und im Gemeinderat geführt hatte, war das Vorhaben erneut Thema im öffentlichen Teil der Sitzung des Gestaltungsbeirat der Stadt Künzelsau vom 1. Oktober 2010.

Lageplan der geplanten Häuser auf dem Sigloch-Areal. Stand 1.10.2021. Quelle: Sitzungsunterlage

Viele Anwohner waren erschienen, um sich über den aktuellen Stand des Projekts zu erkundigen, und sie erfuhren auch die eine oder andere neue Information. Erich Kalis, der das Projekt plant, konnte mitteilen, dass einige Wünsche, die Stadt und Anwohner geäußert hatten, inzwischen erfüllt sind:

  • Das nordwestliche Haus A wurde um ein Stockwerk reduziert
  • Das nordöstliche Haus B wurde um etwa 3m nach Norden verschoben – damit ergibt sich mehr Raum zwischen Haus B und dem Haus D.
  • Die Planung wurde um einen Spiel- und Begegnungsplatz ergänzt.
  • Die Dächer sollen jetzt begrünt werden, die Solaranlage ist über der Tiefgarage geplant.

Nicht alle Beanstandungen seitens der Planer erfüllt

Andere Punkte, die die Stadt gefordert hatte, wurden noch nicht erfüllt. Insbesondere die Themen Topographie und Freiraumplanung sowie Erschließung über den Kapellenweg boten Zündstoff.

Prof. Kai Haag stellte fest, dass man jetzt 16 m Abstand zwischen Haus A und Haus C habe, bei einem „enormen Höhenunterschied zwischen den Eingangsbereichen“. Er sprach von einem „Graben zwischen den Gebäuden“, der „enorme Stützmauern“ nötig machen würde.

Dieser Schnitt zeigt die Höhenunterscheide deutlich. Quelle: Sitzungsunterlagen

Außerdem sei der Kinderspielplatz ausgerechnet an der engsten Stelle mitten im relativ steilen Hang geplant. Auch das Wort „abenteuerlich“ fiel – und es war nicht als positive Beschreibung des Spielplatzes gemeint, sondern betraf die steilen Hänge.

„Die Bauherrschaft“ will es so.

Erich Kalis verwies auf „die Bauherrschaft“, die den Spielplatz an dieser Stelle haben wolle.

„Sicherheit, Begehbarkeit und Nutzbarkeit“ nicht nachgewiesen

Prof. Dr. Christina Simon-Philipp, die Vorsitzende des Gestaltungsbeirats, faßt zusammen, dass die Prinzipen „Sicherheit, Begehbarkeit und Nutzbarkeit“ nicht nachgewiesen seien und extreme Sicherungsmaßnahmen zu erbringen seien. Außerdem moniert sie, dass trotz mehrfacher Bitte noch immer kein Landschaftsarchitekt hinzugezogen worden sei. Dem konnte Kalis entgegnen, dass ein Münchener Büro bereits beratend tätig sei und im Zuge der Baugesuchsplanung eine weiterführende Beauftragung geplant sei.

Knackpunkt ist die Erschließung über den Kapellenweg

Auch bezüglich der Erschließung über den Kapellenweg erweisen sich räumliche Enge und der steile Hang als problematisch. Fraglich ist, ob der schmale Kapellenweg den zusätzlichen Verkehr aufnehmen kann. Selbst der von Kalis beauftragte Verkehrsgutachter ist der Meinung, dass der Kapellenweg verbreitert werden müßte – was allerdings, wie auch Kalis feststellt, nicht möglich ist, da dort bewohnte Grundstücke sind, die nicht in städtischem Eigentum sind. Eine Wendemöglichkiet für ein Müllauto müsse man aber nicht einplanen, meint Kalis, denn „das Müllauto fährt eh rückwärts“, wie auch in der Heinrich-Schüle-Straße.

Müllautos dürfen eigentlich gar nicht rückwärts fahren

Allerdings ist das laut Arbeitsschutzbestimmungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung  (DGUV) gar nicht oder nur in Ausnahmefällen erlaubt. Dirk Füting, Leiter des Sachgebiets Abfallwirtschaft der DGUV erklärt: „Wir appellieren daher insbesondere an die Stadtplaner, die Bedürfnisse der Entsorger zu berücksichtigen, wenn sie die Verkehrswege planen.“  Möglicherweise besteht bei einem derart großen Bauvorhaben sogar die Pflicht der Stadtplaner, dahingehend einzugreifen.

„Halb so wild“

Johannes Rückgauer (UBK) spricht davon, dass die Wegbreite doch schon lange ein Thema sei und stellt die Fragen „Wie kann man Gefahrensituationen vermeiden?“ und „Gibt es andere Möglichkeiten der Entspannung?“ Kalis ist der Meinung, dass es ja um nur 2 zusätzliche Wohnungen gehe und das wohl „halb so wild“ sei.

Deutliche Worte

Christina Simon-Philipp wird daraufhin deutlich: „So kommen wir nicht weiter. Der Gutachter sagt, der Weg muß verbreitert werden. Damit muß man sich auseinandersetzen, das ist Tatsache.“

Bisher Situation durch Rücksichtnahme gelöst

Erhard Demuth (SPD/GRÜNE) weiß, dass die Situation im Kapellenweg bisher durch gegenseitige nachbarschaftliche Rücksichtnahme geprägt war, man sei über die Einfahrten der Privatgrundstücke ausgewichen. Anwohner hätten ihm aber mitgeteilt, dass sie planten, ihre Einfahrten gegen derartige Nutzung zu sichern. Eine Ampelanlage hält Demuth aufgrund der Verkehrssituation im Bereich der Ampelkreuzung am Kreuzungsbereich Langenburger Straße / Zollstock / Kapellenweg für nicht machbar. Kalis geht nochmals darauf ein, dass für Fußgänger Ausweichzonen vorhanden seien, beim Begegnungsverkehr von PKWs wird er wortkarg. Als sich auch die Bevollmächtigte der Bauherrin mit „Der Weg ist ja nicht unmöglich zu befahren“ zu Wort meldet, schließt Simon-Phillipp die Diskussion ab: „Ich glaube nicht, dass wir das heute lösen können. Aber die Verkehrsplaner fordern das, also müssen wir eine Lösung anbieten. Es muß eine Lösung geben, sonst wird’s ein Problem geben, das Vorhaben zu realisieren“ sagt sie. Einem letzten Einwand Kalis‘, der auf frühere Feste hinwies, wo es auch keine Probleme gegeben haben soll und darauf, dass man ja auf dem Grundstück viel mehr Wohnungen bauen könne, entgegnet Simon-Phillip: „Ihr Gutachter sieht das anders“.

Auf nächste Sitzung verwiesen

Zu einer abschließenden Beurteilung konnte der Beirat nicht kommen, Simon-Phillipp sprach davon, dass man das Thema in der nächsten Sitzung wieder auf die Tagesordnung bringen werde – der Gemeinderat wird also vorher noch keinen Bebauungsplan beschliessen wollen.

Weiteres Problem – das Wasser

Im anschließenden Gespräch mit den Anwohnern wurde ein weiterer wichtiger Aspekt zur Sprache gebracht: Das Wasser. Einen 100-Liter-Starkregen möchten sich die Anwohner auf dem zukünftig teilversiegelten Hang gar nicht vorstellen. Dazu kommen wasserführende Schichten im Hang, die durch den Bau zerschnitten würden, wodurch sich das Wasser neue Wege suchen müsse. Ein diesbezügliches Gutachten ist den Anwohnern nicht bekannt.

Preiswerter Wohnraum für Familien an dieser Stelle vielleicht sinnvoller?

Die Anregung von Erich Kalis, auf dem Gelände auch mehr Wohnungen bauen zu können, werden die anwesenden  Gemeinderatsmitglieder im Ausschuss mit Interesse gehört haben – statt 14 Luxuswohnungen ab 200 Quadratmetern Wohnfläche und drei Metern Höhe könnte man auch doppelt so viele große Familienwohnungen bauen – an denen es in Künzelsau bekanntlich mangelt. Vor allem, nachdem auch auf dem MUSTANG-Gelände kein neuer Wohnraum mehr geplant ist.

Im Bereich zwischen Tiefgarage und Wohnungen befinden sich „Leergeschosse“. Quelle: Sitzungsunterlagen

Die geplanten – wohl der schönen Aussicht geschuldeten – Leergeschosse in den unteren drei Gebäuden könnte man sicherlich auch anderweitig nutzen – Arztpraxen brauchen nicht unbedingt eine schöne Aussicht.

Gute Erfahrungen, beispielsweise aus Freiburg, wo es Siedlungen ohne Dauerparkplätze gibt, legen nahe, dass ein Quartier nur mit Kurzzeitparkplätzen auch in Künzelsau funktionieren könnte.

Dieser Schnitt zeigt die Höhenunterscheide deutlich. Quelle: Sitzungsunterlagen

Kapellenweg in Künzelsau. Auf dem ehemaligen privaten Sigloch-Areal sollen die geräumigen Wohnungen entstehen. Foto: GSCHWÄTZ

 

Text: Matthias Lauterer




Mobiles Impfteam statt Impfzentrum

Das Impfzentrum in Öhringen ist bereits geschlossen, die letzten Impfzentren des Landes Baden-Württemberg schließen am heutigen Freitag, 1. Oktober 2021. Stattdessen werden ab Oktober mobile Corona-Impfteams im Stadt- und Landkreis Heilbronn, im Neckar-Odenwald-Kreis und im Hohenlohekreis im Einsatz sein.

Die SLK-Kliniken teilen mit:

Als Unterstützung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie der Betriebsärzteschaft sind ab Oktober im gesamten Bundesland Mobile Impfteams (MIT) im Einsatz. Die SLK-Kliniken sind einer von zwölf ausgewählten Krankenhausstandorten, an die die MIT angebunden sind, und koordinieren in dieser Funktion die Einsätze für den Stadt- und Landkreis Heilbronn, den Neckar-Odenwald-Kreis und den Hohenlohekreis.

Ziel: Corona-Impfung als Regelversorgung

Bevor die Corona-Schutzimpfung ausschließlich über die Regelversorgung abgedeckt werden wird, sind die MIT für eine Übergangszeit von drei Monaten bis zum Jahresende 2021 Teil der Corona-Impfkampagne. Von den SLK-Kliniken können zwei jeweils vierköpfige MIT starten, um – zunächst an fünf Tagen die Woche – gleichzeitig unterwegs zu sein und vor Ort zu impfen. In erster Linie führen die MIT notwendige Auffrischungsimpfungen von immobilen Personen, beispielsweise in Alten- oder Pflegeheimen, durch. Zudem ist vorgesehen, dass sie beispielsweise bei Impfaktionen in Kommunen oder an Schulen zum Einsatz kommen sollen und so dazu beitragen, die noch immer zu niedrige Impfquote zu steigern.

Kontaktaten

Für interessierten Einrichtungen, Behörden oder Kommunen des Stadt- und Landkreises Heilbronn, des Neckar-Odenwald-Kreises sowie des Hohenlohekreises, die noch nicht kontaktiert wurden, besteht die Möglichkeit einer direkten Kontaktaufnahme zum MIT:
• E-Mail: MIT-Heilbronn@slk-kliniken.de
• Telefon: 07131 49-33320

Angebot richtet sich nicht direkt an Privatpersonen

Terminanfragen sind momentan für die Zeit ab dem 4. Oktober 2021 für Montag bis Freitag möglich. Ab dem 18. Oktober können auch Termine an den Wochenenden angeboten werden.
Das MIT greift sowohl bei der Durchführung der Impfungen als auch bei der notwendigen Ausstattung (bspw. Kühlung, IT) auf Erfahrungen und vorhandene Strukturen der zum 30. September geschlossen Stadt- und Kreisimpfzentren zurück. Das Angebot der MIT richtet sich nicht direkt an Privatpersonen.

Pressemitteilung der SLK-Kliniken




Alles Käse!

Die Ländliche Heimvolkshochschule Lauda veranstaltet am Freitag, den 12. November bis Samstag 13. November 2021, jeweils halbtags im Seminarhaus in Oberlauda, Brunnenstr.12, den Kurs „Käse selbst gemacht, Käseseminar zur Frischmilchverarbeitung“.

Milchverarbeitung ist gar nicht schwierig

Alpkäserin Laura Döffinger leitet den Kurs. Die Veredelung und Fermentation der Milch ist nicht schwierig wenn das im Kurs vermittelte Wissen vorhanden ist. Im Kurs wird gezeigt und praktiziert, wie sich zuhause, relativ unkompliziert und ohne viele zusätzliche Hilfsmittel die Milch veredeln lässt. Wie wird Joghurt gemacht? Und wie wird Milch fest? Was ist alles in der Milch und wie kann man daraus Käse und andere Köstlichkeiten herstellen? All diese Fragen und noch einige mehr werden in diesem Kurs behandelt.

Selbst Hand anlegen ist angesagt!

Neben der Herstellung von Joghurt, Quark und Weichkäse wird es die Gelegenheit geben, selbst Hand anzulegen, sowie alle Fragen rund um die Milch und ihre Verarbeitung zu klären. Außerdem werden anhand der Verarbeitungsschritte von Joghurt, Quark und Weichkäse eine kleine Einführung in die Mikrobiologie bezüglich Lab- und Kulturen Einsatz gegeben.

Für alle mit Interesse an der Milchverarbeitung

Dieser Kurs eignet sich also für alle, die Interesse an der Milchverarbeitung haben oder ihre Kenntnisse noch ein bisschen erweitern wollen. Die genaue Beschreibung des Kurses finden Sie unter www.lhvhs-lauda.de

Nähere Information und Anmeldung: www.lhvhs-lauda.de, Heimvolkshochschule Lauda, Brunnenstr. 12, 97922 Lauda, Tel. 0176 472 331 96; E-Mail: info@lhvhs-lauda.de

Pressemitteilung der LHVHS Lauda




Öhringen im Herbstgewand

Nach der Absage der Öhringer Messe bietet die Stadt am 3. Oktober 2021 trotzdem eine Attraktion an. Die Stadt Öhringen teilt dazu mit:

Die 8. Messe ÖHRINGEN ist verschoben, der Herbst aber nicht! Und die ohnehin geplante Öhringer Aktion Herbstgewand auch nicht. So wird’s jetzt wieder bunt in Öhringen.

Einzelhandel und lokale Selbstvermarkter bieten an

Die Natur hat ihr Herbst-Gewand angelegt, die prächtigen Farben spiegeln sich in allen Bereichen unseres Lebens wider. Grund genug, das wahrlich vielfältige Angebot unseres stationären Einzelhandels zusammen mit den Produkten regionaler Selbstvermarkter, die allesamt Kunden über die Grenzen Hohenlohes hinaus begeistern, am 3. Oktober 2021 im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags zu präsentieren. Von 13 Uhr bis 18 Uhr erwartet die Besucher in ganz Öhringen ein Herbstgenuss für alle Sinne.

Kürbis in allen Variationen

Und was darf bei einem solchen Thema auf gar keinen Fall fehlen? Natürlich der Kürbis!
Mit seiner Palette an Sorten, Farben, Geschmacksvariationen und Verarbeitungsmöglichkeiten ist er geradezu Sinnbild für die Vielfältigkeit unserer Genießerregion Hohenlohe. Dazu bereichern noch viele andere, typisch regionale Produkte, ob in fester oder flüssiger Form, die bunte Angebotspalette.

Musik gegen den Herbstblues

Aber nicht nur Augen und Mund, sondern auch die Ohren aufsperren, heißt es für alle, die an diesem Sonntag in Öhringen unterwegs sind. Musikalische Überraschungen für die Gute Laune sind garantiert. Damit der Herbstblues in Hohenlohe, zumindest an diesem Tag, keine Chance hat.




Klimabeirat Künzelsau will jetzt „ins Tun kommen“

Bereits zum vierten Mal tagte am Dienstag, 28. September 2021 der Künzelsauer Klimabeirat, was  Joachim Schröder, der Vorsitzende des Beirats, zu einem Rückblick auf die bisherige Arbeit nutzte.

Auch ins Tun kommen

Bis 2030 soll Künzelsau klimaneutral sein, daher sei es, so Schröder jetzt Zeit, „auch ins Tun zu kommen.“ Die verschiedenenen Arbeitsgruppen hätten ihre ersten Themen formuliert und es seien bereits erste Zeichen gesetzt.

Der Klimabeirat ist jetzt über www.kuenzelsau.de/klimabeirat erreichbar und mehrere Flyer zu aktuellen Themen sind verfügbar. Mit einem Vortrag über Nahwärmeversorgung oder der Einrichtung eines Repair Cafés will der Klimabeirat den direkten Kontakt zu den Bürger:innen aufnehmen. Dazu dient auch der Klimastammtisch, der jeden letzten Donnerstag im Monat um 19:00 im Alten Rathaus stattfindet.

Diverse Ansätze zur Mobilität

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Klimabeirats ist das Thema Mobilität. Die entsprechende Arbeitsgruppe hat bereits mehrere Vorschläge unterbreitet:
So sollen am ehemaligen Bahnhof Fahrradboxen aufgestellt werden, um Fahrräder sicher unterstellen zu können.
Für die Wertwiesen wurde eine Fahrradreparaturstation vorgeschlagen. In Schwäbisch-Hall sind solche Stationen an einigen Punkten bereits aufgestellt: Die wichtigsten Fahrradwerkzeuge sind an diesen Stationen verfügbar und ermöglichen Einstellarbeiten oder kleinere Reparaturen. Bürgermeister Stefan Neumann weist darauf hin, dass es dafür möglicherweise Fördermöglichkeiten gibt.
Eher als symbolischer Akt wird die Aufstellung eines Fahrkartenautomaten der DB am ehemaligen Bahnhof gesehen. Hintergrund ist, dass man Künzelsau als Tarifpunkt der DB erhalten möchte, denn dann kann man Fahrkarten nach Künzelsau aus der ganzen Bundesrepublik kaufen. Im Moment ist das nur noch bei Verbindungen über Waldenburg möglich, über Hessental ist keine Direktbuchung nach Künzelsau mehr möglich. Warum man Künzelsau nicht mehr über Hessental buchen kann, will Neumann über eine kleine Anfrage im Landtag klären lassen. Neumann hat die Kosten für einen solchen Automaten bereits eruiert – 16.000 Euro jährliche Gebühr würden fällig, ohne dass es von Seiten der Bahn eine Gegenleistung gäbe.

Das Auto wird nicht vergessen: Man wird am Projekt Netzlabor der EnBW teilnehmen. Dies ist ein Forschungsprojekt der EnBW, die wissen will, wie sich das Stromnetz bei einer großen Dichte von E-Autos verhält. Dazu installiert die EnBW auf engem Raum mehrere Ladeboxen und stellt E-Autos zur Verfügung. Am 27. Oktober 2021 soll es in Künzelsau losgehen.

Schwerpunkt Abfallvermeidung

In der Öffentlichkeit bereits sichtbar sind die Aktionen zur Abfallvermeidung, etwa die „Putzete“ (GSCHWÄTZ berichtete) am „Clean-up-day“. Außerdem unterstützt der Klimabeirat das Mehrweg-Projekt Hohenlohe-to-go.

Schwerpunkt Begrünung

Im letzten Jahr hat Künzelsau im Stadtwald 1.000 Bäume angepflanzt. Dieses Ziel soll auch in den nächsten Jahren erreicht werden. Außerdem ist in Kocherstetten ein „Hochzeitswald“ geplant, wo für jedes frisch getraute Paar ein Baum gepflanzt werden soll.
Im Kleinen stellt sich die Arbeitsgruppe einen „Mustergarten“ vor, der als Vorbild für umweltgerechte Gartengestaltung dienen soll – ein Grundstück dafür ist bereits gefunden. Vielleicht kann so ein Mustergarten auch diejenigen Bürger:innen zum Umdenken anregen, die derzeit einen „Schottergarten“ angelegt haben – das ist eine der Hoffnungen, die hinter diesem Projekt stecken.

Die Präsentation der Arbeit des Klimabeirats steht auf den Seiten der Stadt Künzelsau zum Download bereit.

Vortrag Photovoltaik

Den überregionalen Blick in die Zukunft wagte Linda Bürkert. Sie hat selbst Erfahrung in der Photovoltaik-Entwicklung und gibt vor allem einen Überblick über die weitere Einsatzmöglichkeiten der Photovoltaik (PV), die bisher noch nicht so sichtbar sind. Denn eine schnellere Installation regenerativer Stromquellen sei unbedingt notwendig, wenn man die Klimaziele erreichen will, sagt sie.

PV ist mehr als die private Dachanlage

So gibt es inzwischen ganze Fassaden, die  Stromerzeugung genutzt werden, eine gemischte Nutzung von Ackerflächen für Landwirtschaft und PV wird erforscht. Mit künstlichen „Solar-Inseln“ auf Gewässern, etwa gefluteten Tagebauen,  könnten große Flächen für die Stromerzeugung nutzbar gemacht werden.

„Floating-PV“ Bomhofsplas in den Niederlanden. Foto: BayWa r.e.

Auch der Autoverkehr kann zur Stromerzeugung beitragen: Sei es durch Solarzellen auf Fahrzeugen, die Strom für den Verbrauch des Fahrzeugs selber erzeugen, sei es durch PV-Anlagen an Lärmschutzwänden. Selbst stromerzeugende Fahrbahnelemente werden bereits erforscht.

Nutzung bereits versiegelter Flächen

Auch bereits versiegelte Flächen können für die Stromerzeugung genutzt werden, ein ideales Beispiel wären Parkplätze, die mit einer Solaranlage überdacht werden können. Welches Potential dafür zur Verfügung steht, zeigt das Bild der Ilshofener Firma Bausch+Ströbel:

Solaranlage über dem Parkplatz von Bausch und Ströbel in Ilshofen. Foto: google-maps

Im Kleinen können auch Plug-in-PV-Anlagen, die einfach zu installieren sind und fast ohne Bürokratie aufgestellt werden können, eingesetzt werden.

Weiterer Ausbau von Photovoltaik dringend notwendig

Die nächste öffentliche Sitzung des Klimabeirats findet am 21. Dezember statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Impulsvortrag zur Stromspeicherung.

Text: Matthias Lauterer




Bombe gefunden und entschärft

Bei Baggerarbeiten wurde am Dienstag, den 28. September 2021, in Krautheim eine Bombe gefunden. Kurz vor 14.30 Uhr entdeckte ein Baggerfahrer beim Straßenaushub in der Uferstraße eine alte Bombe.

Der Bereich wurde von der verständigten Polizei weiträumig abgesperrt, der Kampfmittelbeseitigungsdienst übernahm die Entschärfung. Verletzt wurde niemand.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




„Das könnte ich niemals 50 Jahre lang machen“

Sommerferien – die lang ersehnten sechs Wochen zum Entspannen. Aber nicht für die fleißigen, die sich um einen Ferienjob gekümmert haben. Auf die wartet in ihren Sommerferien frühes Aufstehen, acht Stunden Konzentration und Durchhaltevermögen. Da ist erstmal nichts mit ausschlafen und einem entspannten Tag.

Geringer Spaßfaktor

Dies musste auch Lisa Specht schweren Herzens einsehen, denn da sie schon 17 Jahre alt ist, musste sie sogar in Schichten arbeiten. Sie war zwei Wochen in einer Mechanik-Firma tätig und musste in der einen Woche Frühschicht und in der anderen Woche die Spätschicht übernehmen. Auch wenn der Spaßfaktor für sie gering war, wie sie erzählt, haben es ihr ihre Kollegen nett gestaltet. „Meine Kollegen und Vorgesetzten waren immer nett zu mir, nie unfreundlich und haben mir bei meinen Problemen immer geholfen. Auch nachzufragen habe ich mich immer getraut. Ich hatte nie Angst davor. Und bevor ich noch etwas oder mehr falsch mache, frage ich lieber nochmal nach.“

„Das könnte ich niemals für 50 Jahre machen.“

Trotz den netten Leuten, welche die 17-Jährige um sich hatte, war für sie das Geld die größte Motivation, um morgens oder nachmittags in die Arbeit zu gehen. „Vom Geld her hat es sich für mich einfach gelohnt und ich habe es ja auch wegen des Geldes gemacht, um mir Dinge finanzieren zu können.“ Auf die Frage, ob sie sich vorstellen kann, in ihrer Zukunft auch so eine Arbeit zu verrichten, antwortet sie ohne zu überlegen, „Nein, das könnte ich niemals für 50 Jahre machen.“

„Meine Motivation war das Geld.“

Auch ich selbst war in einer Mechanik-Firma tätig. Für drei Wochen in den Ferien. Von den Zeiten her hatte ich noch Glück, denn mit 16 darf ich noch nicht in Schichten arbeiten. Also musste ich mich auch nicht umgewöhnen, sondern hatte nach der ersten Woche meinen Rhythmus. Bei mir hielt sich die Motivation jedoch in Grenzen. Mir hat meine Arbeit nicht gefallen und die Aussicht, diese drei Wochen lang machen zu müssen, hat dem nicht abgeholfen. Aber da war ja noch was: das Geld. Auch meine Motivation, die drei Wochen durchzuziehen in einem Beruf, der mir nicht gefällt, war das Geld, welches ich nach der Abrechnung auf meinem Konto hatte. Jedoch war der Ferienjob in meinen Augen eine Erfahrung, denn danach weiß man, was man gearbeitet hat und wie schwer es sein kann, sein eigenes Geld zu verdienen. Mir hat es aber vor allem noch gezeigt, was ich später einmal nicht machen möchte und wozu ich in der Schule lerne.

„Ich würde es niemals bequemeren Leuten empfehlen.“

In einer ganz anderen Umgebung bewegte sich die Niedernhallerin Louisa Reiter. Sie war in der Gastronomie für drei Wochen tätig. „Zuvor habe ich das noch nie gemacht. Es war ganz neu für mich.“ Natürlich kam es immer darauf an, aber besonders der Kontakt mit Leuten habe ihr sehr Spaß gemacht, wie sie erzählt. Aber es war auch sehr anstrengend für die 16-Jährige, denn in so einem Beruf hat man öfters mal Stress als Kellnerin. „Ich würde es niemals bequemeren Leuten empfehlen, diesen Beruf auszuüben, denn es ist körperlich ziemlich anstrengend, auch wenn es nicht so aussieht“, sagt die Jugendliche. „Aber ich empfehle es jedem, der sich dieser Herausforderung gewachsen fühlt und Leuten, die mal etwas anderes als Ferienarbeit machen wollen, als in einer Firma zu sitzen.“ Sie erwähnt auch, dass man spontan sein sollte, denn das könnten auch die Arbeitszeiten werden, wenn man mal einspringen muss. Außerdem sollte man sich auch darauf einstellen, am Wochenende viel arbeiten zu müssen. „Langfristig will ich es nicht machen, aber so ab und zu am Wochenende einspringen, habe ich weiterhin vor.“

Stolz auf das Geleistete

Obwohl wir in unseren Ferien eine Zeitlang gearbeitet haben, konnten wir den anderen Teil genießen. Und wir waren uns alle einig: Unser eigenes Geld verdient zu haben, hat uns stolz gemacht, wenn wir uns das vor Augen geführt haben. Am Ende des Ferienjobs war jeder von uns erleichtert und stolz zugleich.

Text: Cora-Lee Pusker




„Es war schon hart mit dem vielen hoch und runter, aber die Aussicht war genial.“

„Familiär, kollegial und international durchgestartet. WEBike läuft.“ So lautete das Motto des diesjährigen Radevents von Würth Elektronik aus Niedernhall am Sonntag, den 26. September 2021. Geradelt wurde ohne Zeitmessung, dem eigenen Leistungsermessen nach und auf umfangreichem Streckenangebot. Zur Auswahl standen sechs verschiedene Touren: die Familientour mit 20 Kilometern, die Museumstour ebenfalls mit 20 Kilometern, eine 40-Kilometer-Strecke, eine 80-Kilometer-Strecke, eine Strecke über 100 Kilometer und eine über 120 Kilometer. Start und Ziel waren in Niedernhall auf dem Würth Elektronik Gelände. Auf den verschiedenen Touren konnte bis 11.15 Uhr gestartet werden, danach war der Start geschlossen und die Radfahrer auf den Strecken oder die ganz Schnellen schon wieder im Ziel.

Grüße aus Italien

Um 07:30 Uhr fiel der erste Startschuss für die 120-Kilometer-Tour, der mit einer besonderen Rede von Würth Elektronik-Mitarbeiter Andrea Marani begleitet wurde, welcher extra für dieses Event aus Bologna (Italien) angereist war. „Ich bin sehr glücklich, unter so vielen Radfahrern hier zu sein. Und ich habe viele liebe Grüße aus Italien mitgebracht. Und vor allem den italienischen Sonnenschein“, sagte der Radbegeisterte auf Italienisch.

„Schon im Voraus bekamen wir viele tolle Anfragen“

Zum vierten Mal seit 2017 hat das Event jetzt stattgefunden, mit einem Jahr Pause dazwischen aufgrund von Corona, weshalb die Veranstalter und Organisatoren umso glücklicher waren, dass es 2021 wieder stattfinden konnte. Aber nicht nur sie, sondern auch die Teilnehmer, wie Organisatorin Yasmin Schwenke erzählte. „Schon im Voraus bekamen wir viele tolle Anfragen, welche uns sehr gefreut haben. Es ist auch immer schön für uns positives Feedback zu erhalten. Das motiviert das Event erneut zu veranstalten.“

„Wir haben die Markierungen auf der Straße gesehen“

Auch Sabrina Hoffmann aus Westernhausen freute sich, dass das Event dieses Jahr wieder stattfand. „Wir haben die Markierungen auf der Straße gesehen und dann war uns klar, das Event findet wieder statt. Darüber haben wir uns sehr gefreut.“ Sie war bereits das zweite Mal dabei. „Ich bin die 40-Kilometer-Strecke gefahren. Es war schon hart mit dem vielen hoch und runter, aber die Aussicht war genial. Das war das Schönste an der ganzen Strecke.“ Danach wartete die 36-Jährige auf ihren Mann, der die längere Strecke über 120 Kilometer gefahren ist, um mit ihm noch eine Kleinigkeit an den Ständen zu essen, die auf dem Hof von Würth Elektronik verteilt waren. Hier hatte man viel Auswahl und es war für jeden etwas dabei: Pommes, Currywurst, Waffeln aber auch Kürbissuppe und Gulasch.

„Das Highlight war die Bergbahn“

Auch Familie Keller war pünktlich um die Mittagszeit angekommen. „Wir sind zum Startschuss der Familientour um neun Uhr losgefahren“, erklärte der Papa stolz. „Es war gut und schön zu fahren und vor allem kindgerecht“, meldete sich auch die Mama. Insgesamt hat die vierköpfige Familie zwei Stunden gebraucht. Hier war das Highlight laut der 7-jährigen Tochter und dem 9-jährigen Sohn: „Die Bergbahn.“ In dieser Tour fuhren die Fahrradfahrer von Niedernhall nach Künzelsau, dann über die Bergbahn auf die Taläcker und von dort wieder zurück nach Niedernhall. „Aber auch die Trikots von dem Rad Event sind cool“, erklärte die Familie. Als Aufdruck wurden Maskottchen aus heimischer Fauna und Flora benutzt. Zuerst war es der Distelfink, danach der Salamander, das Wildschwein, der Fuchs und dieses Jahr der Biber mit dem Spruch auf dem Trikot: „Beiß dich durch.“ „Auf das Event gekommen sind wir von meiner Arbeit aus“, sagte der Papa, „Dort bin ich in der Radsportgruppe und meine Kinder sind im Tri-Team-Heuchelberg.“ Eine begeisterte Radsport-Familie also.

Neues Würth Museum

Verena Rudolph aus Niedernhall kürte für sich ein anderes Highlight. Sie war mit ihrem Sohn und ihren Freunden die Museumstour gefahren, von welcher alle schwärmten. Auf dieser Tour befand sich in Ernsbach ein Museum: das neue Würth Museum mit dem Namen Kocherwerk. „Mir hat das Museum am besten gefallen, es war einfach ein schönes Ambiente und ich war froh, dass ich diese Tour gefahren bin, sonst hätte ich das Museum gar nicht gesehen“, erklärte die Niedernhallerin.

„Die Strecke war mega-klasse“

Aus begeisterten Radsportlern und Kollegen besteht die Gruppe von WE-Eisos, die sich auf der Strecke gesammelt haben. „Wir sind die 40 Kilometer gefahren und haben den Track besiegt.“ Aber ganz freiwillig war die „Siegergruppe“, wie sie sich selbst nennen, nicht dabei. „Wir sind gezwungenermaßen mitgefahren auf Zwang unserer Kollegen hier.“ Dennoch kamen sie aus dem Schwärmen nicht heraus. „Die Strecke war mega-klasse. Es war wunderschön zu fahren und das Wetter hätte besser nicht sein können. Am besten war aber die Stelle am Jagstberg. Dort sind uns auch viele nette Helfer begegnet – unter anderem die freiwillige Feuerwehr.“ Insgesamt waren an den verschiedenen Verpflegungsstationen und auf dem Firmenhof über 50 Helfer aus den eigenen Reihen des Unternehmens unterwegs.

Programm für alle

Langeweile gab es auf dem Event nicht. Während die Erwachsenen bei Live-Musik aßen und sich unterhielten, gab es für die Kinder ein abwechslungsreiches Programm. Sie konnten sich auf einer Wand kreativ mit Kreide austoben oder bei der Verkehrswacht ihr Wissen über den sicheren Umgang im Verkehr auffrischen. Auch auf den Strecken gab es für die Kinder Bastelgelegenheiten.

„Es war eine sehr schöne Strecke und gutes Training“

Immer dabei waren auch der 80-jährige Udo Hachtel und der 55-jährige Ralf Link. Drei Stunden waren die beiden auf der 80-Kilometer-Strecke unterwegs. „Es war eine sehr schöne Strecke und gutes Training für uns. Und das Wetter war ja auch bombastisch.“ Am besten fanden die zwei alten Hasen aber die Verpflegungsstände, welche sehr viel zu bieten hatten. Bedienen konnte man sich an belegten Brötchen, Brezeln, Müsliriegeln, Studentenfutter sowie frischem Obst und Getränken.

„Das Familiäre stand im Vordergrund.“

„Das Ziel des ganzen Events sollte sein zu genießen – ob das Fahrradfahren oder das Zusammensitzen danach zwischen den verschiedenen Ständen. Hierbei stand das Familiäre für uns im Vordergrund, dass auch die Kinder ihren Spaß hatten und es genießen konnten. Denn unsere Botschaft war: WE-Bike läuft. Es geht weiter. Das macht uns sehr glücklich“, erklärte Yasmin Schwenke.

Text: Cora-Lee Pusker

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Manche Radfans sahen in dem Event das ideale Training. Foto: GSCHWÄTZ

Nach bewältigter Tour traf man sich zum Essen und Erfahrungsaustausch. Foto: GSCHWÄTZ